Archive for the ‘CD-Reviews’ Category
REVIEW: ABORTED
TerrorVision
Seit ihrer GrĂŒndung im Jahr 1995 mussten ABORTED stetig mit Wechsel im Line-Up kĂ€mpfen und können eine Liste von ĂŒber 20 ehemaligen Mitmusikern vorweisen. Stetigkeit sieht bei weitem anders aus. Dennoch werden in einer angenehmen RegelmĂ€Ăigkeit durchaus hochwertige Alben vorgelegt. Doch kann man das auch vom neusten Werk âTerrorVisionâ behaupten?
REVIEW: LORD OF THE LOST “THORNSTAR”
Am 3. August 2018 ist das neue Album âThornstarâ der Dark Rocker LORD OF THE LOST erschienen. Nachdem sich LORD OF THE LOST mittlerweile mehr als eine Dekade lang in der Szene halten und sich mit ihren Werken immer wieder selbst ĂŒbertreffen und neu erfinden, folgte nunmehr der nĂ€chste groĂe Coup. Das 8. Studioalbum der Lords hat das Licht der Welt erblickt. âThornstarâ handelt von der mythischen Welt Pangaen und startet sofort mit einem Feuerwerk an Musik, welches eine sehr schöne Einstimmung auf ein groĂes Meisterwerk ist. Der eingĂ€ngige Sound von `On this rock I will build my churchÂŽ lĂ€dt ordentlich zum Abrocken ein. Industrial-Rock vom Feinsten dieses StĂŒck, was ja aber auch die Lords ausmacht. Melodiöse Refrains, umzingelt von u.a. blechernd schepperndem Keyboard-Sound. Einfach gut gemacht. Dieses Album versteht sich als Konzeptalbum, zu dem nicht nur die Musik, sondern auch eine 22-seitige, gut recherchierte Hintergrundstory gehört. Diese steht zum Download auf der Website von LORD OF THE LOST zur VerfĂŒgung und sollte neben dem Hören des Albums, zum Verstehen des selbigen gelesen werden. AuĂerdem gibt es groĂartige Zeichnungen, die das Album ergĂ€nzen. Chris Harms Stimme – so unverkennbar- trĂ€gt maĂgeblich zur dunklen Stimmung, die solch alten Göttergeschichten anhaftet, bei. Auf diesem Album sind groĂe Melodien und Songs mit besten Ohrwurm-QualitĂ€ten vorhanden. Je öfter man es hört, desto mehr Facetten erkennt man in diesen wunderbaren Melodien. Nicht umsonst ist âThornstarâ auf Platz 6 der deutschen Charts eingestiegen. Man darf nun gespannt sein, wie die Umsetzung des Konzepts auf den BĂŒhnen Deutschlands und Europas gelingen wird. Dieses Album muss man einfach hören und lieben. Es ist eine sehr gelungene Mischung aus Industrial, Dark Rock und Metal. Unsere Anspieltipps: `On This Rock I Will Build My ChurchÂŽ, `The MortarianÂŽ oder aber `In Our HandsÂŽ. Alles in allem kommt “Thornstar” mĂ€chtig stampfend daher und trĂ€gt viel Power in sich.
Tracklist:
Disk 1
- On This Rock I Will Build My Church
- Loreley
- Black Halo
- In Our Hands
- Morgana
- Haythor
- Naxxar
- Cut Me Out
- The Mortarian
- Under The Sun
- In Darkness, In Light
- Forevermore
- Ruins
Disk 2
- Abracadabra (feat. Dero Goi)
- Voodoo Doll
- The Art Of Love
- Lily Of The Vale
- Penta
- Free Radicals
- Live Pray Die Repeat
Punkte fĂŒr dieses Album: 5/6
REVIEW: BENIGHTED
NECROBREED
Frankreich: Heimat des Weins, Kultur und Grindcore. Moment mal, Grindcore? Ja tatsĂ€chlich, den auf dem diesjĂ€hrigen Party San Festival sorgten die durchgeknallten Franzosen von BENIGHTED fĂŒr offene MĂŒnder und staunende Gesichter. Grund genug, um sich einmal die aktuelle Schlachtplatte âNecrobreedâ nĂ€her anzuhören.
Das Intro `Hush Little Baby` stimmt schon gut auf den Geschmack eines soziopathischen Serienkillers ein, ehe `Reptilian` die HĂŒtte abreisst- und zwar wörtlich! 200 Beats pro Minute, herrlich krankes Pigscream- und Tieftongeröchel plus Midtempo Grooves, der den Nacken bereits nach einem Durchlauf krankenhausreif prĂŒgelt. OK, im Death-/Grind Sektor klingt meistens alles gleich und man hat kaum Wiedererkennungswert. BENIGHTED machen sich das zunutze und garnieren ihre PrĂŒgelorgie mit kleinen Zwischenspielen (inklusive Klavier), haufenweise fetten Groovebreaks und mal eben drei Sprachen (deutsch, englisch und französisch). âDer DoppelgĂ€ngerâ besticht durch seinen Mitshout Flair, wĂ€hrend alleine schon das Zusammenspiel von Schlagzeug und Gitarren bei `Versipellis ` sĂ€mtliche Hirnzellen beim ersten Durchlauf schmelzen lĂ€sst. Der Titeltrack ist eine typische SpaĂnummer (`Necrobreeeeeeed`), der sich genau wie Dying Fetus` KYMRYD` ins LangzeitgedĂ€chtnis grindet. Meine persönliche Lieblingsnummer `Cum With Disgust` ist eine Mischung aus Rotz und Dauerfeuer, wobei man den Refrain tatsĂ€chlich jedesmal erneut inbrĂŒnstig mitschreien kann, ohne den SpaĂ daran zu verlieren. `Mass Grave `hĂ€tte auch von Anaal Nathrakh geschrieben worden sein können; irre und gleichzeitig finster. Wer sich die Digipack Version des Albums holt, wird zusĂ€tzlich mit einer Coverversion von Sepultura (`Biotech Is Godzilla`- nett gemacht) und Marduk (`Christraping Black Metal`- wie das Original, nur schneller). Man muss fĂŒr diese Art von Death Grind Musik ausgelegt sein, ansonsten macht es einem weder SpaĂ und ist anstrengend. Wer einen makabren Humor besitzt, sich mal wieder amtlich verdreschen lassen möchte und einfach mal alle mentalen Hebel auf maximum fahren möchte, sollte sich das Teil sofort bestellen.
Fazit: BENIGHTED haben mein VerstĂ€ndnis von Death- Grind auf eine neue Ebene geholt. Man kann ein abwechslungsreiches KnĂŒppelalbum (inklusive groĂem SpaĂfaktor) und gleichzeitig ein finsteres Album erschaffen. Die kranken Gesangslinien, Breakdowns und Grooveparts, sowie das herrlich perverse Schlagzeugspiel sind der beste Beweis, wie man es richtig macht. Besser geht es nur, wenn man die Jungs mal live erlebt hat. KnĂŒppelfreunde, ihr habt eine neue Referenzscheibe!
5 von 6 Punkten
Radu
Review: HOPELEZZ
![Stories_Of_A_War_Long_Forgotten_(Albumcover)[1] Stories_Of_A_War_Long_Forgotten_(Albumcover)[1]](http://www.metal-impressions.de/wp-content/uploads/2018/08/Stories_Of_A_War_Long_Forgotten_Albumcover1.jpg)
Stories Of A War Long Forgotten
Mit ihrem 2016er Werk âSent To Destroyâ(Review hier) prĂ€sentierten HOPELEZZ in neuer Besetzung ihren Wandel vom melodischen Death Metal hin zum modernen Thrash å la MACHINE HEAD und konnten im Anschluss durch zahlreiche Konzerte und Festivalshows ihre Fanbase weiter ausbauen. Auch Massacre Records wurde dadurch auf die Wuppertaler aufmerksam und nahm das Quartett unter Vertrag. âStories Of A War Long Forgottenâ stellt somit die erste Veröffentlichung unter neuer Labelheimat und zugleich das erste Konzeptalbum der Bandgeschichte dar.
REVIEW: QUEEN OF TIME
Dass die Erwartungen an ein neues Album vom AMORPHIS recht hoch gesetzt werden wĂŒrde, ist nach den starken VorgĂ€ngeralben kein Wunder. Und ebenso ist es kein Wunder, dass AMORPHIS diesen Erwartungen meisterhaft gerecht werden. SchlieĂlich haben die Finnen seit ĂŒber einem Vierteljahrhundert ihren Platz auf den vorderen RĂ€ngen der Metal-Elite redlich erarbeitet und spielen seit Jahren auf namhaften internationalen Festivals in Headliner-Position. Stets schaffen es die Mannen um Tomi Joutsen noch eine Schippe auf den VorgĂ€nger draufzulegen. Auch bei ihrem neusten Werk âQueen Of Timeâ? Ja, das können sie! Zum ersten Mal in der Bandhistorie arbeitet die Band bei der Produktion des neuen Albums mit Orchester und Chor. Diese werden jedoch so gekonnt ins Songwriting integriert, dass âQueen Of Timeâ zu keiner Zeit ĂŒberladen wirkt.
Schon der Album-Opener âThe Beeâ wartet mit elfenhaftem Frauengesang auf, der perfekt mit Tomis Growls harmoniert. Auch die choralen Elemente ergeben eine neue Sound-Dimension im Songwriting, wobei die MelodiefĂŒhrung nach wie vor auf dem harmonisch-melodiösen Gitarrenspiel Esa Holopainens liegt. Der zweite Track âMessage In The Amberâ schlieĂt nahtlos an die Energie des Openers an und reitet auf einer wundervollen nordischen Melodie vom Galopp in die Mid-Tempo-Strophe, in der Tomi Joutsen vorerst sanfte Töne anschlĂ€gt, bevor er mit Growls wieder volle Fahrt in den eingĂ€ngigen Refrain aufnimmt! Der erste Ohrwurm beginnt schon in den GehörgĂ€ngen zu nagen, aber bei AMORPHIS bleiben diese Tierchen seltenst lange allein. âDaughter Of Hateâ wartet mit einem musikalischen Ideenreichtum auf, aus dem manch andere Bands ein ganzes Album gestalten wĂŒrden. Auch das Saxophon-Solo wirkt in dem metallischen Umfeld keineswegs deplatziert, schlieĂlich ist es auch nicht das erste Mal, das AMORPHIS diesem Instrument eine Rolle auf einem Track gewĂ€hren. Orientalische MelodiegefĂŒge finden sich auf âThe Golden Elkâ wieder. Wem hier noch kein âOhrgasmusâ die GehörgĂ€nge fĂŒllt, dem ist leider nicht mehr zu helfen. AuĂer vielleicht bei âWrong Directionâ, einem Track, der geradezu nach Single-Auskopplung schreien wĂŒrde, wenn er nicht so so selbstsicher und bodenstĂ€ndig auf spielerische Art und Weise die GenialitĂ€t der Finnen untermalen wĂŒrde. âHeart Of The Giantâ lĂ€sst es erst einmal langsam angehen, nimmt dann aber mit der nĂ€chsten ohrwurmverdĂ€chtigen Melodie Fahrt auf um auf dem richtigen Headbang-Tempo Rhythmusspiele fĂŒr die Nackenmuskulatur bei einer Live-Darbietung zu sorgen. Folklastige KlĂ€nge erwarten bei âWe Accursedâ, wĂ€hrend âGrain Of Sandâ nur ein wenig an Tempo zurĂŒck nimmt und wieder orientalische MelodiezĂŒge aufgreift. Zu âAmongst Starsâ wird Tomi Joutsen von niemand Geringerem als der fabelhaften Anneke van Giersbergen (ehemals THE GATHERING) unterstĂŒtzt. Ihre zauberhafte Stimme liefert die ihr eigene Symbiose aus Kraft und Leichtigkeit und harmoniert perfekt zu Tomis Gesang und Growls. Jedoch ist Anneke nicht die die einzige Gastmusikerin auf dem Album, auch ELUVEITIE-Frontmann Chrigel Glanzmann wurde dazu verpflichtet, als Flötenspieler auf âQueen Of Timeâ zu glĂ€nzen. AbschlieĂend zeigen die Finnen bei âPures Of The Coastâ noch einmal eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau sie sich songwriterisch bewegen und ziehen nochmal alle Register.
Wahrlich, mit âQueen Of Timesâ haben sich AMORPHIS wieder selbst ĂŒbertroffen und sind sich doch treu geblieben. Es ist schwer, ein absolutes Highlight auszumachen, da sich das gesamte Album auf einem so hohen Niveau bewegt, dass man sich fragt, was wohl noch folgen mag? Garantiert wieder ein HochkarĂ€ter – aber nun gilt es erst einmal, die neuen Songs live zu zelebrieren, etwa auf dem Wacken Open Air. Eine ausgedehnte Europa-Tournee mit SOILWORK steht fĂŒr den Jahresbeginn 2019 an – ein Muss fĂŒr jeden Fan und Pflichttermin im neuen Konzertjahr!
6 von 6 Punkten
Ulli
REVIEW: DIE LETZTE AGONIE
Was macht ein Album zu etwas Besonderem? Man könnte sich ĂŒber raffiniertes Songwriting freuen, ĂŒber atemberaubende Spieltechniken oder auch an bombastischen Produktionen. ARKUUM backen hier kleinere Brötchen und setzen gleich auf zwei andere HerzstĂŒcke: AtmosphĂ€re und AuthentizitĂ€t.
Satte drei Jahre mussten sich die Fans gedulden, um den Nachfolger von âTrostlosâ in den Player zu schieben. Ein erster Blick auf die Tracklist zeigt, dass man sich thematisch auf die fĂŒnf Sterbephasen eingespielt hat, was fĂŒr eine atmosphĂ€rische Black Metal Band eigentlich eine Steilvorlage ist. Bereits die ersten Sekunden von `Verleugnung` entfĂŒhrt die Fans direkt nach hause, in das typische ARKUUM Wohnzimmer: cleane Gitarren, charismatische Riffs und eine dichte AtmosphĂ€re. Dennoch fĂŒhlt es sich irgendwie auch etwas fremd an, was sich im Laufe der 10 minĂŒtigen Spielzeit auch bestĂ€tigen soll. Am Gesang gab es VerĂ€nderung und auch die Riffs sind extrem doomiger ausgefallen. Egal, mit `Zorn` bekommt man es zur Abwechslung schnell und hart im Intro, wĂ€hrend sich die Riffs ebenfalls wiederholen. Betrachtet man es von der analytischen Songwriting Sicht, merkt man bereits jetzt, dass der Nachfolger von âTrostlosâ eine völlig andere AtmosphĂ€re besitzt und dĂŒrfte den einen oder anderen Fan nachdenklich stimmen. Der Eindruck setzt sich mit `Verzweiflung` weiter fort, auf denen zwei Riffs zĂ€hflĂŒssig zelebriert werden. Doom Fans werden aufhorchen, Black Metal JĂŒnger könnten sich abwenden und Freunde atmosphĂ€rischer Musik bekommen hier sehr viel Diskussionsstoff.
Und genau hier liegt die eigentliche Bedeutung des Albums (tief) begraben: nachdem man sich einmal durch die Scheibe gearbeitet hat ist klar, dass man sich songtechnisch keinen technischen Höhenflug geleistet hat. Auch die Erwartungshaltung an die Fans wurde nicht erfĂŒllt und man fragt sich, welche Daseinsberechtigung die Platte hat. Die Antwort ist so simpel wie effektiv: Kopf ausschalten und sich einfach fallen lassen, dann funktioniert die Platte nicht nur, sondern sie belohnt auch mit einer intensiven und schon fast intimen AtmosphĂ€re. Besonders ĂŒber Kopfhörer oder bei einer einsamen Autofahrt zĂŒndet spĂ€testens `Akzeptanz` und beschert einen emotionalen Trip in die AbgrĂŒnde menschlicher Ăngste, der vom wĂ€rmenden Mantel des Unausweichlichen schon fast liebevoll erstickt wird. Wenn man einmal das Geheimnis der Platte ergrĂŒndet hat und seine Zeit ganz der Musik widmet, spielt jeder Song seine TrĂŒmpfe aus und die (teils zĂ€hflĂŒssige) Doom AtmosphĂ€re unterstreicht das Nachdenkliche, dem wir uns selbst im Alltag nur teilweise widmen. Der Gedanke an den eigenen Tod ĂŒbt eine erschreckende Wirkung auf uns aus und âDie Letzte Agonieâ ist ein hingebungsvoller Soundtrack, um sich dem Thema in einer persönlichen Stunde zu widmen. FĂŒr mich ist es genau das, was Black Metal ausmacht: AtmosphĂ€re, keine Erwartungshaltung erfĂŒllen und fernab jeglicher Konventionen sein Ding kompromisslos durch zu ziehen. Die Platte hatte viele Ecken und Kanten und belohnt nur diejenigen, die sich darauf einlassen. Wenn man sich darauf einlĂ€sst, bekommt man allerdings seine persönliche, auditive Nahtoderfahrung.
4 von 6 Punkten
Radu
Weitere Details zur Platte lest ihr in unserem INTERVIEW
REVIEW: NORTHERN CHAOS GODS
Die groĂe Frage, ob IMMORTAL ohne Abbath funktionieren können, wird auf âNorthern Chaos Godsâ mit einem klaren âJa!â beantwortet. Nach dem Abgang von Abbath haben sich Demonaz und Horgh intensiv zusammen gesetzt und nach acht Jahren Stille einen herrlichen Hassbrocken auf den Teller geknallt. Das Cover deutet an, was der Titeltrack als Opener abliefert; keine selbstverliebte Band oder episches Fantasygeschrammel, sondern direkt und ohne Vorwarnung mit Volldampf in die Fresse! IMMORTAL spielen Black Metal, und zwar intensiver an den Anfangstagen orientiert, als jemals zuvor. Auch der zweite Track `Into Battle RideÂŽ unterstreicht die Marschrichtung und lĂ€sst schnell den Gedanken aufkommen, man hĂ€tte eine WeiterfĂŒhrung des âBattles In The Northâ Albums auf dem Plattenteller. Das wĂ€re allerdings zu stumpf und so öffnet `Gates To Blashyrk` mit lĂ€ssigeren Riffs und einer cleanen Gitarrenpassage seine Pforten und erweist sich als epischer Erbe des anno 1995 veröffentlichten Kultsongs. Man wird einige Male auf dem Album ĂŒberrascht, ohne dass auch nur eine Sekunde das Feeling abgeschwĂ€cht wird; `Grim And Dark` zeigt die Balance zwischen Blastbeats und griffigen Riffs, was seit jeher die StĂ€rke dieser Band ist. `Called To Ice bedient die Fans epischerer KlĂ€nge und lĂ€sst klar erkennen, dass Demonaz ein groĂer Bathory Fan ist, ehe `Where Mountains Rise` dieses GefĂŒhl nochmal untermauert. Mit `Blacker Of Worlds` gibtâs nochmal schön auf die Fresse, ehe `Mighty Ravendark` auf neun Minuten verteilt allen IMMORTAL Fans eine GĂ€nsehaut inklusive Dauergrinsen aufs Gesicht zaubert.
NatĂŒrlich fehlt das Knurren von Abbath in den Songs, was allerdings bereits nach wenigen Textzeilen keine Rolle mehr spielt. Demonaz hat einen optimalen Job am Mikro abgeliefert, denn er versucht erst gar nicht wie Abbath zu klingen, sondern bedient den Hörer mit krĂ€chzendem und kreischendem Gesang, was den StĂŒcken sehr gut zu Gesicht steht. Ăber das Schlagzeugspiel muss man sich bei Horgh sowieso keine Gedanken machen, schlieĂlich kennt man ihn sowohl bei IMMORTAL, als auch bei Hypocrisy, was fĂŒr top QualitĂ€t steht. Songtechnisch hat Demonaz ebenfalls seit den Anfangstagen das Ruder in der Hand und so wird man den (sehr hohen) AnsprĂŒchen mehr als gerecht. Abgerundet wird das ganze von der wuchtigen Produktion, bei der Mastermind Peter TĂ€gtgren die Regler in die Hand nahm und den Bass einspielte. Das minimalistische Cover zeigt ebenfalls klar, dass es sich bei âNorthern Chaos Godsâ um ein neues Kapitel bei IMMORTAL handelt, das eindrucksvoll eingelĂ€utet wird.
Fazit: IMMORTAL werden mĂŒhelos den hohen AnsprĂŒchen gerecht und haben es obendrein geschafft, eine weitere Schippe draufzulegen. Aggression, epische Momente und intensivste Blashyrk AtmosphĂ€re werden hier hemmungslos zelebriert und lassen Zweifler der Band schnell verstummen. Abbath ist zwar nicht mehr an Bord, aber IMMORTAL sind stĂ€rker denn je zurĂŒck. Fans werden die Scheibe lieben und sich in Zukunft eine Frage stellen: ist dies vielleicht sogar die beste Scheibe dieser Band?
Blashyrk mighty Ravendaaark!
5 von 6 Punkten
Radu
UNLINES – Eine neue Band aus Köln stellt sich vor !
In unserer Rubrik “Newcomer” stellen wir heute die Band UNLINES aus Köln vor. Die Band wurde erst in diesem Jahr gegrĂŒndet, jedoch haben alle Bandmitglieder in verschiedenen Projekten schon viel Erfahrung vorab sammeln können. Im Juni veröffentlichte man die erste Single mit dem schönen Namen `SkyÂŽ. So schön der Name auch ist, so hart kommt der Sound daher. `SkyÂŽ macht mit Powersound und den beiden gegensĂ€tzlichen Stimmen sehr viel Lust auf mehr. Die DebĂŒt-Single kann nach einer Woche mit der beachtlichen Anzahl von mehr als 10000 Klicks auf YouTube aufwarten.  Nach der DebĂŒt-Single folgt nun auch recht schnell das erste Album mit dem klangvollen Namen `InfinityÂŽ. Wie auch der Song `SkyÂŽ wird das Album von der sehr klaren Stimme des SĂ€ngers Mico und der brachialen Stimme des Shouters Vince getragen. Nach mehrmaligem Hören entdeckt man immer mehr Feinheiten in den Songs, so dass auch beim wiederholten Male nicht langweilig wird. Mit dem Album wird ein durchgĂ€ngiger Sound geschaffen, der im Kopf bleibt. AuĂerdem kann man weder Nacken noch FĂŒĂe stillhalten. Diese Band hat definitiv sehr viel Potential. Die Album-Releaseparty findet am 21.07.2018 im MTC Colonge statt. AuĂerdem sind dieses Jahr noch einige Life-Gigs geplant. Also, wer die hĂ€rtere Gangart liebt, ist hier sicherlich richtig. Seht und hört es Euch doch einmal selbst an! Mein Daumen geht nach oben.
Autorin: Andrea
REVIEW: ATROCITY
REVIEW: OKKULT II
Bereits die EP â Masters Of Darknessâ deutete an, daĂ der zweite Teil der âOkkultâ Trilogie in Sachen HĂ€rte konsequent weitergefĂŒhrt wird. Angereichert, durch einige orchestrale Elemente knallten ATROCITY ein amtliches Lebenszeichen nach sechs Jahren Funkstille auf den Teller, was die Erwartungshaltung natĂŒrlich schĂŒrt. Man spielt auf Sicherheit, denn âOkkult IIâ wird von `Masters Of Darkness` eröffnet, was bei Fans offene TĂŒren einrennt. Echte GefĂŒhle dĂŒrfte auch `Shadowtaker` bei Fans der ersten Stunde auslösen; kurze Soundcollage, danach wird mit brachialem Anlauf brutal in die Fresse getreten. Alex Krull muss an diesem Tag besonders kacke drauf gewesen sein, denn er scheint die Lyrics sogar noch eine Stufe tiefer zu bellen, als ohnehin schon. Leicht nachvollziehbar, dreckig und mit herrlichem Groove wird einem der Arsch gepflegt abgerissen, wie es sich fĂŒr ein Death Metal Album gehört. `Bloodshed And Triumph` ist der beste Beweis, daĂ HĂ€rte und orchestrale perfekt funktionieren können, ehe `Spell Of Blood` schon fast gemĂŒtlich in die Hirnrinde sĂ€gt, der Geschwindigkeitsrausch kommt erst etwas spĂ€ter.
`Menschenschlachthaus` ist durch seine Thematik ohnehin schon keine leicht verdauliche Kost, wird musikalisch aber perfekt inszeniert. Stakkato Drumming, rĂ€udige Gesangslinien oder die Symbiose aus Schlachtszenen und Gitarrenarbeit sind nur wenige Elemente, die den Song ins LangzeitgedĂ€chtnis katapultieren. `Gates To Oblivion` startet eher getragen, ehe sich Alex und Marc Grewe (Ex Morgoth) ein Röchelduell allererster GĂŒte liefern. Mit `Infernal Sabbath` haben ATROCITY mir mein persönliches Geschenk gemacht und den besten Song seit Jahren in die Fresse geprĂŒgelt. Orchestraler Einstieg, ein gezogenes Schwert und viermal das Fell angeditscht, ehe die Hölle aus den Boxen bricht. Wer auch nur ansatzweise was mit ATROCITY anfangen kann, sollte hier aufhören zu lesen und sich die Scheibe sofort zulegen, denn seit der âWillenskraftâ hat mich kein Song mehr so glĂŒcklich gemacht!Bei `All Men Must Die` muss ich unweigerlich an Game Of Thrones denken. In wie weit es sich inhaltlich tatsĂ€chlich mit der Serie deckt, werden wir noch mit Alex im Interview besprechen. Musikalisch schraubt sich die NĂ€hmaschine am Schlagzeug erbarmungslos in Richtung Refrain, wo Epik und Aggression nicht wetteifern, sondern gemeinsam dem Hörer eine GĂ€nsehaut bescheren. `Phantom Ghost` ist fĂŒr mich auch irgendwie das Phantom des Albums; kommt leicht zugĂ€nglich rĂŒber, bleibt aber im Gegensatz zu den anderen StĂŒcken nur kurz hĂ€ngen. Kommt wahrscheinlich nach weiteren DurchlĂ€ufen. `DevilÂŽs Covenant` hingegen besticht durch seinen orchestralen Ăberschuss, den man sich bei Dimmu Borgir vorstellen könnte und bei dem LG Petrov mitwirkt. Als Rausschmeisser muss `The Golden Dawn` fungieren, der zwar ein wenig an `Scorching Breath` von der âWillenskraftâ erinnert, aber mit gröĂerer Durchschlagskraft die RĂŒbe abschraubt.
Da ich die EP bereits kannte, war das Album Liebe auf den zweiten Blick; meine Erwartungen waren anfangs anders, aber nach `Menschenschlachthaus` war ich beim ersten Durchlauf fĂŒr das Album bereit und der Rest nur noch Formsache. Mit ATTROCITY ist es so eine Sache, entweder man liebt sie, oder man hasst sie. GroĂartig Grauzone gibt es hier nicht, aber das ist auch gut so, denn Alex Krull zieht mit seinen Leuten seit Anbeginn kompromisslos den eigenen Stiefel durch, ungeachtet jeder Erwartungshaltung von auĂen. Egal ob Death Metal, Folkalbum oder 80er, ATROCITY sind sich fĂŒr nichts zu fein. Es gibt bestimmt technisch bessere, atmosphĂ€rischere und epischere Alben; allerdings hat man sich seit Anbeginn stets seine AuthentizitĂ€t bewahrt und das hört man zu jeder Sekunde des Albums raus. Jedes Röcheln, jedes Riff und jede Schlagzeugeruption sitzt und wird mit 100% Herzblut aus der Box gepfeffert, daĂ man schlichtweg mitgerissen wird. Im Vergleich zum ersten âOkkultâ Teil hat man in Sachen Epik noch eine Schippe draufgelegt, was der Scheibe sehr gut zu Gesicht steht. Death Metal, Orchester Elemente und Abwechslung? Alles drin, kannste jetzt kaufen gehen. Am besten gleich die auf 500 StĂŒck limitierte Edition bei Nuclear Blast, die klingt nicht nur geil, sondern sieht noch chic aus.
Fazit: Okkult II zelebriert eine weiteren Death Metal FrĂŒhling. Brutal, abwechslungsreich und nach 20 DurchlĂ€ufen kein wenig leiser. Bei ATROCITY weiĂ man nie, welchen Steil man aufgetischt bekommt, aber die QualitĂ€t ist zuverlĂ€ssig. Antesten, durchhören, ausrasten, so muss gediegenes Todesblei klingen, dann klappt es auch mit der Moshpit.
6 von 6 Punkten
Radu
REVIEW: DIMMU BORGIR
REVIEW: EAONIAN
Ehrlich gesagt hatte ich DIMMU BORGIR komplett aus meinem Radar verloren. Das mag an der Zeit nach der letzten Veröffentlichung sein (ca. sportliche sieben Jahre) oder auch an der Entwicklung. Es wurden immer perfektionistische Alben abgeliefert, aber irgendwie fehlten mir auf der letzten Platte die Dauerbrenner, die sich ins LangzeitgedĂ€chtnis frĂ€sten (abgesehen natĂŒrlich vom Song `Dimmu Borgir`, der ist einfach genial). Um so erfreuter war ich, nach langer Zeit wieder etwas von der einst wegweisenden Black Metal Institution zu hören. Das Video zu `Interdimensional Summit` enttĂ€uschte mich auf der ganzen Linie: das sollten die groĂen DIMMU BORGIR sein, die mich seit den 90ern so fasziniert haben? Zu straightes Songwriting, eierloses Riffing und wo ist die Aggression hin? OK, die Chöre haben schon etwas und rennen bei mir offene TĂŒren ein, aber der Rest? Selbst das Solo konnte meinen ersten Eindruck nicht retten und so verschwand die Band erneut fĂŒr mich in der Versenkung. Einen Monat spĂ€ter wurde das Video zu `Council Of Wolves And Snakes` veröffentlicht. Die Band war fĂŒr mich eh im Arsch, also konnte ein kurzes Reinhören nicht schaden. Etwas schamanistisch angehaucht und wie eine kommerzielle Antwort zu Ruins Of Beverast war mein erster Eindruck, ehe das Break mit den Akustikgitarren, den atmosphĂ€rischen Landschaftsaufnahmen und den Chören mich völlig unerwartet traf. Eine GĂ€nsehaut, einfach so? Ich habe mir die Akustikpassage immer wieder und wieder angehört, ehe ich mir den Song einige Male gegeben habe; das war der AufhĂ€nger sich einmal an das neue Album heran zu trauen.
Bereits die ersten industriellen KlĂ€nge von `The Unveiling` deuten an, daĂ man hier kaum etwas im Vorfeld erahnen kann. Baut es sich majestĂ€tisch auf, ehe die Gitarren sich (mehr oder weniger) aggressiv durch die Boxen schlĂ€ngeln. Besonders die Chorpassage hatte mich schnell im Griff, auch wenn mir die brutale Black Metal Keule gefehlt hat. Der Eindruck wird durch das erneute Hören von `Interdimensional Summit`verstĂ€rkt; die Zusammenarbeit mit dem Orchester fĂŒr das Live Album âForces Of The Northern Nightâ hat tiefe FuĂabdrĂŒcke im Songwriting hinterlassen. Statt HĂ€rte und AggressivitĂ€t, setzt man auf ein symbiotisches Zusammenspiel von Bombast und AtmosphĂ€re. Das funktioniert auch ĂŒberraschend gut, allerdings muss man sich mit dem Gedanken anfreunden, daĂ es eher einen Soundtrack Charakter, als das Feeling eines (Black) Metal Albums hat. SpĂ€testens mit `Aetheric` haben mich DIMMU BORGIR geknackt; das Einstiegsriff ist zwar belanglos, danach prescht man allerdings dynamisch nach vorne und wiegt sich in einem groovenden Riff in Sicherheit. Die hohen Gitarrenmelodien mĂŒnden in eine Chorpassage, die GĂ€nsehaut garantieren. âAll is eternalâ erschallt es bombastisch aus den Boxen und aus meiner Kehle, wĂ€hrend meine Boxen in voller LautstĂ€rke geflutet werden. Gerade beim Zusammenspiel zwischen Bombast und episch spielt man hier alle TrĂŒmpfe auf und zaubert emotionale Momente auf die mentale Festplatte, das man nach dem Song freudig grinst.
`Lightbringer` erinnert mich an die alten Tage der Band, als Aggression noch mit Bombast gepaart waren, auch wenn man sich durch die ersten anderthalb Minuten durchkĂ€mpfen muss. Fixes Drumming, knackige Riffs sprinten nach vorne, um sich einem epochalen Refrain zu entfalten. Weit entfernt von der Aggression der alten Tage, spĂŒlt es jedoch alte GefĂŒhle der âStormblastâ Ăra nochmal aus dem Unterbewusstsein an die OberflĂ€che. `I Am Sovereign` könnte als das progressivstes StĂŒck hervorgehen, besticht es jedoch in der Mitte mit seinen Groove Passagen, bei denen Gitarren und Synthesizer gleichzeitig um die Wette eifern. Letzten Endes gewinnt die Gitarre mit ihren Tapping Passagen die Oberhand, ehe der Song in die orchestrale Zielgerade abbiegt. Auch `Archaic Correspondence` deutet die Aggression nur an, ehe die Textpassage âLife is a trial and the passage is deathâ sich in das LangzeitgedĂ€chtnis krallt. Sollte man sich vielleicht mal intensiver mit den Texten beschĂ€ftigen, wĂ€hrend man die Scheibe hört? Der Song ist ein guter AufhĂ€nger dafĂŒr und verdichtet die diabolische AthmosphĂ€re, ohne auch nur ansatzweise ins Klischee abzudriften. Egal was man ĂŒber dieses Album denken mag, aber `Alpha Aeon Omega` verteidige ich von Anfang bis Ende, denn mit diesem Song haben DIMMU BORGIR meiner Meinung nach den besten Song ihrer Karriere geschrieben: es deutet bereits atmosphĂ€risch eine mentale Wanderung auf den Gipfel an, ehe (endlich) aggressives Drumming und Gitarren den Weg zur reise ebnen. Die Gesangspasssage kĂŒndet von der ewigen Suche, die in uns stattfindet, ehe ein GĂ€nsehautsolo die Vorlage fĂŒr den geilsten Orchesterrefrain bietet, den ich mir bei dieser Band vorstellen kann. Nur noch einmal diese Passage hören, nur noch ein wenig lauter, vielleicht doch nochmal den gesamten Song? Ich kann nicht anders, als ehrfĂŒrchtig vor diesem Song auf die Knie zu sinken, denn das Kopfkino ist einfach zu groĂ, als das ich es mit irgendwelchen Kritiken auch nur ansatzweise unterbrechen möchte. So muss der perfekte DIMMU BORGIR Song klingen! Am Ende gibt es mit `Rite Of Passage` noch den instrumentalen RausschmeiĂer, der atmosphĂ€risch die TĂŒr zu macht.
Insgesamt kommt die neue Scheibe sehr athmosphĂ€risch rĂŒber, man muss sich nur im Klaren darĂŒber sein, daĂ es ein epischer Soundtrack, ohne Fokus auf Aggression oder BrutalitĂ€t ist. Man kann der Band nun vorwerfen, alte Fans zu vergraulen, aber sie ziehen kompromisslos ihr Ding durch ohne darauf zu achten, ob man ihnen folgt oder sie hasst. Genau das macht den rebellischen Geist des Black Metal meiner Meinung nach auch aus, statt ausschlieĂlich brutales Geballer oder schlechte Produktion. A propos Produktion: Jens Bogren hat hier ganze Arbeit geleistet, denn âEonianâ drĂŒckt sich wuchtig aus den Boxen. Besonders die Symbiose aus Metal und Orchester ist hier sehr gut ausbalanciert worden., auch wenn Dynamik statt Aggression regiert. Sehr zu empfehlen ist die Mailorder Edition von Nuclear Blast, denn die Box lĂ€sst das schöne Artwork nochmal sehr gut zur Geltung kommen und die Picture Vinyls sehen sehr edel aus.
Fazit: Entweder man liebt oder hasst âEonianâ, dazwischen gibt es nicht viel Platz. Wer mit einer gewissen Erwartungshaltung herangeht, wird von der fehlenden Aggression schwer enttĂ€uscht sein. Wer sich einem diabolischen Soundtrack mit dichter Orchester AthmosphĂ€re in den Hades reiĂen will, kommt an der Scheibe nur schwer vorbei. Man muss Geduld und Zeit mitbringen, aber sobald sich das Album auch nur einen Spalt geöffnet hat, betritt man eine Welt, aus der man lĂ€ngere Zeit nicht mehr rauskommen möchte. Nach vielen DurchlĂ€ufen und einigen hart erarbeiteten Passagen komme ich zu dem Schluss, daĂ ich seit der âEnthrone Darkness Triumphantâ nicht mehr so intensiven SpaĂ mit DIMMU BORGIR hatte. Noch eine Passage aus den Songs rauskitzeln, noch etwas neu entdecken oder einen ganzen Song frenetisch abfeiern, hier bin ich nach vielen Jahren endlich wieder nach hause gekommen.
5 von 6 Punkten
Radu








