There is something about me..

VORBERICHT: WAY OF DARKNESS 2019

Posted by Samir On September - 15 - 2019

way-of-darkness-2019-finaler-flyerNach dem letztjährigen Comeback des nicht nur unter Szenekennern beliebten WAY OF DARKNESS Festivals, gibt es auch in diesem Jahr eine neue Auflage. Und auch diese bietet wieder so manchen Schmankerl für das Death-, Tharsh- und Black Metaller Herz.

Read the rest of this entry »

Northern Silence LABELPORTRAIT

Posted by Radu On Juni - 14 - 2019

Northern Silence Banner

Metalheadz des älteren Semesters kennen noch die Zeiten, in denen es kein Internet, YouTube und Social Media gab. EMP und NUCLEAR BLAST waren unsere Bibel, bei denen man regelmäßig seine Sammlung aufstockte. Fans des erlesenen Black Metals erfreuen sich seit 2003 an dem Label NORTHERN SILENCE, das neben einem extrem abwechslungsreichem Angebot (von räudig, bis symphonisch sind alle Black Metal Arten vertreten) auch noch den alten Spirit lebt: mit Herzblut präsentierte Bands, teilweise limitierte Sammlerstücke und ein schöner Mix aus Vinyl, CD und Shirts. Wir sprachen mit dem Chef Torsten über sein langjähriges Soloprojekt, Sammelleidenschaft und einigen Bands.

Hallo Torsten und erstmal vielen Dank fĂĽr deine Zeit! Bitte stell den Leuten, die Northern Silence noch nicht kennen, kurz vor.

Das Label wurde 2003 von mir gegründet und wird seitdem als „Soloprojekt“ betrieben. Die ersten beiden Releases waren ein exklusives Nåstrond Shirt und Endstille’s «Frühlingserwachen» Album auf Vinyl in 2003. Danach ging es stetig bergauf, mit etwa 10-15 Neuveröffentlichungen pro Jahr. Zu den nennenswertesten Releases der Anfangsjahre gehören u.a. Katatonia’s „Brave Murder Day“ Album auf Vinyl sowie die Debut-Veröffentlichungen von Amesoeurs, Fen und Nasheim.

Erzähl uns bitte noch etwas über die Entstehungsgeschichte; wie kam es zur Gründung und wie hat sich alles entwickelt?

Ich war seit Mitte der 1990er Jahre Vinylsammler und hatte durch viel Tauscherei und Schnäppchenjagd auf eBay und anderswo eine beachtliche Menge an Black Metal Tonträgern gesammelt, die ich zum Teil doppelt besaß und wieder verkaufen oder tauschen konnte. Als Sammler ist man ja darauf bedacht, Raritäten im bestmöglichen Zustand zu ergattern, und nicht ganz so schöne Exemplare wieder loszuwerden. So hatte sich im Verlauf einiger Jahre ein kleiner Mailorder entwickelt, der vor allem als Anlaufstelle für Sammler von Black Metal Raritäten galt. Dadurch, dass ich Gewinne immer wieder in neue Einkäufe steckte, wuchsen sowohl Bestand als auch Kundenstamm immer weiter. 2003 fasste ich schließlich den Entschluss, künftig mein eigener Chef zu sein und schlug den Weg in die Selbständigkeit ein.

katatonia-danceBei dem Namen Northern Silence musste ich direkt an die Katatonia EP „Jhva Elohim Meth“ und den Song `The Northern Silence` denken. War das der Grund für die Namensgebung? Schließlich passt es von der Atmopshäre und den Bands sehr gut (extrem vielschichtiger Black Metal mit tonnenweisen melodischen Einflüssen).

Das war tatsächlich der Grund. Katatonia waren Mitte der 90er meine absolute Lieblingsband, und „Dance of December Souls“ ist nach wie vor für mich das beste Album aller Zeiten. Wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, hat „Northern Silence“ noch eine weitere signifikante Bedeutung für mein Leben, auf die ich hier jedoch nicht näher eingehe, weil sie nichts mit Musik zu tun hat.

Ihr habt eine eine groĂźe Palette von Bands, die sich unterschiedlichen Subgenres des Black Metal verschrieben haben. Wie kommt der Kontakt zustande? Klopfen die Bands bei euch mit den Demos an?

Entweder schicken die Bands ihr Material, oder ich frage an, wenn mir ihre Musik gefällt. Das läuft sicher bei den meisten Labels nach diesem Schema ab.

Es gibt meiner Meinung nach keine einzige Veröffentlichung, die nicht mit jedem Tropfen Herzblut gefüllt ist. Sei es bei den Shirts, den limitierten Digipacks oder den extrem schön aufgemachten Schallplatten!

Soweit ich Einfluss darauf nehmen kann, versuche ich, die Releases auch optisch aufzuwerten. Ich habe erst im Laufe der Zeit erkannt, wie extrem wichtig gute Cover Artworks für den Erfolg einer Veröffentlichung sind. In den letzten Jahren habe ich deshalb auch angefangen, ab und zu ein Veto einzulegen, und Releases optisch teilweise komplett umzukrämpeln. Ein Beispiel wäre das ziemlich hochkarätige Debutalbum von Malist, das nach Rücksprache mit dem Künstler ein neues Logo, ein neues Artwork und einen neuen Albumtitel verpasst bekam. Auch die unglaublich geile EP von Haimad, für mich persönlich die beste VÖ 2019, musste ich mit anderem Artwork veröffentlichen, als die Band ursprünglich vor hatte, um der genialen Tonkunst gerecht zu werden. Der Erfolg bestätigte diese Entscheidungen und hat mich darin bestärkt, noch mehr auf meine Intuition zu hören.

Auch unabhängig vom Erscheinungsbild halte ich eine hochwertige Verpackung und mithin eine strenge Limitierung für wichtig, speziell in einer Zeit, wo mehr und mehr Musik digital verkauft wird. Ein Sammler sollte immer etwas Wertiges für seine hart verdiente Kohle bekommen, das idealerweise im Laufe der Jahre an Sammlerwert gewinnt, und einem nicht irgendwann an jeder Ecke für Dumpingpreise hinterhergeworfen wird.

Der Vertrieb läuft sowohl physisch (CD und Vinyl), als auch digital über Bandcamp. Was bevorzugst du als Musikliebhaber persönlich eher?

Ganz klar physische Releases. Aus Sicht eines Sammlers natürlich Vinyl, aus Sicht des Pragmatikers, der ich im Laufe der Zeit geworden bin, CDs. Northern Silence hat deshalb auch erst im Oktober 2018 eine eigene Bandcamp-Seite bekommen, Jahre später als die meisten anderen Labels.

Lass uns einen Blick auf einige Künstler werfen: ELDAMAR liefern mit „A Dark Forgotten Past“ eine sehr atmosphärisches Album ab, das zwar im Black Metal verwurzelt ist, sich durch seine Innovation allerdings vom reinen aggressiven Geknüppel abhebt. Wie empfindest du das Album und was hast du gedacht, als du es das erste Mal gehört hast?

Ich dachte, es klingt wie das Debut, haha. Im Ernst, viele Fans hatten mit einer Weiterentwicklung gerechnet, aber der KĂĽnstler zog es vor, den Stil, der sein Projekt so beliebt gemacht hat, einfach noch etwas zu verfeinern. Eldamar war definitiv eine Ăśberraschung, was den Erfolg angeht. Zumindest in dem AusmaĂź war ich davon absolut positiv ĂĽberrascht.

Ich weiß noch, als ich damals aus dem Bauch heraus die „Aura“ von SAOR bestellt habe und mich der Mix aus Highland Feeling, Raserei und Atmosphäre (Flöte, Dudelsack, Frauenstimme; hier war einfach alles dabei) an die Wand getackert hatte. Leider ist Andy Marshall nicht mehr bei euch an Bord. Wie war die Kooperation mit ihm und könnte es zu einer weiteren Zusammenarbeit kommen?

Die Kooperation lief im Grunde ausgezeichnet. Leider kam es im Zuge zweier Veröffentlichungen zu Verzögerungen und Problemen im Presswerk, auf die ich keinen Einfluss hatte. Für Andy, der es nicht gewohnt ist, dass es mit Presswerken eigentlich ständig Probleme gibt, war das vielleicht einer der Punkte, die zum Fortgang führten. Avantgarde ist jedoch ein großartiges Label und Andy weiß genau, was er tun muss, um den Erfolg seiner Band weiter zu vergrößern. Von daher hat er sicherlich die richtige Entscheidung getroffen. Ich verstehe das vollkommen und bin dankbar dafür, dass ich drei seiner Alben veröffentlichen durfte.

EMYN MUIL klang für mich mit „Túrin Turambar Dagnir Glaurunga“ im ersten Augenblick wie eine billige Summoning Kopie. Nach einigen Durchläufen dieser gefühlten 100. Tolkien Band packte mich allerdings der Charme von den Stücken und irgendwann hatte ich mir das Album schön gehört, das es immer noch ein Geheimtipp für mich ist. Wie empfindest du das Album heute?

Es ist ein Stil, der inzwischen viele Atmospheric Black Metal Fans anspricht. Nicht umsonst entstanden nach der Veröffentlichung von Caladan Brood’s „Echoes of Battle“ so viele Bands mit Summoning-Einfluss. Die Österreicher haben zweifellos eine eigene Nische geschaffen, und für mich gehört Emyn Muil zu den Bands, die am ehesten das Potential haben, in die Fußstapfen von Summoning zu treten.

Ein ähnliches Schönhören hatte ich auch bei ERED WETHRIN mit „Tides Of War“. Irgendwie fehlte mir das die eigene Identität, obwohl die Melodien packten und die Summoning Wurzeln unverkennbar waren. Wie kam es damals zur Zusammenarbeit?

Zur Zusammenarbeit kam es infolge der Caladan Brood Veröffentlichung. Die Identitäten von Shield Anvil und Mortal Sword sind inzwischen wohl ein offenes Geheimnis. Am direkten Vergleich zwischen Caladan Brood, Gallowbraid und Ered Wethrin erkennt man jedoch, wem von beiden ein Übermaß an songwriterischem Können in die Wiege gelegt wurde, und wer es sich erarbeiten muss.

Caladan BroodCALADAN BROOD spielten sich bereits mit den ersten Tönen von „Echoes of Battle“ direkt in mein Herz. Unfassbar, was diese Truppe mit ihrem Debüt abgeliefert hatte; Summoning haben Jahre gebraucht, um derart atmosphärisch zu klingen, was Caladan Brood mal eben so gelingt. Auch die Vinyl Version ist einfach zum Niederknien und es fällt mir schwer, jetzt nicht erneut in Jubelgesänge auszubrechen. Wie kam es zur Zusammenarbeit, wird es noch Nachschub geben und falls ja ab wann? Gab es viele positive Reaktionen auf diese Scheibe?

Da ich bereits durch Gallowbraid mit Jake Rogers, neben Steven Smith von Ered Wethrin dem Genie hinter Caladan Brood, zusammenarbeitete, und ich außerdem seit „Minas Morgul“-Zeiten großer Summoning-Fan bin, musste ich nicht lange überlegen, als Jake mir von Caladan Brood erzählte, und nahm die Band sofort unter Vertrag. Interessanterweise hatte ich auch die bis dahin erschienenen Bände von Steven Erikson’s „Malazan Book of the Fallen“ allesamt verschlungen, so dass ich auch inhaltlich bestens mit dem Konzept der Band vertraut war.

Ob da irgendwann noch ein weiteres Album erscheint, steht leider in den Sternen. Steven würde vermutlich gern noch eins veröffentlichen, aber ohne Jake wäre es nicht Caladan Brood. Bis es vielleicht irgendwann soweit ist, müssen sich die Fans jedenfalls mit „Echoes of Battle“ begnügen. Für mich persönlich ist es DAS Epic Black Metal Album schlechthin, an dem sich alle anderen Bands messen müssen. Die positiven Reaktionen darauf waren und sind überwältigend, und das Album ist auch die bei weitem erfolgreichste Northern Silence Veröffentlichung.

Ich weiß noch, als ich DÄMMERFARBEN mit „Im Abendrot“ zum ersten Mal aufgelegt hatte. Eine romantische Antwort auf Empyrium, allerdings ohne nur kopieren zu wollen. Gibt es die Band überhaupt noch?

Habe schon lange nichts mehr von ihnen gehört.

Ich hatte das Glück einmal die Jungs von HERETOIR live zu treffen, als sie mit Alcest in Oberhausen gespielt haben. Soweit ich weiß, ist die Band immer noch bei euch an Bord. Wie läuft es bei euch und wie kam es eigentlich zur langjährigen Zusammenarbeit?

Heretoir wurde gesignt, als es noch ein Soloprojekt von David war. Inzwischen hat sich Heretoir zu einer vollwertigen und musikalisch wie konzeptionell herausragenden Band entwickelt, was mit „The Circle“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Es steht noch ein weiteres Album aus, das bereits in Arbeit ist, dann ist der Vertrag mit Northern Silence erfĂĽllt und ich gehe stark davon aus, dass die Band im Anschluss bei einem größeren Label unterschreiben wird – vielleicht Prophecy Productions, wo sie vom Stil her gut passen wĂĽrden.

MÖRKER haben mich damals mit ihren packenden Riffs sofort in den Bann gezogen. Ich glaube, daß es auch damals für mich eine weitere Bestätigung war, dass ich mit den Bands von Northern Silence generell sehr gut klar kam und fast jeder Kauf ein Volltreffer war. Gibt´s die Band eigentlich noch?

Auch von Mörker habe ich schon lange nichts mehr gehört. Das letzte Lebenszeichen war vor einigen Jahren eine Anfrage, ob ich eine 7“ mit neuem Material veröffentlichen würde, wozu es aber augenscheinlich nie kam. Ich nehme an, dass die Band in ihrer damaligen Form nicht mehr existiert.

Einen weiteren Kniefall vor meiner Anlage können GALLOWBRAID bei mir verzeichnen, wo „Ashen Eidolon“ endlich wieder veröffentlicht wurde (sogar auf Vinyl). Dafür erstmal ein fettes DANKE, da ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen (inklusive geilem Longsleeve). Erzähl uns bitte darüber, wie die Veröffentlichung zustande gekommen ist.

Wie vorher schon angedeutet, halte ich Jake Rogers, der sowohl Gallowbraid als auch Caladan Brood zu dem gemacht hat, was sie sind, für einen begnadeten und absolut herausragenden Künstler. Das war mir sofort bewusst, als ich seinerzeit die Demosongs von Gallowbraid auf Myspace hörte, weshalb ich ihn auch ohne zu zögern unter Vertrag nahm. Der einzige Nachteil ist, dass es Jake völlig egal zu sein scheint, wie gut seine Werke ankommen, und er sich von Erfolg nicht im Geringsten beeinflussen lässt. Das spricht einmal mehr auch für seine Persönlichkeit, jedoch zum Leidwesen aller Fans, die seit Jahren auf neues Material von Gallowbraid oder Caladan Brood warten. Im Moment scheint jedenfalls seine Heavy Metal Band Visigoth die unangefochtene Nr.1 zu sein, in die er am meisten Zeit investiert. Darüber hinaus ist er aber in anderen Bands aktiv und schreibt auch ab und zu neues Material für Soloprojekte. Eines davon ist Tower Wraith, ein traditionelles Black Metal Projekt im Stile der 90er. Das Debut ist bereits unter Dach und Fach, stilistisch natürlich wie geschaffen für Northern Silence, und erscheint voraussichtlich irgendwann in den nächsten 10 Jahren ;)

Erebos, Ruadh, Haimad, die Liste der letzten Neuveröffentlichungen ist lang und ich entdecke immer noch Neues auf diesen Scheiben. Auch die Tatsache, dass es sich um limitierten Digipacks handelt lässt bei mit die unbezähmbare Sammelwut nicht stillstehen. Was läuft eigentlich besser, Bandcamp/digital oder physische Alben?

Mein Fokus liegt weiterhin auf physischen Releases. Downloads sind Zusatz und einfach der gegenwärtigen Entwicklung geschuldet. Natürlich gehen die Verkaufszahlen von CDs immer mehr zurück, was neben dem extremen Überangebot vielleicht auch ein wenig durch den Vinylboom der letzten Jahre verursacht wurde, aber da werden einfach die Limitierungen entsprechend verringert, damit kein Überangebot entsteht. Als Sammler macht man beim Kauf der neueren Northern Silence Releases bestimmt nichts falsch, egal ob CDs oder Vinyl, und als Fan hoffentlich auch nicht.

Caladan Brood vinylIch habe generell das Gefühl, das Northern Silence sich noch in den 90ern befindet, wo man Alben unbekannter Bands noch nach Cover, wenigen Worten Promotext oder Bauchgefühl kauft, ohne großartig Reviews lesen zu müssen oder bei YouTube reinhört (was mir sehr gut gefällt). Ist es das, was du auch mit dem Vertrieb der Musik erreichen möchtest?

Ich lege nicht viel Wert auf Reviews, weil sie immer nur die subjektive Meinung eines Einzelnen widerspiegeln. Das Caladan Brood Album z.B. landete seinerzeit auf dem drittletzten Platz im Soundcheck des Rock Hard. Wieso soll man da als Fan nicht lieber Youtube nutzen, um sich selbst ein Urteil zu bilden, anstatt Reviews von Leuten zu lesen, die vielleicht einen ganz anderen Geschmack haben? Das ist aber auch eine Frage der Persönlichkeit. Mich tangieren andere Meinungen kaum, wenn es um subjektive Dinge wie Musikgeschmack geht. Dennoch ist mir klar, dass der Mensch ein Herdentier ist, und viele Fans von der Meinung anderer beeinflusst werden. Von daher freue ich mich über positive Reviews von Northern Silence Releases, betreibe aber keine exzessive Promo in dieser Richtung. Von den etwa 300 Empfängern in der Promoliste verfassen am Ende vielleicht 10 ein Review. Ich frage bei den anderen 290 nicht nach, ob sie das nicht auch tun möchten. Wer nicht will, der hat schon.

Wie läuft es eigentlich mit der Website? Du hattest einen Aufruf gestartet, dass die Website neu gestaltet werden sollte, nachdem eine ursprüngliche Zusammenarbeit nicht geklappt hat. Wie ist der aktuelle Stand und gibt es weitere Pläne für die Zukunft?

Es ging dabei um den Online-Shop, der mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Die Anzahl an Bestellungen und der damit verbundene Arbeitsaufwand haben mittlerweile Dimensionen angenommen, wo ich als Einzelkämpfer jedes Mal in arge Bedrängnis komme, wenn einige hochkarätige Veröffentlichungen anstehen. 2019 herrschte von Januar bis Mai fast durchweg Ausnahmezustand, und das ist auf Dauer nicht gesund. Ein moderner Webstore wird mir durch Automatisierung sehr viel Arbeit abnehmen, und meinen Kunden ein angenehmeres Einkaufserlebnis bescheren. Der neue Shop ist inzwischen in Arbeit und wird voraussichtlich im August online gehen. Mehr Infos gibt’s zu gegebener Zeit auf Facebook und via Newsletter.

Was denkst du eigentlich über die Entwicklung von KATATONIA? Ich gehe zumindest mal stark davon aus, dass du auch ein Fan bist; hörst du sie immer noch, obwohl sie den atmosphärischen Black Metal abgestreift haben und sich eher der progressiven Schiene verschrieben haben? (Meiner Meinung ist das „Dance of December Souls Album“ eines der genialsten Alben, das je auf die Menschheit losgelassen wurde. Falls du Bock auf ein Katatonia Special hast, gönn es dir hier.)

Ich liebe die ersten drei Veröffentlichungen ĂĽber Alles. Von „Brave Murder Day“ war ich seinerzeit so enttäuscht, dass ich die „Autumn Wilderness“ Tour, die Katatonia damals mit In The Woods spielten, boykottieren musste – eine Sache, die ich noch heute sehr bereue. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mit dem Album warm geworden bin. Inzwischen mag ich es ganz gern. Dennoch ist es fĂĽr mich meilenweit von den vorherigen Meisterwerken entfernt. An die späteren Releases ab „Discouraged Ones“ bin ich erst nach der Jahrtausendwende herangekommen, und alles, was nach „Viva Emptiness“ erschien, gibt mir einfach gar nichts mehr. Zum GlĂĽck haben sie in den 90ern ihr Logo geändert.

Dead LimbsFrĂĽher kamen die Black Metal Bands ĂĽberwiegend aus Norwegen, Skandinavien und aus Schweden. Mittlerweile gibt es viele geniale Bands aus Amerika. Wie siehst du diese Entwicklung?

Natürlich gab es auch damals schon zahlreiche gute Black Metal Bands in anderen Ländern, aber Skandinavien war schon aufgrund der Masse an hochkarätigen Bands eine Macht. Viele andere Länder haben längst aufgeholt, nicht zuletzt durch die Möglichkeiten der modernen Aufnahmetechnik, wo Künstler praktisch alles selbst machen können, und der Verbreitung über das Internet. Es gibt mittlerweile fast überall gute und großartige Bands. Am meisten umgehauen hat mich seinerzeit „Spiritus/Sulphur“ von Dead Limbs, drei 17-jährigen Teenagern aus Brasilien, die auf dem Album einen ultragenialen Black Metal zelebrieren, den ich eher aus Schweden oder Polen erwartet hätte. Ich habe gelernt, die Herkunft völlig außer Acht zu lassen, und einfach nur die Musik auf mich wirken zu lassen. Dennoch werden Norwegen und Schweden für mich immer die Wiege des Black Metals sein, den ich am meisten schätze. Nicht umsonst nehme ich gern Bands unter Vertrag, die den Geist der damaligen Zeit in sich tragen, seien es „alte Hasen“ wie Haimad, oder Newcomer wie Nornír oder Malist.

Vielen Dank fĂĽr deine Zeit und das Interview! Noch einige abschlieĂźende Worte an unsere Leser?

Ich bedanke mich für die Möglichkeit, einen Einblick in das Schaffen von Northern Silence geben zu können, und dass ich den Lesern einige der Bands nahebringen durfte. Northern Silence wird bis auf weiteres als Soloprojekt im Untergrund tätig sein und hoffentlich ab und zu mit aus der Masse herausragenden Releases auf sich aufmerksam machen. Bei dieser Gelegenheit noch ein kleiner Tipp für die zweite Jahreshälfte – das Debutalbum von Arctos aus Kanada. Genialer, melodischer Black/Death Metal, der auch zu Schweden’s Glanzzeiten hätte entstanden sein können. Unbedingt anchecken! Infos und Hörproben gibts bald.

Wer auch nur ansatzweise etwas mit Black metal anfangen kann, sollte unbedingt einen Blick auf die Homepage von NORTHERN SILENCE werfen. ACHTUNG: nach dem Betreten und den ersten Hörproben besteht (besonders fĂĽr Sammler physischer Tonträger und Shirts) schnell Suchtgefahr! Wir haben euch gewarnt…

In diesem Sinne: viel Spaß beim Stöbern und support Northern Silence!

Radu

REVIEW: ABSENT/MINDED

Posted by Samir On November - 25 - 2018

ABSENT-MINDED-RaumRaum

ABSENT/MINDED begleiten mich bereits seit vielen Jahren und zählen zu den produktivsten und zielstrebigsten Bands Frankens. Seit ihrer Bandgründung 2009 wurde der eigene Stil konsequent weiterentwickelt und dabei auch niemals Halt vor Genregrenzen gemacht. Das jüngste Ergebnis dieser Evolution stellt nun „Raum“ dar, doch können die Bamberger an die Qualität der Vorgänger anknüpfen?

Read the rest of this entry »

REVIEW: BEHEMOTH

Posted by Samir On Oktober - 2 - 2018

behemoth

I Loved You At Your Darkest

„The Satanist“ aus dem Jahre 2014 stellt für viele Metal-Fans eines der besten Alben der letzten Jahre dar. BEHEMOTH schafften es nach überstandener Krankheit von Frontmann Nergal ein durchgehend organisches und nahezu makelloses Werk abzuliefern, das im Anschluss ausgiebig live präsentiert wurde. Auch ansonsten lagen die Polen seitdem nicht unbedingt auf der faulen Haut und besonders Nergal erfreute die Fans in Form von ME AND THAT MAN mit einem wunderbaren Ausflug in Neo-Folk-Gefilde. Trotz aller Aktivitäten lechzen die Fans jedoch schon seit einiger Zeit nach neuem Material des Trios und kriegen nun mit „I Loved You At Your Darkest“ erneut einiges auf die Ohren. Doch gelingt hier erneut der große Wurf oder erwartet uns lediglich eine aufgewärmte Version des vorherigen Meisterwerks?

Read the rest of this entry »

REVIEW: VREID

Posted by Samir On Oktober - 1 - 2018

vreid

Lifehunger

Durch stete Qualität haben es VREID in 14 Jahren Bandgeschichte nach und nach geschafft aus dem Schatten WINDIRs, einstige Kultband und vorherige Truppe von Bassist und Bandkopf Hváll, Drummer Steingrim und Sänger Sture, zu treten und sich als feste Größe der Schwarzmetallszene zu etablieren. „Lifehunger“ stellt hierbei das mittlerweile achte Album dar und führt den Weg der Norweger konsequent fort.

Read the rest of this entry »

REVIEW: PSOA 2018

Posted by Samir On August - 26 - 2018

ImpressionsPSOA2018_02Sommer, Sonne, Geknüppel. Endlich ist wieder August und das Lieblingsfestival von ca. 8000 Fans steht wieder an. Merchandise Stände, entspannte Leute und 3 Tage Extrem Metal garantieren einen ähnlichen Erholungsfaktor, wie ein All inclusive Urlaub am Strand. Auf geht´s zum Party San 2018, das von Geprügel, Sturm und Ehrfurcht geprägt war.

Read the rest of this entry »

INTERVIEW: ARKUUM

Posted by Radu On Juli - 18 - 2018

Es hat sich einiges bei ARKUUM getan; aus einem Soloprojekt wurde eine feste Band und mit “Die Letzte Agonie” steht die zweite Langrille einer atmosphärischen Black Metal Band im Regal. Wir spachen mit David ĂĽber die fĂĽnf Sterbephasen, die auf dem Album vertont wurden.

Arkuum Tour

Hallo und erstmal herzlichen Glückwunsch zu „Die letzte Agonie“! Wie geht es euch jetzt, da die zweite Platte im Kasten ist?

Danke! Ich kann die Songs leider schon bald selbst nicht mehr hören, aber da geht es wohl jedem Musiker nach so einem langen Schaffensprozess ähnlich. Trotzdem freuen wir uns natürlich, nach der langen Zeit das Endresultat in den Händen zu halten.

Seit „Trostlos“ hat sich einiges bei euch getan; es ging vom Soloprojekt in eine richtige Band über. Wie kam es zu dieser Entscheidung und nach welchen Auswahlkriterien wurden die Bandmitglieder rekrutiert?

Mit dem jetzigen Bassisten Max habe ich schon in meiner frühen Jugend zusammen Musik gemacht und Gitarrist Timo war eine Bekanntschaft aus meiner vorherigen Band, deshalb kenne ich Timo auch schon einige Jahre. Ehrlich gesagt kamen einige Zufälle aufeinander und die Bandmitglieder haben sich schon fast von selbst ergeben. Simon ist aus seiner alten Band ausgestiegen und hat dann nach einiger Zeit seinen alten Bandkollegen zu  Arkuum überführt.

Bereits beim ersten Lesen der Songtitel sprang mich das Konzept der fünf Sterbephasen an. Gerade im Hinblick auf Black Metal und unser Leben ein sehr intensives Thema, das man nicht einfach nur nebenbei vertont. Bitte erzähl uns, warum dieses Thema es auf das Album geschafft hat.

Aus persönlichen Gründen beschäftige ich mich schon sehr lange mit dem Tod. Oftmals kommen mir die Gedanken beim Schlafengehen oder in Situationen, in denen ich mit mir alleine bin. Wie wird der Moment kurz vor dem Eintreten des Todes sein und wie fühle ich mich dabei? Nicht selten enden solche Gedanken in panische Zustände, in denen ich dann Ablenkung suche. Mir macht der Gedanke Angst, dass ich nach dem Leben für unendliche Zeit nicht mehr existieren werde, in welchem Verhältnis steht dazu ein kleines und kurzes Menschenleben?

Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wird in unserer Gesellschaft mit dem Tod nicht offen umgegangen, er wird sogar vielmehr ignoriert. Mit wem soll man über seinen bevorstehenden Tod reden? Aus meiner Sicht gibt es da eine große Hemmschwelle, die viele nicht überschreiten können. Das macht die Angst vor dem Ungewissen nur noch viel größer.

Aus der Schulzeit war mir noch Elisabeth Kübler-Ross und einige ihrer Schriften aus dem Ethik Unterricht bekannt. Ich habe mir kurzerhand ihr Buch „Interviews mit Sterbenden“ gekauft, in der sie Interview mit Sterbenden veröffentlichte und daraus fünf Phasen ableitete, die jeder Sterbende mehr oder weniger durchleben muss. Jede Phase habe ich in einem Lied umgesetzt und versucht, die Stimmung und Thematik einzufangen.

ARKUUM smallWenn man sich die Texte durchliest, fühlt man sich irgendwo zwischen  Romantik und Expressionismus gefangen, mit einer guten Portion morbider (und atmosphärischer) Eigeninterpretation. Wie würdest du jemandem den Stil deiner Texte erläutern?

Ich würde mich selbst nicht als großen Lyriker bezeichnen. Ich schreibe meine Texte aus dem Bauch heraus, unabhängig von irgendwelchen Epochen oder Leitlinien. Allerdings mag ich Reimformen sehr gerne, ohne Reime geht bei mir nichts. Und Anapher.

Wie sind die Texte entstanden? Sind sie aus dem Bauch heraus geboren, oder musst du in einer bestimmten Stimmung zum Schreiben sein?

Verglichen mit meinem ersten Album „Trostlos“, was ja komplett eigenständische Texte hatte, habe ich das Grundkonzept von dem jetzigen Album aus dem Buch von Kübler-Ross entnommen, aber mit meinen eigenen Gedanken neu interpretiert. Es ist eigentlich nie so, dass ich mir fest vornehme, einen bestimmten Text zu schreiben. Das kommt mal häufiger oder mal weniger einfach spontan, wenn sich eine meiner künstlerischen Phasen aufbaut. Die haben oft auch keinen mir bewussten Ursprung. Ich denke da spielt das Unterbewusstsein auch eine große Rolle, wann und wie ich künstlerisch tätig bin.

Bereits nach den ersten Minuten hatte ich das Gefühl, das sich im Bezug zum Songwriting bei ARKUUM einiges getan hat. Gerade im Hinblick auf die zähflüssigen Doom Passagen gibt es sehr viele davon. Auch werden einige Riffs in die Länge gezogen und einiges ist bereits vorhersehbar. Was hat sich im Vergleich zum Vorgänger in Sachen Songwriting verändert und wie seid ihr an die Songs ran gegangen?

Im Songwriting Prozess hat sich nicht viel geändert. Ich schreibe immer noch alles selbst und die Band hat auch eigentlich keinen großen Einfluss darauf. Eine Ausnahme ist hierbei allerdings das Schlagzeug. Die Schlagzeugspuren schreibe ich meist sehr grob und die kleinen Feinheiten überlasse ich einem anständigen Schlagzeuger, der dann meine vorhandene Idee besser umsetzen kann.

Was die langen Doom Passagen angehen, aktuell stehe ich einfach auf den Musikstil, was sich natĂĽrlich auch im Songwriting widerspiegelt.

Denny von „Zeugen der Leere“ hatte auf „Trostlos“ einen guten Job abgeliefert. Warum ist er dieses Mal nicht dabei? (René hat einen Top Job abgeliefert)

Ich habe Denny sogar schon sehr frühzeitig gefragt, ob er als Sänger einsteigen möchte. Allerdings hatte er leider kein Interesse an einer Livebesetzung, zumal auch die Entfernung für kontinuierliche Proben ein Hindernis darstellte.

Arkuum Tour IIWenn ich die Songs analytisch betrachte (Riffs, Wiederholungen usw.) rauscht die Platte an einigen Stellen an mir vorbei. Die positive Überraschung von „Die letzte Agonie“ war für mich, als ich das Denken abgestellt und einfach das Gefühl auf mich wirken gelassen habe. Euer Album fordert Zeit ein (nicht zuletzt wegen der langen Songs), hat mich aber dann mit einer sehr intensiven Atmosphäre belohnt. Hattet ihr dieses Ziel beim Songwriting vor Augen oder ging es in erster Linie darum, das Innere nach außen zu kehren, ohne Rücksicht auf die Wirkung auf den Hörer?

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass das neue Album an einigen „Trostlos“ Fans vorbeigehen wird. Musikalisch ist es doch etwas härter, roher und ambientlastiger, alles in allem also viel spezieller. Ich möchte mich aber auch ganz und gar nicht auf einen bestimmten Stil festlegen, nur weil die Nachfrage dahingehend größer oder kleiner ist. Ich mache einfach das, was mir gerade gefällt. Die nächste Scheibe wird bestimmt wieder ganz anders.

Du hast auf alle Fälle recht, dass das Album seine Zeit braucht, aber meiner Meinung nach, kann man sich erst so richtig in die Atmosphäre eintauchen, wenn die Songs nicht schon nach fünf oder sechs Minuten vorbei sind. „Einfach das Gefühl auf mich wirken lassen“ beschreibt das Konzept schon recht passend. Die Songs sind tatsächlich sehr von mir durchdacht und ich habe mir für jede Phase, mir passende Stilmittel überlegt. Ich möchte hier nicht alles benennen, das gehört schließlich auch zur Interpretation des Hörers, darüber könnte ich aber wohl auch einen eigenen Artikel verfassen. Aber einige Beispiele:

Zorn – Schnelles, hartes Intro mit langer und gleichbleibenden Riffs, um den Rausch des Zornes zu verdeutlichen. Die Ruhe vor dem Sturm im mittleren Songteil und das anschließend ausartende Ende.

Verzweiflung – Die zwei langsamen Doom Riffs, die den Abfall der Stimmung in die Depression verdeutlichen.

Akzeptanz – Das lange Outro, das sich nach jeder Wiederholung um fünf BPM (beats per minute) verlangsamt, was das Ende des Lebens und die Akzeptanz des Todes darstellen soll.

Also es gibt sehr viele Stilmittel zu entdecken.

Zur Zeit lasse ich das Album immer noch einige Durchläufe auf mich wirken. Gerade das atmosphärische `Verleugnung` hat mich schnell in die ARKUUM Atmosphäre eingesogen. Mit `Akzeptanz` habt ihr einen intensiven Emotionstrip bei mir ausgelöst. Die versöhnliche Einstiegspassage, das letzte Aufbegehren und das langsame Sterben des Songs mit der Textpassage „Alle Türen sind verschlossen“ (beim Autofahren inklusive Sonnenuntergang zum ersten Mal gehört) bescheren mir eine konstante Gänsehaut, danke dafür!

Sonnenuntergang, eine eintönige Autofahrt und mit sich alleine sein. Das sind gute Voraussetzungen, um das Album auf sich wirken zu lassen. Danke für das Lob und gern geschehen.

Einige Worte zur Aufmachung des Albums; wie kam es zu der Idee des Covers und wie ist es entstanden? Das Booklet sieht ebenfalls schön atmosphärisch aus (außer das Foto mit dem Geist in der Kirche, der Rest ist um Längen atmosphärischer).

Die Ideen zum Artwork habe ich größtenteils mit meiner Freundin zusammen ausgearbeitet. Dafür sind einige Stunden drauf gegangen, da ich nicht nur einfache und bedeutungslose Bilder machen wollte. Mein Anspruch war da auf jeden Fall um Längen höher, als für das Debut. Es sollte auch stets eine künstlerische Bedeutung haben und Spielraum für Interpretationen bieten. Auch hier gibt es auf jedem Bild viel zu deuten, wie auch schon im musikalischen Bereich. Das Gesamtkonzept basiert auf einer Protagonistin, welche die Phasen durchleben muss.

Das Cover beschreibt meiner Meinung nach mit seiner Wirkung das Album in seinen vollen Zügen. Eine unschuldige Person in Weiß verleugnet ihren Tod, was vor allem durch die verbundenen Augen und den zugehaltene Ohren bewusst gemacht wird. Innerlich hat ihr Verfall allerdings schon längst begonnen, Maden regen sich in ihren Händen und das blutige Geschmiere deutet auf das kommende Ende hin.

Gibt es aktuell bereits weitere Pläne? Da ihr nun eine Band seid, bieten sich weitere Live Shows ja quasi an. Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen auftreten?

Ich arbeite aktuelle schon an einem neuen Konzept und an neuen Werken, aber während dem Debut Release war die Situation ähnlich und es hat trotzdem seine drei Jahre bis zur neuen Veröffentlichung gedauert. Live gibt es uns natürlich auch das ein oder andere Mal zu sehen, allerdings leider noch zu selten für meine Vorstellung.

Die Release Show am 04.08 in Crailsheim und das Spirit of Black & Doom am 08.09 in Karlsruhe sind aber auf alle Fälle gute Anhaltspunkte für Fans des atmosphärischen Black Metals.

Danke für „Die letzte Agonie“ und deine Zeit. Die abschließenden Worte an unsere Leser gebühren dir.

Danke an alle Helfer, die das Album möglich gemacht haben. Es sind immer viele Freunde und Bekannte involviert, an die ich mich für alle möglichen Arbeiten wenden kann und natürlich ein großes Dankeschön an jeden Fan, der die Band und mich unterstützt. Und selbstverständlich an dich!

Radu

REVIEW: DIE LETZTE AGONIE

Posted by Radu On Juli - 18 - 2018

ARKUUMWas macht ein Album zu etwas Besonderem? Man könnte sich über raffiniertes Songwriting freuen, über atemberaubende Spieltechniken oder auch an bombastischen Produktionen. ARKUUM backen hier kleinere Brötchen und setzen gleich auf zwei andere Herzstücke: Atmosphäre und Authentizität.

Satte drei Jahre mussten sich die Fans gedulden, um den Nachfolger von „Trostlos“ in den Player zu schieben. Ein erster Blick auf die Tracklist zeigt, dass man sich thematisch auf die fünf Sterbephasen eingespielt hat, was für eine atmosphärische Black Metal Band eigentlich eine Steilvorlage ist. Bereits die ersten Sekunden von `Verleugnung` entführt die Fans direkt nach hause, in das typische ARKUUM Wohnzimmer: cleane Gitarren, charismatische Riffs und eine dichte Atmosphäre. Dennoch fühlt es sich irgendwie auch etwas fremd an, was sich im Laufe der 10 minütigen Spielzeit auch bestätigen soll. Am Gesang gab es Veränderung und auch die Riffs sind extrem doomiger ausgefallen. Egal, mit `Zorn` bekommt man es zur Abwechslung schnell und hart im Intro, während sich die Riffs ebenfalls wiederholen. Betrachtet man es von der analytischen Songwriting Sicht, merkt man bereits jetzt, dass der Nachfolger von „Trostlos“ eine völlig andere Atmosphäre besitzt und dürfte den einen oder anderen Fan nachdenklich stimmen. Der Eindruck setzt sich mit `Verzweiflung` weiter fort, auf denen zwei Riffs zähflüssig zelebriert werden. Doom Fans werden aufhorchen, Black Metal Jünger könnten sich abwenden und Freunde atmosphärischer Musik bekommen hier sehr viel Diskussionsstoff.

Und genau hier liegt die eigentliche Bedeutung des Albums (tief) begraben: nachdem man sich einmal durch die Scheibe gearbeitet hat ist klar, dass man sich songtechnisch keinen technischen Höhenflug geleistet hat. Auch die Erwartungshaltung an die Fans wurde nicht erfüllt und man fragt sich, welche Daseinsberechtigung die Platte hat. Die Antwort ist so simpel wie effektiv: Kopf ausschalten und sich einfach fallen lassen, dann funktioniert die Platte nicht nur, sondern sie belohnt auch mit einer intensiven und schon fast intimen Atmosphäre. Besonders über Kopfhörer oder bei einer einsamen Autofahrt zündet spätestens `Akzeptanz` und beschert einen emotionalen Trip in die Abgründe menschlicher Ängste, der vom wärmenden Mantel des Unausweichlichen schon fast liebevoll erstickt wird. Wenn man einmal das Geheimnis der Platte ergründet hat und seine Zeit ganz der Musik widmet, spielt jeder Song seine Trümpfe aus und die (teils zähflüssige) Doom Atmosphäre unterstreicht das Nachdenkliche, dem wir uns selbst im Alltag nur teilweise widmen. Der Gedanke an den eigenen Tod übt eine erschreckende Wirkung auf uns aus und „Die Letzte Agonie“ ist ein hingebungsvoller Soundtrack, um sich dem Thema in einer persönlichen Stunde zu widmen. Für mich ist es genau das, was Black Metal ausmacht: Atmosphäre, keine Erwartungshaltung erfüllen und fernab jeglicher Konventionen sein Ding kompromisslos durch zu ziehen. Die Platte hatte viele Ecken und Kanten und belohnt nur diejenigen, die sich darauf einlassen. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man allerdings seine persönliche, auditive Nahtoderfahrung.

4 von 6 Punkten

Radu

Weitere Details zur Platte lest ihr in unserem INTERVIEW

REVIEW: NORTHERN CHAOS GODS

Posted by Radu On Juli - 1 - 2018

ImmortalDie große Frage, ob IMMORTAL ohne Abbath funktionieren können, wird auf „Northern Chaos Gods“ mit einem klaren „Ja!“ beantwortet. Nach dem Abgang von Abbath haben sich Demonaz und Horgh intensiv zusammen gesetzt und nach acht Jahren Stille einen herrlichen Hassbrocken auf den Teller geknallt. Das Cover deutet an, was der Titeltrack als Opener abliefert; keine selbstverliebte Band oder episches Fantasygeschrammel, sondern direkt und ohne Vorwarnung mit Volldampf in die Fresse! IMMORTAL spielen Black Metal, und zwar intensiver an den Anfangstagen orientiert, als jemals zuvor. Auch der zweite Track `Into Battle Ride´ unterstreicht die Marschrichtung und lässt schnell den Gedanken aufkommen, man hätte eine Weiterführung des „Battles In The North“ Albums auf dem Plattenteller. Das wäre allerdings zu stumpf und so öffnet `Gates To Blashyrk` mit lässigeren Riffs und einer cleanen Gitarrenpassage seine Pforten und erweist sich als epischer Erbe des anno 1995 veröffentlichten Kultsongs. Man wird einige Male auf dem Album überrascht, ohne dass auch nur eine Sekunde das Feeling abgeschwächt wird; `Grim And Dark` zeigt die Balance zwischen Blastbeats und griffigen Riffs, was seit jeher die Stärke dieser Band ist. `Called To Ice bedient die Fans epischerer Klänge und lässt klar erkennen, dass Demonaz ein großer Bathory Fan ist, ehe `Where Mountains Rise` dieses Gefühl nochmal untermauert. Mit `Blacker Of Worlds` gibt’s nochmal schön auf die Fresse, ehe `Mighty Ravendark` auf neun Minuten verteilt allen IMMORTAL Fans eine Gänsehaut inklusive Dauergrinsen aufs Gesicht zaubert.

Natürlich fehlt das Knurren von Abbath in den Songs, was allerdings bereits nach wenigen Textzeilen keine Rolle mehr spielt. Demonaz hat einen optimalen Job am Mikro abgeliefert, denn er versucht erst gar nicht wie Abbath zu klingen, sondern bedient den Hörer mit krächzendem und kreischendem Gesang, was den Stücken sehr gut zu Gesicht steht. Über das Schlagzeugspiel muss man sich bei Horgh sowieso keine Gedanken machen, schließlich kennt man ihn sowohl bei IMMORTAL, als auch bei Hypocrisy, was für top Qualität steht. Songtechnisch hat Demonaz ebenfalls seit den Anfangstagen das Ruder in der Hand und so wird man den (sehr hohen) Ansprüchen mehr als gerecht. Abgerundet wird das ganze von der wuchtigen Produktion, bei der Mastermind Peter Tägtgren die Regler in die Hand nahm und den Bass einspielte. Das minimalistische Cover zeigt ebenfalls klar, dass es sich bei „Northern Chaos Gods“ um ein neues Kapitel bei IMMORTAL handelt, das eindrucksvoll eingeläutet wird.

Fazit: IMMORTAL werden mühelos den hohen Ansprüchen gerecht und haben es obendrein geschafft, eine weitere Schippe draufzulegen. Aggression, epische Momente und intensivste Blashyrk Atmosphäre werden hier hemmungslos zelebriert und lassen Zweifler der Band schnell verstummen. Abbath ist zwar nicht mehr an Bord, aber IMMORTAL sind stärker denn je zurück. Fans werden die Scheibe lieben und sich in Zukunft eine Frage stellen: ist dies vielleicht sogar die beste Scheibe dieser Band?

Blashyrk mighty Ravendaaark!

5 von 6 Punkten

Radu

VORBERICHT: PSOA 2018

Posted by Samir On Mai - 24 - 2018

party san 18Das Party San Open Air hat sich nicht nur bei Szenekennern bereits fest etabliert. Kaum ein Festival besticht durch so viel Beständigkeit und Atmosphäre wie dieses beschauliche Festival im Herzen Thüringens. Was ihr alles vom 9. bis 12. August in auf dem Flugplatz Obermehler in Schlotheim geboten bekommt, erfahrt ihr von uns.

Read the rest of this entry »