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INTERVIEW: ATROCITY

Posted by Radu On August - 29 - 2018

Atrocity Band

Der zweite Teil der “OKKULT” Trilogie ist raus und beglĂĽckt Death Metal Fans alter Schule und Geschichtsnerds gleichermaĂźen. Wir sprachen mit Alex Krull und Tosso von ATROCITY ĂĽber Menschenfresser, den Anfangstagen der Szene und dem FuĂźballdebakel.

Hallo und erstmal herzlichen Glückwunsch zum zweiten Teil eurer „Okkult“ Trilogie! Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr, was bei der „Masters Of Darkness“ EP angedeutet wurde, auch mit dem Album konsequent durchgeführt habt. Wie geht es euch jetzt kurz nach dem Release?

Alex: „Vielen Dank, es geht uns prima!! Es läuft fantastisch mit dem neuen „Okkult II“ Album! Die Resonanzen von den Fans und Medien sind mega, und wer hätte das gedacht, dass man mit einem derartig hartem Album die Album- und Club Charts so aufmischen kann ;) “

Tosso: „Heeeaalllich! Wir sind extrem glücklich mit dem neuen Album. Songs und Sound knallen voll rein!!“

Ihr seid dafür bekannt, auf jedem Album eine neue Überraschung abzuliefern und euch nicht auf einen Stil fest zu legen. „Okkult II“ ist erneut ein waschechtes Death Metal Album geworden; war die Stilrichtung der Trilogie bereits im Vorfeld klar, oder kam das recht spontan?

Alex: „Klar, wir wollten für die epische OKKULT Trilogie ein Fass aufmachen, und die Brutalität von Death Metal mit dunklen, atmosphärischen und Horrorfilm-artigen Elementen kombinieren. Bei der OKKULT II hat der Härtegrad sogar noch zugelegt, und es sind im Vergleich zur ersten OKKULT Scheibe weniger symphonische Elemente vertreten, sondern noch mehr messerscharfe Riffs!“

Okkult IIEin Wort zur Aufmachung; wie ist das Cover entstanden? Im Vergleich zur ersten Scheibe hat es zwar einen okkulten Touch, hätte aber auch problemlos als Black Metal Cover durchgehen können (z.B. bei Marduk, die zur Zeit die Kriegsthematik vertonen).

Alex:“ Wir suchen ja immer ein bestimmtes Thema aus den verschiedenen Topics des Albums für das Cover aus. Das „OKKULT II“ Artwork spielt natürlich auf die textlichen Elemente von „Masters of Darkness“ und dem Okkultismus im 3. Reich an. Unser Grafiker Heile hat wieder einmal einen Top Job gemacht, und ich finde die Umsetzung unserer Ideen absolut gelungen! Die Photosession dazu war gewaltig, und das Resultat spricht Bände.“

Gerade im Hinblick für die Geschichtsnerds ist von allem etwas dabei: von menschenfressenden Vampiren (`Shadowtaker`), über den Blutfluch (`Spell Of Blood`) bis zur Kriegsthematik (`Menschenschlachthaus`). Gibt es ein Thema auf dem Album, das dich persönlich am meisten bewegt hat?

Alex: „Sehr gute, aber auch sehr schwere Frage haha. Es gibt Songs mit persönlicher Bedeutung, die mir wichtig sind. Generell finde ich aber das gesamte OKKULT Konzept sehr spannend, und kann wirklich all den Thematiken etwas abgewinnen! Als Hörer kann man in die krassen Songs voll und ganz eintauchen! Mit Atrocity haben wir ja von jeher den Hang zu sehr düsteren Texten und Konzepten. Schon beim „Blut“ Album (1994) mit einem dunklem Vampirkonzept war es faszinierend Recherchen in Transilvanien, Heimat meines Grossvaters, anzustellen und tief in eine Thematik einzutauchen. Dann bei den sehr umfangreichen Arbeiten zum „Atlantis“ Konzept (2004) gab es eine unglaubliche Bandbreite von verschiedenen Quellen und Berührungspunkten zu diesem Thema. Das ging von wissenschaftlicher, archäologischer Arbeit, mythologischen Sichtweisen über esoterisch angehauchte Theorien, obskuren Auslegungen von Okkultisten im 3. Reich bis hin in die abgespacte Welt der Ufologie. Für mich wurde dann schnell klar, dass das nächste Konzept über die Mysterien der Weltgeschichte und die dunkle Seite der Menschheit sein müßte. Jedoch ein Album wäre dafür nicht genug, und die Idee für die „Okkult“ Trilogie war geboren.“

Neben der Härte gibt es auch viele bombastische Elemente zu hören, deren Chorpassagen von Katie Halliday (die bei der Produktion von SAW mitgewirkt hat) beigesteuert wurden. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Tosso: „Katie Halliday ist eine geniale Sounddesignerin aus Kanada, die zu Grusel-Blockbustern wie „The Saw“ die Soundeffekte geschaffen hat. Deshalb hatten wir die Idee sie für die OKKULT-Trilogie mit an Bord zu holen und zu gewinnen. Katie hatte uns bei mehreren Nordamerika-Touren besucht und war sofort Feuer und Flamme mal mit einer Metal-Band zusammen zu arbeiten. Einige der Song-Intros zB. Shadowtaker, sind so noch furchteinflößender geworden, haha :) Allerdings alle Chorpassagen und sämtliche Choraufnahmen haben wir hingegen als Band wieder selbst komponiert und zusammen mit Chorleuten aufgenommen, hier bei uns im heimischen Mastersound Studio.“

Atrocity Gottlosen JahreA propos Zusammenarbeit: ihr habt auch mit Marc Grewe (Ex Morgoth) und mit Petrov von Entombed A.D. Gearbeitet. Gemeinsam mit ATROCITY ein sehr cooles old school Package! Erzählt uns bitte, wie es dazu kam.

Alex: „LG und Marc sind ja alte Weggefährten. Wir kennen uns aus den „goldenen Tagen“ des Death Metal Undergrounds Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. Damals waren wir mit Atrocity zusammen mit Morgoth, Autopsy und Pestilence auf Tour. Solange kenne ich Marc schon. LG und Entombed habe ich 1990 erstmals nach Deutschland auf die „Support the Underground“ Festivals mit Carcass, Atrocity, Pungent Stench etc. geholt. Die Festivals hatte ich selbst veranstaltet, und es waren mit die ersten Death Metal Festivals auf internationaler Ebene und fanden in Deutschland, Frankreich und Belgien statt. LG und die Entombed Jungs waren uns sehr dankbar dafür. Marc und LG waren auch beide auf unserer Atrocity Film Doku „Die gottlosen Jahre“ mit dabei. Als wir sie nun gefragt hatten, ob sie als Gastsänger bei „Okkult II“ dabei sein wollen, waren beide sofort mit voller Begeisterung dabei. Beide Kooperationen sind absolut geil geworden!“

Ihr habt zum Song `Shadowtaker`ein Video gedreht, das die Thematik des Wiedergängers sehr gut einfängt. Gerade im Hinblick auf Vampiren, die durch Hollywood und die Twilight Saga sehr auf jugendliche Romantik reduziert wurden, gefällt mir die old school artige und dreckige Darstellung besonders gut. Warum fiel die Wahl auf diesen Song? Erzähl uns bitte etwas über die Dreharbeiten dazu.

Alex: „Ganz genau, das war die Intention! Wir wollten eine dreckige, monströse Darstellung und ganz bestimmt keinen Teenieschwarm. Für uns war „Shadowtaker“ der Video Kandidat Nummer Eins! Es geht um den Wiedergänger slawischer Prägung. Eine interessante Quelle ist von Karl Ferdinand von Schertz, der 1704 das Buch „Magia Posthuma“ verfasst hat, und von unerklärlichen Vorfällen von Wiedergängern, die Menschen angreifen, berichtet. Die Opfer sterben innerhalb weniger Tage. 1732 sorgt ein Bericht über Vampirismus des Stabsarzt Johann Flückinger an den Wiener Hof für große Furore und befeuert das Interesse und den Glauben an die Existenz der Untoten. Eigentlich wurden derartige Untersuchungen über Vampirismus im Auftrag der habsburgischen Obrigkeit mit dem Ziel durchgeführt, dem ländlichen Aberglauben in den slawischen Gebieten den Gar auszumachen. 1755 ergeht sogar eigens dafür der sogenannte „Vampir Erlass“ mit diversen Verboten unter Androhung von Strafen. Unter anderem wurde das Öffnen der Gräber, das Pfählen, Köpfen und Verbrennen von Leichnamen, die man für Wiedergänger gehalten hat, verboten und unter Strafe gestellt. Das „Shadowtaker“ Video haben wir mit der Band und einigen Sequenzen aus der Story unter Tage in einem Berg gedreht. Da mussten wir erstmal durch einen sehr engen Stollen aus dem 18. Jahrhundert etwa 500 Meter unser ganzes Equipment schleppen. Während es draussen an die 35 Grad hatte, war es beim Dreh unter Tage um die 6 Grad Minus! Die Dreharbeiten haben sehr großen Spaß gemacht, gerade auch die Storyline. Ich war ja bei den gesamten Dreharbeiten mit dabei und habe auch mitgefilmt. Tolle Geschichte!“

In unserem Interview zur „Masters Of Darkness“ EP habt ihr schon angedeutet, dass es dieses Mal eine etwas einfachere Schatzsuche geben wird. Hab mich bereits durch das Booklet gewühlt und die limitierte Box nach doppeltem Boden und anderen Hinweisen abgesucht, allerdings nichts gefunden. Wann gibt’s die ersten Hinweise?

Alex: „Richtig! Die goldene CD wird in Nordamerika zu finden sein. Wenn die Platte eine Weile im Umlauf ist, werden wir erst mit weiteren Details rausgehen. Es wird ein Hinweis im Artwork sein, mit dem man auch die nächste Schatzsuche starten kann! Die Spannung steigt, hehe.“

ATROCITY_MASSACREDie Zusammenarbeit mit Massacre hat für die Fans sehr große Vorteile; erstens fühlt man sich stellenweise wieder wie zu den „Blut“ Zeiten, in denen ihr als Vorreiter unterschiedlicher Stile Alben in den 90ern raus gebracht habt und zweitens können wir uns über eine richtig geile Box des Albums (inkl. Autogrammkarte, Shirt und 2 coolen Postkarten) freuen. Wie erlebt ihr die Zusammenarbeit und gibt es bereits erste Reaktionen zum Album und zur Aufmachung?

Tosso: „Das ist eine ganz groĂźartige Geschichte!! Wir haben einige ATROCITY-Kracher-Alben in den 90ern zusammen mit Massacre veröffentlicht: BLUT, WILLENSKRAFT und auch WERK 80. Thomas Hertler war damals bereits und ist auch jetzt unser Ansprechpartner. Das ist schon richtig geil!! Zudem ist das Massacre Office gerade mal 20 Minuten von unserem Mastersound Studio entfernt!! Totale Schwabenpower quasi. Massacre Records haben fĂĽr OKKULT II einen richtig guten Job gemacht. Das Album hat international sehr viel Beachtung bekommen und ist in Deutschland auf Platz 37 der Albumcharts, sowie Platz 3 der DAC Charts geschossen…was bei so einem knĂĽppelharten Brecher-Album ja auch nicht gerade zu erwarten war. Die Vinylversionen von OKKULT II, sowie auch die mächtig bitterböse Box haben wir gemeinsam mit Massacre vorbereitet und umgesetzt! Ein Traum! So eine Zusammenarbeit macht einfach SpaĂź!!“

Warum habt ihr euch bei den Postkarten fĂĽr `Spell Of Blood` und `Phantom Ghost` entschieden und wie kam es zur Auswahl der Models?

Alex: „Zoe und Kim waren unseren absoluten Wunsch Modells, die wir uns ganz bewusst ausgesucht haben, und schon vorher gekannt haben. Zoe ist Sängerin und Modell, kam extra aus den USA fürs Shooting rüber, und ist auch als Gaststimme bei „Infernal Sabbath“ und „Phantom Ghost“ mit dabei. Kim ist ein großer Vampir Fan und wirkle auch beim Videodreh von „Shadowtaker“ als Hauptdarstellerin mit! Klasse Zusammenarbeit mit den beiden!!“

Ein kurzer Ausflug in die heutige Metalszene: Mittlerweile kommen auch einige ältere Bands wieder aus der Versenkung. So bringen Dark Millenium (mit denen ihr ja auch mal getourt habt) beispielsweise auch wieder ein eneus Album raus. Was denkt ihr über die Entwicklung, dass sich alte Bands nochmal erheben?

Tosso: „Wir waren ja eigentlich nie in der Versenkung. Sicher, es gab halt Zeiten in denen wir hauptsächlich mit LEAVES’ EYES unterwegs waren, aber im Hintergrund wurde bei uns auch immer fĂĽr ATROCITY gewirbelt. Somit sehe ich uns da eher als beständige, fortwährende Combo. Bei manchen Reunions freue ich mich als Fan selbst auch drauf. Es gibt möglicherweise auch jĂĽngeren Menschen die Möglichkeit, Bands nochmal live zu erleben, so wie jetzt bei der Helloween-Geschichte zum Beispiel. Andererseits gibt es auch Beispiele, bei denen man als AuĂźenstehender vielleicht den Eindruck bekommt, es wäre wohl besser gewesen, die Musik aus der Vergangenheit in WĂĽrde ruhen zu lassen. Aber das ist ja auch Geschmacksache. Was mir aber tatsächlich auf den Keks geht ist,wenn Bands geplant auf Abschiedstour gehen, um dann 2 Jahre später auf Reunion-Tour zu gehen. Was soll der ScheiĂź? Das ist doch irgendwie Verarschung.“

Letzte Frage an Alex: wie hast du as Debakel mit der FuĂźball WM verkraftet?

Alex: „Ganz, ganz bitter… Als groĂźer Fan der Nationalmannschaft frägt man sich wirklich wie man mit solch einem Kader so mies abschneiden kann. Einstellung, Einsatz, Spielidee und die völlig unnötigen Krisen im Umfeld der Nationalmannschaft waren ein absoluter Witz. Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu entschieden mit meinem Sohn Leon am 06.09. nach MĂĽnchen gegen Frankreich ins Stadion zu gehen, zum Start der Nations League. Ein paar Tage später gehen wir auch noch zum Spiel gegen Peru ins Stadion. Wir hatten tolle Spiele in der WM Quali im Stadion angeschaut. Und hoffentlich hat das ganze „WM 2018 – Elend“ dann bald ein Ende, und man kann sich hoffentlich wieder ĂĽber die Spiele der Nationalmannschaft freuen! Ein Neuanfang ist bitter nötig. Es muss eine gewaltige Kurskorrektur gemacht werden. Es mĂĽssen Leidenschaft, Kampfgeist, unbedingter Wille – die sogenannten deutschen Fussball-Tugenden – wiederbelebt werden. Die WM Turniere zuvor oder der Confed Cup waren ja wirklich hervorragend, und man wĂĽnscht sich, dass man wieder so beigeisterten Fussball von der Nationalmannschaft geboten bekommt.“

Nochmals danke für „Okkult II“! Ich habe mich sehr über das Dauerfeuer in meinen Boxen gefreut und wünsche euch, dass es vielen Fans ähnlich ergeht. Noch einige abschließende Worte an unsere Leser?

Alex: „Yeah!! Wir möchten uns bei allen Fans für die super Unterstützung bedanken! Wahnsinn! Wir sehen uns hoffentlich alle bald auf Tour, und lassen es richtig krachen!“

Radu

INTERVIEW: ARKUUM

Posted by Radu On Juli - 18 - 2018

Es hat sich einiges bei ARKUUM getan; aus einem Soloprojekt wurde eine feste Band und mit “Die Letzte Agonie” steht die zweite Langrille einer atmosphärischen Black Metal Band im Regal. Wir spachen mit David ĂĽber die fĂĽnf Sterbephasen, die auf dem Album vertont wurden.

Arkuum Tour

Hallo und erstmal herzlichen Glückwunsch zu „Die letzte Agonie“! Wie geht es euch jetzt, da die zweite Platte im Kasten ist?

Danke! Ich kann die Songs leider schon bald selbst nicht mehr hören, aber da geht es wohl jedem Musiker nach so einem langen Schaffensprozess ähnlich. Trotzdem freuen wir uns natürlich, nach der langen Zeit das Endresultat in den Händen zu halten.

Seit „Trostlos“ hat sich einiges bei euch getan; es ging vom Soloprojekt in eine richtige Band über. Wie kam es zu dieser Entscheidung und nach welchen Auswahlkriterien wurden die Bandmitglieder rekrutiert?

Mit dem jetzigen Bassisten Max habe ich schon in meiner frühen Jugend zusammen Musik gemacht und Gitarrist Timo war eine Bekanntschaft aus meiner vorherigen Band, deshalb kenne ich Timo auch schon einige Jahre. Ehrlich gesagt kamen einige Zufälle aufeinander und die Bandmitglieder haben sich schon fast von selbst ergeben. Simon ist aus seiner alten Band ausgestiegen und hat dann nach einiger Zeit seinen alten Bandkollegen zu  Arkuum überführt.

Bereits beim ersten Lesen der Songtitel sprang mich das Konzept der fünf Sterbephasen an. Gerade im Hinblick auf Black Metal und unser Leben ein sehr intensives Thema, das man nicht einfach nur nebenbei vertont. Bitte erzähl uns, warum dieses Thema es auf das Album geschafft hat.

Aus persönlichen Gründen beschäftige ich mich schon sehr lange mit dem Tod. Oftmals kommen mir die Gedanken beim Schlafengehen oder in Situationen, in denen ich mit mir alleine bin. Wie wird der Moment kurz vor dem Eintreten des Todes sein und wie fühle ich mich dabei? Nicht selten enden solche Gedanken in panische Zustände, in denen ich dann Ablenkung suche. Mir macht der Gedanke Angst, dass ich nach dem Leben für unendliche Zeit nicht mehr existieren werde, in welchem Verhältnis steht dazu ein kleines und kurzes Menschenleben?

Im Gegensatz zu früheren Zeiten, wird in unserer Gesellschaft mit dem Tod nicht offen umgegangen, er wird sogar vielmehr ignoriert. Mit wem soll man über seinen bevorstehenden Tod reden? Aus meiner Sicht gibt es da eine große Hemmschwelle, die viele nicht überschreiten können. Das macht die Angst vor dem Ungewissen nur noch viel größer.

Aus der Schulzeit war mir noch Elisabeth Kübler-Ross und einige ihrer Schriften aus dem Ethik Unterricht bekannt. Ich habe mir kurzerhand ihr Buch „Interviews mit Sterbenden“ gekauft, in der sie Interview mit Sterbenden veröffentlichte und daraus fünf Phasen ableitete, die jeder Sterbende mehr oder weniger durchleben muss. Jede Phase habe ich in einem Lied umgesetzt und versucht, die Stimmung und Thematik einzufangen.

ARKUUM smallWenn man sich die Texte durchliest, fühlt man sich irgendwo zwischen  Romantik und Expressionismus gefangen, mit einer guten Portion morbider (und atmosphärischer) Eigeninterpretation. Wie würdest du jemandem den Stil deiner Texte erläutern?

Ich würde mich selbst nicht als großen Lyriker bezeichnen. Ich schreibe meine Texte aus dem Bauch heraus, unabhängig von irgendwelchen Epochen oder Leitlinien. Allerdings mag ich Reimformen sehr gerne, ohne Reime geht bei mir nichts. Und Anapher.

Wie sind die Texte entstanden? Sind sie aus dem Bauch heraus geboren, oder musst du in einer bestimmten Stimmung zum Schreiben sein?

Verglichen mit meinem ersten Album „Trostlos“, was ja komplett eigenständische Texte hatte, habe ich das Grundkonzept von dem jetzigen Album aus dem Buch von Kübler-Ross entnommen, aber mit meinen eigenen Gedanken neu interpretiert. Es ist eigentlich nie so, dass ich mir fest vornehme, einen bestimmten Text zu schreiben. Das kommt mal häufiger oder mal weniger einfach spontan, wenn sich eine meiner künstlerischen Phasen aufbaut. Die haben oft auch keinen mir bewussten Ursprung. Ich denke da spielt das Unterbewusstsein auch eine große Rolle, wann und wie ich künstlerisch tätig bin.

Bereits nach den ersten Minuten hatte ich das Gefühl, das sich im Bezug zum Songwriting bei ARKUUM einiges getan hat. Gerade im Hinblick auf die zähflüssigen Doom Passagen gibt es sehr viele davon. Auch werden einige Riffs in die Länge gezogen und einiges ist bereits vorhersehbar. Was hat sich im Vergleich zum Vorgänger in Sachen Songwriting verändert und wie seid ihr an die Songs ran gegangen?

Im Songwriting Prozess hat sich nicht viel geändert. Ich schreibe immer noch alles selbst und die Band hat auch eigentlich keinen großen Einfluss darauf. Eine Ausnahme ist hierbei allerdings das Schlagzeug. Die Schlagzeugspuren schreibe ich meist sehr grob und die kleinen Feinheiten überlasse ich einem anständigen Schlagzeuger, der dann meine vorhandene Idee besser umsetzen kann.

Was die langen Doom Passagen angehen, aktuell stehe ich einfach auf den Musikstil, was sich natĂĽrlich auch im Songwriting widerspiegelt.

Denny von „Zeugen der Leere“ hatte auf „Trostlos“ einen guten Job abgeliefert. Warum ist er dieses Mal nicht dabei? (René hat einen Top Job abgeliefert)

Ich habe Denny sogar schon sehr frühzeitig gefragt, ob er als Sänger einsteigen möchte. Allerdings hatte er leider kein Interesse an einer Livebesetzung, zumal auch die Entfernung für kontinuierliche Proben ein Hindernis darstellte.

Arkuum Tour IIWenn ich die Songs analytisch betrachte (Riffs, Wiederholungen usw.) rauscht die Platte an einigen Stellen an mir vorbei. Die positive Überraschung von „Die letzte Agonie“ war für mich, als ich das Denken abgestellt und einfach das Gefühl auf mich wirken gelassen habe. Euer Album fordert Zeit ein (nicht zuletzt wegen der langen Songs), hat mich aber dann mit einer sehr intensiven Atmosphäre belohnt. Hattet ihr dieses Ziel beim Songwriting vor Augen oder ging es in erster Linie darum, das Innere nach außen zu kehren, ohne Rücksicht auf die Wirkung auf den Hörer?

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass das neue Album an einigen „Trostlos“ Fans vorbeigehen wird. Musikalisch ist es doch etwas härter, roher und ambientlastiger, alles in allem also viel spezieller. Ich möchte mich aber auch ganz und gar nicht auf einen bestimmten Stil festlegen, nur weil die Nachfrage dahingehend größer oder kleiner ist. Ich mache einfach das, was mir gerade gefällt. Die nächste Scheibe wird bestimmt wieder ganz anders.

Du hast auf alle Fälle recht, dass das Album seine Zeit braucht, aber meiner Meinung nach, kann man sich erst so richtig in die Atmosphäre eintauchen, wenn die Songs nicht schon nach fünf oder sechs Minuten vorbei sind. „Einfach das Gefühl auf mich wirken lassen“ beschreibt das Konzept schon recht passend. Die Songs sind tatsächlich sehr von mir durchdacht und ich habe mir für jede Phase, mir passende Stilmittel überlegt. Ich möchte hier nicht alles benennen, das gehört schließlich auch zur Interpretation des Hörers, darüber könnte ich aber wohl auch einen eigenen Artikel verfassen. Aber einige Beispiele:

Zorn – Schnelles, hartes Intro mit langer und gleichbleibenden Riffs, um den Rausch des Zornes zu verdeutlichen. Die Ruhe vor dem Sturm im mittleren Songteil und das anschließend ausartende Ende.

Verzweiflung – Die zwei langsamen Doom Riffs, die den Abfall der Stimmung in die Depression verdeutlichen.

Akzeptanz – Das lange Outro, das sich nach jeder Wiederholung um fünf BPM (beats per minute) verlangsamt, was das Ende des Lebens und die Akzeptanz des Todes darstellen soll.

Also es gibt sehr viele Stilmittel zu entdecken.

Zur Zeit lasse ich das Album immer noch einige Durchläufe auf mich wirken. Gerade das atmosphärische `Verleugnung` hat mich schnell in die ARKUUM Atmosphäre eingesogen. Mit `Akzeptanz` habt ihr einen intensiven Emotionstrip bei mir ausgelöst. Die versöhnliche Einstiegspassage, das letzte Aufbegehren und das langsame Sterben des Songs mit der Textpassage „Alle Türen sind verschlossen“ (beim Autofahren inklusive Sonnenuntergang zum ersten Mal gehört) bescheren mir eine konstante Gänsehaut, danke dafür!

Sonnenuntergang, eine eintönige Autofahrt und mit sich alleine sein. Das sind gute Voraussetzungen, um das Album auf sich wirken zu lassen. Danke für das Lob und gern geschehen.

Einige Worte zur Aufmachung des Albums; wie kam es zu der Idee des Covers und wie ist es entstanden? Das Booklet sieht ebenfalls schön atmosphärisch aus (außer das Foto mit dem Geist in der Kirche, der Rest ist um Längen atmosphärischer).

Die Ideen zum Artwork habe ich größtenteils mit meiner Freundin zusammen ausgearbeitet. Dafür sind einige Stunden drauf gegangen, da ich nicht nur einfache und bedeutungslose Bilder machen wollte. Mein Anspruch war da auf jeden Fall um Längen höher, als für das Debut. Es sollte auch stets eine künstlerische Bedeutung haben und Spielraum für Interpretationen bieten. Auch hier gibt es auf jedem Bild viel zu deuten, wie auch schon im musikalischen Bereich. Das Gesamtkonzept basiert auf einer Protagonistin, welche die Phasen durchleben muss.

Das Cover beschreibt meiner Meinung nach mit seiner Wirkung das Album in seinen vollen Zügen. Eine unschuldige Person in Weiß verleugnet ihren Tod, was vor allem durch die verbundenen Augen und den zugehaltene Ohren bewusst gemacht wird. Innerlich hat ihr Verfall allerdings schon längst begonnen, Maden regen sich in ihren Händen und das blutige Geschmiere deutet auf das kommende Ende hin.

Gibt es aktuell bereits weitere Pläne? Da ihr nun eine Band seid, bieten sich weitere Live Shows ja quasi an. Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen auftreten?

Ich arbeite aktuelle schon an einem neuen Konzept und an neuen Werken, aber während dem Debut Release war die Situation ähnlich und es hat trotzdem seine drei Jahre bis zur neuen Veröffentlichung gedauert. Live gibt es uns natürlich auch das ein oder andere Mal zu sehen, allerdings leider noch zu selten für meine Vorstellung.

Die Release Show am 04.08 in Crailsheim und das Spirit of Black & Doom am 08.09 in Karlsruhe sind aber auf alle Fälle gute Anhaltspunkte für Fans des atmosphärischen Black Metals.

Danke für „Die letzte Agonie“ und deine Zeit. Die abschließenden Worte an unsere Leser gebühren dir.

Danke an alle Helfer, die das Album möglich gemacht haben. Es sind immer viele Freunde und Bekannte involviert, an die ich mich für alle möglichen Arbeiten wenden kann und natürlich ein großes Dankeschön an jeden Fan, der die Band und mich unterstützt. Und selbstverständlich an dich!

Radu

INTERVIEW: EIS

Posted by Radu On März - 25 - 2018

Mit ihrer EP “Stillstand und Heimkehr” gehen EIS einen Schritt weg vom Kopf und widmen sich ganz dem Kopf- und HerzgefĂĽhl. In unserem Interview sprachen wir ĂĽber das Innehalten im Moment, ausgewählte Konzerte und Wanderern ĂĽber dem Nebelmeer.

Hallo und herzlichen Glückwunsch zu eurer EP „Stillstand und Heimkehr“! Wie geht es euch zur Zeit?

Alboin: Ehrliche Antwort? Allen ist kalt, alle haben immer zuviel zu tun. Torrent hat Grippe, Abarus schiebt 12-Stunden-Schichten und wartet darauf, dass die Angelseen wieder auftauen, Dante musste gerade aus einer Sauna an einem dänischen See wieder zurück nach Deutschland… und über mich reden wir mal ausnahmsweise nicht. ;)
Und jetzt die standardisierte Promo-Antwort: Heeeey, alles total großartig, wir sind so happy, dass unsere neue EP endlich veröffentlicht und sind wir sind ready to take the world und alles.

Die EP ist eine Hommage an das Bild von Caspar David Friedrich – „Dem Wanderer über dem Nebelmeer“ Wie kam es zu der Vertonung des Bildes?

Alboin: Ist sie eigentlich nicht, nur das TitelstĂĽck habe ich ganz allgemein allen Wanderern ĂĽber dem Nebelmeer gewidmet, was natĂĽrlich metaphorisch gemeint ist. Auch haben wir nicht das Bild vertont, es hat mich nur in gewissen Dingen inspiriert. Beispielsweise habe ich mich gefragt, wie wohl der Weg hoch ĂĽber das Nebelmeer gewesen sein mag, und im Zuge dessen auch vieles ĂĽber meinen eigenen Lebensweg und wie ich dorthin gekommen bin, wo ich jetzt stehe. Oft sieht man ja nur das Ergebnis, selten aber, wie es dazu kam. Von daher ist das Bild wirklich nur ein Ausgangspunkt und eine Inspirationsquelle gewesen.

Nebelmeer

Wie seid ihr an das Songwriting ran gegangen? Hattet ihr im Vorfeld eine grobe Idee, oder ist das meiste spontan im Proberaum entstanden?

Alboin: Letzteres. Torrent und ich haben uns, ohne den beiden Gitarristen davon zu erzählen, für ein Wochenende im Proberaum eingeschlossen und einfach drauflos gespielt, und was man jetzt hören kann ist das, was nach zwei Tagen dabei herausgekommen war. Wir wollten auch gar nicht unbedingt Musik für EIS machen, sondern einfach nur zusammen spielen und uns von ein paar Dingen ablenken. Das Ergebnis war dann tatsächlich für uns alle so überzeugend, dass wir uns entschieden haben, die beiden Stücke noch vernünftig aufzuarbeiten und zu veröffentlichen.

Die EP zeigt sehr gut, daß Black Metal mehr kann, also sinnlos dahin zu feuern oder nur verschachtelte Songstrukturen eigenbrödlerisch zu verteilen. Besonders die Emotionen kommen meiner Meinung nach hier sehr eindrucksvoll zur Geltung. Was war euch wichtig, beim Erschaffen dieser EP?

Alboin: Ich kann da nur für mich sprechen, aber mir war tatsächlich nur wichtig, musikalisch aktiv zu sein, mich abzulenken, irgendetwas herauslassen zu können, das ich zu dem Zeitpunkt gefühlt habe. Textlich habe ich versucht, Botschaften zu formulieren, Gedanken zu verpacken, die ich gequält haben, und irgendwie auch loszuwerden. Ja, diese Aufnahme ist für mich tatsächlich die pure Emotion, da ist kein Stück Kopf dabei, keine Ratio, die mich zensiert oder mir etwas verboten hat, und ich freue mich, dass du das offenbar so auch hören kannst.

Gerade im Bezug des Abwendens von der Menschheit und den Rückzug in die innerer Isolation hat mich die eure Musik sehr berührt. Da stellt man sich natürlich die Frage; welche Lebensumstände veranlassen den Künstler dazu, diese Art (in der Intensität) von Musik zu schreiben?

Alboin: Ich fürchte, diese Frage wirst du dir, genau wie alle anderen Hörer, die das beschäftigt, auch weiterhin stellen müssen. Darüber möchte ich nicht sprechen. Allerdings glaube ich, dass man durchaus verstehen kann, was das für eine Situation gewesen sein muss. Es war eine der schlimmsten meines nicht mehr ganz so jungen Lebens, und ich wusste zu diesem Zeitpunkt tatsächlich nicht weiter. Deshalb habe ich die Musik in diesem Moment mehr denn je gebraucht.

Stillstand ist bekanntlich der Tod für die Weiterentwicklung; sei es für die Seele oder die Gesellschaft an sich. Was bedeuten für dich persönlich die Worte „Stillstand“ und „Heimkehr“? Ist Heimat ein Ort, oder ein Gefühlszustand für dich?

Alboin: Stillstand ist aber auch ein Innehalten im Moment. Ich musste lernen, und kann es vermutlich immer noch nicht so richtig, in jeder einzelnen Situation auf mich zu hören, zu fühlen, wie es mir gerade geht, was ich brauche, was ich will und was ich nicht möchte. Immer nur weiterzumachen im Leben, Anforderungen zu erfüllen, Ansprüchen zu genügen, Dinge zu „müssen“ und sich immer irgendwo unwohl zu fühlen… das ist kein Zustand. Am Ende stehst du in einer Sackgasse, fragst dich, wo du falsch abgebogen bist in deinem Leben und warum du das nicht gemerkt hast. Das möchte ich nicht. Bevor ich immer weiterlaufe, bleibe ich lieber stehen und versuche, den Moment wahrzunehmen.

Heimkehr ist im Gegenzug eher ein Ankommen an einem richtigen Ort, aber keinem geografischen Ort, sondern wohl eher einem Inneren. Ich glaube nicht, dass man das mit „Heimat“ übersetzen kann, das ist für mich absolut nicht dasselbe. Es ist mehr ein Gefühl, zu etwas zurückzukehren oder etwas zu erreichen, das einem Glückseligkeit verspricht, oder auch nur Zufriedenheit. Ich hatte das einmal, da bin ich mir sicher, aber habe es irgendwo verloren. Das Gefühl kennen wahrscheinlich die meisten von euch Lesern auch, oder? Letztlich ist diese EP (m)ein Versuch, damit irgendwie umzugehen, das zu verarbeiten.

EIS VorschauDa es sich um eine EP handelt, wurde die Messlatte für ein Album sehr hoch gelegt. Wie ist aktuell der Stand? Seid ihr dabei und was könnt ihr uns über die Entwicklung des Albums sagen?

Alboin: Die Messlatte liegt bei mir nach jeder Veröffentlichung hoch. Ich bin eigentlich immer der Ansicht, dass ich das Beste abgeliefert habe, dessen ich fähig bin und weiß meist nicht, was ich danach noch besser machen kann. Was anderes kommt für mich auch nicht infrage, dann brauche ich auch einfach gar nichts zu veröffentlichen. Von daher: Ja, die EP ist sicherlich gut, aber das heißt für die nächste Veröffentlichung nichts.

Ein Album ist aktuell nicht in Sicht. Im letzten Herbst habe ich mich mehrere Wochen in eine Hütte in Norwegen zurückgezogen und dort Musik gemacht. Es sieht danach aus, als liefe es auf Material für zwei ganz verschiedene Alben hinaus. Eines wird sehr norwegisch und nach den 90ern klingen, aber anders als „Wetterkreuz“ eher warm, weich und melancholisch. Das andere Album wollte ich schon vor „Bannstein“ machen, war aber dann musikalisch nicht inspiriert, oder vielleicht auch technisch noch nicht soweit. Das ist konzeptionell und musikalisch sehr ungewöhnlich und eine echte Herausforderung für mich.

Von beiden Alben ist knapp die Hälfte fertig, und ich weiß noch nicht, wann ich daran weiterarbeiten werde. Ich denke, 2018 werden wir nichts weiter veröffentlichen.

Im Internet liest man in erster Linie von euch als Duo, obwohl ihr mittlerweile mehr Leute seid. In wie weit tragen die anderen bei euch zum Songwriting bei?

Alboin: Das liegt daran, dass wir offiziell immer noch mit Dante und Torrent als Live-Musikern arbeiten. Eigentlich ist die Unterscheidung aber hinfällig, wir machen derzeit wirklich fast alles zusammen und sind eine echte Band. Müssten wir einfach mal bei Facebook posten, denn was bei Facebook steht, ist bekanntlich wahr.
Was wir nachwievor nicht zusammen machen, ist die Musik. Die mache ich weiterhin alleine, und das wird wohl auch so bleiben. Wobei… für die EP hat Torrent einen großen Teil der Drumtracks und damit teilweise auch die Struktur der Songs beigesteuert, das ist ein Novum. Alles andere habe ich nachwievor unter meiner Fuchtel, um ehrlich zu sein halte ich das auch für eine Idee, wenn eine Vision eines Stückes oder Albums rein und klar bleibt. Dante hat ja mit Infesting Swarm, theoretisch, sein eigenes Betätigungsfeld, und Abarus ist mit Ferndal als zweiter Band ausgelastet, denke ich.

Eine Frage an Dante: Infesting Swarm wurde vor kurzem aufgelöst. Wie geht es dir aktuell damit und wirst du dein Hauptaugenmerk auf EIS konzentrieren, oder gibt es noch weitere Projekte?

Dante: Hey Radu, aufgelöst haben wir Infesting Swarm so direkt nicht. Die Band gibt es schon noch, aber wir haben uns dazu entschieden gerade erstmal eine Pause einzulegen. Unser Sänger Tim und Drummer Johnny haben sich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen die Band zu verlassen.
Da wir in dieser Konstellation nun schon sehr lange Musik zusammen gemacht haben, ist es fĂĽr uns als verbliebenen Mitglieder nicht einfach sich direkt wieder auf neue Menschen einzulassen. Daher nehmen wir uns jetzt einfach die Zeit, die wir brauchen um das ganze zu verarbeiten und neue Musik zu schreiben.
Zur Zeit habe ich viel mit EIS zu tun ja, aber ich werde definitiv weiter Musik machen. In welcher Form und mit welcher Band, das ist noch nicht ganz klar.

Welche Live Aktivitäten sind bei euch geplant?

Alboin: Eine ganze Menge einzelner Konzerte und Festivals in diesem Jahr (unter anderem Ende März in der Schweiz, auf dem Dark Easter Metal Meeting, dem Metal Frenzy, dem Rock for Roots, dem Barther Metal Open Air, dem Black Fall Fest in Bremen usw.), wobei wir keine Band sind, die jedes Wochenende überall spielen kann. Wollen wir auch nicht. Das geben unsere Jobs und privaten Situationen aber auch einfach nicht her, und wir haben nicht den Anspruch, mit der Band unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wir freuen uns über tolle Konzerte, wissen aber auch, dass das sehr anstrengend ist und wir diese Band letztlich machen, um Spaß daran zu haben. Deshalb rennen wir nicht jedem Angebot hinterher.

Ihr seid bei Prophecy unter Vertrag; bis letztes Jahr gab es noch das Prophecy Fest, das leider zur Zeit auf Eis liegt. Falls es wiederkommt, könntet ihr euch vorstellen, dort zu spielen? Was wäre das perfekte Setting für euren Live Auftritt?

Alboin: Das Label hat den Anspruch, dass das Festival nach Möglichkeiten ausverkauft sein sollte, was natürlich auch finanzielle Gründe hat, und das war nach dem ersten Jahr dann nicht mehr der Fall. Daher ist die Entscheidung verständlich, ein Jahr auszusetzen und vielleicht mit einem überarbeiteten Konzept 2019 weiterzumachen. Wir würden, wie in allen anderen Jahren zuvor, gerne spielen. Leider sind wir bis jetzt nicht berücksichtigt worden.

Danke für deine Zeit und die Antworten. Die letzten Worte an unsere Leser gehören dir.

Alboin: Ich bin kein Mensch für letzte Worte und „jetzt sag mal das und das“-Situationen. Danke für deine Zeit, Mühe und Unterstützung! Wir freuen uns über jeden, der sich mit unserer Musik beschäftigt, dem oder der sie etwas bedeutet, und auch über Rückmeldungen jeder Art. Wir sind eine der Bands, die darauf auch noch antworten. ;)

Radu

EIS Banner

Interview: Dark Siffler

Posted by Radu On März - 23 - 2018

Zu Gast bei dem YouTuber DARK SIFFLER
Siffler ist ein Festivalguru, meist ĂĽberall anzutreffen und allseits beliebt.
Aus diesem Grunde habe ich ihn fĂĽr euch unter die Lupe genommen und ein Interview mit ihm gemacht.
Natürlich vor laufender Kamera, wie es sich für einen YouTube Star gehört. Ich gebe zu, etwas nervös war ich ja schon. Das Ergebnis seht ihr hier:
Bayernbrille auf und los gehts!

Du bist überall  auf Festivals unterwegs. Gibt es da überhaupt noch Zeit für Party?

DarkSiffler: Ja, definitiv. Ich bin viel auf Festivals unterwegs. Nicht auf allen, das geht leider Urlaubstechnisch gar nicht, man hat ja noch ein anderes Leben außer Festivals. Aber: Wenn ich auf einem Festival bin, will der Veranstalter von mir, dass ich das Festival lebe wie ein Festivalgänger. Also natürlich mach ich Party, sonst kann ich ja nicht berichten, wie es einem Festivalgänger auf einem Festival geht. Und genau das schätzen die Veranstalter bei mir, dass ich quasi aus dem Volk raus spricht und nicht irgend ein VIP bin, der mal eben kurz vom Hotelzimmer los geht und ein Konzert ansieht und wieder heim fährt.

Was hat dich dazu bewegt, „Dark Siffler“ zu machen. Wie kam es dazu?

DarkSiffler: Ursprünglich entstand der Kanal 2007 als Promotionkanal für meine Band. Irgendwann löste sich die Band auf. Ich hab dann YouTube geschaut, zu der Zeit war das eben so. Damals gab es da die Cold Mirror, die hat richtig coolen Content gemacht. Da fiel mir auf, dass man sich auf YouTube richtig gut verwirklichen und so hab ich dann begonnen, mit so bayrischem Zeug halt. Also ganz schlechte alte Videos von mir, kann man sich gerne mal anschauen wenn man mag. Man hat sich dann halt weiterentwickelt und irgendwie bin ich dann in die Festivalschiene gerutscht und seitdem fühle ich mich da wohl.

Du hast schon sehr viele Videos gemacht. Hättest du die Chance, eine Band zu treffen, deine Lieblingsband, wer wäre das?

DarkSiffler: Also ich bekomme ja immer mal wieder CDs zugeschickt, auch von Promotionfirmen. Diese Firmen fragen dann eben auch „Hey, hast du Bock nach München zu fahren und dort ein Interview mit Band A, B, C zu machen?“. Ja, es wär schon lustig, das Problem ist aber, dass ich selber keine Interviews lese (außer es betrifft mich natürlich selber). Es ist halt so, dass ich, wenn ich mit jemandem spreche, der kein Deutsch versteht, ist es schwierig, die Fragen so rüberzubringen. Ich denke mir, eine Band sitzt da, bekommt in hundert Interviews hundertmal die gleichen Fragen, da lass ich das einfach lieber professionellen Menschen wie dich machen, wo man sich hinsetzt und wirklich vorher recherchiert.
Frage von DarkSiffler an mich: Wie viel Recherche oder Zeit hast du in dieses Video investiert?
Batsy: Ich bin mal ehrlich, eigentlich schon sehr viel Zeit. (1 Monat um genau zu sein!). Es ist schwierig, da du ja keine Band hast in dem Sinne, das heiĂźt, man muss sich halt in die Materie einlesen, schauen, was du zu bieten hast. YouTube ansehen und so weiter.

DarkSiffler: Du hast dir meine Videos ansehen mĂĽssen?
Batsy: Jedes einzelne. Und ich habe es ĂĽberlebt. Also bis jetzt geht es mir noch gut!
DarkSiffler: Genau das ist ja mein Problem: Ich kann die Zeit nicht investieren. FĂĽr mich ist alles andere im Moment einfach wichtiger. CD Reviews zum Beispiel, das ist echt eine Aufgabe fĂĽr mich, weil ich noch nicht genau weiĂź, wie ich das umsetzen kann. Aber das kommt auf jeden Fall auch noch.

Was macht fĂĽr dich guten Metal aus?

DarkSiffler: Guter Metal muss mich gefühlstechnisch berühren. Jede Art von Metal ist willkommen. Ich muss dann aber schon da sitzen und mir denken „wow… cool, ich verstehe, was die Band von mir will!“. Letztes Mal, wo wir gemeinsam auf dem Konzert waren, bei der DEATHNATION, da war eine Band auf der Bühne, ich weiß nicht, was die gesungen haben, ich stand vor der Bühne und war den Tränen nahe, es war einfach so emotional! Hab mir auch gleich eine CD gekauft. Wie gesagt, es ist nicht wichtig, welche Richtung vom Metal das ist. Metalcore zum Beispiel ist bei mir im Moment voll im Trend. Dieses Geschrei, ich lass ja selber gerne Frust ab. Dazu kommt dann noch ein emotionaler klarer Gesang (der natürlich gut sein muss). Das ist das, was mich einfach wahnsinnig berührt. Der Text muss für mich persönlich nicht sehr tiefsinnig sein, es reicht, wenn Melodie und Textklang passen. Und so sollte Metal sein! Man soll nicht immer in einem Genre festhängen.

Batsy: „Metalheads sind da eigentlich aufgeschlossener, oder?“
DarkSiffler: Naja, also wenn ich mir da gewisse Facebook Kommentare durchlese… es gibt natürlich da und da Idioten.

Es steckt unglaublich viel Arbeit in einem YouTube Video (vor allem, wenn es gut ist). Wie lange brauchst du von Beginn bis Ende, bis ein Video fertig ist?

DarkSiffler: Also wenn ich einen Text brauche, wie für mein Video „Es nervt“ zum Beispiel, dann schreibe ich vorher tatsächlich einen Text dafür. Ich will ja schließlich etwas Sinnvolles erzählen. Dafür setze ich mich dann auch zwei Stunden hin für einen Text. Habe ich den Text und er gefällt mir, beginne ich das Drehen. Das dauert dann meistens eine halbe Stunde oder so, das ist am Wenigsten Arbeit. Du wirst das ja selber sehen: Das Video dauert am Ende so zehn Minuten, vielleicht mehr und wir reden jetzt aber eine gute Stunde. Was wirklich Zeit braucht ist der Schnitt. Dafür brauche ich dann auch mal ein paar Stunden, je nachdem, wie viel Effekte und Sachen ich noch einbauen will in das Video. Ich halte es halt so einfach wie möglich, damit der Aufwand gering ist. Ich finde ja, die Videos sind so auch ganz okay.

Welches war das beste Konzert ever fĂĽr dich?

DarkSiffler: Ich kann mich noch ganz genau dran erinnern. Das war vor zwei, drei Jahren, BULLET FOR MY VALENTINE in MĂĽnchen. CALLEJON war Vorband. Ich war mitten im Moshpit unterwegs, das hat so mega SpaĂź gemacht, es war so cool. Seitdem war es auch nie mehr so special. An manche Konzerte erinnert man sich eben sehr gut.

Hattest du schon einmal die Ehre, eine Lieblingsband von dir live zu treffen? Backstage, etc?

DarkSiffler: Leider nicht, nein. BULLET FOR MY VALENTINE ist eine meiner Lieblingsbands. Wenn ich die treffen würde, hätten wir wieder das Problem mit der Verständigung. Da müsste ich mich wirklich zwei, drei Stunden mit denen hinsetzen und eine Maß nach der anderen trinken und einfach Spaß haben mit den Jungs. Sowas filmen wäre schon cool, jedoch ist das Problem bei so großen Bands, dass sie nach dem Auftritt meistens wieder in den Tourbus müssen und ab zur nächsten Location. Ich würde einfach gerne die Person hinter der Musik kennenlernen, Ein Fangirl bin ich jetzt auch nicht so wirklich, ich falle nicht in Ohnmacht oder beginne zu kreischen.

Bist du alleine unterwegs oder gibt es da jemanden, der dich unterstĂĽtzt?

DarkSiffler: Ursprünglich hatte ich ein Team von vier Leuten. Einer meiner besten Freunde macht die Kamera, das ist der berühmte „Kamera Mani“, den ich immer wieder in meinen Videos lobe. Mani ist einfach lieber hinter der Kamera und seit ich das mache mit YouTube ist der mit dabei. Er sagte mir mal „Siffler, deine Videos sind grottig. Ich mache für dich die Kamera“. Seitdem ist er dabei, auf Festivals sowieso. Mani wird auch mit mir akkreditiert, Deshalb schau ich drauf, dass der immer mit dabei ist. Natürlich kann es mal sein, dass ich alleine unterwegs bin, da weiß ich jedoch nicht, wie ich das selber umsetzen kann. Da kommen dann meistens nur irgendwelche Festivalreviews dabei raus, wo ich dann die Impressionen filme und einblende.

Wie weit wĂĽrdest du fĂĽr ein Konzert maximal fahren?

DarkSiffler: Gute Frage. Ich fahre gerne mal eine Stunde oder zwei, wenn halt ein Schlafplatz vorhanden ist, vor allem, wenn ich neue Leute kennenlerne. Wenn mir etwas angeboten wird, fahr ich auch mal vier Stunden, das ist kein Problem.
Da gibt es ja ein sehr sehr großes Festival in Deutschland, ich will jetzt keine Namen nennen, das ist mir tatsächlich zu weit weg. Acht Stunden mit dem Auto, das ist einfach ein Stück. Das Weiteste für ein Festival ist zum Beispiel das ROCK HARZ Festival, das sind ungefähr viereinhalb Stunden weg. Das ist auch eines meiner Lieblingsfestivals.

Siffler, du kannst kochen. Heißt das, du könntest theoretisch als Mann alleine überleben?

DarkSiffler: Natürlich! Ich überlebe, ich bin da. Wie jeder weiß, hab ich auch ein Bisschen was auf den Rippen, das liegt daran, dass ich tatsächlich gut kochen kann. Deshalb koche ich auch das, was mir am Besten schmeckt, weshalb ich dementsprechend viel esse.

Das heiĂźt, dass du auf einem Festival weder verloren gehst noch verhungerst?

Dark Siffler: Also einen Essensstand finde ich immer. ROCK HARZ zum Beispiel: Da bin ich mit einer Gruppe unterwegs, alles meine Freunde, ja, schon fast Familie, da wird dann richtig aufgekocht! Knödel mit Champignonsauce zum Beispiel. Wir alle sind so eingestellt. Man muss nicht immer dieses ungesunde Essen zu sich nehmen, man kann sich sehr gut selber versorgen. Auch, wenn das Festival mal eine Woche dauert, kann man auch Eingefrorenes mitnehmen, das wissen nur die Wenigsten. Es ist ein Aufwand, wenn man sowas vor hat, wir machen das aber sehr gerne, jeder von uns kann kochen. Viele behaupten ja, Raviolidosen auf Gaskocher wäre kochen. Lasst es. Bitte.

Wo siehst du dich in fĂĽnf Jahren?

DarkSiffler: Ich denke mal, immer noch hier. YouTube werde ich nicht aufhören, nur weil ich alt werde. Auch die Festivals werde ich weiterhin besuchen. Ich habe schon so oft gehört „ich bin zu alt für Festivals“. Nein. Zu alt gibt es nicht. Was ich weiterhin auf YouTube mache, ob es irgendwann in eine andere Richtung geht, zeigt die Zeit, fünf Jahre sind überschaubar, wenn ich so an die letzten fünf Jahre denke, was da alles passiert ist. Es hat sich so viel verändert, ich habe mich verändert, man wird älter, Kreuzschmerzen kommen und so weiter. Also teilweise weiß ich nicht mal, was nächste Woche passiert. Es ist schwierig, auf diese Frage eine richtige Antwort zu finden, weshalb ich da lieber ein Bisschen drum rum rede.

Ich habe jetzt noch zehn Shorties vorbereitet fĂĽr dich.
Das heiĂźt: Ich stelle dir zehn Fragen zwischen A und B und du antwortest so schnell du kannst, ohne darĂĽber lange nachzudenken.

1. Pizza oder Burger?
DarkSiffler: Burger

2. Heavy Metal oder Glam Metal?
DarkSiffler: (ringt nach Luft) Glam Metal.

3. Bier oder Wein?
DarkSiffler: Bier.

4. Schwarz oder WeiĂź?
DarkSiffler: Schwarz.

5. SĂĽĂź oder Sauer?
DarkSiffler: SĂĽĂź.

6. Horror oder Komödie?
DarkSiffler: Horror.

7. Arnold Schwarzenegger oder Vin Diesel?
DarkSiffler: Schwarzenegger.

8. Pick-Up Truck oder Sportcoupé?
DarkSiffler: Pick-Up Truck.

9. Sommer oder Winter?
DarkSiffler: Sommer.

10. Duschen oder Baden?
DarkSiffler: Alleine oder zu zweit? (Wir lachen)
Batsy: Kannst du Perlen tauchen?
DarkSiffler: ich kann Blubber blasen!

An dieser Stelle nochmal danke an dich, DarkSiffler, dass du dir die Zeit genommen hast. Und vor allem danke fĂĽr die mega gute Pizza.
Wir sehen uns baldmöglichst.

DARK SIFFLER YouTube, Facebook.

siffiiiiiii

INTERVIEW: ERADICATOR

Posted by Radu On März - 8 - 2018

Eradicator Band

Hallo Seba, erzähle uns etwas zur neuen Scheibe INTO OBLIVION.

Seba: Sehr gerne! „Into Oblivion“heißt unser neues Album, welches am 09.03.2018 erscheint. Es ist auf CD und LP erhältlich und umfasst 10 neue Songs, die zwischen Ende 2015 und Anfang 2017 entstanden sind. Wir haben uns für die Scheibe zum ersten Mal, nach langjähriger Zusammenarbeit mit Jörn Michutta, einen neuen Producer und ein neues Studio gesucht. Das lag daran, dass wir uns vorgenommen haben neue Erfahrungen zu machen und eingetretene Pfade bei der Vorgehensweise der Aufnahmen usw. zu verlassen. Martin Buchwalter ist also der neue Mann hinter dem Pult und in seinem Gernhart Studio ist Into Oblivion eingespielt worden.

Wie sieht Eure Vorstellung vom perfekten Sound aus?

Seba: Das kann ich ganz pauschal nicht beantworten. Viele meiner Lieblingsplatten und meiner Meinung nach, einige der am besten klingenden Platten, sind vollkommen verschieden. Wichtig ist, und das haben diese Alben alle gemeinsam, dass die aufgenommene Band als Einheit präsentiert wird. Ob wir von einer modernen Produktion sprechen oder von Material aus den 80ern, es ist wichtig, dass der Geist der einzelnen Musiker und der Band im Ganzen eingefangen und wiedergegeben werden. Mit welchen Equalizer Einstellungen das am Ende bewerkstelligt wird, ist erstmal zweitrangig. Mir war es als Künstler wichtig an diesem Prozess beteiligt zu sein, um durch Anregungen und Kritik das bestmögliche aus den Aufnahmen rauszuholen.

Wie entstehen eure Songs?

Seba: Früher haben wir wirklich sehr häufig geprobt, dabei neue Ideen gesammelt und kombiniert, um neue Songs zu schreiben. Seit etwa 5 Jahren proben wir nicht mehr sehr oft, da wir recht verstreut wohnen. Daher haben wir uns eine andere Vorgehensweise angeeignet. Bis auf den Titelsong habe ich alle Lieder auf Into Oblivion geschrieben. Wenn ich kreative Anwandlungen habe, dann nehme ich meine Ideen direkt auf. Kombiniere sie und versuche einen Song daraus zu machen. Dann produziere ich eine Demo, arbeite mögliche Schlagzeugparts aus und lasse so das Grundgerüst eines Songs entstehen. Das zieht sich manchmal über mehrere Wochen, weil ich beim Einspielen der Demo neue Ideen bekomme und teilweise alles über den Haufen werfe. Bei dem neuen Material hab ich sehr drauf geachtet, dass in Teilen der Songs genug Platz für die Gesangslinien bleibt. Da musste ich mich als Gitarrist hier und da schon etwas zurücknehmen. [Haha]

Habt ihr eine Tour in Planung?

Seba: Na klar! Am Tag der Veröffentlichung starten wir die „Backpfeifen Tour 2018“, wieder zusammen mit unseren Kumpels von Godslave! Die Termine führen uns wieder durch weite Teile der Republik und uns mit ERADICATOR sogar nach Schottland! Die genauen Daten findet man auf unserer Homepage.

Wie entstand das neue Video?

Seba: Wir haben über einen befreundeten Sozialarbeiter eine Anfrage bekommen bei einem Kultur-Förderprojekt mitzumachen. Seine Idee war es, für und mit uns ein Musikvideo produzieren zu lassen. Von der Idee waren wir natürlich sofort begeistert. Im Zusammenhang mit dem neuen Album hat das zeitlich dann auch perfekt gepasst. Mit Rainer „Zipp“ Fränzen hatte Jörn auch direkt den richtigen Mann für den Job an der Hand. Mit ihm zusammen haben wir dann ein Skript erarbeitet und unsere Möglichkeiten ausgelotet. Der Drehtag selbst war eine wirklich coole und neue Erfahrung für uns. Rainer hat uns einiges abverlangt, aber das hat sich wirklich gelohnt, denn das Ergebnis ist der Hammer geworden.

Was sind Eure musikalischen Vorbilder?

Seba: Als ich jünger war, habe ich mir über solche Fragen viele Gedanken gemacht. Wem eifert man nach? Wie kann ich so gut werden wie XY? Unsere Band soll klingen wie Z! Das ist zu Anfang einer Band sicherlich wichtig. Man muss, gerade wenn man keine Erfahrung hat, versuchen sich zu definieren und zu profilieren. Je länger ich Musik mache, desto weniger versuche ich anderen nachzueifern. Klar, es gibt Musiker und Bands die einen beeindrucken und im besten Fall inspirieren, aber ein Vorbild in dem Sinne, dass ich auch so sein will, gibt es nicht mehr. Schließlich gäbe es die Person dann ja schon. Natürlich würde ich gerne so gut singen können wie Matt Barlow und Gitarre spielen wie Marty Friedman, aber ich arbeite einfach weiter an mir und an der eigenen Band. Je mehr man sich selbst von solchen Zwängen löst, desto freier fühlt man sich und so findet man eher seine eigene Nische.

Was bedeutet Euch die Musik?

Seba: Für mich persönlich ist die Musik eine der wichtigsten Säulen meines Lebens. Nicht nur die eigene. Ich genieße es genau so sehr Musik zu hören, wie auch zu machen. Das ist einfach ein fester Bestandteil von mir und ich kann und will es mir nicht ohne vorstellen

Was erhofft ihr Euch von der Zusammenarbeit mit dem neuen Label?

Seba: Vor allem Unabhängigkeit! Denn Green Zone Musik ermöglicht es uns unsere eigenen Label Manager zu sein. Bernie und Mika von Godslave führen das Label in enger Zusammenarbeit mit mir. Auf diese Art konnten wir unsere Erfahrungen aus den Jahren im Business bündeln und für alle Seiten Vorteile daraus ziehen. Wir sind mit Herzblut dabei und es macht uns sehr viel Spaß das alles selber auf die Beine zu stellen. Klar, wir haben mit Gordeon und H’Art sehr gute Partner für Promotion und Vertrieb auf unserer Seite. Diese mussten aber auch erstmal von unserem Vorhaben überzeugt werden. Und die Ideen die diese Kombination zusammenhält, stammen alle von uns.

Wie seht ihr momentan die Musiklandschaft? Ist heute alles nicht mehr so wie in den guten alten 80ern wo die Bands noch einen hohen Status hatten?

Seba: Was sehr positiv ist: es gibt unglaublich viele gute Bands. Das bedeutet also, dass die Musik und Kulturlandschaft florieren. Ich habe sie zwar nicht ausgiebig erlebt, aber ihren Stand werden sich die Bands der 80er auch schwer erarbeitet haben. Der Ruhm und die Anerkennung die man teilweise entgegengebracht bekommt, sind sicherlich ähnlich. In vielen Teilen der Gesellschaft fehlt aber eine gewisse Wertschätzung gegenüber der Musik, nicht nur als Kunstwerk, sondern auch als Produkt. In Zeiten von Online-Streaming und „Weg-werf-Mentalität“ wird es einem nicht gerade leicht gemacht die Musik als (kleine) Band zu finanzieren oder gar davon zu leben. Dafür kann man den Konsumenten nicht voll verantwortlich machen, denn dieser Umstand hat sich durch Technisierung und gesellschaftliche Entwicklungen so ergeben. Man kann aber daran appellieren die favorisierten Künstler durch Plattenkäufe und Konzertbesuche zu unterstützen! Wir freuen uns über jeden neuen Fan, den wir mit unserer Musik begeistern können!

Wo seht ihr Euch in 10 Jahren und was sind Eure Ziele?

Seba: ERADICATOR gibt es inzwischen seit 14 Jahren. Da sind wir sehr stolz drauf. Wir haben uns als Band, Musiker und Menschen in dieser Zeit entwickelt und Existenzen aufgebaut! Wir haben sehr viel Freude an dem was wir tun und ich gehe mal davon aus, dass sich das auch auf lange Sicht nicht ändern wird. Wir haben aber keine Zukunftsvision von uns vor Augen. Wir leben im Hier und Jetzt und machen einen Schritt nach dem Anderen. Die Musik ist ein wichtiger Teil von uns und wird es bleiben! Unseren geheimen Masterplan zur Weltherrschaft verrate ich natürlich nicht so leichtsinnig! [Harharhar]

Ihr macht alles selber. Wie motiviert ihr Euch immer wieder aufs Neue?

Seba: Da die Band fĂĽr uns eine Herzensangelegenheit ist, brauchen wir uns gar nicht neu motivieren, sondern sind meist immer bei der Sache!

Wie bringt ihr Beruf, Privates und Musik unter einen Hut?

Seba: Vor allem, indem wir uns gegenseitig genügend Freiraum lassen. Aber es ist schon ein gewisser Grad logistischen Aufwands nötig, da Pitti in Koblenz, Zoppe in Paderborn, Robb in Winterberg und ich in Lennestadt wohne. Diesen Aufwand sind wir aber durchaus bereit einzugehen. Und was Proben und Konzerte angeht, beschränken wir uns ja meist auf’s Wochenende. Das passt schon alles!

Was bedeutet es Euch mit Eradicator unterwegs zu sein?

Seba: Wir erleben als Freunde und Band so einige Abenteuer, spielen Konzerte in fremden Städten (oder sogar Ländern) und können überall Publikum und Fans von uns begeistern. Mich persönlich macht das sehr glücklich. Natürlich ist es auch des Öfteren sehr anstrengend, aber es lohnt sich eigentlich immer!

Das Interview fĂĽhrte Stormrider

Interview: Gabriel Keyes (CRASHDĂŹET)

Posted by Radu On Februar - 21 - 2018

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Ich hatte ein absolut tolles Interview mit dem neuen Sänger von CRASHDĂŹET – Gabriel Keyes.

Was er alles so zu erzählen hat, lest ihr hier:

Erst einmal danke, dass du dir die Zeit nimmst und ein Interview mit mir machen willst.
Es bedeutet mir sehr viel, ich weiĂź, dass Zeit Geld ist und deshalb bin ich sehr froh, dass du dir Zeit nimmst.

Gabriel: Danke dir!

CRASHDÏET  ist eine Band mit sehr langer Story. Wie fühlt es sich an, ein Teil von so einer tollen Rockband zu sein? Der Sänger zu sein und die Band zu repräsentieren?

Gabriel: Es fühlt sich toll an! Du weißt, für mich fühlt sich das irgendwie unwirklich und böse an. (Lacht) Böse. Es fühlt sich sehr gut an. Du weißt, dass ich viele Erwartungen habe. Die Band hat viel zu bieten. Sie haben noch nicht das Toplevel erreicht und ich denke auch, dass es viel mehr an Potential in einer Band zu finden gibt. Also bin ich sehr aufgeregt!

Bist du nervös vor einem Auftritt oder eher der Entspannte?

Gabriel: Es ist schon sehr normal für mich. Irgendwie wird alles normal, also bin ich nicht wirklich nervös. Ich freu mich, will es JETZT machen und einfach voran kommen. Ich will da raus gehen und DIE BUDE ROCKEN!

Was machst du nach einer Show? Party? Relaxen?

Gabriel: Ich bin ein Partytier. Weißt du, man muss ja auch bedenken, dass ich viel Zeit verloren habe hier. Nicht nur einen Auftritt. Deshalb muss ich halt an meine Stimme denken, aufpassen, dass ich sie nicht kaputt mache und mich auf die Performance mehr konzentrieren, als auf die Party. Selbst wenn es manchmal blöd ist, aber das ist das reale Leben.  (Lacht)

Würdest du dich selber als ein Kind der „wilden Generation“ beschreiben? (Wie im Song „Generation wild“)

Gabriel: Nicht genau. Ich war ziemlich geknickt. Ich war ein richtig fröhliches Kind, bis ich in der dritten Klasse war, dann wurde ich mehr zum Rebell. Ich war verdammt wütend auf die Zeit. Begann zu rauchen, begann zu trinken. Es dauerte eine Zeit, um den Stil, den ich hatte, zu ändern. Ich war ziemlich normal, bis ich in den Rock einstieg.
Das erste Mal sah ich die Crew. Ich war wie “Was zum Teufel ist das?”. Mein Bruder Kriss zeigte sie mir und ich dann so: “Sie sehen aus wie Mädchen”. Ich fĂĽhlte mich ein bisschen unangenehm, hatte das GefĂĽhl, dass das lächerlich ist. Aber dann fing ich an, es zu mögen. Ich begann die Kleidung zu tragen und versuchte so zu sein wie sie.
Aber ich bin dann doch eher so der SKID ROW Fan. Das gefällt mir mehr als die Glam Bands. Ich mag einfach den harten Melodic Rock, den SKID ROW eben haben, oder GUNS´N´ROSES. Lieber Punk, Rock´n´Roll Musik als Glam Metal mit hochtoupierten Haaren.

Wer ist dein größter Einfluss in Sachen Musik? Irgendwelche Lieblingsbands?

Gabriel: SKID ROW!
Die haben einfach diese „Star Power“, so als ob es dich durchleuchtet, sobald sie auf der Bühne sind. Du wirst einfach geblendet von dem Licht!

Ich habe von der Band gelesen, die du frĂĽher hattest (PERFECT CRIME). Warst du immer schon ein Musiker? Ist das bei euch in der Familie so?

Gabriel: Ich denke, wir sind eine musikalische Familie, ja. Mein Onkel ist Songwriter, also meine ganze Familie hat etwas mit Musik zu tun. Singen, alles. Ich glaube auch, dass das Ganze schon sehr bald begonnen hat. Als ich ein Kind war, habe ich das Singen angefangen. Also war die Musik da, seitdem ich denken kann.

War das immer dein groĂźer Traum?

Gabriel: Ja, schon. Eigentlich hatte ich nicht den Traum, ein Künstler zu sein oder sowas, bis ich in diesen Rock´n´Roll kam. Das war das erste Mal, dass ich es fühlte, ein Rockstar sein zu wollen. Und das war auch der Moment, in dem sich alles änderte.

Kannst du mit der Musik ĂĽberleben oder hast du einen Job?

Gabriel: Ich habe einen Job.

Was würdest du machen, wenn du nicht in CRASHDÏET wärst? Wo würde dein Talent dann hingehen?

Gabriel: Ich weiĂź es eigentlich nicht. Vor Crashdiet habe ich meine zweite Band gegrĂĽndet. Ich war in dem Moment einfach nur mĂĽde. Ich hatte lange schwarze Haare und war einige Zeit ziemlich in meiner Identität verloren. Als diese Chance kam, war ich tatsächlich bei den Jungs von HIGHRIDE mit meinem Bruder Kriss und mit Peter. Und jemand schrieb mir per Messenger: “Hey, CRASHDĂŹET sucht nach einem neuen Sänger! Willst du es ausprobieren? “. Und ich dachte: “Nun, ich weiĂź es nicht”.
Peter meinte: “Oh, komm schon! Sei Crashdiet! Mach das!” Und ich dann: “Okay, versuche es einfach “.
Vorher habe ich nur ein paar Balladen und Sachen auf meinem Computer aufgenommen, mehr nicht. Ich war nicht so aktiv in der Musik.

Freust du dich schon auf die Europatournee diesen Sommer?

Gabriel: JA natĂĽrlich! Wir sind auf dem Bang Your Head Festival vertreten und machen auch noch ein Festival in Schweden. Und im Oktober sind wir in den Staaten. Das ist ein kleineres Festival, da kommen 700 Leute oder so.
NatĂĽrlich hoffe ich, dass wir noch mehr Festivals spielen, wobei ich sagen muss, dass ich mich schon sehr auf Bang Your Head freue.

Warst du schon mal auf Tour?

Gabriel: Nein, das ist mein erstes Mal. Aber ich freue mich wahnsinnig drauf.

Die wichtigste Frage: Warst du schon einmal in Deutschland?

Gabriel: Einmal. Das war aber bloß ein Zwischenstopp am Flughafen auf dem Weg nach Amerika. Wir sind in Frankfurt gelandet und für ungefähr fünfzehn Minuten in Deutschland gewesen. Aber ich freu mich sehr auf Deutschland.

Möchtest du deinen Fans noch etwas sagen?

Gabriel: Danke fĂĽr euren Support und ich hoffe, dass wir uns bald sehen!

crash

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I had a pretty cool  Skype Interview with the new singer of CRASHDÏET: Gabriel Keyes!

What he has to tell, you can read here:

First of all, thank you for taking your time to have an interview with me.
It means a lot to me. I know that time is money and that’s why I’m very glad that you take time for me.

Gabriel: Thank you too!

CRASHDĂŹET is a band with a really long story behind it. How does it feel to be a part of such an amazing rockband, to be the lead singer and to representing this band?

Gabriel: It feels amazing! You know for me this feels kind of unreal and wicked. (Laughs). Wicked. It feels very good. You know I have a lot of expectations. The band has a lot to give, they haven’t reached the top level and I also think there is a lot more potential to find in a band. So I´m so excited about this!

Are you nervous before gigs or are you the relaxed one?

Gabriel: It is pretty natural for me. Everything is becoming natural so I don’t really feel nervous. I am just excited, I just want to do it RIGHT NOW so I just want to keep it going. I just want to get out there and kick some fuckin ass!

What are you doing after a show. Party? Relax?

Gabriel: I am a party animal, you have to think like a long time I’ve passed. It´s not only one gig. I think I have to think about my voice a lot, that I don’t get destroyed and focus on the performance more than on the party. Even if it sucks you know, that is the real life (laughs).

Would you describe yourself as a child of the „wild generation“? (As the song generation wild)

Gabriel: Not exactly, I was pretty kinked. I was a real happy kid until I got on third class, then I turned more into a rebel. I was fucking angry at the time. Started smoking, started drinking, it took a time to change the style I had. I was pretty normal until I got into Rock.
First time I saw the crew I was like „what the fuck is this?“. My brother Kriss showed me and I was like „they look like girls“, I felt like it was a bit cringe. I felt like this is ridiculous. But then I started to like it. I started to wear the clothes and tried to be like them. But I am more the Skid Row fan than the glam bands. I like this heavy melodic rock, like Skid Row, Guns´n´Roses, not the glam. I’m not so into this big hair stuff, I’m more into this punk, rock´n´roll stuff.

Who or which bands are your biggest influence when it comes to music? Any favorite Bands?

Gabriel: Skid Row.
They got this „star Power“, like it shines through you when they are on stage, you know? You got blinded by the light!

I have read about the band you had in the past (Perfect Crime). Have you always been a musician? Is it in your family?

Gabriel: I think we are a musically family, yes. My uncle is a songwriter, my whole family is really into music. Singing and everything. I also think this started pretty early, when I was a kid I started singing. So it has been there since I can remember.

So this was ever a big dream of yours?

Gabriel: Yes. Actually I didn’t have the dream to be an artist or something until I came into this Rock´n´Roll. This was the first time I felt like I wanted to be a rockstar. Go on tour, playing in front of big crowds. This was the moment everything just changed.

Can you survive with your music or do you have a job besides it?

Gabriel: I have a job besides.

What would you do if you were not in CRASHDĂŹET. Where would your talent go then?

Gabriel: I don’t know actually. Before CRASHDÏET I created my second band. I was just tired there at the moment. I had long black hair and was kind of pretty lost in my identity for a while so when this chance came I was actually with the boys of HIGHRIDE with my brother Kriss and Peter. And someone wrote to me on messenger „Hey, CRASHDÏET is searching for a new singer! Do you want to try out?“. And I was like „well I don’t know“.

Peter was like „Oh come on! Its CRASHDÏET! Do this!“ And then I was like „okay, just give it a try“. Before this I was just recording some ballads and stuff on my computer, nothing more than that. I was not so active in the music.

CRASHDĂŹET has released four cds so far. Could you tell me if there is going to be a fifth one in the future?

Gabriel: Yeah, of course! (Laughs)

Are you already excited about the European Tour this summer?

Gabriel: Yes, of course! We are going to be on Bang Your Head Festival, and one in Sweden, and one in the United States in October. A little smaller Festival, it takes like 700 people. And of course I hope there is going to be some more!
But I am very excited for Bang your Head.

Have you ever been on tour?

Gabriel: No, that is my first time. I am pretty excited about it.

And the most important question: Have you ever been in Germany?

Gabriel: Once. But that was just changing flights on my way to America. We landed in airport Frankfurt and stayed about 15 minutes.
But I am very excited to go there.

Is there anything you want to tell your fans?

Gabriel: Thanks for all the support this far and I hope to see you guys soon!

Paola

Interview: INFERNO

Posted by Paola On Februar - 4 - 2018

15Ihr könnt euch bestimmt noch daran erinnern, als ich euch versprochen habe, ein Interview mit den  INFERNOs zu machen! Die Coverband, die alle anderen Coverbands in den Schatten stellt.

Es freut mich tierisch, dass es endlich geklappt hat und vor allem freut es mich, dass diesmal die  Kathrin dabei war.

Wie könnte man einen Sonntag auch schöner verbringen, als mit einem Proberaumkonzert…

Ihr seid eine wahnsinnig gute Coverband. So viel Talent gehört aber auch trainiert.
Nehmt ihr dafĂĽr noch irgendwo Unterricht?

Tobi Koch:
Teils, Teils. Also zu Aufbau-Zeiten hab ich schon Unterricht gehabt. Inzwischen sind wir auf dem Niveau, dass wir schon selber Unterricht geben könnten. (Lacht)

Tobi Schwenk:
Gesangsunterricht hatt ich eigentlich nie richtig. Also damals, wo ich das Singen angefangen habe, hab ich mir halt viel selber beigebracht und ein Paar Tipps bei meinem Vorgänger geholt. Ich war aber auch bei der Gesanglehrerin von Flo drei, vier Mal dabei.

Flo:
Also ich geh regelmäßig. Gitarre hatte ich vor Jahren ein paar Unterrichtsstunden. Man tauscht sich halt immer mal wieder mit anderen Gitarristen aus. So ist das eben, man holt sich Tipps und wird so auch besser.

Kathrin:
Ich nehme regelmäßig Unterricht. Bei mir gibt es aber auch viel Luft nach oben, da ich halt nicht nur in einer Band spiele, sondern auch ganz normal in der klassischen Schiene unterwegs bin.

Kathrin, wenn ich jetzt absolut keine Erfahrung habe, was Geige spielen betrifft, ist es schwer?

Kathrin: JA, absolut. Du hast keine Bünde oder sowas, wo du dich dran richten könntest, du musst halt alles mit dem Gehör machen. Bei uns ist die Geige auch anders gestimmt. Wir sind alle einen Halbton tiefer, das ist dann eben ultra schwierig, weil wenn du es eben gewohnt bist, in ganzen Tönen zu spielen und jetzt dann Halbtöne hast, dass du das dann eben hörst und auch noch stimmt, das ist dann echt schwer.

Paddy:
Ich bin momentan noch beim Freedom Call Drummer zum trainieren, Ramy Ali, nach wie vor, also seit 15 Jahren. Ich unterrichte auch selber. Halt nicht nur im Metalbereich, sondern auch Jazz, Bossa, Funk… alles mögliche.

Habt ihr vor, mal in s Studio zu gehen und eine EIGENE CD aufzunehmen? (Jungs, ich rate euch, jetzt diese Frage mit JA zu beantworten)

(Alle lachen)

Tobi Koch:
Es ist definitiv auf dem Schirm, ja. Es ist halt einfach auch die Zeit, die oftmals fehlt, weil immer wieder neue Sachen dazu kommen. Wir hatten ja jüngst die Logo Umstellung, haben ein völlig neues Set einstudiert und dann kommt wieder was dazwischen… dazu kommt der finanzielle Aspekt.

Tobi Schwenk:
Was bei Inferno ein großes Thema wäre, wäre ein Live Album, was aber leider wirklich sehr schwer umzusetzen ist. Technisch und auch finanziell. Aber wir haben es geplant, auf jeden Fall.

Nach welchen Kriterien sucht ihr die Songs fĂĽr eure Shows aus?

Flo:
Die, wo wir halt meinen, die am meisten SpaĂź machen!

Tobi Schwenk:
Genau, der gute Mittelweg daraus!
Wir spielen nur Sachen, wo wir auch selber Bock drauf haben. Wir spielen jetzt nix, wo wir halt sagen ja, wir alle finden es sch… aber wir spielen es, weil es Fans anlocken soll…
Wir suchen wirklich den Mittelweg. Bekannte Songs, wo man Party machen kann, ABER auch Sachen, wo nicht jede Coverband spielt, wo WIR eben Bock drauf haben. So bleibt Abwechslung drin, damit es nicht langweilig wird.

Tobi Koch:
Man hat halt immer Songs von Bands dabei, wo man denkt, ach, den wĂĽrd ich so gerne mal spielen, aber da ist dann auch das Problem, man kann eben keine komplett unbekannten Songs spielen.
Aber wir können mittlerweile sagen, dass wir an die 200 Songs schon durch haben.

Flo:
Das reicht gar nicht. Wir hatten schon viel mehr.
Bei uns ist halt das Einzigartige, dass wir eben nicht das spielen, was alle spielen. Wir sind einfach nicht vergleichbar. Wenn wir das machen würden, hätten wir kein eigenes Bild mehr.

Paddy:
NatĂĽrlich ist es aber auch schwer, komplett neue Lieder zu bringen, da die Leute doch auch Klassiker wollen.

Seid ihr (als Inferno Coverband) auf Festivals anzutreffen? Tretet ihr viel auf?

Tobi Schwenk:
Festivals weniger. Ein paar Open Airs und Motorradtreffen.

Tobi Koch:
Bei Festivals ist es halt immer sehr schwer, als Coverband dort hinein zu kommen. Das ist eigentlich fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Wobei ich sagen muss: SummerBreeze, Nachts um Drei, könnte man uns echt mal auf die Bühne lassen. Das wär lustig, die Fans wären bereit dafür und uns wäre auch geholfen, wenn wir da mal zwei, drei Stunden spielen dürften.
Aber es ist halt immer so mit Partyzelten. Es kommen die DJs, man stöpselt das Kabel an und fertig.

Flo:
Wir haben auch schon mal als Schlussgig gespielt, so quasi als Rausschmeißer. Klar, spielen würden wir sehr gern aber es ist sehr schwierig. Quasi unmöglich.

Habt ihr bestimmte Rituale vor einem Gig?

Tobi Schwenk:
Also Gruppenrituale jetzt nicht wirklich. Jeder bereitet sich da fĂĽr sich vor. Die einen gehen halt zu den Fans, quatschen, die andern ziehen sich eher zurĂĽck.
Ich sing mich warm.

Flo:
Ich geh aufs Klo.
Damit später nix passiert.
Und ich mache Jack Black´s Motivationstraining! (Bekannt aus „Shool of Rock: let´s rock. Let´s rock.“)

Paddy:
Ich mach mich warm auf dem Ăśbungspad.

Ich find das ja so cool, dass ihr so Fan bezogen seid. Habt ihr eine Story fĂĽr mich auf Lager zu diesem Thema?

Flo:
Also da hab ich was.
Das war mein zweiter Auftritt mit Inferno. Da war so ein Mädel unter den Fans, die hat mich halt immer so angehimmelt, so angeguckt und dann war der Gig halt rum und ich hab mich umgezogen, auf einmal stürmt die rein und schreit mich an: „HAST DU NE FREUNDIN!?“
Ich war sichtlich geschockt, habe aber dann – Gentleman wie ich eben bin – trotzdem mit ihr geredet.
Sie hat mich dann gefragt, wie alt ich bin und ich war halt damals 26. Sie sagte „so alt siehst aber nicht aus“ und dann hab ich sie halt gefragt „wie alt bist DU denn?“. Sie sagte, sie würde in zwei Tagen 17 werden. Das war so gegen Ende September, also hatte ich das astronomisch korrekt durchdacht und geantwortet „dann bist du ja Jungfrau!“ Ich sah, wie ihr die Farbe aus dem Gesicht wich und sie begann zu verneinen „nein! NEIN! NEIN! Schon LANGE nicht mehr!“ Und ich stand da, wusste nicht recht, was ich sagen sollte.

Kathrin:
Wir hatten auch schon mal eine Frau, die einen Kopfstand auf unserem Podest gemacht hat. Das war etwas komisch anzusehen, ja. Sozusagen eine Yoga – Performance. Ich meine, es war echt cool, nicht jede ist so gelenkig. Ich war begeistert.
Oder die Einlagen halt von unserem KĂĽbl Tobias, der immer den Flo auf die Schulter nimmt fĂĽr das Gitarrensolo. Das ist halt schon cool.

Immi:
Was auch geil war: Da waren mal zwei ganz leicht angetrunkene Männer, die haben dann unsere Girlie Shirts angezogen, nix drunter, dann sind sie in der ersten Reihe voll abgegangen, und irgendwann wollten sie sich dann INFERNO tätowieren lassen und haben sich dann beschwert, dass wir halt keinen Tätowierer dabei haben.

Ihr macht privat auch viel miteinander?

Alle: wie es die Zeit halt zulässt.

Tobi Schwenk: Konzerte ja, einmal im Jahr wird gegrillt, wir gehen in den Asia Palast und schlagen uns die Bäuche voll, und natürlich den üblichen Blödsinn.

Wann habt ihr angefangen, Musik zu machen (generell, nicht Inferno direkt)?

Flo:
Also ich hab als Kind schon ziemlich laut geschrien.

Tobi Koch:
Bei mir waren’s 15 Jahre Klarinette und nebenher etwas Saxophon.

Tobi Schwenk:
Angefangen hat’s mit 4 Jahren auf den Kochtöpfen von der Oma. Dann Schlagzeug, anschließend Gitarre.

Kathrin:
Sieben Jahre Blockflöte, davor hatten wir aber auch ein Piano daheim.

Bei euch kann ja echt jeder alles irgendwie. Das ist unglaublich.

Alle:
Nö, nur der Tobias Schwenk kann alles. Der kann aber auch wirklich alles.
AuĂźer Geige.

Kathrin:
Geige kann Flo auch noch. Smoke on the Water.

Welche sind eure Top 5 Bands?

Iron Maiden
Savatage
System of a Down
Children of Bodom
Blind Guardian

Wo seht ihr euch in fĂĽnf Jahren?

Flo:
Auf der BĂĽhne.

Tobi Koch:
Es ist schwierig zum sagen. Das ist genau das Thema, was wir vorher hatten mit der Songauswahl. Wenn du eigentlich das machst, wo du selber drauf Bock hast, und sagst, nein, ich geh nicht in den Mainstream, ich spiel nicht das, was mich selber ankotzt, wirst du immer irgendwo an der 1000 Mann Grenze spielen.

Tobi Schwenk:
Es ist eben nur ein begrenztes Publikum da fĂĽr die Schiene, die wir spielen.

Tobi Koch:
Es wär für uns musikalisch kein Problem, wenn wir sagen würden, wir machen jetzt mal was anderes. Bisschen lustige Sachen oder so, Mainstream eben. Dann hätten wir innerhalb ein, zwei Jahren mehr als 2000 Mann. Das ist klar. Aber will man das wirklich? Es ist ja auch so. Hier verdient niemand Geld damit. Wir investieren immer nur alle wie blöd. Alles, was rein kommt, fließt in die Instandhaltung der Instrumente und des Equipments.

Tobi Schwenk:
Ja, viele wissen halt einfach auch nicht, was dahinter steckt. Hinter dem Ganzen. Organisatorisch und technisch ist das schon der Wahnsinn.

Flo:
Ich wĂĽrd gerne mehr Open Airs spielen. AuĂźerhalb bekannter werden. Umkreis erweitern, einfach um neue Fans dazu zu gewinnen. Es soll einfach auch nicht zu viel werden. Es soll so bleiben, dass es SpaĂź macht.

Tobi Koch:
Es ist halt wirklich ein Hobby. Es will keiner Geld damit verdienen, das hat niemand auf dem Schirm.

Tobi Schwenk:
Es hat halt jeder Job, Familie usw und das hat Vorrang.

Wollt ihr euren Fans noch was sagen? Euren treuen Fans, die „first Row Warriors“?

Flo:
Kommt zum nächsten Gig! Und bringt Durst mit!

Tobi Schwenk:
Danke natĂĽrlich. Vor allem ist beachtlich, welche Strecken Fans teilweise auf sich nehmen um uns live zu sehen. Das freut uns natĂĽrlich sehr.

Tobi Koch:
Auf jedenfall Danke.
Es sind auch die Sachen, so wie unser Proberaumkonzert. Da haben wir unsere treusten Fans halt gern dabei. Es ist auch nicht nur das Lob, was wir erwarten. Wir erwarten auch Kritik, deshalb sind sie ja unsere Fans, weil sie uns ehrlich beurteilen.

Kathrin:
Gerade bei Dingen wie dem Proberaumkonzert können wir wirklich an uns arbeiten. Man bekommt Feedback, ob es sich gut anhört oder eben nicht. Daran wachsen wir und werden besser.

Tobi Koch:
Es sind auch viele private Kumpels dabei. Und gerade, weil sie eben private Freunde von uns sind, können sie uns beurteilen und sind auch gnadenlos ehrlich. Viele Fans trauen sich das einfach nicht. Aber ehrlich sein ist uns auch wichtig. Das hilft euch und das hilft uns.

Kathrin:
Ich will einfach auch danke sagen für die jahrelange Unterstützung, wir haben einfach halt Fans, die sind von Beginn an bis jetzt da und das schätzt man sehr als Band. Danke Leute.

Und ich sag DANKE an euch alle, dass ihr mich zum Proberaumkonzert eingeladen habt. Das ist fĂĽr mich was ganz Besonderes und ich bin euch ewig dafĂĽr dankbar.

INFERNO lohnt sich halt immer. Es ist fĂĽr jeden was dabei.

Falls ihr die Jungs live sehen wollt, hab ich hier die nächsten Gigs:

10.02. – Nachtschwärmer, 86720 Nördlingen

24.02. – Stern, 91572 Königshofen

01.04. – Doubles Starclub, 86609 Donauwörth

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Interview: SOIL

Posted by Paola On Januar - 24 - 2018

Eigentlich kann ich es ja selbst nicht glauben, dass das geklappt hat, aber ich habe hier exclusiv für euch mein Interview mit einer meiner Lieblingsbands: SOIL! (Danke an dieser Stelle an Anna Walter von AFM Records, dass du mir das ermöglicht hast!)

Tim King, der Bassist, hat sich die Zeit genommen, und mir ein paar Fragen beantwortet.

Soil

2017 war das Jahr, in dem SOIL ihr 20 jähriges Jubiläum feierten. Wie fühlt sich das an, wenn man so weit kommt als Band?
20 Jahre sind so ein Meilenstein! Ich dachte nie, dass wir 5 Jahre bestehen würden, geschweige denn 20! Es ist einfach so ein tolles Gefühl und eine Ehre, dass wir das noch immer machen können.

Was wĂĽrdet ihr arbeiten, wenn ihr nicht Musik machen wĂĽrdet?
Wir alle machen heutzutage Dinge außerhalb von SOIL. Es ist zu schwer zu überleben, nur Musik zu spielen, es sei denn, du tourst 9 Monate im Jahr und das ist einfach zu viel für uns. Es gibt einige Einschränkungen, die nach 20 Jahren kommen! hahaha
Ich habe ein Plattenlabel namens Pavement Entertainment, das ich mit meinem Label-Partner und einem guten Freund fĂĽhre. Mark Nawara. Ryan hat gerade ein Musikberatungsunternehmen namens “37 House” gegrĂĽndet und Adam besitzt ein BĂĽromöbelinstallationsfirma.
Aber wenn ich nicht Musik machen wĂĽrde, wĂĽrde ich zur Marine gehen oder ans Meer. Das ist eine Leidenschaft von mir auĂźerhalb der Musik.

Denkt mal an eure frühen Jahre. Was würdet ihr einem jungen Musiker sagen? Habt ihr irgend welche Ratschläge?
Die Dinge haben sich so sehr verändert, seit wir junge Musiker waren, also was wir getan haben, um es damals “zu machen” funktioniert nicht in der heutigen Welt. Mein bester Rat ist, gute Musik zu machen. Nicht gute Musik. Tolle Musik. Dann ist es eine Unmenge an Kleinarbeit in Social Media und Marketing, um deinen Namen zu bekommen und gesehen zu werden.
Zweitens, nachdem du angefangen hast, loszulegen und eine Basis aufgebaut hast, brauchst du ein Team auf deiner Seite, um gefördert zu werden und das nächste Level zu erreichen. Ein Plattenlabel ist ideal, wenn ihr von einem signiert werden könnt. Jeder denkt, dass man das selbst hinbekommt und kein Label braucht, aber das ist nicht wahr. Label sind immer noch sehr brauchbar und notwendig.
Und ich sage das nicht nur, weil ich eins habe!

Was war das lustigste Ereignis auf Tour ĂĽberhaupt?
Oh, da sind so viel, da kann ich nicht mal sagen, welche Geschichte die beste ist. Touring ist, als würdest du auf ein Rock´n´Roll Sommercamp gehen, mit all deinen Kumpels, nur ohne elterliche Aufsicht.
Es wäre einfach zu viel, darüber zu schreiben, über die lustigen, teilweise dummen Dinge, die wir gemacht haben im Laufe der Jahre.

Vermisst ihr das Tourleben wenn ihr wieder daheim seid?
Es ist so ein zweischneidiges Schwert. In diesen Tagen, wenn ich zuhause bin, möchte ich wieder auf Tour sein, weil ich es satt habe, das Gleiche jeden Tag zu tun. Die Routine. Dann, wenn ich unterwegs bin, möchte ich einfach zu Hause sein und wieder Struktur haben. Hahaha – es ist wie verhext!

Wenn ihr eine Person treffen würdet, die eurer Album „SCREAM: The Essentials“ noch nicht angehört hat, was würdet ihr dieser Person sagen, damit sie es kauft?
Es ist die gesamte SOIL-Erfahrung, alles in einer Version zusammengefasst. Es gibt euch Einblick in das, was wir von 1997 bis 2017 bisher erreicht haben. Alles in einem Paket.

Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Hoffentlich können wir uns immer noch als Band zusammenfinden und einige Shows hier und da zum Spaß spielen. Ich möchte an diesem Punkt weiterhin zum Spaß spielen.

Wollt ihr euren Fans noch was sagen?
Ja. Danke aus tiefstem Herzen für 20 Jahre Wahnsinn, Chaos und Metal! Ich liebe euch. Wir wären jetzt ohne euch nicht hier.

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zu Besuch: Metalfriseur

Posted by Paola On Januar - 20 - 2018

Jeder Rocker oder Metaller kommt in seinem Leben an gewisse Punkte, wo es schwierig wird.
Discos, wo schreckliche Musik gespielt wird, Einkaufsläden, wenn man eine neue Hose braucht ODER…
Der Frisör.

Es mag euch jetzt grausen, aber das ist auch ein Thema, mit dem wir uns – ĂĽber kurz oder lang – auseinandersetzen mĂĽssen, liebe Metalheads.
Aber ich kann euch ein Bisschen was von dem Grauen nehmen.
Es gibt da einen Laden mit einer Frau, die Verständnis zeigt dafür, wenn man sagt „aber bitte nur so viel weg!“.
Nina Wettemann von Nina´s Secrects Hairstylez.

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Du bist die erste Anlaufstelle fĂĽr alle Metalheads in DinkelsbĂĽhl. Gibt es irgend einen Unterschied zwischen einem Metalhead und – ich sags jetzt mal vorsichtig – einem „Normalo“?

(Lacht)
Ich will jetzt echt nix sagen, aber Metaller sind penibler mit der Haarlänge! Sie sind echt penibler, pflegen sehr viel (vielleicht auch mehr!).
Es ist halt immer das Familiäre dabei. Sie sind einfach lockerer, man kann mit ihnen einfach mehr über Gemeinsamkeiten reden.

Hast du Kundschaft mit speziellem Musikwunsch?
Also ich richte mich natürlich nach der Kundschaft, wobei ich sagen muss, dass jetzt nicht den ganzen Tag nur Metal läuft bei mir im Laden. Das kann man einfach nicht machen, da muss man schon auch schauen, wer jetzt auf deinem Frisörstuhl sitzt.
Man hat halt seine Pappenheimer, die Leute, die immer wieder kommen. Da weiß man eben, was sie am Liebsten hören und das kommt dann selbstverständlich in die Playlist.

Du hast immer vor dem „Summer Breeze Festival“ deine spezielle Aktion: Montags geöffnet (normalerweise ist Ruhetag am Montag). Wie kam es denn dazu?
Erst hatte ich ja am REWE Parkplatz einen Stand an diesem „Summer Breeze Montag“. Den hab ich vier Jahre lang gemacht.
Nachdem ich natĂĽrlich viele Metaller gekannt hab und selber auch immer aufs Breeze gehe, hab ich mich dazu entschlossen, sie in meinen Laden zu holen.
Jeder hat mich immer gefragt, ob ich eben auch aufs Breeze komme, aber wenn man dann 12 Stunden arbeitet am Stand, ist man halt einfach platt. Du siehst deine Freunde dann auf dieses Festival gehen und willst natĂĽrlich auch hin, aber wie gesagt, nach so einem Tag ist man einfach froh, wenn man auf die Couch kann.
Dadurch, dass ich halt selber die Woche dann Urlaub habe, hab ich gesagt, ich mache am Ruhetag auf – speziell fĂĽr meine Metalheads, damit die eben auch untereinander sind.
Jeder hat frei, kann auf den letzten Drücker kommen, kann feiern, sich hübsch machen lassen für s Breeze. Ich hab da keine Termine, es ist quasi „frei für alle“.
Es ist einfach eine Riesen große Familie, und ich freu mich so auf diesen Tag immer, jeder kommt, hat gute Laune, es läuft Musik und es wird gefeiert. Klar, ich hab schon Stress, aber die Leute verstehen das eben. Die sitzen draußen, trinken gemütlich, reden und sind einfach aufgeräumt.

Was ich persönlich echt toll finde: du spendest dein Trinkgeld der Eichhörnchenhilfe Dinkelsbühl. Wie kam es denn dazu?
Also ich hab mal am Summerbreeze eine kleine Maus gefunden.
Eine Babymaus, die die Mama in meinem Vorzeit vergessen hatte. Und da hat es so geregnet, und die Mutti hatte die Babymäuse rumgetragen und die eine kleine vergessen.
Tierlieb wie ich bin, hab ich sie dann gerettet.
Natürlich stellst du dir die Frage „Was mach ich denn jetzt mit dem kleinen Ding“. Die Mutti kam ja nicht mehr zurück. Also hab ich sie eingepackt.

Mitten im Summerbreeze Stau hab ich dann dort angerufen, bei der Eichhörnchenhilfe und gefragt, ob ich sie bringen darf. Die haben sie dann tatsächlich auch genommen.
Ich fand das so toll. Die Maus ist innerhalb von drei Wochen fett, glücklich und gesund wieder ausgesetzt worden. Auch wenn es nur eine Maus ist, ich fand die Aktion so schön und so kam es dazu. Mir tut es ja nicht weh, wenn die kleine Spardose auf meinem Tisch da steht. Wenn man dann helfen kann, auch wenn es nur eine kleine Organisation ist, aber mir tut es nicht weh.

Was machst du in deiner Freizeit, wenn du die Schere nicht schwingst?
Feiern gehen natürlich. Metal hören, Konzerte oder Festivals besuchen.

Welches war das coolste Konzert, auf dem du in letzter Zeit warst?
Also ich bin ja wahnsinniger K0rn Fan. Seit Jahren. Seit drölfmillionen Jahren. Ich würd sagen: Summerbreeze K0rn. Auch wenns viele schlecht fanden, aber für mich sind sie einfach meine Jugendhelden. Ich war 14 oder so, wie ich angefangen hab, diese Musik zu hören. Und für mich ist das das Non Plus Ultra.

Hättest du die Chance auf ein Meet and Greet mit einer Band/einem Star, wen würdest du nehmen?
Ja, K0rn natĂĽrlich. Das steht auĂźer Frage. K0rn, K0rn, K0rn.

Nina ist  auch so eine Frau, die wirklich drauf Acht gibt, dass „nur so viel“ weg kommt. Es gibt einfach – seinen wir ehrlich – wenig Frisöre, die wirklich drauf schauen, dass nur das ganz Kaputte weg kommt.

Nebenbei erwähnt sieht sie wahnsinnig gut aus, hat echt Humor und ist ein absoluter Herzensmensch.
Also falls ihr mal in der Nähe seid, sei es am Summerbreeze oder wann anders – besucht sie. Es lohnt sich.
Danke nochmal Nina, ich komm so gern bei dir vorbei!

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Interview DEMONS DREAM

Posted by Paola On Januar - 15 - 2018

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Am Freitag, 12.01.2018, wurde ich zu einer Bandprobe der Band DEMONS DREAM eingeladen.
Die Jungs hatten mir schon im Voraus eine CD zukommen lassen, die ich mir zu Ohren fĂĽhren durfte. Ich kann Euch sagen, dass diese Band ein absoluter Geheimtipp ist.

Bewaffnet mit CD, Kamera und ein paar Fragen bin ich los gefahren, um die Jungs zu besuchen.

Erst mal ein fettes Danke, dass ihr extra eure Probe unterbrecht und euch Zeit fĂĽr mich nehmt.

Wie seid ihr drauf gekommen, eine Band zu gründen? Hattet ihr schon länger die Idee, war es ein Hobby oder sogar beruflich?

Wir erzählen dir jetzt einfach die Version, seitdem wir aktiv auftreten. Die eigentliche Geschichte zur Band würde den Rahmen sprengen.

Kiko und Marc haben sich damals Instrumente gekauft, Schlagzeug und Bass. Irgendwann wurde dann mit frĂĽheren Klassenkameraden eine Band gegrĂĽndet, was aber leider nicht so gut funktioniert hat. SchlieĂźlich haben wir uns bei unserem jĂĽngst ausgeschiedenen Gitarristen im Dachboden zusammengesetzt und einfach mal drauf los gespielt. Alle hatten Bock auf Metal und so haben wir einfach mal geschaut, was dabei raus kommt.

Wie kommen euch die Ideen zu euren Songs?
Das ist so ne Sache. Man sitzt zusammen, auf einmal kommt eine Idee und du sagst „die nehmen wir jetzt auf!“. Also komplett spontan. Wenn wir sagen, wir setzen uns zusammen und schreiben was, dann kommt meistens nix dabei raus. Es ist wirklich alles spontan, und anhand dessen bauen wir unsere Songs dann auf.


Nehmt ihr das alles auch selber auf? Mixt ihr das auch selber?

Ja, dafĂĽr ist Marc der Ansprechpartner. Wir nehmen alles selber auf.

Wie sieht es aus mit Hobbies? Ist dafĂĽr noch Zeit?
Also es bleibt irgendwie keine Zeit fĂĽr ein Hobby. Die Musik ist alles fĂĽr uns. Wir gehen ja alle arbeiten, ein Bandkollege hat ein Kind, also da bleibt keine Zeit fĂĽr Hobbies.

Gibt es Lieblingslocations fĂĽr euch?
Eine Zeit lang hatten wir echt eine Lieblingslocation, inzwischen waren wir da halt schon eine Weile lang nicht mehr.
2016 waren wir zwei mal in Tübingen bei Kumpels, die haben eine kleine Location und veranstalten dort auch regelmäßig Konzerte. Einmal haben sie auch ein kleines Open Air veranstaltet, bei denen war es immer klasse aufzutreten.
Im Februar spielen wir wieder in TĂĽbingen, allerdings nicht dort.
Wo wir auch viel aufgetreten sind, gerade im letzten Jahr, war MĂĽnchen. Was wir halt schade finden, egal wie viel MĂĽhe man sich gibt, man ist in der Anfangsphase halt immer der „undankbare Opener“, was uns jedoch egal ist – Hauptsache wir können auftreten.
Wenn die Leute was trinken, ist es halt einfach eine andere Stimmung. Jeder ist locker, jeder hat Bock. Das ist klasse!
Drei Auftritte in MĂĽnchen waren mit einem super Publikum, einmal waren wir sogar der Headliner.
Zu diesem Gig sind wir echt spontan rein gekommen. Das war auch ĂĽber Social Media, da hatte ein Musiker gesagt, er braucht eine Band in MĂĽnchen. Den haben wir dann angeschrieben, gesagt dass wir kommen. Zwei Tage vor dem Auftritt!
Nach der Frage „wie viel Spielzeit habt ihr?“ Haben wir gemeint „so viel du willst“. Er antwortete „Ja, so eine Stunde schon“. Dann stellten wir uns die Frage, seit wann ein Opener so lange spielt, woraufhin er sagte „ja ihr spielt als Headliner!“.

Wir sind dann da hin gefahren, haben uns echt mit den anderen Bands super verstanden. Und das war einer der Abende, wo man sagen kann, dass er perfekt war. Wir haben alle unterschiedliche Musik gemacht, wir Heavy, die anderen Metalcore, wir saĂźen backstage zusammen, es war einfach perfekt. Das war einer der besten Gigs bisher.


Seid ihr nervös vor dem Gig? Lampenfieber?

Auf jeden Fall ist da noch Lampenfieber.

Marc:
Ja, ich glaub, wenn das mal weg ist, dann hat es eh keinen Sinn mehr, aufzutreten.

Kiko:
Also ich hab mega Lampenfieber. Immer. Vor jedem Auftritt. Oder ich trink halt ein paar Bier, dann geht das auch.
Es ist schon irgendwie komisch. Man ist irgendwo in einer Kneipe, hat ein Publikum von vielleicht fünfzig Leuten und ist nervös. Aber das ist nunmal so, das macht es auch aufregend.

Ihr seid Kumpels oder? Verbringt ihr privat auch viel Zeit miteinander?

Wenn wir jetzt an dem Punkt mit Freundschaften sind: als wir die Band gegründet hatten, war der Großteil jemand anders, weil wir ja als Kumpels auch angefangen haben. Man hat sich dann auch ein bisschen auseinandergelebt, die Interessen sind auseinander gegangen, manche hatten keine Zeit mehr wegen beruflichen Gründen. Deshalb haben wir auch momentan Unterstützung von Marius und Kai von der Band STEEL MESSIAH. Wir haben die Jungs gefragt, ob sie nicht Lust hätten, bei uns auszuhelfen. (temporär, nicht auf Dauer.)
Sozusagen retten sie uns gerade, sie sind die Söldner, die uns helfen, dass wir überhaupt auftreten können.

Marc: Ja, bei meinem Bruder ist es sehr schwierig, da er in MĂĽnchen wohnt. Man trifft sich klar um zu proben, aber es ist definitiv mehr als nur eine Band. Es ist Freundschaft. Man schlieĂźt ja auch neue Freundschaften, lernt neue Leute kennen.

Hättet ihr die Wahl, für eine bekannte Band als Vorband aufzutreten, wen würdet ihr nehmen?
IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, ENFORCER.

Wir haben im Backstage beim Warm Up fĂĽr das Trveheim Festival mit STALLION gespielt, das ist eine Band, die wir echt super finden. Das sind halt die Szene Bands. Die sind wirklich in der Szene bekannt, und da ist man dann echt stolz drauf.

Das sind dann auch Eure Ziele?
Ja, als wir unsere CD rausgebracht haben, hatten wir auch mal ein Interview, wo wir gefragt wurden, was unsere Ziele sind.
Da haben wir gesagt, irgendwo auf einer groĂźen BĂĽhne abrocken, einfach mal vorankommen. Weg von den Kneipenauftritten. Klar haben die ihren Charme, diese Auftritte. Jedoch ist es doch immer der Traum, auf eine groĂźe BĂĽhne zu gehen. Allein schon deshalb, weil wir eine sehr hyperaktive Band sind. Wir geben immer hundert Prozent.

Habt ihr eine lustige, coole Story auf Lager?
Also da gibt es so viel.
Also technische Probleme sind meistens mit dabei. Es reißen Saiten, es fallen Sachen runter. Das passiert. Man muss das dann auch mit Humor nehmen und darüber lachen können.

„Beim letzten Gig im T9 (Jugendzentrum in Heidenheim) hatten wir die glorreiche – betrunkene – Idee, alle Bands auf die BĂĽhne zu holen und den Song „PARANOID“ zu spielen. Das haben wir natĂĽrlich total versemmelt. Es war jedoch witzig, da wir vor dem Gig wussten, wir wĂĽrden uns zum Deppen machen. Gesagt, getan. Alle haben sich zum Deppen gemacht, aber alle hatten spass. Das zählt.

Wir haben dann auch mal gemeint, wir mĂĽssten jetzt unser eigenes Underground Festival machen. Vorletztes Jahr war dann der Startschuss, und es kam eine Zeitung aus Aalen (ich will keine Namen nennen jetzt ), hat gemeint, sie tun uns was Gutes und schreiben einen Artikel ĂĽber uns.
Als wir das gemacht hatten, hatte die Dame wohl am Handy mit Autokorrektur geschrieben. Furchtbar. Also im Endeffekt hatte der Artikel dann einen „Stahlmessias“ (statt STEEL MESSIAH) drinnen, aus „DEMONS DREAM“ wurde der „Demons Drehmoment“ und so ging es dann mit allen Bands durch. Die Orte waren falsch, wir haben dann nicht in Elchingen gespielt, wie es eigentlich heißen sollte, sondern in Ellwangen, das Datum war falsch, also eine komplette Katastrophe. Wir wollten eigentlich auch schon einen Song danach schreiben: von Restless Dead zu Werkzeugkiste. Die Idee wär eigentlich gut.

Kiko:
Unser früherer Gitarrist, der hatte ständig technische Probleme. Ich hab ihm dann auch schon mal gesagt „das kann ja nicht sein, ständig ist irgendwas mit deinem Equipment!“. Dann war es so weit: wir standen im Backstage auf der Bühne, ich am posen, hau in die Saiten meines Basses und der Gurt reißt.
Der damalige Gitarrist war sichtlich zufrieden, dass es jetzt mal mir passiert war und nicht ihm. Genugtuung pur.

Im T9 (Jazze Heidenheim) wollt ich mal ins Mikrofon plaudern, während das Schlagzeug gelaufen ist, hab das Mikro vom Ständer genommen, aber vergessen, das Kabel abzuwickeln und fang an rumzulaufen, und hab dann halt geredet und geredet und niemand hat mich gehört.

Pannen gehören sicherlich dazu, wir hoffen dennoch, dass es beim nächsten Gig funktioniert!
Falls ihr die Jungs mal live sehen wollt, habt ihr im Februar die Chance dazu.

Am 03.02.2018 spielen die Jungs in TĂĽbingen, das dĂĽrft ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!

Danke an DEMONS DREAM fĂĽr das lustige Interview, und danke an METAL_IMP fĂĽr die Fotos!

demon