Wer Interesse an Bandfotos (Promotion/Live), einem privaten Shooting, o.Ă€. hat, kann mich gerne unter info@metal-impressions.de kontaktieren. Preis nach Absprache.

Archive for the ‘Interviews’ Category

Interview: ARKUUM

Posted by Radu On August - 18 - 2016

Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Durch Zufall entdeckte ich den Sticker von ARKUUM auf dem diesjĂ€hrigen Prophecy Fest und hörte mir zuhause einige Songschnipsel an. Innerhalb weniger Sekunden war klar: ich brauch mehr von dem Stoff! Also kurzerhand Mastermind David „Arkas“ kontaktiert und ĂŒber frisch geborene Live Band, emotionalen Tiefgang und Arschpromo geplaudert.

Arkuum StickerHallo und erstmal vorab danke fĂŒr deine Zeit.
Bitte stell dich und ARKUUM unseren Lesern kurz vor.

Ich danke auch fĂŒr die tolle Gelegenheit. Angefangen hat die ganze Geschichte um 2013, als ich meinen eigenen musikalischen Weg einschlagen wollte. Ich wollte unabhĂ€ngig sein und meine eigenen Ideen und Konzepte verwirklichen, ohne Kompromisse. Da lag die GrĂŒndung eines Soloprojekts wie so hĂ€ufig ĂŒblich in dem Genre sehr nahe. Ich denke ARKUUM zeichnet sich besonders durch die instrumentale und emotionale Tiefe aus.

Welche Bedeutung hat der Bandname und welche Geschichte steckt dahinter?

Nach der Bedeutung werde ich sehr hĂ€ufig gefragt, jedoch versteckt sich hinter dem Namen ARKUUM keine geheime Botschaft, wie es vielleicht der ein oder andere vermuten wĂŒrde. Der Ursprung liegt allerdings nicht bei mir selbst, sondern den habe ich einem Freund zu verdanken. Ich finde ARKUUM klingt nach etwas Mysteriösem und UnerklĂ€rbarem, dazu hat er auch eine recht harte Aussprache, weshalb ich der Meinung bin, dass der Name perfekt zu dem ganzen Projekt passt.

Die Texte malen ein zerstörtes Bild dieser Welt, ĂŒber die der Mensch als Übel wandelt. Welche Rolle fĂ€llt ARKUUM dabei zu? Ist es eine Art Gegenpol, um darauf aufmerksam zu machen oder welche Bedeutung hat dein Projekt fĂŒr dich persönlich?

In erster Linie sind das persönliche Gedanken die ich damals wie auch heute noch habe. Wenn man sich nĂŒchtern mit der Menschheit auseinander setzt kommt man doch recht schnell zu der Erkenntnis, dass der Mensch das Übel der Erde ist. Die Welt ist nun mal voller Hass, Elend und Gier, weil es einfach in der Natur des Menschen liegt. Vielen ist diese Erkenntnis sogar bewusst und trotzdem Ă€ndern wir nichts bzw. zu wenig, wie uns eigentlich möglich wĂ€re. Ich möchte mich hierbei auch auf keinen Fall ĂŒber andere Stellen und sehe mich selbst auch nicht besser als andere, weshalb ich auch die Worte in TrĂŒbsinn passend dazu gewĂ€hlt habe: „Du bist genau wie ich, nur ein Fehler der Natur.”

`Abgrund der Einsamkeit` behandelt das Thema Verlust. Ist es eine persönliche Erfahrung, die du mit den Texten verarbeitest oder versetzt du dich in eine bestimmte GefĂŒhlslage?

Ich hatte frĂŒher ein paar prĂ€gende Erlebnisse, weshalb ich mich schon ziemlich frĂŒh mit dem Tod und Verlust auseinander setzte. Mit anderen darĂŒber gesprochen habe ich nur sehr selten, weshalb ich die GefĂŒhle in dem Album verarbeitet habe.

Wie kann ich mir den Songwriting Prozess bei „Trostlos“ vorstellen? Nimmst du Gitarren als GrundgerĂŒst auf und baust den Song drumherum oder funktioniert es anders?

Was ich mit einem Song ausdrĂŒcken möchte, welche GefĂŒhle darin verarbeitet werden und welche Inhalte die Texte haben sollen, steht bei mir schon von Anfang an fest. Dementsprechend lege ich auch das Songwriting darauf aus, die entsprechenden GefĂŒhle hervorzurufen. Die endgĂŒltigen Texte entstehend dann meist erst nach der instrumentalen Arbeit aus den Notizen, die ich mir zuvor fĂŒr das instrumentale Songwriting gemacht habe.

Besonders die Vorgehensweise bei den Drums interessiert mich; meistens ist es ja so, dass man entweder Drummer ist und sich Gitarre aneignet oder umgekehrt. Wie ist das bei dir und mit welchem Programm arbeitest du?

Als Kind habe ich mit dem Bass angefangen und erst zu der Zeit als ich mit ARKUUM begonnen habe, habe ich mir mal eine Gitarre in die Hand genommen. Ich hatte damals auch ein Schlagzeug von einem Freund bei mir im Elternhaus stehen, da er nicht mehr den nötigen Platz dafĂŒr hatte. Darauf spielen durfte ich allerdings nie, wenn noch jemand zuhause war, weshalb ich nur selten ĂŒben konnte. Zuvor habe ich auch noch nie Schlagzeug gespielt, geschweige denn Unterricht gehabt. Allerdings hat es ausgereicht, um ein GefĂŒhl fĂŒr das Instrument zu bekommen, was ich dann auch spĂ€ter fĂŒr ARKUUM anwenden konnte. Gearbeitet habe ich damals noch mit Tuxguitar, dort habe ich alle meine Spuren und Noten festgehalten, auch die Drums, die dann spĂ€ter im Studio daraus exportiert wurden, da mein Können am Schlagzeug bei weitem nicht fĂŒr eine Session im Studio ausreichen wĂŒrde. Der Drumcomputer ist auch einer der negativen Punkte, die ich selbst an dem Album zu bemĂ€ngeln habe, aber damals war es mir nicht anders möglich.

Arkuum TrostlosSeit dem FrĂŒhjahr 2016 seid ihr mit mehreren Leuten unter dem ARKUUM Banner vereint. Wie kam es zu der Entscheidung und welche Auswirkungen hat es auf die neuen Songs?

Das ich ARKUUM irgendwann mal auf die BĂŒhne bringen wollte, wurde mir relativ schnell nach dem Release und dem tollen Feedback darauf bewusst. Es hat sich allerdings schneller ergeben als geplant, da der jetzige Gitarrist und Freund von mir, aus seiner ehemaligen Band geworfen wurde. Die anderen Musiker habe ich dann unerwarteterweise sehr schnell gefunden. Denny von Zeugen der Leere, der mich bis dahin mit seinen Vocals tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzt hat, wollte jedoch nicht an dem Liveprojekt teilnehmen, weshalb ich nach einem neuen SĂ€nger Ausschau hielt. Von dem ersten SĂ€nger, mit dem wir auch unser erstes Konzert gespielt haben, mussten wir uns allerdings schon nach einigen Wochen aus persönlichen GrĂŒnden trennen. Doch in meinen Augen sieht das jetzige Lineup sehr bestĂ€ndig aus. Auswirkungen auf neues Material hat es keins. Ein Kriterium bei der Musikersuche war, dass ich weiterhin das Songwriting ĂŒbernehmen werde.

Ein Wort zum Cover: wer das das geile Cover des Stickers entworfen? Mehr davon!

Danke, ich bin von dem Cover auch sehr begeistert! Unter dem Namen Ceethava könnt ihr die KĂŒnstlerin finden, kann ich nur weiterempfehlen.

Jemand hat ĂŒbrigens sehr geile Promo fĂŒr dich gemacht; ich war auf dem Prophecy Fest in der Balver Höhle. Dort lagen einige deiner Sticker rum, auf die ich bereits aufmerksam wurde. Am zweiten Tag sah ich dann ein MĂ€del, das sich den Sticker auf den Arsch geklebt hatte. So muss Promo laufen :) Machst du sonst irgendwelche Aktionen oder eher ĂŒber Facebook und fertig?

Ich war selbst auch auf dem Prophecy Fest und dachte mir ein paar Sticker im GepĂ€ck können nicht schaden. Mit dem Arsch von dem MĂ€del habe ich allerdings nichts zu tun, habe sie aber auch gesehen *lach*. Aktive Werbung mache ich eigentlich sehr wenig, wenn es sich nicht gerade, wie auf dem Prophecy Fest, anbieten. Ich halte sehr wenig von nervender Werbung und Leute direkt darauf ansprechen mache ich auch ungern, zumal ich sowieso ziemlich schĂŒchtern bin. Facebook ist dahingehend schon das passende Werkzeug.

Mittlerweile ist auch das neue Album in der Mache. Was erwartet uns musikalisch und thematisch? Gibt es schon einen Veröffentlichungstermin, der angepeilt ist?

In meinen Augen wird es auf alle FĂ€lle wieder dĂŒster und sogar noch emotional mitreißender als Trostlos. Es bietet eindeutig mehr Facetten als das DebĂŒt und beinhaltet weitaus mehr Tiefe, alleine schon durch die Tatsache, dass es sich dieses Mal um ein Konzeptalbum handelt. Generell kann ich sagen, dass es ein wenig mehr EinflĂŒsse aus dem Doom und Ambient Bereich gibt, aber auch der ein oder andere Blastbeat findet auf der neuen Scheibe Platz, was der ein oder andere vermutlich vergebens bei Trostlos gesucht hat. Einen Veröffentlichungstermin gibt es noch keinen, allerdings ist der Release zum Herbst nĂ€chsten Jahres angepeilt.

ARKUUM ist bis vor kurzem dein Solo Projekt gewesen. Warst oder bist du noch woanders aktiv?

Momentan arbeite ich gemeinsam mit Fabian von Odium Immortalis an einem Abschiedsalbum. Mit daran beteiligt sind unter anderem Dominik von Winterblood und JP von Hallig. An einen Veröffentlichungstermin ist hier aber auch noch lange nicht zu denken.

Welches sind deine grĂ¶ĂŸten EinflĂŒsse und warum?

In Trostlos habe ich zum grĂ¶ĂŸten Teil meine persönlichen Gedanken verarbeitet, weniger gezielt auf bestimmte Inspirationsquellen geachtet. Auf jeden Fall beeinflusst mich alles, was mich auch emotional bewegt, egal durch welches Medium oder aus welcher Richtung. Wenn mich etwas emotional berĂŒhrt, egal in welcher Hinsicht, hat es auch etwas in mir ausgelöst. Ich denke davon fließt bewusst oder auch unterbewusst viel mit ein.

Danke fĂŒr deine Zeit, ich freu mich schon auf die neue Scheibe!

Jederzeit gerne wieder. Vielleicht sieht man sich ja auf dem nÀchsten Prophecy Fest.

Hier geht’s zur Rezi von „Trostlos“

Radu

CHRISTIAN KRUMM INTERVIEW

Posted by Radu On Juli - 9 - 2016

Mit seinem neuen Roman „Traumschrott“ macht sich (Metal-) Autor Christian Krumm daran, das Unterbewusstsein zu erforschen. Das Buch vereint Kurzgeschichten und setzt sie im Kontext zu einer großen Rahmenhandlung. Was dem Leser so erfrischende Bilder durch den Kopf jagt, hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. „Die ursprĂŒngliche Idee war, 10 Storys in 10 Wochen zu schreiben. Es sollte dann als Open AirTheaterstĂŒck in Krefeld aufgefĂŒhrt werden, wozu es jedoch nie gekommen ist. Nach der Veröffentlichung der MORGOTH Biographie kam der Verlag (Roter Drache) auf mich zu und fragte, welches Projekt ich noch am Start hĂ€tte. So entstand dann das neue Buch.“

TraumschrottDas Cover hat ebenfalls einen Bezug zu den Geschichten beinhaltet es unterschiedliche EindrĂŒcke in einer zerbrochenen Flasche vereint. Unsortiert, wie das Unterbewusstsein halt. Björn Gooßes hat hier sehr gute Arbeit geleistet, um sowohl das Innenleben des Buche widerzuspiegeln, als auch neugierig zu machen. Bereits nach den ersten Seiten wird schnell klar, dass es kein herkömmlicher Roman mit einer Handlung ist, denn hier wird der Leser gleich zu Beginn integriert. „Es wird zu Beginn heftig diskutiert, wobei der Leser quasi als Mitjuror prĂ€sent ist. Es ist bewusst satirisch gehalten, damit man schnell die unterschiedlichen Stereotypen der anderen Juroren erkennt, die spĂ€ter auch eine tragende Rolle spielen werden.“ Auch wenn sich der Beginn „nur“ als Intro herausstellt, wird gegen Ende des Buches klar, in welchem Rahmen sich der Leser hier bewegt. Nach dieser Einleitung folgen die Kurzgeschichten, die an sich keinen inhaltlichen Zusammenhang haben, außer der Magie des Traumes, dem sie alle schließlich innewohnen.

Auf die Frage nach seinem LieblingsstĂŒck, spricht mir Christian schnell aus der Seele. „An der Ecke! Jede Geschichte hat ihren eigenen Charme, aber gerade die unterschiedlichen Perspektiven zwischen den Welten ist das, was diese Geschichte zu etwas besonderem macht. Wir erleben im Alltag viele unterschiedliche und seltsame Begegnungen, bei denen die eigene Wahrnehmung ĂŒber RealitĂ€t und Fiktion unterscheidet. Hier habe ich eine besonders gute Vorlage bekommen, um diese Geschichte zu schreiben.“ Neben einschlĂ€gigen Sequenzen sind es aber auch die bewusst humoristischen Seiten, die „Traumschrott“ eine besondere WĂŒrze verleihen. „Ja, „Sonntagskuchen“ ist so eine Story, die sich bewusst mit der OberflĂ€chlichkeit auseinandersetzt. Viele von uns kennen das GefĂŒhl, im hektischen Alltag gefangen zu sein. Es sind aber auch die kleinen Dinge, die manchmal mehr Bedeutung haben und an Gewicht gewinnen. Hier wird es mit einem Augenzwinkern erzĂ€hlt, obwohl die Wahrheit auch etwas bitter schmecken kann.“ Aber nicht nur inhaltlich erfreut sich „Traumschrott“ großer Vielfalt, sondern auch optisch gibt es hier einiges zu entdecken. So wurde „Der Eremit“ beispielsweise auf dunklerem Papier gedruckt, das einen leichten Pergamentcharakter aufweist, wĂ€hrend „DĂ€monen“ nicht nur inhaltlich finster, sondern auch optisch den Charme einer alten Ritualschriftrolle aufweist. Christian spielt mit den unterschiedlichen HandlungsstrĂ€ngen und buhlt dabei um die Gunst der stereotypischen Kritiker, ohne sich von ihnen beeinflussen zu lassen.

-Achtung SPOILER-Alarm-
Christian Krumm LesungGegen Ende gelangt man zurĂŒck in den Jurorenraum, bei dem man erneut auf die unterschiedlichen Charaktere trifft. „Die Figuren habe ich bewusst stilisiert, denn es kommen so unterschiedliche Meinungen zusammen, dass der Leser sich entweder einer anschließen kann, oder sich seine eigene Meinung bildet. Hier habe ich mich fĂŒr letzteres entschieden und entsprechend die Figuren als das aufgedeckt, was sie eigentlich sind: Werkzeuge in meinem Buch, die ich auch mĂŒhelos verschwinden lassen kann. Dem Leser selbst kann ich jedoch nicht gefĂ€hrlich sein, weil er keine Erfindung von mir ist. Stattdessen lade ich ihn dazu ein, mir in der „realen“ Welt von seinen TrĂ€umen zu erzĂ€hlen, wobei real natĂŒrlich ein weit dehnbarer Begriff ist.“
-SPOILER Ende-

Bei der Buchpremiere wurde Gas gegeben. „Es war ein spektakulĂ€rer Abend mit tollen Leuten, den ich verbringen durfte“ schwĂ€rmt der Autor. „Sophie hat eine tolle Vorstellung abgeliefert und auch Luci van Org (alias „Lucilectric“) war mit am Start. Andy Brings könnte der eine oder andere von SODOM noch kennen. Er hat mit mir einige Passagen aus dem Buch vorgelesen. Der Typ hat einfach Charisma und hat der Geschichte richtig Leben eingehaucht.“ Leidenschaft statt stumpfes Vorlesen sind hier trumpf. Was passiert jedoch nach „Traumschrott“ und welche PlĂ€ne gibt es bereits? „Nun, ich will nicht all zu viel verraten, aber das nĂ€chste Projekt wird ein Roman werden. Es wird dabei auch um unerklĂ€rliche und unheimliche PhĂ€nomene gehen. Die grobe Struktur steht bereits.“ FĂŒr andere Autoren hat Christian einen guten Tipp, wie man mit Schreibblockaden und angefangenen texten umgehen kann. „NatĂŒrlich habe ich noch Seitenweise angefangene Skripte. Ich sehe sie als eine Art Werkstatt, in der man sich nach Herzenslust bedienen kann. Wenn man mal eine bestimmte Passage oder ein bestimmtes GefĂŒhl braucht, kann man sich dort nochmal umsehen und findet vielleicht den einen oder anderen Ansatz fĂŒr sein aktuelles Projekt.“ Was die Zukunft also noch bringt, dĂŒrfte spannend werden. Fakt ist, dass „Traumschrott“ sich nahtlos in das Portfolio von Christian Krumm einreiht und eine Message dabei klar vermittelt: Lesen ist Metal und verbindet gleichermaßen!

Christian Krumm3

Radu

INTERVIEW: MOONSPELL

Posted by Radu On April - 11 - 2015

INTERVIEW: MOONSPELL

Moonspell BandNeues Album im GepĂ€ck und das zwanzigjĂ€hrige JubilĂ€um von „Wolfheart“ am Start sind gute GrĂŒnde, um die BĂŒhnen dieser Welt zur „Road to Extinction“ Tour zu fĂŒhren. MOONSPELL Kopf Fernando nahm sich kurz vor seinem Auftritt im Bastard Club in OsnabrĂŒck Zeit, um mit uns zu plaudern. Dabei kam Erstaunliches ĂŒber das Älterwerden, frischen Wind und eine Fan-Familie zum Vorschein…

Hallo und erstmal danke fĂŒr deine Zeit! Heute ist die letzte Station eurer Deutschland Tour. Wie ist es gelaufen und wie geht’s euch?

„Nun, eigentlich ist es niemals wirklich die letzte Station auf einer Tour. Wir fliegen nach hause und werden bald in Mexico weitere Shows spielen. Bis jetzt ist es eine großartige Tour gewesen und es fĂŒhlt sich an, als hĂ€tten wir unser Mission erfĂŒllt (lacht). Unseren Fans scheint es auch gut gefallen zu haben, denn sie haben sich sehr ĂŒber die Klassiker gefreut und gleichzeitig unsere neuen Songs abgefeiert. Wir sind mit einer gewissen Erwartungshaltung gestartet, weil man nie weiß, wie die neuen Songs von den Fans angenommen werden. Es hat aber alles gut geklappt und wir sind sehr zufrieden.“

Beim Durchhören von „Extinct“ hatte ich den Eindruck, dass ihr den Bombast etwas zurĂŒckgefahren habt und noch etwas nĂ€her an eurer eigenen Basis seid. Statt epischem Reiz Overkill habt ihr eure StĂ€rken geschickt eingesetzt, hier etwas Bombast eingestreut, intensivere GĂ€nsehautmomente, aber auch die Aggression nicht abgelegt. Wie waren die Reaktionen der Fans auf das neue Material?

„Wir wollten dieses Mal kein Album machen, das direkt ins Gesicht schlĂ€gt. Wir wollten dieses Mal etwas mehr cineastisches machen, uns ganz auf die Musik konzentrieren. Beim Songwriting Prozess nehmen wir keine RĂŒcksicht auf die Erwartungshaltungen von außen. NatĂŒrlich sind uns die Fans sehr wichtig, beim Songwriting ist es jedoch eine Symbiose aller Bandmitglieder, fernab von anderen Ă€ußeren EinflĂŒssen. Wir hoffen, dass unsere Fans uns halt vertrauen. Ehrlich gesagt lese ich nicht viele Rezensionen zu unserem neuen Album, aber das GefĂŒhl das ich habe, wenn wir die StĂŒcke live spielen, ist, dass die Fans das Album lieben. Es ist quasi bei ihnen angekommen und ist ein sehr persönliches Album von uns geworden. Es ist etwas gewagter ausgefallen und ich habe das GefĂŒhl, dass viele Leute diese Seite an uns vermisst haben. Wir sind halt eine Kontrast Band, die sowohl Melodisches, als auch Aggressives zusammenbringt. Viele Fans haben uns erklĂ€rt, dass sie das Album fĂŒr unser Meisterwerk halten, sowohl langjĂ€hrige, als auch neue Fans, was uns sehr glĂŒcklich macht. Ich bin sehr zufrieden mit den Reaktionen auf unser neues Album. Man kann schwer sagen, ob es aggressiver ist, mehr Metal oder wie auch immer. Es ist einfach ein schönes StĂŒck Musik geworden und ich kann mir kein besseres Feedback darauf vorstellen.“

Herzlichen GlĂŒckwunsch zum 20. Geburtstag eurer „Wolfheart“ Scheibe! Habt ihr eine Geburtstagsparty geplant?

„Danke! Ja, wir wĂŒrden gerne eine Tour mit allen Songs der „Wolfheart“ machen. Allerdings haben wir gerade „Extinct“ rausgebracht. FĂŒr viele Fans ist „Wolfheart“ ein sehr wichtiges Album und viele wĂŒrden es gerne live erleben. Wir hatten auch mit dem Gedanken gespielt eine Tour in diversen HauptstĂ€dten zu spielen, aber dann kam uns „Extinct“ in die Quere. Außerdem wĂ€re die Konsequenz, dass wir danach eine Tour zum 20 jĂ€hrigen JubilĂ€um von „Irreligious“ machen mĂŒssten. Wir sind keine Band, die ihre alten Alben nochmal komplett durchtouren mĂŒssen. Wir verstehen aber auch die Fans, fĂŒr die beide Alben sehr wichtig sind, daher haben wir einige Songs mit auf unsere aktuelle Setlist gepackt. Wir tun heute im Endeffekt genau dass, was wir damals auf „Wolfheart“ gemacht haben, allerdings war ich damals 23 jahre alt und heute bin ich 40 (lacht). Wir haben damals alles auf eine Scheibe gepresst; dark, heavy und Black Metal, daher hat es eine so intensive Bedeutung. Wir feiern das Album mit unseren Fans, indem wir einige Songs davon auf dieser Tour spielen.“

[Anmerkung der Redaktion: mit welchen Überraschungen der ersten beiden Alben MOONSPELL live gerockt haben, erfahrt ihr in unserem live Bericht]

Die Musik auf „Extinct“ spricht hier eine sehr vielfĂ€ltige Sprache, in der sich viele Facetten widerspiegeln. Wie sieht es mit den Texten aus? Hattest du bereits von Beginn an ein Konzept im Kopf?

„Ich denke, dass die Musik die Seele ist, wĂ€hrend die Texte die dunklere Seite der GefĂŒhlswelt anspricht. Das GefĂŒhl des Verlustes spielt dabei eine sehr große Rolle. Du kannst es im Bezug zu deinem eigenen Leben, aber auch zur wissenschaftlichen Evolution sehen. Bei dem Begriff „Extinction“ (zu deutsch: „Auslöschen“- Anmerkung der Redaktion) gibt es viele persönliche Bezugspunkte. Menschen sterben oder treten komplett aus deinem Leben, so wie z.B eine Ex- Frau, die du einst geliebt hast und mit der du kein Wort mehr sprichst. Die Auslöschung ist jedoch kein finaler Prozess, sondern besteht aus vielen Unterprozessen und genauso funktioniert es mit Emotionen und man entwickelt sich. Auf der wissenschaftlichen Ebene ist es so, das einige Lebensformen verschwinden und neue auftreten, die nicht besser, sondern zum aktuellen Zeitpunkt den UmstĂ€nden angemessen entwickelt sind. Die Entwicklung der Menschheit beinhaltet ebenfalls viele Aspekte der Auslöschung, wenn man beispielsweise die Rodung des Regenwaldes oder die Ausrottung von Walen betrachtet. Diese Arten der Auslöschung durch den Menschen verlaufen schnell und können einem schon Angst machen. Ich denke, dass unser Album nicht nur von der Auslöschung handelt, sondern auch einige Stadien davor vermittelt. Die Angst vor der Auslöschung beinhaltet ebenfalls Hoffnung und den Willen, dagegen anzukĂ€mpfen. Obwohl die Texte recht simpel sind, ist es ein sehr komplexes Album geworden. Es war uns sehr wichtig, dass die Leute auch einen persönlichen Bezug dazu bekommen. Wenn sie kein GefĂŒhl beim Hören unseres Albums bekommen wĂŒrden, hĂ€tten wir keine gute MOONSPELL Platte raus gebracht.“

WĂŒrdest du sagen, dass die Auslöschung Teil eines sich immer drehenden Kreislaufs ist?

„Die Auslöschung beinhaltet die letzte Stufe, von der es kein ZurĂŒck mehr gibt. Allerdings gibt es auch innerhalb dieses Stadiums Hoffnung und andere GefĂŒhle zu entdecken, die uns mit unserer Musik sehr wichtig sind. Wir waren noch nie eine nihlistische Black Metal Band, die grundsĂ€tzlich alles verneinen. Wir sind keine schwarz oder weiß Band, sondern bewegen uns in der Grauzone. Vielleicht sind wir eine Grey Metal Band (lacht)“.

Moonspell InterviewIch habe euch damals 1996 bei der Release Show von „Irreligious“ im Soundgarden in Dortmund live gesehen. Letztes Jahr wurde es abgerissen und viele intensive Momente sind ebenfalls in den TrĂŒmmern versunken. Was bleibt, sind die Erinnerungen. Auf der Release Party und auf eurem Out Of The Dark Festival Auftritt habe ich eine deutsche Familie getroffen, die mich sehr beeindruckt hat. Es waren 2 Schwestern, die mit ihrem Vater und ihrer Mutter im Rollstuhl jede Show von euch gesehen haben und alle TourschauplĂ€tze mitgereist sind. GrĂ¶ĂŸere Fanliebe kann ich mir dabei kaum vorstellen, als diese Aktion. Hast du von der Familie nochmal etwas gehört oder seid ihr noch in Kontakt?

„Die Mutter ist vor einigen Jahren leider verstorben, aber der Vater ist noch wohlauf. Die Ă€ltere Schwester ist mittlerweile verheiratet und kommt immer noch zu unseren Shows. Unsere Familien hassen Heavy Metal; als diese Familie mit uns getourt sind, um „Wolfheart“ den Leuten vorzuspielen, waren wir einfach nur noch hin und weg und dachten: „WOW!“. Es ist eine Sache, wenn Fanboys einer Band hinterherreisen, nur um ein Foto mit einer berĂŒhmten Persönlichkeit zu bekommen und danach vor anderen damit zu prahlen. Diese Familie hat uns begleitet, weil sie zu 100% hinter uns stehen. Die Ă€ltere Schwester ist mittlerweile eine erwachsene Frau und unterstĂŒtzt uns auch weiterhin.“

[An dieser Stelle sendet der Verfasser dieser Zeilen einen Gruß an die Familie, deren Namen ich leider nicht mehr weiß. Ein beispielhaftes Verhalten, wie man seine Lieblingsband unterstĂŒtzt, was mit Sicherheit zum Erfolg von MOONSPELL beigetragen hat. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr rockt weiterhin mit den Herzen der Wölfe!]

Beim Betrachten eures Covers entdeckt man sofort, dass der gleiche KĂŒnstler Hand angelegt hat, der „Alpha Noir“ und „Omega White“ visualisiert hat.

„Ja, wir arbeiten bereits seit Jahren mit Seth Siro Anton, der gleichzeitig Bassist bei SEPTIC FLESH ist, zusammen. Seine Kunst ist fantastisch. Es ist nicht einfach zu erfassen, sondern abstrakt und gleichzeitig verstörend. Ich denke, er vermischt Horror und Schönheit auf eine sehr geniale Weise. Du siehst das Bild an und es verstört dich zu erst, aber du willst auch nicht wegschauen. Ich mag den Effekt, den seine Kunst auf mich und andere Leute hat. Ich habe ihm die Texte und das Konzept des Albums gegeben und er hat daraus diese verstĂŒmmelte Kreatur erschaffen. Gerade im Detail ist es sehr interessant, denn die Kleinsten Lebewesen fressen uns nach unserem Tod wieder auf. Auch dieser Aspekt ist auf dem GemĂ€lde sehr deutlich erkennbar. Das Cover soll das Album gut symbolisieren. Es gibt auch viele Bands, denen das Cover egal ist und die einfach das Logo oder etwas einfaches benutzen. Klassische Bands haben ein Bandmaskottchen wie z.B. IRON MAIDEN. So ein Maskottchen wĂ€re sehr cool und kann auch unterschiedliche Aspekte widerspiegeln, aber es wĂŒrde nicht zu MOONSPELL passen. KREATOR haben beispielsweise ebenfalls sehr interessante Cover.“

Auf ein letztes Wort zu den Texten: Musst du in einer bestimmten Stimmung sein, um die Texte zu verfassen?

„FĂŒr mich ist Schreiben das wichtigste ĂŒberhaupt. Ich habe zwei GedichtbĂ€nde veröffentlicht (zur Zeit nur auf Portugiesisch, englische Veröffentlichung kann aber durchaus noch kommen) und viel von H.P. Lovecraft gelesen. Ich muss nicht in einer speziellen Stimmung sein,ich bin immer dafĂŒr in Stimmung zu schreiben. Es gibt viele EinflĂŒsse: meine Familie, meine Band, meine Karriere oder auch die Dinge, ĂŒber die ich lese. Gitarristen spielen stundenlang Gitarre und ĂŒben. Ich schreibe endlos viele Texte mit tausenden von Worten, die von innen heraus kommen. Es ist etwas, das du nicht abstellen kannst, egal ob du wach bist, oder schlĂ€fst. Ich bewahre meine Ideen auf und wenn ich dann unsere neuen StĂŒcke höre setze ich mich hin und bringe meine Zeilen in die musikalische Form, so dass daraus eine Einheit entsteht. Ich denke, dass die Texte die Seele der Musik sind.“

Sebastian Radu Groß

VIDEOINTERVIEW: CROWBAR

Posted by Anna On MĂ€rz - 19 - 2015

OJwj1-3VEMdMZF4qkzJlxkW48e1MC1jc0BWjZX5UBIkm78pDuNCcITN2kXTh8OPPRu1yrmNXBXJ1nAw-KwGw_cKirk Windstein, seines Zeichens SĂ€nger und Gitarrist der amerikanischen Sludgeband CROWBAR, wurde von unserer Anna in MĂŒnchen, wĂ€hrend der Tour interviewt. Watch Below!

INTERVIEW: ANNISOKAY

Posted by Samir On MĂ€rz - 17 - 2015

Annisokay_-_Enigmatic_Smile

ANNISOKAY zĂ€hlen derzeit zum hoffnungsvollen Nachwuchs der deutschen Modern Metal Szene. Mit ihrem am 20.3. erscheinenden Album “Enigmatic Smile” (Review hier) wollen die Jungs den nĂ€chsten Schritt gehen und stellten die neuen Songs bereits auf der vergangenen Tour mit CALLEJON vor. Bei ihrem Konzert in NĂŒrnberg (Konzertbericht hier) hatten wir die Möglichkeit Norbert (Bass), Dave (Shouts) und Christoph(Gitarre, cleaner Gesang) ein paar Fragen zum Album und der Tour zu stellen.

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INTERVIEW:INFESTING SWARM

Posted by Radu On MĂ€rz - 13 - 2015

Einige Jahre sind ins Land gezogen, seit INFESTING SWARM mit ihrer Demo den Underground beschallten. Mit komplettem Album und Plattenlabel im RĂŒcken melden sich die Jungs nun zurĂŒck. „Desolation Road“ markiert die aktuelle BandidentitĂ€t und setzt eine eigenstĂ€ndige Duftmarke im Extremsektor.

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INLEGEND INTERVIEW

Posted by Lizzy On Januar - 11 - 2015

INLEGEND INTINLEGENDERVIEW

Genre: “Hand-hammered piano craft”
Inteview wurde gefĂŒhrt mit: Bastian Emig (Vocals, Piano)

Vor zwei Tagen feierte ihr aktuelles Studioalbum “Stones At Goliath” Release. Grund genug, sich einmal den Frontmann von INLEGEND vorzuknöpfen um Grundlegendes als auch Aktuelles rund um die neue Platte zu erfahren. Viel Spaß beim Lesen! Read the rest of this entry »

INTERVIEW: DESERTED FEAR

Posted by Samir On November - 8 - 2014

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DESERTED FEAR zĂ€hlen zu den Death Metal Überfliegern des Jahres. Mit ihrem neuen Album “Kingdom Of Worms” (Review hier) konnten sie Kritiker und Fans gleichermaßen ĂŒberzeugen und begeistern. Grund genug fĂŒr uns von Metal Impressions, die Jungs zu sprechen und zu ihrem Aufstieg zu befragen!

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DAN SWANÖ INTERVIEW

Posted by Radu On Oktober - 19 - 2014

Interview mit DAN SWANÖ

Wer in den 90ern im CD Booklet der meisten Metal Bands nach dem Produzenten geschaut hat, wird am Namen Dan Swanö nicht vorbeigekommen sein. Wegweisenden Bands wie Katatonia, Dissection oder Opeth hat er durch seinen Sound aus den Kinderschuhen geholfen und mit seinen eigenen Werken gleichzeitig die Metalszene revolutioniert. Musikalisch tobte er sich unter anderem bei Edge Of Sanity, Nightingale oder Bloodbath aus. Sein legendĂ€res Unisound Studio ist heute noch aktiv und verpasst jeder Band ihren individuellen Sound. Der Meister nahm sich etwas Zeit, um mit uns ĂŒber sein aktuelles Projekt SWANÖ MERCH, das neue NIGHTINGALE Album, sowie PlĂ€ne fĂŒr WITHERSCAPE und sein Unisound Studio zu plaudern.

Swanö Merch
Swanö MerchGemeinsam mit seiner Frau Eva Maria, wurde auf Facebook ein Pilotprojekt SWANÖ MERCH aus dem Boden gestampft. Dabei sollen die TrĂ€ume alteingesessener Fans diverser Projekte auf Shirts gebannt werden. „Angefangen hat alles mit einigen Anfragen von Die Hard Fans“ erinnert sich Eva-Maria. „Also haben wir kurzerhand mit einem Shirt angefangen um zu sehen, wie groß die Nachfrage wirklich ist. Das PAN THY MONIUM Shirt ist mittlerweile ausverkauft, also war die Resonanz nicht schlecht.“ Als nĂ€chstes wurde mit dem „Purgatory Afterglow“ Shirt (inklusive dem alten EDGE OF SANITY Schriftzug) nachgelegt, der vorbestellbar ist und in der Herstellungsphase ist. Damit ist das Ende der Fahnenstange jedoch noch lĂ€ngst nicht erreicht. „Wir könnten uns noch vielleicht den einen oder anderen Pin oder auch Patches vorstellen. Wir sind gerade mal in der Anfangsphase wo wir ausprobieren, was gut lĂ€uft. Man muss auch schauen, was sich vermarkten lĂ€sst. Ein Traum wĂ€re natĂŒrlich, wenn man davon eines Tages leben könnte“ gibt Eva Maria lachend zu Protokoll. An Ideen mangelt es dabei wahrlich nicht. „Zur Zeit spielen wir einige Ideen durch. Das Auge vom „Moontower“ Cover wĂŒrde sich sehr gut auf ein Shirt machen. Außerdem WĂŒrden wir gerne einige Nightingale Sachen bringen und vielleicht noch das eine oder andere Edge of Sanity Shirt.“ Ausruhen auf alten Lorbeeren ist dabei aber nicht drin. „Der nĂ€chste Schritt sind eigene EntwĂŒrfe. Dan hat bereits tonnenweise Ideen, die er sich vorstellen kann. Angefangen von einem coolen Schriftzug, bis hin zu zweifarbigen Longsleeves loten wir gerade alle Möglichkeiten aus.“ Allerdings sollen auch die Fans etwas mitzureden haben. Ein Aufruf ĂŒber WĂŒnsche und Anregungen ist dabei durchaus erwĂŒnscht. „Im Moment sind wir noch ausschließlich bei Facebook aktiv. Wir möchten „Swanö Merch“ allerdings noch auf eine eigene Homepage ausweiten, damit auch mehrere Leute auf unser Sortiment Zugang haben und bestellen können. Facebook ist eine schöne Sache, allerdings ist es auch sehr einfach etwas zu liken, ohne es verbindlich nachverfolgen zu können. Eine Befragung der Fans ĂŒber eine eigene Homepage stellen wir uns effizienter vor.“ VorschlĂ€ge und Anregungen sind immer willkommen.

Nightingale
NightingaleNightingale bringen nach siebenjĂ€hriger Abstinenz endlich ein neues Album raus. Das Teil hört auf den Namen „Retribution“ und wartet mit Songs der Marke `Glory Days`und `Shadowman` auf. Einen Tag vor dem Interview ließ man online die Hosen runter und prĂ€sentierte `Forevermore` im kompletten Stream. Nach zweiminĂŒtiger Warmlaufphase, implodiert in einem typischen Keyboardsound das alte Nightingale Feeling und katapultiert uns rasch in die glorreichen Tage zurĂŒck. GĂ€nsehaut, Ohrwurmrefrain und Nostalgie irgendwo zwischen den 70er und den 80er Jahren schwingen im vierminĂŒtigen Dauerbrenner mit. „Die Plattenfirma hielt es fĂŒr eine gute Idee, diesen Song als erstes zu veröffentlichen“ erklĂ€rt Dan die Promotion. „Ich hĂ€tte es ehrlich gesagt anders gehandhabt. Meiner Meinung nach ist der Opener immer etwas sehr besonderes. Er öffnet dem Hörer die TĂŒr zum Nightingale Universum und daher hĂ€tte ich wahrscheinlich auch den Opener als erste Auskopplung gewĂ€hlt. Allerdings haben die Leute vom Label mehr Erfahrung und ich vertraue ihnen komplett. Schließlich machen sie einen sehr guten Job.“ Wurde noch zu „Chlosing Chronicles“ und „Invisible“ Zeiten ganze Teaser des Albums veröffentlicht, so hĂ€lt man sich dieses Mal eher bedeckt. „Wir haben damals alles selbst gemacht und hatten keine erfahrenen Promoter als RĂŒckendeckung. Wir waren jung und unerfahren und wollten den Leuten einen tiefen Einblick in unsere Songs geben. Mittlerweile hat sich allerdings einiges verĂ€ndert. Jeder hat durch das Internet schnell Zugang zu allem und deshalb ist es gut, dass erfahren Leute sich darum kĂŒmmern.“ Die gute Nachricht: es bleibt mit `Forevermore` nicht bei der einzigen Auskopplung. Eine weitere erfolgt noch vor dem Release (welche, wird jedoch nicht verraten).

Das Songwriting auf der neuen Scheibe orientiert sich eher an die straighten, energiegeladenen Parts im Stile von `Shadowman` oder `Glory Days`. „Auf „White Darkness“ haben wir viel experimentiert und uns in der progressiven Schiene stark ausgetobt. Dieses Mal habe ich mich wieder intensiver alleine um das Songwriting gekĂŒmmert. Das Ergebnis fĂŒhlt sich fĂŒr mich zu 100% nach mir an. Mein Bruder und ich machen bereits seit der „Chlosing Chronicles“ gemeinsame Sache mit NIGHTINGALE, da hört man im Gesamtergebnis einiges heraus. Ich bin eher fĂŒr die straighten und leicht verspielten Parts dabei, wĂ€hrend Dag eher ausufernd und in die 70er Jahre Schiene driftet. Das ist aber völlig normal, schließlich liegen zwischen mir und meinem Ă€lteren Bruder auch 10 Jahre. Allerdings haben wir uns auch weiterentwickelt. Ich bin mit Herz und Seele Schlagzeuger und bin eher durch Zufall bei Edge Of Sanity an die Gitarre gekommen. Als ich 1995 die erste Nightingale Scheibe raus gebracht habe hĂ€tte ich nie gedacht, dass es sich mal in diese GrĂ¶ĂŸe entwickeln wĂŒrde. Songs wir `Eternal`in der epischen Bandbreite waren fĂŒr mich in den Anfangstagen utopisch.“ Dabei lĂ€sst sich eine Zeitangabe ĂŒber Beginn und Ende des Entstehungsprozesses der anstehenden Scheibe „Retribution“ nicht klar einordnen. „Wir haben bereits direkt nach „White Darkness“ wieder Material gesammelt und ich hatte noch einiges auf der Halde liegen. Vieles davon ist nie zum Einsatz gekommen und hat sich einfach perfekt in das andere Songwriting eingefĂŒgt. Dabei haben wir auch noch einige Riffs aus den 70ern und 80ern gefunden. Wir gehen das Songwriting eigentlich immer so an; beispielsweise auf `Eternal` (auf dem Album „Alive Again- The Breathing Shadow Part IV) hörst du ein Riff, dass bereits aus den 80ern ist.“

Im Jahr 2005 starteten Nightingale eine Tour, die finanziell ein Desaster, jedoch atmosphĂ€risch episch werden sollte. Auch in einem kleinen Pub in Krefeld (das ab 2012 die neue Heimat des gebĂŒrtigen Schweden werden sollte) wurde ein Zwischenstopp eingelegt, um vor einer ĂŒberschaubaren Meute abzurocken. „Das war eine sehr gemĂŒtliche AtmosphĂ€re“ erinnert sich Dan. „Es waren vielleicht 50 Leute da, und normalerweise sollte man meinen, das hier nichts zu reißen wĂ€re. Allerdings sind die so abgegangen, dass ich mich schnell wohlgefĂŒhlt habe und es ein richtig geiler Gig geworden ist. Normalerweise konzentriert man sich auf der BĂŒhne noch teilweise auf den Sound oder achtet auf seine GerĂ€te um sich herum, aber an dem Abend war alles egal. Ich war so voller Adrenalin, dass ich beinahe ĂŒber mein EffektgerĂ€t gestolpert bin, aber das interessierte mich einfach nicht. Die Leute waren großartig und es war ein sehr geiler Abend!“ Wer genauer auf Dans Gitarre geachtet hatte wird sich gewundert haben, dass er nicht nur LinkshĂ€nder ist, sondern die Saiten „verkehrt herum“ auf der Gitarre hatte (soll heißen: dĂŒnne E Seite oben, dicke E Saite unten). Wie kann man nur so spielen? „Wie kann man anders rum spielen“ lautet die Gegenfrage . „FĂŒr mich ist das normal, ich kann es einfach nicht anders. Ich bin Schlagzeuger, verdammt“ lacht Dan. „Als ich bei Edge of Sanity mit der Gitarre angefangen habe, Songs zu schreiben, musste ich mich sehr intensiv dran setzen. Ich habe schon vorher Gitarre gespielt, kam aber einfach nicht mit den Saiten klar. Irgendwann habe ich mir das angewöhnt; vielleicht wollte man mir, als ich klein war, nicht sagen, dass die Saiten falsch rum waren, sondern stattdessen loben, dass ich ĂŒberhaupt gespielt habe. Was du dir einmal angewöhnt hast, ist nur schwer wieder rauszubekommen. Entsprechend verwirrend war es dann bei Edge of Sanity wenn ich sagte „Spiel mal das Riff“ und als Antwort bekam „Wie?“. Bis heute funktioniert diese Technik sehr gut bei mir.“

Witherscape
witherscapeAlbumDemnĂ€chst steht auch eine EP von Swanös weiterer Band Witherscape an. Angepeilter Veröffentlichungstermin ist Ende diesen Jahres, was sich aber noch verschieben kann. Über den Inhalt wird allerdings noch nicht viel verraten. „Es wird eine EP mit neuem Material und Coverversionen sein.“ Eine abgedrehte Idee ist auch mit an Bord, weitere Details sollen die Fans jedoch ĂŒberraschen. Material fĂŒr ein neues Album ist ebenfalls in Arbeit. „Gerade heute habe ich einen Song fertiggestellt. Zumindest habe ich das Skelett schon mal gebaut und nun mĂŒssen noch einzelne Details ausgearbeitet werden. Ich arbeite am besten alleine, da ich dann meine Ideen frei fließen lassen kann. Wenn ich mich dann mit Ragnar treffe, habe ich bereits feste Ideen und Strukturen, bevor wir dann unsere EindrĂŒcke zusammentragen.“ Was dabei raus kommt, wird man wohl im Laufe nĂ€chsten Jahres erfahren, wenn das Album veröffentlicht wird.

Unisound
UnisoundHauptberuflich betĂ€tigt Dan die Regler in seinem Unisound Studio. Er produziert und mastert fleißig fĂŒr Bands und kann damit auch seinen Lebensunterhalt bestreiten. „Ich bin sehr glĂŒcklich und dankbar fĂŒr die Möglichkeit, mit dem was ich gerne tue, mein Geld zu verdienen. Ich bin grundsĂ€tzlich nicht der Typ, der sich den Arsch auf der Couch platt sitzt sondern muss immer etwas zu tun haben. Einige Leute haben Hobbys wie z.B. Angeln oder Fußball. Ich produziere und habe das GlĂŒck, dass es auch kein saisonaler Job ist. Mal kommt mehr, mal kommt weniger rein, aber unterm Strich habe ich immer gut zu tun. Wenn ich mit dem was ich tue meinen Lebensunterhalt verdienen kann, ist das schon eine sehr geile Sache.“ Wenn man sich das Portfolio auf der Homepage anschaut, klappt die Kinnlade automatisch nach unten, denn der Chef hat von klassischem Rock bis zu Black und Death Metal einfach alles schon mal produziert. Die Liste ist lang, sogar sehr lang, ganz zu schweigen von den Bands, in denen er bereits mitgespielt hat. Wer also noch jemanden fĂŒrs Produzieren und Mastern suchen sollte, möge sich ĂŒber die Homepage des Unisound bei ihm persönlich melden.

Unter den geplanten Projekten steht auch noch seine ehemalige Band Edge Of sanity aufgefĂŒhrt, was bei vielen fĂŒr große Ohren sorgen dĂŒrfte. „Ich habe noch einiges an Material, was ich nochmal ĂŒberarbeitet habe“ erklĂ€rt uns Dan. „Zur Zeit suche ich noch einige Fotos fĂŒrs Booklet; ich hatte davon tonnenweise bzw. die Negative, aber seit meinem Umzug nach Deutschland habe ich sie nicht mehr gesehen. Ich weiß aber, dass sie irgendwo hier sein mĂŒssen.“ Hatte er sich bereits an die Wiederveröffentlichung des Demos „Kur-Nu-Gi-A“ gemacht, so sind es nun noch weitere Songs, die eine Frischzellenkur verpasst bekommen. „Wenn du dir beispielsweise den Sound von der „Spectral Sorrows“ anhörst wird dir auffallen, dass es da noch sehr vieles zu verbessern gibt. Alleine die Schlagzeugspuren zu verĂ€ndern, macht daraus schon einen völlig anderen Song. Ich habe noch einige Demo Songs, die es nie auf Platte geschafft haben und auch einige bekannte Songs werden neu abgemischt werden. Die Titel verrate ich noch nicht, aber ich habe so um die 20 Songs gefunden. Zur Zeit betrĂ€gt die Spielzeit so um die 89 Minuten. Es wird auch ein komplett neues Artwork von einem Amerikaner namens Ted Tringo geben. Es geht ungefĂ€hr in die Richtung von „Dead But Dreaming“ mit den Fratzen, hat aber auch etwas völlig eigenstĂ€ndiges. Es könnte also auch in den 90er Jahren veröffentlicht worden sein, und es wir auch diesen old school Touch haben. Ich habe einige alte Demos gefunden, in denen wir als Band wirklich alles gegeben haben und Edge Of Sanity auch sehr intensiv gelebt haben. Wir hatten keinen Plattenvertrag, es kam uns nur auf die Musik an und wir waren zu dem Zeitpunkt in absoluter Bestform. Weder davor noch danach sind wir jemals so gut gewesen und ich wollte die Songs mit dem alten Edge Of Sanity Spirit auf die Menschheit loslassen.“ Klingt nach einem großen Fest fĂŒr alle Edge Of Sanity Fans. Allerdings bringt die Veröffentlichung auch eine weitere Botschaft mit sich. „Das wird definitiv das Ende von Edge Of Sanity sein und zwar in jeder Hinsicht. Es wird zwar noch Shirts geben, aber mit den (Wieder-) Veröffentlichungen bin ich dann endgĂŒltig durch. Ich habe alles raus geholt, was irgendwie möglich war: es gab eine Best of Doppel CD („Evolution“) und die „Kur-Nu-Gi-A“ Demo. Jetzt muss ich aber als Musiker und auch als Fan der Band sagen, dass die Kuh auch endgĂŒltig gemolken ist.“ Klare Worte und definitiv eine Ansage, sich auf die zukĂŒnftigen Veröffentlichungen zu konzentrieren.

Einige Jahre war es still um Dan Swanö geworden, ehe er sich mit Witherscape wieder an die Musikerfront zurĂŒckmeldete. „Die Zeit war notwendig, damit ich mir meiner FĂ€higkeiten wieder bewusst werde“ gibt Dan zu Protokoll. „Wenn ich nun meine eigenen Songs aufnehme und produzieren, klingen sie sehr viel intensiver. Witherscape und das neue Nightingale Album haben einen sehr guten Sound, auf den ich sehr stolz bin, Das war aber nur deshalb möglich, weil ich mir die Zeit genommen habe um zu verstehen, was in der Vergangenheit schief gelaufen ist.“ Manchmal muss man halt die Arena verlassen, um sich das Geschehen von außen anzuschauen, ehe man sich wieder in die Meute stĂŒrzt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum zur Zeit so viele Reunions stattfinden. „Es gibt viele Reunions großartiger Bands. Nimm zum Beispiel At The Gates; wenn man Jahre von der BildflĂ€che verschwunden ist und sich spĂ€ter mal dazu entschließt, den alten Geist wieder neu aufleben zu lassen. Mann ist dann auch Ă€lter und weiser geworden und hat einiges an Lebenserfahrung an Bord und dann ist man in der Lage, etwas wirklich großes zu leisten. Allerdings enden die meisten Bands schnell wieder im alten Teufelskreislauf. Dann wird euphorisch ein neues Album aufgenommen, dann wird die zweite Platte nicht mehr so gut und man beginnt Leute aus der Band zu schmeißen und alles fĂ€ngt wieder von vorne an. Ich denke es ist eine große Chance, aber es gibt auch immer die Gefahr, das alte Wunden wieder aufgebrochen werden. Nach der schönen Phase können dann wieder die alten Arschlochphrasen schnell hochkochen. Ich habe es in einigen Biographien meiner Lieblingsmusiker gelesen. „Wir sind so froh wieder zusammen zu arbeiten. Dann hat er wieder angefangen zu trinken. Dann hat er sich wie ein Arschloch benommen. Dann haben wir ihn rausgeschmissen und durch einen anderen ersetzt. Der eine kam dann mit dem neuen nicht klar und hat hingeschmissen, bis nur noch einer ĂŒbrig war.“ Viele Dinge wiederholen sich, brauchen manchmal halt nur etwas mehr Zeit.“

Diverse Projekte und ProduzentenfĂ€higkeiten lassen die Frage aufkommen, was den Boss eigentlich antreibt und welche ZukunftsplĂ€ne am Start sind. „Ich werde definitiv weiter produzieren, weil es genau das ist, was ich am liebsten tue. Es gibt so viele alte Produzenten, zu denen mittlerweile 16 JĂ€hrige Kids kommen, um ihr erstes Album aufzunehmen. Vielleicht bin ich selbst fĂŒr einige Kids mal der alte Mentor, der ihnen den Weg zu ihrem Album ebnet.“

Sebastian Radu Groß

CHRISTIAN KRUMM INTERVIEW II

Posted by Radu On April - 2 - 2014

At DawnDer zweite Teil unseres Videointerviews mit Christian Krumm zu seinem Buch “At Dawn They Sleep“  ist online und kann unten begutachtet werden. Enjoy!