Archive for the ‘Interviews’ Category

INTERVIEW:FORTY SHADES

Posted by Radu On Oktober - 14 - 2018

Forty Shades BAnner

Das Seitenprojekt des (ehemaligen) Gitarristen und SĂ€ngers Tosse FORTY SHADES ist mit seinem zweiten Album am Start. Wir plauderten etwas ĂŒber die Entstehung von “Blackstar Diamond”, die Apokalypse und VerĂ€nderungen im Leben.

Hallo und erstmals danke fĂŒr die Gelegenheit mit euch zu plaudern. Seit der Veröffentlichung von „Blackstar Diamond“ sind einige Monate ins Land gezogen. Wie geht es euch zurzeit und welche Reaktionen gab es bereits?

Nachdem es die letzten Monate einige Besetzungswechsel gab und wir uns von unserem Management getrennt haben, stellt sich so langsam wieder etwas wie Bandalltag und Routine ein. Die letzten beiden Gigs im September haben gezeigt, dass das neue Team sehr gut funktioniert und zusammen passt. Neu sind Tune Thon Bauer- Gitarre, Joe Hammer Wenger- Gitarre und Gode Hard Warth- Bass. Die Reaktionen auf das Album sind durchweg positiv- ist es auch eher ungewöhnlich ein konzeptionelles Album als zweiten Output zu bringen. Da das natĂŒrlich musikalische Konsequenzen
mit sich bringt, die nicht gerade der TĂŒröffner fĂŒr kommerziellen Erfolg darstellen.

Wie kam es zu dem Projekt FORTY SHADES und warum habt ihr ausgerechnet diesen Namen verwendet? Hat er fĂŒr euch eine tiefere Bedeutung?

Dem Namen FORTY SHADES liegen zwei AnsĂ€tze zu Grunde: Zum Einen gab es schon zu Beginn der Findungsphase turbulente Zeiten, als die Band noch NAGOR MAR (Dunkles Meer) hieß und mit der SĂ€ngerin Manuela Kraller (Ex- XANDRIA) arbeitete. Da gab es schon beim Übergang zu FORTY SHADES entsprechend viele Besetzungswechsel und viele Auditions, die unsere Keyboarder Tobi bezeichnender Weise als ein Kommen und Gehen von Schatten erlebte.
Warum wir uns dann gerade fĂŒr 40ig entschieden, liegt an dem Ausspruch der Iren ‘Forty Shades of Green‘ fĂŒr ihre abervielen GrĂŒntöne ihrer Landschaften und HĂŒgelketten, die Johnny Cash schon in eben diesem Titel ausfĂŒhrlich beschreibt. Da wir aber weniger schöne Farben beschreiben, als denn eher Stimmungen wie Gloom, Doom, Pain und Darkness, haben wir die Begrifflichkeit ‘Forty Shades
‘ mehr im Sinne wie GOREFEST auf ihrem Album ‚Soul Survivor‘ verwendet; also wie z.B. Die vierzig Schattierungen der Trauer
des Schmerzes
 der Dunkelheit
usw., um die Stimmung unserer Musik zu umschreiben.
Als ich dann eine Annonce aufsetzte, in der ich eine Band suchte, mit der ich meine musikalischen Visionen verwirklichen könnte, meldete sich unter anderen Tobi aus der Schweiz und alles nahm seinen Lauf


Es handelt sich gerade um euer zweites Album; wie seid ihr an das Songwriting ran gegangen? Gab es Unterschiede im Vergleich zu eurem DebĂŒt?

Beim Debutalbum ‘Camera Silens‘ war bereits zum Zeitpunkt meines Einstiegs der Löwenanteil des musikalischen Materials geschrieben, so dass ich meine Lyrix und Vocals an die nahezu fertigen Songs angepasst habe und hierbei auch noch mit ‘Growls‘ arbeitete. Beim BSD- Album haben wir schon in der Vorproduktion viel mehr in das Songwriting eingegriffen, was ĂŒberwiegend den konzeptionellen Lyrix geschuldet war. Auf Growls habe ich weitestgehend verzichtet, weil das meiner Meinung nach den Songs von BSD wenig zutrĂ€glich ist und von meinem Gesangsstil her auch eher den schwĂ€chsten Anteil darstellt.

FĂŒr mich persönlich waren viele gute Momente auf dem Album, die ich leider zu weit voneinander verteilt empfunden habe. Ich hĂ€tte mir gewĂŒnscht, dass ihr euer Talent komprimiert und griffige Riffs, sowie epische Synthesizerteppiche innerhalb eines Songs ausspielt (getreu dem Motto- weniger ist mehr. Ist aber nur meine Meinung und ich wollte nur konstruktive Kritik anbringen). Hattet ihr zu Beginn des Songwritings bereits einen Masterplan, oder haben sich die Songs wĂ€hrend des Jammens ergeben?

In der Entstehungsphase von BSD bin ich durch meine Recherchen ĂŒber die griechische Mythologie und dem Tarot von Aleister Crowley auf die lyrische Auseinandersetzung von Erwin Reisner (* 19. MĂ€rz 1890 in Wien; † 12. Juni 1966 in Berlin, österreichischer Theologe, Prof. der Philosophie,Theaterkritiker), ‘Der Gott und der Götze‘ gestoßen. Diese hat mich wiederum an die esoterische Weltanschauung von Robert A. Monroe (* 30. Oktober 1915; † 17. MĂ€rz 1995, Parapsychologe und
Wissenschaftler) in seinen BĂŒchern‚ ‘Der Mann mit den zwei Leben‘ und ‘Expedition jenseits der Schwelle‘ erinnert, mit der ich mich Mitte der ‘80er intensiv beschĂ€ftigt hatte. Dadurch entstand die Vision fĂŒr das Album BSD, ausgehend von der Vorstellung, man wĂŒrde annehmen, das alles was in diesen Schriften steht bewiesen wĂ€re. Von Wissenschaft, Religion, Politik und Menschheit, als wahrhaftig und real akzeptiert und anerkannt. So sind wir dann auch an das Songwriting herangegangen, was zur Folge hatte, dass das Ganze eher wie eine Oper rĂŒberkommt- eine Metal Oper. Das erklĂ€rt auch das Fehlen klassischer Songstrukturen und eindeutiger Verse, Strophen und Refrains.

Die Geschichte ist recht apokalyptisch gehalten; was hat euch dazu inspiriert und wie kam die Idee auf, ein Konzeptalbum zu machen?

Die Thematik auf BSD ist gewiss kein neues PhÀnomen, aber aktueller denn je

Die Welt ist voller Götzen und selbsternannter Halbgötter, die mit modernster Kriegsmaschinerie hantieren, wie mit Figuren in einem Brettspiel- Kampfdrohnen, satellitgesteuerte Verteidigungssysteme, Söldner, Sklaven- Menschen, die wie Schafe gehalten werden und Naturereignisse, wie z.B. verheerende Erdbeben (gerade aktuell), Tornados und KlimaverĂ€nderungen, die unzĂ€hlige Menschenopfer fordern und noch fordern werden
 Als ich anfing BSD zu schreiben, entstand eine schlĂŒssige in sich vollstĂ€ndig abgeschlossene Geschichte. Nun bestand die Aufgabe darin im Folgenden Kompositionsprozess, die Geschichte in sinnvolle, auf die einzelnen Songs ĂŒbertragbare Teile zu verfassen und anzupassen.

Mittlerweile hat sich auch etwas bei dir (Tosse) getan; du bist bei Crematory ausgestiegen, um beruflich neue Wege zu gehen. Wie geht es dir mit der Entscheidung und was bedeutet das fĂŒr FORTY SHADES?

Ich finde es sehr schade, dass sich mein berufliches Leben nicht mehr mit CREMATORY vereinbaren lÀsst. Es war eine sehr schöne und aufregende Zeit, mit einer professionellen Band arbeiten und unterwegs sein zu können.
Der Punkt ist der, dass es nicht möglich ist, bei solch einer Maschinerie, mit Bookingfirma, Management und Plattenfirma, die Touren und AlbumplĂ€ne festlegen, als einzelner Musiker da Abstriche zu machen. Man muss dazu sagen, dass CREMATORY aus privaten und beruflichen GrĂŒnden schon lĂ€nger keine großen Touren mehr spielt. Heißt aber wiederum, dass von April bis Juni quasi alle Wochenenden, Feiertage, einschließlich BrĂŒckentage verplant werden mĂŒssen. Und genau darin besteht fĂŒr meine berufliche VerĂ€nderung als Therapeut im sozialen Bereich, mit Bereitschaftsdienst und aktuell dem Aufbau einer neuen Einrichtung, das Problem. FORTY SHADES tangiert das weniger. Erstens wegen der geringeren Anzahl an Konzerten, bzw. mal einer Kurztour von 3-5 Tagen. Aber das entscheidende ist, dass jeder einzelne Musiker von vorneherein bei der Planung dabei ist. Das heißt, kann ein Bandmitglied zu einem bestimmten Termin nicht, wird das Konzert oder die Tour entsprechend verschoben oder eben einfach nicht gespielt. FĂŒr den Schritt ganz ins professionelle Lager ĂŒberzuwechseln, ist der Verdienst in meinem Fall zu gering, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Zudem kommt, dass mir das Business zu unsicher ist und ich meine berufliche TĂ€tigkeit, die ich schon seit 20 Jahren ausĂŒbe, sehr gerne mache und neben der Musik eben auch Berufung ist.

Bei den Promo Fotos und auf dem Video sieht man euch verhĂŒllt und mit Masken; warum habt ihr euch fĂŒr dieses Image entscheiden?

Die Performance geht Hand in Hand mit dem Konzept des Albums BSD. Wir versuchen die Geschichte so authentisch wie möglich zu prÀsentieren, musikalisch, wie auch im Auftreten.
Da sind wir fĂŒr unsere Liveauftritte auch permanent am Optimieren. Es soll interessant, aber vor allem unterhaltsam sein.

Welche PlĂ€ne habt ihr fĂŒr die Zukunft? Wird es eine Tour oder noch ein Video geben, oder arbeitet ihr bereits an neuem Material?

Wir haben zum BSD- Album zwei Videos gedreht, wobei wir ‘God and the Idol‘ bereits veröffentlicht haben. Das zweite Video ‚‘Snowball‘ wird erst im FrĂŒhjahr 2019 erscheinen, da wir hierzu noch eine Single mit zwei weiteren Songs herausbringen möchten. Warum ausgerechnet ‘Snowball‘- eine traurige Trennungsballade und nicht der reprĂ€sentativere Titelsong ‚‘Blackstar Diamond‘? ‘Snowball‘ habe ich bereits 2004 mit meinem Schlagzeuger Alex Koch (AVALANCHE), der das Piano spielte geschrieben. Wir haben den Song mit fĂŒnf weiteren Songs in kleiner Auflage als EP herausgebracht. Mein persönlicher Wunsch war immer, diesen Song einmal einem grĂ¶ĂŸeren Publikum vorstellen zu können und so kam es, dass Alex sein Ok dazu gab, das ich den Song mit FORTY SHADES noch einmal aufnehmen und veröffentlichen wollte. Somit ist ‘Snowball‘ auch der einzige Song, der nicht mit dem Konzept von BSD verknĂŒpft ist. Ansonsten werden wir weiterhin einzelne Gigs absolvieren und an neuem Material sind wir eigentlich permanent am Arbeiten. Nicht zuletzt, da Tobi (Keys), quasi rund um die Uhr am Komponieren ist. Stand von heute, kann ich mir vorstellen, dass wir 2020 ein neues Album herausbringen werden. Aber ich glaube nicht, dass es wieder ein Konzeptalbum wird.
Das wird wohl eher ein einmaliges PhĂ€nomen bleiben
aber wer weiß, was uns bis dahin noch umtreibt(-;

Auch wenn das Album bei mir nicht komplett gezĂŒndet hat, ziehe ich den Hut vor eurem Talent und dem spielerischen Können! Ich wĂŒnsche euch weiterhin alles Gute mit FORTY SHADES! Einige abschließenden Worte an eure Fans?

Besucht auch Konzerte kleinerer Bands
haltet die Szene am Leben und unterstĂŒtzt den Underground
Thanx for your support! Stay tuned! C.y.a

INTERVIEW: ATROCITY

Posted by Radu On August - 29 - 2018

Atrocity Band

Der zweite Teil der “OKKULT” Trilogie ist raus und beglĂŒckt Death Metal Fans alter Schule und Geschichtsnerds gleichermaßen. Wir sprachen mit Alex Krull und Tosso von ATROCITY ĂŒber Menschenfresser, den Anfangstagen der Szene und dem Fußballdebakel.

Hallo und erstmal herzlichen GlĂŒckwunsch zum zweiten Teil eurer „Okkult“ Trilogie! Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr, was bei der „Masters Of Darkness“ EP angedeutet wurde, auch mit dem Album konsequent durchgefĂŒhrt habt. Wie geht es euch jetzt kurz nach dem Release?

Alex: „Vielen Dank, es geht uns prima!! Es lĂ€uft fantastisch mit dem neuen „Okkult II“ Album! Die Resonanzen von den Fans und Medien sind mega, und wer hĂ€tte das gedacht, dass man mit einem derartig hartem Album die Album- und Club Charts so aufmischen kann ;) “

Tosso: „Heeeaalllich! Wir sind extrem glĂŒcklich mit dem neuen Album. Songs und Sound knallen voll rein!!“

Ihr seid dafĂŒr bekannt, auf jedem Album eine neue Überraschung abzuliefern und euch nicht auf einen Stil fest zu legen. „Okkult II“ ist erneut ein waschechtes Death Metal Album geworden; war die Stilrichtung der Trilogie bereits im Vorfeld klar, oder kam das recht spontan?

Alex: „Klar, wir wollten fĂŒr die epische OKKULT Trilogie ein Fass aufmachen, und die BrutalitĂ€t von Death Metal mit dunklen, atmosphĂ€rischen und Horrorfilm-artigen Elementen kombinieren. Bei der OKKULT II hat der HĂ€rtegrad sogar noch zugelegt, und es sind im Vergleich zur ersten OKKULT Scheibe weniger symphonische Elemente vertreten, sondern noch mehr messerscharfe Riffs!“

Okkult IIEin Wort zur Aufmachung; wie ist das Cover entstanden? Im Vergleich zur ersten Scheibe hat es zwar einen okkulten Touch, hÀtte aber auch problemlos als Black Metal Cover durchgehen können (z.B. bei Marduk, die zur Zeit die Kriegsthematik vertonen).

Alex:“ Wir suchen ja immer ein bestimmtes Thema aus den verschiedenen Topics des Albums fĂŒr das Cover aus. Das „OKKULT II“ Artwork spielt natĂŒrlich auf die textlichen Elemente von „Masters of Darkness“ und dem Okkultismus im 3. Reich an. Unser Grafiker Heile hat wieder einmal einen Top Job gemacht, und ich finde die Umsetzung unserer Ideen absolut gelungen! Die Photosession dazu war gewaltig, und das Resultat spricht BĂ€nde.“

Gerade im Hinblick fĂŒr die Geschichtsnerds ist von allem etwas dabei: von menschenfressenden Vampiren (`Shadowtaker`), ĂŒber den Blutfluch (`Spell Of Blood`) bis zur Kriegsthematik (`Menschenschlachthaus`). Gibt es ein Thema auf dem Album, das dich persönlich am meisten bewegt hat?

Alex: „Sehr gute, aber auch sehr schwere Frage haha. Es gibt Songs mit persönlicher Bedeutung, die mir wichtig sind. Generell finde ich aber das gesamte OKKULT Konzept sehr spannend, und kann wirklich all den Thematiken etwas abgewinnen! Als Hörer kann man in die krassen Songs voll und ganz eintauchen! Mit Atrocity haben wir ja von jeher den Hang zu sehr dĂŒsteren Texten und Konzepten. Schon beim „Blut“ Album (1994) mit einem dunklem Vampirkonzept war es faszinierend Recherchen in Transilvanien, Heimat meines Grossvaters, anzustellen und tief in eine Thematik einzutauchen. Dann bei den sehr umfangreichen Arbeiten zum „Atlantis“ Konzept (2004) gab es eine unglaubliche Bandbreite von verschiedenen Quellen und BerĂŒhrungspunkten zu diesem Thema. Das ging von wissenschaftlicher, archĂ€ologischer Arbeit, mythologischen Sichtweisen ĂŒber esoterisch angehauchte Theorien, obskuren Auslegungen von Okkultisten im 3. Reich bis hin in die abgespacte Welt der Ufologie. FĂŒr mich wurde dann schnell klar, dass das nĂ€chste Konzept ĂŒber die Mysterien der Weltgeschichte und die dunkle Seite der Menschheit sein mĂŒĂŸte. Jedoch ein Album wĂ€re dafĂŒr nicht genug, und die Idee fĂŒr die „Okkult“ Trilogie war geboren.“

Neben der HÀrte gibt es auch viele bombastische Elemente zu hören, deren Chorpassagen von Katie Halliday (die bei der Produktion von SAW mitgewirkt hat) beigesteuert wurden. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Tosso: „Katie Halliday ist eine geniale Sounddesignerin aus Kanada, die zu Grusel-Blockbustern wie „The Saw“ die Soundeffekte geschaffen hat. Deshalb hatten wir die Idee sie fĂŒr die OKKULT-Trilogie mit an Bord zu holen und zu gewinnen. Katie hatte uns bei mehreren Nordamerika-Touren besucht und war sofort Feuer und Flamme mal mit einer Metal-Band zusammen zu arbeiten. Einige der Song-Intros zB. Shadowtaker, sind so noch furchteinflĂ¶ĂŸender geworden, haha :) Allerdings alle Chorpassagen und sĂ€mtliche Choraufnahmen haben wir hingegen als Band wieder selbst komponiert und zusammen mit Chorleuten aufgenommen, hier bei uns im heimischen Mastersound Studio.“

Atrocity Gottlosen JahreA propos Zusammenarbeit: ihr habt auch mit Marc Grewe (Ex Morgoth) und mit Petrov von Entombed A.D. Gearbeitet. Gemeinsam mit ATROCITY ein sehr cooles old school Package! ErzÀhlt uns bitte, wie es dazu kam.

Alex: „LG und Marc sind ja alte WeggefĂ€hrten. Wir kennen uns aus den „goldenen Tagen“ des Death Metal Undergrounds Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. Damals waren wir mit Atrocity zusammen mit Morgoth, Autopsy und Pestilence auf Tour. Solange kenne ich Marc schon. LG und Entombed habe ich 1990 erstmals nach Deutschland auf die „Support the Underground“ Festivals mit Carcass, Atrocity, Pungent Stench etc. geholt. Die Festivals hatte ich selbst veranstaltet, und es waren mit die ersten Death Metal Festivals auf internationaler Ebene und fanden in Deutschland, Frankreich und Belgien statt. LG und die Entombed Jungs waren uns sehr dankbar dafĂŒr. Marc und LG waren auch beide auf unserer Atrocity Film Doku „Die gottlosen Jahre“ mit dabei. Als wir sie nun gefragt hatten, ob sie als GastsĂ€nger bei „Okkult II“ dabei sein wollen, waren beide sofort mit voller Begeisterung dabei. Beide Kooperationen sind absolut geil geworden!“

Ihr habt zum Song `Shadowtaker`ein Video gedreht, das die Thematik des WiedergĂ€ngers sehr gut einfĂ€ngt. Gerade im Hinblick auf Vampiren, die durch Hollywood und die Twilight Saga sehr auf jugendliche Romantik reduziert wurden, gefĂ€llt mir die old school artige und dreckige Darstellung besonders gut. Warum fiel die Wahl auf diesen Song? ErzĂ€hl uns bitte etwas ĂŒber die Dreharbeiten dazu.

Alex: „Ganz genau, das war die Intention! Wir wollten eine dreckige, monströse Darstellung und ganz bestimmt keinen Teenieschwarm. FĂŒr uns war „Shadowtaker“ der Video Kandidat Nummer Eins! Es geht um den WiedergĂ€nger slawischer PrĂ€gung. Eine interessante Quelle ist von Karl Ferdinand von Schertz, der 1704 das Buch „Magia Posthuma“ verfasst hat, und von unerklĂ€rlichen VorfĂ€llen von WiedergĂ€ngern, die Menschen angreifen, berichtet. Die Opfer sterben innerhalb weniger Tage. 1732 sorgt ein Bericht ĂŒber Vampirismus des Stabsarzt Johann FlĂŒckinger an den Wiener Hof fĂŒr große Furore und befeuert das Interesse und den Glauben an die Existenz der Untoten. Eigentlich wurden derartige Untersuchungen ĂŒber Vampirismus im Auftrag der habsburgischen Obrigkeit mit dem Ziel durchgefĂŒhrt, dem lĂ€ndlichen Aberglauben in den slawischen Gebieten den Gar auszumachen. 1755 ergeht sogar eigens dafĂŒr der sogenannte „Vampir Erlass“ mit diversen Verboten unter Androhung von Strafen. Unter anderem wurde das Öffnen der GrĂ€ber, das PfĂ€hlen, Köpfen und Verbrennen von Leichnamen, die man fĂŒr WiedergĂ€nger gehalten hat, verboten und unter Strafe gestellt. Das „Shadowtaker“ Video haben wir mit der Band und einigen Sequenzen aus der Story unter Tage in einem Berg gedreht. Da mussten wir erstmal durch einen sehr engen Stollen aus dem 18. Jahrhundert etwa 500 Meter unser ganzes Equipment schleppen. WĂ€hrend es draussen an die 35 Grad hatte, war es beim Dreh unter Tage um die 6 Grad Minus! Die Dreharbeiten haben sehr großen Spaß gemacht, gerade auch die Storyline. Ich war ja bei den gesamten Dreharbeiten mit dabei und habe auch mitgefilmt. Tolle Geschichte!“

In unserem Interview zur „Masters Of Darkness“ EP habt ihr schon angedeutet, dass es dieses Mal eine etwas einfachere Schatzsuche geben wird. Hab mich bereits durch das Booklet gewĂŒhlt und die limitierte Box nach doppeltem Boden und anderen Hinweisen abgesucht, allerdings nichts gefunden. Wann gibt’s die ersten Hinweise?

Alex: „Richtig! Die goldene CD wird in Nordamerika zu finden sein. Wenn die Platte eine Weile im Umlauf ist, werden wir erst mit weiteren Details rausgehen. Es wird ein Hinweis im Artwork sein, mit dem man auch die nĂ€chste Schatzsuche starten kann! Die Spannung steigt, hehe.“

ATROCITY_MASSACREDie Zusammenarbeit mit Massacre hat fĂŒr die Fans sehr große Vorteile; erstens fĂŒhlt man sich stellenweise wieder wie zu den „Blut“ Zeiten, in denen ihr als Vorreiter unterschiedlicher Stile Alben in den 90ern raus gebracht habt und zweitens können wir uns ĂŒber eine richtig geile Box des Albums (inkl. Autogrammkarte, Shirt und 2 coolen Postkarten) freuen. Wie erlebt ihr die Zusammenarbeit und gibt es bereits erste Reaktionen zum Album und zur Aufmachung?

Tosso: „Das ist eine ganz großartige Geschichte!! Wir haben einige ATROCITY-Kracher-Alben in den 90ern zusammen mit Massacre veröffentlicht: BLUT, WILLENSKRAFT und auch WERK 80. Thomas Hertler war damals bereits und ist auch jetzt unser Ansprechpartner. Das ist schon richtig geil!! Zudem ist das Massacre Office gerade mal 20 Minuten von unserem Mastersound Studio entfernt!! Totale Schwabenpower quasi. Massacre Records haben fĂŒr OKKULT II einen richtig guten Job gemacht. Das Album hat international sehr viel Beachtung bekommen und ist in Deutschland auf Platz 37 der Albumcharts, sowie Platz 3 der DAC Charts geschossen…was bei so einem knĂŒppelharten Brecher-Album ja auch nicht gerade zu erwarten war. Die Vinylversionen von OKKULT II, sowie auch die mĂ€chtig bitterböse Box haben wir gemeinsam mit Massacre vorbereitet und umgesetzt! Ein Traum! So eine Zusammenarbeit macht einfach Spaß!!“

Warum habt ihr euch bei den Postkarten fĂŒr `Spell Of Blood` und `Phantom Ghost` entschieden und wie kam es zur Auswahl der Models?

Alex: „Zoe und Kim waren unseren absoluten Wunsch Modells, die wir uns ganz bewusst ausgesucht haben, und schon vorher gekannt haben. Zoe ist SĂ€ngerin und Modell, kam extra aus den USA fĂŒrs Shooting rĂŒber, und ist auch als Gaststimme bei „Infernal Sabbath“ und „Phantom Ghost“ mit dabei. Kim ist ein großer Vampir Fan und wirkle auch beim Videodreh von „Shadowtaker“ als Hauptdarstellerin mit! Klasse Zusammenarbeit mit den beiden!!“

Ein kurzer Ausflug in die heutige Metalszene: Mittlerweile kommen auch einige Ă€ltere Bands wieder aus der Versenkung. So bringen Dark Millenium (mit denen ihr ja auch mal getourt habt) beispielsweise auch wieder ein eneus Album raus. Was denkt ihr ĂŒber die Entwicklung, dass sich alte Bands nochmal erheben?

Tosso: „Wir waren ja eigentlich nie in der Versenkung. Sicher, es gab halt Zeiten in denen wir hauptsĂ€chlich mit LEAVES’ EYES unterwegs waren, aber im Hintergrund wurde bei uns auch immer fĂŒr ATROCITY gewirbelt. Somit sehe ich uns da eher als bestĂ€ndige, fortwĂ€hrende Combo. Bei manchen Reunions freue ich mich als Fan selbst auch drauf. Es gibt möglicherweise auch jĂŒngeren Menschen die Möglichkeit, Bands nochmal live zu erleben, so wie jetzt bei der Helloween-Geschichte zum Beispiel. Andererseits gibt es auch Beispiele, bei denen man als Außenstehender vielleicht den Eindruck bekommt, es wĂ€re wohl besser gewesen, die Musik aus der Vergangenheit in WĂŒrde ruhen zu lassen. Aber das ist ja auch Geschmacksache. Was mir aber tatsĂ€chlich auf den Keks geht ist,wenn Bands geplant auf Abschiedstour gehen, um dann 2 Jahre spĂ€ter auf Reunion-Tour zu gehen. Was soll der Scheiß? Das ist doch irgendwie Verarschung.“

Letzte Frage an Alex: wie hast du as Debakel mit der Fußball WM verkraftet?

Alex: „Ganz, ganz bitter… Als großer Fan der Nationalmannschaft frĂ€gt man sich wirklich wie man mit solch einem Kader so mies abschneiden kann. Einstellung, Einsatz, Spielidee und die völlig unnötigen Krisen im Umfeld der Nationalmannschaft waren ein absoluter Witz. Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu entschieden mit meinem Sohn Leon am 06.09. nach MĂŒnchen gegen Frankreich ins Stadion zu gehen, zum Start der Nations League. Ein paar Tage spĂ€ter gehen wir auch noch zum Spiel gegen Peru ins Stadion. Wir hatten tolle Spiele in der WM Quali im Stadion angeschaut. Und hoffentlich hat das ganze „WM 2018 – Elend“ dann bald ein Ende, und man kann sich hoffentlich wieder ĂŒber die Spiele der Nationalmannschaft freuen! Ein Neuanfang ist bitter nötig. Es muss eine gewaltige Kurskorrektur gemacht werden. Es mĂŒssen Leidenschaft, Kampfgeist, unbedingter Wille – die sogenannten deutschen Fussball-Tugenden – wiederbelebt werden. Die WM Turniere zuvor oder der Confed Cup waren ja wirklich hervorragend, und man wĂŒnscht sich, dass man wieder so beigeisterten Fussball von der Nationalmannschaft geboten bekommt.“

Nochmals danke fĂŒr „Okkult II“! Ich habe mich sehr ĂŒber das Dauerfeuer in meinen Boxen gefreut und wĂŒnsche euch, dass es vielen Fans Ă€hnlich ergeht. Noch einige abschließende Worte an unsere Leser?

Alex: „Yeah!! Wir möchten uns bei allen Fans fĂŒr die super UnterstĂŒtzung bedanken! Wahnsinn! Wir sehen uns hoffentlich alle bald auf Tour, und lassen es richtig krachen!“

Radu

INTERVIEW: ARKUUM

Posted by Radu On Juli - 18 - 2018

Es hat sich einiges bei ARKUUM getan; aus einem Soloprojekt wurde eine feste Band und mit “Die Letzte Agonie” steht die zweite Langrille einer atmosphĂ€rischen Black Metal Band im Regal. Wir spachen mit David ĂŒber die fĂŒnf Sterbephasen, die auf dem Album vertont wurden.

Arkuum Tour

Hallo und erstmal herzlichen GlĂŒckwunsch zu „Die letzte Agonie“! Wie geht es euch jetzt, da die zweite Platte im Kasten ist?

Danke! Ich kann die Songs leider schon bald selbst nicht mehr hören, aber da geht es wohl jedem Musiker nach so einem langen Schaffensprozess Ă€hnlich. Trotzdem freuen wir uns natĂŒrlich, nach der langen Zeit das Endresultat in den HĂ€nden zu halten.

Seit „Trostlos“ hat sich einiges bei euch getan; es ging vom Soloprojekt in eine richtige Band ĂŒber. Wie kam es zu dieser Entscheidung und nach welchen Auswahlkriterien wurden die Bandmitglieder rekrutiert?

Mit dem jetzigen Bassisten Max habe ich schon in meiner frĂŒhen Jugend zusammen Musik gemacht und Gitarrist Timo war eine Bekanntschaft aus meiner vorherigen Band, deshalb kenne ich Timo auch schon einige Jahre. Ehrlich gesagt kamen einige ZufĂ€lle aufeinander und die Bandmitglieder haben sich schon fast von selbst ergeben. Simon ist aus seiner alten Band ausgestiegen und hat dann nach einiger Zeit seinen alten Bandkollegen zu  Arkuum ĂŒberfĂŒhrt.

Bereits beim ersten Lesen der Songtitel sprang mich das Konzept der fĂŒnf Sterbephasen an. Gerade im Hinblick auf Black Metal und unser Leben ein sehr intensives Thema, das man nicht einfach nur nebenbei vertont. Bitte erzĂ€hl uns, warum dieses Thema es auf das Album geschafft hat.

Aus persönlichen GrĂŒnden beschĂ€ftige ich mich schon sehr lange mit dem Tod. Oftmals kommen mir die Gedanken beim Schlafengehen oder in Situationen, in denen ich mit mir alleine bin. Wie wird der Moment kurz vor dem Eintreten des Todes sein und wie fĂŒhle ich mich dabei? Nicht selten enden solche Gedanken in panische ZustĂ€nde, in denen ich dann Ablenkung suche. Mir macht der Gedanke Angst, dass ich nach dem Leben fĂŒr unendliche Zeit nicht mehr existieren werde, in welchem VerhĂ€ltnis steht dazu ein kleines und kurzes Menschenleben?

Im Gegensatz zu frĂŒheren Zeiten, wird in unserer Gesellschaft mit dem Tod nicht offen umgegangen, er wird sogar vielmehr ignoriert. Mit wem soll man ĂŒber seinen bevorstehenden Tod reden? Aus meiner Sicht gibt es da eine große Hemmschwelle, die viele nicht ĂŒberschreiten können. Das macht die Angst vor dem Ungewissen nur noch viel grĂ¶ĂŸer.

Aus der Schulzeit war mir noch Elisabeth KĂŒbler-Ross und einige ihrer Schriften aus dem Ethik Unterricht bekannt. Ich habe mir kurzerhand ihr Buch „Interviews mit Sterbenden“ gekauft, in der sie Interview mit Sterbenden veröffentlichte und daraus fĂŒnf Phasen ableitete, die jeder Sterbende mehr oder weniger durchleben muss. Jede Phase habe ich in einem Lied umgesetzt und versucht, die Stimmung und Thematik einzufangen.

ARKUUM smallWenn man sich die Texte durchliest, fĂŒhlt man sich irgendwo zwischen  Romantik und Expressionismus gefangen, mit einer guten Portion morbider (und atmosphĂ€rischer) Eigeninterpretation. Wie wĂŒrdest du jemandem den Stil deiner Texte erlĂ€utern?

Ich wĂŒrde mich selbst nicht als großen Lyriker bezeichnen. Ich schreibe meine Texte aus dem Bauch heraus, unabhĂ€ngig von irgendwelchen Epochen oder Leitlinien. Allerdings mag ich Reimformen sehr gerne, ohne Reime geht bei mir nichts. Und Anapher.

Wie sind die Texte entstanden? Sind sie aus dem Bauch heraus geboren, oder musst du in einer bestimmten Stimmung zum Schreiben sein?

Verglichen mit meinem ersten Album „Trostlos“, was ja komplett eigenstĂ€ndische Texte hatte, habe ich das Grundkonzept von dem jetzigen Album aus dem Buch von KĂŒbler-Ross entnommen, aber mit meinen eigenen Gedanken neu interpretiert. Es ist eigentlich nie so, dass ich mir fest vornehme, einen bestimmten Text zu schreiben. Das kommt mal hĂ€ufiger oder mal weniger einfach spontan, wenn sich eine meiner kĂŒnstlerischen Phasen aufbaut. Die haben oft auch keinen mir bewussten Ursprung. Ich denke da spielt das Unterbewusstsein auch eine große Rolle, wann und wie ich kĂŒnstlerisch tĂ€tig bin.

Bereits nach den ersten Minuten hatte ich das GefĂŒhl, das sich im Bezug zum Songwriting bei ARKUUM einiges getan hat. Gerade im Hinblick auf die zĂ€hflĂŒssigen Doom Passagen gibt es sehr viele davon. Auch werden einige Riffs in die LĂ€nge gezogen und einiges ist bereits vorhersehbar. Was hat sich im Vergleich zum VorgĂ€nger in Sachen Songwriting verĂ€ndert und wie seid ihr an die Songs ran gegangen?

Im Songwriting Prozess hat sich nicht viel geĂ€ndert. Ich schreibe immer noch alles selbst und die Band hat auch eigentlich keinen großen Einfluss darauf. Eine Ausnahme ist hierbei allerdings das Schlagzeug. Die Schlagzeugspuren schreibe ich meist sehr grob und die kleinen Feinheiten ĂŒberlasse ich einem anstĂ€ndigen Schlagzeuger, der dann meine vorhandene Idee besser umsetzen kann.

Was die langen Doom Passagen angehen, aktuell stehe ich einfach auf den Musikstil, was sich natĂŒrlich auch im Songwriting widerspiegelt.

Denny von „Zeugen der Leere“ hatte auf „Trostlos“ einen guten Job abgeliefert. Warum ist er dieses Mal nicht dabei? (RenĂ© hat einen Top Job abgeliefert)

Ich habe Denny sogar schon sehr frĂŒhzeitig gefragt, ob er als SĂ€nger einsteigen möchte. Allerdings hatte er leider kein Interesse an einer Livebesetzung, zumal auch die Entfernung fĂŒr kontinuierliche Proben ein Hindernis darstellte.

Arkuum Tour IIWenn ich die Songs analytisch betrachte (Riffs, Wiederholungen usw.) rauscht die Platte an einigen Stellen an mir vorbei. Die positive Überraschung von „Die letzte Agonie“ war fĂŒr mich, als ich das Denken abgestellt und einfach das GefĂŒhl auf mich wirken gelassen habe. Euer Album fordert Zeit ein (nicht zuletzt wegen der langen Songs), hat mich aber dann mit einer sehr intensiven AtmosphĂ€re belohnt. Hattet ihr dieses Ziel beim Songwriting vor Augen oder ging es in erster Linie darum, das Innere nach außen zu kehren, ohne RĂŒcksicht auf die Wirkung auf den Hörer?

Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass das neue Album an einigen „Trostlos“ Fans vorbeigehen wird. Musikalisch ist es doch etwas hĂ€rter, roher und ambientlastiger, alles in allem also viel spezieller. Ich möchte mich aber auch ganz und gar nicht auf einen bestimmten Stil festlegen, nur weil die Nachfrage dahingehend grĂ¶ĂŸer oder kleiner ist. Ich mache einfach das, was mir gerade gefĂ€llt. Die nĂ€chste Scheibe wird bestimmt wieder ganz anders.

Du hast auf alle FĂ€lle recht, dass das Album seine Zeit braucht, aber meiner Meinung nach, kann man sich erst so richtig in die AtmosphĂ€re eintauchen, wenn die Songs nicht schon nach fĂŒnf oder sechs Minuten vorbei sind. „Einfach das GefĂŒhl auf mich wirken lassen“ beschreibt das Konzept schon recht passend. Die Songs sind tatsĂ€chlich sehr von mir durchdacht und ich habe mir fĂŒr jede Phase, mir passende Stilmittel ĂŒberlegt. Ich möchte hier nicht alles benennen, das gehört schließlich auch zur Interpretation des Hörers, darĂŒber könnte ich aber wohl auch einen eigenen Artikel verfassen. Aber einige Beispiele:

Zorn – Schnelles, hartes Intro mit langer und gleichbleibenden Riffs, um den Rausch des Zornes zu verdeutlichen. Die Ruhe vor dem Sturm im mittleren Songteil und das anschließend ausartende Ende.

Verzweiflung – Die zwei langsamen Doom Riffs, die den Abfall der Stimmung in die Depression verdeutlichen.

Akzeptanz – Das lange Outro, das sich nach jeder Wiederholung um fĂŒnf BPM (beats per minute) verlangsamt, was das Ende des Lebens und die Akzeptanz des Todes darstellen soll.

Also es gibt sehr viele Stilmittel zu entdecken.

Zur Zeit lasse ich das Album immer noch einige DurchlĂ€ufe auf mich wirken. Gerade das atmosphĂ€rische `Verleugnung` hat mich schnell in die ARKUUM AtmosphĂ€re eingesogen. Mit `Akzeptanz` habt ihr einen intensiven Emotionstrip bei mir ausgelöst. Die versöhnliche Einstiegspassage, das letzte Aufbegehren und das langsame Sterben des Songs mit der Textpassage „Alle TĂŒren sind verschlossen“ (beim Autofahren inklusive Sonnenuntergang zum ersten Mal gehört) bescheren mir eine konstante GĂ€nsehaut, danke dafĂŒr!

Sonnenuntergang, eine eintönige Autofahrt und mit sich alleine sein. Das sind gute Voraussetzungen, um das Album auf sich wirken zu lassen. Danke fĂŒr das Lob und gern geschehen.

Einige Worte zur Aufmachung des Albums; wie kam es zu der Idee des Covers und wie ist es entstanden? Das Booklet sieht ebenfalls schön atmosphĂ€risch aus (außer das Foto mit dem Geist in der Kirche, der Rest ist um LĂ€ngen atmosphĂ€rischer).

Die Ideen zum Artwork habe ich grĂ¶ĂŸtenteils mit meiner Freundin zusammen ausgearbeitet. DafĂŒr sind einige Stunden drauf gegangen, da ich nicht nur einfache und bedeutungslose Bilder machen wollte. Mein Anspruch war da auf jeden Fall um LĂ€ngen höher, als fĂŒr das Debut. Es sollte auch stets eine kĂŒnstlerische Bedeutung haben und Spielraum fĂŒr Interpretationen bieten. Auch hier gibt es auf jedem Bild viel zu deuten, wie auch schon im musikalischen Bereich. Das Gesamtkonzept basiert auf einer Protagonistin, welche die Phasen durchleben muss.

Das Cover beschreibt meiner Meinung nach mit seiner Wirkung das Album in seinen vollen ZĂŒgen. Eine unschuldige Person in Weiß verleugnet ihren Tod, was vor allem durch die verbundenen Augen und den zugehaltene Ohren bewusst gemacht wird. Innerlich hat ihr Verfall allerdings schon lĂ€ngst begonnen, Maden regen sich in ihren HĂ€nden und das blutige Geschmiere deutet auf das kommende Ende hin.

Gibt es aktuell bereits weitere PlĂ€ne? Da ihr nun eine Band seid, bieten sich weitere Live Shows ja quasi an. Mit wem wĂŒrdet ihr gerne mal zusammen auftreten?

Ich arbeite aktuelle schon an einem neuen Konzept und an neuen Werken, aber wĂ€hrend dem Debut Release war die Situation Ă€hnlich und es hat trotzdem seine drei Jahre bis zur neuen Veröffentlichung gedauert. Live gibt es uns natĂŒrlich auch das ein oder andere Mal zu sehen, allerdings leider noch zu selten fĂŒr meine Vorstellung.

Die Release Show am 04.08 in Crailsheim und das Spirit of Black & Doom am 08.09 in Karlsruhe sind aber auf alle FĂ€lle gute Anhaltspunkte fĂŒr Fans des atmosphĂ€rischen Black Metals.

Danke fĂŒr „Die letzte Agonie“ und deine Zeit. Die abschließenden Worte an unsere Leser gebĂŒhren dir.

Danke an alle Helfer, die das Album möglich gemacht haben. Es sind immer viele Freunde und Bekannte involviert, an die ich mich fĂŒr alle möglichen Arbeiten wenden kann und natĂŒrlich ein großes Dankeschön an jeden Fan, der die Band und mich unterstĂŒtzt. Und selbstverstĂ€ndlich an dich!

Radu

INTERVIEW: EIS

Posted by Radu On MĂ€rz - 25 - 2018

Mit ihrer EP “Stillstand und Heimkehr” gehen EIS einen Schritt weg vom Kopf und widmen sich ganz dem Kopf- und HerzgefĂŒhl. In unserem Interview sprachen wir ĂŒber das Innehalten im Moment, ausgewĂ€hlte Konzerte und Wanderern ĂŒber dem Nebelmeer.

Hallo und herzlichen GlĂŒckwunsch zu eurer EP „Stillstand und Heimkehr“! Wie geht es euch zur Zeit?

Alboin: Ehrliche Antwort? Allen ist kalt, alle haben immer zuviel zu tun. Torrent hat Grippe, Abarus schiebt 12-Stunden-Schichten und wartet darauf, dass die Angelseen wieder auftauen, Dante musste gerade aus einer Sauna an einem dĂ€nischen See wieder zurĂŒck nach Deutschland
 und ĂŒber mich reden wir mal ausnahmsweise nicht. ;)
Und jetzt die standardisierte Promo-Antwort: Heeeey, alles total großartig, wir sind so happy, dass unsere neue EP endlich veröffentlicht und sind wir sind ready to take the world und alles.

Die EP ist eine Hommage an das Bild von Caspar David Friedrich – „Dem Wanderer ĂŒber dem Nebelmeer“ Wie kam es zu der Vertonung des Bildes?

Alboin: Ist sie eigentlich nicht, nur das TitelstĂŒck habe ich ganz allgemein allen Wanderern ĂŒber dem Nebelmeer gewidmet, was natĂŒrlich metaphorisch gemeint ist. Auch haben wir nicht das Bild vertont, es hat mich nur in gewissen Dingen inspiriert. Beispielsweise habe ich mich gefragt, wie wohl der Weg hoch ĂŒber das Nebelmeer gewesen sein mag, und im Zuge dessen auch vieles ĂŒber meinen eigenen Lebensweg und wie ich dorthin gekommen bin, wo ich jetzt stehe. Oft sieht man ja nur das Ergebnis, selten aber, wie es dazu kam. Von daher ist das Bild wirklich nur ein Ausgangspunkt und eine Inspirationsquelle gewesen.

Nebelmeer

Wie seid ihr an das Songwriting ran gegangen? Hattet ihr im Vorfeld eine grobe Idee, oder ist das meiste spontan im Proberaum entstanden?

Alboin: Letzteres. Torrent und ich haben uns, ohne den beiden Gitarristen davon zu erzĂ€hlen, fĂŒr ein Wochenende im Proberaum eingeschlossen und einfach drauflos gespielt, und was man jetzt hören kann ist das, was nach zwei Tagen dabei herausgekommen war. Wir wollten auch gar nicht unbedingt Musik fĂŒr EIS machen, sondern einfach nur zusammen spielen und uns von ein paar Dingen ablenken. Das Ergebnis war dann tatsĂ€chlich fĂŒr uns alle so ĂŒberzeugend, dass wir uns entschieden haben, die beiden StĂŒcke noch vernĂŒnftig aufzuarbeiten und zu veröffentlichen.

Die EP zeigt sehr gut, daß Black Metal mehr kann, also sinnlos dahin zu feuern oder nur verschachtelte Songstrukturen eigenbrödlerisch zu verteilen. Besonders die Emotionen kommen meiner Meinung nach hier sehr eindrucksvoll zur Geltung. Was war euch wichtig, beim Erschaffen dieser EP?

Alboin: Ich kann da nur fĂŒr mich sprechen, aber mir war tatsĂ€chlich nur wichtig, musikalisch aktiv zu sein, mich abzulenken, irgendetwas herauslassen zu können, das ich zu dem Zeitpunkt gefĂŒhlt habe. Textlich habe ich versucht, Botschaften zu formulieren, Gedanken zu verpacken, die ich gequĂ€lt haben, und irgendwie auch loszuwerden. Ja, diese Aufnahme ist fĂŒr mich tatsĂ€chlich die pure Emotion, da ist kein StĂŒck Kopf dabei, keine Ratio, die mich zensiert oder mir etwas verboten hat, und ich freue mich, dass du das offenbar so auch hören kannst.

Gerade im Bezug des Abwendens von der Menschheit und den RĂŒckzug in die innerer Isolation hat mich die eure Musik sehr berĂŒhrt. Da stellt man sich natĂŒrlich die Frage; welche LebensumstĂ€nde veranlassen den KĂŒnstler dazu, diese Art (in der IntensitĂ€t) von Musik zu schreiben?

Alboin: Ich fĂŒrchte, diese Frage wirst du dir, genau wie alle anderen Hörer, die das beschĂ€ftigt, auch weiterhin stellen mĂŒssen. DarĂŒber möchte ich nicht sprechen. Allerdings glaube ich, dass man durchaus verstehen kann, was das fĂŒr eine Situation gewesen sein muss. Es war eine der schlimmsten meines nicht mehr ganz so jungen Lebens, und ich wusste zu diesem Zeitpunkt tatsĂ€chlich nicht weiter. Deshalb habe ich die Musik in diesem Moment mehr denn je gebraucht.

Stillstand ist bekanntlich der Tod fĂŒr die Weiterentwicklung; sei es fĂŒr die Seele oder die Gesellschaft an sich. Was bedeuten fĂŒr dich persönlich die Worte „Stillstand“ und „Heimkehr“? Ist Heimat ein Ort, oder ein GefĂŒhlszustand fĂŒr dich?

Alboin: Stillstand ist aber auch ein Innehalten im Moment. Ich musste lernen, und kann es vermutlich immer noch nicht so richtig, in jeder einzelnen Situation auf mich zu hören, zu fĂŒhlen, wie es mir gerade geht, was ich brauche, was ich will und was ich nicht möchte. Immer nur weiterzumachen im Leben, Anforderungen zu erfĂŒllen, AnsprĂŒchen zu genĂŒgen, Dinge zu „mĂŒssen“ und sich immer irgendwo unwohl zu fĂŒhlen
 das ist kein Zustand. Am Ende stehst du in einer Sackgasse, fragst dich, wo du falsch abgebogen bist in deinem Leben und warum du das nicht gemerkt hast. Das möchte ich nicht. Bevor ich immer weiterlaufe, bleibe ich lieber stehen und versuche, den Moment wahrzunehmen.

Heimkehr ist im Gegenzug eher ein Ankommen an einem richtigen Ort, aber keinem geografischen Ort, sondern wohl eher einem Inneren. Ich glaube nicht, dass man das mit „Heimat“ ĂŒbersetzen kann, das ist fĂŒr mich absolut nicht dasselbe. Es ist mehr ein GefĂŒhl, zu etwas zurĂŒckzukehren oder etwas zu erreichen, das einem GlĂŒckseligkeit verspricht, oder auch nur Zufriedenheit. Ich hatte das einmal, da bin ich mir sicher, aber habe es irgendwo verloren. Das GefĂŒhl kennen wahrscheinlich die meisten von euch Lesern auch, oder? Letztlich ist diese EP (m)ein Versuch, damit irgendwie umzugehen, das zu verarbeiten.

EIS VorschauDa es sich um eine EP handelt, wurde die Messlatte fĂŒr ein Album sehr hoch gelegt. Wie ist aktuell der Stand? Seid ihr dabei und was könnt ihr uns ĂŒber die Entwicklung des Albums sagen?

Alboin: Die Messlatte liegt bei mir nach jeder Veröffentlichung hoch. Ich bin eigentlich immer der Ansicht, dass ich das Beste abgeliefert habe, dessen ich fĂ€hig bin und weiß meist nicht, was ich danach noch besser machen kann. Was anderes kommt fĂŒr mich auch nicht infrage, dann brauche ich auch einfach gar nichts zu veröffentlichen. Von daher: Ja, die EP ist sicherlich gut, aber das heißt fĂŒr die nĂ€chste Veröffentlichung nichts.

Ein Album ist aktuell nicht in Sicht. Im letzten Herbst habe ich mich mehrere Wochen in eine HĂŒtte in Norwegen zurĂŒckgezogen und dort Musik gemacht. Es sieht danach aus, als liefe es auf Material fĂŒr zwei ganz verschiedene Alben hinaus. Eines wird sehr norwegisch und nach den 90ern klingen, aber anders als „Wetterkreuz“ eher warm, weich und melancholisch. Das andere Album wollte ich schon vor „Bannstein“ machen, war aber dann musikalisch nicht inspiriert, oder vielleicht auch technisch noch nicht soweit. Das ist konzeptionell und musikalisch sehr ungewöhnlich und eine echte Herausforderung fĂŒr mich.

Von beiden Alben ist knapp die HĂ€lfte fertig, und ich weiß noch nicht, wann ich daran weiterarbeiten werde. Ich denke, 2018 werden wir nichts weiter veröffentlichen.

Im Internet liest man in erster Linie von euch als Duo, obwohl ihr mittlerweile mehr Leute seid. In wie weit tragen die anderen bei euch zum Songwriting bei?

Alboin: Das liegt daran, dass wir offiziell immer noch mit Dante und Torrent als Live-Musikern arbeiten. Eigentlich ist die Unterscheidung aber hinfĂ€llig, wir machen derzeit wirklich fast alles zusammen und sind eine echte Band. MĂŒssten wir einfach mal bei Facebook posten, denn was bei Facebook steht, ist bekanntlich wahr.
Was wir nachwievor nicht zusammen machen, ist die Musik. Die mache ich weiterhin alleine, und das wird wohl auch so bleiben. Wobei
 fĂŒr die EP hat Torrent einen großen Teil der Drumtracks und damit teilweise auch die Struktur der Songs beigesteuert, das ist ein Novum. Alles andere habe ich nachwievor unter meiner Fuchtel, um ehrlich zu sein halte ich das auch fĂŒr eine Idee, wenn eine Vision eines StĂŒckes oder Albums rein und klar bleibt. Dante hat ja mit Infesting Swarm, theoretisch, sein eigenes BetĂ€tigungsfeld, und Abarus ist mit Ferndal als zweiter Band ausgelastet, denke ich.

Eine Frage an Dante: Infesting Swarm wurde vor kurzem aufgelöst. Wie geht es dir aktuell damit und wirst du dein Hauptaugenmerk auf EIS konzentrieren, oder gibt es noch weitere Projekte?

Dante: Hey Radu, aufgelöst haben wir Infesting Swarm so direkt nicht. Die Band gibt es schon noch, aber wir haben uns dazu entschieden gerade erstmal eine Pause einzulegen. Unser SĂ€nger Tim und Drummer Johnny haben sich aus persönlichen GrĂŒnden dazu entschlossen die Band zu verlassen.
Da wir in dieser Konstellation nun schon sehr lange Musik zusammen gemacht haben, ist es fĂŒr uns als verbliebenen Mitglieder nicht einfach sich direkt wieder auf neue Menschen einzulassen. Daher nehmen wir uns jetzt einfach die Zeit, die wir brauchen um das ganze zu verarbeiten und neue Musik zu schreiben.
Zur Zeit habe ich viel mit EIS zu tun ja, aber ich werde definitiv weiter Musik machen. In welcher Form und mit welcher Band, das ist noch nicht ganz klar.

Welche Live AktivitÀten sind bei euch geplant?

Alboin: Eine ganze Menge einzelner Konzerte und Festivals in diesem Jahr (unter anderem Ende MĂ€rz in der Schweiz, auf dem Dark Easter Metal Meeting, dem Metal Frenzy, dem Rock for Roots, dem Barther Metal Open Air, dem Black Fall Fest in Bremen usw.), wobei wir keine Band sind, die jedes Wochenende ĂŒberall spielen kann. Wollen wir auch nicht. Das geben unsere Jobs und privaten Situationen aber auch einfach nicht her, und wir haben nicht den Anspruch, mit der Band unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wir freuen uns ĂŒber tolle Konzerte, wissen aber auch, dass das sehr anstrengend ist und wir diese Band letztlich machen, um Spaß daran zu haben. Deshalb rennen wir nicht jedem Angebot hinterher.

Ihr seid bei Prophecy unter Vertrag; bis letztes Jahr gab es noch das Prophecy Fest, das leider zur Zeit auf Eis liegt. Falls es wiederkommt, könntet ihr euch vorstellen, dort zu spielen? Was wĂ€re das perfekte Setting fĂŒr euren Live Auftritt?

Alboin: Das Label hat den Anspruch, dass das Festival nach Möglichkeiten ausverkauft sein sollte, was natĂŒrlich auch finanzielle GrĂŒnde hat, und das war nach dem ersten Jahr dann nicht mehr der Fall. Daher ist die Entscheidung verstĂ€ndlich, ein Jahr auszusetzen und vielleicht mit einem ĂŒberarbeiteten Konzept 2019 weiterzumachen. Wir wĂŒrden, wie in allen anderen Jahren zuvor, gerne spielen. Leider sind wir bis jetzt nicht berĂŒcksichtigt worden.

Danke fĂŒr deine Zeit und die Antworten. Die letzten Worte an unsere Leser gehören dir.

Alboin: Ich bin kein Mensch fĂŒr letzte Worte und „jetzt sag mal das und das“-Situationen. Danke fĂŒr deine Zeit, MĂŒhe und UnterstĂŒtzung! Wir freuen uns ĂŒber jeden, der sich mit unserer Musik beschĂ€ftigt, dem oder der sie etwas bedeutet, und auch ĂŒber RĂŒckmeldungen jeder Art. Wir sind eine der Bands, die darauf auch noch antworten. ;)

Radu

EIS Banner

Interview: Dark Siffler

Posted by Radu On MĂ€rz - 23 - 2018

Zu Gast bei dem YouTuber DARK SIFFLER
Siffler ist ein Festivalguru, meist ĂŒberall anzutreffen und allseits beliebt.
Aus diesem Grunde habe ich ihn fĂŒr euch unter die Lupe genommen und ein Interview mit ihm gemacht.
NatĂŒrlich vor laufender Kamera, wie es sich fĂŒr einen YouTube Star gehört. Ich gebe zu, etwas nervös war ich ja schon. Das Ergebnis seht ihr hier:
Bayernbrille auf und los gehts!

Du bist ĂŒberall  auf Festivals unterwegs. Gibt es da ĂŒberhaupt noch Zeit fĂŒr Party?

DarkSiffler: Ja, definitiv. Ich bin viel auf Festivals unterwegs. Nicht auf allen, das geht leider Urlaubstechnisch gar nicht, man hat ja noch ein anderes Leben außer Festivals. Aber: Wenn ich auf einem Festival bin, will der Veranstalter von mir, dass ich das Festival lebe wie ein FestivalgĂ€nger. Also natĂŒrlich mach ich Party, sonst kann ich ja nicht berichten, wie es einem FestivalgĂ€nger auf einem Festival geht. Und genau das schĂ€tzen die Veranstalter bei mir, dass ich quasi aus dem Volk raus spricht und nicht irgend ein VIP bin, der mal eben kurz vom Hotelzimmer los geht und ein Konzert ansieht und wieder heim fĂ€hrt.

Was hat dich dazu bewegt, „Dark Siffler“ zu machen. Wie kam es dazu?

DarkSiffler: UrsprĂŒnglich entstand der Kanal 2007 als Promotionkanal fĂŒr meine Band. Irgendwann löste sich die Band auf. Ich hab dann YouTube geschaut, zu der Zeit war das eben so. Damals gab es da die Cold Mirror, die hat richtig coolen Content gemacht. Da fiel mir auf, dass man sich auf YouTube richtig gut verwirklichen und so hab ich dann begonnen, mit so bayrischem Zeug halt. Also ganz schlechte alte Videos von mir, kann man sich gerne mal anschauen wenn man mag. Man hat sich dann halt weiterentwickelt und irgendwie bin ich dann in die Festivalschiene gerutscht und seitdem fĂŒhle ich mich da wohl.

Du hast schon sehr viele Videos gemacht. HÀttest du die Chance, eine Band zu treffen, deine Lieblingsband, wer wÀre das?

DarkSiffler: Also ich bekomme ja immer mal wieder CDs zugeschickt, auch von Promotionfirmen. Diese Firmen fragen dann eben auch „Hey, hast du Bock nach MĂŒnchen zu fahren und dort ein Interview mit Band A, B, C zu machen?“. Ja, es wĂ€r schon lustig, das Problem ist aber, dass ich selber keine Interviews lese (außer es betrifft mich natĂŒrlich selber). Es ist halt so, dass ich, wenn ich mit jemandem spreche, der kein Deutsch versteht, ist es schwierig, die Fragen so rĂŒberzubringen. Ich denke mir, eine Band sitzt da, bekommt in hundert Interviews hundertmal die gleichen Fragen, da lass ich das einfach lieber professionellen Menschen wie dich machen, wo man sich hinsetzt und wirklich vorher recherchiert.
Frage von DarkSiffler an mich: Wie viel Recherche oder Zeit hast du in dieses Video investiert?
Batsy: Ich bin mal ehrlich, eigentlich schon sehr viel Zeit. (1 Monat um genau zu sein!). Es ist schwierig, da du ja keine Band hast in dem Sinne, das heißt, man muss sich halt in die Materie einlesen, schauen, was du zu bieten hast. YouTube ansehen und so weiter.

DarkSiffler: Du hast dir meine Videos ansehen mĂŒssen?
Batsy: Jedes einzelne. Und ich habe es ĂŒberlebt. Also bis jetzt geht es mir noch gut!
DarkSiffler: Genau das ist ja mein Problem: Ich kann die Zeit nicht investieren. FĂŒr mich ist alles andere im Moment einfach wichtiger. CD Reviews zum Beispiel, das ist echt eine Aufgabe fĂŒr mich, weil ich noch nicht genau weiß, wie ich das umsetzen kann. Aber das kommt auf jeden Fall auch noch.

Was macht fĂŒr dich guten Metal aus?

DarkSiffler: Guter Metal muss mich gefĂŒhlstechnisch berĂŒhren. Jede Art von Metal ist willkommen. Ich muss dann aber schon da sitzen und mir denken „wow
 cool, ich verstehe, was die Band von mir will!“. Letztes Mal, wo wir gemeinsam auf dem Konzert waren, bei der DEATHNATION, da war eine Band auf der BĂŒhne, ich weiß nicht, was die gesungen haben, ich stand vor der BĂŒhne und war den TrĂ€nen nahe, es war einfach so emotional! Hab mir auch gleich eine CD gekauft. Wie gesagt, es ist nicht wichtig, welche Richtung vom Metal das ist. Metalcore zum Beispiel ist bei mir im Moment voll im Trend. Dieses Geschrei, ich lass ja selber gerne Frust ab. Dazu kommt dann noch ein emotionaler klarer Gesang (der natĂŒrlich gut sein muss). Das ist das, was mich einfach wahnsinnig berĂŒhrt. Der Text muss fĂŒr mich persönlich nicht sehr tiefsinnig sein, es reicht, wenn Melodie und Textklang passen. Und so sollte Metal sein! Man soll nicht immer in einem Genre festhĂ€ngen.

Batsy: „Metalheads sind da eigentlich aufgeschlossener, oder?“
DarkSiffler: Naja, also wenn ich mir da gewisse Facebook Kommentare durchlese
 es gibt natĂŒrlich da und da Idioten.

Es steckt unglaublich viel Arbeit in einem YouTube Video (vor allem, wenn es gut ist). Wie lange brauchst du von Beginn bis Ende, bis ein Video fertig ist?

DarkSiffler: Also wenn ich einen Text brauche, wie fĂŒr mein Video „Es nervt“ zum Beispiel, dann schreibe ich vorher tatsĂ€chlich einen Text dafĂŒr. Ich will ja schließlich etwas Sinnvolles erzĂ€hlen. DafĂŒr setze ich mich dann auch zwei Stunden hin fĂŒr einen Text. Habe ich den Text und er gefĂ€llt mir, beginne ich das Drehen. Das dauert dann meistens eine halbe Stunde oder so, das ist am Wenigsten Arbeit. Du wirst das ja selber sehen: Das Video dauert am Ende so zehn Minuten, vielleicht mehr und wir reden jetzt aber eine gute Stunde. Was wirklich Zeit braucht ist der Schnitt. DafĂŒr brauche ich dann auch mal ein paar Stunden, je nachdem, wie viel Effekte und Sachen ich noch einbauen will in das Video. Ich halte es halt so einfach wie möglich, damit der Aufwand gering ist. Ich finde ja, die Videos sind so auch ganz okay.

Welches war das beste Konzert ever fĂŒr dich?

DarkSiffler: Ich kann mich noch ganz genau dran erinnern. Das war vor zwei, drei Jahren, BULLET FOR MY VALENTINE in MĂŒnchen. CALLEJON war Vorband. Ich war mitten im Moshpit unterwegs, das hat so mega Spaß gemacht, es war so cool. Seitdem war es auch nie mehr so special. An manche Konzerte erinnert man sich eben sehr gut.

Hattest du schon einmal die Ehre, eine Lieblingsband von dir live zu treffen? Backstage, etc?

DarkSiffler: Leider nicht, nein. BULLET FOR MY VALENTINE ist eine meiner Lieblingsbands. Wenn ich die treffen wĂŒrde, hĂ€tten wir wieder das Problem mit der VerstĂ€ndigung. Da mĂŒsste ich mich wirklich zwei, drei Stunden mit denen hinsetzen und eine Maß nach der anderen trinken und einfach Spaß haben mit den Jungs. Sowas filmen wĂ€re schon cool, jedoch ist das Problem bei so großen Bands, dass sie nach dem Auftritt meistens wieder in den Tourbus mĂŒssen und ab zur nĂ€chsten Location. Ich wĂŒrde einfach gerne die Person hinter der Musik kennenlernen, Ein Fangirl bin ich jetzt auch nicht so wirklich, ich falle nicht in Ohnmacht oder beginne zu kreischen.

Bist du alleine unterwegs oder gibt es da jemanden, der dich unterstĂŒtzt?

DarkSiffler: UrsprĂŒnglich hatte ich ein Team von vier Leuten. Einer meiner besten Freunde macht die Kamera, das ist der berĂŒhmte „Kamera Mani“, den ich immer wieder in meinen Videos lobe. Mani ist einfach lieber hinter der Kamera und seit ich das mache mit YouTube ist der mit dabei. Er sagte mir mal „Siffler, deine Videos sind grottig. Ich mache fĂŒr dich die Kamera“. Seitdem ist er dabei, auf Festivals sowieso. Mani wird auch mit mir akkreditiert, Deshalb schau ich drauf, dass der immer mit dabei ist. NatĂŒrlich kann es mal sein, dass ich alleine unterwegs bin, da weiß ich jedoch nicht, wie ich das selber umsetzen kann. Da kommen dann meistens nur irgendwelche Festivalreviews dabei raus, wo ich dann die Impressionen filme und einblende.

Wie weit wĂŒrdest du fĂŒr ein Konzert maximal fahren?

DarkSiffler: Gute Frage. Ich fahre gerne mal eine Stunde oder zwei, wenn halt ein Schlafplatz vorhanden ist, vor allem, wenn ich neue Leute kennenlerne. Wenn mir etwas angeboten wird, fahr ich auch mal vier Stunden, das ist kein Problem.
Da gibt es ja ein sehr sehr großes Festival in Deutschland, ich will jetzt keine Namen nennen, das ist mir tatsĂ€chlich zu weit weg. Acht Stunden mit dem Auto, das ist einfach ein StĂŒck. Das Weiteste fĂŒr ein Festival ist zum Beispiel das ROCK HARZ Festival, das sind ungefĂ€hr viereinhalb Stunden weg. Das ist auch eines meiner Lieblingsfestivals.

Siffler, du kannst kochen. Heißt das, du könntest theoretisch als Mann alleine ĂŒberleben?

DarkSiffler: NatĂŒrlich! Ich ĂŒberlebe, ich bin da. Wie jeder weiß, hab ich auch ein Bisschen was auf den Rippen, das liegt daran, dass ich tatsĂ€chlich gut kochen kann. Deshalb koche ich auch das, was mir am Besten schmeckt, weshalb ich dementsprechend viel esse.

Das heißt, dass du auf einem Festival weder verloren gehst noch verhungerst?

Dark Siffler: Also einen Essensstand finde ich immer. ROCK HARZ zum Beispiel: Da bin ich mit einer Gruppe unterwegs, alles meine Freunde, ja, schon fast Familie, da wird dann richtig aufgekocht! Knödel mit Champignonsauce zum Beispiel. Wir alle sind so eingestellt. Man muss nicht immer dieses ungesunde Essen zu sich nehmen, man kann sich sehr gut selber versorgen. Auch, wenn das Festival mal eine Woche dauert, kann man auch Eingefrorenes mitnehmen, das wissen nur die Wenigsten. Es ist ein Aufwand, wenn man sowas vor hat, wir machen das aber sehr gerne, jeder von uns kann kochen. Viele behaupten ja, Raviolidosen auf Gaskocher wÀre kochen. Lasst es. Bitte.

Wo siehst du dich in fĂŒnf Jahren?

DarkSiffler: Ich denke mal, immer noch hier. YouTube werde ich nicht aufhören, nur weil ich alt werde. Auch die Festivals werde ich weiterhin besuchen. Ich habe schon so oft gehört „ich bin zu alt fĂŒr Festivals“. Nein. Zu alt gibt es nicht. Was ich weiterhin auf YouTube mache, ob es irgendwann in eine andere Richtung geht, zeigt die Zeit, fĂŒnf Jahre sind ĂŒberschaubar, wenn ich so an die letzten fĂŒnf Jahre denke, was da alles passiert ist. Es hat sich so viel verĂ€ndert, ich habe mich verĂ€ndert, man wird Ă€lter, Kreuzschmerzen kommen und so weiter. Also teilweise weiß ich nicht mal, was nĂ€chste Woche passiert. Es ist schwierig, auf diese Frage eine richtige Antwort zu finden, weshalb ich da lieber ein Bisschen drum rum rede.

Ich habe jetzt noch zehn Shorties vorbereitet fĂŒr dich.
Das heißt: Ich stelle dir zehn Fragen zwischen A und B und du antwortest so schnell du kannst, ohne darĂŒber lange nachzudenken.

1. Pizza oder Burger?
DarkSiffler: Burger

2. Heavy Metal oder Glam Metal?
DarkSiffler: (ringt nach Luft) Glam Metal.

3. Bier oder Wein?
DarkSiffler: Bier.

4. Schwarz oder Weiß?
DarkSiffler: Schwarz.

5. SĂŒĂŸ oder Sauer?
DarkSiffler: SĂŒĂŸ.

6. Horror oder Komödie?
DarkSiffler: Horror.

7. Arnold Schwarzenegger oder Vin Diesel?
DarkSiffler: Schwarzenegger.

8. Pick-Up Truck oder Sportcoupé?
DarkSiffler: Pick-Up Truck.

9. Sommer oder Winter?
DarkSiffler: Sommer.

10. Duschen oder Baden?
DarkSiffler: Alleine oder zu zweit? (Wir lachen)
Batsy: Kannst du Perlen tauchen?
DarkSiffler: ich kann Blubber blasen!

An dieser Stelle nochmal danke an dich, DarkSiffler, dass du dir die Zeit genommen hast. Und vor allem danke fĂŒr die mega gute Pizza.
Wir sehen uns baldmöglichst.

DARK SIFFLER YouTube, Facebook.

siffiiiiiii

INTERVIEW: ERADICATOR

Posted by Radu On MĂ€rz - 8 - 2018

Eradicator Band

Hallo Seba, erzÀhle uns etwas zur neuen Scheibe INTO OBLIVION.

Seba: Sehr gerne! „Into Oblivion“heißt unser neues Album, welches am 09.03.2018 erscheint. Es ist auf CD und LP erhĂ€ltlich und umfasst 10 neue Songs, die zwischen Ende 2015 und Anfang 2017 entstanden sind. Wir haben uns fĂŒr die Scheibe zum ersten Mal, nach langjĂ€hriger Zusammenarbeit mit Jörn Michutta, einen neuen Producer und ein neues Studio gesucht. Das lag daran, dass wir uns vorgenommen haben neue Erfahrungen zu machen und eingetretene Pfade bei der Vorgehensweise der Aufnahmen usw. zu verlassen. Martin Buchwalter ist also der neue Mann hinter dem Pult und in seinem Gernhart Studio ist Into Oblivion eingespielt worden.

Wie sieht Eure Vorstellung vom perfekten Sound aus?

Seba: Das kann ich ganz pauschal nicht beantworten. Viele meiner Lieblingsplatten und meiner Meinung nach, einige der am besten klingenden Platten, sind vollkommen verschieden. Wichtig ist, und das haben diese Alben alle gemeinsam, dass die aufgenommene Band als Einheit prĂ€sentiert wird. Ob wir von einer modernen Produktion sprechen oder von Material aus den 80ern, es ist wichtig, dass der Geist der einzelnen Musiker und der Band im Ganzen eingefangen und wiedergegeben werden. Mit welchen Equalizer Einstellungen das am Ende bewerkstelligt wird, ist erstmal zweitrangig. Mir war es als KĂŒnstler wichtig an diesem Prozess beteiligt zu sein, um durch Anregungen und Kritik das bestmögliche aus den Aufnahmen rauszuholen.

Wie entstehen eure Songs?

Seba: FrĂŒher haben wir wirklich sehr hĂ€ufig geprobt, dabei neue Ideen gesammelt und kombiniert, um neue Songs zu schreiben. Seit etwa 5 Jahren proben wir nicht mehr sehr oft, da wir recht verstreut wohnen. Daher haben wir uns eine andere Vorgehensweise angeeignet. Bis auf den Titelsong habe ich alle Lieder auf Into Oblivion geschrieben. Wenn ich kreative Anwandlungen habe, dann nehme ich meine Ideen direkt auf. Kombiniere sie und versuche einen Song daraus zu machen. Dann produziere ich eine Demo, arbeite mögliche Schlagzeugparts aus und lasse so das GrundgerĂŒst eines Songs entstehen. Das zieht sich manchmal ĂŒber mehrere Wochen, weil ich beim Einspielen der Demo neue Ideen bekomme und teilweise alles ĂŒber den Haufen werfe. Bei dem neuen Material hab ich sehr drauf geachtet, dass in Teilen der Songs genug Platz fĂŒr die Gesangslinien bleibt. Da musste ich mich als Gitarrist hier und da schon etwas zurĂŒcknehmen. [Haha]

Habt ihr eine Tour in Planung?

Seba: Na klar! Am Tag der Veröffentlichung starten wir die „Backpfeifen Tour 2018“, wieder zusammen mit unseren Kumpels von Godslave! Die Termine fĂŒhren uns wieder durch weite Teile der Republik und uns mit ERADICATOR sogar nach Schottland! Die genauen Daten findet man auf unserer Homepage.

Wie entstand das neue Video?

Seba: Wir haben ĂŒber einen befreundeten Sozialarbeiter eine Anfrage bekommen bei einem Kultur-Förderprojekt mitzumachen. Seine Idee war es, fĂŒr und mit uns ein Musikvideo produzieren zu lassen. Von der Idee waren wir natĂŒrlich sofort begeistert. Im Zusammenhang mit dem neuen Album hat das zeitlich dann auch perfekt gepasst. Mit Rainer „Zipp“ FrĂ€nzen hatte Jörn auch direkt den richtigen Mann fĂŒr den Job an der Hand. Mit ihm zusammen haben wir dann ein Skript erarbeitet und unsere Möglichkeiten ausgelotet. Der Drehtag selbst war eine wirklich coole und neue Erfahrung fĂŒr uns. Rainer hat uns einiges abverlangt, aber das hat sich wirklich gelohnt, denn das Ergebnis ist der Hammer geworden.

Was sind Eure musikalischen Vorbilder?

Seba: Als ich jĂŒnger war, habe ich mir ĂŒber solche Fragen viele Gedanken gemacht. Wem eifert man nach? Wie kann ich so gut werden wie XY? Unsere Band soll klingen wie Z! Das ist zu Anfang einer Band sicherlich wichtig. Man muss, gerade wenn man keine Erfahrung hat, versuchen sich zu definieren und zu profilieren. Je lĂ€nger ich Musik mache, desto weniger versuche ich anderen nachzueifern. Klar, es gibt Musiker und Bands die einen beeindrucken und im besten Fall inspirieren, aber ein Vorbild in dem Sinne, dass ich auch so sein will, gibt es nicht mehr. Schließlich gĂ€be es die Person dann ja schon. NatĂŒrlich wĂŒrde ich gerne so gut singen können wie Matt Barlow und Gitarre spielen wie Marty Friedman, aber ich arbeite einfach weiter an mir und an der eigenen Band. Je mehr man sich selbst von solchen ZwĂ€ngen löst, desto freier fĂŒhlt man sich und so findet man eher seine eigene Nische.

Was bedeutet Euch die Musik?

Seba: FĂŒr mich persönlich ist die Musik eine der wichtigsten SĂ€ulen meines Lebens. Nicht nur die eigene. Ich genieße es genau so sehr Musik zu hören, wie auch zu machen. Das ist einfach ein fester Bestandteil von mir und ich kann und will es mir nicht ohne vorstellen

Was erhofft ihr Euch von der Zusammenarbeit mit dem neuen Label?

Seba: Vor allem UnabhĂ€ngigkeit! Denn Green Zone Musik ermöglicht es uns unsere eigenen Label Manager zu sein. Bernie und Mika von Godslave fĂŒhren das Label in enger Zusammenarbeit mit mir. Auf diese Art konnten wir unsere Erfahrungen aus den Jahren im Business bĂŒndeln und fĂŒr alle Seiten Vorteile daraus ziehen. Wir sind mit Herzblut dabei und es macht uns sehr viel Spaß das alles selber auf die Beine zu stellen. Klar, wir haben mit Gordeon und H’Art sehr gute Partner fĂŒr Promotion und Vertrieb auf unserer Seite. Diese mussten aber auch erstmal von unserem Vorhaben ĂŒberzeugt werden. Und die Ideen die diese Kombination zusammenhĂ€lt, stammen alle von uns.

Wie seht ihr momentan die Musiklandschaft? Ist heute alles nicht mehr so wie in den guten alten 80ern wo die Bands noch einen hohen Status hatten?

Seba: Was sehr positiv ist: es gibt unglaublich viele gute Bands. Das bedeutet also, dass die Musik und Kulturlandschaft florieren. Ich habe sie zwar nicht ausgiebig erlebt, aber ihren Stand werden sich die Bands der 80er auch schwer erarbeitet haben. Der Ruhm und die Anerkennung die man teilweise entgegengebracht bekommt, sind sicherlich Ă€hnlich. In vielen Teilen der Gesellschaft fehlt aber eine gewisse WertschĂ€tzung gegenĂŒber der Musik, nicht nur als Kunstwerk, sondern auch als Produkt. In Zeiten von Online-Streaming und „Weg-werf-MentalitĂ€t“ wird es einem nicht gerade leicht gemacht die Musik als (kleine) Band zu finanzieren oder gar davon zu leben. DafĂŒr kann man den Konsumenten nicht voll verantwortlich machen, denn dieser Umstand hat sich durch Technisierung und gesellschaftliche Entwicklungen so ergeben. Man kann aber daran appellieren die favorisierten KĂŒnstler durch PlattenkĂ€ufe und Konzertbesuche zu unterstĂŒtzen! Wir freuen uns ĂŒber jeden neuen Fan, den wir mit unserer Musik begeistern können!

Wo seht ihr Euch in 10 Jahren und was sind Eure Ziele?

Seba: ERADICATOR gibt es inzwischen seit 14 Jahren. Da sind wir sehr stolz drauf. Wir haben uns als Band, Musiker und Menschen in dieser Zeit entwickelt und Existenzen aufgebaut! Wir haben sehr viel Freude an dem was wir tun und ich gehe mal davon aus, dass sich das auch auf lange Sicht nicht Ă€ndern wird. Wir haben aber keine Zukunftsvision von uns vor Augen. Wir leben im Hier und Jetzt und machen einen Schritt nach dem Anderen. Die Musik ist ein wichtiger Teil von uns und wird es bleiben! Unseren geheimen Masterplan zur Weltherrschaft verrate ich natĂŒrlich nicht so leichtsinnig! [Harharhar]

Ihr macht alles selber. Wie motiviert ihr Euch immer wieder aufs Neue?

Seba: Da die Band fĂŒr uns eine Herzensangelegenheit ist, brauchen wir uns gar nicht neu motivieren, sondern sind meist immer bei der Sache!

Wie bringt ihr Beruf, Privates und Musik unter einen Hut?

Seba: Vor allem, indem wir uns gegenseitig genĂŒgend Freiraum lassen. Aber es ist schon ein gewisser Grad logistischen Aufwands nötig, da Pitti in Koblenz, Zoppe in Paderborn, Robb in Winterberg und ich in Lennestadt wohne. Diesen Aufwand sind wir aber durchaus bereit einzugehen. Und was Proben und Konzerte angeht, beschrĂ€nken wir uns ja meist auf’s Wochenende. Das passt schon alles!

Was bedeutet es Euch mit Eradicator unterwegs zu sein?

Seba: Wir erleben als Freunde und Band so einige Abenteuer, spielen Konzerte in fremden StĂ€dten (oder sogar LĂ€ndern) und können ĂŒberall Publikum und Fans von uns begeistern. Mich persönlich macht das sehr glĂŒcklich. NatĂŒrlich ist es auch des Öfteren sehr anstrengend, aber es lohnt sich eigentlich immer!

Das Interview fĂŒhrte Stormrider

Interview: Gabriel Keyes (CRASHDÏET)

Posted by Radu On Februar - 21 - 2018

24899976_2194342577258123_2621487916097286635_n

Ich hatte ein absolut tolles Interview mit dem neuen SĂ€nger von CRASHDÏET – Gabriel Keyes.

Was er alles so zu erzÀhlen hat, lest ihr hier:

Erst einmal danke, dass du dir die Zeit nimmst und ein Interview mit mir machen willst.
Es bedeutet mir sehr viel, ich weiß, dass Zeit Geld ist und deshalb bin ich sehr froh, dass du dir Zeit nimmst.

Gabriel: Danke dir!

CRASHDÏET  ist eine Band mit sehr langer Story. Wie fĂŒhlt es sich an, ein Teil von so einer tollen Rockband zu sein? Der SĂ€nger zu sein und die Band zu reprĂ€sentieren?

Gabriel: Es fĂŒhlt sich toll an! Du weißt, fĂŒr mich fĂŒhlt sich das irgendwie unwirklich und böse an. (Lacht) Böse. Es fĂŒhlt sich sehr gut an. Du weißt, dass ich viele Erwartungen habe. Die Band hat viel zu bieten. Sie haben noch nicht das Toplevel erreicht und ich denke auch, dass es viel mehr an Potential in einer Band zu finden gibt. Also bin ich sehr aufgeregt!

Bist du nervös vor einem Auftritt oder eher der Entspannte?

Gabriel: Es ist schon sehr normal fĂŒr mich. Irgendwie wird alles normal, also bin ich nicht wirklich nervös. Ich freu mich, will es JETZT machen und einfach voran kommen. Ich will da raus gehen und DIE BUDE ROCKEN!

Was machst du nach einer Show? Party? Relaxen?

Gabriel: Ich bin ein Partytier. Weißt du, man muss ja auch bedenken, dass ich viel Zeit verloren habe hier. Nicht nur einen Auftritt. Deshalb muss ich halt an meine Stimme denken, aufpassen, dass ich sie nicht kaputt mache und mich auf die Performance mehr konzentrieren, als auf die Party. Selbst wenn es manchmal blöd ist, aber das ist das reale Leben.  (Lacht)

WĂŒrdest du dich selber als ein Kind der „wilden Generation“ beschreiben? (Wie im Song „Generation wild“)

Gabriel: Nicht genau. Ich war ziemlich geknickt. Ich war ein richtig fröhliches Kind, bis ich in der dritten Klasse war, dann wurde ich mehr zum Rebell. Ich war verdammt wĂŒtend auf die Zeit. Begann zu rauchen, begann zu trinken. Es dauerte eine Zeit, um den Stil, den ich hatte, zu Ă€ndern. Ich war ziemlich normal, bis ich in den Rock einstieg.
Das erste Mal sah ich die Crew. Ich war wie “Was zum Teufel ist das?”. Mein Bruder Kriss zeigte sie mir und ich dann so: “Sie sehen aus wie MĂ€dchen”. Ich fĂŒhlte mich ein bisschen unangenehm, hatte das GefĂŒhl, dass das lĂ€cherlich ist. Aber dann fing ich an, es zu mögen. Ich begann die Kleidung zu tragen und versuchte so zu sein wie sie.
Aber ich bin dann doch eher so der SKID ROW Fan. Das gefÀllt mir mehr als die Glam Bands. Ich mag einfach den harten Melodic Rock, den SKID ROW eben haben, oder GUNSŽNŽROSES. Lieber Punk, RockŽnŽRoll Musik als Glam Metal mit hochtoupierten Haaren.

Wer ist dein grĂ¶ĂŸter Einfluss in Sachen Musik? Irgendwelche Lieblingsbands?

Gabriel: SKID ROW!
Die haben einfach diese „Star Power“, so als ob es dich durchleuchtet, sobald sie auf der BĂŒhne sind. Du wirst einfach geblendet von dem Licht!

Ich habe von der Band gelesen, die du frĂŒher hattest (PERFECT CRIME). Warst du immer schon ein Musiker? Ist das bei euch in der Familie so?

Gabriel: Ich denke, wir sind eine musikalische Familie, ja. Mein Onkel ist Songwriter, also meine ganze Familie hat etwas mit Musik zu tun. Singen, alles. Ich glaube auch, dass das Ganze schon sehr bald begonnen hat. Als ich ein Kind war, habe ich das Singen angefangen. Also war die Musik da, seitdem ich denken kann.

War das immer dein großer Traum?

Gabriel: Ja, schon. Eigentlich hatte ich nicht den Traum, ein KĂŒnstler zu sein oder sowas, bis ich in diesen RockÂŽnÂŽRoll kam. Das war das erste Mal, dass ich es fĂŒhlte, ein Rockstar sein zu wollen. Und das war auch der Moment, in dem sich alles Ă€nderte.

Kannst du mit der Musik ĂŒberleben oder hast du einen Job?

Gabriel: Ich habe einen Job.

Was wĂŒrdest du machen, wenn du nicht in CRASHDÏET wĂ€rst? Wo wĂŒrde dein Talent dann hingehen?

Gabriel: Ich weiß es eigentlich nicht. Vor Crashdiet habe ich meine zweite Band gegrĂŒndet. Ich war in dem Moment einfach nur mĂŒde. Ich hatte lange schwarze Haare und war einige Zeit ziemlich in meiner IdentitĂ€t verloren. Als diese Chance kam, war ich tatsĂ€chlich bei den Jungs von HIGHRIDE mit meinem Bruder Kriss und mit Peter. Und jemand schrieb mir per Messenger: “Hey, CRASHDÏET sucht nach einem neuen SĂ€nger! Willst du es ausprobieren? “. Und ich dachte: “Nun, ich weiß es nicht”.
Peter meinte: “Oh, komm schon! Sei Crashdiet! Mach das!” Und ich dann: “Okay, versuche es einfach “.
Vorher habe ich nur ein paar Balladen und Sachen auf meinem Computer aufgenommen, mehr nicht. Ich war nicht so aktiv in der Musik.

Freust du dich schon auf die Europatournee diesen Sommer?

Gabriel: JA natĂŒrlich! Wir sind auf dem Bang Your Head Festival vertreten und machen auch noch ein Festival in Schweden. Und im Oktober sind wir in den Staaten. Das ist ein kleineres Festival, da kommen 700 Leute oder so.
NatĂŒrlich hoffe ich, dass wir noch mehr Festivals spielen, wobei ich sagen muss, dass ich mich schon sehr auf Bang Your Head freue.

Warst du schon mal auf Tour?

Gabriel: Nein, das ist mein erstes Mal. Aber ich freue mich wahnsinnig drauf.

Die wichtigste Frage: Warst du schon einmal in Deutschland?

Gabriel: Einmal. Das war aber bloß ein Zwischenstopp am Flughafen auf dem Weg nach Amerika. Wir sind in Frankfurt gelandet und fĂŒr ungefĂ€hr fĂŒnfzehn Minuten in Deutschland gewesen. Aber ich freu mich sehr auf Deutschland.

Möchtest du deinen Fans noch etwas sagen?

Gabriel: Danke fĂŒr euren Support und ich hoffe, dass wir uns bald sehen!

crash

———————————————————————————————————

I had a pretty cool  Skype Interview with the new singer of CRASHDÏET: Gabriel Keyes!

What he has to tell, you can read here:

First of all, thank you for taking your time to have an interview with me.
It means a lot to me. I know that time is money and that’s why I’m very glad that you take time for me.

Gabriel: Thank you too!

CRASHDÏET is a band with a really long story behind it. How does it feel to be a part of such an amazing rockband, to be the lead singer and to representing this band?

Gabriel: It feels amazing! You know for me this feels kind of unreal and wicked. (Laughs). Wicked. It feels very good. You know I have a lot of expectations. The band has a lot to give, they haven’t reached the top level and I also think there is a lot more potential to find in a band. So I®m so excited about this!

Are you nervous before gigs or are you the relaxed one?

Gabriel: It is pretty natural for me. Everything is becoming natural so I don’t really feel nervous. I am just excited, I just want to do it RIGHT NOW so I just want to keep it going. I just want to get out there and kick some fuckin ass!

What are you doing after a show. Party? Relax?

Gabriel: I am a party animal, you have to think like a long time I’ve passed. It®s not only one gig. I think I have to think about my voice a lot, that I don’t get destroyed and focus on the performance more than on the party. Even if it sucks you know, that is the real life (laughs).

Would you describe yourself as a child of the „wild generation“? (As the song generation wild)

Gabriel: Not exactly, I was pretty kinked. I was a real happy kid until I got on third class, then I turned more into a rebel. I was fucking angry at the time. Started smoking, started drinking, it took a time to change the style I had. I was pretty normal until I got into Rock.
First time I saw the crew I was like „what the fuck is this?“. My brother Kriss showed me and I was like „they look like girls“, I felt like it was a bit cringe. I felt like this is ridiculous. But then I started to like it. I started to wear the clothes and tried to be like them. But I am more the Skid Row fan than the glam bands. I like this heavy melodic rock, like Skid Row, Guns®n®Roses, not the glam. I’m not so into this big hair stuff, I’m more into this punk, rock®n®roll stuff.

Who or which bands are your biggest influence when it comes to music? Any favorite Bands?

Gabriel: Skid Row.
They got this „star Power“, like it shines through you when they are on stage, you know? You got blinded by the light!

I have read about the band you had in the past (Perfect Crime). Have you always been a musician? Is it in your family?

Gabriel: I think we are a musically family, yes. My uncle is a songwriter, my whole family is really into music. Singing and everything. I also think this started pretty early, when I was a kid I started singing. So it has been there since I can remember.

So this was ever a big dream of yours?

Gabriel: Yes. Actually I didn’t have the dream to be an artist or something until I came into this Rock®n®Roll. This was the first time I felt like I wanted to be a rockstar. Go on tour, playing in front of big crowds. This was the moment everything just changed.

Can you survive with your music or do you have a job besides it?

Gabriel: I have a job besides.

What would you do if you were not in CRASHDÏET. Where would your talent go then?

Gabriel: I don’t know actually. Before CRASHDÏET I created my second band. I was just tired there at the moment. I had long black hair and was kind of pretty lost in my identity for a while so when this chance came I was actually with the boys of HIGHRIDE with my brother Kriss and Peter. And someone wrote to me on messenger „Hey, CRASHDÏET is searching for a new singer! Do you want to try out?“. And I was like „well I don’t know“.

Peter was like „Oh come on! Its CRASHDÏET! Do this!“ And then I was like „okay, just give it a try“. Before this I was just recording some ballads and stuff on my computer, nothing more than that. I was not so active in the music.

CRASHDÏET has released four cds so far. Could you tell me if there is going to be a fifth one in the future?

Gabriel: Yeah, of course! (Laughs)

Are you already excited about the European Tour this summer?

Gabriel: Yes, of course! We are going to be on Bang Your Head Festival, and one in Sweden, and one in the United States in October. A little smaller Festival, it takes like 700 people. And of course I hope there is going to be some more!
But I am very excited for Bang your Head.

Have you ever been on tour?

Gabriel: No, that is my first time. I am pretty excited about it.

And the most important question: Have you ever been in Germany?

Gabriel: Once. But that was just changing flights on my way to America. We landed in airport Frankfurt and stayed about 15 minutes.
But I am very excited to go there.

Is there anything you want to tell your fans?

Gabriel: Thanks for all the support this far and I hope to see you guys soon!

Paola

Interview: INFERNO

Posted by Paola On Februar - 4 - 2018

15Ihr könnt euch bestimmt noch daran erinnern, als ich euch versprochen habe, ein Interview mit den  INFERNOs zu machen! Die Coverband, die alle anderen Coverbands in den Schatten stellt.

Es freut mich tierisch, dass es endlich geklappt hat und vor allem freut es mich, dass diesmal die  Kathrin dabei war.

Wie könnte man einen Sonntag auch schöner verbringen, als mit einem Proberaumkonzert…

Ihr seid eine wahnsinnig gute Coverband. So viel Talent gehört aber auch trainiert.
Nehmt ihr dafĂŒr noch irgendwo Unterricht?

Tobi Koch:
Teils, Teils. Also zu Aufbau-Zeiten hab ich schon Unterricht gehabt. Inzwischen sind wir auf dem Niveau, dass wir schon selber Unterricht geben könnten. (Lacht)

Tobi Schwenk:
Gesangsunterricht hatt ich eigentlich nie richtig. Also damals, wo ich das Singen angefangen habe, hab ich mir halt viel selber beigebracht und ein Paar Tipps bei meinem VorgÀnger geholt. Ich war aber auch bei der Gesanglehrerin von Flo drei, vier Mal dabei.

Flo:
Also ich geh regelmĂ€ĂŸig. Gitarre hatte ich vor Jahren ein paar Unterrichtsstunden. Man tauscht sich halt immer mal wieder mit anderen Gitarristen aus. So ist das eben, man holt sich Tipps und wird so auch besser.

Kathrin:
Ich nehme regelmĂ€ĂŸig Unterricht. Bei mir gibt es aber auch viel Luft nach oben, da ich halt nicht nur in einer Band spiele, sondern auch ganz normal in der klassischen Schiene unterwegs bin.

Kathrin, wenn ich jetzt absolut keine Erfahrung habe, was Geige spielen betrifft, ist es schwer?

Kathrin: JA, absolut. Du hast keine BĂŒnde oder sowas, wo du dich dran richten könntest, du musst halt alles mit dem Gehör machen. Bei uns ist die Geige auch anders gestimmt. Wir sind alle einen Halbton tiefer, das ist dann eben ultra schwierig, weil wenn du es eben gewohnt bist, in ganzen Tönen zu spielen und jetzt dann Halbtöne hast, dass du das dann eben hörst und auch noch stimmt, das ist dann echt schwer.

Paddy:
Ich bin momentan noch beim Freedom Call Drummer zum trainieren, Ramy Ali, nach wie vor, also seit 15 Jahren. Ich unterrichte auch selber. Halt nicht nur im Metalbereich, sondern auch Jazz, Bossa, Funk
 alles mögliche.

Habt ihr vor, mal in s Studio zu gehen und eine EIGENE CD aufzunehmen? (Jungs, ich rate euch, jetzt diese Frage mit JA zu beantworten)

(Alle lachen)

Tobi Koch:
Es ist definitiv auf dem Schirm, ja. Es ist halt einfach auch die Zeit, die oftmals fehlt, weil immer wieder neue Sachen dazu kommen. Wir hatten ja jĂŒngst die Logo Umstellung, haben ein völlig neues Set einstudiert und dann kommt wieder was dazwischen
 dazu kommt der finanzielle Aspekt.

Tobi Schwenk:
Was bei Inferno ein großes Thema wĂ€re, wĂ€re ein Live Album, was aber leider wirklich sehr schwer umzusetzen ist. Technisch und auch finanziell. Aber wir haben es geplant, auf jeden Fall.

Nach welchen Kriterien sucht ihr die Songs fĂŒr eure Shows aus?

Flo:
Die, wo wir halt meinen, die am meisten Spaß machen!

Tobi Schwenk:
Genau, der gute Mittelweg daraus!
Wir spielen nur Sachen, wo wir auch selber Bock drauf haben. Wir spielen jetzt nix, wo wir halt sagen ja, wir alle finden es sch
 aber wir spielen es, weil es Fans anlocken soll

Wir suchen wirklich den Mittelweg. Bekannte Songs, wo man Party machen kann, ABER auch Sachen, wo nicht jede Coverband spielt, wo WIR eben Bock drauf haben. So bleibt Abwechslung drin, damit es nicht langweilig wird.

Tobi Koch:
Man hat halt immer Songs von Bands dabei, wo man denkt, ach, den wĂŒrd ich so gerne mal spielen, aber da ist dann auch das Problem, man kann eben keine komplett unbekannten Songs spielen.
Aber wir können mittlerweile sagen, dass wir an die 200 Songs schon durch haben.

Flo:
Das reicht gar nicht. Wir hatten schon viel mehr.
Bei uns ist halt das Einzigartige, dass wir eben nicht das spielen, was alle spielen. Wir sind einfach nicht vergleichbar. Wenn wir das machen wĂŒrden, hĂ€tten wir kein eigenes Bild mehr.

Paddy:
NatĂŒrlich ist es aber auch schwer, komplett neue Lieder zu bringen, da die Leute doch auch Klassiker wollen.

Seid ihr (als Inferno Coverband) auf Festivals anzutreffen? Tretet ihr viel auf?

Tobi Schwenk:
Festivals weniger. Ein paar Open Airs und Motorradtreffen.

Tobi Koch:
Bei Festivals ist es halt immer sehr schwer, als Coverband dort hinein zu kommen. Das ist eigentlich fast ein Ding der Unmöglichkeit.
Wobei ich sagen muss: SummerBreeze, Nachts um Drei, könnte man uns echt mal auf die BĂŒhne lassen. Das wĂ€r lustig, die Fans wĂ€ren bereit dafĂŒr und uns wĂ€re auch geholfen, wenn wir da mal zwei, drei Stunden spielen dĂŒrften.
Aber es ist halt immer so mit Partyzelten. Es kommen die DJs, man stöpselt das Kabel an und fertig.

Flo:
Wir haben auch schon mal als Schlussgig gespielt, so quasi als Rausschmeißer. Klar, spielen wĂŒrden wir sehr gern aber es ist sehr schwierig. Quasi unmöglich.

Habt ihr bestimmte Rituale vor einem Gig?

Tobi Schwenk:
Also Gruppenrituale jetzt nicht wirklich. Jeder bereitet sich da fĂŒr sich vor. Die einen gehen halt zu den Fans, quatschen, die andern ziehen sich eher zurĂŒck.
Ich sing mich warm.

Flo:
Ich geh aufs Klo.
Damit spÀter nix passiert.
Und ich mache Jack Black®s Motivationstraining! (Bekannt aus „Shool of Rock: let®s rock. Let®s rock.“)

Paddy:
Ich mach mich warm auf dem Übungspad.

Ich find das ja so cool, dass ihr so Fan bezogen seid. Habt ihr eine Story fĂŒr mich auf Lager zu diesem Thema?

Flo:
Also da hab ich was.
Das war mein zweiter Auftritt mit Inferno. Da war so ein MĂ€del unter den Fans, die hat mich halt immer so angehimmelt, so angeguckt und dann war der Gig halt rum und ich hab mich umgezogen, auf einmal stĂŒrmt die rein und schreit mich an: „HAST DU NE FREUNDIN!?“
Ich war sichtlich geschockt, habe aber dann – Gentleman wie ich eben bin – trotzdem mit ihr geredet.
Sie hat mich dann gefragt, wie alt ich bin und ich war halt damals 26. Sie sagte „so alt siehst aber nicht aus“ und dann hab ich sie halt gefragt „wie alt bist DU denn?“. Sie sagte, sie wĂŒrde in zwei Tagen 17 werden. Das war so gegen Ende September, also hatte ich das astronomisch korrekt durchdacht und geantwortet „dann bist du ja Jungfrau!“ Ich sah, wie ihr die Farbe aus dem Gesicht wich und sie begann zu verneinen „nein! NEIN! NEIN! Schon LANGE nicht mehr!“ Und ich stand da, wusste nicht recht, was ich sagen sollte.

Kathrin:
Wir hatten auch schon mal eine Frau, die einen Kopfstand auf unserem Podest gemacht hat. Das war etwas komisch anzusehen, ja. Sozusagen eine Yoga – Performance. Ich meine, es war echt cool, nicht jede ist so gelenkig. Ich war begeistert.
Oder die Einlagen halt von unserem KĂŒbl Tobias, der immer den Flo auf die Schulter nimmt fĂŒr das Gitarrensolo. Das ist halt schon cool.

Immi:
Was auch geil war: Da waren mal zwei ganz leicht angetrunkene MÀnner, die haben dann unsere Girlie Shirts angezogen, nix drunter, dann sind sie in der ersten Reihe voll abgegangen, und irgendwann wollten sie sich dann INFERNO tÀtowieren lassen und haben sich dann beschwert, dass wir halt keinen TÀtowierer dabei haben.

Ihr macht privat auch viel miteinander?

Alle: wie es die Zeit halt zulÀsst.

Tobi Schwenk: Konzerte ja, einmal im Jahr wird gegrillt, wir gehen in den Asia Palast und schlagen uns die BĂ€uche voll, und natĂŒrlich den ĂŒblichen Blödsinn.

Wann habt ihr angefangen, Musik zu machen (generell, nicht Inferno direkt)?

Flo:
Also ich hab als Kind schon ziemlich laut geschrien.

Tobi Koch:
Bei mir waren’s 15 Jahre Klarinette und nebenher etwas Saxophon.

Tobi Schwenk:
Angefangen hat’s mit 4 Jahren auf den Kochtöpfen von der Oma. Dann Schlagzeug, anschließend Gitarre.

Kathrin:
Sieben Jahre Blockflöte, davor hatten wir aber auch ein Piano daheim.

Bei euch kann ja echt jeder alles irgendwie. Das ist unglaublich.

Alle:
Nö, nur der Tobias Schwenk kann alles. Der kann aber auch wirklich alles.
Außer Geige.

Kathrin:
Geige kann Flo auch noch. Smoke on the Water.

Welche sind eure Top 5 Bands?

Iron Maiden
Savatage
System of a Down
Children of Bodom
Blind Guardian

Wo seht ihr euch in fĂŒnf Jahren?

Flo:
Auf der BĂŒhne.

Tobi Koch:
Es ist schwierig zum sagen. Das ist genau das Thema, was wir vorher hatten mit der Songauswahl. Wenn du eigentlich das machst, wo du selber drauf Bock hast, und sagst, nein, ich geh nicht in den Mainstream, ich spiel nicht das, was mich selber ankotzt, wirst du immer irgendwo an der 1000 Mann Grenze spielen.

Tobi Schwenk:
Es ist eben nur ein begrenztes Publikum da fĂŒr die Schiene, die wir spielen.

Tobi Koch:
Es wĂ€r fĂŒr uns musikalisch kein Problem, wenn wir sagen wĂŒrden, wir machen jetzt mal was anderes. Bisschen lustige Sachen oder so, Mainstream eben. Dann hĂ€tten wir innerhalb ein, zwei Jahren mehr als 2000 Mann. Das ist klar. Aber will man das wirklich? Es ist ja auch so. Hier verdient niemand Geld damit. Wir investieren immer nur alle wie blöd. Alles, was rein kommt, fließt in die Instandhaltung der Instrumente und des Equipments.

Tobi Schwenk:
Ja, viele wissen halt einfach auch nicht, was dahinter steckt. Hinter dem Ganzen. Organisatorisch und technisch ist das schon der Wahnsinn.

Flo:
Ich wĂŒrd gerne mehr Open Airs spielen. Außerhalb bekannter werden. Umkreis erweitern, einfach um neue Fans dazu zu gewinnen. Es soll einfach auch nicht zu viel werden. Es soll so bleiben, dass es Spaß macht.

Tobi Koch:
Es ist halt wirklich ein Hobby. Es will keiner Geld damit verdienen, das hat niemand auf dem Schirm.

Tobi Schwenk:
Es hat halt jeder Job, Familie usw und das hat Vorrang.

Wollt ihr euren Fans noch was sagen? Euren treuen Fans, die „first Row Warriors“?

Flo:
Kommt zum nÀchsten Gig! Und bringt Durst mit!

Tobi Schwenk:
Danke natĂŒrlich. Vor allem ist beachtlich, welche Strecken Fans teilweise auf sich nehmen um uns live zu sehen. Das freut uns natĂŒrlich sehr.

Tobi Koch:
Auf jedenfall Danke.
Es sind auch die Sachen, so wie unser Proberaumkonzert. Da haben wir unsere treusten Fans halt gern dabei. Es ist auch nicht nur das Lob, was wir erwarten. Wir erwarten auch Kritik, deshalb sind sie ja unsere Fans, weil sie uns ehrlich beurteilen.

Kathrin:
Gerade bei Dingen wie dem Proberaumkonzert können wir wirklich an uns arbeiten. Man bekommt Feedback, ob es sich gut anhört oder eben nicht. Daran wachsen wir und werden besser.

Tobi Koch:
Es sind auch viele private Kumpels dabei. Und gerade, weil sie eben private Freunde von uns sind, können sie uns beurteilen und sind auch gnadenlos ehrlich. Viele Fans trauen sich das einfach nicht. Aber ehrlich sein ist uns auch wichtig. Das hilft euch und das hilft uns.

Kathrin:
Ich will einfach auch danke sagen fĂŒr die jahrelange UnterstĂŒtzung, wir haben einfach halt Fans, die sind von Beginn an bis jetzt da und das schĂ€tzt man sehr als Band. Danke Leute.

Und ich sag DANKE an euch alle, dass ihr mich zum Proberaumkonzert eingeladen habt. Das ist fĂŒr mich was ganz Besonderes und ich bin euch ewig dafĂŒr dankbar.

INFERNO lohnt sich halt immer. Es ist fĂŒr jeden was dabei.

Falls ihr die Jungs live sehen wollt, hab ich hier die nÀchsten Gigs:

10.02. – NachtschwĂ€rmer, 86720 Nördlingen

24.02. – Stern, 91572 Königshofen

01.04. – Doubles Starclub, 86609 Donauwörth

Facebook

Homepage

Interview: SOIL

Posted by Paola On Januar - 24 - 2018

Eigentlich kann ich es ja selbst nicht glauben, dass das geklappt hat, aber ich habe hier exclusiv fĂŒr euch mein Interview mit einer meiner Lieblingsbands: SOIL! (Danke an dieser Stelle an Anna Walter von AFM Records, dass du mir das ermöglicht hast!)

Tim King, der Bassist, hat sich die Zeit genommen, und mir ein paar Fragen beantwortet.

Soil

2017 war das Jahr, in dem SOIL ihr 20 jĂ€hriges JubilĂ€um feierten. Wie fĂŒhlt sich das an, wenn man so weit kommt als Band?
20 Jahre sind so ein Meilenstein! Ich dachte nie, dass wir 5 Jahre bestehen wĂŒrden, geschweige denn 20! Es ist einfach so ein tolles GefĂŒhl und eine Ehre, dass wir das noch immer machen können.

Was wĂŒrdet ihr arbeiten, wenn ihr nicht Musik machen wĂŒrdet?
Wir alle machen heutzutage Dinge außerhalb von SOIL. Es ist zu schwer zu ĂŒberleben, nur Musik zu spielen, es sei denn, du tourst 9 Monate im Jahr und das ist einfach zu viel fĂŒr uns. Es gibt einige EinschrĂ€nkungen, die nach 20 Jahren kommen! hahaha
Ich habe ein Plattenlabel namens Pavement Entertainment, das ich mit meinem Label-Partner und einem guten Freund fĂŒhre. Mark Nawara. Ryan hat gerade ein Musikberatungsunternehmen namens “37 House” gegrĂŒndet und Adam besitzt ein BĂŒromöbelinstallationsfirma.
Aber wenn ich nicht Musik machen wĂŒrde, wĂŒrde ich zur Marine gehen oder ans Meer. Das ist eine Leidenschaft von mir außerhalb der Musik.

Denkt mal an eure frĂŒhen Jahre. Was wĂŒrdet ihr einem jungen Musiker sagen? Habt ihr irgend welche RatschlĂ€ge?
Die Dinge haben sich so sehr verĂ€ndert, seit wir junge Musiker waren, also was wir getan haben, um es damals “zu machen” funktioniert nicht in der heutigen Welt. Mein bester Rat ist, gute Musik zu machen. Nicht gute Musik. Tolle Musik. Dann ist es eine Unmenge an Kleinarbeit in Social Media und Marketing, um deinen Namen zu bekommen und gesehen zu werden.
Zweitens, nachdem du angefangen hast, loszulegen und eine Basis aufgebaut hast, brauchst du ein Team auf deiner Seite, um gefördert zu werden und das nÀchste Level zu erreichen. Ein Plattenlabel ist ideal, wenn ihr von einem signiert werden könnt. Jeder denkt, dass man das selbst hinbekommt und kein Label braucht, aber das ist nicht wahr. Label sind immer noch sehr brauchbar und notwendig.
Und ich sage das nicht nur, weil ich eins habe!

Was war das lustigste Ereignis auf Tour ĂŒberhaupt?
Oh, da sind so viel, da kann ich nicht mal sagen, welche Geschichte die beste ist. Touring ist, als wĂŒrdest du auf ein RockÂŽnÂŽRoll Sommercamp gehen, mit all deinen Kumpels, nur ohne elterliche Aufsicht.
Es wĂ€re einfach zu viel, darĂŒber zu schreiben, ĂŒber die lustigen, teilweise dummen Dinge, die wir gemacht haben im Laufe der Jahre.

Vermisst ihr das Tourleben wenn ihr wieder daheim seid?
Es ist so ein zweischneidiges Schwert. In diesen Tagen, wenn ich zuhause bin, möchte ich wieder auf Tour sein, weil ich es satt habe, das Gleiche jeden Tag zu tun. Die Routine. Dann, wenn ich unterwegs bin, möchte ich einfach zu Hause sein und wieder Struktur haben. Hahaha – es ist wie verhext!

Wenn ihr eine Person treffen wĂŒrdet, die eurer Album „SCREAM: The Essentials“ noch nicht angehört hat, was wĂŒrdet ihr dieser Person sagen, damit sie es kauft?
Es ist die gesamte SOIL-Erfahrung, alles in einer Version zusammengefasst. Es gibt euch Einblick in das, was wir von 1997 bis 2017 bisher erreicht haben. Alles in einem Paket.

Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Hoffentlich können wir uns immer noch als Band zusammenfinden und einige Shows hier und da zum Spaß spielen. Ich möchte an diesem Punkt weiterhin zum Spaß spielen.

Wollt ihr euren Fans noch was sagen?
Ja. Danke aus tiefstem Herzen fĂŒr 20 Jahre Wahnsinn, Chaos und Metal! Ich liebe euch. Wir wĂ€ren jetzt ohne euch nicht hier.

SOIL Homepage

SOIL Facebook

zu Besuch: Metalfriseur

Posted by Paola On Januar - 20 - 2018

Jeder Rocker oder Metaller kommt in seinem Leben an gewisse Punkte, wo es schwierig wird.
Discos, wo schreckliche Musik gespielt wird, EinkaufslÀden, wenn man eine neue Hose braucht ODER

Der Frisör.

Es mag euch jetzt grausen, aber das ist auch ein Thema, mit dem wir uns – ĂŒber kurz oder lang – auseinandersetzen mĂŒssen, liebe Metalheads.
Aber ich kann euch ein Bisschen was von dem Grauen nehmen.
Es gibt da einen Laden mit einer Frau, die VerstĂ€ndnis zeigt dafĂŒr, wenn man sagt „aber bitte nur so viel weg!“.
Nina Wettemann von NinaÂŽs Secrects Hairstylez.

21369621_1528431277203398_2306144979607413282_n

Du bist die erste Anlaufstelle fĂŒr alle Metalheads in DinkelsbĂŒhl. Gibt es irgend einen Unterschied zwischen einem Metalhead und – ich sags jetzt mal vorsichtig – einem „Normalo“?

(Lacht)
Ich will jetzt echt nix sagen, aber Metaller sind penibler mit der HaarlÀnge! Sie sind echt penibler, pflegen sehr viel (vielleicht auch mehr!).
Es ist halt immer das FamiliĂ€re dabei. Sie sind einfach lockerer, man kann mit ihnen einfach mehr ĂŒber Gemeinsamkeiten reden.

Hast du Kundschaft mit speziellem Musikwunsch?
Also ich richte mich natĂŒrlich nach der Kundschaft, wobei ich sagen muss, dass jetzt nicht den ganzen Tag nur Metal lĂ€uft bei mir im Laden. Das kann man einfach nicht machen, da muss man schon auch schauen, wer jetzt auf deinem Frisörstuhl sitzt.
Man hat halt seine Pappenheimer, die Leute, die immer wieder kommen. Da weiß man eben, was sie am Liebsten hören und das kommt dann selbstverstĂ€ndlich in die Playlist.

Du hast immer vor dem „Summer Breeze Festival“ deine spezielle Aktion: Montags geöffnet (normalerweise ist Ruhetag am Montag). Wie kam es denn dazu?
Erst hatte ich ja am REWE Parkplatz einen Stand an diesem „Summer Breeze Montag“. Den hab ich vier Jahre lang gemacht.
Nachdem ich natĂŒrlich viele Metaller gekannt hab und selber auch immer aufs Breeze gehe, hab ich mich dazu entschlossen, sie in meinen Laden zu holen.
Jeder hat mich immer gefragt, ob ich eben auch aufs Breeze komme, aber wenn man dann 12 Stunden arbeitet am Stand, ist man halt einfach platt. Du siehst deine Freunde dann auf dieses Festival gehen und willst natĂŒrlich auch hin, aber wie gesagt, nach so einem Tag ist man einfach froh, wenn man auf die Couch kann.
Dadurch, dass ich halt selber die Woche dann Urlaub habe, hab ich gesagt, ich mache am Ruhetag auf – speziell fĂŒr meine Metalheads, damit die eben auch untereinander sind.
Jeder hat frei, kann auf den letzten DrĂŒcker kommen, kann feiern, sich hĂŒbsch machen lassen fĂŒr s Breeze. Ich hab da keine Termine, es ist quasi „frei fĂŒr alle“.
Es ist einfach eine Riesen große Familie, und ich freu mich so auf diesen Tag immer, jeder kommt, hat gute Laune, es lĂ€uft Musik und es wird gefeiert. Klar, ich hab schon Stress, aber die Leute verstehen das eben. Die sitzen draußen, trinken gemĂŒtlich, reden und sind einfach aufgerĂ€umt.

Was ich persönlich echt toll finde: du spendest dein Trinkgeld der Eichhörnchenhilfe DinkelsbĂŒhl. Wie kam es denn dazu?
Also ich hab mal am Summerbreeze eine kleine Maus gefunden.
Eine Babymaus, die die Mama in meinem Vorzeit vergessen hatte. Und da hat es so geregnet, und die Mutti hatte die BabymÀuse rumgetragen und die eine kleine vergessen.
Tierlieb wie ich bin, hab ich sie dann gerettet.
NatĂŒrlich stellst du dir die Frage „Was mach ich denn jetzt mit dem kleinen Ding“. Die Mutti kam ja nicht mehr zurĂŒck. Also hab ich sie eingepackt.

Mitten im Summerbreeze Stau hab ich dann dort angerufen, bei der Eichhörnchenhilfe und gefragt, ob ich sie bringen darf. Die haben sie dann tatsÀchlich auch genommen.
Ich fand das so toll. Die Maus ist innerhalb von drei Wochen fett, glĂŒcklich und gesund wieder ausgesetzt worden. Auch wenn es nur eine Maus ist, ich fand die Aktion so schön und so kam es dazu. Mir tut es ja nicht weh, wenn die kleine Spardose auf meinem Tisch da steht. Wenn man dann helfen kann, auch wenn es nur eine kleine Organisation ist, aber mir tut es nicht weh.

Was machst du in deiner Freizeit, wenn du die Schere nicht schwingst?
Feiern gehen natĂŒrlich. Metal hören, Konzerte oder Festivals besuchen.

Welches war das coolste Konzert, auf dem du in letzter Zeit warst?
Also ich bin ja wahnsinniger K0rn Fan. Seit Jahren. Seit drölfmillionen Jahren. Ich wĂŒrd sagen: Summerbreeze K0rn. Auch wenns viele schlecht fanden, aber fĂŒr mich sind sie einfach meine Jugendhelden. Ich war 14 oder so, wie ich angefangen hab, diese Musik zu hören. Und fĂŒr mich ist das das Non Plus Ultra.

HĂ€ttest du die Chance auf ein Meet and Greet mit einer Band/einem Star, wen wĂŒrdest du nehmen?
Ja, K0rn natĂŒrlich. Das steht außer Frage. K0rn, K0rn, K0rn.

Nina ist  auch so eine Frau, die wirklich drauf Acht gibt, dass „nur so viel“ weg kommt. Es gibt einfach – seinen wir ehrlich – wenig Frisöre, die wirklich drauf schauen, dass nur das ganz Kaputte weg kommt.

Nebenbei erwÀhnt sieht sie wahnsinnig gut aus, hat echt Humor und ist ein absoluter Herzensmensch.
Also falls ihr mal in der NĂ€he seid, sei es am Summerbreeze oder wann anders – besucht sie. Es lohnt sich.
Danke nochmal Nina, ich komm so gern bei dir vorbei!

dfer