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INTERVIEW:FORTY SHADES

Posted by Radu On Oktober - 14 - 2018

Forty Shades BAnner

Das Seitenprojekt des (ehemaligen) Gitarristen und SĂ€ngers Tosse FORTY SHADES ist mit seinem zweiten Album am Start. Wir plauderten etwas ĂŒber die Entstehung von “Blackstar Diamond”, die Apokalypse und VerĂ€nderungen im Leben.

Hallo und erstmals danke fĂŒr die Gelegenheit mit euch zu plaudern. Seit der Veröffentlichung von „Blackstar Diamond“ sind einige Monate ins Land gezogen. Wie geht es euch zurzeit und welche Reaktionen gab es bereits?

Nachdem es die letzten Monate einige Besetzungswechsel gab und wir uns von unserem Management getrennt haben, stellt sich so langsam wieder etwas wie Bandalltag und Routine ein. Die letzten beiden Gigs im September haben gezeigt, dass das neue Team sehr gut funktioniert und zusammen passt. Neu sind Tune Thon Bauer- Gitarre, Joe Hammer Wenger- Gitarre und Gode Hard Warth- Bass. Die Reaktionen auf das Album sind durchweg positiv- ist es auch eher ungewöhnlich ein konzeptionelles Album als zweiten Output zu bringen. Da das natĂŒrlich musikalische Konsequenzen
mit sich bringt, die nicht gerade der TĂŒröffner fĂŒr kommerziellen Erfolg darstellen.

Wie kam es zu dem Projekt FORTY SHADES und warum habt ihr ausgerechnet diesen Namen verwendet? Hat er fĂŒr euch eine tiefere Bedeutung?

Dem Namen FORTY SHADES liegen zwei AnsĂ€tze zu Grunde: Zum Einen gab es schon zu Beginn der Findungsphase turbulente Zeiten, als die Band noch NAGOR MAR (Dunkles Meer) hieß und mit der SĂ€ngerin Manuela Kraller (Ex- XANDRIA) arbeitete. Da gab es schon beim Übergang zu FORTY SHADES entsprechend viele Besetzungswechsel und viele Auditions, die unsere Keyboarder Tobi bezeichnender Weise als ein Kommen und Gehen von Schatten erlebte.
Warum wir uns dann gerade fĂŒr 40ig entschieden, liegt an dem Ausspruch der Iren ‘Forty Shades of Green‘ fĂŒr ihre abervielen GrĂŒntöne ihrer Landschaften und HĂŒgelketten, die Johnny Cash schon in eben diesem Titel ausfĂŒhrlich beschreibt. Da wir aber weniger schöne Farben beschreiben, als denn eher Stimmungen wie Gloom, Doom, Pain und Darkness, haben wir die Begrifflichkeit ‘Forty Shades
‘ mehr im Sinne wie GOREFEST auf ihrem Album ‚Soul Survivor‘ verwendet; also wie z.B. Die vierzig Schattierungen der Trauer
des Schmerzes
 der Dunkelheit
usw., um die Stimmung unserer Musik zu umschreiben.
Als ich dann eine Annonce aufsetzte, in der ich eine Band suchte, mit der ich meine musikalischen Visionen verwirklichen könnte, meldete sich unter anderen Tobi aus der Schweiz und alles nahm seinen Lauf


Es handelt sich gerade um euer zweites Album; wie seid ihr an das Songwriting ran gegangen? Gab es Unterschiede im Vergleich zu eurem DebĂŒt?

Beim Debutalbum ‘Camera Silens‘ war bereits zum Zeitpunkt meines Einstiegs der Löwenanteil des musikalischen Materials geschrieben, so dass ich meine Lyrix und Vocals an die nahezu fertigen Songs angepasst habe und hierbei auch noch mit ‘Growls‘ arbeitete. Beim BSD- Album haben wir schon in der Vorproduktion viel mehr in das Songwriting eingegriffen, was ĂŒberwiegend den konzeptionellen Lyrix geschuldet war. Auf Growls habe ich weitestgehend verzichtet, weil das meiner Meinung nach den Songs von BSD wenig zutrĂ€glich ist und von meinem Gesangsstil her auch eher den schwĂ€chsten Anteil darstellt.

FĂŒr mich persönlich waren viele gute Momente auf dem Album, die ich leider zu weit voneinander verteilt empfunden habe. Ich hĂ€tte mir gewĂŒnscht, dass ihr euer Talent komprimiert und griffige Riffs, sowie epische Synthesizerteppiche innerhalb eines Songs ausspielt (getreu dem Motto- weniger ist mehr. Ist aber nur meine Meinung und ich wollte nur konstruktive Kritik anbringen). Hattet ihr zu Beginn des Songwritings bereits einen Masterplan, oder haben sich die Songs wĂ€hrend des Jammens ergeben?

In der Entstehungsphase von BSD bin ich durch meine Recherchen ĂŒber die griechische Mythologie und dem Tarot von Aleister Crowley auf die lyrische Auseinandersetzung von Erwin Reisner (* 19. MĂ€rz 1890 in Wien; † 12. Juni 1966 in Berlin, österreichischer Theologe, Prof. der Philosophie,Theaterkritiker), ‘Der Gott und der Götze‘ gestoßen. Diese hat mich wiederum an die esoterische Weltanschauung von Robert A. Monroe (* 30. Oktober 1915; † 17. MĂ€rz 1995, Parapsychologe und
Wissenschaftler) in seinen BĂŒchern‚ ‘Der Mann mit den zwei Leben‘ und ‘Expedition jenseits der Schwelle‘ erinnert, mit der ich mich Mitte der ‘80er intensiv beschĂ€ftigt hatte. Dadurch entstand die Vision fĂŒr das Album BSD, ausgehend von der Vorstellung, man wĂŒrde annehmen, das alles was in diesen Schriften steht bewiesen wĂ€re. Von Wissenschaft, Religion, Politik und Menschheit, als wahrhaftig und real akzeptiert und anerkannt. So sind wir dann auch an das Songwriting herangegangen, was zur Folge hatte, dass das Ganze eher wie eine Oper rĂŒberkommt- eine Metal Oper. Das erklĂ€rt auch das Fehlen klassischer Songstrukturen und eindeutiger Verse, Strophen und Refrains.

Die Geschichte ist recht apokalyptisch gehalten; was hat euch dazu inspiriert und wie kam die Idee auf, ein Konzeptalbum zu machen?

Die Thematik auf BSD ist gewiss kein neues PhÀnomen, aber aktueller denn je

Die Welt ist voller Götzen und selbsternannter Halbgötter, die mit modernster Kriegsmaschinerie hantieren, wie mit Figuren in einem Brettspiel- Kampfdrohnen, satellitgesteuerte Verteidigungssysteme, Söldner, Sklaven- Menschen, die wie Schafe gehalten werden und Naturereignisse, wie z.B. verheerende Erdbeben (gerade aktuell), Tornados und KlimaverĂ€nderungen, die unzĂ€hlige Menschenopfer fordern und noch fordern werden
 Als ich anfing BSD zu schreiben, entstand eine schlĂŒssige in sich vollstĂ€ndig abgeschlossene Geschichte. Nun bestand die Aufgabe darin im Folgenden Kompositionsprozess, die Geschichte in sinnvolle, auf die einzelnen Songs ĂŒbertragbare Teile zu verfassen und anzupassen.

Mittlerweile hat sich auch etwas bei dir (Tosse) getan; du bist bei Crematory ausgestiegen, um beruflich neue Wege zu gehen. Wie geht es dir mit der Entscheidung und was bedeutet das fĂŒr FORTY SHADES?

Ich finde es sehr schade, dass sich mein berufliches Leben nicht mehr mit CREMATORY vereinbaren lÀsst. Es war eine sehr schöne und aufregende Zeit, mit einer professionellen Band arbeiten und unterwegs sein zu können.
Der Punkt ist der, dass es nicht möglich ist, bei solch einer Maschinerie, mit Bookingfirma, Management und Plattenfirma, die Touren und AlbumplĂ€ne festlegen, als einzelner Musiker da Abstriche zu machen. Man muss dazu sagen, dass CREMATORY aus privaten und beruflichen GrĂŒnden schon lĂ€nger keine großen Touren mehr spielt. Heißt aber wiederum, dass von April bis Juni quasi alle Wochenenden, Feiertage, einschließlich BrĂŒckentage verplant werden mĂŒssen. Und genau darin besteht fĂŒr meine berufliche VerĂ€nderung als Therapeut im sozialen Bereich, mit Bereitschaftsdienst und aktuell dem Aufbau einer neuen Einrichtung, das Problem. FORTY SHADES tangiert das weniger. Erstens wegen der geringeren Anzahl an Konzerten, bzw. mal einer Kurztour von 3-5 Tagen. Aber das entscheidende ist, dass jeder einzelne Musiker von vorneherein bei der Planung dabei ist. Das heißt, kann ein Bandmitglied zu einem bestimmten Termin nicht, wird das Konzert oder die Tour entsprechend verschoben oder eben einfach nicht gespielt. FĂŒr den Schritt ganz ins professionelle Lager ĂŒberzuwechseln, ist der Verdienst in meinem Fall zu gering, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Zudem kommt, dass mir das Business zu unsicher ist und ich meine berufliche TĂ€tigkeit, die ich schon seit 20 Jahren ausĂŒbe, sehr gerne mache und neben der Musik eben auch Berufung ist.

Bei den Promo Fotos und auf dem Video sieht man euch verhĂŒllt und mit Masken; warum habt ihr euch fĂŒr dieses Image entscheiden?

Die Performance geht Hand in Hand mit dem Konzept des Albums BSD. Wir versuchen die Geschichte so authentisch wie möglich zu prÀsentieren, musikalisch, wie auch im Auftreten.
Da sind wir fĂŒr unsere Liveauftritte auch permanent am Optimieren. Es soll interessant, aber vor allem unterhaltsam sein.

Welche PlĂ€ne habt ihr fĂŒr die Zukunft? Wird es eine Tour oder noch ein Video geben, oder arbeitet ihr bereits an neuem Material?

Wir haben zum BSD- Album zwei Videos gedreht, wobei wir ‘God and the Idol‘ bereits veröffentlicht haben. Das zweite Video ‚‘Snowball‘ wird erst im FrĂŒhjahr 2019 erscheinen, da wir hierzu noch eine Single mit zwei weiteren Songs herausbringen möchten. Warum ausgerechnet ‘Snowball‘- eine traurige Trennungsballade und nicht der reprĂ€sentativere Titelsong ‚‘Blackstar Diamond‘? ‘Snowball‘ habe ich bereits 2004 mit meinem Schlagzeuger Alex Koch (AVALANCHE), der das Piano spielte geschrieben. Wir haben den Song mit fĂŒnf weiteren Songs in kleiner Auflage als EP herausgebracht. Mein persönlicher Wunsch war immer, diesen Song einmal einem grĂ¶ĂŸeren Publikum vorstellen zu können und so kam es, dass Alex sein Ok dazu gab, das ich den Song mit FORTY SHADES noch einmal aufnehmen und veröffentlichen wollte. Somit ist ‘Snowball‘ auch der einzige Song, der nicht mit dem Konzept von BSD verknĂŒpft ist. Ansonsten werden wir weiterhin einzelne Gigs absolvieren und an neuem Material sind wir eigentlich permanent am Arbeiten. Nicht zuletzt, da Tobi (Keys), quasi rund um die Uhr am Komponieren ist. Stand von heute, kann ich mir vorstellen, dass wir 2020 ein neues Album herausbringen werden. Aber ich glaube nicht, dass es wieder ein Konzeptalbum wird.
Das wird wohl eher ein einmaliges PhĂ€nomen bleiben
aber wer weiß, was uns bis dahin noch umtreibt(-;

Auch wenn das Album bei mir nicht komplett gezĂŒndet hat, ziehe ich den Hut vor eurem Talent und dem spielerischen Können! Ich wĂŒnsche euch weiterhin alles Gute mit FORTY SHADES! Einige abschließenden Worte an eure Fans?

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Thanx for your support! Stay tuned! C.y.a

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