Wer Interesse an Bandfotos (Promotion/Live), einem privaten Shooting, o.ä. hat, kann mich gerne unter info@metal-impressions.de kontaktieren. Preis nach Absprache.

Jahrespoll 2016

Posted by Radu On Dezember - 13 - 2016

Ihr kennt das; Weihnachten steht vor der Tür, das Jahr neigt sich dem Ende zu und man freut sich schon auf die ruhigen Tage bzw. auf den Ausklang des Jahres. Doch was hatte das Jahr 2016 eigentlich am Start? Die eine oder andere Platte, intensive Konzerterfahrungen und auch die eine oder andere Pleite. Einmal die nostalgische Schiene schieben, ehe es mit Volldampf ins neue Metal-Jahr 2017 geht- die Mission unserer Redaktion: nenne deine persönliche drei besten Platten, das intensivste Konzert und die größte Pleite des Jahres.

Here we go:

Uli
Uli

1. Album des Jahres:
TESTAMENT ‘Brotherhood Of The Snake’

2. Konzerte des Jahres:
Winery Dogs Matrix Bochum

3. Reinfall des Jahres:
Metallica

Radu

Radu

1. Album des Jahres:
TREES OF ETERNITY – `Hour Of The Nightingale`
Eine tragische Entstehungsgeschichte, ein abgrundtief atmosphärisches Album und auch schnell mit persönlichen Erinnerungen behaftet. Weltklasse.

2. Konzerte des Jahres:
Blind Guaridan auf dem Rock Hard Festival. Bei allen feuchten Träumen und wünschen kloppen sie `The last Candle` live raus und katapultieren mich mal eben in meine Jugend zurück.

3. Reinfall des Jahres:
Trotz umfangreicher XXL Black Sabbath Story keine Chance auf eine Akkreditierung bekommen. Dafür ein top Angebot für ein Meet & Greet für lauschige 1300 €. Meine Begeisterung für die Band ist ungebrochen, auch wenn ich die Plattenfirma für geldgeile Hobbyhuren halte.

Samir

Samir

1. Album des Jahres:
KORN – The Serenity Of Suffering

2. Konzerte des Jahres:
Alcest Prophecy Fest

3. Reinfall des Jahres:
Auflösung von Bolt Thrower


Thomas

Thomas

1. Alben des Jahres:
KATATONIA – The Fall Of Hearts -
FLOTSAM AND JETSAM – Same -
OPETH – Sorceress

2. Konzerte des Jahres:
Opeth in Köln (E-Werk)
My Dying Bride beim Summer Breeze 2016
Kataklysm in Bochum (Matrix)

3. Reinfall des Jahres:
Beyond The Black beim Summer Breeze 2016

Hendrik

Hendrik

1 Alben des Jahres:
a) SANZU mit “Heavy over the home” Was die Australier hier als DebĂĽt (!) abliefern, ist in der Tat eine schwere Dampfwalze, die da zähflĂĽssig aus den Boxen rollt. Was fĂĽr ein genialer Midtempo-Brocken! Mehr davon!
b) MESHUGGAH mit “The Violent Sleep of Reason”. Nach eher durchwachsenen Scheiben wie “Chaosphere” endlich wieder die ganze polyrhythmische Genialität auf hohem Niveau! Wer braucht schon ein Metronom?
c) Auch wenn es ein Remaster ist, gehört es fĂĽr mich zu den Veröffentlichungen des Jahres: SOUNDGARDENS “Badmotorfinger” als 25th Anniversary Remaster mit Bonus CD, wo hörenswerte Studio Outtakes und Liveaufnahmen zu hören sind. Der Meilenstein des Grunge erwacht hier im Remastering unter den wachsamen Augen von Kim Thayil zu neuem Leben!

2. Konzerte des Jahres:
Iron Maiden live auf der Waldbühne Berlin. Die Band meiner Jugend, die immer noch über die Bretter turnt wie damals. Werden die eigentlich nicht älter? Bruce Dickinson klingt nachdem er den Krebs überwunden hat, besser als auf dem Album, sie albern live immer noch herum wie kleine Jungs und Eddie lebt auch noch. Also alles im Metal-Lot!!

3. Reinfall des Jahres:
Gemessen an den hohen Erwartungen und dem PR-Brimborium und dass sie zu den “Big Four” gehören (was ich sowieso albern finde…) und dass eine Lemmy-Hommage darauf zu finden ist und und und … ist das Metallica-Album irgendwie durchwachsen geworden. Es ist nicht wirklich schlecht, aber nach der ersten CD fange ich an, mich zu langweilen. Im Arbeitszeugnis wĂĽrde vermutlich stehen: Sie haben sich bemĂĽht.

Lin

Lin

1. Album des Jahres: nope
2. Konzerte des Jahres: nope

3. Reinfall des Jahres: Spider Murphy Gang vor ein paar Jahren (schlimmster Reinfall ever)


Petra

Petra

1. Album des Jahres: PRIMAL FEAR – Rulebreaker
2. Konzerte des Jahres: Paul Gilbert

3. Reinfall des Jahres: Rock im Revier

REVIEW: ALCEST

Posted by Samir On Oktober - 24 - 2016

alcestkodamaKodama

Stéphane „Neige“ Paut ist und bleibt einfach ein Visionär, bei dem man niemals den nächsten Schritt voraussagen kann. Mit „Shelter“ aus dem Jahre 2014 hatte er mit seiner Band ALCEST einen mehrjährigen musikalischen Wandel vom schwarzmetallischen Shoegaze der Anfangstage hin zum Post Rock abgeschlossen und verkündet, dass auch keine Rückkehr zu härteren Klängen vorstellbar sei. Zwei Jahre später soll diese Rückbesinnung jedoch stattfinden, doch eins nach dem anderen.

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BLOG: PROPHECY PRODUCTIONS

Posted by Samir On August - 25 - 2016

prophecylogo

Aus dem Leben eines Musikfans

Schon länger trage ich die Idee mit mir herum eine regelmäßige Kolumne zu verfassen, um einfach das niederzuschreiben was mich derzeit in der Musikwelt begeistert, schockiert und einfach interessiert. Nach einiger Zeit ist es nun soweit und ihr lest meinen ersten Versuch. Doch worüber soll es nun diesmal gehen? Ganz einfach, um Prophecy Productions.

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PROPHECY FEST 2016

Posted by Radu On August - 2 - 2016

Was habt ihr so am Wochenende gemacht? „Wir waren auf einer Kunstausstellung, im TheaterstĂĽck und haben eine Höhle besichtigt. AuĂźerdem haben wir zwei Tage lang Konzerte (von zart bis hart) gehabt und viele nette Leute in einer entspannten Atmosphäre kennen gelernt.“ Soweit die kurze Zusammenfassung vom diesjährigen PROPHECY FEST in der Balver Höhle. War es letztes Jahr bereits sehr schön, konnten die Veranstalter dieses Mal sogar noch eine Schippe drauflegen. Aber lest selbst…

Vernisage

Das Ambiente der Balver Höhle ist einzigartig und bietet neben der Atmosphäre auch weitere Vorteile: alles liegt eng beieinander und man hat nur kurze Wege zu Fressbuden, Toiletten und Campingplatz. In Sachen Abwechslung wird erneut Gas gegeben; im hinteren Teil der Höhle stellt Fursy Teyssier von LES DISCRETS seine Malereien aus. Er dürfte vielen bereits als Covergestalter von seiner Band, sowie von ALCEST bekannt sein. Auch der heiß umkämpfte Merchandise Wühlstand ist dieses Jahr am Start und bietet neben Schallplatten auch Shirts (zu Schleuderpreisen) und liebevoll aufgemachte CD Bücher an. Hier wurde dieses Mal eine Absperrung eingebaut, damit die Meute in kleinen Gruppen wühlen können. Auch vor der Bühne haben die Veranstalter eine Absperrung eingebaut, so das man sich jederzeit verkrümeln kann, was einiges an Massenchaos raus nimmt. Nach einem entspannten Rundgang durch Fursys Galerie geht es auch schon los mit dem ersten Gig.

HEKATE eröffnen das Fest und sorgen anfangs für verhaltene Blicke und neugierige Ohren. Der Mix aus experimentellen Elektronikklängen und mittelalterlicher Folklore braucht seine Zeit, entfaltet dann jedoch eine packende Atmosphäre. Viele Besucher sehen es ähnlich und so wird im Laufe des Sets aus wohlwollendem Klatschen eine immer größere Gemeinde, welche der Band aus der Hand fressen. Getreu dem Motto „Keine Ahnung was es ist, aber sie haben es“ zieht die Truppe ihren Siegeszug fort und macht neugierig auf mehr. Ein optimaler Start und charismatischer Opener fürs Fest.

Hekate1

Ganz andere Töne schlagen dagegen GERM an. Mit den Alben hat man sich schnell eine Fangemeinde aufgebaut, die aber weitestgehend auf eine Live Präsenz verzichten musste. Eingebettet in wuchtigem Soundgewand und eingestreuten, sphärischen Klängen, pflügt man sich durch das Set. Die aggressive Stimme durchbricht dabei die Schönheit (jedoch nicht die Erhabenheit) der Stücke und hinterlässt bei der Audienz unterschiedliche Eindrücke. Rastet ein Teil mit Gänsehaut auf der Pelle hemmungslos dazu aus, so würde sich der andre Teil ebenfalls freuen, wenn das Kreischen am Mikro nicht wäre, aus dem kein menschliches Wort zu verstehen ist. Unterstützt wird GERM von Andreas Schiffmann am Bass, David Conrad von Heretoir und Audrey Sylvain am Gesang, wobei „Just For A Moment“ erstmals live dargeboten wird.

Germ1

Es ist bereits einige Zeit her, dass LES DISCRETS live von sich Reden gemacht haben. Auch das letzte Album hat bereits vier Jahre auf dem Buckel und so ist die Erwartungshaltung an Fursy groĂź. Hat man sich in der Vergangenheit mit Neige und Winterhalter von ALCEST live ausgeholfen, ist man nun mit einer komplett neuen Truppe am Start. Leider hört man es ihnen auch an, denn man stolpert sich mehr oder weniger durch das Set. NatĂĽrlich krachen Klassiker wie „L’Ă©chappĂ©e“ und “Les Feuilles de l’olivier“ live immer noch schön mächtig, aber man merkt halt, dass es an einigen Ecken noch hapert. Auch die Entscheidung zwei neue Songs direkt hintereinander zu präsentieren sollte hinterfragt werden, aber OK. Das neue Material vom 2017 erscheinenden Album „Predateurs“ klingt ruhiger und birgt eine Mischung aus 80er Jahre und Ambient EinflĂĽsse, die auch die Marschrichtung der neuen Katatonia verfolgen. Wie es sich insgesamt macht, wird man dann noch sehen; fest steht, dass es hier „nur“ ein guter Auftritt war und man die Band auch schon in besserer Form erlebt hat. Bleibt zu hoffen, dass man sich aufeinander einspielt und die Magie nächstes Mal wieder besser ĂĽbertragen wird.

Les Discrets1

A propos Magie: zugunsten des Merchandise Standes und der Fressbuden, muss der erste Teil von IRON MOUNTAIN eher im Hintergrund für mich laufen. Frisch gestärkt „nur mal eben rasch reinhören und danach zum Bierstand“ ist aber nicht, denn das komplett instrumentale Material proggt sich munter durch die Audienz. Eine derart zusammengewürfelte Mischung aus Prog, Psychedelic, und Post Rock zu vereinen ist mutig, aber irgendwie funktioniert es auch live besonders gut. „Bonfires“ entfaltet eine packende Atmosphäre aus introvertierten Momenten, ehe es einen Abstecher zum Irish Folk macht, ohne den Zuschauer los zu lassen. Man kann in vielen Augen erkennen, dass sich ganze Gedankenwelten während der Darbietung öffnen und jeder seinen eigenen Trip fährt, während sich die Iren auf der Bühne fleißig abmühen. Die Kritik, nichts Halbes und nichts Ganzes zu sein, lassen sich die Jungs locker gefallen, denn fest steht, dass sie mit ihrem Auftritt für große Überraschung gesorgt haben.

Iron Mountain2

Professionell, atmosphärisch und charismatisch; SECRETS OF THE MOON haben auf dem Prophecy Fest ein Heimspiel und können mit einer fetten Setlist punkten. Im Hintergrund werden auf einer Leinwand die einzelnen Songtitel mit kleinen Erläuterungen aufgefahren, während man sich eines mächtigen Sounds erfreuen kann. Wenn alles perfekt ist, warum haut mich die Band an diesem Abend nicht vom Hocker? Vielleicht ist alles zu perfekt oder es ist auch der Müdigkeit geschuldet, aber irgendwie springt der Funken bei mir nicht über. Die Fangemeidne freut sich, scheint aber teilweise auch vom Tag angeschlagen zu sein. Nichtsdestotrotz machen die Jungs mit Schwergewichten wie „Man Behind The Sun“ alles richtig und pfeffern alles in die Meute, um zufriedene Gesichter zu hinterlassen.

Secrets Of The Moon3

Der Soundcheck von HELRUNAR lässt bereits staunen, denn auf die Bitte des Tontechnikers mal zu screamen, eröffnet Skald Draugir eine große Bandbreite an Aggressivität, ehe sein tiefes Stimmorgan auch im cleanen Bereich die Höhle erzittern lässt. Vorhang auf und nochmal alle Kraftreserven mobilisiert, denn man wird gefordert. Schnell folgt die Audienz der Truppe und auch die charismatischen Ansagen Skalds verfehlen ihre Wirkung nicht. Wehende Mähnen, staunende Blicke und euphorischer Beifall begleiten den Gig, den ich leider wegen der Müdigkeit nicht ganz zu Ende schaffe. Sehr gelungen und eine guter Grund sich die Alben nochmal in Ruhe in den Kopf zu schaufeln.

Helrunar

Der nächste Tag beginnt relativ früh, denn unter dem Namen WÖLJAGER hat Marcel „Skald Draugir“ Dreckmann ein Theaterstück geschrieben, das ebenfalls in meiner Heimatstadt Lüdinghausen vor zwei Wochen aufgeführt wurde. Nun dient die Schützenhalle Beckum als Ort des Geschehens für das Stück, dem auch das Album „Van´t Liewen und Stiawen“ („Vom Leben und Sterben“) gewidmet ist. Ein seltsamer Anblick, viele Black Metaller lieb und artig in einer voll besetzten Halle sitzen zu sehen, aber das Theaterstück ist ein sehr guter Grund dafür. Packend und extrem atmosphärisch dargeboten wird die Geschichte des jungen Wilhelm aus dem Münsterland erzählt, der die Gabe hat, in die Zukunft zu blicken. Diese Gabe lässt sich nicht kontrollieren und beschränkt sich darauf, den Tod einiger Mitmenschen zu erblicken, weshalb ihn die Leute meiden. Marcel Dreckmann verhilft mit seinem Projekt WÖLJAGER der plattdeutschen Sprache zu seinem Erben, da diese vom Aussterben bedroht ist. Das Theaterstück unterstreicht sowohl die Münsterländer Mentalität und baut gleichzeitig die Brücke zum morbiden Geist der Metalszene. Musik und Theater sind Künste, die hier auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen und zeigen, das der Zeitgeist der Metaller nicht ausschließlich auf dem rebellischen Aufbegehren limitiert ist, sondern gleichzeitig den Geist eines Freidenkers fördert. Dabei kommt viel Kreativität rum, die hier sehr eindrucksvoll inszeniert wird und das Prophecy Fest in Sachen Vielfältigkeit um einen großen Beitrag bereichert.

Wöljager

Zurück zur Balver Höhle, rasch etwas zum Essen reingeballert und ab zur Bühne, wo bereits VÖLUR einen massiven Klangteppich zelebrieren. Auf der Bühne eine Gestalt in schwarzer Kutte mit Bass, eine Violistin mit gefühlten 100 Effektgeräten auf der Bühne und ein Schlagzeug im Hintergrund. Mit Leidenschaft bricht ein musikalischer Brocken spirituellen Trance/Dooms auf die Audienz ein, der Staunen lässt. Unglaublich, was man aus drei Instrumenten rausquetschen kann und auch wenn es für mich zu schwer verdaulich ist, so sieht man viele glückliche Gesichter nach dem Gig mit einer VÖLUR Platte aus der Höhle strömen.

Völur

Während man sich kurz über den italienischen Eiswagen am Eingang der Höhle wundert (und sich später über ein Vanilleeis hermacht), brummt eine Eruptionswelle von Bass aus der Höhle und macht neugierig auf die nächste Band. Dunkle Bühne, zähflüssiger Sound und Ansagen mit Helge Schneider Humor; BOHREN & DER CLUB OF GORE nehmen sich nicht all zu ernst und was ich ursprünglich für den Soundcheck gehalten hatte, stellt sich bereits als Performance heraus. „Wir bringen euch Abwechslung“ lautet die selbstironische Ansage, ehe der Doom/Jazz auf die Audienz unterschiedliche Wirkungen hat. Die einen entfachen im Kopfkino sofort eine Film Noir Szenerie, bei der eine verregnete Straßenecke den Weg zu einem alten Detektivbüro ebnet, in der eine Femme Fatale den Raum betritt. Die anderen wundern sich, wie man eine Stunde Spielzeit mit maximal fünf Tönen überbrücken kann; da ich zur letzten Kategorie gehöre, verschließt sich mir das Kopfkino und ich überbrücke die Zeit mit einem Mittagsschläfchen, zu dem mich diese Band gut inspiriert hat.

Bohren und Club of Gore

Es fällt mir schwer, aus meinem hypnotischen Zustand herauszukommen, aber ANTIMATTER dürften nach der vorangegangenen Band leichtes Spiel bei mir haben. Und tatsächlich, die überwiegend ruhigeren Stücke entfalten rasch ihre Wirkung auf die Audienz und füllen die Höhle mit jeder Spielminute mehr. Die dunklen Songs beherbergen stets einen Hoffnungsschimmer und gehen schnell in den Gehörgang. Viele Fans haben sich zusammengefunden und feiern frenetisch ab und freuen sich auf die Abwechslung zwischen introvertierten Elementen, Aufbegehren und romantisch, akustischen Momenten. Ich kannte sie bis dahin nicht,aber live kann man ANTIMATTER eine dichte Atmosphäre nicht absprechen.

Antimatter2

Es wird eng auf der Bühne, wenn sich die komplette Belegschaft von GLERAKUR auf die Bühne drängelt. Warum zum Teufel hat man drei Gitarristen, zwei Bassisten und zwei Schlagzeuger am Start, wenn der Grundrhythmus doch eigentlich kaum variiert? Und warum kann man sich nicht auf einen Stil einigen? Und warum zum Teufel geht einem der Scheiß auch Minuten später nicht mehr aus dem Kopf, obwohl man es gar nicht so intensiv erlebt hat? Die Antwort ist simpel: was nach nicht viel aussieht oder auf den ersten Blick klingt, entfaltet seine Langzeitwirkung nach mehreren Minuten. Mit chirurgischer Präzision werden unterschiedliche Gitarrenarrangements untereinander vermischt und zu einem großen Ganzen zusammengefügt, um es in ruhigen Momenten sanft auseinanderbrechen zu lassen, damit man die einzelnen Elemente raus hören kann. Bestaunt man diese Schönheit gerade fasziniert, ebnet man einen geraden Weg, der den Song in einen Moshpart verfallen lässt, und damit endgültig das Siegel der Langlebigkeit drauf klatscht. Klingt verschachtelt, ist es auch. Aber verdammt genial inszeniert und der Audienz dargeboten.

Glerakur

Über ALCEST im Livemodus muss man nicht viele Worte verlieren, denn sie haben sich seit der Veröffentlichung von „Écailles de Lune“ schnell im Sektor verbreitet. Grund genug das Album in kompletter Länge live zu würdigen und um ein Best Of Set zu ergänzen. Bevor man das Best Of Set auf „2 Mal „Écailles de Lune“ live spielen“ limitiert, gibt es doch noch vier weitere Songs, die dargeboten werden. Gänsehaut pur, schmusende Paare oder Fasziniation in den Blicken der Anwesenden, die Wirkung von ALCEST ist sehr facettenreich. Das nutzt man natürlich schamlos aus, um eine astreine Performance zu zaubern und der sonst eher schüchterne Neige lässt sich sogar zu Danksagungen und einigen Lächlern hinreißen. Warum allerdings der Gesang bei `Delivrance` aus der Dose kommt, ist mir ein Rätsel; entweder man spielt alles live oder lässt es komplett. Das tut dem Auftritt jedoch keinen Abbruch und sei dieses Mal verziehen, denn es wurde nach allen Regeln der Kunst abgeräumt.

Alcest2

Der Tag hinterlässt seine Spuren und man wird müde, Dennoch werden nochmal alle Kraftreserven gesammelt, um sich SOL INVICTUS anzuschauen, die mir bis dahin unbekannt sind. Prog Folk mit irischen Momenten oder doch eher eine Mischung aus nachdenklichen und fröhlichen Elementen? Mein Kopf kann die Schublade zu dieser späten Stunde nicht mehr finden; fest steht, dass Tony Wakeford an der Akustik Klampfe und Gesang alles gibt und die Menge damit auf seine Seite zieht. Das muss er auch, denn der Auftritt ist leider von Pannen überschattet: die zweite Violine fällt aus, beim Duett wollen die Stimmen nicht harmonieren und auch die Flöte rutscht in schiefe Gefilde rein. Dennoch macht man seine Sache gut, kann man schließlich auf die Diskographie von gefühlten 30 Alben zugreifen. Die Dame am Cello geht steil, der dritte Geiger fällt mit seine arhythmischen Verrenkungen auf, Tony spielt locker weiter und schafft es noch dazu, das Publikum mit seinem trockenen Humor zu begeistern. Trotz (oder gerader wegen?) dieser Pannen reißt man einen charismatischen Gig runter, der sich gewaschen hat.

Sol Invictus

Letztes Jahr VEMOD verpasst, dieses Jahr soll es aber sein. Nachdem sie letztes Jahr einen epischen Auftritt gehabt haben, stehen die Zeichen dieses Jahr auf Wiederholung. Nach einem langgezogenen Intro, das alleine schon für sich das Warten wert ist, ballert man sich auch schon durchs Black Metal Programm. Auffällig der Gesang, der nicht klassisch gescreamt, sondern eher tief ist. Leider schluckt der Bass einiges an Sound weg, so dass es für mich „nur“ ein guter, aber halt kein epischer Gig ist. Auf jeden Fall ein guter Grund sich näher mit dem Album zu beschäftigen.

Vemod2

Fazit:
Das war´s dieses Jahr also leider schon wieder mit dem PROPHECY FEST. Was also bleibt noch zu sagen? Es gab tolle Künstler, ein sehr vielfältiges Programm und eine tolle Atmosphäre. Die Veranstalter haben alles richtig gemacht und aus dem letzten Jahr gelernt. Das Besondere an der ganzen Sache: die herzlichen und familiären Rahmenbedingungen ebnen den Weg für die vielen Kleinigkeiten, die dieses Festival zu etwas ganz Besonderem machen. So ist es ein überschaubares Festival, bei dem man seine Kumpels immer wieder über denn Weg läuft (ca. 1300 Leute). Ein aufwendig gestaltetes Programmbuch (inkl. Soundtrack und Video) für lau und die Vorabshow am Donnerstag von Troll Music (leider nicht geschafft) sind ebenfalls ein echtes Schmankerl. Auch die freundliche und hilfsbereite Security, sowie entspannten Feuerwehrleute tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Gäste wohl fühlen. Und die Gäste sind das, was diesem Festival zum Highlight verhelfen: hier kommen die Leute gerne hin, um Freunde zu treffen, sich über unterschiedliche Musikstile auszutauschen, ihren Horizont zu erweitern (WÖLLJAGER Theaterstück) und neue Leute aus unterschiedlichen Ländern kennen zu lernen. Musik verbindet halt unterschiedliche Nationen und gerade in diesen Tagen, in denen sich die Nachrichten über Terror überschlagen, ist es schön zu sehen, wie die Leute respektvoll und freundschaftlich miteinander umgehen. Mittlerweile wurde auch der Termin fürs nächste Jahr (28./29.07.2017) und erste Bands (DORNENREICH, SUN OF THE SLEEPLESS, DOOL, THE VISION BLEAK, THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT) bestätigt. Letztes Jahr waren wir neugierig, ab diesem Jahr steht für uns fest: PROPHECY FEST ist fester Bestandteil unseres Sommers und hat sich zum Kult gemausert.

Thanx PROPHECY, it was a blast!!!

PROPHECY FEST NEWS

Posted by Radu On Juli - 10 - 2016

Prophecy ProductionsDas Prophecy Fest 2016 rĂĽckt näher und die Veranstalter freuen sich auf ein groĂźes Zusammentreffen mit vielen Fans und Freunden zu einem einzigartigen musikalischen Programm. Zur Eröffnung findet bereits am Donnerstag ein Konzertabend des  Trollmusic-Labels statt. Am Samstagvormittag wird zudem das Wöljager-MusiktheaterstĂĽck(!) “Vom Leben und Sterben” aufgefĂĽhrt! Hier die genaue Running Order der kompletten Veranstaltung:

Donnerstag, 28.07. (Hönnetalhalle, Balve):
19.00 Trollmusic Konzertabend
Alvenrad / Mirna’s Fling / The Good Hand

Freitag, 29.07. (Balver Höhle, Balve):
15.20 Hekate
17.10 Germ
18.30 Les Discrets
20.15 Iron Mountain
21.45 Secrets of the Moon
23.30 Helrunar

Samstag, 30.07. (Hönnetalhalle, Balve)
11.00 Wöljager (Musik-Theater, Sitzplätze)

Samstag, 30.07. (Balver Höhle):
13.50 Völur
15.10 Bohren & der Club Of Gore
16.50 Antimatter
18.30 GlerAkur
20.00 Alcest
21.50 Sol Invictus
23.20 Vemod

Darüber hinaus erhält jeder Besucher des Festivals gratis ein exklusives
Programmbuch im Festeinband (Format: 18×18 cm, 72 Seiten) mit 2(!)
Audio-CDs und einer DVD. Das Buchcover mit einer Illustration von Fursy
Teyssier, dem Art Director des diesjährigen Prophecy Fests, findest Du im
Anhang. Hier die Titellisten der DVD und CDs:

Live-DVD “Prophey Fest 2015″
1. Crone – Perfect Army
2. Lifelover – Mitt Ă–ppna Ă–ga
3. Amber Asylum – Autonomy Suite
4. Camerata Mediolanense – Canzone All’Italia
5. Darkher – Hollow Veil
6. Empyrium – The Franconian Woods In Winter’s Silence
7. Tenhi – Uuvu Oravan Luu
8. Vemod – Ikledd Evighetens Kappe

CD1
1. Germ – An Overdose On Cosmic Galaxy
2. Alcest – PercĂ©es De Lumière
3. GlerAkur – Can’t You Wait
4. Iron Mountain – Enthralldom
5. Antimatter – Leaving Eden
6. Les Discrets – VirĂ©e Nocturne
7. Bohren & der Club Of Gore – Prowler

CD2
1. Völur – Es wächst aus seinem Grab
2. Secrets Of The Moon – Man Behind The Sun
3. Helrunar – Magdeburg brennt
4. Vemod – Venter PĂĄ Stormene
5. Wöljager – Up’n Likwäg
6. Sol Invictus – Kneel To The Cross
7. Hekate – Die Sonne im Geiste

Weitere Informationen zum Prophecy Fest und Kartenvorverkauf gibt es auf hier.

Prophecy Fest

VORBERICHT: WACKEN

Posted by Samir On Mai - 18 - 2016

Wacken_2016_FlyerEin neues Jahr, eine neue Ausgabe WACKEN. Das Kultfestival geht in die 27te Runde und hat sich längst zum Selbstläufer entwickelt, bei dem jedes Jahr erneut innerhalb weniger Stunden “ausverkauft” gemeldet werden kann, ohne ĂĽberhaupt eine Band des Billings zu kennen. Doch auch 2016 enttäuschen die Veranstalter die treuen Fans nicht und zimmern ein Line-Up, das sich durchaus sehen lassen kann.

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DORNENREICH NEWS

Posted by Radu On März - 25 - 2016

DORNENREICHEs tut sich einiges im Hause DORNENREICH; dieses Jahr erscheint eine prall gefĂĽllte Vinyl Box, die alle acht Studioalben, sowie ein umfangreiches Begleitbuch enthalten wird. Weitere Details folgen in KĂĽrze.

Eviga zum Arbeitstitel eines möglichen neuen Albums:

“Im Februar 2014 kĂĽndigte ich an, dass „Freiheit“ das letzte Dornenreich-Studioalbum fĂĽr längere Zeit bleiben wĂĽrde. Nun, gut zwei Jahre später, kann ich sagen, dass mein GefĂĽhl in jeder Hinsicht
bestätigt wurde.Viel neue Dornenreich-Musik ist in den vergangenen beiden Jahren entstanden, doch insbesondere mein Herz und mein Horizont haben sich geweitet und genau das brauchte ich so sehr und das wird Dornenreich vielleicht eines Tages konkret zu Gute kommen. Auch wenn nach wie vor nicht absehbar ist, wann genau, im welchem Umfang und in welchem Rahmen wir wieder ein Tonstudio aufsuchen werden, so begleitet mich seit etlichen Monaten eine Wortfolge, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Bitte versteht sie als einen vagen Arbeits- oder Orientierungstitel, der aber viel von dem in sich trägt, was mich seit geraumer Zeit beschäftigt, mich inspiriert und motiviert, was Grund genug ist, all dem weiter nachzuspĂĽren. Aber, wie auch immer,  das Leben vollzieht sich, ist groĂź, vielschichtig und fĂĽhrt uns alle immer wieder auf unvorhergesehene Pfade, weswegen es letztlich unsicher bleibt, wann und ob wir dieses Album/Projekt/Abenteuer werden verwirklichen können, doch allein schon der Gedanke gibt mir Kraft, dass wir an der Umsetzung dieses Albums arbeiten, dieses Albums mit dem Arbeitstitel: DU WILDE LIEBE SEI”

PROPHECY FEST NEWS

Posted by Radu On Januar - 11 - 2016

alcest pro fest_smNach dem Erfolg des 1. Prophecy Fests in der Balver Höhle (siehe Live Bericht) folgt am 29. und 30. Juli 2016 der zweite Streich. Erneut werden sich Bands und Künstler unterschiedlicher Stilrichtungen versammeln, um mit uns eine vielseitige Party abzufeiern. Bestätigt wurde bereits Fursy Teyssier (LES DISCRETS), der seine Malereien dort ausstellen wird. Auch SECRETS OF THE MOON werden vor Ort sein, um eine Weltpremiere abzuliefern in Form eines Akkustik- Sets. Freunde älterer ALCEST Alben dürften rasch die Hose wechseln, denn das komplette “Écailles De Lune” Album wird durchgespeilt und durch ein Best Of Set ergänzt werden. Weiterer Bestätigungen sind in Vorbereitung. Stay tuned.

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LIVE REVIEW: PROPHECY FEST 2015

Posted by Radu On September - 20 - 2015

Im Jahr 2006 gab es bereits die Prophecy Konzertnacht, danach herrschte erstmal Funkstille. Dieses Jahr wurde das erste Prophecy Fest ins Leben gerufen und wartete nicht nur mit vielen schönen Details, sondern vor allem mit dem gelebten Grundgedanken eines authentischen Festivals auf.

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LES DISCRETS NEWS

Posted by Radu On April - 13 - 2015

LesDiscrets-LiveAtRoadburn smallAm 19. April 2013 spielten LES DISCRETS ein umjubeltes Konzert auf dem renommierten Roadburn-Festival in Tilburg, Holland. Zusammen mit den Alcest-Musikern Winterhalter (Schlagzeug), Neige (Bass) und Zero (Gitarre, Hintergrundgesang) präsentierte Mastermind Fursy Teyssier (Gesang, Gitarre) einem begeisterten Publikum die besten Lieder der ersten beiden Les-Discrets-Alben in energievollen Live-Versionen.

Im RĂĽckblick ist dieser Auftritt fĂĽr die Geschichte von Les Discrets von groĂźer Bedeutung: da Teyssier in Zukunft musikalisch nicht mehr im Rock/Metal-Kontext agieren wird, war dieses Konzert das voraussichtlich letzte mit Schwerpunkt auf den Liedern von “Septembre Et Ses Dernières PensĂ©es” und “Ariettes OubliĂ©es” sowie ihren vertrauten Arrangements. Auch die hochkarätige Besetzung, die die einflussreichsten Musiker der französischen Post-Black-Metal-Szene in sich vereint, stand bei diesem Konzert wahrscheinlich zum letzten Mal gemeinsam auf einer BĂĽhne. “Live At Roadburn” ist somit nicht nur das erste Live-Album von Les Discrets, sondern vielmehr der krönende Abschluss der ersten Schaffensphase der Gruppe. Veröffentlichung ist am 05.06.2015.

LesDiscrets-LiveAtRoadburn