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Archive for the ‘CD-Reviews’ Category

LUNATIC INVASION

Posted by Radu On Dezember - 5 - 2018

Party San- mein persönliches Stammfestival, das ich jedes Jahr mitnehme. Gute Musik, nette Leute, massig Merchandise und Bier; was braucht ein Festival mehr? Dieses Jahr wollte mein Kumpel zum ersten Mal mitfahren. „Warte ab, ich habe eine fette Überraschung fĂŒr dich“ meinte er schon Monate imVoraus. Danach kam das Übliche: Arbeit ĂŒberstehen, Shirts fĂŒrs Festival raus suchen und Geld fĂŒr neue Shirts/Platten und Bier ansparen. Dann war es endlich soweit und ich holte meinen Kumpel bei bestem Festivalwetter (Dauerregen mit Sturmböen) in Dortmund ab. Grinsend drĂŒckte er mir vier CDÂŽs voll mit MP 3ÂŽs in die Hand. Wir waren noch keine 100 Meter von seiner Wohnung entfernt, da rollte bereits die erste GĂ€nsehautwand ĂŒber uns hinweg. „Echt jetzt? Den Song habe ich ja seit Ewigkeiten nicht mehr gehört!“. Mein Kumpel hatte mal eben von sĂ€mtlichen coolen Bands die eher unbekannten Songs rausgesucht und gebrannt. Alles Songs von Bands, deren Alben wir in unserer Plattensammlung haben und die wir seit Jahren nicht mehr gehört haben. Die vier Stunden Autofahrt sind wie im Flug vergangen und sogar der Wettergott schien von den alten SchĂ€tzen angetan, denn wir erreichten das Festival unter strahlendem Sonnenschein und mit bester Laune. Diese Aktion hatte 2 Konsequenzen: zum einen ist mein Kumpel fĂŒr mich die fleischgewordenen Reinkarnation von Dan Swanö in Sachen Samplerbauen geworden. Zum zweiten kam die Idee auf, einige alte SchĂ€tzchen hier vorzustellen, die nur kurz auf der BildschirmflĂ€che waren oder deren Großtaten sonst in Vergessenheit geraten. Vorhang auf fĂŒr die neue Rubrik: Blast from The Past!

Lunatic Invasion

LUNATIC INVASION

An einem kalten Novembermorgen trudelte eine Nuclear Blast Bestellung ein. In den 90ern bestellte man noch nach Cover oder Kurzbeschreibung. Nuclear Blast hatte damals die coole Angewohnheit, bei jeder Bestellung einen Sampler rein zupacken, auf dem einige Bands vorgestellt wurden. Auf einem davon war der Song „Asche zu Asche“ von LUNATIC INVASION. Knackiges Riffing, Black Metal Vocals und tragende Synthesizersounds rannten bei mir damals offene TĂŒren ein: wenn die ganze Platte so ist, muss ich die definitiv haben! Schon mal vorweg: sie ist es nicht. Als ich das Album in den Player schob, baute sich unheilvoll der Titeltrack „Totentanz“ auf. Ein Album nach dem Intro zu benennen ist mutig, aber nichts im Vergleich, was dann in Form von `Haut` aus den Boxen brach: brutales Grind GeknĂŒpppel mit Death Metal lastigem Groove und dem perversesten (deutschen) Text, den ich bis damals gehört habe. Krank, brutal und richtig geil! Allein fĂŒr den Song, liebe ich die Band und er hat auch heute noch die unbezĂ€hmbare Durchschlagskraft. `Sturm` kĂŒndigte als InstrumentalstĂŒck das auf dem Sampler geliebte StĂŒck `Asche zu Asche` an und baute seine StĂ€rken sogar noch etwas weiter aus. `Fallen Angel` brachte das KunststĂŒck fertig, Death Metal eine melancholische Note zu verpassen. Generell hatten es die Jungs einfach drauf, viele Elemente gekonnt zu vereinen. Etwas Frauengesang hier, ein wenig Synthesizer dort, schon erkundete man im musikalischen Labyrinth sowohl Gothic, als auch Mittelalter- oder Metal KlĂ€nge. Es gab einige InstrumentalstĂŒcke, die die AtmosphĂ€re schön unterstrichen und die Songs aufgepeppt haben. Ein wenig Knochengeknirsche (`Gathering Of Bones`), ehe ÂŽDance Macabre` sich aus den Boxen prĂŒgelt, oder ein wenig Mittelalterflair (`Prozession`), um mit `The Haunted Palace`ein Kopfkino entstehen zu lassen, bei dem man irgendwo zwischen Mittelalter, Fantasy und Horrorgefilden gefangen ist. Auch wenn `Dark Prayers` und `Blut Gott` fĂŒr mich eher gutes Beiwerk waren, so rundet es doch die Scheibe ab.

„Totentanz“ ist zeitlos, vielfĂ€ltig und herrlich abwechslungsreich. Death Metal mit Mittelalter und Gothic geht nicht? LUNATIC INVASION haben gezeigt, wie es richtig gemacht wird. Leider haben sie sich irgendwann Ende der 90er aufgelöst. Dennoch haben sie mit ihrem Erbe ein Mahnmal hinterlassen, das auch noch viele Jahre spĂ€ter im Untergrund einen festen Bestand haben wird.

Radu

REVIEW: ABSENT/MINDED

Posted by Samir On November - 25 - 2018

ABSENT-MINDED-RaumRaum

ABSENT/MINDED begleiten mich bereits seit vielen Jahren und zĂ€hlen zu den produktivsten und zielstrebigsten Bands Frankens. Seit ihrer BandgrĂŒndung 2009 wurde der eigene Stil konsequent weiterentwickelt und dabei auch niemals Halt vor Genregrenzen gemacht. Das jĂŒngste Ergebnis dieser Evolution stellt nun „Raum“ dar, doch können die Bamberger an die QualitĂ€t der VorgĂ€nger anknĂŒpfen?

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REVIEW: DROWN MY DAY

Posted by Samir On November - 19 - 2018

DROWN_MY_DAY_-_The_Ghost_Tales_400

The Ghost Tales

DROWN MY DAY sind bereits seit 2006 unterwegs und liefern dennoch mit „The Ghost Tales“ erst ihr zweites Studioalbum ab. Ihr letztes Werk „Confessions“ (Review hier) konnte vor fĂŒnf Jahren Kritiker ĂŒberzeugen und schraubt die Erwartungen an ihren neusten Output hoch. Doch können die Jungs aus Krakau dem gerecht werden?

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REVIEW: DÉCEMBRE NOIR

Posted by Samir On November - 2 - 2018

decembrenoir

Autumn Kings

Die Tage werden kĂŒrzer, die Temperaturen sinken und es macht sich allerorts eine gewisse Melancholie breit. Die perfekte Zeit fĂŒr DÉCEMBRE NOIR, die bereits mit ihren vorherigen Alben hervorragende Kritiken einfahren konnten und nun mit „Autumn Kings“ zum nĂ€chsten großen Schlag ausholen. Wird dieses Album der passende Soundtrack zur kalten Jahreszeit?

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CD-REVIEW: HAMPEZ “WIE IM FLUG”

Posted by Stefanie On Oktober - 28 - 2018

HampezNicht immer muss es zwingend Metal sein beim Metal Impressions Magazine. Und so kam es vor einiger Zeit dazu, dass mir Rainier Di Signore HAMPEZ sein Solo-Album „Wie im Flug“ zusandte. Lange schob ich es ehrlich gesagt vor mich her -  dies jedoch aber aus gutem Grund. Ich versuchte den END OF GREEN-Stempel vom Rainer zu entfernen. Das war fĂŒr mich ein wirklich wichtiger Prozess, der da erst einmal stattfinden musste, um hier objektiv zu urteilen. FĂŒr mich war Rainer HAMPEZ bis dato immer END OF GREEN – und dies sehr viele Jahre lang. Um also hier fair und mit meinen grĂŒnen Augen nicht blauĂ€ugig drauf los zu schreiben, schob man den Tag der Rezension immer ein wenig weiter, dennoch nahm ich mir lange und viel Zeit, mich Tag fĂŒr Tag durch dieses Album zu wĂŒhlen.

Und was sollte ich letztendlich sagen? Ich hĂ€tte dieses Album eigentlich schon viel eher in die Finger bekommen mĂŒssen. Gehen wir ins Detail:

HAMPEZ – „Wie im Flug“

Ein Album, das in keinster Weise interessiert ist, in welchem Genre es daherkommt. Meines Erachtens ist es in keine Schublade zu stecken, was ja wiederum ein Album immer besonders macht. Im Vordergrund steht die Stimme HAMPEZ. Das Album zeugt bei allen Songs von einer Schlichtheit, ohne viel PiPaPo. Dadurch fokussiert man sich geradewegs auf die Vocalparts. Hat man doch Rainer HAMPEZ seit Jahren nur bildlich mit dem Bass in der Hand vor Augen, muss man nun erkennen, er hat uns jahrelang eine absolut klare wunderbare Stimme vorenthalten. Das hat mich persönlich vollkommen ĂŒberrascht, mich aber neugierig gemacht.

HAMPEZ kommt mit diesem Soloalbum komplett deutsch daher. Die Muttersprache dient als gut gewĂ€hlte Botschafterin der 17 Songs, die auf dieses Album gepackt wurden. Hier hat HAMPEZ sich ausgetobt, sein Leben noch einmal Revue passieren lassen, es mit seinen Augen heute rĂŒckblickend angeschaut. Jeder Song fĂŒr sich verarbeitet/bearbeitet einen Teil seines Seins, dies aber auch gepaart mit einem gesunden Blick hinaus in die Welt.

Euch erwartet hier kein knallendes fetzendes Album, welches mit einem dicken „BAMM“ aufschlĂ€gt und automatisch wahrgenommen wird. Diese Songs mĂŒssen entdeckt werden.

Als Anspieltipps meinerseits:

Zum einen wĂ€re da `VerlebtÂŽ. Ein schöner eingĂ€ngiger Sound, der von der ersten Minute ab an im Ohr bleibt. Textlich geht es um Jemanden, der durch vieles, was er gesehen, erlebt, getan hat, das Leben nicht erlebte oder lebte, sondern verlebte. Durch dieses Verleben ging das eigentliche Leben verloren. Sehr schön beschrieben und man erkennt doch einiges wieder, was in der schnellebigen heutigen Zeit passiert. Ebenfalls berĂŒhrt mich der Text, aber auch die Melodie von `SterndorfÂŽ. Es fĂ€ngt so schön minimalistisch mit der Akustikgitarre an und sofort erreicht dich wieder diese klare, tief ins Herz gehende Stimme. Wow! Automatisch schließt man die Augen und lĂ€sst sich mit auf die Reise ins Sterndorf nehmen.  Track 6 `Deine SchwĂ€chenÂŽ(feat Joschi) ist eine Nummer, die durch den Wechsel zwischen Screaming und Sprechgesang eine Art Battle zwischen Joschi B von UNDERTOW und HAMPEZ aufkommen lĂ€sst. Der Song nimmt dich mit raus, raus auf die Straße und zeigt, dass SchwĂ€che eigentlich StĂ€rke ist.

Fassen wir zusammen:

Mit „Wie im Flug“ wurden die 80er Jahre zum einen angefasst, aber auch Popmusik oder Elektromusik der heutigen Zeit, untermalt mit rappendem Sprechgesang und richtig gute und ehrliche Rockmusik. Die Scheibe kommt sehr gefĂŒhlvoll daher. Viele Songs ĂŒber Liebe, Herzschmerz,  SehnsĂŒchte oder aktuelle Geschehnisse auf dieser Welt – alles aus dem Blickwinkel von HAMPEZ. Hier wurde in 17 „nackten“ Songs, die absolut authentisch daherkommen und mich so manches Mal stellenweise an den lieben Udo Lindenberg erinnern, das verarbeitet, was – so empfinde ich es – einfach mal so raus musste und auf Papier geschrieben wurde. Das ist mit Sicherheit nicht negativ gemeint, sondern spiegelt eben wiederum diese Leichtigkeit von „Wie im Flug“ wieder. NatĂŒrlich ist END OF GREEN noch in diesen Liedern zu erkennen – saß doch auch Michelle Darkness an den Reglern. Ein Exkurs von Rainer Hampel – alias HAMPEZ, der SEINE Worte nunmehr hinaus in die Welt trug, dies auf einer kleinen Plastikscheibe, ummantelt mit sehr gutem Sound und einfach gehört werden muss ! Eine Scheibe, die auch vor keiner Altersklasse Halt macht. So landete sie doch ebenfalls im CD-Player meines 15jĂ€hrigen Sohnes, denn HAMPEZ spricht auch hier auf dem Album die Sprache HEUTE und JETZT und wie ich finde sehr wortgewandt und einfach ehrlich.

Da dieses Album mich wirklich positiv ĂŒberrascht hat und ich gar nicht zuvor erahnte, was mich an Stimme und Musik da erreichen wird, gebe ich absolut verdiente

5/6 Punkten

REVIEW: OBSKURA – “Born in Blood”

Posted by Samir On Oktober - 24 - 2018

obskura

OBSKURA aus Schleswig-Holstein sind bereits seit 25 Jahren aktiv, doch gab es zuletzt immer wieder Probleme durch Besetzungswechsel, weshalb es in den letzten Jahren eher ruhig um das Quintett geworden war. „Born In Blood“ soll das nun wieder Ă€ndern und die Jungs zurĂŒck auf die BĂŒhnen der Republik bringen.

Nach einem kurzen Intro wird mit ‚Life and Death‘ ein ĂŒber achtminĂŒtiges Brett kredenzt, das die ganze Erfahrung der Band aufzeigt und mit einem anspruchsvollen Songwriting begeistert. Hierbei zeigt Hauptsongwriter Jan Laufmann, dass die Mischung aus Death und Thrash Metal keineswegs nur bei kurzen Songs wie ‚Dark Exile‘ spannend sein kann, sondern auch lĂ€ngere Lieder mit einer enormen Liebe zum Detail mehr als hörenswert sein können. Besonders das Bassspiel ist in diesem Kontext positiv herauszustellen und nimmt eine wesentliche Rolle in den einzelnen Songs ein, indem nicht lediglich der Rhythmus mitgespielt wird, sondern auch immer wieder prĂ€zise LĂ€ufe eingestreut werden. Hut ab!

Leider kann die Klasse der beiden genannten Songs und weiteren Highlights wie ‚Beneath The Surface‘, das mit einem prĂ€gnanten Riff im Ohr bleibt, nicht ĂŒber die gesamte LĂ€nge des Albums gehalten werden. Speziell ‚The Dark Passenger‘ und ‚Deaf and Blind‘ sind keineswegs schlechte Songs, aber klingen insgesamt nicht so durchdacht wie andere Songs und bleiben hinter dem Groß des Albums zurĂŒck.

In Sachen Produktion hĂ€tte man an einigen Ecken etwas mehr aus den Songs herausholen können und speziell dem Bass einen druckvolleren Sound gewĂŒnscht, aber insgesamt wurde hier ordentliche Arbeit geleistet.

„Born In Blood“ lĂ€sst mich etwas zwiegespalten zurĂŒck. Einige Songs wie ‚Life And Death‘ sind wirklich herausragende thrashige Death-Nummern, die Fans dieser Lager ohne Zweifel begeistern werden, doch wĂŒnscht man sich dieses Niveau auch an anderen Stellen. Mit etwas Nachbesserung ist hier aber fĂŒr die Zukunft noch einiges drin!

3,5/6 Punkten

REVIEW: AMARANTHE

Posted by Andrea On Oktober - 18 - 2018

AMARANTHE

HELIX
„Helix“ ist das erste Werk mit neuem SĂ€nger. Nachdem der SĂ€nger Jake Lundberg 2016 die Band verließ und sich AMARANTHE wĂ€hrend der letzten Tour mit einem GastsĂ€nger aushelfen musste, hat nun Nils Molin in die Band gefunden. Neben Elize Ryd als weiblichem Part und Henrik Englund als Shouter, tritt Nils Molin als neue mĂ€nnliche Stimme auf. Dieser wird einigen sicherlich als SĂ€nger der Band Dynazty bekannt sein. Seine Stimme fĂŒgt sich in den typischen Amaranthe Sound sehr gut ein. Nach nunmehr 10 Jahren Bandgeschichte und 4 Studio Alben ist „Helix“ das grandiose 5. Album der schwedischen Powermetal Band. Der Sound dieser Scheibe steht der letzten in nichts nach. Sie fĂ€ngt genau da an, wo das letzte Album aufgehört hat. Vom ersten Ton an möchte ich mich nur Bewegen: gute Gitarren Riffs gepaart mit Kraftvollem Schlagzeug und Bass mit einer Mischung aus gut gemachtem Keyboard Sounds.

Die Stimme von Elize Ryd als LeadsĂ€ngerin ist sehr prĂ€gnant, und im Battle mit Henrik Englund kann sie sehr gut mithalten. Nils Molin unterstreicht Elize Stimme in gemeinsamen Songs, doch sobald Nils allein singt, kommt seine Stimme kraftvoll und sehr angenehm daher. Sie umschmeichelt mich als Hörer regelrecht. AMARANTHE geben auf dem Album durchweg Vollgas und lassen dem Hörer kaum Platz zum Durchatmen. Das ist aber auch in keinster Weise schade. Mit Songs wie `CountdownÂŽ und `HelixÂŽ ist außerdem fĂŒr OhrwĂŒrmer gesorgt, also alles was AMARANTHE ausmacht. Insgesamt umfasst das Album 12 Tracks, von denen keiner aus der Reihe tanzt, so dass man am Ende des Hörerlebnisses denkt, „War das jetzt schon alles?“ Dieses Album kann ich momentan in Dauerschleife hören, da man bei wiederholtem Hören immer wieder neues entdeckt. Alles in Allem ein sehr gelungenes Album mit viel Hörspaß. Es wird hier Powermetal vom feinsten gespielt, und ich bin schon gespannt wie dieses Album auf der kommenden Tour umgesetzt wird. Eine ganz klare Kauf- und Hörempfehlung fĂŒr diese Scheibe.

6 von 6 Punkten

Andrea

REVIEW:MADBALL

Posted by Kai On Oktober - 14 - 2018

MAdball

FOR THE CAUSE

MADBALL, die dieses Jahr ihr 30-jĂ€hriges JubilĂ€um angehen, haben mit “For The Cause” ihr 9. Studioalbum vorgelegt. Da sollte man meinen, dass die Pioniere des New York Hardcore dann ein ganz besonders heißes Eisen aus dem Feuer holen. Dies scheint auch der Fall zu sein, wenn man liest, welche GĂ€ste sich auf “For The Cause” ein Stelldichein geben: Sick Jacken der L.A. Hip-Hopper Psycho Realm ist bei `Rev Up` zu hören, bei `Evil Ways` schreit Mr. ICE-T himself ein paar Zeilen, Steve Whale, ehemaliger Gitarrist der Oi!-Legenden The Business spielt bei `The Fog` und auch der Produzent von “For The Cause” Tim Armstrong (Rancid) steuert einen Part bei. Viele bekannte Namen also.

Doch trotzdem ist “For The Cause” alles andere als abwechslungsreich. Und das ist beileibe nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil! Meines Erachtens will der Hörer keine großen Experimente, es soll einfach nur knallen. Und genau das bekommt man, wenn man “For The Cause” auf den Plattenteller legt. In knapp 30 Minuten werden quasi alle Hardcore-Trademarks ausgepackt: Mitsing-Hymnen im Midtempo (`For You`), Vollgas fĂŒr den Moshpit `Smile Now, Pay LAter`, und auch der obligate spanische Song `Es Tu Vida`darf nicht fehlen. Kurz gesagt: wo MADBALL drauf steht, ist Ney York Hardcore drin, Punkt. Ähnlich wie die großen BrĂŒder von Agnostic Front machen MADBALL alles richtig. So soll sich Hardcore anno 2018 anhören. Geil. Live, vorzugsweise in kleinen Clubs, zĂŒnden die Songs von “For The Cause” allemal. Da hege ich keinen Zweifel.

Anspieltipps: Lone Wolf, For the Cause, Confessions
5 von 6 Punkten

Kai

REVIEW: MANTAR

Posted by Kai On Oktober - 14 - 2018

Mantar

THE MODERN ART OF SETTING ABLAZE

Ist es eine gute Idee, das eine Band wie MANTAR, die den Underground-Spirit zelebriert wie derzeit keine andere Band, ausgerechnet zu DEM Majorlabel der Metalszene wechselt? Nun, die Frage wurde bereits mit Veröffentlichung des 2016er Werkes “Ode to the Flame” bereits hinreichend beantwortet. Ist es auch eine gute Idee, wenn die HĂ€lfte dieser Band aus dem eher kĂŒhlen Norden Deutschlands in das Rentnerparadies Florida zieht? Auch diese Antwort bleiben MANTAR nicht schuldig und legen mit “The Modern Art of Setting Ablaze” ein, wenn nicht sogar DAS Album des Jahres 2018 vor. Trotz der enormen Entfernung und einer deshalb anderen Herangehensweise an das Songwriting ist es Hanno und Erinc gelungen ein absolut homogenes Werk zu schaffen.

Wichtigstes Merkmal von “The Modern Art of Setting Ablaze” ist die garstige Stimmung, die ausgelöst durch Hannos Keifen stets parallelen zu den alten norwegischen Black Metal-Vertretern ziehen lĂ€sst. Gegenpol dazu sind die fetten, megaschweren Riffs, die, gepaart mit dem fetten Drumsound einem trotz des Tempos derbe schwer im Magen liegen. Vergleiche zu anderen Bands fallen mir hier auf Anhieb keine ein. Obwohl man in Puncto Sound sicherlich Motörhead hinzuziehen könnte . Auch meine ich , Fragmente von Type O Negatives “Slow Deep And Hard” auszumachen (Obey the Obscene). Aber das nur am Rande, denn es ist völlig unnötig, MANTAR in irgendeine Schublade zu stecken. Es scheint, als hĂ€tten MANTAR anno 2018 mit “”The Modern Art of Setting Ablaze”" DEN Sound gefunden, der perfekt zu ihnen passt. Wahnsinn.

Nach wie vor wird natĂŒrlich auf sĂ€mtliche Soli und einen Bassisten verzichtet. Es gibt auch nicht einen einzigen Moment, wo der geneigte Hörer ein Solo oder dergleichen vermissen wĂŒrde. Gut, dass Nuclear Blast den “Gruesome Twosome” alle Freiheiten lĂ€sst, ihre Vision von MANTAR konsequent zu leben. Obwohl ich “”The Modern Art of Setting Ablaze” wesentlich eingĂ€ngiger finde, als die zwei VorgĂ€nger, stört mich das nicht im geringsten. Im Gegenteil: Ich freue mich schon, Knaller wie `Taurus` oder ` Obey the Obscene ` auf der anstehenden Tour Live vor den Latz geballert zu bekommen! Mein Tipp: lasst euch das nicht entgehen! Die Tour startet Mitte November.

Anspieltipps:Taurus, Midgard Serpent (Seasons of Failure), Dynasty of Nails, Eternal Return, Obey the Obscene, Anti Eternia, The Formation of Night, Teeth of the Sea, The Funeral

6 von 6 Punkten

Kai

REVIEW: DARKNESS

Posted by P e t e r On Oktober - 9 - 2018

DarknessDARKNESS “First Class Violence” Nach drei Demotapes und einem sehr starken Debutalbum namens “Death Squad” erreichte die Band aus Altenessen in den Achtzigern Kultstatus. Die Neunziger und besonders der Tod des SĂ€ngers Oliver Fernickel 1998, warfen die Band aus der Bahn. Es folgte unter dem Namen EURE ERBEN ein deutschsprachiger Versuch, der aber floppte. SpĂ€testens jetzt, wĂŒrden viele die Flinte ins Korn werfen, aber nicht Drummer Andreas “Lacky” Lakaw und Gitarrist Arnd Klink. Man suchte ab 2013 neue Leute und spielte bereits 2014 wieder auf namhaften Metalfestivals wie dem Keep It True und dem Turock Open Air. Angefixt vom Erfolg kam dann 2016 das Comeback Album “The Gasoline Solution” auf den Markt. DARKNESS waren zurĂŒck!!

Der jetzt erschienene Nachfolger “First Class Violence” (Album Nr 5. in der Diskografie) ĂŒbertrifft meine Erwartungen um LĂ€ngen. Das stimmungsvolle Intro `Prelude In E`, leitet mit Akustikgitarre und PianoklĂ€ngen die Oldschool Thrashorgie ein. Es folgen mit `Low Velocity Blood Splatter`, `Neoprimitive`, meinem persönlichem Highlight `Hate Is My Engine` und `See You On The Bodyfarm` Songs, die jeden qualitĂ€tsbewussten Thrasher direkt in den nĂ€chsten Pit beamen. Hier paaren sich starke Mitgröhl Refrains mit exzellentem Gitarrenriffing.

Mit `Zeutan` folgt eine Hommage an ihren damaligen SĂ€nger Oliver (Olli). An den Anfang des Songs setzte man eine alte Liveansage von ihm, und mit JĂŒrgen “Ventor” Reil (KREATOR) und Tom Angelripper (SODOM) konnte man zwei alte WeggefĂ€hrten als GastsĂ€nger gewinnen. Das anschliessende `The Autocrazy Club` kann mich aber nicht wirklich begeistern. `Born Dead` erinnert mich an alte ARTILLERY (Belgien) Scheiben und ist daher eher mein Fall. Das vorab veröffentlichte TitelstĂŒck `First Class Violence` kennen die meisten von Euch bereits als Videoclip. `I Betray”`beendet dann die Scheibe nicht ohne ein zuckersĂŒsses Schmankerl

DARKNESS prĂ€sentieren uns hier mal eine teutonische Schlachtplatte vom Feinsten. Der stark verbesserte Gesang von Lee, die Gitarrenarbeit von Arnd/Meik, das Rhythmusbollwerk Lacky/Dirk, eine grossartige Produktion von Corny, all das macht “First Class Violence” zu einem echt starken Thrashalbum. Wer sich Live davon ĂŒberzeugen möchte, kein Problem, denn am 12. Oktober findet im Cafe Nord in Essen die Releaseparty statt. Und es gibt noch sehr wenig Restkarten!

6 von 6 Punkten

Peter