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Archive for the ‘Konzertberichte’ Category

LIVE REVIEW: ARTILLERY / ONSLAUGHT

Posted by Peter Marquardt On Oktober - 2 - 2017

Samstag Abend in der Helvete in Oberhausen. Es wird wieder mal Zeit JubilĂ€en zu feiern, 30 Jahre „Terror Squad“ von ARTILLERY und 30 Jahre „The Force“ von ONSLAUGHT. Aber vorab erstmal zwei Bands der NWOGTM*.

Onslaught2Mit zeitlicher Verzögerung beginnt EXSARSIS um ca. 20:45h den Abend. Das erste was mir spontan einfĂ€llt: Haare! So stellt man sich eine Thrash Metal Band doch vor! Lange Haare, coole Typen, stĂ€ndig in Bewegung, Top! Jetzt zum Musikalischen. Geboten wird, nach anfĂ€nglichen Soundproblemen, Thrash Metal der alten Schule. Ich wĂŒrde mal Toxic, Forbidden oder Excodus als Beispiel nennen. AuffĂ€llig war der SĂ€nger mit seiner hohen Stimme. EXSARSIS sollte man im Auge / Ohr behalten.

Der zweite griechische Act ist dann CHRONOSHERE. Gefallen mir persönlich nicht ganz so gut, alles ein wenig eindimensionaler. Auch hier natĂŒrlich Thrash Metal aber mit austauschbarem SĂ€nger. Und das man bei begrenzter BĂŒhnenzeit noch eine Coverversion „Ace of Spades“ spielt verstehe ich auch nicht.

Nun wird es Zeit fĂŒr das dĂ€nische Thrash-Geschwader von ARTILLERY, im Fokus natĂŒrlich das „Terror Squad“ Album. Vom ersten Ton an zeigte sich die Band in Topform. Allen voran Michael StĂŒrtzer (guitar) und SĂ€nger Michael B. Dahl. Gerade der SĂ€nger ist ein GlĂŒcksgriff, der mit seiner variablen Stimme so einige Akzente setzten konnte. Da sich auch andere Highlights im Set befanden, meiner war natĂŒrlich „Khomaniac“, kamen alle Fans auf ihre Kosten. Seit ĂŒber 30 Jahren im GeschĂ€ft aber immer noch hungrig! Respekt!

Respekt auch an ONSLAUGHT, die einen tollen Gig spielten: Licht aus, Intro an, los geht’s! Erster Teil, das komplette „The Force“ Album. Ich habe nie verstanden, wieso man mit Songs wie „Metal Forces“ und „Demoniac“ damals nur die zweite Geige spielte. Das Set umfasst mehrere Alben. Songs von „VI“, „Power from Hell“, „Sound of Silence“ und „Killing Peace“ waren am Start. Hervorzuheben wĂ€re Drummer Michael Hourihan – ein Tier – und SĂ€nger Sy Keeler, dessen sympathische Art einfach ansteckt. Ich persönlich hĂ€tte mir auch Songs vom kommerziellen Album „In Search……“ gewĂŒnscht, aber das wĂ€re stylistisch / gesanglich schwierig geworden.

Fazit: Geiler Old-School Thrash Abend mit geringer Zuschauerzahl (ca. 100) fĂŒr wenig Geld – Mehr davon!

*New Wave of Greek Thrash Metal

Peter

NACHBERICHT: PSOA 2017

Posted by Radu On September - 26 - 2017

psoa2017Einmal im Jahr ist es soweit, und die Fans pilgern zum hĂ€rtesten Metal Festival nach Schlotheim. Das PARTY SAN hat auch 2017 einige hochkarĂ€tige Bands, skurrile Anekdoten und natĂŒrlich eine familiĂ€re AtmosphĂ€re am Start.

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NACHBERICHT: SUMMER BREEZE 2017

Posted by Samir On September - 22 - 2017

Alle Jahre wieder pendeln tausende Metaller in das mittelfĂ€nkische DinkelsbĂŒhl, um auf dem SUMMER BREEZE Bands der unterschiedlichsten Metalgenres zu huldigen. 2017 ist jedoch ein besonderes Jahr, denn der zwanzigste Geburtstag des Festivals steht an und zu Ehren dieses runden Jahrestages haben sich die Veranstalter auch das ein oder andere Schmankerl einfallen lassen.

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PROPHECY FEST

Posted by Radu On August - 1 - 2017

Prophecy Fest

Zum dritten Mal in Folge lĂ€dt Prophecy zum fest in die Balver Höhle ein. Neben einem abwechslungsreichen Billing und atmosphĂ€rischer Umgebung gibt es auch wieder kurze Wege zu den Fressbuden, zum CampinggelĂ€nde und zu den BierstĂ€nden. Warum das Festival dennoch nicht mehr jĂ€hrlich stattfindet, welcher Wahnsinn in der Höhle getobt hat und was fĂŒr coole Sonderaktionen im Einsatz waren lest ihr in den folgenden Zeilen.

Bei sonnigem Wetter kommen wir in Balve an. Fix unsere Standardpension besucht, Auto vor der Höhle geparkt und dann ab zum GelĂ€nde. Alles wie gehabt: unterschiedliches Publikum (von Kutten, ĂŒber seltene Shirts bis zu Alternativen sind alle da), bekannte StĂ€nde und natĂŒrlich der Merch-WĂŒhltisch, den wir als erstes ansteuern. Eben bei den Neuerscheinungen schauen, dann noch durch die KĂ€sten schauen und schon beginnt sich die Höhle im Nu zu fĂŒllen. Wir bekommen kaum mit, daß irgendwann der Soundcheck zu ende ist und NHOR bereits zu spielen beginnen. Was wĂ€hrend des WĂŒhlens durch die Shirthaufen wie eine nette Hintergrundmusik klingt, soll sich als ausgefallene Idee entpuppen; mit dem RĂŒcken zum Publikum spielt NHOR auf seinem BĂŒhnendebĂŒt einige dezente PianoklĂ€nge, wĂ€hrend neben ihm eine Dame an einem Bild arbeitet, welches auf der Leinwand auf der BĂŒhne projiziert wird. Das Zusammenspiel zwischen den leisen KlĂ€ngen und dem Entstehen des GemĂ€ldes verfehlt seine Wirkung nicht, denn man sieht bereits einige Leute andĂ€chtig der Performance lauschen. Es hat etwas intimes dabei zu zu sehen, wie in Begleitung simpler KlĂ€nge ein Bild Gestalt annimmt und somit ist der Gig bedĂ€chtig und mit Ruhe vollzogen worden, ehe es ohne Verbeugung oder Worte an das Publikum von der BĂŒhne geht. Ein etwas anderer Start in ein Festival und eine sehr coole Idee.

Solor DolorosaStar AllĂŒren sind auf dem Prophecy Fest kaum zu finden. So wundert es auch nicht, daß mal eben einige Mitglieder der musikalischen Familien von Alcest und Les Discrets durch die Reihen spazieren. Man kennt sich halt, macht gemeinsam Musik und quatscht lĂ€ssig auf dem Fest. SOLOR DOLOROSA wurde von Andy Julia, der ein enger Freund von Neige ist, aus der Taufe gehoben. Optisch und musikalisch frönt die Truppe den 90er Jahren Gothic Rock, wobei Sisters of Mercy fĂŒr die EinflĂŒsse der Band dabei Pate standen und hier auch zur Schau gestellt werden. Der SĂ€nger post um sein Leben und sein HĂŒftschwung und der Versuch einen verletzlichen und gleichzeitig hartgesottenen Rockstar zu mimen ist zwar nicht neu, wird aber lĂ€ssig in Szene gesetzt. Auch bei technischen Problemen lĂ€sst er sich nicht von seinem Konzept ablenken und zieht sein Ding durch, was auch bei den Zuschauern gut ankommt. FĂŒr einige Damen das Sahneschnittchen, fĂŒr den Rest ein solider Auftritt bei gutem Sound und amtlicher Wirkung. TitelmĂ€ĂŸig spielt man auf Sicherheit und spĂ€testens bei „American Chronicle“ dominiert der Daumen nach oben. LĂ€uft bei den Jungs.

Auch dieses Jahr stellt traditionsgemĂ€ĂŸ ein KĂŒnstler in der Balver Höhle aus. Dieses Mal ist es Irrwisch, der seine Werke ausstellt. Dabei befinden sich sowohl Malereien, als auch zusammengeschnittene Bilder oder mit Garn kreierte AusstellungsstĂŒcke in der Ausstellung.

Sun Of The SleeplessIm (erneut liebevoll gestalteten) Programmheft findet man nĂŒtzliche Infos zu den Bands. So auch zu SUN OF THE SLEEPLESS; zwei Alben, 20 Jahre Zusammenarbeit mit dem Prophecy und bisher ein einziger Live Auftritt. Recht dĂŒrftig, möchte man meinen, wenn das Soloprojekt nicht vom Mastermind Schwadorf (Empyrium, The Vision Bleak) ins Leben gerufen sein wĂŒrde. Intensiver und abwechslungsreicher Black Metal steht auf dem Programm und neben atmosphĂ€rischem BĂŒhnenbild gibt es auch derbe auf die Fresse. Beginnt alles noch leicht melancholisch, bricht schnell der brachiale Gitarrenwahnsinn aus den Boxen, untermalt von einer knarzigen Stimme und einer bösen Soundwand. FĂŒr den zweiten Auftritt ist es beachtlich, wie selbstverstĂ€ndlich das Zusammenspiel funktioniert. Mir war die Band bis dato nur kurz in Erscheinung getreten, aber der live Auftritt ist der beste Beweis dafĂŒr, daß Schwadorf etwas konsequent und mit vollem Elan durchzieht. Auch wenn die Abwechslung ganz oben auf dem Programm steht, so hat er anscheinend vor dem Gig eine gehörige Packung Aggression getankt, um sich live ĂŒbelst aus zu scheißen. Sehr schön.

ArcturusMein persönlicher Hauptgrund fĂŒr das diesjĂ€hrige Prophecy Fest heißen eindeutig ARCTURUS. Aber kann man die GenialitĂ€t der Alben auch live atmosphĂ€risch umsetzen? Eine Frage, die sich viele wĂ€hrend der 40 minĂŒtigen Umbaupause stellen dĂŒrfen, ehe der Vorhang aufgeht und der Wahnsinn beginnt. Der Startschuss ist eine Mischung aus Faszination und FremdschĂ€men, denn Captain ICS Vortex hat nicht nur einen Clown gefrĂŒhstĂŒckt, sondern anscheinend sich mental die Lichter ausgeknipst. Gefangen im Körper eines erwachsenen Mannes hĂŒpft ein verspieltes Kind auf der BĂŒhne in bester Hodor- Manier rum und wirft mit Posen um sich, wobei ich mir als Zuschauer verarscht vorkomme. Warum tu ich mir so eine Scheiße eigentlich an? Die Antwort ist simpel: weil die musikalische Darbietung einfach nur genial ist! So bescheuert sein Gebaren auf der BĂŒhne auch aus, seine Stimme ist ĂŒber jeglichen Zweifel erhaben und liefert vom allerfeinsten die Bestellung ab. Der Sound ist herrlich und trĂ€gt Klassiker wie „The Chaos Path“ oder „Shipwrecked“ durch sanfte Gefilde und kosmische StĂŒrme, wĂ€hrend die intensive Lichtershow diese Grenzerfahrung unterstreicht. Irgendwann hat man sich an das seltsame Gehoppel auf der BĂŒhne gewöhnt und spĂ€testens bei der smootheren Version von „Crashlands“ ĂŒberrollt einen die GĂ€nsehaut, die man sich von dem Gig erhofft hatte. Keine Frage, diese Band polarisiert, von außen wie von innen und auch wenn ich mir von der BĂŒhnenshow mehr Ernsthaftigkeit gewĂŒnscht hĂ€tte, passt es um so besser zu ARCTURUS, den Erwartungen des Hörers schlichtweg mit ihrer Performance ins Gesicht zu schlagen. Dieser Gig trĂŒmmert sich in allen Facetten durch die Höhle und ist einfach nur krank, wahnsinnig und richtig genial!

Gler ArkurNach ARCTURUS den Boden aufwischen ist keine leichte Aufgabe. Hier wurde von der Running Order auf Sicherheit gesetzt und GLER ARKUR eingesetzt. Bereits im letzten Jahr hat die Truppe mit ihrem Gitarren-Overkill und dem Drohne geschwĂ€ngerten Sound die Massen hypnotisiert. Dieses Jahr soll es nochmal sein und wer sie letztes Jahr verpasst hat, wird mit einer Top Performance belohnt. Besucher des letzten Jahres erleben eine solide Wiederholung des letztjĂ€hrigen Gigs mit einem zusĂ€tzlichen Gastauftritt; Songs kann ich keine hervorheben, allerdings ist es erstaunlich, welche Soundcoullagen man aus vier Gitarren zaubern kann und diese zu einem harmonischen Zusammenspiel vereinen kann. Gerade die Techniker und Gitarrennerds unter den Besuchern hatten nach dem Gig einiges zu philosophieren und nach dem Gig gingen einige Platten ĂŒber den Merchandise Thresen.

SolstafirSOLSTAFIR sollen an diesem Abend den Sack zumachen. Sie stehen einer gut gefĂŒllten Höhle, mit von dem Festival sichtbar gezeichneten Meute gegenĂŒber und legen (nach einer etwas lĂ€ngeren Umbaupause) los. SĂ€nger und Gitarrist Tryggvason lebt seine Songs sehr intensiv und vermittelt das GefĂŒhl, sich in einer anderen Welt zu befinden. Trotz mehrfachen Live Versuchen kann ich dieser Band nichts abgewinnen und so verpuffen sowohl Musik, als auch BĂŒhnenperformance bei mir gĂ€nzlich. Nach zwei Songs verlassen wir die vollgestopfte Höhle und erfahren am nĂ€chsten Tag, daß eingefleischte SOLSTAFIR Fans anscheinend den Gig ihres Lebens erlebt haben.

Lotus ThiefNeuer Tag, neues GlĂŒck. PĂŒnktlich zur Mittagszeit dĂŒrfen LOTUS THIEF ran, um den Besuchern den Schlaf aus den Augen zu spielen. Die Höhle ist bereits amtlich gefĂŒllt und die Vorbereitungen lassen auf einen umfangreicheren Gig schließen. Soundcheck fertig uns sofort gehtÂŽs los; wĂ€hrend die Band spielt, lĂ€uft im Hintergrund ein optimal zusammengeschnittener Film aus Szenen von „Dantes Inferno“ aus den 20er Jahren, aktuellen Nachrichten, Naturaufnahmen und historischen Bildern eines Atombombentests. Das Zusammenspiel mit der Musik funktioniert sehr gut und zaubert eine AtmosphĂ€re, der man sich nur schwer entziehen kann. Leider kann man die zweite Gitarre mehr erahnen als hören, aber das tut dem Gig in keinster Weise einen Abbruch. Das gesangliche Zusammenspiel der Damen fesselt, die Soli reißen die Aufmerksamkeit des Publikums an sich und wĂ€hrend man noch zwischen dem Film und der Live Performance hin- und hergerissen ist, kann sich die GĂ€nsehaut bereits als Stammgast anmelden. Eine audiovisuelle Vollbedienung die gegen Ende des Gigs in einem aggressiven Growling der SĂ€ngerin mĂŒndet, was die große Bandbreite an Abwechslung und Überraschungsmomente dieser Band unterstreicht. Überragender Auftritt und ein mehr als gelungener Start in den Tag!

Moon And The NightspiritTHE MOON AND THE NIGHTSPIRIT haben einige AnhĂ€nger mitgebracht, denn die Höhle fĂŒllt sich rasch. Der leicht melancholisch angehauchte,Pagan Folk aus Ungarn wird heute durch einen Bassisten live unterstĂŒtzt. Nachdenkliche Stimmung, introvertierte BĂŒhnenshow und nur Hintergrundmusik? Vergiss es, die Truppe ĂŒberrascht mit einem sehr guten Draht zum Publikum und wird entsprechend gefeiert. Das charismatische Geigenspiel und der Gesang auf der einen Seite und das stimmungsvolle Percussion Set (inklusive Solo) und weitere Instrumentenvielfalt lassen die Meute klatschen, staunen und die Stimmung anheizen. Der Gig ist geprĂ€gt von einem gegenseitigen Geben und nehmen und das Publikum feiert es glĂŒcklich ab, wĂ€hrend die Band einen weiteren Erfolg fĂŒr sich verbuchen kann.

„Jedes Shirt hat eine Geschichte“ mit diesem Satz beginnt ein interessantes GesprĂ€ch mit Alexander Prinz , den einige unter dem Pseudonym DER DUNKLE PARABELRITTER kennen dĂŒrften. Nun steht er bei dem Stand seines Fair-Trade-Labels VON TILLING und bringt eine neue Shirt Kollektion unter die Leute. Heutzutage gibt es viele Shirts von Bands, die in der Massenproduktion hergestellt werden. Als der Metal noch nicht salonfĂ€hig war, war es entsprechend schwierig an solche Sachen ran zu kommen. Grund genug, sich die Frage zu stellen, warum die Leute eigentlich Shirts kaufen. Ist es die Zugehörigkeit zu einer Band, weil das Cover cool aussieht, oder was ist es dann? Eine tiefschĂŒrfende Antwort dĂŒrfte man bei der Auswahl finden, wobei jedes Shirt ein anderes Thema und eine andere Geschichte aufweist. Hinzu kommt der auf Naturbasis hergestellte Stoff, der sich von der Massenproduktion abhebt. Einen genaueren Eindruck bekommt ihr auf der VON TILLING Website.
Von Tilling
Neben seinen Shirts, ist Alex im Auftrag seines Online Magazins SILENCE MAGAZIN unterwegs. An dieser Stelle ist es nur fair auf den ursprĂŒnglichen Spirit des Metals hin zu weisen, der die gemeinsame Leidenschaft sieht und sich gegenseitig unterstĂŒtzt, statt um Besucherzahlen zu konkurrieren. Checkt unseren Kumpel Alex online mit seinem Label und seinem Magazin an, es lohnt sich!

Spiritual FrontSPIRITUAL FRONT scheinen ebenfalls viele AnhĂ€nger zu haben, denn die Höhle wird voller. Mir ist die Band bis dato völlig unbekannt und so gehe ich ohne Erwartungen in die vordersten Reihen. Der Mix aus Country, Blues und irgendwas anderes inklusive eingĂ€ngigen Gesangslinien reißt mich aber nicht wirklich vom Hocker. Auch die ĂŒbermĂ€ĂŸig zelebrierte Johnny Cash Performance geht spurlos an mir vorbei, so daß ich die Höhle zugunsten eines Mittagessens verlasse. Das Publikum erfreut sich derweil und feiert den Auftritt amtlich ab.

NoetaKeinen Grund zum feiern dĂŒrften NOETA bei ihrem Gig haben, denn erstmals erlebe ich hier den Tiefpunkt eines Festivals. Bereits im Vorfeld scheint es technische Probleme zu geben und wĂ€hrend des Auftritts wird es nicht besser. Aus der Dose kommen sphĂ€rische KlĂ€nge, wĂ€hrend der Gitarrist seinen Part zu spielen versucht und gleichzeitig im Minutentakt eine neue Einstellung an der Elektronik vornehmen muss. Das scheint die SĂ€ngerin ebenfalls zu verunsichern, denn sie versucht krampfhaft in den Song einzusteigen, was nur stellenweise gelingt. Peinliche Pausen und schiefe Gesangslinien sind das Ergebnis, die viele Anwesenden zu einer Pinkel- und Bierpause animieren. Hier hĂ€tte ich mir Kommunikation mit dem Publikum gewĂŒnscht, denn Pannen können immer passieren. So betrachtet man jedoch einen gequĂ€lten Auftritt, der nach knapp 40 Minuten Spielzeit den Gnadenstoß erhĂ€lt. Fans der Band unterstĂŒtzen durch aufmunternden Applaus, aber es war schlichtweg nicht ihr Tag. Sehr schade.

DornenreichEs sollte besser werden, denn als nĂ€chstes stehen DORNENREICH auf dem Programm. Wer sich jedoch auf die rabiate Vollbedienung, inklusive „Trauerbrandung“ gefreut hat, wird ernĂŒchtert feststellen, daß es ein Akustik Set wird. Gitarre, Geige, Gesang und fertig. Die Höhle ist allerdings bis zum Anschlag mit DORNENREICH Fans gefĂŒllt und so treffen die akustischen Interpretationen der eigenen StĂŒcke auf offene Ohren. Dabei wird sowohl eine große Bandbreite von “In Luft geritzt“, als auch die erste Demo angesteuert. NatĂŒrlich dĂŒrfen auch Klassiker wie „Reime faucht der MĂ€rchensarg“ nicht fehlen und so spielt man sich mit Inbrunst durch ein Set, das staunen lĂ€sst; wo andere Kapellen Schlagzeug und elektrische Gitarren benötigen, um Aggression zu erschaffen, genĂŒgt hier das minimalistische Modell und verarbeitet Aggression gekonnt in Dynamik. Fans feiern es ab, andere Hörer werden stellenweise an Goethes Erben erinnert bzw. empfinden den Gig als etwas zu sehr in die LĂ€nge gezogen. Wie viele andere Bands polarisieren DORNENREICH und gerade Fans, die eine weite Anreise auf sich genommen haben, werden heute sichtlich belohnt.

Vision BleakNach so vielen GefĂŒhlen und abwechslungsreichen Darbietungen braucht man mal wieder etwas Deftiges. Mittlerweile haben sich die Spielzeiten durch teils lĂ€ngere Soundchecks nach hinten verschoben, so daß wir pĂŒnktlich zu Beginn von THE VISION BLEAK in der Höhle sind. Heute sind sie mit einem kleinen Orchester am Start, wĂ€hrend Fursey Tessier am Bass aushilft. Endlich gibt es das Kontrastprogramm zu den vorangegangenen Bands, nĂ€mlich herrlich in die Fresse! Der Soundcheck hat sich gelohnt, denn sowohl die Gitarrenwand, als auch die GesĂ€nge pflĂŒgen sich durch eine volle HĂ€tte, die frenetisch abfeiern will. Die Bestellung wird vernommen und auch prompt abgeliefert, denn „Carpathia“ und „ By Our Brotherhood with Seth“ werden abgebangt und mitgesungen, wĂ€hrend der HĂ€rtegrad sich weiter nach oben schraubt. WĂ€hrend man sich fragt, ob man das noch steigern kann, feuert man mit „Deathship Symphony“ einen Klassiker in die Menge, die sich mit dem brachialen Soundgewand derbe austobt. Kreisende MĂ€hnen, singende Fans und abschließender Beifall krönen einen herrlich aggressiven und leider viel zu kurzen Gig. Inmitten all der unterschiedlichen Bands hat es gerade zu diesem Zeitpunkt eine Packung Arschtritte gebraucht. Sehr gute Wahl!

HexvesselRastermĂ€hnen, eindeutige DĂŒfte und intensive Songs; HEXVESSEL locken viele Fans der Krautrock und Stonermucke in die Höhle und beeindrucken mit einer eleganten Show. Hier ist alles da, wo es hingehört; nickende Fans, eingĂ€ngige Gesangslinien und lĂ€ssige AtmosphĂ€re. Zum Runterkommen und gemĂŒtlichem GĂ€nsehautfaktor laden Songs wie „Thiev Of The Mountain“ ein und erfreut die Menge. Nicht meins, aber dennoch gut.

DoolDOOL sind wahrscheinlich die Band der Stunde. Werden sie zur Zeit von vielen gehypt und das erste Album ist in aller Munde. Die Truppe aus Holland hat ebenfalls einige Fans mitgebracht und so ist die Vorfreude (wĂ€hrend einer weiteren, lĂ€ngeren Umbaupause) groß. Vorhang auf und los gehtÂŽs mit gemĂŒtlich, doomigen Riffs, wobei sich die Truppe schnell in Ekstase spielt. Das Album wurde bereits mit vielen Bands verglichen, was ich mir an dieser Stelle erspare. Leider springt der Funke bei mir in keinster Weise ĂŒber. Ich scheine mit meiner Meinung komplett alleine zu stehen, denn um mich herum tobt der Mob, wĂ€hrend sich neben mir eine Moshpit auftut. Fakt ist, daß die Band sich den Arsch nicht auf, sondern definitiv abreißt! Ryanne van Dorst spielt sich in Ekstase und nimmt die begeisterte Menge mit auf einer Achterbahnfahrt der GefĂŒhle. Mal balladesk, dann wieder als Kampfansage spielt sich die Truppe in einen Rausch, den sonst nur Drogenfreunden vorbehalten sein dĂŒrfte. Krasse Stimmung, 200% Herzblut, dennoch nicht meine Baustelle.

HypnopazuzuAls Rausschmeißer sollen dises Jahr HYPNOPAZUZU ran. Die Höhle hat sich mittlerweile sichtbar gelichtet und lediglich Die Hard Fans sind noch in unterschiedlichen KörperzustĂ€nden anwesend. Das Intro „Chirpy Chirpy Cheep Cheep “ wird durch den instrumentalen Fleischwolf gedreht, ehe wenige Minuten spĂ€ter die Truppe auftritt. Synthesizer, eine Quetschkommode und Geige lassen mich Schlimmes erahnen. Als der SĂ€nger im Penner Auftritt und einer Pulle irgendwas auf die BĂŒhne kommt, knallen bei mir sĂ€mtliche Klischeeschubladen auf; entweder ist es ein Imagespiel, daß ich nicht brauche, oder der Mann ist derbe fertig. Seine Stimme ist jedoch das genaue Gegenteil und so staune ich nicht schlecht, was er da vom Stapel lĂ€sst. AtmosphĂ€risch und beeindruckend, aber letzten Endes gewinnt die Erschöpfung der letzten Tage die Oberhand und ich verlasse die Höhle.

Normalerweise wĂŒrde ich jetzt alles zusammenfassen und mich auf nĂ€chstes Jahr freuen. Allerdings steht das Prophecy Fest , wie es bisher statt fand, auf der Kippe. Nach dem erfolgreichen Einstieg vor drei Jahren, wurden immer weniger Besucherzahlen verzeichnet. Trotz eines vielfĂ€ltigen Programms (Kunstausstellung, TheaterstĂŒck, liebevoll gestaltetes Programmbuch), eines charismatischen Ambientes und vielfĂ€ltigen Bandauswahl kommt man nicht auf die erhofften Besucherzahlen. Daher hat sich der Veranstalter nach langer Überlegung dazu entschlossen, daß Prophecy Fest nicht im jĂ€hrlichen Rhythmus fort zu fĂŒhren. Die Entwicklung des Festivals steht in den Sternen und so stellt man sich als Fan die Frage, womit man rechnen muss; kein Prophecy Fest mehr, oder an einem anderen Ort? Wieder zurĂŒckstufen auf das Eintagsfestival? Es dĂŒrfte mehrere Möglichkeiten geben, aber hier ist der Veranstalter auf eure Hilfe angewiesen. Was hat euch gefallen, was hat euch gefehlt? Was wĂŒrde ihr euch wĂŒnschen, um das Festival zu besuchen? Hier ist konstruktive Kritik gefragt und daher ist es an den Fans, den Veranstalter durch konstruktives Feedback zu unterstĂŒtzen. Schreibt eure Anregungen auf der FACEBOOK Seite des Veranstalters und tragt euren Teil fĂŒr die Zukunft des Prophecy Festes bei!

Jetzt kommt aber unser Fazit:
Es war erneut ein herrliches Fest mit gemĂŒtlichem Ambiente, vielfĂ€ltigen Bands und einer familiĂ€ren AtmosphĂ€re! Dieses Jahr kannte ich weniger Bands, konnte aber meinen Horizont um einiges erweitern (danke LOTUS THIEF, SUN OF THE SLEEPLESS). Auch die unerwartete Erfahrung von ARCTURUS, die mich anfangs schockiert und im Nachhinein immer noch schwĂ€rmen lĂ€sst und der herrliche Schlag in die Fresse von THE VISION BLEAK gehören definitiv zu meinen Jahreshighlights. Auch hat man dieses Jahr den WĂŒhltisch besser gestaltet, so daß die Shirts geordnet waren. Mit einigen Bands konnte ich wenig anfangen, aber es war ein Blick ĂŒber den Tellerrand hinaus. Die freundliche Security gehört mittlerweile genauso zum Kult, wie die coolen Leute, die das Festival besuchen. Schade fand ich die lĂ€ngeren Soundchecks, wobei sich die Shows nach hinten gezogen haben und die Spielzeit einiger KĂŒnstler (logischerweise) verkĂŒrzt wurde. Auch die kulinarische Auswahl ist recht begrenzt, was aber am Veranstaltungsort liegt. Unterm Strich ist es allerdings seit dem Startschuss ein ungebrochenes Kultfestival, bei dem wir gerne weiterhin Stammgast sind. Große Abwechslung, nette Leute und coole Ideen wie Ausstellung, TheaterstĂŒck und eine Live Zeichnung machen das PROPHECY FEST zu einem Erlebnis, das fest eingeplant ist. Egal wann, wir sind wieder dabei!

Radu

Fotos von Heike Groß- Gerenkamp

LIVE REVIEW: RHF 2017

Posted by Uli On Juni - 18 - 2017

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ROCK HARD FESTIVAL 2017 Zum fĂŒnfzehnten Mal rockt nun schon der Pott am Pfingstwochenende beim diesjĂ€hrigen Rock Hard Festival 2017 im traumhaften Amphitheater in Gelsenkirchen, direkt am Rhein Herne Kanal und wieder einmal es ist dem Rock Hard Team gelungen, ein spannendes Billing auf die Beine zu stellen. Headliner wie OPETH, BEHEMOTH und BLUES PILLS sowie andere namhafte Bands wie EXODUS, DIRKSCHNEIDER, CANDLEMASS und FATES WARNING sorgten fĂŒr redlichen Publikumsandrang.

Voller Vorfreude ging es endlich am Freitag los zum ersten Festivaltag, das Wetter war einfach ideal, schon ein wenig zu heiß, das erste Festivalbier wurde auf dem GelĂ€nde vernichtet, die Kollegen der fotografierenden und schreibenden Zunft wurden begrĂŒĂŸt. Kurz vor fĂŒnfzehn Uhr ging es dann wieder los in Richtung Fotograben, wo wir natĂŒrlich wie jedes Jahr freudig von den Jungs der CCS-Security herzlich begrĂŒĂŸt wurden.

FREITAG 1. Festivaltag

P6020071Als erste Band betraten die deutschen Thrasher DUST BOLT die BĂŒhne und konnten das schon zahlreich erschienene Publikum voll begeistern. Das bayrische Trio entfesselte auf der BĂŒhne einen wahren Hexenkessel, konnte mit doppellĂ€ufigen Gitarrensoli und Midtempopassagen voll ĂŒberzeugen. Ein gelungener Auftakt.

Auf zur nĂ€chsten Truppe. ROBERT PEHRSSONÂŽS HUMBUCKER aus Schweden, gaben sich ein wenig schwer auf der BĂŒhne. Eine Mischung aus Classic Rock Ikonen wie THIN LIZZY, UFO, RAINBOW oder DEEP PURPLE kann ja eigentlich nicht verkehrt sein, aber was Herr Pehrsson dort auf der BĂŒhne mit seiner Band zelebrierte war wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Die Musik hatte keine Höhen und Tiefen, kam ziemlich lustlos und langweilig daher. Dementsprechend war die Publikumslaune auch nicht sehr euphorisch.

P6020226Ganz anders sollte es nun bei MANTAR werden. Hier gab es heute zum ersten Mal richtig Stimmung im Publikum. Was die beiden Musiker, Hanno (v./g.) und Erinc (dr.) hier zelebrierten, war schon ganz harter Tobak.

Mit einer Mischung aus Black-, Death-, Punk- und Doom-Elementen sorgten sie hier fĂŒr einen wahren Hexenkessel. Die Musik wurde mit einer immensen brachialen Kompromisslosigkeit vorgetragen, wĂ€hrend Hanno sich gesanglich im wahrsten Sinne des Wortes auskotzte. Ein sehr intensives Konzert, das man nicht jeden Tag zu sehen und hören bekommt!! Daumen hoch!!!

P6020321Über die DEAD DAISIES muss man nicht viel berichten, denn wer sie fĂŒr ein Konzert oder Festival bucht, der weiß wirklich was einem erwartet. Hard Rock at its best.

Die 2012 gegrĂŒndete All-Star Band um Gitarrist Davy Lawy hat 2016 ihren dritten Longplayer „Make Some Noise“ auf den Markt geworfen, ein Live-Album folgt in KĂŒrze. SĂ€nger John Corabi (ex-MOTLEY CRÜE), Gitarrist Doug Aldrich (ex-DIO/WHITESNAKE), Bassist Marco Mendoza (ex-WHITESNAKE, THIN LIZZY) und Brain Tichy (ex-WHITESNAKE) boten hier ganz großes Rock`n Roll Kino der Extraklasse nach dem Motto: Make Some Noise. Und das Publikum dankte der Band hinterher mit krĂ€ftigem Applaus!!!!! Ein kleiner Abzug noch am Rande: Es wurden zwei oder drei Coversongs zu viel gespielt!

P6020455Ein Höhepunkt folgte nun dem nĂ€chsten. CANDLEMASS, die Doom Metal Götter aus Schweden, betraten die BĂŒhne und zelebrierten hier wirklich eine Messe vom Allerfeinstem. Die Band um Mastermind Leif Edling (b) zog hier alle Register, um das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Das Gitarrenduo Lars Johansson und Mats Björkman schmissen ihre zĂ€hen Lavariffs ins Publikum, wĂ€hrend SĂ€nger Mats Leven ĂŒberaus mit seiner geilen Stimme ĂŒberzeugen konnte und seine Rolle als Frontmann gekonnt in Szene setzte. Die Setlist ließ nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig, die Band hinterließ ein vollkommen zufriedenes Publikum, welches die Band von Anfang an lautstark abfeierte.

P6020633So, nun zum Headliner am Freitag. Die BLUES PILLS aus Schweden hatten danach keinen leichten Stand, den Auftritt von CANDLEMASS zu toppen. Auch schon im Vorfeld wurde schon viel darĂŒber diskutiert, ob diese Band ĂŒberhaupt Headlinerstatus hier auf diesem Festival hĂ€tte. Nun ja, die Band ist mittlerweile zu einer wichtigen neuen Classic Rock Band geworden, aber ich finde, sie wird dennoch ein wenig zu hoch gepusht. Nichtsdestotrotz kam sie hier im Rund gut an.

SĂ€ngerin Elin Larsson ist natĂŒrlich der Blickfang der Band, wĂ€hrend die Musiker eigentlich nur im Hintergrund agieren. Der sehr junge Gitarrist Dorian Sorriaux ist ohne jeden Zweifel einer der besten kommenden Gitarristen in seinem Genre. Die Rhythmussektion der Band ist perfekt. Aber trotzdem kommt bei mir nicht so richtig die Stimmung auf. Als die Band 2014 hier auf dem Rock Hard Festival im Sonnenschein spielte, hatte ich noch einen GĂ€nsehauteffekt, heute aber war es eher ein fader Nachgeschmack!

Uli

SAMSTAG 2. Festivaltag

Snapseed_22Der Samstag startete mit einer gepflegten Runde NWOBHM. Wer sich auf eine gemĂŒtliche Runde rumstehen mit einem Kontrabier gegen den Kater eingestellt hatte, wurde mit dem Auftritt von MONUMENT schnell eines besseren belehrt. Die Truppe legte einen regelrechten Senkrechtstart hin, der das Amphitheater schnell fĂŒllte. Ex- White Wizzard-SĂ€nger Peter Ellis` Organ lockte einfach vor die BĂŒhne und die Spielfreude entfachte schnell einen FlĂ€chenbrand im Publikum, der sich ausbreitete.

Die Songs von „Hair Of The Dog“ funktionieren live nicht nur, sie haben bei der Audienz die Wirkung eines Schleudersitzes, wobei auch die Pyroshow den Jungs in die Karten spielte. Erstaunte Blicke, breites Grinsen und eine fette Party waren die Folgen des Sounds, der in bester Maiden/Thin Lizzy Manier zelebriert wurde. Trotz der frĂŒhen Startposition legten MONUMENT die Messlatte fĂŒr diesen Tag schon sehr hoch und wurden bei einigen bereits schnell als heimlicher Headliner gehandelt.‹‹WĂ€hrend die feierwĂŒtige Menge sich an die BierstĂ€nde drĂ€ngte, begann der Umbau fĂŒr KETZER. Ob sie den Stimmungspegel halten konnten? Sie legten ohne große Vorwarnung los und brachten die Menge schnell auf Betriebstemperatur. Obwohl sie durchaus aggressiver zugange waren, rockten die Riffs tapfer, ohne in GeknĂŒppel zu verfallen. WĂ€hrend des Gigs blieb der Energiepegel zwar oben, aber eine weitere Steigerung gab`s leider nicht. Egal, die Songs funktionierten und der Gig wurde abgefeiert.

Snapseed_20THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA brauchten ein wenig, um das Publikum aus der Reserve zu locken. Auch wenn zwei nette Stewardessen im Hintergrund tanzten und sangen, so frisst der Keyboardsound zu Beginn stellenweise Björn Strids Vocals gnadenlos auf. Im Laufe des Gigs wurde die Meute zutraulicher fĂŒr den AOR Sound und so verfehlten Schwergewichte wie `Living For The Lifetime` ihre Wirkung nicht. Keine tobende Meute, sondern eher eine entspannte, lĂ€ssige Stimmung dominierte hier auf und vor der BĂŒhne und sorgte fĂŒr eine gemĂŒtliche UrlaubsatmosphĂ€re.

Snapseed_19Die Pechvögel des Festivals waren eindeutig SKYCLAD; mĂŒssen sie bei Hardcore Fans bereits leichte Ablehnung wegen des fehlenden Original SĂ€ngers ĂŒber sich ergehen lassen, fehlte ihnen gerade beim Gig ihre Violinistin Georgina Biddle, die kurzfristig krank geworden war. Und so begann der Gig einer generell unterbewerteten Band pĂŒnktlich zum Regeneinsatz. Zum GlĂŒck war das den Jungs scheißegal, denn sie hatten richtig Bock auf ihren Gig und spielten sich schnell in einen Partyrausch, der ansteckte.

Getreu dem Motto „Wenn alles schon scheiße ist, genießen wir es richtig“ schmissen sie mit Songs um sich, dass der Moshpit kochte. `Parliament Of Fools` ließ die Meute mitsingen, `Inequality Street` wurde hart abgefeiert, wĂ€hrend `Another Drinking Song` den Stimmungspegel ĂŒberkochen ließ. Neben Party und Wortspielchen fanden SKYCLAD auch kurz Zeit fĂŒr ernste Worte und so lautet ihre Antwort auf die politische Gesamtsituation `Thinking Allowed`, ehe sich die Truppe verabschiedete. Schlechte Voraussetzungen, unterbewertete Band, richtig fetter Gig!

Snapseed_17Ein leichtes Kontrastprogramm zur fröhlichen Stimmung bot das hollĂ€ndische Flaggschiff ASPHYX. Zumindest musikalisch, denn stimmungsmĂ€ĂŸig wurde hier aus allen Rohren gefeuert, bis das Amphitheater aus allen Poren von den Besuchern blutete. Martins SprĂŒche („Unser Drummer weigert sich seit Jahren nackt zu spielen“), die kompromisslose BrutalitĂ€t und das vollgestopfte Amphitheater harmonierten perfekt miteinander. Songauswahl, QualitĂ€t und Stimmung, konnte man folgendermaßen beschreiben:‹DEEAAAAATH HAAAMMEER!!!!! BOW DOWN TO THE DEATH HAMMMER!!!‹ON YOUR KNEES!!!!!

Oldschool mĂ€ĂŸig die RĂŒbe abschrauben lassen und danach völlig zerstört aus dem Moshpit in Richtung Bierstand kriechen. ASPHYX lieferten zuverlĂ€ssig ab und hinterließen eine schwitzende und glĂŒckliche Meute.

Radu

Snapseed_16Die nĂ€chste Abrissbirne stand nun schon in den Startlöchern, um dem Publikum zu zeigen was ne Harke ist. Die Bay Area Thrasher EXODUS sind immer wieder ein Garant fĂŒr hochexplosive Konzerte. Auch heute war es der Fall. Vor allem mit dem zurĂŒckgekehrten SĂ€nger Steve „Zetro“ Sousa, ging es hier im Rund mĂ€chtig zur Sache. Die beiden Gitarristen Gary Holt und Lee Altus ballerten ihre Riffs und aberwitzigen Gitarrensoli ins Publikum, wĂ€hrend die Rhythmusfraktion mĂ€chtig Dampf abließ und das Publikum ausrasten ließ. Die Setlist war vom Allerfeinsten, somit war EXODUS an diesem Wochenende wirklich einer der Höhepunkte.

Snapseed_14PARTYTIME


.D-A-D aus DĂ€nemark hatten es trotzdem nach EXODUS leicht, das Publikum auf seine Seite zu ziehen, denn sie sind wirklich Garant fĂŒr gute Laune Konzerte. Angefangen vom genialen BĂŒhnenbild: Ein komplettes Wohnzimmer wurde auf die BĂŒhne gebracht. Auf einer riesigen blauen Couch stand das Schlagzeug von Laust Sonne. Links und rechts der BĂŒhne standen zwei ĂŒberdimensionale VerstĂ€rkerattrappen, wĂ€hrend im Hintergrund zwei riesige Wandteppiche hingen, drapiert von zahlreichen Stehlampen. Also DAS BĂŒhnenbild schlechthin vor dem Herrn!!

Die Show wie immer spaßig, mit lustigen Ansagen von Herrn Binzer, Mitsingspielchen und natĂŒrlich einer deftigen Prise RockÂŽn Roll. Ausnahmebassist Stig Pedersen, der mit seinen absolut genialen zweiseitigen BĂ€ssen immer ein Hingucker ist und heute mit Astronautenanzug und Helm bekleidet war…ein Mordsgaudi. Das Publikum war außer Rand und Band und feierte die Band lautstark, besondern zum Schluß, als die Bandhymne `Sleeping My Day Away` ertönte. Alle Daumen hoch!

Snapseed_12Nun wurde es bitterböse. BEHEMOTH, das polnische Black/Death Abrisskommando, gab sich die Ehre, den Samstag abzuschließen. FĂŒr die Fotografen hieß es nach dem ersten Song in den Fotograben, nur zwei Songs fotografieren und dann ganz schnell wieder daraus zu verschwinden. Manchmal muss man das nicht verstehen.

Das Konzert begann dĂŒster mit `Blow Your Trumpets Gabriel`. Frontmann Nergal erschien mit Fackeln auf der BĂŒhne, zĂŒndete einige Lampen an, warf die Fackeln zur Seite und fast hĂ€tte das Backdrop Feuer gefangen, hĂ€tte nicht ein beherzter Roadie eingegriffen. Die Band spielte sich konsequent durch ihre Setlist, die kaum WĂŒnsche ĂŒbrig ließ. NatĂŒrlich durfte eine deftige Pyroshow nicht fehlen, ebenso der obligatorische Weihrauch. SĂ€nger und Gitarrist Nergal ĂŒber alles erhaben zog das Publikum in seinen Bann. Alles in allem war es ein sehr intensives Konzert, so wie man es von BEHEMOTH kennt
..und dem Publikum gefiel es.

Sonntag 3. Festivaltag

Snapseed_11Sonntag, der wohl beste Tag auf diesem Festival, startete leider mit einer derben VerspĂ€tung des Einlasses und somit konnten nicht alle den Anfang des Gigs um 12 Uhr des US-Trios NIGHT DEMON sehen oder zumindest nur die letzten Songs hören. Trotzdem konnte ich noch glĂŒcklicherweise pĂŒnktlich den Graben betreten. Die mittlerweile sehr erfolgreiche Newcomer Band aus Ventura um SĂ€nger und Bassisten Jarvis Leatherby, John Anthony (g.) und Dusty Squires (dr.) kamen mit ihrem klassischen Heavymetal, einer erlesenen Prise NWOBHM gut beim Publikum an und konnten somit die ersten Pluspunkte dieses Festivaltages fĂŒr sich einstecken. Daumen hoch!!

Snapseed_10BLOOD CEREMONY aus Kanada stand als nĂ€chste Band auf dem Programm. Die Band um Frontfrau Alia OÂŽBrain (voc., fl., keyb.) zelebrierte hier Psychedelic Rock, gemischt mit einer Prise Doom Metal, gewĂŒrzt mit ein wenig Folk und Progressive Rock! Die Band erinnerte ein wenig an Jethro Tull und Jefferson Airplane, wobei der Gesang der Frontfrau Alia nach einiger Zeit etwas nervig wurde. Die Musik war gut, keine Frage! Aber solche eine Band wĂŒrde ich lieber in einem Club sehen, als bei hellem Tageslicht. Nicht ganz so prickelnd!!

Snapseed_8SECRETS OF THE MOON bei hellstem Tageslicht. Yes!!! Endlich konnte man sie fotografieren. In den Clubs waren sie kaum auf der BĂŒhne zu sehen, da das Licht meist von hinten kam. Die Band bot hier wirklich ein allerfeinstes Konzert. Mit ihrem dĂŒsteren Black Metal zog die Band alle Register, konnte auch am Tage ihre intensive Musik voll entfalten. Auch fĂŒr mich gab es GĂ€nsehauteffekte, denn diese Band kann einen wirklich in ihren Bann ziehen. Mitreißend!!!!!!!!! Alle Daumen hoch!!

Snapseed_7Es folgte nun DEMON, 1979 in England gegrĂŒndet, schossen hier wirklich ein Feuerwerk an Hits ins Publikum. Eigentlich ist die Band ja immer noch ein Geheimtipp und konnte sich bis dato nicht so richtig an der Spitze der Bands ihres Genres setzen. Aber das tat dem Ganzen keinen Abbruch. Dem Publikum gefiel es und feierte die Band lautstark.

Snapseed_5ROOS THE BOSS war nun angesagt, mit dem ehemaligen MANOWAR Gitarristen Ross Friedman. Auf dem „Keep It True 2016“ und „Headbangers Open Air 2016“ sollen sie mĂ€chtig abgesahnt haben. Dementsprechend war die Vorfreude hier im Publikum sehr hoch und zum ersten Mal war hier das Amphitheater brechend voll, was dann hier geschah war unglaublich! Das komplette Publikum rastete vollkommen aus. Hier wurde lautstark zu dem „Early Days MANOWAR Set“ mitgesungen, gebangt

..Stimmung hoch drei, auch wenn der Gesang ein wenig enervierend war! Obwohl ich kein MANOWAR Fan bin, war das wirklich klasse!!!

Snapseed_4Nun kam fĂŒr mich einer meiner persönlichen Höhepunkte des Festivals. FATES WARNING, die MitbegrĂŒnder des progressiven Metal. Das Set begann mit `From The Rooftops` vom aktuellem Album „Theories Of Flight“, gefolgt von `Live In Still Water` und eines meiner Lieblingssongs der Band `Seven Stars`. Was soll ich zu dieser Truppe noch sagen! Eine begnadete Band, die es live wirklich schafft, fast alle in ihren Bann zu ziehen. Angefangen mit Ray Alders fantastischem Gesang, der einmaligen Gitarrenfraktion mit Jim Matheos und Frank Aresti, Joey Vera, dem Bassisten vor dem Herrn und Bobby Jarzombek an den Drums. Was diese Herren hier in einer Spielzeit von siebzig Minuten zelebrierten, war ganz großes Kino. Hier stimmte alles, es war ein komplettes Gesamtpaket voller großartigen Songs. Danke!!!

Jetzt folgte DER Höhepunkt des gesamten Festivals!!!! DIRKSCHNEIDER!!! Soll ich sagen: Er kam sah und siegte!? DEFINITIV.

Snapseed_2Was jetzt hier im Amphitheater geschah, kann man schlecht in Worten beschreiben. ROSS THE BOSS haben schon mĂ€chtig abgerĂ€umt. Aber Udo hat es geschafft hier wirklich alles zu toppen! Udo Dirkschneider, eigentlich die ehemalige Stimme der deutschen Metalschmieder ACCEPT, hat nach U.D.O. den Schritt gewagt mit DIRKSCHNEIDER alte ACCEPT-Klassiker ein letztes Mal live zu spielen, nach dem Motto: Back To The Roots – Farewell to Accept
. Ok kommen wir nun zur Sache! Die Setlist ließ absolut keine WĂŒnsche offen. Songs wie: `London Leatherboys`, `Midnight Mover`, `Breaker`, `Princess Of The Dawn`, `Restless And Wild`, `Metal Heart` und und und




Die Band in absoluter Spiellaune, machte aus dem Ganzen eine riesige Metalparty. Matten wurden geschĂŒttelt, jeder Refrain wurde lautstark mitgesungen und Crowdsurfer ohne Ende
..das Amphitheater kochte förmlich ĂŒber! So muss ein Metalkonzert sein. Laut! Ehrlich! Mitreissend! Das war wirklich nicht mehr zu toppen!! Selten habe ich so einen energiegeladenen und emotionsvollen Gig erlebt!! Alle Daumen hoch!! Danke Udo und Band!!

SnapseedKommen wir nun zum Sonntagsheadliner, die Melodic Death Metaler OPETH aus Schweden, die nicht wirklich den Auftritt von DIKSCHNEIDER toppen konnten. Die Band hatte zwar einen phĂ€nomenalen Sound, die Fans der Band waren natĂŒrlich entzĂŒckt und feierten somit die Band mĂ€chtig ab. Aber zahlreiche Metalheads verließen schon frĂŒhzeitig das Rund um sich noch ein letztes Bier zu genehmigen, Party auf dem Campingplatz zu machen oder den Heimweg anzutreten.

Tja, leider ist es nun auch schon wieder vorbei und die Schreiber denken mit Wehmut zurĂŒck, schauen aber auch gleichzeitig wieder nach vorne und sagen: Auf zum nĂ€chsten Familientreffen 2018!

Danke an die Truppe vom Rock Hard, der es wieder einmal gelungen war, ein hervorragend entspanntes Festival mit tollen Bands wie DIRKSCHNEIDER, ROSS THE BOSS, FATES WARNING, EXODUS, MONUMENT, ASPHYX und und und auf die Beine zu stellen.

Wir sehen uns nÀchstes Jahr!!

Uli und Radu

LIVE REVIEW: LES DISCRETS

Posted by Samir On Januar - 25 - 2017

Erfurt, Montagabend, -11 Grad. Trotz der eisigen Temperaturen ist das From Hell gut gefĂŒllt und bietet wiedermal eine hochwertige musikalische Zuflucht. LES DISCRETS laden ein und haben mit MOSAIC einen vielversprechenden Support im GepĂ€ck.

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LIVE REVIEW: EQUILIBRIUM

Posted by Radu On Oktober - 9 - 2016

EQUILIBRIUM, HEIDEVOLK, FINSTERFORST,NOTHGARD

Pagan Overload vom feinsten versprach der Banner. Einlass 18 Uhr und Startschuss um 19 Uhr in die Bochumer Matrix. Entweder spielten NOTHGARD den kĂŒrzesten Gig ever, oder sie hatten schlichtweg vorher angefangen, weil wir nur noch die letzten anderthalb Songs mitbekommen. Schade, denn da ich sie nicht kannte hĂ€tte ich mich ĂŒber mehr gefreut. Der Meute scheint es zu gefallen, denn sie frisst Dom bei seinen Ansagen aus der Hand und entlĂ€sst die Truppe mit einer ordentlichen Packung Feierwut im Bauch.

Finsterforst Danach wird die BĂŒhne in mystisches Licht getaucht, ehe epochale KlĂ€nge eine unheilige Allianz in Form von FINSTERFORST ankĂŒndigen. Entsprechend seltsam mutet die grĂŒn blickende Brille auf Olis Glatze an, aber die Band hat halt einen eigenen Humor. Epische KlĂ€nge wechseln sich mit kurzfristiger Raserei ab, ohne den Spaß auf der Strecke zu lassen. „Da wir ja so eine böse Black Metal Band sind, gibt es jetzt etwas fĂŒr die gute Laune“ spricht es und lĂ€sst `Zeit fĂŒr Hass` von der Kette. Auch eine Mini Circle Pit der Band auf der BĂŒhne ist drin und so steigt die Stimmung proportional zum Alkoholpegel.

HeidevolkDer Kessel steht schon amtlich unter Druck, ehe die Truppe von HEIDEVOLK auf die BĂŒhne springt, um dem Publikum einen amtlichen Tritt zu verpassen. Die Songs knallen, das Publikum jubelt und klatscht, wĂ€hrend man sich vor und auf der BĂŒhne zu sportlichen Höchstleistungen anstachelt. Kein Wunder, denn Live Granaten wie `voorwaarts` sind halt SelbstlĂ€ufer, die eine Belastungsprobe fĂŒr Nacken und StimmbĂ€nder gleichzeitig darstellen. Auch wenn kurz mal der Fuß vom Gas genommen wird, so dreht man konstant an der Spannungskurve, bis die Meute kaum noch kann. Gegen Ende des Gigs merkt man das der Audienz auch an, denn man ist ausgepowert und wartet mittlerweile auf den Hauptakt. Der Sympathiefaktor zur Band macht alles wieder wett und so wird nochmal alles zusammengekratzt, um nochmal einen wĂŒrdigen Abschluss zu bieten. Die NiederlĂ€nder danken es herzlich, die Masse ist am Ende. Die Umbaupause zieht sich in die LĂ€nge, aber was will man machen, wenn mal eben eine Baumlandschaft und die Instrumente vorbereitet werden mĂŒssen? Besonders in den vordersten Reihen herrscht eine höllische Hitze, wobei die Organisation hier beherzt eingreift und Wasserflaschen an die Besucher verteilt.

EquilibriumDie LĂŒftung funktioniert nur sporadisch und ehe ein Herr mit AufgusswĂŒnschen um die Ecke kommen kann, erlischt das Licht und EQUILIBRIUM betreten die BĂŒhne. Getreu dem Motto „Was auf dem Album funktioniert, klappt auch live“ wird der Opener des aktuellen Werkes „Armageddon“ rausgehauen und der Akku einer ausgepowerten Menge schießt explosionsartig in die Höhe. Robse hĂ€lt die GĂ€ste gut bei der Stange und fordert einiges an Einsatz ein. DafĂŒr wird man im Gegenzug mit ĂŒberwiegend Material vom neuen Album belohnt. Leider hat der Soundmischer einen durchwachsenen Tag, so dass gerade der Effekt bei `Born To Be Epic` teilweise auf der Strecke bleibt. Auch die `Wirtshaus Gaudi` gehört zu den schwĂ€cheren Momenten der Band und lĂ€sst das Konzert an manchen Stellen einbrechen. Solche Patzer sind aber schnell vergeben, wenn in voller LautstĂ€rke das `Skyrim` Cover ertönt und sich Metalheadz und Gaming Nerds beim Feiern die GlĂ€ser reichen. Viel zu frĂŒh scheint man den Stecker zu ziehen, ehe man noch mit weiteren Zugaben belohnt wird spĂ€testens mit `Unbesiegt` den Boden aufwischt. Alles in allem eine schweißtreibende Sache, bei der man einem noch ansieht, dass es ein anstrengender Abend war. Aber ohne Fleiß, keinen Mosh.

Sebastian Radu Groß

LIVE REVIEW: PSOA 2016

Posted by Samir On September - 22 - 2016

psoaZum mittlerweile 21ten mal öffneten sich die Pforten der Hölle, besser bekannt als ThĂŒringen und versammelt Extreme Metal Fans aus aller Welt zum Party San Open Air. Was 1996 vor 170 Zuschauern begann, hat sich lĂ€ngst als eines der beliebtesten Festivals der Republik etabliert. Und dies auch, wie sich 2016 zeigt, vollkommen zurecht!

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PROPHECY FEST 2016

Posted by Radu On August - 2 - 2016

Was habt ihr so am Wochenende gemacht? „Wir waren auf einer Kunstausstellung, im TheaterstĂŒck und haben eine Höhle besichtigt. Außerdem haben wir zwei Tage lang Konzerte (von zart bis hart) gehabt und viele nette Leute in einer entspannten AtmosphĂ€re kennen gelernt.“ Soweit die kurze Zusammenfassung vom diesjĂ€hrigen PROPHECY FEST in der Balver Höhle. War es letztes Jahr bereits sehr schön, konnten die Veranstalter dieses Mal sogar noch eine Schippe drauflegen. Aber lest selbst…

Vernisage

Das Ambiente der Balver Höhle ist einzigartig und bietet neben der AtmosphĂ€re auch weitere Vorteile: alles liegt eng beieinander und man hat nur kurze Wege zu Fressbuden, Toiletten und Campingplatz. In Sachen Abwechslung wird erneut Gas gegeben; im hinteren Teil der Höhle stellt Fursy Teyssier von LES DISCRETS seine Malereien aus. Er dĂŒrfte vielen bereits als Covergestalter von seiner Band, sowie von ALCEST bekannt sein. Auch der heiß umkĂ€mpfte Merchandise WĂŒhlstand ist dieses Jahr am Start und bietet neben Schallplatten auch Shirts (zu Schleuderpreisen) und liebevoll aufgemachte CD BĂŒcher an. Hier wurde dieses Mal eine Absperrung eingebaut, damit die Meute in kleinen Gruppen wĂŒhlen können. Auch vor der BĂŒhne haben die Veranstalter eine Absperrung eingebaut, so das man sich jederzeit verkrĂŒmeln kann, was einiges an Massenchaos raus nimmt. Nach einem entspannten Rundgang durch Fursys Galerie geht es auch schon los mit dem ersten Gig.

HEKATE eröffnen das Fest und sorgen anfangs fĂŒr verhaltene Blicke und neugierige Ohren. Der Mix aus experimentellen ElektronikklĂ€ngen und mittelalterlicher Folklore braucht seine Zeit, entfaltet dann jedoch eine packende AtmosphĂ€re. Viele Besucher sehen es Ă€hnlich und so wird im Laufe des Sets aus wohlwollendem Klatschen eine immer grĂ¶ĂŸere Gemeinde, welche der Band aus der Hand fressen. Getreu dem Motto „Keine Ahnung was es ist, aber sie haben es“ zieht die Truppe ihren Siegeszug fort und macht neugierig auf mehr. Ein optimaler Start und charismatischer Opener fĂŒrs Fest.

Hekate1

Ganz andere Töne schlagen dagegen GERM an. Mit den Alben hat man sich schnell eine Fangemeinde aufgebaut, die aber weitestgehend auf eine Live PrĂ€senz verzichten musste. Eingebettet in wuchtigem Soundgewand und eingestreuten, sphĂ€rischen KlĂ€ngen, pflĂŒgt man sich durch das Set. Die aggressive Stimme durchbricht dabei die Schönheit (jedoch nicht die Erhabenheit) der StĂŒcke und hinterlĂ€sst bei der Audienz unterschiedliche EindrĂŒcke. Rastet ein Teil mit GĂ€nsehaut auf der Pelle hemmungslos dazu aus, so wĂŒrde sich der andre Teil ebenfalls freuen, wenn das Kreischen am Mikro nicht wĂ€re, aus dem kein menschliches Wort zu verstehen ist. UnterstĂŒtzt wird GERM von Andreas Schiffmann am Bass, David Conrad von Heretoir und Audrey Sylvain am Gesang, wobei „Just For A Moment“ erstmals live dargeboten wird.

Germ1

Es ist bereits einige Zeit her, dass LES DISCRETS live von sich Reden gemacht haben. Auch das letzte Album hat bereits vier Jahre auf dem Buckel und so ist die Erwartungshaltung an Fursy groß. Hat man sich in der Vergangenheit mit Neige und Winterhalter von ALCEST live ausgeholfen, ist man nun mit einer komplett neuen Truppe am Start. Leider hört man es ihnen auch an, denn man stolpert sich mehr oder weniger durch das Set. NatĂŒrlich krachen Klassiker wie „L’Ă©chappĂ©e“ und “Les Feuilles de l’olivier“ live immer noch schön mĂ€chtig, aber man merkt halt, dass es an einigen Ecken noch hapert. Auch die Entscheidung zwei neue Songs direkt hintereinander zu prĂ€sentieren sollte hinterfragt werden, aber OK. Das neue Material vom 2017 erscheinenden Album „Predateurs“ klingt ruhiger und birgt eine Mischung aus 80er Jahre und Ambient EinflĂŒsse, die auch die Marschrichtung der neuen Katatonia verfolgen. Wie es sich insgesamt macht, wird man dann noch sehen; fest steht, dass es hier „nur“ ein guter Auftritt war und man die Band auch schon in besserer Form erlebt hat. Bleibt zu hoffen, dass man sich aufeinander einspielt und die Magie nĂ€chstes Mal wieder besser ĂŒbertragen wird.

Les Discrets1

A propos Magie: zugunsten des Merchandise Standes und der Fressbuden, muss der erste Teil von IRON MOUNTAIN eher im Hintergrund fĂŒr mich laufen. Frisch gestĂ€rkt „nur mal eben rasch reinhören und danach zum Bierstand“ ist aber nicht, denn das komplett instrumentale Material proggt sich munter durch die Audienz. Eine derart zusammengewĂŒrfelte Mischung aus Prog, Psychedelic, und Post Rock zu vereinen ist mutig, aber irgendwie funktioniert es auch live besonders gut. „Bonfires“ entfaltet eine packende AtmosphĂ€re aus introvertierten Momenten, ehe es einen Abstecher zum Irish Folk macht, ohne den Zuschauer los zu lassen. Man kann in vielen Augen erkennen, dass sich ganze Gedankenwelten wĂ€hrend der Darbietung öffnen und jeder seinen eigenen Trip fĂ€hrt, wĂ€hrend sich die Iren auf der BĂŒhne fleißig abmĂŒhen. Die Kritik, nichts Halbes und nichts Ganzes zu sein, lassen sich die Jungs locker gefallen, denn fest steht, dass sie mit ihrem Auftritt fĂŒr große Überraschung gesorgt haben.

Iron Mountain2

Professionell, atmosphĂ€risch und charismatisch; SECRETS OF THE MOON haben auf dem Prophecy Fest ein Heimspiel und können mit einer fetten Setlist punkten. Im Hintergrund werden auf einer Leinwand die einzelnen Songtitel mit kleinen ErlĂ€uterungen aufgefahren, wĂ€hrend man sich eines mĂ€chtigen Sounds erfreuen kann. Wenn alles perfekt ist, warum haut mich die Band an diesem Abend nicht vom Hocker? Vielleicht ist alles zu perfekt oder es ist auch der MĂŒdigkeit geschuldet, aber irgendwie springt der Funken bei mir nicht ĂŒber. Die Fangemeidne freut sich, scheint aber teilweise auch vom Tag angeschlagen zu sein. Nichtsdestotrotz machen die Jungs mit Schwergewichten wie „Man Behind The Sun“ alles richtig und pfeffern alles in die Meute, um zufriedene Gesichter zu hinterlassen.

Secrets Of The Moon3

Der Soundcheck von HELRUNAR lĂ€sst bereits staunen, denn auf die Bitte des Tontechnikers mal zu screamen, eröffnet Skald Draugir eine große Bandbreite an AggressivitĂ€t, ehe sein tiefes Stimmorgan auch im cleanen Bereich die Höhle erzittern lĂ€sst. Vorhang auf und nochmal alle Kraftreserven mobilisiert, denn man wird gefordert. Schnell folgt die Audienz der Truppe und auch die charismatischen Ansagen Skalds verfehlen ihre Wirkung nicht. Wehende MĂ€hnen, staunende Blicke und euphorischer Beifall begleiten den Gig, den ich leider wegen der MĂŒdigkeit nicht ganz zu Ende schaffe. Sehr gelungen und eine guter Grund sich die Alben nochmal in Ruhe in den Kopf zu schaufeln.

Helrunar

Der nĂ€chste Tag beginnt relativ frĂŒh, denn unter dem Namen WÖLJAGER hat Marcel „Skald Draugir“ Dreckmann ein TheaterstĂŒck geschrieben, das ebenfalls in meiner Heimatstadt LĂŒdinghausen vor zwei Wochen aufgefĂŒhrt wurde. Nun dient die SchĂŒtzenhalle Beckum als Ort des Geschehens fĂŒr das StĂŒck, dem auch das Album „VanÂŽt Liewen und Stiawen“ („Vom Leben und Sterben“) gewidmet ist. Ein seltsamer Anblick, viele Black Metaller lieb und artig in einer voll besetzten Halle sitzen zu sehen, aber das TheaterstĂŒck ist ein sehr guter Grund dafĂŒr. Packend und extrem atmosphĂ€risch dargeboten wird die Geschichte des jungen Wilhelm aus dem MĂŒnsterland erzĂ€hlt, der die Gabe hat, in die Zukunft zu blicken. Diese Gabe lĂ€sst sich nicht kontrollieren und beschrĂ€nkt sich darauf, den Tod einiger Mitmenschen zu erblicken, weshalb ihn die Leute meiden. Marcel Dreckmann verhilft mit seinem Projekt WÖLJAGER der plattdeutschen Sprache zu seinem Erben, da diese vom Aussterben bedroht ist. Das TheaterstĂŒck unterstreicht sowohl die MĂŒnsterlĂ€nder MentalitĂ€t und baut gleichzeitig die BrĂŒcke zum morbiden Geist der Metalszene. Musik und Theater sind KĂŒnste, die hier auf eindrucksvolle Weise miteinander verschmelzen und zeigen, das der Zeitgeist der Metaller nicht ausschließlich auf dem rebellischen Aufbegehren limitiert ist, sondern gleichzeitig den Geist eines Freidenkers fördert. Dabei kommt viel KreativitĂ€t rum, die hier sehr eindrucksvoll inszeniert wird und das Prophecy Fest in Sachen VielfĂ€ltigkeit um einen großen Beitrag bereichert.

Wöljager

ZurĂŒck zur Balver Höhle, rasch etwas zum Essen reingeballert und ab zur BĂŒhne, wo bereits VÖLUR einen massiven Klangteppich zelebrieren. Auf der BĂŒhne eine Gestalt in schwarzer Kutte mit Bass, eine Violistin mit gefĂŒhlten 100 EffektgerĂ€ten auf der BĂŒhne und ein Schlagzeug im Hintergrund. Mit Leidenschaft bricht ein musikalischer Brocken spirituellen Trance/Dooms auf die Audienz ein, der Staunen lĂ€sst. Unglaublich, was man aus drei Instrumenten rausquetschen kann und auch wenn es fĂŒr mich zu schwer verdaulich ist, so sieht man viele glĂŒckliche Gesichter nach dem Gig mit einer VÖLUR Platte aus der Höhle strömen.

Völur

WĂ€hrend man sich kurz ĂŒber den italienischen Eiswagen am Eingang der Höhle wundert (und sich spĂ€ter ĂŒber ein Vanilleeis hermacht), brummt eine Eruptionswelle von Bass aus der Höhle und macht neugierig auf die nĂ€chste Band. Dunkle BĂŒhne, zĂ€hflĂŒssiger Sound und Ansagen mit Helge Schneider Humor; BOHREN & DER CLUB OF GORE nehmen sich nicht all zu ernst und was ich ursprĂŒnglich fĂŒr den Soundcheck gehalten hatte, stellt sich bereits als Performance heraus. „Wir bringen euch Abwechslung“ lautet die selbstironische Ansage, ehe der Doom/Jazz auf die Audienz unterschiedliche Wirkungen hat. Die einen entfachen im Kopfkino sofort eine Film Noir Szenerie, bei der eine verregnete Straßenecke den Weg zu einem alten DetektivbĂŒro ebnet, in der eine Femme Fatale den Raum betritt. Die anderen wundern sich, wie man eine Stunde Spielzeit mit maximal fĂŒnf Tönen ĂŒberbrĂŒcken kann; da ich zur letzten Kategorie gehöre, verschließt sich mir das Kopfkino und ich ĂŒberbrĂŒcke die Zeit mit einem MittagsschlĂ€fchen, zu dem mich diese Band gut inspiriert hat.

Bohren und Club of Gore

Es fĂ€llt mir schwer, aus meinem hypnotischen Zustand herauszukommen, aber ANTIMATTER dĂŒrften nach der vorangegangenen Band leichtes Spiel bei mir haben. Und tatsĂ€chlich, die ĂŒberwiegend ruhigeren StĂŒcke entfalten rasch ihre Wirkung auf die Audienz und fĂŒllen die Höhle mit jeder Spielminute mehr. Die dunklen Songs beherbergen stets einen Hoffnungsschimmer und gehen schnell in den Gehörgang. Viele Fans haben sich zusammengefunden und feiern frenetisch ab und freuen sich auf die Abwechslung zwischen introvertierten Elementen, Aufbegehren und romantisch, akustischen Momenten. Ich kannte sie bis dahin nicht,aber live kann man ANTIMATTER eine dichte AtmosphĂ€re nicht absprechen.

Antimatter2

Es wird eng auf der BĂŒhne, wenn sich die komplette Belegschaft von GLERAKUR auf die BĂŒhne drĂ€ngelt. Warum zum Teufel hat man drei Gitarristen, zwei Bassisten und zwei Schlagzeuger am Start, wenn der Grundrhythmus doch eigentlich kaum variiert? Und warum kann man sich nicht auf einen Stil einigen? Und warum zum Teufel geht einem der Scheiß auch Minuten spĂ€ter nicht mehr aus dem Kopf, obwohl man es gar nicht so intensiv erlebt hat? Die Antwort ist simpel: was nach nicht viel aussieht oder auf den ersten Blick klingt, entfaltet seine Langzeitwirkung nach mehreren Minuten. Mit chirurgischer PrĂ€zision werden unterschiedliche Gitarrenarrangements untereinander vermischt und zu einem großen Ganzen zusammengefĂŒgt, um es in ruhigen Momenten sanft auseinanderbrechen zu lassen, damit man die einzelnen Elemente raus hören kann. Bestaunt man diese Schönheit gerade fasziniert, ebnet man einen geraden Weg, der den Song in einen Moshpart verfallen lĂ€sst, und damit endgĂŒltig das Siegel der Langlebigkeit drauf klatscht. Klingt verschachtelt, ist es auch. Aber verdammt genial inszeniert und der Audienz dargeboten.

Glerakur

Über ALCEST im Livemodus muss man nicht viele Worte verlieren, denn sie haben sich seit der Veröffentlichung von „Écailles de Lune“ schnell im Sektor verbreitet. Grund genug das Album in kompletter LĂ€nge live zu wĂŒrdigen und um ein Best Of Set zu ergĂ€nzen. Bevor man das Best Of Set auf „2 Mal „Écailles de Lune“ live spielen“ limitiert, gibt es doch noch vier weitere Songs, die dargeboten werden. GĂ€nsehaut pur, schmusende Paare oder Fasziniation in den Blicken der Anwesenden, die Wirkung von ALCEST ist sehr facettenreich. Das nutzt man natĂŒrlich schamlos aus, um eine astreine Performance zu zaubern und der sonst eher schĂŒchterne Neige lĂ€sst sich sogar zu Danksagungen und einigen LĂ€chlern hinreißen. Warum allerdings der Gesang bei `Delivrance` aus der Dose kommt, ist mir ein RĂ€tsel; entweder man spielt alles live oder lĂ€sst es komplett. Das tut dem Auftritt jedoch keinen Abbruch und sei dieses Mal verziehen, denn es wurde nach allen Regeln der Kunst abgerĂ€umt.

Alcest2

Der Tag hinterlĂ€sst seine Spuren und man wird mĂŒde, Dennoch werden nochmal alle Kraftreserven gesammelt, um sich SOL INVICTUS anzuschauen, die mir bis dahin unbekannt sind. Prog Folk mit irischen Momenten oder doch eher eine Mischung aus nachdenklichen und fröhlichen Elementen? Mein Kopf kann die Schublade zu dieser spĂ€ten Stunde nicht mehr finden; fest steht, dass Tony Wakeford an der Akustik Klampfe und Gesang alles gibt und die Menge damit auf seine Seite zieht. Das muss er auch, denn der Auftritt ist leider von Pannen ĂŒberschattet: die zweite Violine fĂ€llt aus, beim Duett wollen die Stimmen nicht harmonieren und auch die Flöte rutscht in schiefe Gefilde rein. Dennoch macht man seine Sache gut, kann man schließlich auf die Diskographie von gefĂŒhlten 30 Alben zugreifen. Die Dame am Cello geht steil, der dritte Geiger fĂ€llt mit seine arhythmischen Verrenkungen auf, Tony spielt locker weiter und schafft es noch dazu, das Publikum mit seinem trockenen Humor zu begeistern. Trotz (oder gerader wegen?) dieser Pannen reißt man einen charismatischen Gig runter, der sich gewaschen hat.

Sol Invictus

Letztes Jahr VEMOD verpasst, dieses Jahr soll es aber sein. Nachdem sie letztes Jahr einen epischen Auftritt gehabt haben, stehen die Zeichen dieses Jahr auf Wiederholung. Nach einem langgezogenen Intro, das alleine schon fĂŒr sich das Warten wert ist, ballert man sich auch schon durchs Black Metal Programm. AuffĂ€llig der Gesang, der nicht klassisch gescreamt, sondern eher tief ist. Leider schluckt der Bass einiges an Sound weg, so dass es fĂŒr mich „nur“ ein guter, aber halt kein epischer Gig ist. Auf jeden Fall ein guter Grund sich nĂ€her mit dem Album zu beschĂ€ftigen.

Vemod2

Fazit:
Das warÂŽs dieses Jahr also leider schon wieder mit dem PROPHECY FEST. Was also bleibt noch zu sagen? Es gab tolle KĂŒnstler, ein sehr vielfĂ€ltiges Programm und eine tolle AtmosphĂ€re. Die Veranstalter haben alles richtig gemacht und aus dem letzten Jahr gelernt. Das Besondere an der ganzen Sache: die herzlichen und familiĂ€ren Rahmenbedingungen ebnen den Weg fĂŒr die vielen Kleinigkeiten, die dieses Festival zu etwas ganz Besonderem machen. So ist es ein ĂŒberschaubares Festival, bei dem man seine Kumpels immer wieder ĂŒber denn Weg lĂ€uft (ca. 1300 Leute). Ein aufwendig gestaltetes Programmbuch (inkl. Soundtrack und Video) fĂŒr lau und die Vorabshow am Donnerstag von Troll Music (leider nicht geschafft) sind ebenfalls ein echtes Schmankerl. Auch die freundliche und hilfsbereite Security, sowie entspannten Feuerwehrleute tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die GĂ€ste wohl fĂŒhlen. Und die GĂ€ste sind das, was diesem Festival zum Highlight verhelfen: hier kommen die Leute gerne hin, um Freunde zu treffen, sich ĂŒber unterschiedliche Musikstile auszutauschen, ihren Horizont zu erweitern (WÖLLJAGER TheaterstĂŒck) und neue Leute aus unterschiedlichen LĂ€ndern kennen zu lernen. Musik verbindet halt unterschiedliche Nationen und gerade in diesen Tagen, in denen sich die Nachrichten ĂŒber Terror ĂŒberschlagen, ist es schön zu sehen, wie die Leute respektvoll und freundschaftlich miteinander umgehen. Mittlerweile wurde auch der Termin fĂŒrs nĂ€chste Jahr (28./29.07.2017) und erste Bands (DORNENREICH, SUN OF THE SLEEPLESS, DOOL, THE VISION BLEAK, THE MOON AND THE NIGHTSPIRIT) bestĂ€tigt. Letztes Jahr waren wir neugierig, ab diesem Jahr steht fĂŒr uns fest: PROPHECY FEST ist fester Bestandteil unseres Sommers und hat sich zum Kult gemausert.

Thanx PROPHECY, it was a blast!!!

WINERY DOGS MATRIX

Posted by Uli On Juni - 26 - 2016

WINERY DOGS, TOSELAND 13.6.2016 Matrix Bochum…wie kann man einen verregneten Montag am besten beenden. Auf der Couch? Oder man fĂ€hrt in die Bochumer Matrix um die WINERY DOGS auf ihrem Exclusivkonzert in Deutschland im Rahmen ihrer Double Down Summer Show zu bewundern. Aber auf dieses Idee kamen auch andere, denn die Matrix war sehr gut gefĂŒllt.

IMG_1332Mit im GepĂ€ck, bzw. Vorprogramm, hatten sie die britischen Hard Rocker von TOSELAND, die von Anfang an fĂŒr gute Stimmung sorgten. Die Band um Namensgeber James Michael Toseland (ehemaliger britischer Motorradrennfahrer) war gut eingespielt, brachte viel Spiellaune auf die BĂŒhne, die sich sofort auf das Publikum ĂŒbertrug, welches die Band lautstark abfeierte. Nach fĂŒnfundvierzig minĂŒtiger Spielzeit verließ dann die Band die BĂŒhne.

Nach einer etwas lĂ€ngeren Umbaupause, ichfragemichwarumdasimmersolangedauernmuss, denn es geschah nicht sehr viel auf der BĂŒhne, erschien dann endlich das Trio, wurde frenetisch vom Publikum begrĂŒĂŸt und legte sofort fulminant mit dem TitelstĂŒck `Oblivion` von ihrem Album „Hot Streak“ los. Schon nach den ersten Takten konnte man bereits merken, dass hier drei Ausnahmemusiker auf der BĂŒhne standen, die zwar ihr ganzen Können zur Schau stellten, aber trotzdem das GefĂŒhl gaben, eine richtige Band zu sein.

Allen voran SĂ€nger und Gitarrist Richie Kotzen, der frĂŒher mal bei POISON und MR. BIG sein Stelldichein gab, der mit seinerIMG_1312 soulig/rockigen Stimme und seinem virtuellen Gitarrenspiel ĂŒber alles erhaben war, gefolgt von Bassist Billy Sheehan, frĂŒher bei TALAS, DAVID LEE ROTH, MR. BIG und STEVE VAI, sorgte mit seinen wahnwitzigen BasslĂ€ufen fĂŒr heruntergeklappte Kinnladen. An den Drums Mike Portnoy, ehemals DREAM THEATER, AVENGED SEVENFOLD und TRANSATLANTIC, spielte eher nicht ĂŒberragend, wie man es von ihm kennt, sondern viel mehr songdienlich.

IMG_1305Weiter ging es mit `Captain Love`, gefolgt von `We Are One`……..usw.. Was hier auf der BĂŒhne geschah war ganz großes Kino. Abwechlungsreicher konnte dieses Konzert nicht sein. Es war eine Mischung aus GefĂŒhl und HĂ€rte, VirtuositĂ€t und Wahnsinn. Bluesige ruhige Parts wechselten sich mit Metalriffs ab. Eine absolut genial gelungene Mischung. Kotzen und Sheehan spielten unisono wahnwitzige Gitarren- und BasslĂ€ufe, dass es eine wahre Freude war ihnen zuzusehen. (aber lange nicht so nervig wie zu VAIs Zeiten), denn hier wurde das Wort GefĂŒhl noch groß geschrieben.

IMG_1320NatĂŒrlich durfte das obligatorische Basssolo von Billy Sheehan nicht fehlen, wo er sein ganzes Können zeigte……………!!! Aber auch leise Töne wurden gespielt. Richie Kotzen allein mit seiner akustischen Gitarre oder verhalten an der Wurlitzer sitzend auf der BĂŒhne, wo seine Stimme hier richtig gut zur Geltung kam. Aber jedes Konzert geht einmal zu Ende und die Band beendete dann mit `Regret`und `Desire` das Konzert in der Matrix.

Beendet wurde hier nun ein stark bejubeltes Konzert der Superlative, anders kann ich es nicht ausdrĂŒcken. Es war eines der besten Konzerte, welches ich je gesehen habe. Punkt Ende Aus!IMG_1304

Alle Daumen hoch!!!!