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REVIEW: SOROR DOLOROSA

Posted by Radu On Oktober - 17 - 2017

APOLLO

SororDolorosa-ApolloFluxkompensator befĂŒllen und auf zur Zeitreise Back to the Future. Die ersten Töne sind schon mal sehr vielversprechend. Wer war das noch mal? The Cure, Killing Joke, New Model Army? Egal erst mal in die Ferne driften und den melancholischen Melodien frönen, mit einer mehr oder weniger gleichbleibend bedrĂŒckten Stimmung. Alle angedunkelten bis tief dunklen Seelen werden „Apollo“ sehr gerne hören, aber auch Rock und Metal Fans die mal in die bedrĂŒckte Stimmung abtauchen wollen um in TrĂŒbsal zu versinken kommen hier auf ihre Kosten.

Die Pariser Band um den charismatischen Frontmann Andy Julia, der vorher als Drummer tĂ€tig war, besteht seit 2001. Die Schwestern Schmerzhaft ,was Solor Dolorosa bedeutet, ließen das neue Werk ganze 4 Jahre gedeihen und kredenzen als Vertreter des modernen Gothrocks ein Album mit vielerlei kleinen, aber feinen EinflĂŒssen zum Einstand bei Prophecy Productions. Soror Dolorosa kreieren Songs mit voller Leidenschaft, Nostalgie und Trauer und all diese SchlĂŒsselelemente finden sich durchweg im Bandsound und den Lyrics wieder. „Apollo“ startet mit fast klassischen Gothrock-Trademarks im selbstbetitelten Opener. Ein starker kraftvoller Start, erinnert nicht wenig an die 80er. Das folgende psychedelisch halbballadige `Locksley Hall` will auch noch nicht den schwarzen Retro-Pfad verlassen, schafft aber mit epischem Songwriting eine weitere StĂ€rke der Band aufzuzeigen. Songs, denen die Zeit gegeben wird sich zu entfalten, mit tollen effektveredelten Gitarren. Im Song `That Run` werden dann erstmalig tolle 80’s Synths verwendet. Ein Track, der leider viel zu kurz ist, lebt er doch von einer wunderschönen Synthie-Melodie, von der man nicht genug bekommen mag.

Soror Dolorosa scheinen sich jetzt warmgelaufen, folgt mit `Everyway` ein ĂŒberaus guter Gothhit, wavig melancholisch, hymnisch angenehm im Midtempo, gleiten luftig feine Melodien zwischen 80er Wave und modernen Indiepop durch Raum und Zeit. Ein Song zum Verlieren, Verlieben sanft in dunkel Moll gemalt. SĂ€nger Andy thront mit seiner variablen Stimme und einer gesanglichen Ästhetik, die sich vor den alten Helden verbeugt, aber auch im hier und Jetzt neue Wege fĂŒrs Genre definiert. Exemplarisch werden im folgenden `Night is our hollow` viele Shoegaze-Elemente im Gitarrensound integriert, verschmelzen mit viel Hall und kraftvoll schneidenden Goth-Gitarren zum Ende hin wiederum auf sehr ausladende Art und Weise. Das dann folgende `Another Life` ist wie das bereits oben gelobte `Everyway` ein Kracher, welche jede schwarze Disko zum GlĂŒhen bringen sollte; hier lassen die Franzosen moderne Sounds in ihre Klanggefilde einfließen und dieser Anzug passt den Franzosen sehr gut. Großartige Hymne-dunkel, euphorisch mit mal wieder weit offenen Armen.

`Breezed and Blue` ist ein etwas lĂ€ngerer Track mit langsamen Tempo, Gitarren malend wie The Cure zu ihren romantischsten Zeiten, sehr kraftvollen pathetischem Gesang, und auch hier wieder etwas an Killing Joke erinnernd. Im weiteren Verlauf glĂ€nzen die Franzosen mit `Yata` oder `Long Way Home` sowie der schönen Ballade `A Meeting` und zeigen sehr viel Stiloffenheit. Mit dem Reißer `The End` hat man wieder so einen ganz klassischen Gothrock-Hit fĂŒr alle dunklen Seelen der Nacht. Die Franzosen schaffen es auf leichte Weise, dem Genre frischen Wind einzuhauchen, da Songs und Melodien ĂŒber AlbumlĂ€nge keine Langeweile aufkommen lassen.

Das Album wĂ€chst mit jedem Song und hat mit den gelungenen `Deposit Material and Golden Shake` den perfekte Abschluss. Die Schwestern Schmerzhaft geleiten den Hörer mit schweren dunklen KlĂ€ngen hinaus in die dĂŒstere neblige Nacht. Der Mix aus Retro und klassischen Hits sowie epischen Halbballaden ist die große StĂ€rke der Franzosen und verspricht viel Abwechslung.

Hier sollten Fans des klassischen Goth/Wave/Postpunk definitiv fĂŒndig und glĂŒcklich werden. Prophecy Productions hat sich der Schwestern angenommen und geben dies mit dicken Spezial-Editionen an die verdiente Hörerschicht weiter. FĂŒr mich eine Absolute Kaufempfehlung fĂŒr dieses sehr gelungene Werk!!!

Stormrider

6 / 6 Punkten

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