REVIEW: NORTHERN CHAOS GODS

Posted by Radu On Juli - 1 - 2018

ImmortalDie große Frage, ob IMMORTAL ohne Abbath funktionieren können, wird auf „Northern Chaos Gods“ mit einem klaren „Ja!“ beantwortet. Nach dem Abgang von Abbath haben sich Demonaz und Horgh intensiv zusammen gesetzt und nach acht Jahren Stille einen herrlichen Hassbrocken auf den Teller geknallt. Das Cover deutet an, was der Titeltrack als Opener abliefert; keine selbstverliebte Band oder episches Fantasygeschrammel, sondern direkt und ohne Vorwarnung mit Volldampf in die Fresse! IMMORTAL spielen Black Metal, und zwar intensiver an den Anfangstagen orientiert, als jemals zuvor. Auch der zweite Track `Into Battle Ride´ unterstreicht die Marschrichtung und lässt schnell den Gedanken aufkommen, man hätte eine Weiterführung des „Battles In The North“ Albums auf dem Plattenteller. Das wäre allerdings zu stumpf und so öffnet `Gates To Blashyrk` mit lässigeren Riffs und einer cleanen Gitarrenpassage seine Pforten und erweist sich als epischer Erbe des anno 1995 veröffentlichten Kultsongs. Man wird einige Male auf dem Album überrascht, ohne dass auch nur eine Sekunde das Feeling abgeschwächt wird; `Grim And Dark` zeigt die Balance zwischen Blastbeats und griffigen Riffs, was seit jeher die Stärke dieser Band ist. `Called To Ice bedient die Fans epischerer Klänge und lässt klar erkennen, dass Demonaz ein großer Bathory Fan ist, ehe `Where Mountains Rise` dieses Gefühl nochmal untermauert. Mit `Blacker Of Worlds` gibt’s nochmal schön auf die Fresse, ehe `Mighty Ravendark` auf neun Minuten verteilt allen IMMORTAL Fans eine Gänsehaut inklusive Dauergrinsen aufs Gesicht zaubert.

Natürlich fehlt das Knurren von Abbath in den Songs, was allerdings bereits nach wenigen Textzeilen keine Rolle mehr spielt. Demonaz hat einen optimalen Job am Mikro abgeliefert, denn er versucht erst gar nicht wie Abbath zu klingen, sondern bedient den Hörer mit krächzendem und kreischendem Gesang, was den Stücken sehr gut zu Gesicht steht. Über das Schlagzeugspiel muss man sich bei Horgh sowieso keine Gedanken machen, schließlich kennt man ihn sowohl bei IMMORTAL, als auch bei Hypocrisy, was für top Qualität steht. Songtechnisch hat Demonaz ebenfalls seit den Anfangstagen das Ruder in der Hand und so wird man den (sehr hohen) Ansprüchen mehr als gerecht. Abgerundet wird das ganze von der wuchtigen Produktion, bei der Mastermind Peter Tägtgren die Regler in die Hand nahm und den Bass einspielte. Das minimalistische Cover zeigt ebenfalls klar, dass es sich bei „Northern Chaos Gods“ um ein neues Kapitel bei IMMORTAL handelt, das eindrucksvoll eingeläutet wird.

Fazit: IMMORTAL werden mühelos den hohen Ansprüchen gerecht und haben es obendrein geschafft, eine weitere Schippe draufzulegen. Aggression, epische Momente und intensivste Blashyrk Atmosphäre werden hier hemmungslos zelebriert und lassen Zweifler der Band schnell verstummen. Abbath ist zwar nicht mehr an Bord, aber IMMORTAL sind stärker denn je zurück. Fans werden die Scheibe lieben und sich in Zukunft eine Frage stellen: ist dies vielleicht sogar die beste Scheibe dieser Band?

Blashyrk mighty Ravendaaark!

5 von 6 Punkten

Radu

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