REVIEW: BENIGHTED

Posted by Radu On September - 7 - 2018

NECROBREED

Necrobreed

Frankreich: Heimat des Weins, Kultur und Grindcore. Moment mal, Grindcore? Ja tatsächlich, den auf dem diesjährigen Party San Festival sorgten die durchgeknallten Franzosen von BENIGHTED für offene Münder und staunende Gesichter. Grund genug, um sich einmal die aktuelle Schlachtplatte „Necrobreed“ näher anzuhören.

Das Intro `Hush Little Baby` stimmt schon gut auf den Geschmack eines soziopathischen Serienkillers ein, ehe `Reptilian` die Hütte abreisst- und zwar wörtlich! 200 Beats pro Minute, herrlich krankes Pigscream- und Tieftongeröchel plus Midtempo Grooves, der den Nacken bereits nach einem Durchlauf krankenhausreif prügelt. OK, im Death-/Grind Sektor klingt meistens alles gleich und man hat kaum Wiedererkennungswert. BENIGHTED machen sich das zunutze und garnieren ihre Prügelorgie mit kleinen Zwischenspielen (inklusive Klavier), haufenweise fetten Groovebreaks und mal eben drei Sprachen (deutsch, englisch und französisch). „Der Doppelgänger“ besticht durch seinen Mitshout Flair, während alleine schon das Zusammenspiel von Schlagzeug und Gitarren bei `Versipellis ` sämtliche Hirnzellen beim ersten Durchlauf schmelzen lässt. Der Titeltrack ist eine typische Spaßnummer (`Necrobreeeeeeed`), der sich genau wie Dying Fetus` KYMRYD` ins Langzeitgedächtnis grindet. Meine persönliche Lieblingsnummer `Cum With Disgust` ist eine Mischung aus Rotz und Dauerfeuer, wobei man den Refrain tatsächlich jedesmal erneut inbrünstig mitschreien kann, ohne den Spaß daran zu verlieren. `Mass Grave `hätte auch von Anaal Nathrakh geschrieben worden sein können; irre und gleichzeitig finster. Wer sich die Digipack Version des Albums holt, wird zusätzlich mit einer Coverversion von Sepultura (`Biotech Is Godzilla`- nett gemacht) und Marduk (`Christraping Black Metal`- wie das Original, nur schneller). Man muss für diese Art von Death Grind Musik ausgelegt sein, ansonsten macht es einem weder Spaß und ist anstrengend. Wer einen makabren Humor besitzt, sich mal wieder amtlich verdreschen lassen möchte und einfach mal alle mentalen Hebel auf maximum fahren möchte, sollte sich das Teil sofort bestellen.

Fazit: BENIGHTED haben mein Verständnis von Death- Grind auf eine neue Ebene geholt. Man kann ein abwechslungsreiches Knüppelalbum (inklusive großem Spaßfaktor) und gleichzeitig ein finsteres Album erschaffen. Die kranken Gesangslinien, Breakdowns und Grooveparts, sowie das herrlich perverse Schlagzeugspiel sind der beste Beweis, wie man es richtig macht. Besser geht es nur, wenn man die Jungs mal live erlebt hat. Knüppelfreunde, ihr habt eine neue Referenzscheibe!

5 von 6 Punkten

Radu

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