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REVIEW: ATROCITY

Posted by Radu On Juni - 8 - 2018

REVIEW: OKKULT II

Okkult IIBereits die EP „ Masters Of Darkness“ deutete an, daß der zweite Teil der „Okkult“ Trilogie in Sachen HĂ€rte konsequent weitergefĂŒhrt wird. Angereichert, durch einige orchestrale Elemente knallten ATROCITY ein amtliches Lebenszeichen nach sechs Jahren Funkstille auf den Teller, was die Erwartungshaltung natĂŒrlich schĂŒrt. Man spielt auf Sicherheit, denn „Okkult II“ wird von `Masters Of Darkness` eröffnet, was bei Fans offene TĂŒren einrennt. Echte GefĂŒhle dĂŒrfte auch `Shadowtaker` bei Fans der ersten Stunde auslösen; kurze Soundcollage, danach wird mit brachialem Anlauf brutal in die Fresse getreten. Alex Krull muss an diesem Tag besonders kacke drauf gewesen sein, denn er scheint die Lyrics sogar noch eine Stufe tiefer zu bellen, als ohnehin schon. Leicht nachvollziehbar, dreckig und mit herrlichem Groove wird einem der Arsch gepflegt abgerissen, wie es sich fĂŒr ein Death Metal Album gehört. `Bloodshed And Triumph` ist der beste Beweis, daß HĂ€rte und orchestrale perfekt funktionieren können, ehe `Spell Of Blood` schon fast gemĂŒtlich in die Hirnrinde sĂ€gt, der Geschwindigkeitsrausch kommt erst etwas spĂ€ter.

`Menschenschlachthaus` ist durch seine Thematik ohnehin schon keine leicht verdauliche Kost, wird musikalisch aber perfekt inszeniert. Stakkato Drumming, rĂ€udige Gesangslinien oder die Symbiose aus Schlachtszenen und Gitarrenarbeit sind nur wenige Elemente, die den Song ins LangzeitgedĂ€chtnis katapultieren. `Gates To Oblivion` startet eher getragen, ehe sich Alex und Marc Grewe (Ex Morgoth) ein Röchelduell allererster GĂŒte liefern. Mit `Infernal Sabbath` haben ATROCITY mir mein persönliches Geschenk gemacht und den besten Song seit Jahren in die Fresse geprĂŒgelt. Orchestraler Einstieg, ein gezogenes Schwert und viermal das Fell angeditscht, ehe die Hölle aus den Boxen bricht. Wer auch nur ansatzweise was mit ATROCITY anfangen kann, sollte hier aufhören zu lesen und sich die Scheibe sofort zulegen, denn seit der „Willenskraft“ hat mich kein Song mehr so glĂŒcklich gemacht!Bei `All Men Must Die` muss ich unweigerlich an Game Of Thrones denken. In wie weit es sich inhaltlich tatsĂ€chlich mit der Serie deckt, werden wir noch mit Alex im Interview besprechen. Musikalisch schraubt sich die NĂ€hmaschine am Schlagzeug erbarmungslos in Richtung Refrain, wo Epik und Aggression nicht wetteifern, sondern gemeinsam dem Hörer eine GĂ€nsehaut bescheren. `Phantom Ghost` ist fĂŒr mich auch irgendwie das Phantom des Albums; kommt leicht zugĂ€nglich rĂŒber, bleibt aber im Gegensatz zu den anderen StĂŒcken nur kurz hĂ€ngen. Kommt wahrscheinlich nach weiteren DurchlĂ€ufen. `DevilÂŽs Covenant` hingegen besticht durch seinen orchestralen Überschuss, den man sich bei Dimmu Borgir vorstellen könnte und bei dem LG Petrov mitwirkt. Als Rausschmeisser muss `The Golden Dawn` fungieren, der zwar ein wenig an `Scorching Breath` von der „Willenskraft“ erinnert, aber mit grĂ¶ĂŸerer Durchschlagskraft die RĂŒbe abschraubt.

Da ich die EP bereits kannte, war das Album Liebe auf den zweiten Blick; meine Erwartungen waren anfangs anders, aber nach `Menschenschlachthaus` war ich beim ersten Durchlauf fĂŒr das Album bereit und der Rest nur noch Formsache. Mit ATTROCITY ist es so eine Sache, entweder man liebt sie, oder man hasst sie. Großartig Grauzone gibt es hier nicht, aber das ist auch gut so, denn Alex Krull zieht mit seinen Leuten seit Anbeginn kompromisslos den eigenen Stiefel durch, ungeachtet jeder Erwartungshaltung von außen. Egal ob Death Metal, Folkalbum oder 80er, ATROCITY sind sich fĂŒr nichts zu fein. Es gibt bestimmt technisch bessere, atmosphĂ€rischere und epischere Alben; allerdings hat man sich seit Anbeginn stets seine AuthentizitĂ€t bewahrt und das hört man zu jeder Sekunde des Albums raus. Jedes Röcheln, jedes Riff und jede Schlagzeugeruption sitzt und wird mit 100% Herzblut aus der Box gepfeffert, daß man schlichtweg mitgerissen wird. Im Vergleich zum ersten „Okkult“ Teil hat man in Sachen Epik noch eine Schippe draufgelegt, was der Scheibe sehr gut zu Gesicht steht. Death Metal, Orchester Elemente und Abwechslung? Alles drin, kannste jetzt kaufen gehen. Am besten gleich die auf 500 StĂŒck limitierte Edition bei Nuclear Blast, die klingt nicht nur geil, sondern sieht noch chic aus.

Fazit: Okkult II zelebriert eine weiteren Death Metal FrĂŒhling. Brutal, abwechslungsreich und nach 20 DurchlĂ€ufen kein wenig leiser. Bei ATROCITY weiß man nie, welchen Steil man aufgetischt bekommt, aber die QualitĂ€t ist zuverlĂ€ssig. Antesten, durchhören, ausrasten, so muss gediegenes Todesblei klingen, dann klappt es auch mit der Moshpit.

6 von 6 Punkten

Radu

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