REVIEW: QUEEN OF TIME

Posted by Ulli On Juli - 26 - 2018

amorphis-queen-of-time-coverDass die Erwartungen an ein neues Album vom AMORPHIS recht hoch gesetzt werden würde, ist nach den starken Vorgängeralben kein Wunder. Und ebenso ist es kein Wunder, dass AMORPHIS diesen Erwartungen meisterhaft gerecht werden. Schließlich haben die Finnen seit über einem Vierteljahrhundert ihren Platz auf den vorderen Rängen der Metal-Elite redlich erarbeitet und spielen seit Jahren auf namhaften internationalen Festivals in Headliner-Position. Stets schaffen es die Mannen um Tomi Joutsen noch eine Schippe auf den Vorgänger draufzulegen. Auch bei ihrem neusten Werk „Queen Of Time“? Ja, das können sie! Zum ersten Mal in der Bandhistorie arbeitet die Band bei der Produktion des neuen Albums mit Orchester und Chor. Diese werden jedoch so gekonnt ins Songwriting integriert, dass „Queen Of Time“ zu keiner Zeit überladen wirkt.

Schon der Album-Opener „The Bee“ wartet mit elfenhaftem Frauengesang auf, der perfekt mit Tomis Growls harmoniert. Auch die choralen Elemente ergeben eine neue Sound-Dimension im Songwriting, wobei die Melodieführung nach wie vor auf dem harmonisch-melodiösen Gitarrenspiel Esa Holopainens liegt. Der zweite Track „Message In The Amber“ schließt nahtlos an die Energie des Openers an und reitet auf einer wundervollen nordischen Melodie vom Galopp in die Mid-Tempo-Strophe, in der Tomi Joutsen vorerst sanfte Töne anschlägt, bevor er mit Growls wieder volle Fahrt in den eingängigen Refrain aufnimmt! Der erste Ohrwurm beginnt schon in den Gehörgängen zu nagen, aber bei AMORPHIS bleiben diese Tierchen seltenst lange allein. „Daughter Of Hate“ wartet mit einem musikalischen Ideenreichtum auf, aus dem manch andere Bands ein ganzes Album gestalten würden. Auch das Saxophon-Solo wirkt in dem metallischen Umfeld keineswegs deplatziert, schließlich ist es auch nicht das erste Mal, das AMORPHIS diesem Instrument eine Rolle auf einem Track gewähren. Orientalische Melodiegefüge finden sich auf „The Golden Elk“ wieder. Wem hier noch kein „Ohrgasmus“ die Gehörgänge füllt, dem ist leider nicht mehr zu helfen. Außer vielleicht bei „Wrong Direction“, einem Track, der geradezu nach Single-Auskopplung schreien würde, wenn er nicht so so selbstsicher und bodenständig auf spielerische Art und Weise die Genialität der Finnen untermalen würde. „Heart Of The Giant“ lässt es erst einmal langsam angehen, nimmt dann aber mit der nächsten ohrwurmverdächtigen Melodie Fahrt auf um auf dem richtigen Headbang-Tempo Rhythmusspiele für die Nackenmuskulatur bei einer Live-Darbietung zu sorgen. Folklastige Klänge erwarten bei „We Accursed“, während „Grain Of Sand“ nur ein wenig an Tempo zurück nimmt und wieder orientalische Melodiezüge aufgreift. Zu „Amongst Stars“ wird Tomi Joutsen von niemand Geringerem als der fabelhaften Anneke van Giersbergen (ehemals THE GATHERING) unterstützt. Ihre zauberhafte Stimme liefert die ihr eigene Symbiose aus Kraft und Leichtigkeit und harmoniert perfekt zu Tomis Gesang und Growls. Jedoch ist Anneke nicht die die einzige Gastmusikerin auf dem Album, auch ELUVEITIE-Frontmann Chrigel Glanzmann wurde dazu verpflichtet, als Flötenspieler auf „Queen Of Time“ zu glänzen. Abschließend zeigen die Finnen bei „Pures Of The Coast“ noch einmal eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau sie sich songwriterisch bewegen und ziehen nochmal alle Register.

Wahrlich, mit „Queen Of Times“ haben sich AMORPHIS wieder selbst ĂĽbertroffen und sind sich doch treu geblieben. Es ist schwer, ein absolutes Highlight auszumachen, da sich das gesamte Album auf einem so hohen Niveau bewegt, dass man sich fragt, was wohl noch folgen mag? Garantiert wieder ein Hochkaräter – aber nun gilt es erst einmal, die neuen Songs live zu zelebrieren, etwa auf dem Wacken Open Air. Eine ausgedehnte Europa-Tournee mit SOILWORK steht fĂĽr den Jahresbeginn 2019 an – ein Muss fĂĽr jeden Fan und Pflichttermin im neuen Konzertjahr!

6 von 6 Punkten

Ulli

Enter your adsense 480 x 60 banner script here

Add your comment

You must be logged in to post a comment.