Archive for the ‘CD-Reviews’ Category
Callejon – Man spricht Deutsch

Genrefremde Songs im Metal Gewand zu covern ist keinesfalls eine neue Idee, man denke zum Beispiel an Children Of Bodoms Version von âOops I did it againâ. Callejon treiben nun dieses Konzept auf die Spitze und veröffentlichen mit âMan spricht Deutschâ ein Album, auf dem, wie es der Name verrĂ€t, ausschlieĂlich deutsches Liedgut gecovert und im Stile der ChartstĂŒrmer prĂ€sentiert wird.
Dass die Jungs mittlerweile auĂerhalb des Genres FuĂ gefasst haben, konnte man ja bereits an den beachtlichen Erfolgen der letzten Alben beobachten, doch zeigt sich dieser Erfolg auch gleich im Opener der neuen Platte.
Hier wird nĂ€mlich mitâSchrei nach Liebeâ nicht nur der Ărzte Hit adaptiert, sondern auch Schlagzeuger Bela B. fĂŒr den Refrain gewonnen. Ehre wem Ehre gebĂŒhrt.
âSchwule MĂ€dchenâ ist den meisten mittlerweile nicht nur als Fettes Brot Hit bekannt, sondern wurde von Callejon auf ihrer vergangenen Tour bereits fest in die Setlist integriert.
Eine Gefahr, die vor der Veröffentlichung in Foren heiĂ diskutiert wurde, war, dass man die bekannten Lieder nur simpel nachspielen wĂŒrde und auf die eigenen Trademarks verzichtet. Doch davon ist keine Spur!
Egal ob Peter Foxs âAlles neuâ, âHier kommt Alexâ von den Toten Hosen, oder âEin Komplimentâ der Sportfreunde Stiller, es werden Besonderheiten jedes Songs berĂŒcksichtigt und mit den eigenen StĂ€rken, dem Wechsel zwischen klaren Vocals und paranoidem Gekeife, sowie technsichen Spielereien, vermischt. So wird Sidos âMein Blockâ zu einer moschenden Core Nummer und Tokio Hotels âDurch den Monsunâ zu einer energiegeladenen Metal Ballade.
Genau wie auf dem letzten Studioalbum, dĂŒrfen auch diesmal KIZ wieder ins Geschehen eingreifen und unterstĂŒtzen Callejon bei Tic Tac Toes âIch find dich scheiĂeâ auf gewohnt asozial geniale Art und Weise.
Fazit: Man mag von der Idee des Albums und der Band halten was man mag, aber Callejon beugen sich keinen Konventionen. Sie machen genau das, auf was sie Lust haben und darum sollte es gehen. Dass dabei ein unterhaltsames und empfehlenswertes Album rauskommt, das die Wartezeit auf die nĂ€chste eigene Platte verkĂŒrzt, ist zusĂ€tzlich sehr beachtlich.
5/6 Punkten
CALADAN BROOD-”Echoes Of Battle”
CALADAN BROOD â âEchoes Of Battleâ
Ganz groĂes Kino kommt im Februar 2013 auf uns zugerollt, denn hier wird ein DebĂŒt abgeliefert, das sich gewaschen hat! Aus dem Nichts tauchen zwei Jungs aus Amerika auf und vertonen auf satten 71 Minuten das Fantasy Epos âDas Spiel der Götterâ von Steven Erikson. Was kann man auf einem DebĂŒt, das sich auf sechs Songs verteilt von unbekannten Musikern erwarten?
Haupteinfluss sind definitiv Summoning, von denen man leider seit sechs Jahren nichts mehr gehört hat. Erhabene Songs schreiten bedĂ€chtig ĂŒber innere Gedankenlandschaften hinweg, vorbei an gesĂ€gten Gitarrenlinien, epischen Keyboardpassagen, hymnenhaften GesĂ€ngen und eingestreuten Flötenpassagen. Obwohl fleiĂig gekrĂ€chzt wird, setzt man den charismatischen Klargesang ebenfalls hĂ€ufig ein, was dem Album einen ordentlichen Schub verleiht. Auch von den Instrumenten und dem Songwriting wird stark auf Abwechslung gesetzt und so entstehen schnell vor dem inneren Auge Gedankenfilme, die auch ihre Langzeitwirkung nicht verfehlen.
Bereits der Opener `City Of Azure Fire` lĂ€sst Summoning JĂŒnger ehrfĂŒrchtig auf die Knie sinken und sich darĂŒber freuen, dass es auf diesem Album viel zu entdecken gibt. Neben dem schleppenden Marsch, beginnt der Song auf Keyboardteppichen und epischen GesĂ€ngen zu schweben und in ferne LĂ€nder zu entfĂŒhren. Der Titeltrack wartet mit SchlachtgerĂ€uschen und epischen Elementen auf, die einen (besonders ĂŒber Kopfhörer) in ein Paralleluniversum befördern. Hier werden die metallischen Wurzeln ausgelotet, ohne in das Extrem zu verfallen, wĂ€hrend Bathory und Falkenbach beim Hören dieses Albums zufrieden lĂ€cheln dĂŒrften. `Wild Autumn Wind` treibt die Reise auf die Spitze, denn die Gitarrenmelodien erklimmen auf dem RĂŒcken sphĂ€rischer SynthesizerklĂ€nge Berge, um sich in gĂ€nsehautartigen Gesangspassagen zu verlieren.
`To Walk the Ashes of Dead Empires` ist ein derartiger Ăbersong, dass er ein eigenes Review verdient hĂ€tte. Das Keyboard lĂ€utet die Reise ein, bevor das Schlagzeug den Hörer auf einen 13 minĂŒtigen Marsch schickt. Ohne Vorwarnung brettern Blastbeats ĂŒber die getragenen Passagen hinweg, ehe ein Soundtrack die Berglandschaft vor dem inneren Auge entstehen lĂ€sst, der den Hörer vor Erhabenheit staunen lĂ€sst. Einen Moment wird Innegehalten, ehe eine groovige Passage die Kraft des Songs aus den Boxen weiterhin entlĂ€dt. Selbst wĂ€hrend der Entladung wird eine Spannungskurve geflogen, die in einem schwarzmetallischem Opus mĂŒndet, ehe sie zu ihrer vollen GröĂe explodiert. WĂ€hrend der Explosion begleiten uns eine Keyboardmelodie (die uns nie wieder loslĂ€sst), griffige Gitarrenlinien und epische HeldengesĂ€nge, die uns eine neue Dimension der GĂ€nsehaut bescheren. Am Ende wird der Song mit der unsterblichen Melodie auf einer Flöte und prasselndem Lagerfeuer beendet. Alleine dieser Song ist derart genial, dass hier ganz neue MaĂstĂ€be gesetzt werden!
`A Voice Born of Stone and Dust` lĂ€sst die schwarzmetallische Schiene vorbildlich glĂ€nzen, ohne an Epik einzubĂŒĂen und mit `Book of the Fallen` entfesseln CALADAN BROOD ein wahres Fest fĂŒr mittelalterliche Klangfetischisten. Man könnte noch stundenlang ĂŒber das Album philosophieren, was jedoch das Review arg sprengen wĂŒrde. Das gelungene Cover und die wuchtige Produktion stehen diesem musikalischen Meisterwerk sehr gut zu Gesicht.
Fazit: Episch, bombastisch und genial! Ein DebĂŒt wie ein Orkan, der ĂŒber Berge, Gedanken und Lautsprecher hinwegfegt, um Staunen und VerblĂŒffung zu hinterlassen. Wer auch nur ansatzweise etwas mit Fantasy anfangen kann und sich fragt, wie man es vertonen kann, muss diese Scheibe gehört haben. Ein Meisterwerk!
6/6 Punkten
Radu
ASHES YOU LEAVE-”The Cue For Happiness”
ASHES YOU LEAVE ââThe Cure For Happinessâ
Was wĂŒrde wohl passieren, wenn sich der 90er Jahre Metaller und der Vollblut Gothic streiten wĂŒrden, welche Scheibe man hören sollte? Nun, neben der aktuellen Scheibe von den Kroaten dĂŒrften sie ordentlich GesprĂ€chsstoff bekommen, aber beginnen wir von vorne:
Auf ihrem fĂŒnften Longplayer wird mit Klavier und Violinen `Devil In Disguise` eröffnet. BedĂ€chtig schreitet der Song ĂŒber seine Spieldauer und lĂ€sst sowohl Nostalgie an die 90er aufkommen, wie einen romantischen Touch alter Vampirfilme. Im langsamen Takt wĂ€lzt man sich ĂŒber leicht nachvollziehbare Gitarrenriffs und melodischen Spielereien hinweg, wĂ€hrend Frontfrau Giada eine solide Leistung abliefert. Leider ist das Wort âsolideâ auf im weiteren Verlauf des Albums immer prĂ€sent, denn ASHES YOU LEAVE spielen eindeutig auf Sicherheit und bleiben in den von ihnen selbst gesteckten Grenzen, ohne weiteres Potential auszuschöpfen. Zwischendurch zwinkert zwar ein 80er Jahre Riff durch (`Only Ashes You Leave`) und die Marschrichtung bleibt konstant Richtung Melancholie, aber das warÂŽs leider auch schon.
Die Geschwindigkeit bleibt ĂŒberwiegend im doomigen Bereich, wagt sich gelegentlich ins Midtempo vor, wo beispielsweise `For the Heart, Soul And Mind` leider ins Kraftlose abdriftet. Der Mix aus Frauenstimme und gelegentlichen Growlvocals ist gut eingebettet, könnte aber eine Packung mehr AggressivitĂ€t vertragen. Die Soloarbeit an der Gitarre und der Job an der Violine muss allerdings durch die komplette Scheibe hindurch gelobt werden und verleiht den Songs einiges an Magie. Allerdings wartet das Album leider auch mit einigen DurchhĂ€ngern auf, die an den Haaren herbeigezogen wirken, obwohl das Potential spĂŒrbar vorhanden ist. Das kann allerdings auch daran liegen, dass sich die Band erstmal wieder finden muss, hat SĂ€ngerin Giada mit dieser Scheibe ihren Einstand bei ASHES YOU LEAVE gegeben.
Insgesamt bleiben bodenstĂ€ndige Songs, die sowohl den nostalgischen Metalfan, als auch den Gothic AnhĂ€nger friedlich stimmen dĂŒrfte. Leider nicht mehr, aber auch nicht weniger. Bleibt abzuwarten, wie sich die weitere Entwicklung gestaltet. Das Potential schlummert, nun muss es nur noch entfesselt werden…
3,5/6 Punkte
Radu
ADORNED BROOD-”Kuningaz”
ADORNED BROOD â âKuningazâ
Seit 1993 schmieden die Grevenbroicher an ihrem ureigenen Sound und haben mit anderen Bands dem Pagan Sound den Weg geebnet. WÀhrend andere Bands dieses Genre weitlÀufig ausschlachten, bleiben ADORNED BROOD ihrem Stil weiterhin treu und verfrachten ihre aktuelle Mischung aus erhabenen Melodien und rÀudigem Metalbastard in heimische Lautsprecher.
Bereits das Intro (das auch zu einem Soundtrack oder Videospiel gehören könnte) ebnet den Weg zu epischen Schlachtfeldern und Heldensagen. Musikalisch wird man mit Flöten und griffigen Gitarrenmelodien bei der Hand genommen, ehe das Gaspedal durchgetreten wird. ZusĂ€tzlich gibtÂŽs packende Gesangslinien, die sofort ins Ohr gehen, aber auch ihre Langzeitwirkung haben; mal clean, mal krĂ€chzend halten sie den Hörer tĂŒchtig bei der Stange. Ăberraschende Breaks, packende Riffs und eingestreute Passagen bilden hier eine charismatische Einheit, die sich durch das Album ziehen. Man findet schnell Zugang zu den Songs, die sich dann in Windeseile entfalten und sich konstant steigern. Egal, ob das feiernde `Call Of The Wild`, die Mitgröhlhymne `Men` oder das aggressive `Kreuzeslast` (mit dem ADORNED BROOD typischen âdeutsch/englischâ Touch), hier wird kreativ aus den Vollen geschöpft.
Kritiker werden schnell Angriffspunkte, wie schulenglischmĂ€Ăige Texte, bereits bekannte Zutaten oder auch den Folk/Metal Mix suchen. Fakt ist, dass ADORNED BROOD ihr Ding seit fast 20 Jahren durchziehen und auch auf dem aktuellen Output nichts von ihrer AuthentizitĂ€t eingebĂŒĂt haben. Neben einfĂŒhlsamen AkustikstĂŒcken (`Munin`und `Hugin`) wird hier fĂŒr ordentlich Stimmung in der Bude gesorgt; eingebettet in der wuchtigen Produktion kitzelt der Mix aus AggressivitĂ€t und Erhabenheit die Synapsen wach und spielt mit diversen Stilen, ohne sich selbst all zu ernst zu nehmen. Gerade die lockere und verspielte Art der Songs bringen ein RockÂŽn Roll Feeling aus dem Extremsektor rĂŒber, wie es ihn nur selten gibt.
Seit der âErdenkraftâ hat mir lange kein Album der Grevenbroicher so viel SpaĂ gemacht. Einige Jahre sind derweil ins Land gegangen und die musikalische Landschaft hat sich verĂ€ndert. Obwohl der Stil und die verspielte Experimentierfreudigkeit gleich geblieben sind, legen ADORNED BROOD hier ein Album auf den Tisch, das sich hören lassen kann. Das gelungene Cover rundet die Sache ab. Allerdings merkt man auch, dass noch etwas Luft nach oben ist, so dass man sich auf die weitere Entwicklung freuen darf.
4,5/6 Punkte
Radu
Omnium Gatherum – Beyond

Finnland hat schon so manche groĂe Rock und Metal Band hervorgebracht. Children Of Bodom und Lordi sind lediglich zwei der erfolgreichen Exporte, die aus dem Land der tausend Seen stammen. Mit Omnium Gatherum wird nun die nĂ€chste Band ins Rennen geschickt, wobei die Jungs alles andere als Newcomer sind. Seit mittlerweile 16 Jahren existiert die Combo bereits und hat auf fĂŒnf vorangegangene Alben ihr Potenzial mehrfach angedeutet, ohne es jedoch vollkommen zu entfalten. Mit âBeyondâ wird nun der nĂ€chste Versuch gestartet, in die zahlreichen groĂen FuĂstapfen ihrer Landsleute zu treten.
Mit einem harmonischen Inro startet der Sechser, um leider gleich den ersten Fehler zu begehen. Der Ăbergang zum ersten Song âThe New Dynamicâ misslingt vollkommen und klingt komplett deplaziert. Doch dieses Malheur wird schnell wieder durch das gekonnte Riffing ausgeglichen. Filigrane Spielweise wechselt sich hierbei mit brachialen Passagen ab und erzeugt die Dynamik, die man sich von einer melodischen Death Metal Band erhofft.
Dass man hier kein bahnbrechendes Werk vor sich liegen hat, zeigt sich bereits im Folgetrack âIn The Rimâ. Das Rezept der melodischen BrutalitĂ€t wird weiter verfolgt und zelebriert, so dass man leider hĂ€ufiger den Eindruck hat, das alles schon mal gehört zu haben. Doch schlecht ist das, was die Finnen machen dadurch auf keinen Fall.
Mit âWho Could Sayâ wird zudem eine klischeehafte Ballade dargeboten, in der sich die Stimme von SĂ€nger Jukka voll entfalten kann und die StĂ€rke der Band aufzeigt. Man schafft es, besonders durch die variable Stimme, druckvolle Kraft mit melodiöser Leichtigkeit rĂŒberzubringen und damit zu begeistern.
Keiner der insgesamt zehn Songs fÀllt dabei aus dem qualitativen Rahmen und durch eine saubere Produktion wird das Gesamtwerk entsprechend in Szene gesetzt.
Fazit: Omnium Gatherum liefern ihr bislang stÀrkstes Werk ab. Man versteht es, die Trademarks des melodischen Death Metal einzusetzen, was leider auf Kosten der EigenstÀndigkeit passiert. Fans des Genres können jedoch beruhigt die Scheibe kaufen und feiern.
4/6 Punkten
At The Skylines – The Secrets To Life
Man nehme eine Portion handelsĂŒblichen Metalcore, gibt eine Portion Elektro, Death Metal und Walt Disney dazu und lĂ€sst das ganze in der Pop Pfanne brutzeln. Was dann dabei rauskommt, nennt sich At The Skylines. Die Amis bieten exakt diesen Mischmasch auf ihren DebĂŒtalbum âThe Secrets To Lifeâ. Und das Beste ist, das Ganze macht auch noch SpaĂ.
Man kredenzt dem Hörer auf der gesamten Platte zwölf Songs, die vor IndividualitĂ€t strotzen. Der Opener âShady Dreaming (Tension)â eröffnet das Genre Chaos zunĂ€chst mit brachialem Death Metal, um im Refrain sofort in die poppige moderne Metal Ecke zu hĂŒpfen. Mit dem nachfolgenden âItÂŽs cherriedâ kommen erwĂ€hnte Elektro EinflĂŒsse das erste Mal zum tragen, werden jedoch im weiteren Verlauf noch weitere Male ausgepackt. Klar, diese Mischung ist nichts Neues, doch selten wurden die GegensĂ€tze so extrem auf die Spitze getrieben, wie auf diesem Album.
Die Erwartungen an die Songs werden von der Band in jedes Mal aufs neue ad absurdum gefĂŒhrt, was bestimmt einige Hörer ĂŒberfordern wird. Doch trotz der ungeheuren KomplexitĂ€t, verliert der Sound nie das EingĂ€ngige. Speziell die Refrains bleiben im Ohr und sind absolut massentauglich. Clean Vocalist Chris Shelley braucht den Vergleich zu den ganz GroĂen nicht zu scheuen, aber auch Shouter Mark Barela weiĂ, was er da tut.
âForgiveness (Release)â beendet die vertonte Anarchie schlieĂlich so, wie das gesamte Album war, verrĂŒckt. Man mischt erneut Genres wie Metalcore und modernen Hardcore mit amerikanischem Rock und Indie. Kein Zweifel, hier verstecken sich ambitionierte Songwriter. GroĂes Kino.
Die schwierige Aufgabe, das Gesamtwerk richtig zu produzieren, ist Fredrik Nordström glÀnzend gelungen und man erhÀlt ein rundum gelungenes Package.
Fazit: Puristen werden At The Skylines verfluchen, doch jeder Freund von komplexen Genre Spielereien mit poppiger EingÀngigkeit, wird hier seine helle Freude haben.
5,5/6 Punkten
Show Your Face – Afraid
Griechenland ist im Metal Kosmos mittlerweile kein unbeschriebenes Blatt mehr. Neben Rotting Christ, sollten Nightfall den meisten Metallern bereits ein Begriff sein. Show Your Face aus Kardista stehen nun in den Startlöchern um es den groĂen Vorbildern gleich zu tun.
âAfraidâ stellt hierbei die Appetizer-EP der Helenen auf ihr 2013 erscheinendes Zweitwerk âApneaâ dar. Auf drei Tracks möchte man den Fans die Wartezeit auf die LP verkĂŒrzen und legt mit dem Titeltrack direkt los. Ăhnlich dem ersten Album, wird auch auf der neusten Veröffentlichung groovender Thrash Metal mit leichten Core EinflĂŒssen prĂ€sentiert. Die Musik weiĂ auch durchgehend zu ĂŒberzeugen und ĂŒberrascht teilweise sogar mit progressiver Schlagseite. Einzig der Gesang weiĂt gröĂere SchwĂ€chen auf. Man ist zwar stets bemĂŒht, doch wirkt alles sehr hölzern und gezwungen.
Produktionstechnisch ist alles im Lot. Der Sound drĂŒckt und ist trotzdem transparent. SO muss das in dieser Liga klingen.
Insgesamt lĂ€sst die EP einiges an Potential erahnen, doch muss sich der Gesang auf dem Album deutlich verbessern. Dann stĂ€nde einer gröĂeren Karriere nichts im Weg.
4/6 Punkten
Destinity – Resolve in crimson
Manche Bands setzen sich leider, trotz durchgĂ€ngig hochwertiger Releases, ĂŒberregional nicht richtig durch. Was hierzulande beispielsweise Dark Age darstellen, sind in Frankreich Destinity. Mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen “The Inside”(2008) und “XI Reasons To See”(2010), haben unsere Nachbarn zwei absolut hörenswerte Scheiben abgeliefert, ohne jedoch richtig durchzustarten. “Resolve In Crimson” ist nun der dritte Streich und, so viel sei gesagt, ein wĂŒrdiger Nachfolger.
“Black Sun Rising” eröffnet das Album in atemberaubender Geschwindigkeit und erinnert zeitweise sogar an Illdisposed, was nicht zuletzt am Stimmvolumen von SĂ€nger Mick liegen könnte. Auch im weiteren Verlauf des Albums treten Parallelen zu den dĂ€nischen Kollegen auf, jedoch vermischt mit komplexeren EinflĂŒssen ĂĄ la Nile und Behemoth.
Es werden technisch versierte, prĂ€zise Gitarrenriffs mit wummerndem Bass gemischt, wĂ€hrend das Schlagzeug gekonnt die volle Bandbreite zwischen Midtempo Parts und brachialen Blastbeats abdeckt. Auch der gelegentliche Synthesizer Einsatz steht den Jungs sehr gut und trĂ€gt zur eigenen Note bei. FĂŒr Abwechslung ist gesorgt, bedient man sich beispielsweise in âAiming A Fist In Emnityâ eher melodischen Linien, um mit “Redshift” keine Gnade zu zeigen. Speziell gegen Ende des Albums wird nochmals ordentlich an HĂ€rte zugelegt, was das Album wĂŒrdig abschlieĂt und den Hörer erledigt, aber zufrieden, zurĂŒcklĂ€sst.
Besondere ErwĂ€hnung verdienen die, bereits oben beschriebenen, Vocals, die ohne MĂŒhen jegliche Growls und Screams abdecken. Durch den gelegentlichen Einsatz von cleanem Gesang, wird zudem eine erfrischende Abwechslung geboten, die leider zu wenige Death Metal Bands in dieser Art mitbekommen.
Fazit: Destinity schaffen mit “Resolve In Crimson” ihr eingĂ€ngigstes, aber auch reifstes Werk. Technische Brilianz trifft auf intelligente Melodien und gekonnte Vocals. Jeder Fan von anspruchsvollem extremen Metal sollte diese Scheibe anhören.
5/6 Punkten
Crossing Edge – Of Ghosts And Enemies
Crossing Edge aus Ăsterreich existieren erst seit etwa zwei Jahren und können trotz der kurzen Bandhistorie schon auf beachtliche Erfolge zurĂŒckblicken. Mit dem siebten Platz bei dem diesjĂ€hrigen Austrian Band Contest, an dem ĂŒber 1000 Kapellen teilnahmen, hinterlieĂen die fĂŒnf jungen Musiker einen ersten Eindruck, zu was sie fĂ€hig sind. Nachdem sie zusĂ€tzlich durch ihre EP “S.O.S.” auf sich aufmerksam machten und, durch zahlreiche Live Shows, sich eine groĂe Fan Base erspielten, wird nun mit “Of Ghosts And Enemies” das DebĂŒtalbum prĂ€sentiert.
Mit dem Opener “Call Me Under” steigt das Quintett sanft in das Album ein, was sich jedoch spĂ€testens mit dem darauffolgenden Titeltrack Ă€ndert. Hier wird, wie auch im weiteren Verlauf des Albums, melodische Metal Kost serviert, die man am besten mit Bands wie Bullet For My Valentine oder auch Killswitch Engage vergleichen kann. Dabei geht man Ă€uĂerst variabel zu Werke und es wechseln sich druckvolle Gittarenpassagen (” In Case Of Emergency”) mit druckvollen Bastbeats (”The Rising”) und schnelleren Songs (”Into The Sun”) ab. ErgĂ€nzt wird das Ganze durch eingĂ€ngige Melodien und Refrains, die sofort ins Ohr gehen und auch im GedĂ€chtnis bleiben.
Die Gitarren liefern durchgehend ausgezeichnete Arbeit ab und tragen jedes Lied mit prĂ€zisen Riffs und technisch anspruchsvollen Soli. Auch der Gesang zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit aus, werden im Verlauf des Albums doch sowohl cleane, als auch gescreamte Vocals eingesetzt, die allesamt sehr gut umgesetzt sind. Leider liegt hierbei der Fokus zu stark auf den klaren Parts und man wĂŒnscht sich ab und zu einen aggressiveren Gesang, um die Songs noch prĂ€senter wirken zu lassen.
Lyrisch wird der Titel des Albums in den einzelnen Songs weitergefĂŒhrt. Man behandelt die Thematik der “guten Geister” und der Ăngste , die das Leben jedes Menschen beeinflussen und dessen Verauf bestimmen.
An der Produktion gibt es, wie am ganzen Album, wenig zu beanstanden. Alle Instrumente werden druckvoll, und zur richtigen Zeit mit klaren Sound, in Szene gesetzt, was bei dieser Art der Musik ein absolutes Muss darstellt.
Fazit: Crossing Edge unterstreichen den positiven Eindruck, den sie sich in den vergangenen zwei Jahren erarbeitet haben. Sie nehmen die Musik sehr ernst und was sie anafangen, wird ohne Kompromisse umgesetzt. Mit “Of Ghosts And Enemies” gelingt den Ăsterreichern ein beeindruckendes DebĂŒt Album, das, sollte die Band weiterhin so zielstrebig bleiben, auf eine erfolgreiche Zukunft hindeuten könnte.
5/6 Punkten
KAOTIK – STARVING DEATH
KAOTIK â âStarving Deathâ
Eine Kapelle, die old school Death Metal zelebriert und mit einem comicartigen Zombiecover Aufmerksamkeit erregen möchte, ob das mal gut geht? Es wird hier erst gar nicht versucht, das Rad neu zu erfinden, sondern sofort im Midtempo drauf losgerotzt. Die Stimme erinnert irgendwo zwischen Asphyx und frisch Erbrochenem, was hier als Kompliment gemeint ist. Stumpf ist Trumpf und so erschlieĂen sich die Songs gleich beim ersten Durchhören, bleiben aber langzeitlich nicht im GedĂ€chtnis. An einigen Stellen lauern allerdings recht geile Leads und das eine oder andere Riff, zu dem sich die Matte automatisch mitbewegt.
An den Vocals gibt es Luc Lemay von Gorguts und Dan Swanö (`Lobotomy`, leider zu kurz) zu hören, der dem Album auch einen amtlichen Sound verpasst hat. Die Songstrukturen Ă€hneln den Todeskapellen der 90er, was nostalgische GefĂŒhle weckt, aber leider keine Innovation aufkommen lĂ€sst. Die Scheibe ist zum Newcomerpreis erhĂ€ltlich und wird vielen CD Playern als gute ĂberbrĂŒckung fĂŒr die nĂ€chste, groĂe Veröffentlichung dienen.
Fazit: FĂŒr Death Metal Nostalgiker und Einsteiger empfehlenswert, ansonsten wurden die meisten Riffs leider schon zu oft gehört.
3,5/6 Punkten
Radu



