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TRUPPENSTURM CD-REVIEW
TRUPPENSTURM -“Salute To The Iron Emperors“ (Ván Records / Soulfood) Der erste Eindruck ist oft entscheidend, sagt man. Stimmt, kann sich keiner gegen wehren. Auch hört man oft, man solle sich auch mal auf sein Bauchgefühl verlassen. Stimmt auch, oftmals ist die erste Entscheidung die richtige. Aber halt nicht immer. So auch in diesem Fall. Bis dato sagte mir der Name TRUPPENSTURM nix, obwohl besagte Band bereits seit 1997 existiert und neben zwei Demos und einer EP mit „Salute To The Iron Emperors“ ihr zweites Allbum herausbringt.
Kennt man sich aber ein wenig in der Szene aus, wird man bei solch einem Bandnamen, der verwendeten Symbolik und aufgrund diverser Songtitel unweigerlich an einige schwarze Schafe erinnert und plötzlich steht das Wort „NSBM“ (Nationalsozialistischer Black Metal) im Raum. Und hier kommt dann die Sache mit dem ersten Eindruck ins Spiel, sah ich mich doch veranlasst, mal etwas intensivere Nachforschungen zu betreiben. Denn wenn unser Online-Mag alles sein mag, eine Plattform für Fascho-Bands ist es definitiv nicht!
Um es gleich vorweg zu nehmen: „TRUPPENSTURM“ sind KEINE rechten Schwachmaten, sondern haben sich (wie z.B. MARDUK, PANZERCHRIST u.a.) dem Thema Krieg im Allgemeinen und WK 2 im Speziellen, sowie natürlich dem Gehörnten verschrieben. „Salute To The Iron Emperors“ polarisiert. Denn so kompromisslos, wie diese Black-Death-Scheibe eingespielt wurde, kann man das gesamte Paket, was uns TRUPPENSTURM da abliefern nur hassen oder cool finden. Der Band ist wohl beides recht und / oder egal. Und wieder schlug bei mir der erste Eindruck falsch durch. Klang das Ganze in meinen Ohren in erster Instanz eintönig und einfallslos, mauserte sich das Album mit jedem Durchgang zu einer kleinen schwarzen Perle.
Textlich dreht sich wie bereits erwähnt alles um die Themen Chaos, Krieg, Zerstörung, Hass und Leid. Die misanthropische und nihilistische AttitĂĽde scheint in jedem der 12 Tracks durch. Der Soundtrack ist dementsprechend dĂĽster gehalten: tief gestimmte Gitarren, GRAVE -artiges Riffing und ein etwas monotones Blastbeat Drumming, eingebettet in ein tieffrequentes und eher dumpfes Soundgewand, wobei aber alle notwendigen Details herauszuhören sind. DarĂĽber thronend ein mit Tonnen von Hall beschwertes, heiseres Fauchen. So weit, so gut. Was dem Ganzen aber die besondere WĂĽrze verleiht und ‘Salute to the iron emperors’ aus der Masse heraushebt, sind die sehr gelungenen Samples und Soundcollagen zwischen den StĂĽcken, die eine unheimlich dichte und drĂĽckende Atmosphäre erzeugen und das Album zu einem Endzeit-Trip in den Abgrund machen.
Sowas kennt man sonst eher von Bands wie MARDUK. An deren Klasse kommen TRUPPENSTURM zwar nicht heran, dennoch fesselt einen das Gesamtkonzept und man ist geneigt, die „Repeat“ Taste zu drücken, was angesichts der etwas mageren Spielzeit von ca. 35 Minuten durchaus drin ist.
F
azit: Ein Album, in dem einiges mehr drin steckt, als es auf den Blick scheint! Antesten!
4,5/6 Punkte
Dirk
SVARTARHID “Ex Inferi”
SVARTAHRID -“Ex Inferi“ (Soulseller Records)SVARTAHRID kommen aus Norwegen, existieren seit 16 Jahren und liefern mit „Ex Inferi“ bereits ihr fünftes Album ab. Das Rad erfinden die drei Recken dabei zwar nicht neu, wissen aber zu unterhalten. An des Hörers Trommelfelle dringt eine Mélange aus alten MÖRK GRYNING, LORD BELIAL und NAGLFAR mit einem Schuss NECROPHOBIC und UNANIMATED.
Wie? Die kommen doch alle aus Schweden? Ja da kann ich doch nix fĂĽr, wenn die so klingen! Eigentlich ist damit schon fast alles gesagt. Denn wer die Erstwerke besagter Referenzen kennt, kennt auch SVARTAHRID’ Das soll aber nicht heissen, das „Ex Inferi“ ein schlechtes Album ist! Im Gegenteil: Die Produktion ist sauber, die Songs sind abwechslungsreich und intelligent strukturiert, immer wieder blitzt ein cooles Riff durch.
Und mit „March with us“ ist sogar ein echtes Highlight vertreten. Doch warum bin ich dann nicht restlos begeistert?! Ich glaube, es liegt daran, das mir das alles viel zu bekannt vorkommt. Habe ich schon damals von obigen Bands gehört.
SVARTAHRID machen ihren Job zwar nicht schlechter, aber eben auch nicht besser. Da fehlt mir die eigene Note, was ich bei Neulingen noch durchgehen lassen würde, mir aber bei Veteranen aufstösst wie ein zu schnell runtergeschlungenes Frikadellenbrötchen.
Fazit: Nostalgiker und Fans der „Orignale“ sollten mal reinhören. Nette Begleit- Musik auf Partys und auf dem Weg zum Festival. Aber eben nicht mehr.
3,5/6 Punkten
Dirk
THULCANDRA- CD-REVIEW
THULCANDRA – „ Fallen Angel´s Dominion „ Wer von dem dritten, langerwarteten DISSECTION-Album „Reinkaos“ genau so enttäuscht war wie ich, kann jetzt aufatmen. Steffen Kummerer (OBSCURA) und seine Mitstreiter, die Brüder Sebastian und Tobias Ludwig (HELFAHRT), haben in den Woodshed-Studios mit produktionstechnischer Hilfe von V. Santura ( DARK FORTRESS ) ihr Erstlingswerk in ansprechende Form gegossen.
Es beginnt mit einem atmosphärischen Intro, welches direkt in den Opener  `Night Eternal` übergeht. Treibende, melodische Gitarren und ordentliche Blastbeats, übrigens vorzüglich eingetrümmert von Seraph ( DARK FORTRESS ), sagen sofort, wo es langgeht. Zur Mitte des Songs gibt es ein schönes Break mit Akustikgitarren, welches in ein herausragendes, melodisches Solo mündet. Dieses hohe Niveau wird problemlos auf ganzer Albumdistanz gehalten, sei es bei so genialen Knüpplern wie dem Titeltrack, oder dem amtlichen Midtempo – Stampfer `Frozen Kingdom`. Nach dem wiederum sehr athmosphärischen und stimmigen Outro gibt es noch eine geniale Coverversion von DISSECTION´s , The Somberlain ´, was will man mehr!
Klar, da werden keine Preise für Innovation gewonnen, aber das soll auch so sein, es ist einfach eine großartige Hommage an die Überalben „The Somberlain“ und „ Storm of the Lights Bane“, mit dem Spirit der alten Zeiten, als dieser Stil auch von Bands wie UNANIMATED geprägt wurde, und wenn es so gekonnt dargeboten wird wie hier, ist es auch völlig gerechtfertigt.
Abgerundet wird das Ganze zusätzlich durch das passende Cover, für das kein geringerer als Kristian „Necrolord“ Wåhlin verantwortlich zeichnet, der in der Vergangenheit schon etliche Klassiker von z.B. EMPEROR, DISSECTION und DARK FUNERAL mit seiner Kunst veredelt hat.
Das Album macht einfach nur SpaĂź, ich bekomm es selbst seit Tagen nicht mehr aus
dem Player, volle Punktzahl von mir fĂĽr dieses Meisterwerk.
DISSECTION sind leider Tot, es lebe THULCANDRA!
6 / 6
Chris
Discografie:
Fallen Angel´s Dominion ( Napalm Records, 2010 )
GRAND MAGUS CD-Review
GRAND MAGUS haben mich bis dato eigentlich gar nicht interessiert, aber beim vorletzten Rock-Hard Festival wurde ich doch schon etwas hellhöriger. Nun habe ich somit das neue Album „Hammer Of The North“ der schwedischen Metaller vorliegen, den Silberling in den Player geschoben, Taste On gedrückt und was nun aus den Boxen ertönt, ist ein absolut druckvoller und transparenter Sound, eine überaus fette Produktion, für die Nico Elgstrand und Jens Bogren zuständig waren.
Der Anfangssong´I´The Jury`, gefolgt von `Hammer Of The North`lässt sofort erkennen wo der „Hammer“ hängt und man ist schon fast genötigt mit zu bangen. Was GRAND MAGUS hier mit ihrem neuen Album vorlegen, ist schon eine Klasse für sich. JB bettet sich perfekt mit seiner melodiösen Stimme in die Soundstrukturen ein, während der Gitarrensound aus seiner Flying-V sich absolut heavy in die Gehörgänge einfräst und Basser FOX und Seb an den Drums, für den druckvollen Rückhalt sorgen.
Das ganze Potential des Albums kann man aber erst nach ein paar Durchläufen erkennen und dann entfalten sich Songs wie ´The Lords Of Lies´, `Mountains By My Throne`oder ´Black Sails´zu wahren Perlen. GRAND MAGUS sind mittlerweile keine DOOM-Combo mehr, denn dieses Album ist zu einem waschechten Metal-Album avanciert, welches in keinster Weise während des Hörens abflacht. „Hammer Of The North“ ist wirklich ein absolutes Meisterwerk geworden, das bestimmt zu einem Klassiker wird. TOP!
6/6
Uli
BEISSERT “THE PUSHER”
BEISSERT – „The Pusher“…4 Jungs aus Dresden zelebrieren hier den Saxon:Blood:Rock, so zumindest nennt sich ein Track der 2. Veröffentlichung der Band um den Namensgeber und Sänger Beissert ( auch bei den ebenfalls aus Dresden stammenden GORILLA MONSOON am Mikro tätig ). Stilistisch ist das Ganze nicht so einfach einzuordnen, bewegt man sich ĂĽber die Albumlänge doch auf mehreren Terrains wie Rock, Metal, Thrash und Hardcore, die aber immer mit einer eigenen Note versehen sind. Abwechslungsreichtum wird groĂźgeschrieben und auch solide umgesetzt, wirkt aber auf Albumlänge etwas anstrengend fĂĽr den Hörer. Mal geht es derb groovend ab, und die Metal-Keule wird rausgeholt ´The Pusher`, `Die Dunkelheit Uns Mit Sich Nimmt`, dann gibt es wiederum Gutelaune-Songs mit Refrains, die zum Mitsingen animieren `Durch die Haare in das Kind`, `All Ins Gekröse` und ´Yggdrasil´.
Die Texte lagen mir nicht vor, man wechselt zwischen englischer und deutscher Sprache, die man leider nicht so gut verstehen kann, aber laut Band und dem Untertitel des Albums handeln sie von „ Wolves, Witches, War and Wrath“. Also bedient man zumindest von der Thematik her dem Klientel des Labels Agonia, wo eher die derberen Bands aus dem Black- und Death Metal Lager veröffentlichen werden und man musikalisch nicht so ganz reinpasst.
Geboten wird eine ordentliche Mischung aus DOWN, PANTERA, LIFE OF AGONY und CROWBAR, die durchaus SpaĂź macht und vor allen jene, fĂĽr die Schubladendenken kein groĂźes Thema ist, sollten dieses Album doch einmal checken.
4 / 6
Chris
Diskografie:
„Nothin´ Left To Luve!“ (2007 Icare Media)
“The Pusher” (2010 Agonia Records)
INHUME CD-REVIEW
“Moulding The Deformed” Trommelfeuer aus der Grindkanone!!! Mit Vollgas geht´s dem CD Player bei diesem Longplayer an den Kragen, denn wenn dieses RĂĽlpsgewitter einmal erst im CD Schacht verschwunden ist, bleibt es auch erstmal drin. Wer hätte gedacht, dass 5 Holländer mit ihrem vierten Longplayer (Splits und EP´s nicht mitgerechnet) einen derartigen Sturm entfesseln können? Beim Opener hat man noch den Eindruck, dass hier Standard Grind kredenzt wird, aber schon ab dem zweiten Song vermischt sich dieses UngetĂĽm mit groovigen Elementen und danach wird sogar noch mit eingängigen (sogar langsamen!) Melodien gearbeitet. Gesangstechnisch grinded man sich munter von spitzen Schreien bis zum tiefen Gebrummel durch das Album, dass es einfach nur eine wahre Freude ist! Erst ab dem achten Song ist es auch nur ansatzweise möglich ein menschliches Wort rauszuhören. Die Tracklist liest sich wie eine Mischung aus B- Movie Horrorfilm und 80er Jahre Porno. Obwohl man gesangstechnisch nichts verstehen kann, lassen Titel wie ´Zombie Grinder´, ´Compulsory Infected´ und ´Cadaverous Worm´ darauf schlieĂźen, dass es thematisch nicht um Naturschutz, Weltfrieden oder PlĂĽschhasen geht.
`Moulding The Deformed` erfüllt alle Voraussetzungen und Klischees eines Grind Albums und setzt dabei noch eine Schüppe obendrauf; nicht nur die fette Produktion, das standesgemäße Cover, sondern auch das Gefühl, dass die Herren sich selbst nicht ganz so ernst nehmen, mach dieses Album so authentisch und unverfälscht. Auch beim mehrmaligen Durchhören kann ich nicht aufhören zu grinsen und meine Nachbarn nicht mehr aufhören zu schreien.
Fazit: Stellt euch die einen All-Inclusive Urlaub in euerer Lieblingskneipe mit Freibier, gepaart mit einem Stapel eurer Lieblingsfilme und einem Monsterfernseher vor, so viel SpaĂź macht das neue INHUME Album !
5/6 Punkte
Sebastian
NEVERMORE CD- REVIEW
Nevermore “The Obsidian Conspiracy”….. “What do you want from this life?” fragt Warrel Dane in ´Your Poison Throne´, im zweiten StĂĽck des neuen Albums. NatĂĽrlich ein neues NEVERMORE Werk! Wird wohl der geneigte Fan antworten. Und nett wäre es auch, wenn man nicht wieder 5 Jahre auf eine neue Platte warten mĂĽsste, aber die Herren Dane und Loomis hatten neben dem zu kompensierenden Abgang von Steve Smyth und Ihren Soloalben schlieĂźlich genug GrĂĽnde, fĂĽr diese lange Wartezeit.
Doch das ist nicht das einzig neue im Hause NEVERMORE. Im Gegensatz zum Vorgänger hat man die Songs etwas eingängiger und straighter gestaltet. Die Arrangements wurden gestrafft , so dass Dane nicht mehr gegen eine Wall Of Sound ansingen muss, wie noch auf dem Vorgänger. Seine unverwechselbare Stimme bekommt hier einfach mehr Raum zur Entfaltung. Von einem „Black Album“ aus dem Hause Hause Nevermore kann zum Glück hier nicht die Rede sein, musiziert man doch auch im 19. Jahr des Bandbestehens auf einem Niveau, von dem der überwiegende Teil der Genre-Kollegen weit entfernt ist.
Das Ergebnis der Entschlackungskur ist direkt mit dem Eröffnungshammer ´The Termination Proclamation´ zu bewundern – mit dem folgenden `Your Poison Throne´ beweist man, dass der Patient durchaus sehr vital ist – auch mit dem sehr catchigen´Moonrise´ zeigt die Kurve weiter steil nach Oben.
Des weiteren hat man mit ´And The Maiden Spoke´ und ´The Blue Marble…` auch wieder düsteres, psychedelisches Songmaterial im Gepäck. Besonders erstgenannter Track besticht durch ausgefeilte Gänsehauthooks. Klasse! Und da noch Platz im Koffer war, entspringt selbigem mit´Without Morals´ ein vertracktes Riffmonster, welches den Hörer nicht von vorne anspringt, sondern ihm bestialisch und hinterlistig seine Klauen ins Genick schlägt.
Allerdings haben sich mit ´The Day You Build The Wall´und ´She Comes In Colours´ zwei Tracks eingeschlichen, die sich im Gegensatz zum restlichen Material nicht wirklich zwingend in den Gehörgängen einnisten, hier erweckt Dane im Vergleich zu seinem Solowerk eher den Eindruck von Uninspiriertheit.
Mit dem Titeltrack ´The Obsidian Conspiracy´ kriegen Dane und seine Mitstreiter zum Finale aber erwartungsgemäß noch mal die Kurve und präsentieren einen thrashigen Rausschmeisser, der alle bekannten Trademarks der Truppe enthält.Als Bonüsse kredenzt man den Käufern der sehr nett aufgemachten Special Edition noch zwei Coverversionen: ´Crystal Ship´ THE DOORS und ´Temptation´ THE TEA PARTY.
Mit SOILWORK´s Peter Wichers als Produzenten und dem gradlinigerem Songwriting wurde nun wirklich alles richtig gemacht, ein zweites ´This Godless Edavour´ wäre ganz klar als Stagnation aufgefasst worden. Mit dem aktuellen Output präsentieren NEVERMORE eine gelungene Mischung aus allen Schaffensperioden der Band und agieren im Vergleich zu den letzten beiden Werken entspannter, ja fast entkrampfter.
5/6
Sebastian Freitag
NEFARIUM “AD DISCIPULUM”
NEFARIUM -“Ad Discipulum (Agonia Records, 35:20min.) NEFARIUM ist ein schwarzmetallischer Vierer aus Norditalien mit zwei Steuermännern, nämlich Leadgitarrist Adventor, welcher fĂĽr die Musik verantwortlich zeichnet und Vokalist / Gitarrist Carnifex, zuständig fĂĽr die lyrische Komponente. Ergänzt werden die beiden durch Bassist Vexator, sowie einem alten Bekannten von Enthroned: Drummer Garghuf. FĂĽr einige Tracks konnte man desweiteren die Herren ‘Archaon’ von 1349 an der Gitarre und ‘Wildness Perversion’ von MORTUARY DRAPE fĂĽr einige Vocals verpflichten.
Obwohl die Band bereits seit 1999 kontinuierlich im zwei- bis dreijahres-Takt Releases auf die Menschheit loslässt und sich eifrig live präsentiert (zuletzt auf Tour mit Dark Funeral), blieb bis Dato der grosse Durchbruch verwehrt. Hört man den aktuellen Output „Ad Discipulum“ zum ersten Mal, fragt man sich, warum das so ist; die Produktion ist druckvoll und definiert, ohne kĂĽnstlich zu klingen. Die Songs präsentieren sich flott und abwechslungsreich gespielt. Hier sind Recken am Werk, die ihre Instrumente beherrschen und die wissen, wie man ordentliche Songs schreibt. Stilistisch bewegt man sich hier in einer Schnittmenge von 1349, SETHERIAL, MARDUK oder OLD MAN’s CHILD. Der Gesang ist eher im Keller angesiedelt und erinnert ebenfalls ein wenig an Galder von letztgenannter Band. Ergänzt hat man die Mischung mit passenden Soli, einigen wenigen Keyboards / Samples und einem Hauch Folk, was bisweilen auch ziemlich nach KEEP OF KALESSIN klingt (hört euch mal ‘Servus servorum Satanae’ an!).
Nach mehreren Durchläufen (und die sind bei mageren 35 Minuten schnell geschafft) wissen NEFARIUM immer noch zu gefallen. Wenn der Band etwas fehlt, dann eine eigene Identität. Und bitte nicht mehr so offensichtlich bei skandinavischen Szenegrössen abkupfern, das fällt auf!
Ansonsten ist „Ad Discipulum“ ein unterhaltsames Album, das auch nach mehrmaligem Genuss nicht langweilt.
4,5/6 Punkten
Dirk
Diskografie:
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Demo „999“ (1999, Eigenproduktion)
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„Avernus“ (2001, Maggot Records)
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„Praesidium“ (2004, Downfall Records)
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„ Haeretichristus“ (2007, Agonia Records)
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„Ad Discipulum“ (2010, Agonia Records)
GRAVE – BURIAL GROUND
Grave -Burial Ground (Regain Records) Wir fristen unser Dasein in einer Welt des steten Wandels. Was heute Top ist, kann morgen schon wieder Flop sein. Da tut es gut zu wissen, das es Dinge gibt, die Bestand haben und auf die man sich verlassen kann. GRAVE zum Beispiel bestehen schon seit 1988 (ja, ich weiĂź, mit ‘ner Pause dazwischen…!) und ziehen seit Anbeginn straight ihr Ding durch, nämlich sahnigen Old School Schweden-Tod. Keine groĂźen Experimente, keine Ausrutscher und ĂĽberwiegend von hoher GĂĽte. Wie bei BOLT THROWER gilt auch hier der Spruch: „Nur, wo Nutella draufsteht, ist auch Nutella drin!“ Und das ist gut so!
Mit „As Rapture Comes“ lieferten GRAVE einen Klopper erster GĂĽte ab. Es folgte das etwas flache Album „Dominion VIII“, das nach solch einem Vorgänger und einem Labelwechsel keine Schnitte haben konnte. Und wie steht’s mit dem neuen Werk „Burial Ground“? Wir können erleichtert aufatmen und schon mal in verzĂĽckter Vorfreude den StĂĽtzkragen fĂĽr den Nacken aus dem Schrank holen! Denn Ja, es darf wieder gemosht werden. Es groovt wieder wie Sau, keine Gefangenen! Einzelne Songs herausheben kann und will ich nicht, da das gesamte Album so flĂĽssig aus den Boxen perlt, das einem die ordentliche Spielzeit von ĂĽber 50 Minuten viel zu kurz vorkommt und der Finger am Ende automatisch auf die Repeat-Taste drĂĽckt. Die Songs sind ĂĽberwiegend im oberen Midtempo Breich gehalten, es gibt aber auch durchaus Tracks mit Blastbeat Einlagen oder solche, die wie zähe Lava dahinfliessen.
tmosphäre ist von vorne bis hinten vorhanden. Begriffe wie „dicht, aggressiv, drückend und gleichzeitig treibend“ kommen in den Sinn. Trotz der selbst auferlegten engen stilistischen Grenzen schafften es GRAVE, ein abwechslungsreiches, enorm rhythmisches und rotziges Album aufzunehmen, das einfach nur zu begeistern weiß. Der Sound ist dreckig, erdig, aber dennoch natürlich und definiert. Die Songs enthalten die typischen Trademarks der Band und die Sangesleistung von Ola Lindgren ist ein Genuss. Unverkennbar! Selbst das Artwork ist herrlich altmodisch geraten und erinnert an alte Granaten wie „Repulsion“. Dieses Album schreit förmlich danach, live gespielt zu werden und garantiert den Orthopäden der Republik so manch erwirtschafteten Marmorfußboden im Eingangsbereich der Praxis. Also: Unbedingt den 14. Juli vormerken und zum Plattendealer eures Vertrauens pilgern! Ein Pflichtkauf!
Dirk
SETHERIAL “EKPYROSIS”
SETHERIAL zählen neben DARK FUNERAL mit zu den dienstältesten schwedischen Black Metal Bands, standen jedoch trotz guter Releases stets etwas im Schatten der Letztgenannten, was vielleicht auch daran liegen mag, dass man sich einen sehr ähnlichen Stil teilt. Dies könnte sich mit diesem Album ändern, denn im direkten Vergleich zum letzten DARK FUNERAL Release liefert die Truppe um Mastermind Lord Kraath das eindeutig stärkere Material ab.
Der Opener eines Albums ist Visitenkarte und Aperitif zugleich. Der erste Eindruck ist oft entscheidend, wie der geneigte Hörer an den Rest des Albums herangeht: macht er neugierig auf mehr oder eher abwartend-skeptisch? Im Falle von “Ekpyrosis” eindeutig Ersteres! Technisch anspruchsvoll, abwechslungsreich und mit ordentlichem Tritt aufs Gaspedal jagt `A world in hell` durch die Boxen und sorgt fĂĽr ein anerkennendes Hochziehen der Augenbrauen. Auch das folgende TitelstĂĽck `Ekpyrosis` kann ĂĽberzeugen. Um einiges langsamer, aber dennoch anspruchsvoll.
Die folgenden Tracks können das Spitzenlevel des Openers zwar nicht ganz halten, bewegen sich aber immer noch im oberen Bereich und sind weit entfernt vom Durchschnitt. Insgesamt ist das Tempo der Songs eher flott gehalten, doch man versucht sich auch erfolgreich an langsameren Passagen, welche kombiniert mit genialen Melodien (Tipp: der Rausschmeisser `Enemy of Creation`!) fĂĽr eine starke Atmosphäre sorgen und Zeit zum Luft holen geben. Gut gefällt mir, dass immer noch die Trademarks der Band durchscheinen, welche man 1996 mit „Nord..“ etabliert hat. Schade ist jedoch, dass weiterhin die enge musikalische Verwandtschaft mit dem „groĂźen Bruder“ DARK FUNERAL durchscheint, was aber vielleicht auch an den engen stilistischen Grenzen innerhalb des Schweden Highspeed Black Metal Genres liegen mag. Die Produktion entspricht einem guten Standard. Alle Instrumente und der Gesang sind gut voneinander abgrenzbar, ohne dass einem Part der Vorzug gegeben wird. Eine kleine SchĂĽppe mehr Rotz und Dreck im Mix hätte es fĂĽr meinen Geschmack aber dennoch sein dĂĽrfen…
Fazit: Ein gutes Album, welches Fans des Genres auf jeden Fall zufrieden stellen wird und neugierig macht, ob die Band das Ganze auch live rĂĽberbringen kann?
Empfehlenswert!
Regain Records
Dirk



