There is something about me..

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MYGRAIN REVIEW

Posted by admin On Januar - 21 - 2011

Wie einige sicher schon einmal gehört haben, ist das dritte Album einer Band von besonderer Wichtigkeit. Das haben scheinbar auch die 6 Jungs aus der finnischen Hauptstadt gehört und sich fĂĽr die betroffene, selbstbetitelte Scheibe ordentlich ins Zeug gelegt. Da deren zweites Album leider völlig an mir vorbeigegangen ist, beziehe ich mich bei Vergleichen auf ihr Debut “Orbit Dance”, welches mich auf die Band aufmerksam gemacht und entsprechendes Interesse fĂĽr die aktuelle Neuerscheinung bei mir geweckt hat.

Los geht’s – wie so oft – mit einem ruhigen Keyboard-Intro, welches genau die richtige Länge hat. Nach einer kleinen Steigerung und dem Einsetzen der Instrumente leitet der Gesang auch schon das ein, weswegen wir alle die Play-Taste gedrĂĽckt haben: technisch einwandfreien Melodic Death Metal. Wobei hierzu gesagt sein sollte, dass sich MyGrain wie immer in einer Grauzone irgendwo zwischen Melodic Death und Metalcore bewegen. Was die Technik angeht wird hier zwar nicht rumgeprollt, allerdings fällt sofort auf, dass hier jeder sein Instrument voll unter Kontrolle hat.
Kennern der Band dürfte der mittlerweile noch etwas mehr weichgespülte Cleangesang von Tommy auffallen. Dieser ist zwar stellenweise höher als gewohnt, allerdings fügt er sich gut in die Songstruktur ein und wirkt selten deplaziert, sodass der Rest lediglich eine Geschmacksfrage bleibt.
Aber selbst ich, als nicht-BefĂĽrworter von Cleangesang muss gestehen, dass dieser in den Refrains so manchen Ohrwurm bei mir verursacht hat. Ganz besonders beim eingängisten (und fĂĽr Viele eventuell auch besten) Song des Albums ‘Cataclysm Child’ ist dies der Fall. Ăśberhaupt bietet der Gesang eine wirklich groĂźe Vielfalt, wie sonst auch wurden stellenweise noch nette Effekte verwendet, die das Gesamtpaket noch einmal aufwerten.
Generell lässt sich die Tendenz feststellen, dass die Songs mit steigender Tracknummer zunehmend mainstreamiger rĂĽber kommen. Gerade bei ‘Trapped In An Hourglass’, Of Immortal Aeons’ und ‘Xenomorphic’ stößt diese Tatsache bei mir an eine Schmerzgrenze. Allerdings ist dies nunmal der Sound der Band und flieĂźt kaum in die Bewertung mit ein.

Besonders hervorzuheben ist das wirklich symbiotische Zusammenspiel zwischen Gitarre und Keyboard. Letzteres drängt sich trotz seiner eher synthetischen Sounds nicht zu sehr in den Vordergrund und verwirrt den Hörer somit nicht durch zu große Dominanz.
Die Songstrukturen sind weder zu linear noch unübersichtlich und rhythmisch wird in den meisten Songs viel Abwechslung geboten. Mit bereits erwähntem Gesang wird hiermit ein recht hoher Wiedererkennungswert erzeugt, den heutzutage leider nicht mehr allzu viele Bands aufweisen.

Abschließend möchte ich ein Lob für ein gut gelungenes, drittes Album aussprechen. Es macht wirklich den Eindruck, als hätte man hier viel Zeit und Liebe investiert, um noch einmal einen draufzusetzen. Für Genrefans ist Reinhören angesagt, alle anderen können aber natürlich auch mal einen Blick riskieren, es lohnt sich!

5/6

Christian

LEGION OF THE DAMNED

Posted by admin On Januar - 15 - 2011

LEGION OF THE DAMNED – DESCENT INTO CHAOS Kaum hat das neue Jahr begonnen wird es auch schon ordnungsgemäss eingeläutet: LEGION OF THE DAMNED sind mit ihrem neuen Studioalbum da! Die holländischen Todesmetaller sind für ihren brachialen Sound bekannt – und der neue Silberling macht da keine Ausnahme.

Nach einem äusserst stimmungsvollen Intro wird im Opener in gewohnter Weise drauflosgebolzt. Ab dem ersten Ton ist klar wem man hier zuhört. Schnell, rau und brutal. So soll es sein!  Bereits im zweiten Track wird teilweise etwas Tempo rausgenommen, um äusserst brutale Breakdowns zum Besten zu geben. Die Abwechslung der Geschwindigkeit macht den Song extrem dynamisch und sollte definitiv von unschlüssigen (und somit Ungläubigen) Metalheads angehört werden (War Is In My Blood). Es geht ähnlich weiter. Die zum Teil einfachen aber nicht minder einprägsamen Gitarrenläufe werden zeitweise schon fast pervers langsam gespielt. Allzu lang wird der Hörer aber nie auf die – in diesem Fall angenehme – Folter gespannt. Befindet man sich in einem langsamen Part, lässt das nächste Doublebaseinferno ganz bestimmt nicht lange auf sich warten. Zur Mitte des Albums laufen die Songs ins altbekannte LofD-Schema zurück: Schnell, einfach und heftig.  Die Songs sind zu keinem Zeitpunkt langatmig oder gar langweilig.

Mit `Lord Oft He Files wird ein weiteres Meisterwerk betreffend Aggressivität vom Stapel gelassen. Kaum eine andere Band versteht es so gut sich so geschickt durch die verschiedensten Tempolagen zu spielen. Das Album hält zum Ende hin das Niveau und drückt gradlinig alles weg was im Weg steht. Einziger Negativpunkt: Wer ein wirklich innovatives Death Metal Album erwartet mit vollen Songs und anspruchsvoller Technik ist hier vermutlich falsch. Wer LotD kennt weiss genau auf was er sich einlässt – und genau das bekommt er auch. LEGION OF THE DAMNED at it’s best.

Für alle Fans ein Pflichtkauf – wer sich aber bisher nicht für LofD begeistern konnte wird mit dem neuen Album seine Meinung nicht ändern können.

5/6 Punkten Ron

HERETOIR – HERETOIR”

Posted by admin On Januar - 15 - 2011

Northern Silence Productions presents: HERETOIR mit ihrem gleichnamigen Album. Der Name leitet sich aus der englischen Silbe „Here“ (von „Heretic) und dem französischen „toir“ ab, was einen Fantasienamen bildet, der im übertragenen Sinne „Wegbereiter“ bedeutet. Seit 2006 wird unter diesem Banner schon Musik gemacht, wobei in den Anfängen eher die akustischen Kompositionen im Vordergrund standen. Mittlerweile hat man Black Metal Elemente hinzugefügt und der geneigte Leser kennt bereits zwei Möglichkeiten: entweder es klingt gut, oder es klingt dürftig. Dass man aber auch neue Soundcoullagen bauen kann, beweisen HERETOIR mit ihrem aktuellen Album.

Auf diesem, mit satten 9 Songs bestücktem, Silberling entfaltet sich sofort eine eigene Atmosphäre; auch wenn das Intro noch lediglich eine Soundkulisse ohne erkennbare Richtung erzeugt, wird hier der Hörer sofort bei der Hand genommen und es geht los in eine andere Welt. Thematisch wird der Protagonist eines geliebten Menschen beraubt und erfährt unterschiedliche Seelenstürme, von Trauer, Angst, Schmerz, Hass und Liebe gleichermaßen umschlungen. Die Kompositionen sind so geschickt aufgebaut, das Abwechslung im ganz großen Stil vorgenommen wird. Mal verträumt, mal straight in die Fresse, mal mystisch (stellenweise sogar psychedelisch) und teilweise einfach nur brachial hasserfüllt entladen HERETOIR ihr gesamtes Repertoir auf neugierige Ohren und ich muss sagen: Sie machen ihre Sache wirklich sehr gut!

Vor dem Mikro wird sowohl gesungen, geknurrt aber auch ordentlich vom Leder geschrien, dass es nur so eine Freude ist. Man findet schnell Zugang und die Songs setzen sich fleiĂźig ins Ohr fest, ohne nach dem 8. Mal langweilig zu werden. Was Neues gibt es auch immer wieder zu entdecken, so dass hier auch auf Langzeit hingearbeitet wurde.

Das Kochrezept wird zwar von Bands wie ALCEST oder LES DISCRETS zelebriert, und doch wird hier das eigene Süppchen gekocht. Anhängern oben genannter Bands werden HERETOIR sofort ins Herz schließen, ansonsten sei jedem Melancholiker oder Black Metal Fan diese Platte ans Herz gelegt, um sie anzutesten und für sich die besten Elemente rauszuhören. Und davon gibt es hier viele zu hören!Fazit: Restlos begeistert, endlich mal wieder ein richtig geiler Geheimtipp! Das gute Musik auch aus Deutschland kommen kann, wird hier eindrucksvoll bewiesen. Vielen Dank, für diese geile Platte!

6/6 Punkte

Radu

MOTĂ–RHEAD CD-REVIEW

Posted by admin On Dezember - 21 - 2010

Seit Jahrzehnten sind sie eine feste Größe der internationalen und harten Musikwelt, genauer seit 35 Jahren. Ihr Protagonist, Ian „Lemmy“ Kilmister und dessen whiskygeölte Reibeisenstimme, ist mittlerweile 65 Jahre alt und auch in der jetzigen Besetzung sind sie schon seit 18 Jahren unterwegs. Die Rede ist von MOTÖRHEAD. Mit „The Wörld Is Yours“ haben die Briten dieser Tage zu den 20 bisherigen Studioalben ein weiteres auf den Markt gebracht. Und auch hier geben sich die „smarten“ Burschen, wie ein edler Französischer Wein: Sie werden mit den Jahren immer besser.

Über ihren musikalischen Stil müssen wohl keine Worte mehr verloren werden. Der musische Inhalt dieser Scheibe unterscheidet sich auch stilistisch nicht großartig von seinen Vorgängern. Lediglich wird das Bremspedal hier und da ein wenig getreten, sodass das Ganze immer noch sehr gut rockt, man sich aber dennoch nicht gerade von einer Dampfwalze überrollt fühlt, wenn die Scheibe ausklingt.

Mit einem der besten Stücke, `Born To Lose`, startet das Album. Hitverdächtig, hoher Wiedererkennungswert, starke Instrumentierung und eine gehörige Portion Ohrwurmpotential vereinen sich zu einem heftigen Rocksong. Auch die drei weiteren Stücke `I Know How To Die`, `Get Back In Line` und `Devils In My H ead“ lassen dem Hörer keine Atempause und ziehen mit heftigem Dampf durch die Lautsprecher, bevor dann mit `Rock´n´Roll Music` eine etwas ruhigere musikalische Form zur Ehrerbietung an die Musik selbst gewählt wird.

Damit man sich aber nicht in die ruhigere Sparte verliert, wird anschließend mit `Waiting For The Snake` gleich wieder die Wuchtbrumme herausgeholt und ordentlich abgerockt. `Botherhood Of Man` verfügt dann wieder über ausgesprochenen Ohrwurmcharakter und gehört mit dem folgenden `Outlaw`, ein ideales Livestück zum mit schreien, zu den Highlights des Albums.

Doch auch die letzten beiden StĂĽcke `I Know What You Need` und insbesondere `Bye Bye Bitch Bye Bye` unterstreichen noch einmal die qualitativ gute musikalische Ausrichtung und bilden einen mehr als wĂĽrdigen Abschluss.

Über Nachwuchsprobleme in der Fangemeinde müssen sich die Rock´n´Roller seit jeher kaum Sorgen machen. Mit diesem Album werden sie mit Sicherheit wieder viele neue gewinnen.

Ludger


ODYSSEY CD-REVIEW

Posted by admin On Dezember - 9 - 2010

ODYSSEY – „Reinventing The Past“ Och nööö, nicht noch ein Cover Album…mag der geneigte Hörer denken, wenn er sich die Tracklist durchliest. Lediglich die letzten drei Songs dĂĽrften nicht jedermann bekannt sein, und ein Blick auf das Cover lässt auch noch nicht wirklich erahnen, was den Hörer so erwarten mag. Also rein in den Player, Kopfhörer auf und ab dafĂĽr…

Als erstes donnert der RAINBOW Klassiker `In The Eyes Of The World` aus den Boxen und man kann es kaum glauben, wie frisch der Song klingt; als hätte er das erste Mal das Licht der Welt erblickt und nur darauf gewartet, endlich auf die Gehörgänge losgelassen zu werden. Doch es bleibt nicht bei Rock Klassikern, sondern auch `In The Heat Of The Night` von Sandra und `Shake The Disease` von DEPECHE MODE werden hier durch den Cover Wolf gedreht und klingen überraschend originell. URIAH HEEP und CANDLEMASS werden hier ebenfalls ordentlich abgefrühstückt und selbst UFO dürften sich bei dem Hörgenuss über die Coverversion fleissig freuen. Insgesamt kommen die Stücke recht progressiv und rockig, doch mit einer ordentlichen Packung Härte rüber. Auch soundtechnisch schreien die Boxen nur noch nach mehr Lautstärke, so dass hier alles am rechten Platz ist.

Was aber verbirgt sich hinter den drei unbekannten Stücken? Das Projekt ODYSSEY hatte lediglich 3 Songs abgeworfen, die nun noch einmal neu abgemischt und aufgenommen wurden und dabei fällt dann auch das letzte Stück Selbstbeherrschung, die man vor dem heimischen CD Player aufbringen kann ab, denn hier wird ganz großes Kino geboten; melodische Gitarrenlinien, die soundtechnisch einfach nur knallen, ein ordentlich klingendes Schlagzeug und dabei eine Gesangsstimme, die sofort durch die Ohren ins Gehirn jagt, um eine Gänsehaut nach der anderen zu erzeugen. „Intensiv“, „Geil“ und „Wow“ sind die ersten Worte, die mir einfallen.

Ein Blick auf die Albumdetails verrät dann allerdings, was erfahrene Ohren bereits wissen, denn hierbei handelt es sich um ein neues Werk von Altmeister DAN SWANÖ, der bereits Bands wie EDGE OF SANITY, NIGHTINGALE, DISSECTION, MARDUK, BLOODBATH, OPETH und unzählige andere Extrembands auf den rechten Weg gebracht haben. Er selbst hat sich musikalisch mittlerweile ganz der progressiven Schiene verschrieben (neben seinen unzähligen Produktionsprojekten) und das ist auch gut so, denn hier bekommt man noch ordentlich Musik fürs Geld! Auch wenn ich mir teilweise wieder seine Growl Stimme und einige Knüppelorgien wünsche, so hat er mich mit diesem Album endlos glücklich gemacht. Für Einsteiger und für nostalgische Altmetaller ist das Album gleichermaßen zu empfehlen. Wer noch nie etwas mit dem Namen „SWANÖ“ anfangen konnte, sollte sich schleunigst das Album besorgen und sich endlos freuen, das heutzutage noch richtig geile Musik gemacht wird.

6/6 Punkten

Sebastian GroĂź

HELRUNAR “SOL” REVIEW

Posted by admin On Dezember - 7 - 2010

HELRUNAR – „Sól“ Fast 4 Jahre nach ihrem letzten Werk, „Baldr Ok Íss“, welches als eines der Referenzwerke im Bereich Pagan-Blackmetal in den letzten Jahren gesehen werden kann, melden sich die Münsteraner HELRUNAR mit einem Werk zurück, das alle vorangegangenen Alben der Band in den Schatten stellt. Das als Doppelalbum veröffentlichte „Sól“, welches sich in „Sól I Der Dorn im Nebel“ und „Sól  II Zweige der Erinnerung“ aufteilt, ist ein Meisterwerk, welches in seiner atmosphärischen Dichte seines Gleichen sucht.

Der Einstieg des Albums ist mit einem gesprochenen Intro (`Gefrierpunkt´), in dessen Hintergrund es langsam tröpfelt sehr ruhig gestaltet, aber dieser Zustand wird nach dem Intro mit `Kollapsar´ schlagartig beendet. Nachdem die Gitarre einige Male das Grundthema des Songs spielt, artet dieser zu einer regelrechten Eruption aus und auch der Skald Draugr ist bestens bei Stimme, wie er mit einem durchdringenden Kreischen beweist. Auffällig ist hier bereits die für Blackmetal sehr gute Produktion, die Markus Stock in seiner Klangschmiede (Studio E) auf die Scheibe gezaubert hat.

Im Folgenden zelebrieren Helrunar auf ungefähr 100 Minuten das, was sie am besten können: Blackmetal mit kleinen Paganeinflüssen. Die Übergänge zwischen den Songs sind oft durch Passagen gestaltet, die dem Intro ähneln und die im Zusammenhang davon handeln, dass sich Menschen immer weiter vom menschlichen Sein entfernen. In den Texten spiegelt sich das schreiberische Genie der Gruppe, teilweise wird hier ganz große Poesie geboten, die sich in der Wiederbelebung alter Mythen darstellt und die man auf diesem Niveau in dem Genre schon viel zu lange vermisst hat. Musikalisch ist es Blackmetal, welcher durch schnelle Blastbeats aber auch durch Midtempo Parts, die sich vor dem inneren Auge wie ein Monument für die Ewigkeit abzeichnen und frostiges Klirren aus den Boxen schallen lassen (ein exzellentes Beispiel für diese langsameren Passagen ist `Moorgänger´, welches sich am Ende der zweiten CD befindet.), auszeichnet.

Mit diesen zwei Scheiben haben sich Helrunar ein Denkmal für die Nachwelt gesetzt und zeigen, dass sie ihre Leistungen auf dem starken „Baldr Ok Íss“ mit Leichtigkeit noch übertreffen können, setzen allerdings die Messlatte für ihre (hoffentlich) noch erscheinenden Alben sehr, sehr hoch. Für Fans von Black- und/oder Paganmetal eine definitive Kaufempfehlung, um hier nicht von einem Kaufbefehl zu sprechen.

6/6

Lasse

NACHTGESCHREI “ARDEO”

Posted by admin On Dezember - 2 - 2010

NACHTGESCHREI “Ardeo” Obwohl ich ein sehr offener Metalhead bin und jeder nur erdenklichen Art dieser Musikrichtung eine Chance gebe mich zu begeistern, gibt es doch einige Genres die dabei zu kurz kommen. Nicht zwangsläufig weil sie mich nicht ansprechen, sondern schlicht und einfach weil ich zu wenig Zeit habe, mich mit allen zu beschäftigen. Eines dieser Genres ist der Medieval Metal oder auch Medieval Rock, je nach Interpret. Obwohl ich mich fĂĽr bekannte Vertreter des Genres wie In Extremo oder auch Subway to Sally durchaus begeistern kann geht der Grossteil der Szene völlig unerkannt an mir vorbei. Im Strom der mir entgangenen Bands schwammen auch die Frankfurter Medieval- bzw. Folkrocker von NACHTGESCHREI, obwohl sie mit Ardeo bereits ihr drittes Full-Lenght Album veröffentlichen.

nachtgeschrei_bandfoto2logo-300x300Bis heute. Voller Vorfreude und Spannung lege ich die Scherbe ein – und bin erstmals angenehm ĂĽberrascht. Der Opener “An mein Ende” geht angenehm flott voran. Die genretypischen Instrumente verschmelzen gekonnt zu einer mitreissenden Melodie welche Lust auf mehr macht. Leider bleibt diese unbefriedigt. Das Album verkommt zu herkömmlicher Medieval-Kost. Das abwechslungsreiche Songwriting und die Tempoänderungen wirken leider aufgesetzt und gesucht. Die Musik klingt zwar solide, kann sich aber meines Erachtens nicht erwähnenswert von Genrekollegen abheben. Die Stimme von Holger “Hotti” Franz erinnert teilweise stark an Michael Robert Rhein von IN EXTREMO ohne dabei die gleiche Stimmung erzeugen zu können. Leider geht der Gesang und somit auch die teilweise ansprechenden Texte meistens in den Songs unter. Alles in allem verliert sich die Scheibe in langsamen Passagen und geht in der eigenen Ruhe unter. Somit zieht der Grossteil der Songs ziemlich belanglos am Hörer vorbei. Das ist sehr schade, da durchaus Potential zu erkennen ist.

Zwei Anspieltipps kann ich dennoch geben. Zum einen, den Song `Herzschlag`. Für mich das beste Stück des Albums. Abwechslungsreich und dennoch eingängig. Auch der Text weiss zu begeistern. Eine Art Hymne, die jeden Genrefan sofort aufhorchen lässt. Zum anderen ist auch `Herbst` ist definitiv eine Hörprobe wert. Ein langsames aber extrem stimmungsvolles Lied. Leider sind das die einzigen Höhepunkte.
Abschliessend bleibt zu sagen dass hier vorhandenes Potenzial nicht ausgeschöpft wurde und somit ein Album unter vielen zurückbleibt. Freunde des mittelalterlichen Musizierens sollten es sich mal anhören, alle anderen dürfen es getrost ignorieren.

3.5/6

Ron

MUSHROOMHEAD BEAUTIFUL….

Posted by admin On Dezember - 2 - 2010

MUSHROOMHEAD – Beautiful Stories For Ugly Children Nachdem es einige Jahre recht still um den Achter aus Cleveland war, bringt die Truppe um Waylon und Jefferey Nothing im September diesen Jahres nun ihr siebtes Studioalbum raus. “Beautiful Stories For Ugly Children” heiĂźt das Werk und der Name ist bereits auf dem Cover Programm. Dort und auf dem Rest des insgesamt recht ansprechenden Digipaks posen die Jungs mit ihren Masken, die Viele sicherlich zunächst ein wenig an die Kollegen aus Iowa erinnern wird. Als optisches Imitat kann man die Band jedoch nicht bezeichnen, immerhin sind sie schon ein paar Jährchen länger im Geschäft und haben derartigen Opportunismus wohl nichtmehr nötig. Allerdings blieb in den nunmehr 15 Jahren seit der ersten Veröffentlichung bisher ein nennenswerter Durchbruch aus.

Der vorliegende Silberling gibt Hinweise auf die GrĂĽnde…

Beim ersten Durchhören der Scheibe scheint diese – so hart das für eine recht etablierte Band klingen mag – eher belanglos. Die Songs klingen allesamt recht ähnlich und überraschen höchstens mit unterschiedlichen Intros. Das liegt in erster Linie am nicht sonderlich abwechslungsreichen Riffing, welches die Grenze zwischen Wiedererkennungswert und Wiederholung des öfteren überschreitet. Das gilt jedoch nicht für den Gesang, der im Ganzen betrachtet durchaus als vielseitig bezeichnet werden kann, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um zwei Sänger handelt. Aber auch dieses hat einen Haken: Stellenweise erinnern die Gesangslinien stark an artverwandte Bands wie z.B. STONE SOUR, SEETHER oder SEVENDUST.

Aufgrund besagter Homogenität fällt es schwer, auf einzelne Songs einzugehen. Die fĂĽr gewöhnlich charakteristischen, elektronischen Einsprenkler und technische Finesse sucht man hier fast vergebens, lediglich der Song ‘Harvest The Garden’ bietet mit seinem groovigen Percussion-Intro und verhältnismäßig dominantem Scratching eine angenehme Auflockerung des Einheitsbreis. Generell wäre der Song vielleicht besser als Singleauskopplung geeignet, als der dafĂĽr ausgewählte Opener ‘Come On’, welcher zwar ähnlich eingängig ist, aber nicht unbedingt sofort ĂĽberzeugt. AuĂźerdem positiv hervorzuheben wäre noch der Song ‘Darker Days’, der deutlich treibender ist und einfach um einiges besser abgeht, als der Rest.

Insgesamt muss man diesem Album etwas mehr Zeit geben, um sich daran erfreuen zu können. Das würde ich aber ausschließlich Fans der Band und Leuten raten, die mit dem Genre vertraut sind, denn Liebhaber der etwas härteren Gangart werden hier wohl eher nicht zufriedengestellt.

Wer die Band noch nicht wirklich kennt, sollte sich zum Einstieg lieber älteres Material anhören, um damit warm zu werden, denn meiner Meinung nacht stellt dieses Album nicht unbedingt den Höhepunkt der Karriere dar.

2,5/6

Christian BrĂĽnger

CLITEATER REVIEW

Posted by admin On November - 18 - 2010

Es gibt Bands, da weiß man einfach, was einen erwartet. CLITEATER sind eine davon. Wie schon bei ihren vorherigen Veröffentlichungen „Scream Bloody Clit“ und „Clit ‚em All“ wird auch mit „The Great Southern Clitkill“ wieder ein bekannter Albenname durch den Clitwolf gedreht.

Zum Album kann man sagen, dass durchgehend solider Grindcore geboten wird, aufgelockert von kleinen Samples und ähnlichen Spielereien. CLITEATER erfinden das Rad sicher nicht neu, aber werden ihre Fans auf keinen Fall enttäuschen, da sie sich und ihren Trademarks treu bleiben. Auf dem Album gibt es Passagen, die vor Groove gradezu strotzen, aber auch markante Blastpassagen haben die Holländer im Programm. Den für ein Grindalbum fast schon zu sauber produzierten Songs setzt Grunzer Joost mit seinem markanten Gegrunze und Gekreische noch die Krone auf, wenn sie sich durch 1a Grindcore Songs wie `Saturday Night Beaver´, `In-Diana Jones´ oder das Namensgebende PANTERA Cover `The Great Southern Clitkill´ rumpeln.

Auf der anderen Seite kann man ihnen allerdings auch vorwerfen, dass sie Innovationen gegenüber quasi verschlossen sind und sich nur selbst kopieren und nichts neues bieten können oder auch wollen, da sie ja bisher mit ihrem Erfolgsrezept relativ gut gefahren sind und sich eine für den Sektor schon beachtliche Fangemeinde aufgebaut haben.

Wer CLITEATER vorher nicht mochte, wird auch von dieser Scheibe die Finger lassen, Fans der Band können hier ohne Bedenken zugreifen, da sie genau wissen, was sie hier erwartet.

4/6

Lasse

FACEBREAKER – INFECTED

Posted by admin On November - 16 - 2010

facebreaker_photo

FACEBREAKER – INFECTED Die schwedischen Todesmetaller wechseln mit ihrem dritten Album das Label, sind somit nicht mehr bei Pulverised Records, sondern bei Cyclone Empire unter Vertrag. Der eingeschlagene Weg wird dadurch aber zum Glück nicht geändert.

Wie schon beim Vorgänger „Dead, Rotten and Hungry“ wird in Ur-schwedischer Manier gebolzt, geholzt und gewalzt, dass es eine wahre Freude ist. Weitgehend spielt sich das Geschehen im Midtempo ab, erinnert dabei oft an ihre Landsmänner GRAVE und BLOODBATH, mit einer Prise BOLT THROWER, die gekonnt zitiert, aber nicht kopiert werden.

Anspieltips sind ganz klar der Temporeiche Opener ´Creeping Flesh´, ´Cannibalistic´, ´Mankind Under Siege´ und das göttliche ´Epidemic´. Die Produktion ist schön rau und druckvoll, wie man es von einer Old School Band erwartet, da hat Peter Tägtgren ganze Arbeit geleistet und die Aufnahme hört sich absolut nicht Abyss-typisch an.

Fans vom guten alten Schwedentod sollten hier auf jeden Fall zugreifen, besser kann mans eigentlich kaum machen.

5,5 / 6   Chris