Archive for the ‘Konzertberichte’ Category
COREFEST2 Konzertreview
COREFEST2 6.3.2010 Der Zebra Music Club in Hausen öffnet seine Pforten für das zweite „Corefest“, das mit seinen fünf Bands für nur 5 Euro einiges zu bieten hat. ENEMA OF DEATH, WITHOUT WORDS, TYP1, SIGNED IN BLOOD und BURNOUT SYNDROM sind alle im Hard-/Metalcore-Bereich angesiedelt, wobei dennoch jede ihren ganz eigenen Stil zu bieten hat. Um 20.30 Uhr soll es losgehen. Doch wo bleiben die Gäste?
Als um 20.45 Uhr BURNOUT SYNDROM ihre Show beginnen, bin ich eine der einzigen, die vor der Bühne stehen – schade, denn alle, die nicht rechtzeitig da waren, haben echt was verpasst. Nachdem die Würzburger mich bis jetzt mit ihren Songs auf CD nicht so wirklich begeistern konnten, bin ich am Samstag hin und weg. Nicht nur, dass alle fünf eine echt geile Show abliefern, der Sound fetzt richtig. Besonders die Shouts und Growls von Sänger Thomas haben es mir angetan. Er sollte ruhig noch mehr schreien – ich auf jeden Fall würde mich nicht beschweren!
Nach einer leider etwas langen Umbaupause geht es gleich mit der nächsten Überraschung weiter – SIGNED IN BLOOD aus Jena. Mittlerweile füllt sich auch das Zebra langsam mit Gästen und die Party kommt in Gange. Und das, wie ich schon sagte, mit einer großen Überraschung. Ich kannte die Band bisher nur von ihrer Myspace-Seite. Meine Meinung: Na ja… Zwei Aufnahmen in schlechter Qualität, die ich schon tausend Mal in dieser Art gehört hatte. Nichts Besonderes also. Umso erstaunter bin ich, als die sechs Thüringer eine Performance hinlegen, die, glaube ich, nicht nur mich absolut begeistert. Solider Hardcore, der vielleicht nicht das Neueste oder Einfallsreichste ist, aber gut abgehen kann man allemal. Daumen hoch!
Weiter geht’s mit TYP1, die mich mit ihrer Mischung aus Hardcore und Screamo sofort für sich gewinnen können. Auch wenn die Songs teilweise recht ähnlich untereinander klingen, kommt keine Langeweile auf. Auf ihrer Homepage beschreibt die Band ihre Musik als „direkt und intensiv“, was die Sache genau auf den Punkt trifft. Die einzelnen Songs gehen vielleicht nicht alle ins Ohr, die Musik jedoch ins Blut. Zu guter Letzt schenkt Gitarrist Thomas mir noch ein Bandshirt – was will man mehr! Bereichert um ein Kleidungsstück und ein geiles Konzert begebe ich mich in eine kurze Zigarettenpause und freue mich schon mal auf ENEMA OF DEATH.
Ebenjene betreten kurz vor Mitternacht die Bühne und mit einem lauten „Fuck you!“ von Sängerin Ville geht’s los. Damit ist ja dann alles schon mal geklärt. Mit ihrem Mix aus Death, Thrash und Hardcore können die Lichtenfelser wieder mal absolut überzeugen. In der folgenden Stunde beben die Wände des Zebra Clubs. Die einheimische Band hat nicht nur ihre kleine Fangemeinde mitgebracht, sondern auch eine Setlist, die keinen Wunsch offen lässt. Wie gewohnt schaffen es ENEMA OF DEATH innerhalb kürzester Zeit, ihr Publikum zum Toben zu bringen. Als Ville ihre übliche Frage „Habt ihr Bock auf ´ne Wall of Death?“ schreit, bringe ich mich und meine Kamera lieber in Sicherheit. Besser so – mit voller Wucht stürzt sich die Menge vor der Bühne zu den ersten Tönen von „Mental Mutilation“ in den Moshpit. Als ich mir das durchgeschwitzte Publikum nach einer Stunde schließlich anschaue, bin ich mir fast sicher, dass die Band nach diesem Konzert mehr als nur ein paar neue Fans gewonnen hat.
Leider wird es ENEMA OF DEATH in dieser Formation bald nicht mehr geben, da Drummer Alex die Band aus beruflichen Gründen verlassen muss. Wer Interesse hat, meldet sich am besten über die Homepage oder schreibt eine Mail an mario@enemaofdeath.de.
Die Metalcore´ler WITHOUT WORDS sind die letzte Band des Abends. Doch wieder stellt sich mir die Frage: Wo sind die Gäste? Als ENEMA OF DEATH fertig sind, verlassen auf einmal alle schlagartig das Zebra. Warum, weiß keiner. Nur verständlich, dass Sänger Marcus zunächst etwas ärgerlich reagiert. Nichtsdestotrotz liefern die fünf eine super Show ab und lassen sich ihren Ärger nicht anmerken. Ständig wechselnd zwischen heftigen Growls und cleanem Gesang rennt Marcus über die Bühne und schreit sich die Seele aus dem Leib. Und gerade für die eingefleischten Fans ist es letztendlich nicht mal so schlecht, dass das Publikum sich gelichtet hat. Marcus kommt kurzerhand mit vor die Bühne und shoutet Arm in Arm mit seinen Fans.
Als WITHOUT WORDS die Bühne verlassen, bin ich trotz allem froh, meine Kamera aus der Hand legen und endlich ungestört feiern zu können. Ich merke mal wieder: Stundenlange Musik strengt trotzdem an – selbst wenn sie so gut ist, wie die des „Corefest 2“.
Fazit: Richtig geiler Abend mit richtig geilen Bands – das Rundum-Sorglos-Paket für alle Metalheads!
Anna
pics: Anna
SHINING Konzertreview
SHINING, SARKOM, SVARTTJERN@Helvete Oberhausen, 5. März 2010. Es ist immer noch schweinekalt in Deutschland und es regnet draußen, als wir uns auf den Weg nach Oberhausen machen. Doch in der Helvete angekommen ist es dem „Teufel sei Dank“ warm, lässt die Kälte draußen vergessen. Es ist noch nicht viel los, hier und da sitzen ein paar Leute, unten vor dem kleinen Wohnzimmer, so nenne ich die kleine Halle, stehen ebenfalls nur ein paar Leute rum. Auch als um kurz nach acht die erste Band SVARTTJERN die kleine Bühne entert, stehen gerade mal zwanzig Leute verteilt vor der Bühne. Nun sei es so.
Also, die ersten Schwarzheimer, SVARTTJERN, aus Norwegen, legen sich mächtig ins Zeug, um den paar Männekes einzuheizen, die hier wie verloren rumstehen. Die Band um die beiden Brüder Hans Fyrste und HaaN sind sehr gut eingespielt, denn sie waren lange Zeit unter anderem mit TAAKE und NATTEFROST unterwegs. Eigentlich sind sie für ihre brutalen und intensiven Shows bekannt, aber heute hier in der Helvete, zeigen sie sich von ihrer weniger brachialen Seite, nur Sänger Hans schlabbert ab und zu mal mit seiner Zunge rum. Optisch kommt die Band gut einher. Mit obligatorischem Corpsepaint bemalt und meterlangen Nagelarmbändern sehen sie schon recht finster aus. Aber trotz der guten musikalischen Darbietung, will der Funke einfach nicht überspringen. Schade eigentlich.
Das sollte bei der nächsten Black Metal Band SARKOM, ebenfalls aus Norwegen stammend, schon ganz anders aussehen. Nach einer kurzen Pause betritt dann die Band, auch hier mit dem obligatorischen BM Outfit, die Bühne und hat von Anfang an das Publikum, das jetzt dicht gedrängelt vor der Bühne steht, mächtig im Griff. Los ging es mit `Bloodstains`. Auf der Bühne war jetzt ein wenig mehr los. Die Musiker sind pausenlos in Bewegung. Die Setlist ist gut abgestimmt und man kann auch schon einmal ein paar Melodien erkennen. „Midtempo“ Songs wechseln sich mit brachialen Nackenbrechern ab, während endlich im Publikum die ersten Matten kreisen und die Temperatur mächtig ansteigt. Shouter Unsgaard fräst sich mit seinem Gesang durch die Gehörgänge der Zuschauer, schaut böse in die Menge und fuchtelt mit seiner Bierflasche herum. Nach einer dreiviertel Stunde ist auch schon der Spuk vorbei. Unsgaard verlässt die Bühne, während die Band noch ein paar Minuten weiterspielt. Keine Zugaberufe. Punkt! Ende! Aus!
So, ich will jetzt nicht lange herumfackeln und eine Hasstirade auf den nun folgenden Headliner ablassen. SHINING aus Schweden mögen sein wie sie wollen, allem voran Niklas Kvarvorth, mit seinem selbstzerstörenden Gehabe. Es ist mir im Endeffekt wirklich egal, sollen die Leute machen und tun was sie wollen, aber SHINING sind und bleiben eine hervorragende Black Metal Band! Nach einer weiteren kurzen Umbaupause betritt die Band dann während eines Intros die Bühne. Völlig unspektakulär beginnen sie mit ihrer Show, die eigentlich gar keine ist. Es ist die Musik die zählt. Niklas hockt sich meist, wenn er nicht „singen“ muss, vor das Schlagzeug und trinkt seinen Jim Beam oder leert seine Rotweinflasche.
Die Band spielt sich souverän durch das Set, fast alle Alben der Band werden in der Setlist berücksichtigt, auch vom jetzt folgenden neuen Album „Shining VII – Född Förlorare“ wurde ein Stück gespielt. Niklas wie immer, schreit und kreischt sich die Seele aus dem Leib. Einige im Publikum, die nur darauf warten, dass etwas Spektakuläres auf der Bühne geschieht, werden enttäuscht. Es fließt kein Blut, die Rasierklingen bleiben dort wo sie sind. Das ist auch gut so. Die Band wirkt sehr statisch, steht ziemlich emotionslos auf der Bühne rum. Der neue Bassmann passt gut ins Bild und spielt im Gegensatz – wie auch seine Vorgänger – zu den anderen Black Metal Bassisten, klare melodiöse Bassläufe. Huss spielt wie immer seine hervorragenden Gitarrensoli, während Graby, seines Zeichens Rhythmus-und Sologitarrist ziemlich entnervt auf der Bühne steht. Und Drummer Richard Schill ist erhaben wie eh und je! Und nach einer Stunde endet dann ein vollkommen unspektakulärer, aber musikalisch hochwertiger Gig.
So, nun muss ich aber einige Bemerkungen bezüglich der hier anwesenden Fotografen loswerden:
Also, wie kann es angehen, dass diese direkt auf die Bühne gehen, an den Gitarristen vorbei latschen, sich hinter deren Amp stellen, um dann den Schlagzeuger von der Seite zu fotografieren. Der Gitarrist von SHINING machte sogar einen von ihnen darauf aufmerksam, doch nicht auf seine Bodenpedale zu treten. Also, das geht wirklich nicht. Wäre ich Musiker, würde ich die Fotografen schnellstens von der Bühne komplementieren. Da sollte sich das Team der Helvete mal Gedanken drüber machen.
Alles in allem war es ein gelungener kurzweiliger Abend, mit guten Bands, trotz der nicht so gut gefüllten Helvete. Sieger für mich des Abends war ganz klar SHINING, gefolgt von SVARTTJERN, weil sie mir einfach besser gefielen als SARKOM.
Uli
HYPOCRISY Bochum Matrix
HYPOCRISY, SURVIVORS ZERO, FAILED PERFECTION Bochum, Matrix 1.2.Montag Abend in Bochum! Es ist ziemlich kalt draußen, der Winter hat sich bisher noch nicht verabschiedet! Zeit, um in die Matrix zu gehen, eine der besten Death Metal Bands live zu sehen und sich die Vollbedienung geben zu lassen. HYPOCRISY aus Schweden, die schon lange nicht mehr in Deutschland auf Tour waren, machten heute hier Stop. Mit im Gepäck hatten sie ihren neusten Longplayer „A Taste Of Extreme Divinity“. Unten in der Matrix sehe ich eine überschaubare Menge von Fans, nicht gerade viel! Aber ich denke, das Wetter spielt auch eine grosse Rolle.
Um Punkt acht Uhr geht es dann los mit der ersten Vorband aus Bochum: FAILED PERFECTION. Musikalisch erinnerten sie mich mit ihrem melodiösen Death Metal an IN FLAMES und DARK TRANQUILLITY. Die Jungs zogen eine gute Show ab.Fronter Chris zeigt hier eine total solide Performance. Erst mit weißem Hemd und Hose bekleidet und dann mit nacktem Oberkörper, war er der totale Hingucker. Aber auch stimmlich konnte er gut überzeugen, ebenso wie die gesamte Band, die gerade an ihrem Debüt-Album arbeitet. Ich denke, es kam ihnen total gut gelegen für HYPOCRISY die Show zu eröffnen.
Nun ging es weiter mit den Finnen SURVIVORS ZERO, die bei mir eigentlich eher einen zwiespältigen Eindruck hinterließen. Sänger Tommi kam nicht so gut rüber, denn er war nicht so der absolute Stimmungsbringer! Die Band machte hingegen einen guten Job, doch Stimmung kam im Publikum nur auf, als sie KREATOR´S `People Of The Lie`spielten. Na ja, zwei Bands hätten auch gereicht.
Nach kurzer Umbaupause, die Matrix war jetzt doch gut gefüllt, kamen sie endlich! HYPOCRISY! Was diese Band in den neunzig Minuten nun hier zeigte, war Vollbedienung pur! Die Band um Peter Tätgtren, Mikael Hedlund, Tomas Elofsson und Horgh walzte alles nieder. Fast alle Alben wurden berücksichtigt. Die Setlist ein Traum! Kein Wunsch blieb offen. Angefangen vom Opener `Valley Of The Damned` bis hin zur letzten Zugabe `The Final Chapter`. Auch meine absoluten Lieblingsstücke wurden gespielt: `Eraser`, `Fire In The Sky`, `Roswell 666`. Peter Tätgtren war gut bei Stimme, growlte sich durchs Set, während die Band tight wie ein Uhrwerk spielte.
Es war eine absolut geile Show, trotz der ziemlich leeren Matrix. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Band wurde lautstark bis zur letzten Sekunde abgefeiert, während die Matten nur so geschüttelt wurden, ebenso die des Rezensenten. Das Ganze wurde abgerundet von einer geilen Lightshow und einem für Matrixverhältnisse bombastischen Sound. Was will man mehr!
Deshalb hoffen wir doch, dass sie demnächst mal wieder in deutsche Gefilde kommen werden. Bilder gibt es hier zu sehen.
RHINO BUCKET Konzertreview
RHINO BUCKET, BANGKOKK, BLACK SHERIFF, Bochum – Zwischenfall 12.01.2010 Dienstag Abend! Draußen ist es es saukalt, Schnee ist überall gegenwärtig. Stehen hier kurz vor acht vor dem Zwischenfall in Bochum und warten mit bis jetzt fünf Leuten auf Einlass. Endlich um 20.10 Uhr werden die Pforten geöffnet, und wir können ins Halbwarme hinein, um dann noch einmal erneut zu warten, bis wir nach oben in den Club kommen. Mittlerweile füllt sich der Vorraum und im Endeffekt finden sich genau achtzig Leute im Zwischenfall ein, um die drei Bands live zu erleben.
Den Anfang machten BLACK SHERIFF aus Köln. Und diese Band blies mich und die anderen Gäste sofort um. Man, was ging das dort ab. Ich kann das eigentlich gar nicht beschreiben! Doch! Vier Leute, von denen sich drei im Leadgesang abwechselten. Allen voran der irische Fronter an Gitarre und Gesang Glen Ravioli, mit seinem markanten Cowboyhut, dann der fidele Tom Krämer an der Gitarre, der wie ein junger Angus Young abging. Basser Buddy B., der auch mal zur Gitarre wechselte und Artur am Schlagzeug, der mich in seiner Spielart total an Tommy Lee erinnerte. Das ganze war eine Mischung aus MOTÖRHEAD und ROSE TATOO……..gepaart mit geilen Gitarrensoli, tollen Grooves und rotzigem Gesang! Alles in allem ein Hammergig!!!! Weiter so!!
Danach ging es nach einer ganz kurzen Umbaupause mit den Sleaze Rockern BANGKOKK aus Dortmund weiter. Also, um von vornweg zu sagen: Sleaze Rock hat es in Deutschland eigentlich ganz schwer, denn er wird hier wenig beachtet. Aber trotzdem hat es BANGKOKK geschafft, einen Deal mit Demon Doll Records in den USA zu unterzeichnen. Und die Jungs haben wirklich Potenzial. Denn der Wiedererkennungswert der Songs war hier bei dieser Band am höchsten, höher als bei den anderen beiden Bands. Die Band knallte zwar nicht so wie die anderen, aber sie machten ihre Sache einfach klasse und es war ein großer Spaß ihnen zuzuschauen.
Ich habe die Band vor kurzem noch bei einem Gig in Dortmund gesehen, wobei sie mir da besser gefielen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie dort als Hauptact spielen konnten. Jedoch sie kamen hier beim Publikum im Zwischenfall gut an. Es wurde gut gerockt und die Stimmung war von Anfang an super! Einziges Manko an dieser Band ist der Frontmann, der absolut gut gesungen hatte, aber an seiner Performance bzw. Kommunikation mit dem Publikum noch einiges tun könnte!! Nimm es mir bitte nicht Übel Markk!!!!!!!! Trotzdem weiter so!!
Ja, und dann kam sie, die absolute Vollbedienung in Sachen Rock´n Roll!!!!!!! RHINO BUCKET aus den Vereinigten Staaten!!!! Winner of the day!!Fuckin´Kick Ass Rock´n Roll! Dreckig! Heavy! Rotzig! ACDC lässt grüßen! Bon Scott auferstanden! Huld an die Götter!! So musste es klingen! Halt! Und das aus einem Mund, der eigentlich Black/Death Metal hört!? Was schert es einen! Ich spreche hier von einer Band, die im Grunde wie ACDC klingt, während Sänger Georg Dolivo wie der leider zu früh verstorbene Bon Scott singen kann!!! Gegründet wurde RHINO BUCKET 1987 von Georg Dolivo, die sich aber nach drei Alben trennte, um sich 2001 zu reformieren und im Jahre 2006 ein neues Album aufzunehmen.
Was hier zu später Stunde im Zwischenfall zu sehen und zu hören war, hm……..das war wirklich eine (Zeit)Reise wert. Auch wenn hier wenig Zuschauer waren, während das Konzert am Tag zuvor in Köln ausverkauft war. Nicht desto trotz! Hier wurde gerockt! Offen und ehrlich! Ohne großen Firlefanz! Eine großartig eingespielte Band, natürlich allen voran Sänger und Gitarrist Georg Dolivo, gefolgt von Gitarrist und Backgroundsänger Brain Forsythe, Bassist Reeve Downes und dann ganz besonders zu erwähnen, Dusty Watson am Schlagzeug, der hier für offene Münder sorgte, der mit seinem Spiel alles niederwalzte!!
Was diese Band in diesen fast 1 ¼ Std. dem Bochumer Publikum gezeigt hatte, war einfach nicht zu beschreiben. Außer! Huldigung! Da können und müssen sich einige Bands, die sich groß und toll vorkommen, eine ganz große Scheibe davon abschneiden. Denn dieses war Rock´n Roll pur!!!!!! Und den haben nicht viele!
Konzertfotos unter: http://www.metal-impressions.de/?cat=4
SATYRICON, SHINING, DARK FORTRESS 5.12.09 Turock Essen
Die „Final in Black Tour 2009“ schlug ihre Pforten zur Hölle im Essener Turock auf. SATYRICON, eine der Speerspitzen des kommerziellen Black Metals aus Norwegen, gab sich die Ehre, um am Samstag in Essen eines ihrer letzten Konzerte dieses Jahres zu geben. Mit im Gepäck als Support hatten sie die schwedischen Black Metaler SHINING , die deutschen DARK FORTRESS und POSTHUM aus Norwegen.
Den Beginn machten POSTHUM, kurz nach neunzehn Uhr, die mich in einer Art an SHINING erinnerten, von denen ich aber eigentlich gar nicht so richtig viel mitbekommen habe, da wir ein Treffen mit Satyr und Frost von SATYRICON um 19 Uhr hatte. Dieses verschob sich auf 19.45 Uhr. Warten war angesagt. Um 19.50 Uhr bekam ich dann endlich den Anruf von Theresa von Roadrunner Records. Aber nun musste sie erst einmal Kontakt zum Tourmanager aufnehmen. Wir gingen Backstage! Dieser wiederum sagte uns, dass es noch ca. 25 Minuten dauern würde, bis wir die Beiden treffen könnten.
Also ich wieder rein ins Turock, um schnell noch ein paar Fotos von DARK FORTRESS zu schießen. Ich habe von der Band nicht viel mitbekommen, aber was ich gesehen und gehört habe, war toller moderner Black Metal, ohne grossen Firlefanz!
Und um ca. 20.30 gab`s dann endlich das Treffen mit Satyr und Frost, das aber sehr schnell beendet war. Eigentlich hätten wird uns dies schenken können. Danach schnell wieder ins Turock.
Um 20.55 Uhr betraten endlich SHINING die Bühne. Also vorab! SHINING aus Schweden sind nicht gerade eine Band, die die meisten der hier im Turock Anwesenden mögen. Sie sind eigentlich verhasst, allein schon wegen des destruktiven Verhaltens von Sänger Niklas Kvarforth. Denn dieser propagiert hauptsächlich für Suizid und selbstverletzendes Verhalten…auf der Bühne!! ABER!!!! Die Musik dieser Band ist einfach gnadenlos gut!!! Black Metal meets Blues, Jazz, Gitarren a la Steve Vai….dazu der Gesang von Niklas, enervierend, schreiend, melodisch. Und! Endlich mal ein Bassist, der auch mal Melodien spielt! Für mich wirklich Gänsehaut erzeugend! Das, was sie in dieser kurzen Zeit auf der Bühne zeigten, war wirklich eindrucksvoll! Black Metal at its best!!!!! Niklas hielt sich heute Abend zurück, fügte sich keine blutenden Wunden zu, knutschte nur zu Beginn des Konzertes mit dem Bassisten rum, und drückte sich irgendwann einmal eine brennende Zigarette auf dem Oberkörper aus. Mehr musste man auch nicht haben!
Um 21.40 gingen die Lichter wieder an, und eine größere Umbaupause begann. Die Gitarren und der Bass wurden mindestens 4x gestimmt, das Schlagzeug wurde nochmals eingesteuert, dann wurden die Setlists auf der Bühne verteilt, Wasserflaschen und Handtücher bereit gestellt. Und erst um 22.20 Uhr ging das Licht aus und SATYRICON betraten unter frenetischem Jubel die Bühne, um mit `Repined` die Show zu eröffnen. Satyr war absolut in Höchstform, stachelte von Anfang an das Publikum an. Die Band bangte um die Wette, ebenso das Publikum. Es war ein Vergnügen ihnen zuzuschauen. Satyr poste was das Zeug hielt und war guter Dinge. Die Setlist konnte sich wirklich sehen lassen. Hit über Hit wurde gespielt, `Wolfspack`, `Diabolical Now`, `Forhekset`, `Black Crow….`, `Supersonic..`, `Die By My Hand`, usw……! Die Meute fraß der Band förmlich aus der Hand. Es war wirklich eine runde Sache. Auch wenn sie nicht zu den Old Black Metal School Bands gehören…………sie machen ihre Sache echt klasse und das ist auch gut so……Mit `K.I.N.G.` und `Fuel of Hearted` begann dann der Zugabenteil, gefolgt von ´Mother North`, dem absoluten Konzerthöhepunkt im ausverkauften Turock. Was die Zukunft der Band angeht…..steht erst einmal in den Sternen. Im nächsten Jahr wollen sie sich eine Pause vom Tourstress gönnen, um dann zu entscheiden, wohin die Reise mit SATYRICON gehen wird. Alles ist offen! Man wird sehen…..
Setlist SATYRICON:
REPINED
WOLFSPACK
DIABOLICAL NOW
FORHEKSET
BLACK COW…
SUPERSONIC..
SKIN
RITE
DIE
PETAGRAM BURNS
—————————
K.I.N.G.
FUEL OF HEARTE
MOTHER NORTH
ROCK HARD FESTIVAL Freitag, 29.05.- Sonntag, 31.05.2009…Amphitheater, Gelsenkirchen
In die siebte Runde ging das diesjährige RockHard Festival, das wie immer im Amphitheater in Gelsenkirchen stattfinden sollte. Ein hochkarätiges Billing war wieder einmal verpflichtet worden, und die Macher vom RockHard konnten nur sagen: Sold Out!
Den Auftakt machten am Freitag die deutschen Trasher WITCHBURNER aus Fulda, die auch wirklich gleich voll zur Sache gingen, um mit ihrem deutschen Trash a´ la SODOM/DESTRUCTION, die Meute vor der Bühne kräftig anzustacheln, und diese ging gleich voll mit. Zwar war das Rund noch nicht ganz gefüllt, aber trotzdem herrschte schon bei der ersten Band eine wirklich außerordentlich gute Stimmung, die ich nie zuvor in den letzten Jahren bei der ersten Band am Freitag gesehen hatte.
Die auch gleich bei der nächsten Band anhielt und sich sogar noch steigerte. Denn jetzt betraten die NWOBHM Legende ANGEL WITCH die Bühne. Und das Kuriosum an der ganzen Sache war, dass die Band um Mastermind Kevin Heybourne nicht vom der RH-Redaktion gefragt wurde, ob sie dort spielen würde, nein, sie hatten selber angefragt. Und da hatte man natürlich nicht nein sagen können.
Die Briten boten einen erstklassigen Sound. Natürlich durften da die Klassiker wie `Angel Of Death`, `Confused` und natürlich `Angel Witch` nicht fehlen. Toller Gig einer alten Legende!
Nun wurde es bitterböse. DESTROYER 666 aus Australien waren nun angesagt. Mit im Gepäck hatten sie ihr letztes hoch gelobtes Werk `Definace`. Die Band um Bandleader KK Warslut boten einen soliden Gig. Ultra heavy kam ihr Nietenbehangenes Outfit einher und ihr brutal angeschwärzter Trash kam gut im Rund an. und etliche Rüben wurden kräftig durchgeschüttelt. Nichts weltbewegendes, aber im Großen und Ganzen ein sehr unterhaltsamer Gig.
Nun folgte einer der Höhepunkte am Freitag. PRONG, eine der wichtigsten Band der neunziger betraten wieder erstarkt die Bühne und zeigte deutlich, dass man auch als Trio ein großes Publikum mitreißen kann. Allen voran natürlich Fronter Tommy Victor, wenn er nicht singen musste, war er ständig auf der Bühne in Bewegung. Geboten wurden alte und neue Songs, die aber zu einem vollen homogen Sound mit hohem Wiedererkennungswert zusammen schmolzen. Den Fans gefiel es , es herrschte eine tolle Stimmung im Amphitheater. Daumen hoch!
Ja, nun kommen wir zu den Freitags Co-Headlinern JAG PANZER aus den USA mit dem Ausnahmesänger Harry “The Tyrant“ Conklin, der in gewissen Kreisen, als einer der besten Sänger gepriesen wird.
Geboten wurde hier erstklassiger Powermetal mit Härte, Melodie, Drive und Anspruch! Conklin poste was das Zeug hielt, sang aber wie ein Gott! Hammer!. Jede Bewegung war offensichtlich einstudiert, eigentlich ein wenig zu übertrieben. Aber was sollte es. Den Leuten hat es dort gefallen. Die Band hat tierisch gerockt!
Als Headliner betraten nach einer Umbaupause dann OPETH aus Schweden die Bühne. Nun stellte sich hier vorher schon die Frage, ob die Band ihrem Headlinerstatus gerecht würde. Auch in diversen Foren wurde darüber geredet, das OPETH völlig fehl am Platz wäre!!!
Letztendlich aber wurde dieser Auftritt der progessiven DeathMetal Band zum absoluten Höhepunkt des Freitagabends. Ein gestochen glasklarer Sound waberte aus den Boxen.
Das Ganze wurde untermalt von einer tollen Videoshow, die perfekt zu den einzelnen Songs arrangiert passte. Gezeigt wurden Film und Bildersequenzen ausschließlich aufgenommen in der Natur.
Mastermind Mikael Akerfeldt war sehr gut aufgelegt und unterhielt das Publikum zwischen den einzelnen Songs mit witzigen Ansagen. Die Songauswahl bestand aus neuen Songs vom letzen genialen „Watershed“ mit `Heir Apparant`, `The Lotus Eater` und Hessian Peel` und ältere wie z.B. das geniale `Ghost Of Perdition` oder ` The Leper Affinity`.
Fakt: Dieser Gruppe konnte sich niemand entziehen…….Musik, die von sphärischen Klängen über in brutalstes DeathMetal Gewitter überging,…..von harmonisch klarem Gesang, bis hin zu den fiesesten Growls..
Nicht umsonst werden OPETH die PINK FLOYD des DEATH METAL genannt…
Absolut Weltklasse!!
Den Auftakt am Samstag machte die schwedische Death Metal Band EVOCATION, die wir leider wegen eines Staus auf der Autobahn verpassten. Kamen aber noch rechtzeitig zum Gig des schwedischen Trios GRAND MAGUS, das hier in Gelsenkirchen ordentlich punkten konnten. Die Musik kann ich eigentlich gar nicht so richtig beschreiben. Außer, dass sie total mitreißend, fesselnd, doomig, episch einher kommt. Dazu der melodische Gesang von J.B., gespickt mit mehrstimmigen Refrains…………..mit diesem Gig hat die Band bestimmt neue Fans gewonnen.
Die nächste Band AUDREY HORN aus Norwegen um den charismatischen Sänger Torkjell Rod, konnte die Leute zwar nicht von den Sitzen reißen, überraschten aber trotzdem, da sie hier für frischen Wind sorgte. Mit einer Mischung aus HardRock und Grundge überzeugten sie in erster Linie die Meute vor der Bühne, die auch kräftig die Band abfeierte. Die beiden Gitarristen der Band, Ice Dale und Thomas Tofthagen, sind den meisten keine Unbekannten, denn sie sind die Gitarrenfraktion bei den norwegischen BlackMetalern ENSLAVED. Ein Achtungserfolg! Aber nicht schlecht!!
Aber nun kam zum ersten Mal richtig Stimmung im Rund auf. Old school fuckin´ Death Metal mit HAIL OF BULLETS aus den Niederlanden. Die Band walzte sich wirklich in die Herzen der Zuschauer. Die deutschen Ansagen des Sängers Martin van Drunen kamen total gut an, da sie vor allem normal gesprochen und nicht gekreischt wurden, wie z.B. bei dem Sänger von WITCHBURNER. Mit im Gepäck hatten sie natürlich ihr viel umjubeltes Debütalbum „..Of Frost And War“…………,das sie hier auch zum Besten gaben, eine Mischung aus DEATH, BOLT THOWER und MASSACRE. Daumen hoch!
Bei der jetzt folgenden Band DRANGONFORCE kann man wirklich geteilter Meinung sein! Entweder man liebt, oder hasst sie. Punkt! Aus!
ABER! Was diese Herren an diesem Nachmittag boten, war ein optisches und akustisches Vergnügen sondergleichen. Eine völlig durchgeknallte Kapelle! Allen voran die beiden Gitarristen Li und Totman, die sich gegenseitig in den Soli immer überbieten wollten, um hinterher akrobatische Luftsprünge zu machen oder auf dem Trampolin hüpfend (ja, richtig gelesen) ihre Licks zu spielen. Der Keyboarder Vadim Pruzhanov setzte mit seinen Späßen noch einen obendrauf, während Frontmann ZP Theart sich die Seele aus dem Leib sang.
Ja, nun zur Musik der Band kann man eigentlich nur sagen: Alles geklaut, kein Klischee aus den Metalbereichen wurde ausgelassen: Powermetal a´ la Helloween, jede Menge Tempo und vor allem jede Menge Melodie. Aber das spielte bei dieser Band keine Rollen. Sie sind eben…..DRANGONFORCE! Daumen hoch!!!
FORBIDDEN aus den USA toppten natürlich spielend den Auftritt der Briten. Obwohl sie es nie geschafft hatten, eine Größe zu werden wie EXODUS oder TESTAMENT, wurden ihre beiden Debütalben zu Klassikern des Trashs. Nach einer zehnjährigen Pause meldeten sie sich letztes Jahr wieder erstarkt zurück. Und letztendlich konnten sie auf diesem Festival beweisen, dass sie nichts von ihrer Power verloren haben. Sie entfachten ein Trash-Gewitter sondergleichen und sorgten für zahlreiche Mosh- und Circlepits, vielleicht auch für die ein oder andere verzerrte Nackenmuskulatur.
So, nun zum Co-Headliner am Samstagabend, JON OLIVA´S PAIN, für den viele Besucher schon der eigentliche Highlight des Festivals war. Und für mich galt das ebenso. Absolut!
Die SAVATAGE Fans waren förmlich gespannt, was sie von ihren alten Lieblingen hören sollten……..und sie wurden absolut nicht enttäuscht. Eröffnet wurde das Konzert mit `City Beneath The Surface` gefolgt von `Sirens`. Die Band, mächtig spielfreudig, gepaart mit einem
tollen Sound, einem super gut aufgelegten Jon Oliva, der stimmlich auch sehr auf der Höhe war, sorgte dafür, dass dieser Auftritt wirklich unvergleichlich werden würde.
An neuerem Material wurden nur zwei neuere Songs zum Besten gegeben, der Rest ließ sich wie auf der Zunge zergehen: `Of Rage And War`, `Chance`, `Gutter Ballet` (das Amphitheater ein Tollhaus), ´Tonight He Grins Again`, `Hounds`, (das Tränentreibende) `Believe`, `Jesus Saves` und natürlich zum Schluss `Hall Of The Mountain King`.
Tja, das waren Emotionen ohne Ende. Ein Auftritt, der kaum Wünsche offen ließ. Großes Kino!!
Der Auftritt der Samstagsheadliner CHILDREN OF BODOM stand eigentlich unter keinem guten Stern, denn wegen eines Schulterbruchs und einer broken Rippe des Fronters Alexi Laiho, wurde schon ein Teil der USA Tour abgebrochen. Und nun war Bangen angesagt, ob der heutige Termin nicht doch noch kurzfristig abgesagt wurde.
Aber sie kamen. Aber siegten sie auch? Alexi war sichtlich angepisst, denn man konnte ihm die Schmerzen schon ansehen, die von seiner fucking Schulter ausgingen.
Dennoch zogen die Finnen ihr Programm routiniert durch, doch der Funke wollte und wollte nicht so richtig überspringen, obwohl das Publikum EIGENTLICH ganz gut mitging. Somit endete der Gig dann auch schon nach siebzig Minuten…..!! Aber es sei ihnen verziehen! Fuckmotherfuckinfuckfuck………
Man muss dem RockHard eigentlich zu Gute legen, dass sie auch auf so einem großen Festival Nachwuchsbands eine Plattform bieten, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Und diese Chance hatte dieses Jahr TRACEDAWN aus Finnland.
Die Youngsters legten sich am Sonntag um die Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein mächtig ins Zeug. Ihre Musik, eine Mischung aus Melodic und DeathMetal, gepaart mit klaren melodiösen Gesangslinien und tiefen Gowls kamen gut an, obwohl das Rund zu dieser Zeit noch nicht soo gut gefüllt war. Not bad!
FIREWIND aus Griechenland waren nun angesagt, die mit ihrem melodiösen Powermetal schon ein wenig mehr Leute ins Amphitheater zogen. Kopf der Band ist der Ausnahmegitarrist Gus G., der schon bei MYSTIC PROPHECY und DREAM EVIL spielte.
Durchweg routiniert zog die Band alle Register, um das Publikum anzustacheln, was natürlich auch gelang, und somit zufriedene Gesichter im Publikum hinterließ. Höhepunkt dieses Auftrittes war die Coverversion von `Maniac` aus dem Musical Flashdance, was lautstark vom Publikum mitgesungen wurde.
Alles in allem ein gelungener Auftritt.
Noch eine Schüppe drauf legten BULLET aus Schweden, die mit der Zeit immer populärer werden, und eines Tages wohl ganz oben stehen werden. Denn die Mischung aus ACCEPT und ACDC ist hochexplosiv!
Was die Herren um Sänger Hell Hover dort abzogen war Rock´n Roll pur. Rotzig, kraftvoll.
Die Herren posten um die Wette und hatten sichtlich Spaß in den Backen. Was sich natürlich sofort aus das gesamte Publikum übertrug, das die Band nach allen Mitteln der Kunst lautstark unterstütze………
Aber! DAD aus Dänemark legte noch eine Schüppe mehr drauf!! Die Band kam eigens mit einem riesigen Truck angereist und baute schon während des Auftrittes von BULLET hinter den Verstärkern die Utensilien auf, was den Auftritt der Schweden etwas störte. Das sei nur mal am Rande erwähnt.
Heiligs Blechle! Welche Show und Aufwand die Dänen boten! Und all das nur für eine Spielzeit von 45 Minuten. Allen voran, der durchgeknallte Bassist Stig Pedersen, der fast zu allen Stücken einen neuen Bass spielte: einen zweisaitigen Bass, mal in Raketenform, oder einer Olive oder mal zur Abwechslung in Cadillac Heckflossenform. Dazu seine ausgeflippte Kleidung, die er öfters wechselte (mehr bei den Bildern zu sehen). Dazu kam noch eine Pyroshow und ein Bassspieler, der mit funkensprühendem Pyrohelm a´ la RAMMSTEIN, über die Bühne lief. Das nur mal am Rande erwähnt!
Die Musik kam rotzig und schweißtreibend rüber. Alles was zu einer guten Hardrockshow gehört, wurde hier geboten. Natürlich durfte `Sleeping My Day Away´ nicht fehlen. Frenetischer Jubel am Ende des Konzerts war natürlich bei dieser Band vorprogrammiert!
Alle Daumen hoch! Gerne wieder sehen wollen!!
Als nächstes war US Trash mit HEATHEN angesagt, die hier im Rund einen wahren Hexenkessel entfalteten, mich aber nicht so wirklich vom Hocker reißen konnten. Ich gönnte mir mal eine kleine Auszeit und setzte mich in den Schatten, um einen Kaffee zu trinken.
UFO, eine wirkliche Legende, wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ups. Was war das denn? Die Band war wirklich TOP! Da gab es nichts zu meckern.
Frontmann Phil Moog stand meist gebückt, rieb sich oft die (wohl arthritischen) Knie und starrte gebannt auf den Teleprompter. Stimmlich war er gut drauf. Aber hier wollte der Funke überhaupt nicht so recht überspringen. Ein zwanzigminütiges `Rock Bottom` mit endlos gedudelten Soli, macht noch lange keine Legende aus. Wo war der Überhit `Doctor Doctor`, hatten sich die meisten wohl an diesem Abend gefragt?!
Nein, da hätte man wohl doch lieber eine andere Band verpflichten sollen. Sorry! Doch das war langweilig!!
Aber dieser Auftritt wurde von einer anderen Band wieder Wett gemacht. Lang ersehnt und nun endlich da: SACRED REICH aus Arizona. Trash as can.
Das Amphitheater mutierte eineinhalb Stunden lang zum Hexenkessel, alles war auf den Beinen. Matten wurden geschüttelt, gebangt ohne Ende. Im Innenraum war die Hölle los: Mosh, Circlepits bis zum Abwinken.
Die Band zog souverän ihr Set durch und stand mit einem Dauergrinsen auf der Bühne. Songs wie `Who´s To Blame`, ` Surf Nicaragua` oder der BLACK SABBATH Klassiker `War Pigs` sorgten für überschwappende Stimmung. Für die meisten Zuschauer waren SACRED REICH die absoluten Headliner des Festivals, genau wie Jahr zuvor EXODUS an gleicher Stelle.
Danach gab es noch eine kleine Karaokeshow auf der Hauptbühne, wo sich die drei Sieger des Karaokewettbewerbs dem großen Publikum präsentieren konnten. Unterstützt wurden sie wie jedes Jahr von der Band ROKKEN.
So, und zu guter letzt standen Biff mit seinen Mannen als Sonntagsheadliner auf der Bühne. SAXON ist und bleibt eine Institution, bei der man eigentlich nichts falsch machen kann.
Immer wieder sind sie gern gesehene Gäste überall auf der Welt.
Heute Abend boten sie einen Special Classic Set incl. Adler, der es wirklich in sich hatte. Fast alle Hits wurden zum Besten gegeben, und das Publikum feierte die Band lautstark!
Mit glasklarem Sound und einer tollen Lightshow zog die Band souverän durch ihr Set, der mit `Princess Of The Night` endete.
Wieder einmal ist es den Machern vom RockHard gelungen ein total entspanntes Wochenende auf die Beine zu stellen. Angefangen von der tollen Location, über die fairen Preise und die nette Security, bis hin zum fantastischen Wetter (habt ihr da eure Hände mit im Spiel gehabt?) und natürlich den fantastischen Fans…………………….
Gerne wieder………………
Uli Bechstein
CRADLE OF FILTH, GORGOROTH, MOONSPELL……. 17.12.2008. Live Music Hall, Köln
Der böseste Pakt des Jahres bildete jene Allianz der schwarzen Mächte, welche am 17.12. die dunkelsten Wolken über Köln (Live Music Hall) herbeischworen: THE DARKEST TOUR – FILTH FEST.
Eine Tour mit CRADLE OF FILTH, GORGOROTH, MOONSPELL, SEPTICFLESH und ASRAI auf einer Bühne, bekommen Liebhaber der schwarzen Metallkunst selten zu sehen. Luzifer scheint die Gebete erhört zu haben und schickte seine stärksten Vertreter auf die Reise um seine Botschaft zu verkünden. Die Voraussetzungen haben alle Bands mit aktuellen Alben am Markt erfüllt, vor allem aber CRADLE OF FILTH.
Bei leichtem Nieselregen in Köln an der Live Music Hall angekommen, musste der Rezensent (also ich) erst einmal feststellen, dass sich der Einlass um insgesamt eine ganze Stunde nach hinten verschoben hatte. Ursache dafür war, dass der ganze Tross erst sehr spät in Köln eingetroffen war. Dementsprechend wartete die schwarz gekleidete Menschenschlange beharrlich in der Kälte, ohne zu murren, während drinnen noch der Soundcheck im vollen Gange war.
Vorab zu erwähnen wäre, dass ASRAI, die Goth-Metaler aus den Niederlanden, heute Abend aus welchem Grund auch immer, nicht spielten.
Um 19.50 ging es dann endlich los mit den Black/Death Metalern SEPTICFLESH aus Griechenland. Hauptmerkmal der Band war Basser und Sänger Spiros, der mit seinen großen Gesten das Publikum in seinen Bann zog, mit seinem Bass umherposte und dem Publikum immer wieder die Pommesgabel zeigte. Der Rest der Band gab ordentlich ihr Bestes, aber so richtig konnte die Band das Publikum nicht aus den Reserven locken. Und nach einem zwanzig Minuten dauernden Set musste die Band schon wieder die Bühne verlassen.
Ganz anders war es hier schon bei der nächsten Band MOONSPELL aus Portugal.
Nach einer kurzen Umbaupause ging es auf der Bühne nach einem kurzen Intro sofort los mit dem fulminanten `Finisterra` gefolgt von `Night Eternal` Titelstück ihres gleichnamigen neusten Albums.
Hier merkte man sofort, dass jetzt eine Band auf der Bühne agierte, die fast wirklich jeden im Publikum ansprach.
Allen voran Fronter Fernando Ribeiro, der das Publikum sofort auf seiner Seite hatte. Souverän sang er sich durch das Konzert, während die Band sich die Seele aus dem Leib spielte. Der Sound kam druckvoll und klar aus den Boxen, nur eine der Gitarren war nicht hundertprozentig abgemischt.
Eines der Höhepunkte war schließlich `Scorpion Flower`, das Duett mit Fernando und der bekannten holländischen Sängerin Anneke van Giersberg, bekannt durch THE GATHERING und ihr Gastspiel bei AYREON, dem Soloprojekt von Arjen Lucassen.
Abgerundet wurde alles mit Hits wie `Mephisto`, `Opium` und schließlich
`Vampiria`. Daumen hoch!!
Oh! Nun sollte es wirklich (pseudo?) böse werden! GORGOROTH, aus der Black Metal Hauptstadt Bergen in Norwegen, war die nächste Band. Während der Umbaupause wurden vier Holzkreuze unter dem Jubeln des Publikums auf die Bühne gebracht und fast jeder wusste, was nun geschah!
Das Licht ging aus und man konnte schemenhaft erkennen, wie vier nackte Menschen (d.h. zwei Frauen und zwei Männer) auf die Kreuze stiegen und sich schwarze Kapuzen über den Kopf zogen. Provokation pur!
Dann sollte das Inferno starten.
Die Musiker, allesamt im Corpsepaint erschienen, knüppelten alles nieder. Als Gaahl erschien, brach Jubel im Publikum aus.
Zur Band kann man sagen was man will, entweder man liebt oder man hasst sie. Leider war der Sound recht matschig und deshalb konnte man nicht ganz die einzelnen Stücke unterscheiden. Lediglich `Carving A Giant` und `Incipict Satan` waren ansatzweise herauszuhören.
Und wie man die Band so kennt, war auf der Bühne nicht allzu viel los. Gaahl kreischte und keifte sich die Seele aus dem Halse, schritt bedächtig über die Bühne, schaute böse ins Publikum und zeigte seine Teufelskralle! King poste wie gewohnt umher und der Rest der Band knüppelte sich durch das Set. Habe sie schon besser erlebt.
Um noch einmal auf die vier nackten Personen zurück zu kommen. Das war schon Schwerstarbeit, während der ganzen Show 45 Minuten regungslos auf einem winzigen Podest zu stehen und mit ausgestreckten Armen dort zu verharren. Hut ab! Aber wie gesagt, muss man nicht wirklich haben.
Gott sei Dank fehlten die abgehackten Schafsköpfe.
Weil sich der Konzertbeginn wie schon erwähnt, um eine Stunde nach hinten schob, hörten GORGOROTH kurz nach halb elf auf und somit war der Beginn der CRADLE-Show gegen elf zu erwarten. Das hieß für mich jetzt Stress, da ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist war und der Zug um kurz nach halb zwölf nach Hause fuhr. Sollte ich sie ganz verpassen?
Nein! Das Licht ging aus. In den ersten Reihen kreischten die weiblichen Zuschauerinnen um die Wette! War ich bei TOKYO HOTEL gelandet? Mitnichten!
Die Band erschien und legte nach einem Intro sofort los mit `Shat Out Of Hell`, gefolgt von `Dusk & Her Embrace`. Dani war voll in seinem Element, ständig auf der Bühne in Bewegung. Die Band spielte tight einher und die Musiker posten um die Wette. Das wars! Nach der ersten Hälfte von `Gildet Cunt` verließ ich die Halle durch den Backstagebereich, wo ich noch die beiden Gitarristen von GORGOROTH erspähte.
In einigen Foren habe ich dann gelesen, dass der Rest des Konzerts mit einer Spielzeit von siebzig Minuten sehr gut gewesen sein soll. SCHADE!
DIMMU BORGIR, AMON AMARTH, ENGEL, 25.09.2007 E-Werk, Köln
Mit ihrem neusten Werk “In Sorte Diaboli” sind die norwegischen Extrem-Metaler DIMMU BORGIR auf großer Welttournee. Ihr erster Deutschlandstop fand diesmal im Kölner E-Werk statt, wo sich eine riesige schwarz gekleidete Fanschar einfand, um ihre Lieblinge endlich wieder einmal live zu erleben. DIMMU BORGIR muss man hassen oder lieben. Hinter all den satanistischen Mätzchen wird oft übersehen, was für eine begnadete Band sie überhaupt sind. Ihr neues Album überzeugt mit höchstem spielerischem und kompositorischem Niveau! Jedoch die Black Metal Szene lehnt sie ab. Aber das ist der Band egal, denn sie ziehen ihr Ding durch.
Mit im Package waren noch AMON AMARTH und HATESPHERE angekündigt. Letztere mussten leider abspringen, da Sänger Jacob Bredahl die Band kurz vor der Tour verlassen hatte. Dafür sprang dann die schwedische Melodic Death Metal Band ENGEL aus Göteborg ein, deren Kopf Niclas Engelin (ex. GARDENIAN, IN FLAMES und PASSENGER) ist.
Punkt 20 Uhr gingen die Lichter im nicht ganz ausverkauften Kölner E-Werk aus und ENGEL betraten die Bühne, um mit ihrem Melodic Death Metal der Meute einzuheizen. Allen voran Sänger Mangan Klavborn, der ständig darauf bedacht war, das Publikum zu animieren. Sein Gesangsstil erinnerte mehr an Metalcore, aber zu dieser Musik passte er wie die Faust aufs Auge.
Bassist Michael Hakansson bangte pausenlos mit seinen Dreadlocks und poste was das Zeug hielt. Besonders hervorzuheben sei bei dieser Band die Gitarrenfraktion mit Michael Hakansson und Niclas Engelin, die hier wirklich hervorragende Arbeit leisteten. Doch leider kam die Band während ihres halbstündigen Auftritts nicht so recht beim Kölner Publikum an.
Nach einer viertelstündigen Umbaupause erlosch unter tosendem Applaus und AMON AMARTH Rufen aus dem Publikum, erneut die Hallenbeleuchtung. Ein kurzes Intro ertönte, dann ging es fulminant zur Sache. Die Halle stand von Anfang an Kopf. Das war schon eine ganz andere Liga. Man hätte meinen können, hier schon den Headliner auf der Bühne sehen zu können. Fronter Johan Hegg erschien wie immer mit seinem riesigen Trinkhorn am Gürtel und bangte sich erst einmal die Seele aus dem Leib. Seine erste Ansage machte er in gebrochenem Deutsch, was von den Zuschauern mit Jubel quittiert wurde. Jetzt war Viking Metal an der Reihe. Fünf langhaarige Schweden mit Spaß in den Backen, der sich prompt auf das Publikum übertrug, das sämtliche Refrains lautstark mitsang.
Sie wurden regelrecht abgefeiert. Die Band spielte einige Stücke von ihrem neusten Werk „With Oden on our side“, aber auch ein paar ältere Stücke wurden zum Besten gegeben. Die Gitarrenfraktion war göttlich und spielte sich in ungeahnte Höhen, während Bass und Schlagzeug sich absolut tight gaben.
Es war ständig Bewegung on Stage. Es machte wirklich Spaß, solch eine Band auf der Bühne zu haben und dann noch als Support von DIMMU BORGIR.
Nach 45 Minuten war es dann schon leider vorbei und AMON AMARTH verließen die Bühne unter tosendem Beifall und Zugaberufen, die aber nichts nützten.
So, nun dauerte es ein bisschen länger mit der Umbaupause. Zeit zu verschnaufen. Eigentlich sollte es um 21:50 mit dem Hauptact losgehen, doch erst um 22:00 Uhr wurde es dunkel im E-Werk und das Intro erscholl. Zwei „Flammenleuchterchen“ loderten auf, während zwei Mönche andächtig über die Bühne schritten. Was dann kam, kann sich der Leser wohl denken. Extrem Metal at its best!
Die Band erschien und legte brachial mit `Progenies Of The Great Apocalypse` los. Orchestraler Background, hämmernde Doublebassattacken (teilweise getriggert) und geilen Gitarrenriffs. Apropos Doublebassatacken!
Der amtierende BORGIR Schlagzeuger Hellhammer musste wegen einer Erkrankung die Tour leider absagen. Er wurde durch Tony Laureano (NILE, ANGELCORPSE, AURORA BOREALIS) ersetzt, der aber schon 2004 bei der Band ausgeholfen hatte.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter mit `Vredesbyrd` und `Puritania`, die absolut göttlich gespielt wurden. Aber von den neuen Stücken noch keine Spur. Doch nach `Sympozium` sollte sich das ändern.
Shagrat hatte sich mittlerweile seines Mantels entledigt und was kam unter seiner Lederweste zum Vorschein? Ein kleines Bäuchlein. Man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Auch auf der Bühne wirkte er nicht mehr so wie ein Derwisch, eher verlangsamt. Er fragte nun das Publikum ob es was Neues hören wolle! Und das wollte es!
Nun ertönte das Intro zu `The Serpentine Offering`, während die Band nahtlos in das Stück überging, gefolgt von `The Chosen Legacy` und `The Sinister Awakening`, wobei es hier am Anfang etwas holprig klang.
Das nächste Lied widmete die Band allen Frauen hier im Saal und `A Succubus in Rapture` ertönte, ein tolles Midtempostück, mit erstklassigem Gitarrenspiel. Nun verließ die Band die Bühne und ein längeres Intro `Fear And Wonder` ertönte, während die Band danach mit `Blessing Upon The Throne Of Tyranny` begeistern konnte. Aber der Sound war mittlerweile etwas zu sehr hochgefahren, denn es klang nun ein wenig breiig.
Nun kamen noch zwei Songs, wobei das letzte `The Inside And The Catharsis` das reguläre Konzert beendete.
Doch das Publikum wollte mehr! Und bekam es auch! Drei Stücke wurden noch nachgereicht, wobei das letztere wohl „DER“ Übersong der Band überhaupt ist. Ich spreche natürlich von `Mourning Palace`.
Über das Bühnengeschehen muss auch noch einiges erwähnt werden. Die Gitarrenfront mit Silenoz und Galder war einfach göttlich. Beide ständig am Posen, wechselten pausenlos die Bühnenhälften und wirkten überhaupt nicht so richtig evil, sondern hatten sichtlich Spaß in den Backen. Basser Vortex sorgte mit seinem cleanen Gesangsparts für Abwechslung, während Shagrat sich die Seele aus dem Leib keifte und das Publikum ständig animierte, die
Pommesgabeln in die Luft zu halten, was dieses natürlich auch liebend gerne tat. Mustis an den Keyboards konnte man so gut wie gar nicht ausmachen, sorgte aber mit seinem orchestralen Keyboardsound für einen spannenden Background.
Ja, was soll ich nun für ein Resümee abgeben?! Mh…….schwer zu sagen. Ich sage es mal so: Gewinner des Abends war natürlich AMON AMARTH, die hier wirklich das E-Werk zum Kochen gebracht haben. DIMMU BORGIR waren wirklich gut, aber das Publikum ging bei den „Vikingern“ am meisten mit. Vielleicht wäre eine Black Metal Band als Support besser geeignet gewesen.
Trotzdem: Daumen hoch für beide Bands!!!
GORGOROTH, ENTHRONED, TYRANT BOCHUM MATRIX 11.11.2007
Sonntagabend in der Matrix – eine seltene Angelegenheit für mich, denn dieser Tag ist eigentlich mein Relaxtag. Aber für diese Black Metal Vollbedienung muss auch einmal das Ruhen ein Ende haben.
Nach einem leckeren Abendessen im Bauch machte ich mich auf, mal eben um die Ecke in die Matrix zu fahren, um zu sehen, dass der Parkplatz für einen Sonntag relativ gut gefüllt war. Dementsprechend stand unten bereits schon eine beachtliche Menge an Leuten und wartete auf Einlass, der aber erst gegen kurz vor zwanzig Uhr stattfand, da der erste Support TYRANT noch den Soundcheck machte.
Los ging es zwanzig Minuten später. Den Auftakt bestritten die Black/Death Metaler TYRANT aus Schweden. Sänger D. F. Bragman stürmte mit einem Viertel gefüllten Kasten Bier auf die Bühne, knallte ihn auf die Erde, öffnete erst einmal eine Flasche, trank, bevor er überhaupt einen Ton „gesungen“ hatte. Also ehrlich gesagt, konnte mich diese Combo überhaupt nicht so recht überzeugen. Alles klang so holprig, nicht wirklich ansprechend!
Sorry, dass ich hier so negativ darüber schreibe, aber es war wirklich so. Und der ganze Spaß war nach zwanzig Minuten auch schon vorbei.
Danach wurde die Bühne geräumt für ENTHRONED, Black Metal aus Belgien, die ihr neustes Album „Tetra Karcist“ mit im Gepäck hatten. Bei normaler Hallenbeleuchtung machten sie noch einmal einen kurzen Soundcheck. Endlich ging das Licht aus und rotes Licht dominierte die Lightshow über das ganze Konzert. Aber immer wieder hatte die Band Ärger mit dem Gitarrensound, der sich jedoch dann nach einiger Zeit einpegelte. Da Sänger Sabbathan nicht mehr im Line Up tätig ist, übernahm Gitarrist Nornegast seinen Part, der wirklich in optischer und gesanglicher Leistung überzeugte. ENTHRONED konnten in Bochum in der Tat in ihrer ganzen Art mitreißen, trotz der teilweise widrigen Soundprobleme.
So, zum Hauptact dauerte es ein wenig. Das Drumkit der beiden Vorbands wurde entfernt, ebenso die restlichen Boxen und Amps. Nun stellten die Roadies um den gesamten Bereich der Bühne lange Fackeln auf – in Mikrophonständer oder angetaped an die Monitorboxen. Nachdem alle angezündet waren, ging das Licht aus und die Band betrat die Bühne. Als dann Sänger Gaahl (Kristian Espedal) auf dieser erschien, rief eine männliche Stimme auf dem Publikum: „Der Antichrist“!!!! UPS………………….
Ab diesem Moment konnte man wirklich merken, dass hier eine ganz andere Liga am Start war. Der Sound kam total druckvoll aus der PA. Hier spielte eine total eingespielte Band, trotz aller kürzlich aufgetretenen Querelen innerhalb der Truppe. Gitarrist Infernus verließ vor kurzem die Band und will den Bandnamen GORGOROTH mitnehmen. Ein wirklich schöner Rosenkrieg!
Gaahl benahm sich wie immer – like Jesus in Slow Motion, kreischte und keifte sich die Seele aus dem Leib. Bewegte sich hauptsächlich in der Mitte, links und rechts der Bühne, wobei er fast jeden einzelnen im Publikum in den ersten Reihen mit seinen Augen fixierte und dann seine Pommesgabel nach demjenigen ausstreckte. Was auffiel, wenn Gaahl sich einem Musiker näherte, wich dieser aus, um ihm Platz zu machen. Das geschah während des gesamten Konzerts. Der Rest der Band, sei es King am Bass, der wie immer eine souveräne Show bot, oder besonders zu erwähnen Nick Barker am Schlagzeug, ehemals CRADLE OF FILTH, DIMMU BORGIR; TESTAMENT, zeigten eine überzeugende Leistung.
Die Lightshow fiel auch nicht gerade üppig aus, auch hier dominierte die Farbe rot, dazu die Fackeln, die eine ziemlich dicke Luft hinterließen, während ab und zu aus dem Hintergrund ein paar weiße Spots aufleuchteten, die dem Ganzen einen leicht bizarren Touch verliehen.
GORGOROTH prügelten sich durch die Setlist, die es wirklich in sich hatte. Das Publikum war in den ersten Reihen außer Rand und Band, zeigte die Pommesgabeln und streckte der Band auch umgedrehte Kreuze entgegen. Als aber dann die gesamten Fackeln nach einer Stunde abgebrannt waren, verließ GORGOROTH die Bühne, ohne für eine Zugabe zurück zu kommen. SCHADE! Eigentlich! Jedoch auch Black Metaler haben ihren Spleen, denn das Konzert hätte schon nach einer halben Stunde vorbei sein können, zumal gerade GORGOROTH für ihre Attitüden sehr berüchtigt sind.
SATYRICON, DARK FORTRESS ZECHE BOCHUM 13.09.2006
Black Metal und ein wunderschöner warmer Spätsommertag passen eigentlich gar nicht zusammen. Dann schon eher tiefster Winter und bitterkalte Temperaturen. Aber wie dem auch sei, an diesem Tag fanden sich in der Bochumer Zeche ein paar hundert Schwarzmetaller ein, um die norwegischen Satyricon endlich mal wieder live zu erleben, die im Gepäck ihr vorzüglich neues Werk: „Diabolical, Now!“ hatten.
Als Opener fungierten die deutschen Black Metaler DARK FORTRESS, und nicht wie geplant die nordischen Bands KEEP OF KALESSIN und INSOMNIA. Diese Bands gehen wohl erst in England mit auf Tour.
Aber das machte gar nichts. Punkt 20 Uhr legte DARK FORTRESS, die neue süddeutsche Black Metal Hoffnung, die mit „ Séance“ ein hervorragendes Album veröffentlich haben, brachial los.
Sie bewies mit diesem Auftritt, dass sie bald zur ersten Liga gehören wird. Die Musik, eine Mischung aus extremem Black Metal und teilweise extrem melodischen Gitarrensoli und ruhigen Instrumentalparts, kam beim Publikum sehr gut an, ideal, um sich auf SATYRICON ein zu stimmmen. Fronter Azathoth und seine Mannen waren gut in Form, legten sich mächtig ins Zeug und knüppelten sich durch das Set. Das Publikum ging gut mit und feuerte die Band lautstark an. Nach ca. vierzig Minuten war es dann auch schon leider vorbei.
Nach einer kurzen Umbaupause enterten dann die norwegischen Black Metal Heroen Satyricon die Bühne und legten mit `The Pentagram burns` mächtig los, gefolgt von `Dominions of Satyricon`, der dann sofort nahtlos in `Now, Diabolical`überging. Ein wirklich toller Einstieg. Satyr, ausgesprochen locker drauf, hatte dem Publikum viel zu erzählen, was eigentlich sehr überraschend für den norwegischen Fronter war. Aber nichts desto trotz, heizte er dem Publikum mächtig ein, animierte es zum Mitmachen, was dieses auch gerne tat. Bewies, wer hier mit wirklich großen Gesten und Blicken das Sagen hatte.
Der Rest der Band bestand aus zwei Gitarristen, einem Bassisten und einer blonden Keyboarderin, die das Set bravourös und sehr tight spielten. Besonders noch zu erwähnen sei hier der zweite Kopf von SATYRICON, Frost an der Schießbude, der heute besonders mit seinem Spiel herausragte und souverän überzeugen konnte.
Die Setlist, bestand aus allen Schaffenskreisen der Band, und man kann wirklich behaupten, dass sie ihren ganz eigenen Stil beibehalten habe, ohne angestaubt zu klingen. Denn was da über die Bühne kam, war wirklich eine unglaubliche Macht.
Nach ca. achtzig Minuten endete dann das Set mit `Fuel of hatred`. Aber das Publikum ließ nicht locker und holte die Band dann noch für drei Songs auf die Bühne. Nach dem vorletzten obligatorischen `Mother North`, endete dann das Konzert noch mit einem SLAYER-Coversong.
Fazit:
Der Abend hatte sich vollkommen gelohnt, allein schon wegen des Openers DARK FORTRESS, und ich hoffe, noch mehr von dieser sympathischen Band zu hören. Hut ab! SATYRICON bewiesen wieder einmal mit diesem Gig, dass sie wirklich zu den Speerspitzen des Black Metals gehören. Und da sollen sie auch noch lange bleiben.



