GORGOROTH, ENTHRONED, TYRANT BOCHUM MATRIX 11.11.2007

Posted by admin On November - 3 - 2009

Sonntagabend in der Matrix – eine seltene Angelegenheit fĂĽr mich, denn dieser Tag ist eigentlich mein Relaxtag. Aber fĂĽr diese Black Metal Vollbedienung muss auch einmal das Ruhen ein Ende haben.
Nach einem leckeren Abendessen im Bauch machte ich mich auf, mal eben um die Ecke in die Matrix zu fahren, um zu sehen, dass der Parkplatz fĂĽr einen Sonntag relativ gut gefĂĽllt war. Dementsprechend stand unten bereits schon eine beachtliche Menge an Leuten und wartete auf Einlass, der aber erst gegen kurz vor zwanzig Uhr stattfand, da der erste Support TYRANT noch den Soundcheck machte.

Los ging es zwanzig Minuten später. Den Auftakt bestritten die Black/Death Metaler TYRANT aus Schweden. Sänger D. F. Bragman stürmte mit einem Viertel gefüllten Kasten Bier auf die Bühne, knallte ihn auf die Erde, öffnete erst einmal eine Flasche, trank, bevor er überhaupt einen Ton „gesungen“ hatte. Also ehrlich gesagt, konnte mich diese Combo überhaupt nicht so recht überzeugen. Alles klang so holprig, nicht wirklich ansprechend!
Sorry, dass ich hier so negativ darĂĽber schreibe, aber es war wirklich so. Und der ganze SpaĂź war nach zwanzig Minuten auch schon vorbei.

Danach wurde die Bühne geräumt für ENTHRONED, Black Metal aus Belgien, die ihr neustes Album „Tetra Karcist“ mit im Gepäck hatten. Bei normaler Hallenbeleuchtung machten sie noch einmal einen kurzen Soundcheck. Endlich ging das Licht aus und rotes Licht dominierte die Lightshow über das ganze Konzert. Aber immer wieder hatte die Band Ärger mit dem Gitarrensound, der sich jedoch dann nach einiger Zeit einpegelte. Da Sänger Sabbathan nicht mehr im Line Up tätig ist, übernahm Gitarrist Nornegast seinen Part, der wirklich in optischer und gesanglicher Leistung überzeugte. ENTHRONED konnten in Bochum in der Tat in ihrer ganzen Art mitreißen, trotz der teilweise widrigen Soundprobleme.

So, zum Hauptact dauerte es ein wenig. Das Drumkit der beiden Vorbands wurde entfernt, ebenso die restlichen Boxen und Amps. Nun stellten die Roadies um den gesamten Bereich der BĂĽhne lange Fackeln auf – in Mikrophonständer oder angetaped an die Monitorboxen. Nachdem alle angezĂĽndet waren, ging das Licht aus und die Band betrat die BĂĽhne. Als dann Sänger Gaahl (Kristian Espedal) auf dieser erschien, rief eine männliche Stimme auf dem Publikum: „Der Antichrist“!!!! UPS………………….
Ab diesem Moment konnte man wirklich merken, dass hier eine ganz andere Liga am Start war. Der Sound kam total druckvoll aus der PA. Hier spielte eine total eingespielte Band, trotz aller kürzlich aufgetretenen Querelen innerhalb der Truppe. Gitarrist Infernus verließ vor kurzem die Band und will den Bandnamen GORGOROTH mitnehmen. Ein wirklich schöner Rosenkrieg!
Gaahl benahm sich wie immer – like Jesus in Slow Motion, kreischte und keifte sich die Seele aus dem Leib. Bewegte sich hauptsächlich in der Mitte, links und rechts der BĂĽhne, wobei er fast jeden einzelnen im Publikum in den ersten Reihen mit seinen Augen fixierte und dann seine Pommesgabel nach demjenigen ausstreckte. Was auffiel, wenn Gaahl sich einem Musiker näherte, wich dieser aus, um ihm Platz zu machen. Das geschah während des gesamten Konzerts. Der Rest der Band, sei es King am Bass, der wie immer eine souveräne Show bot, oder besonders zu erwähnen Nick Barker am Schlagzeug, ehemals CRADLE OF FILTH, DIMMU BORGIR; TESTAMENT, zeigten eine ĂĽberzeugende Leistung.
Die Lightshow fiel auch nicht gerade üppig aus, auch hier dominierte die Farbe rot, dazu die Fackeln, die eine ziemlich dicke Luft hinterließen, während ab und zu aus dem Hintergrund ein paar weiße Spots aufleuchteten, die dem Ganzen einen leicht bizarren Touch verliehen.
GORGOROTH prügelten sich durch die Setlist, die es wirklich in sich hatte. Das Publikum war in den ersten Reihen außer Rand und Band, zeigte die Pommesgabeln und streckte der Band auch umgedrehte Kreuze entgegen. Als aber dann die gesamten Fackeln nach einer Stunde abgebrannt waren, verließ GORGOROTH die Bühne, ohne für eine Zugabe zurück zu kommen. SCHADE! Eigentlich! Jedoch auch Black Metaler haben ihren Spleen, denn das Konzert hätte schon nach einer halben Stunde vorbei sein können, zumal gerade GORGOROTH für ihre Attitüden sehr berüchtigt sind.

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