DIMMU BORGIR, AMON AMARTH, ENGEL, 25.09.2007 E-Werk, Köln

Posted by admin On November - 3 - 2009

Mit ihrem neusten Werk “In Sorte Diaboli” sind die norwegischen Extrem-Metaler DIMMU BORGIR auf großer Welttournee. Ihr erster Deutschlandstop fand diesmal im Kölner E-Werk statt, wo sich eine riesige schwarz gekleidete Fanschar einfand, um ihre Lieblinge endlich wieder einmal live zu erleben. DIMMU BORGIR muss man hassen oder lieben. Hinter all den satanistischen Mätzchen wird oft übersehen, was für eine begnadete Band sie überhaupt sind. Ihr neues Album überzeugt mit höchstem spielerischem und kompositorischem Niveau! Jedoch die Black Metal Szene lehnt sie ab. Aber das ist der Band egal, denn sie ziehen ihr Ding durch.

Mit im Package waren noch AMON AMARTH und HATESPHERE angekündigt. Letztere mussten leider abspringen, da Sänger Jacob Bredahl die Band kurz vor der Tour verlassen hatte. Dafür sprang dann die schwedische Melodic Death Metal Band ENGEL aus Göteborg ein, deren Kopf Niclas Engelin (ex. GARDENIAN, IN FLAMES und PASSENGER) ist.

Punkt 20 Uhr gingen die Lichter im nicht ganz ausverkauften Kölner E-Werk aus und ENGEL betraten die Bühne, um mit ihrem Melodic Death Metal der Meute einzuheizen. Allen voran Sänger Mangan Klavborn, der ständig darauf bedacht war, das Publikum zu animieren. Sein Gesangsstil erinnerte mehr an Metalcore, aber zu dieser Musik passte er wie die Faust aufs Auge.
Bassist Michael Hakansson bangte pausenlos mit seinen Dreadlocks und poste was das Zeug hielt. Besonders hervorzuheben sei bei dieser Band die Gitarrenfraktion mit Michael Hakansson und Niclas Engelin, die hier wirklich hervorragende Arbeit leisteten. Doch leider kam die Band während ihres halbstündigen Auftritts nicht so recht beim Kölner Publikum an.

Nach einer viertelstündigen Umbaupause erlosch unter tosendem Applaus und AMON AMARTH Rufen aus dem Publikum, erneut die Hallenbeleuchtung. Ein kurzes Intro ertönte, dann ging es fulminant zur Sache. Die Halle stand von Anfang an Kopf. Das war schon eine ganz andere Liga. Man hätte meinen können, hier schon den Headliner auf der Bühne sehen zu können. Fronter Johan Hegg erschien wie immer mit seinem riesigen Trinkhorn am Gürtel und bangte sich erst einmal die Seele aus dem Leib. Seine erste Ansage machte er in gebrochenem Deutsch, was von den Zuschauern mit Jubel quittiert wurde. Jetzt war Viking Metal an der Reihe. Fünf langhaarige Schweden mit Spaß in den Backen, der sich prompt auf das Publikum übertrug, das sämtliche Refrains lautstark mitsang.
Sie wurden regelrecht abgefeiert. Die Band spielte einige Stücke von ihrem neusten Werk „With Oden on our side“, aber auch ein paar ältere Stücke wurden zum Besten gegeben. Die Gitarrenfraktion war göttlich und spielte sich in ungeahnte Höhen, während Bass und Schlagzeug sich absolut tight gaben.
Es war ständig Bewegung on Stage. Es machte wirklich Spaß, solch eine Band auf der Bühne zu haben und dann noch als Support von DIMMU BORGIR.
Nach 45 Minuten war es dann schon leider vorbei und AMON AMARTH verließen die Bühne unter tosendem Beifall und Zugaberufen, die aber nichts nützten.

So, nun dauerte es ein bisschen länger mit der Umbaupause. Zeit zu verschnaufen. Eigentlich sollte es um 21:50 mit dem Hauptact losgehen, doch erst um 22:00 Uhr wurde es dunkel im E-Werk und das Intro erscholl. Zwei „Flammenleuchterchen“ loderten auf, während zwei Mönche andächtig über die Bühne schritten. Was dann kam, kann sich der Leser wohl denken. Extrem Metal at its best!
Die Band erschien und legte brachial mit `Progenies Of The Great Apocalypse` los. Orchestraler Background, hämmernde Doublebassattacken (teilweise getriggert) und geilen Gitarrenriffs. Apropos Doublebassatacken!
Der amtierende BORGIR Schlagzeuger Hellhammer musste wegen einer Erkrankung die Tour leider absagen. Er wurde durch Tony Laureano (NILE, ANGELCORPSE, AURORA BOREALIS) ersetzt, der aber schon 2004 bei der Band ausgeholfen hatte.
Danach ging es Schlag auf Schlag weiter mit `Vredesbyrd` und `Puritania`, die absolut göttlich gespielt wurden. Aber von den neuen Stücken noch keine Spur. Doch nach `Sympozium` sollte sich das ändern.
Shagrat hatte sich mittlerweile seines Mantels entledigt und was kam unter seiner Lederweste zum Vorschein? Ein kleines Bäuchlein. Man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Auch auf der Bühne wirkte er nicht mehr so wie ein Derwisch, eher verlangsamt. Er fragte nun das Publikum ob es was Neues hören wolle! Und das wollte es!
Nun ertönte das Intro zu `The Serpentine Offering`, während die Band nahtlos in das Stück überging, gefolgt von `The Chosen Legacy` und `The Sinister Awakening`, wobei es hier am Anfang etwas holprig klang.
Das nächste Lied widmete die Band allen Frauen hier im Saal und `A Succubus in Rapture` ertönte, ein tolles Midtempostück, mit erstklassigem Gitarrenspiel. Nun verließ die Band die Bühne und ein längeres Intro `Fear And Wonder` ertönte, während die Band danach mit `Blessing Upon The Throne Of Tyranny` begeistern konnte. Aber der Sound war mittlerweile etwas zu sehr hochgefahren, denn es klang nun ein wenig breiig.
Nun kamen noch zwei Songs, wobei das letzte `The Inside And The Catharsis` das reguläre Konzert beendete.
Doch das Publikum wollte mehr! Und bekam es auch! Drei Stücke wurden noch nachgereicht, wobei das letztere wohl „DER“ Übersong der Band überhaupt ist. Ich spreche natürlich von `Mourning Palace`.
Über das Bühnengeschehen muss auch noch einiges erwähnt werden. Die Gitarrenfront mit Silenoz und Galder war einfach göttlich. Beide ständig am Posen, wechselten pausenlos die Bühnenhälften und wirkten überhaupt nicht so richtig evil, sondern hatten sichtlich Spaß in den Backen. Basser Vortex sorgte mit seinem cleanen Gesangsparts für Abwechslung, während Shagrat sich die Seele aus dem Leib keifte und das Publikum ständig animierte, die
Pommesgabeln in die Luft zu halten, was dieses natürlich auch liebend gerne tat. Mustis an den Keyboards konnte man so gut wie gar nicht ausmachen, sorgte aber mit seinem orchestralen Keyboardsound für einen spannenden Background.

Ja, was soll ich nun für ein Resümee abgeben?! Mh…….schwer zu sagen. Ich sage es mal so: Gewinner des Abends war natürlich AMON AMARTH, die hier wirklich das E-Werk zum Kochen gebracht haben. DIMMU BORGIR waren wirklich gut, aber das Publikum ging bei den „Vikingern“ am meisten mit. Vielleicht wäre eine Black Metal Band als Support besser geeignet gewesen.

Trotzdem: Daumen hoch für beide Bands!!!

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