Archive for the ‘Konzertberichte’ Category
Hell Inside Festival 2012
Zum ersten Mal fand in diesem Jahr am 5. und 6. Oktober das Hell Inside Festival in der Posthalle WĂŒrzburg statt. Da das Festival als der Nachfolger des, 2011 zum letzten mal stattgefundenen, Way Of Darkness Festivals gehandelt wurde, lagen die Erwartungen hoch, galt das W.O.D doch als eines der kultigsten und hochkarĂ€tigsten Festivals fĂŒr Extreme Metal in Deutschland. Leider wurde im Vorfeld nicht der, ehemals sehr fanfreundliche, Preis fĂŒr die Tickets ĂŒbernommen und so musste man als Besucher im Vorverkauf 45 Euro bezahlen, was in Foren bereits kritisiert wurde und den ein oder anderen bestimmt vom Gang nach Unterfranken abgehalten hat. Arbeitsbedingt konnte ich Freitag leider erst um 17.30 Uhr anreisen, weshalb ich unter anderem Cripper verpasst habe, deren Shows immer sehenswert sind. An der Posthalle angekommen, konnte man gleich einen groĂen Nachteil der Posthalle erkennen. Dank der sehr zentralen Lage existieren fast keine Parkmöglichkeiten, so dass man unter UmstĂ€nden weite Wege auf sich nehmen muss, um nicht in Parkverbotszonen stehen zu mĂŒssen oder durch Parkscheine arm zu werden. Nachdem auch diese HĂŒrde gemeistert wurde, ging es endlich in die Halle. Leider musste man dort feststellen, dass nur etwa geschĂ€tzte 800 Besucher zum Hell Inside gekommen waren. Damit kann der Veranstalter bestimmt nicht zufrieden sein. Die Aufteilung der Halle war ĂŒberraschend gut gehandhabt. Merchandise StĂ€nde standen zentral, so dass man auch dort stöbern konnte ohne eine Band zu verpassen, GetrĂ€nke StĂ€nde waren seitlich jederzeit erreichbar und auch die BĂŒhne war von allen Seiten gut sichtbar. Absolutes Plus war das durchgehend freundliche Personal, egal ob am Ausschank oder die Security. Hier können anderen Festivals sich eine groĂe Scheibe von abschneiden. Nun aber zu dem Hauptgrund fĂŒr den Weg nach WĂŒrzburg, den Bands.
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Freitag
Die erste Band des Festivals waren fĂŒr mich Revocation aus Amerika. Die Thrasher mussten vor ca. 500 Zuschauern ans Werk und konnten mit ihrer sehr eintönigen Performance auch leider nicht begeistern.
Ganz anders Evocation. Die Schweden zÀhlen meiner Meinung nach zu den konstantesten Death Metal Bands. Wo immer sie spielen, gewinnen sie neue Fans hinzu und begeistern ihre alten. So auch hier.
Job For A Cowboy sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits liefern die Amis technisch perfekten Death Metal mit Grindcore Anleihen. Andererseits fehlt irgendwie das besondere Etwas, um wirklich zu begeistern. Aber sehenswert ist das Quintett allemal.
Bei Onslaught bin ich das erste Mal an diesem Tag nicht der Meinung der ĂŒbrigen Besucher. FĂŒr mich ist ihr Thrash Metal nach einem Lied bereits zu eintönig und langweilig, das Publikum jedoch feiert die Briten.
Dying Fetus hingegen begeistern jedermann! Die Amis sind live einer der besten und prĂ€zisesten Bands dieses Planeten und beweisen dies auch auf dem Hell Inside. Egal ob âHomicidal Retributionâ oder âFrom Womb To Wasteâ, jeder Song sitz und ist absolut tight gespielt. Dabei liefern Dying Fetus zu dritt technisch mehr ab, als andere Bands zu zehnt schaffen wĂŒrden. Der brutale Gesang des Duos Gallagher/Beasly tut sein ĂŒbriges und walzt erbarmungslos alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Wer extreme Musik mag, muss Dying Fetus lieben! Einziger Kritikpunkt ist, dass die Amis auf âOne Shot, One Killâ verzichten. Aber anhand der Vielzahl an ĂŒbrigen Klassikern sei es ihnen verziehen. Absolutes Highlight des Festivals!
Die Schweden von Arch Enemy haben anschlieĂend die schwere Aufgabe, das Publikum nach Dying Fetus weiter zu begeistern. Und sie liefern das, was man auch erwartet hat: einwandfreie und technisch anspruchsvolle Soli des Gitarren Duos Michael Amott und Nick Cordle, gekonnte Growls von Angela Gossow, sowie melodischen Death Metal, der seinesgleichen sucht. UnterstĂŒtzt wird die Performance durch eine beeindruckende Licht- und Videoshow, welche an jeden Song individuell angepasst ist und diesen zielgerecht unterstĂŒtzt. UnverstĂ€ndlicherweise verlassen einige Zuschauer wĂ€hrend der Performance bereits die Halle, so dass groĂe LĂŒcken im Publikum entstehen. Insgesamt liefern Arch Enemy eine Headliner wĂŒrdige Show ab, die jedoch nicht an die QualitĂ€t von Dying Fetus herankommt.
Um am nÀchsten Tag wieder munter ans Werk gehen zu können, lasse ich die Aftershow Party mit Krow aus Brasilien aus.
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Samstag
Der Tag beginnt fĂŒr mich mit Kali Yuga. Die ThĂŒringer legen von der ersten Minute los und ĂŒberzeugen das Publikum schnell mit ihrem melodisch angehauchten Death Metal. Mit ordentlich Druck und Tempo, stellen die FĂŒnf klar, warum sie auch ĂŒberregional immer bekannter werden.
Dawn Of Disease sollten den meisten Besuchern bekannt sein. Kein Wunder, bieten die OsnabrĂŒcker doch Swedish Death Metal wie einst Entombed und Nihilist. Mit pompösen Backdrop und gutem Sound werden den Anwesenden sowohl Ă€ltere Songs, als auch Material des neuen Albums âCrypts Of The Unrottenâ kredenzt. Eine starke Show von einer Band, von der man in Zukunft noch einiges hören wird.
Zu Dr. Living Dead wird es voll in der Halle. Es hatte sich im Vorfeld bereits herumgesprochen, dass die Stockholmer live einfach Spaà machen und das beweisen die Herren in den Totenkopfmasken auch heute wieder. Der Thrashmetal/ Crossover des Quartetts begeistert das komplette Publikum und animiert sie zu zahlreichen Moshpits. DrxApe schreit dazu als gÀbe es kein Morgen und liefert so mit seinen Jungs die stimmungsvollste Show des Festivals.
Mit Resurrection ist anschlieĂend Florida Death Metal angesagt. Zu einem ihrer seltenen Auftritte in Deutschland prĂ€sentierten die MĂ€nner aus Ăbersee prĂ€zise Riffs, tiefe Growls und wummernde Double Bass und können so die Festivalbesucher rundum zufrieden stellen.
Nach einer Pause, in der Entrails und die Franzosen von Loudblast verpasst wurden geht es am Abend mit Immolation weiter. Und das Warten hat sich gelohnt: die Amis prĂ€sentieren ihren Death Metal mit gnadenloser PrĂ€zision und besonders Drummer Steve Shaltay ist eine absolute Maschine. Mit ihrer technischen PrĂ€zision erinnern die Vier stellenweise an Behemoth oder die am Vortag aufgetretenen Dying Fetus. Mit âNo Jesus, No Beastâ wird zudem mein absoluter Favorit gespielt und auch das Publikum feiert ohne Ende.
Die beiden Headliner des Abends lassen sich fĂŒr mich unter solide, aber mit Spielraum nach oben zusammenfassen.
Marduk holzen sich gekonnt durch ihr Set, Mortuus keift und der Rest der Band erzeugt eine klangliche Panzer- AtmosphÀre. Das alles kennt und mag man, aber begeistern kann es nicht.
Bei Asphyx gilt das gleiche. Mit ihrem Death Metal, gemischt mit Elementen des Doom, liefern die NiederlĂ€nder eine gute Vorstellung ab, aber auf die Dauer eines Headliner Sets werden die schleppenden Songs zĂ€h und langweilig. Dem Publikum gefĂ€llt es zum groĂen Teil trotzdem.
âKurz & schmerzhaftâ geht es auf der Aftershow mit Rogash zu. Die ca. 150 verbliebenen Zuschauer werden von den sympathischen Bekloppten aus Jena, mit einer stimmigen Mischung aus Death Metal und Grind, aus dem Festival verabschiedet. SĂ€nger Erik kann hierbei keine Sekunde auf der BĂŒhne stillhalten und stellt so die perfekte Frontsau dar. Songs wie âSoulrustâ sollten sich Extreme Metal Fans unbedingt anhören, zĂ€hlt diese Band meiner Meinung nach doch zu den Besten und Unterhaltsamsten, die der deutsche Untergrund derzeit zu bieten hat. Besser hĂ€tte man den Schlusspunkt nicht setzen können.
Pro: nettes Personal, gute MerchandisestÀnde, Dying Fetus, Dr. Living Dead, Rogash, sehr zuvorkommende Organisation (Vielen Dank an Ralph und Heiko vom Hell Inside ), kurze Wege, friedliches Publikum
Contra: schlechte Parkplatzsituation, Karte zu teuer
Fazit: Insgesamt war das erste Hell Inside ein sehr gelungenes DebĂŒt mit leider zu wenigen Besuchern. Bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter dennoch keinen allzu groĂen Schaden tragen mĂŒssen und nĂ€chstes Jahr eine Fortsetzung starten können. Dann aber vielleicht in einer Halle mit besseren Parkmöglichkeiten.
Bilder gibt es u.a. unter:
Metal Hammer
MAIR1 2012 REVIEW
Bands top â Wetter flop!
Freitag, 15.06.12 â Tag 1
Waren die Wettervorhersagen bis eine Woche vor dem âMair1 Festivalâ noch groĂartig, so wurden sie, je nĂ€her das Wochenende rĂŒckte, immer schlechter. Und dies sollte sich leider auch bewahrheiten. Bei der Ankunft regnete es und der Himmel sah nicht gerade so aus, als ob sich daran an diesem Tag noch etwas Ă€ndern sollte. Doch Petrus war gnĂ€dig mit den Festivalbesuchern und lieĂ kurz vor Beginn der ersten Band die Wolken verschwinden, ja es reichte sogar zu ein bisschen Sonnenschein.
GlĂŒck fĂŒr LEECHING PROJECT, die um kurz vor drei das Festival eröffnen durften. Noch war recht wenig los (100-200 Mann), doch der Sound war fĂŒr diese Uhrzeit schon ĂŒberragend, wenn auch etwas zu laut. Die Jungs stimmten fĂŒr ein Festival dieser Art recht softe Töne an, wobei man jedoch sagen muss, dass lediglich die Growls ĂŒberzeugen konnten. In Punkto Cleangesang besteht noch etwas Ăbungsbedarf.
Weiter ging es auf der zweiten BĂŒhne, der EMP Stage, mit der Gewinnerband des âChesterfield Contestâ. Die Newcomer zeigten sich sehr bemĂŒht und gaben alles, um ihr Publikum zu motivieren. Vor allem der Gitarrist konnte durch seine professionelle BĂŒhnenshow ĂŒberzeugen. Auch hier wurde dem Gast ein guter Sound geboten und es kam sogar schon der erste Mini Circle Pit zustande.
Danach kam mit NEAERA das erste Highlight des Tages. Ab der ersten Minute gaben SĂ€nger Benny und seine Band Vollgas. Schon wĂ€hrend der ersten drei Songs stĂŒrzte er sich ins Publikum und zettelte die erste Wall of Death an. Mit einem Blick zum Publikum, das vor der anderen BĂŒhne auf die nĂ€chste Band wartete, und dem Spruch âWas ist eigentlich mit euch Hanseln da drĂŒben? Ist euch das zu hart oder was???â hatte Benny endgĂŒltig die Sympathie des Publikums auf seiner Seite. Alles in allem eine Hammer-Show!
Kontrastprogramm gab es im Anschluss: ESKIMO CALLBOY enterten die BĂŒhne. Man kann ĂŒber diese Band denken, was man will, aber eines muss man ihnen lassen: Sie machen Stimmung ohne Ende und sorgen definitiv fĂŒr eine richtig geile Party. Dementsprechend stellten sie sich auch als absoluter Publikumsmagnet heraus und versammelten mehr Leute vor der BĂŒhne als manche Band am spĂ€ten Abend.
EMMURE, die im Anschluss auf der Mainstage spielten, waren meine persönliche Neuentdeckung des Festivals. Die fĂŒnf Musiker brachten ordentlich Power auf die BĂŒhne und konnten das Publikum voll mitreiĂen. Musikalisch recht simpel, aber dennoch mit Druck nach vorne und einer brachialen Stimmgewalt von SĂ€nger Frankie. Top!
Danach wurde es oldschoolig mit UNEARTH. Die Band lieferte eine gute Show, obgleich ich mir hier mehr erwartet hatte. Gerade der Cleangesang konnte, wie noch bei mehreren Bands auf diesem Festival, nicht wirklich ĂŒberzeugen.
CALIBAN ĂŒbertrafen im Anschluss wieder einmal alle Erwartungen. Voller Power schleuderten sie ihren neuen Giganten âI Am Nemesisâ dem Publikum entgegen. BĂŒhnenshow und musikalische Umsetzung: top! Ein Gastauftritt von NEAERA-SĂ€nger Benny krönte dieses Highlight. Note: Eins mit Stern.
Auf der Talent Stage fanden sich um 22 Uhr BREAKDOWN OF SANITY ein und kĂ€mpften mit aller Gewalt gegen ihre Konkurrenz auf der groĂen BĂŒhne, PUDDLE OF MUDD, an. Und es gelang ihnen! Die Menge bekam eine erstklassige Show mit PublikumsnĂ€he geboten und feierte eine gute Party. Und zum PUDDLE OF MUDD-Klassiker âShe Hates Meâ schafften es die meisten sogar noch zur EMP Stage.
Mit dem Headliner PARKWAY DRIVE fand der erste Festivaltag sein Ende. Die australische Metalcore-Band zĂ€hlt momentan zu den erfolgreichsten ihres Genres und bewies dies auf dem âMair1â auch zur GenĂŒge. Als kleines Special hatten die Musiker die komplette BĂŒhne mit Palmen und Kakteen dekoriert â na ja, warum auch nicht *g* Auffallen konnten sie damit auf jeden Fall! Doch das hatten PARKWAY DRIVE definitiv nicht nötig. Die sehr gute musikalische Leistung und eine klasse, zum âDschungelâ passende, Lightshow sorgten fĂŒr eine super Stimmung und brachten den Freitag zu einem gelungenen Ende.
Samstag, 16.06.12 â Tag 2
Der zweite Tag begann weniger erfreulich. Der Himmel war noch dunkler als am Morgen zuvor und es regnete in Strömen â und sah auch nicht danach aus, als ob es bald aufhören wĂŒrde. So war es dann auch. Zu Beginn der Bands setzte der Regen zwar wieder fĂŒr kurze Zeit aus, doch trocken bleiben war an diesem Tag Fehlanzeige. Die Besucher lieĂen sich ihre Laune jedoch nicht trĂŒben und veranstalteten wilde Schlammschlachten auf dem ganzen GelĂ€nde.
Bevor es losgehen konnte, wurden die GĂ€ste allerdings noch einmal aufgehalten. Obwohl laut Plan um 13.40 Uhr die erste Band spielen sollte, blieben bis nach 14 Uhr die Tore zum BĂŒhnenbereich geschlossen. Eine wirkliche Information, was los war, bekam man nicht. Das gibt ein dickes Organisations-Minus!
Irgendwann wurden dann jedoch die Pforten geöffnet und kurz darauf begann auch schon die erste Band: MIDDLE FINGERS HIGH. Ja, wie jetzt? Sollten die nicht erst spĂ€ter spielen und auf einer ganz anderen BĂŒhne? Whatever. Vom Hocker hauen konnte die Band das Publikum nicht, das â wohl auch aufgrund des Wetters â noch nicht so wirklich in Stimmung war. Auch der Sound war hier im Vergleich zu den guten VerhĂ€ltnissen des Vortags etwas mĂŒllig.
Weiter ging es mit XIBALBA und noch mehr Verwirrung. Diese hĂ€tten eigentlich schon eine Band frĂŒher spielen sollen und ebenfalls auf einer anderen BĂŒhne. Nun gut, wenigstens normalisierte sich die Running Order im Anschluss und ab der nĂ€chsten Band ging es dann auch planmĂ€Ăig weiter. XIBALBA, deren Musik eindeutig ihre Wurzeln in der Ecke CROWBAR und Co. hat, lieferten eine gute Show und vor allem SĂ€nger Brian ging gut auf der BĂŒhne ab. Zeit zum Aufwachen!
Auf der Mainstage waren anschlieĂend EVERGREEN TERRACE an der Reihe. Der Gitarrensound konnte hier nicht wirklich begeistern, der Rest allerdings schon. Dem Publikum gefielâs und es lieĂ sich zu den ersten zaghaften âTĂ€nzchenâ verfĂŒhren.
Danach musste EVERGREEN TERRACE-Gitarrist Joshua bei seiner Zweitband STICK TO YOUR GUNS gleich noch einmal ran. Diese lieferten eine geile BĂŒhnenshow voller Power und Bewegung â top! Einziger Kritikpunkt: Ohne die Cleanparts wĂ€re das Ganze definitiv besser und stimmiger gewesen.
YOUR DEMISE konnten das hohe Niveau dieses Tages leider nicht halten. Auf CD eigentlich nicht schlecht, live jedoch eher ein Reinfall. Die Instrumentalisten spielten ziemlich unsauber und SÀnger Ed griff nicht nur ein- oder zweimal bei den Tönen völlig daneben. Immerhin wusste er sich zu helfen und gab das Mikrofon bei den sauber gesungenen Parts ans Publikum ab. Aber ob das die richtige Lösung ist�
Die nĂ€chste Band, DESTRAGE, fiel vor allem durch ihren verrĂŒckten Bassisten auf, der auf der BĂŒhne herumalberte und die (Fotografen-)Augen auf sich zog. Aber auch sonst kam die Band, die durch hohe AuthentizitĂ€t und Ehrlichkeit punkten konnte, sehr gut beim Publikum an. Die Italiener geben definitiv nichts darauf, was andere sagen, sondern ziehen ihr Ding durch. Gute Einstellung! Leider fing es nun wieder an zu regnen. Die Schlammschlacht konnte beginnenâŠ
Danach betrat eine der toughsten Frauen des Metal-/Hardcore-Bereichs mit ihrem Gefolge die BĂŒhne: Candace Kucsulain und WALLS OF JERICHO. Von Anfang an gab die Powerfrau Vollgas und stĂŒrmte wie eine Furie ĂŒber die BĂŒhne. Doch dann ertönte bereits nach einer knappen halben Stunde die traditionelle Schlusshymne âRevival Never Goes Out Of Styleâ. Was war da los? Hatten Candace und ihre Jungs es dem Publikum ĂŒbelgenommen, dass es auf die zahlreichen Circle Pit Aufforderungen kaum reagiert hatte? Dabei war es doch einfach nur unglaublich rutschig vor der BĂŒhne⊠Dennoch ein grandioser, wenn auch kurzer Auftritt.
Nachdem die Besucher bei ZSK die EMP Stage und den Bereich davor in einen einzigen groĂen âMud Pitâ verwandelt hatten, traten wĂ€hrend der AufrĂ€umarbeiten AUGUST BURNS RED ihren Dienst auf der Mainstage an. Die Metalcore-Band aus den Staaten kam sehr gut an, was noch dadurch getoppt wurde, dass beim dritten Song der Regen aufhörte, der Himmel aufriss und die Sonne sogar einen Regenbogen an den Himmel zauberte. Lediglich von SĂ€ngerseite fehlte hier etwas die Power. AUGUST BURNS RED machten ihre Sache gut, aber mehr auch nicht. Bis auf das Schlagzeug! Das Solo von Drum-Gott Matt Greiner ĂŒbertraf alles und auch sonst spielte er seine Band â auch wenn das bei deren Können schwer ist â in Grund und Boden. Ein Genie eben.
Weniger ernsthaft und musikalisch anspruchsvoll ging es bei LESS THAN JAKE zur Sache. Die Ska-Punker brachten ihre obligatorischen dummen SprĂŒche, das Publikum feierte und das sich bessernde Wetter trug sein Ăbriges zur Stimmung bei.
Der krönende Abschluss des Abends begann mit dem âRocky Themeâ und stimmte auf die perfekte Party ein. Und dann ging sie los: HATEBREED betraten die BĂŒhne. In den nĂ€chsten eineinhalb Stunden jagte ein Klassiker den nĂ€chsten und das ohne viel Drumherum-Gerede. Eindeutig ein Sympathie-Bonus fĂŒr Jamey Jasta, denn wer will schon, dass auf einem Konzert groĂe Reden geschwungen werden. Und genauso will auch ich hier keine groĂen Reden schwingen, denn dieses Konzert kann man nicht in Worte fassen, sondern muss es erlebt haben! In diesem Sinne: Auf ein erfolgreiches und hoffentlich trockenes âMair1 Festivalâ 2013!
Fazit
PRO:
–> Bandauswahl, Sound, Toiletten (!!!), Securitys (sehr freundlich), familiĂ€res Klima
CONTRA:
–> Organisation (teilweise doch sehr groĂe LĂŒcken, z.B. erster Tag kaum Kontrollen, zweiter Tag ĂŒbertriebene Kontrollen), Aufteilung der Location (sehr weiter Weg vom Campingplatz zu den BĂŒhnen)
Alles in allem auf jeden Fall ein supertolles Festival, das genau die Gratwanderung zwischen familiĂ€r und massentauglich schafft. Die Bandauswahl ist im Bereich Hardcore/Metalcore kaum zu toppen und auch die Location ist an sich gut, man könnte sie lediglich etwas sinnvoller strukturieren. Wem das “With Full Force” zu groĂ ist, fĂŒr den ist das “Mair1″ auf jeden Fall eine echte Alternative.
Fotos zum Festival gibt es hier.
Anna
ROCK IM PARK 2012 REVIEW
Freitag, 01.06.12 â Tag 1
Nach den tropischen Temperaturen der letzten zwei Jahre waren die Vorhersagen fĂŒr dieses Mal nicht gerade rosig. Um die 15° C, viel Wind und Regen. Dementsprechend nieselte es auch leicht auf dem Weg nach NĂŒrnberg â das macht nicht gerade Laune auf ein Festival. Doch wir hatten GlĂŒck: In NĂŒrnberg angekommen verzogen sich die Regenwolken erst einmal und wir konnten unser Zelt im Trockenen aufbauen. Immerhin was.
Nachdem das Camp errichtet war, ging es direkt los zur Center Stage, wo gerade die Franzosen von GOJIRA zu Gange waren. Diese hatten ihr neuestes Album âLâenfant sauvageâ mitgebracht und sorgten dafĂŒr, dass mit Garantie auch alle, die am Vortag krĂ€ftig gefeiert hatten, wach wurden. Der Sound war gut, wenn auch fĂŒr meine AnsprĂŒche etwas sehr laut.
Weiter ging es in der Club Stage mit HOFFMAESTRO. Irgendetwas zwischen Ska, Reggae, Techno, Funk und Country gab es hier zu hören. Egal, es machte auf jeden Fall Laune! Die elf (!) Schweden sorgten fĂŒr eine gute Party und brachten die Menge zum Tanzen.
Kontrastprogramm gab es dann auf der Center Stage. ENTER SHIKARI kamen gut an, konnten mich allerdings nicht ĂŒberzeugen. Ohne die Elektro-/Dubstep-EinflĂŒsse ja, aber so leider gar nicht mein FallâŠ
Da gefielen REFUSED anschlieĂend schon besser. Perfekt, um es sich mit einem Bier in der Sonne â ja, die schien mittlerweile und das nicht mal so wenig â bequem zu machen. Mit âNew Noiseâ kam gegen Ende der Show auch noch einer der besten Songs der Band, was will man mehr? Die Dynamik einer REFUSED-Clubshow fehlte zwar (vor allem von Seiten des Publikums), aber die Band gab alles und konnte voll ĂŒberzeugen.
Und anschlieĂend die Band, auf die alle gewartet hatten. Zum ersten Mal in der fast zwanzigjĂ€hrigen Bandgeschichte kamen sie nach Deutschland: Das Schauspieler-Duo Jack Black und Kyle Gass, the fabulous TENACIOUS D! Was fĂŒr ein Erlebnis! Die Fans waren begeistert und huldigten der Band mit tausenden bunten Luftballons, die sie ĂŒber dem Zeppelinfeld in die Luft steigen lieĂen. Schade nur, dass die beiden ziemlich viele Songs des neuen Albums âRise Of The Fenixâ spielten. Mit mehr alten Sachen hĂ€tten sie auf jeden Fall fĂŒr noch mehr Stimmung gesorgt. Klassiker wie âTributeâ und âFuck Her Gentlyâ durften natĂŒrlich trotzdem nicht fehlen und machten dieses Konzert auf jeden Fall zu einem unvergesslichen Erlebnis, dass die meisten wohl so schnell nicht wieder erleben dĂŒrften.
AnschlieĂend ein weiteres Highlight, diesmal in der Club Stage: HALESTORM. Verdammt, warum hatte ich mich nicht schon frĂŒher mit dieser Band befasst? SĂ€ngerin Lzzy Hale sieht nicht nur fantastisch aus â nein, diese Frau hat auch noch ein Organ, das so manchen Mann vor Neid erblassen lĂ€sst! Auf Platte eigentlich nicht mal so besonders, aber live einfach nur geil!
Auch bei THE HIVES ging es anschlieĂend wieder einmal richtig rund. Musikalisch sind die Jungs nicht so mein Fall (das, was sie machen, machen sie natĂŒrlich super!), aber stimmungstechnisch sind âHowlinâ Pelle Almqvist und seine Jungs kaum zu ĂŒberbieten. Eine Show voller Power, obwohl man das den Schweden in ihren maĂgeschneiderten AnzĂŒgen auf den ersten Blick gar nicht zutraut.
Und danach die Krönung des Abends â oder auch nicht⊠Ăber keine Band gingen die Meinungen an diesem ersten Festivaltag so auseinander wie ĂŒber METALLICA. Keine Frage, die Altmeister des Metal lieferten eine absolut stimmige Show. Aber das war es dann eben auch schon. Zu routiniert, zu perfekt wirkte das Ganze. Wo war die Dynamik, die ungeheure Energie einer METALLICA-Show? Ich konnte sie an diesem Abend leider nicht findenâŠ
Umso dynamischer ging es danach in der Club Stage zu. WĂ€hrend nach METALLICA fast alle zu SKRILLEX rannten (Wieso?????), widmete ich mich einer Stunde bluesigem, ehrlichem, dreckigem RockânâRoll. Der Auftritt der RIVAL SONS brachte den Abend fĂŒr mich zu einem perfekten Abschluss. Das ist noch wahre Musik!
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Samstag, 02.06.12 â Tag 2
Den zweiten Tag begrĂŒĂte ich locker und entspannt mit JAHCOUSTIX. Die perfekte Musik zum Start in einen langen Festivaltag. Und als i-TĂŒpfelchen schien sogar noch die Sonne, optimal.
Eine Stunde spĂ€ter war es dann aber auch schon mit der Ruhe vorbei. Die lokalen Newcomer HYRAX brachten die Club Stage zum Beben. Mit einer ProfessionalitĂ€t, die selbst manche alten Hasen im MusikgeschĂ€ft nicht besitzen, nahmen die NĂŒrnberger die BĂŒhne und das Publikum voll fĂŒr sich ein. Hammer Songs, Stage Acting vom Feinsten und eine komplett gefĂŒllte (!) Club Stage um 16 Uhr! Das hatte bisher keine Band um diese Uhrzeit geschafft. Daumen hoch!
NĂ€chste Band: WHILE SHE SLEEPS. Aus den Unmengen der Metalcore-Bands endlich mal wieder eine, die hervorsticht. Energiegeladene Show, guter Sound. Da gibtâs nicht viel drum herum zu reden. âGefĂ€llt mirâ.
Im Anschluss spielten die CANCER BATS. Die Kanadier lieferten eine solide Show, wenn auch ohne gröĂere Highlights. Auch das Publikum blieb leider wĂ€hrend des kompletten Auftritts ĂŒberschaubar, hatten die Musiker doch gegen die DROPKICK MURPHYS anzukĂ€mpfen, die gerade die Menge auf der Center Stage zum Tanzen brachten.
Auch danach blieb ich in der Club Stage, wo nun RISE TO REMAIN an der Reihe waren. Die vier Jungs aus London glĂ€nzten vor allem durch ihre starke Publikumsbezogenheit. Und auch musikalisch gab es kaum was zu meckern. Ich hatte lediglich bei etlichen Parts das GefĂŒhl, BULLET FOR MY VALENTINE vor mir stehen zu haben. Ob das nun gut oder schlecht ist, das darf jeder selbst fĂŒr sich entscheiden.
AnschlieĂend ging es zu CALIGOLA auf die Alterna Stage. FĂŒr mich nicht wirklich was, aber dem Publikum gefielâs. Hingucker hier: Das aufwendige BĂŒhnenbild und die beiden leicht bekleideten TĂ€nzerinnen. Wie sagte ein Fotografen-Kollege noch gleich? âNe Blonde, ne Schwarze und weiĂe Pferdchen auf der BĂŒhne â da ist fĂŒr jeden was dabeiâŠâ *g*
Danach konnte ich glĂŒcklicherweise noch die restliche Show der Schweden von GRAVEYARD sehen. Bluesrock der Sechziger gab es hier zu hören â man fĂŒhlte sich wie in einer Zeitmaschine um Jahrzehnte zurĂŒckversetzt. Top!
Und dann mein persönliches Festivalhighlight in diesem Jahr: DIE TOTEN HOSEN. Was fĂŒr eine Show! Von Bengalos bis hin zu einem Gastauftritt von Band-Freund und BAD RELIGION-SĂ€nger Greg Graffin war alles dabei und die Hosen zeigten sich von ihrer besten Seite. NatĂŒrlich wurde wie immer vor allem bei den absoluten Klassikern im Publikum gefeiert. Aber auch das neue Album âBallast der Republikâ hĂ€lt so einige Juwelen bereit und die erste Single-Auskopplung âTage wie dieseâ entwickelte sich schon jetzt zur absoluten Festivalhymne. Das waren zwei Stunden vom Allerfeinsten und ich kann jedem nur die âDer Krach der Republikâ-Tour ans Herz legen, die Ende des Jahres ihre Runde durch Deutschland, Ăsterreich und die Schweiz macht.
Nach diesem Konzert konnten mich selbst AS I LAY DYING, die zu meinen Lieblingsbands zĂ€hlen, nicht mehr so begeistern wie sonst. Trotzdem mal wieder ein genialer Auftritt mit absolut legendĂ€ren Wall of Deaths (oder âWalls of Deathâ? *g*). Das Einzige, was ich hier nicht verstand, war, warum man die Jungs, nachdem sie 2010 die Alterna Stage gefĂŒllt hatten, diesmal in die wesentlich kleinere Club Stage steckte. Aber egal, ob es eine gute Idee war oder nicht â es sorgte auf jeden Fall fĂŒr eine echt geile Party und einen perfekten Abschluss des Samstagabends!
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Sonntag, 03.06.12 â Tag 3
Da ich es zu TRIVIUM leider nicht mehr schaffte, begann der letzte âRock im Parkâ-Tag fĂŒr mich mit ANTHRAX â und das war gut so. Die Herren waren in Topform und donnerten der Menge ein Thrash-Brett entgegen, das es in sich hatte. Die ganze Band interagierte zu 100% mit dem Publikum und vor allem SĂ€nger Joey Belladonna konnte an diesem Tag einen Haufen Sympathiepunkte fĂŒr sich einstreichen.
Direkt im Anschluss waren LAMB OF GOD an der Reihe und nachdem mir diese beim letzten Mal âRock im Parkâ nicht wirklich zugesagt hatten, ĂŒberraschten sie mich diesmal auf positive Weise. So ganz werde ich mit dieser Band wohl nie warm werden, aber soweit ich das aus dem Fotograben beurteilen konnte, legten sie einen Ă€uĂerst souverĂ€nen Auftritt hin.
Next band: KILLSWITCH ENGAGE mit altem neuem SĂ€nger Jesse Leach. Auch dieser konnte Sympathiepunkte sammeln, indem er nicht sich selbst, sondern die Band hinter sich als KILLSWITCH ENGAGE vorstellte und seine Freude bekundete, endlich wieder mit ihnen auf einer BĂŒhne stehen zu können. Die âEinlagenâ von Gitarrist und Background-SĂ€nger Adam Dutkiewicz hingegen waren fĂŒr meinen Geschmack doch eher peinlich als lustig. Sonst ein guter Auftritt, aber keiner der besten an diesem Tag.
Nachdem ich bei den GUANO APES leider eine Pause einlegen musste â Akku defekt, verdammt! â, ging es fĂŒr mich mit MACHINE HEAD weiter. Schon den ganzen Tag hatte ein GroĂteil des Publikums vor der Alterna Stage auf diese Band gewartet â zu Recht! GroĂartige Performance, viel mehr muss man nicht sagen. Great!
Bei EVANESCENCE war die Tendenz im Publikum deutlich zu erkennen: Die âMOTĂRHEAD!â-Rufe ĂŒbertönten teilweise die Musik. Da zeigte sich SĂ€ngerin Amy, die gar nicht oft genug betonen konnte, wie sehr sie sich freute, an diesem Tag hier zu sein, eindeutig euphorischer als ihre GĂ€ste. Mir ging es leider Ă€hnlich wie dem Publikum. EVANESCENCE machten ihre Sache gut, aber vom Hocker hauen konnten sie mich damit nicht.
Ja, und damit war âRock im Parkâ 2012 fĂŒr mich auch leider schon vorbei. MOTĂRHEAD und MARILYN MANSON musste ich an diesem Tag aus zeitlichen GrĂŒnden leider sausen lassen, aber die genialen Auftritte, z.B. von den RIVAL SONS, TOTEN HOSEN oder AS I LAY DYING, die ich teilweise gesehen hatte, entschĂ€digten mich dafĂŒr auf jeden Fall.
Fazit: âRock im Parkâ hatte sich mal wieder richtig gelohnt. Wir sehen uns in 2013!
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Anna
ACCEPT OBERHAUSEN
ACCEPT / HELL Oberhausen â Turbinenhalle 17.04.2012 Kurz nach dem Erscheinen ihres zweiten Reunion- Albums âStalingradâ, machte sich die teutonische Metalschmiede ACCEPT auf den Weg, um ihr hochgelobtes Album den Fans live darzubieten. Mit im GepĂ€ck hatten sie âGott sei Dankâ nur eine Supportband, die Briten HELL, die mit ihrem Album âHuman Renainsâ im vergangenen Jahr fĂŒr Furore sorgte. HELL wurde 1982 in Nottingham gegrĂŒndet, nahmen ein paar Demos und eine EP bei Mausoleum Records auf und verschwanden dann 1987 nach dem Selbstmord des damaligen SĂ€ngers und Gitarristen Dave Halliday von der BildflĂ€che.
Nach einer kurzen Anreise war ich endlich an der Turbinenhalle in Oberhausen angekommen, der Parkplatz dort war noch nicht so gut gefĂŒllt, denn wie ich erfahren habe, kostete das Parken dort 3 Euronen und das ist ganz schön heftig! Nun noch schnell den Fotopass an der Kasse abholen und hinein ins GetĂŒmmel. Im Foyer war der Merchstand schon gut besucht, denn die Preise waren hier sehr fanfreundlich angelegt. Nun, in der Halle selbst war noch nicht sehr viel los, da hatte ich dann genĂŒgend Zeit meine Kollegen von der schreibenden/fotografierenden Zunft zu begrĂŒĂen und mir eine Gerstenkaltschale zu gönnen.
Um 19.30 Uhr ging dann endlich in der Turbinenhalle das Licht aus und HELL enterten nach einem kurzen Intro die BĂŒhne, wo im Hintergrund links und rechts beleuchtete Kirchenfenster aufgestellt waren, die mit nicht ganz der Kirchenmoral entsprechenden Motiven versehen waren, wĂ€hrend links auf der BĂŒhne eine groĂe Kanzel stand, von wo aus SĂ€nger David Bower grĂŒn angestrahlt, drei Mal seine âPredigtâ hielt.
Die Performance der Band war bis auf Ausnahme von Gitarrist Andy Sneap (auch Producer der Band) sehr theatralisch. Allen voran David Bower, mit seiner Stacheldrahtkrone auf dem Kopf, die er auch schon einmal gegen eine Mönchskutte mit Vogelskelettmaske austauschte, oder sich bei dem Song âBlaspemy And The Masterâ den nackten Oberkörper geisselte. Bower war sehr agil und performte die Songs mit einmaliger Gestik und war dabei gut bei Stimme, die aber nach einiger Zeit etwas nervte (Auf CD kommt sie wirklich besser rĂŒber), wenn er die hohen Tonlagen anstimmte.
Die restliche Saitenfraktion, wie schon erwÀhnt bis auf Andy Sneap (er lernte als Teenager bei Dave Halliday Gitarre), bot eine erstklassige Show. Vor allem Basser Tony Speakman wirkte schon etwas grotesk, denn mit seinen tiefen Furchen im Gesicht wirkte er gespenstisch, wÀhrend Gitarrist Kev Bower nur so mit seinen langen schwarzen Dreads umherwirbelte.
Nach einer Stunde verlieĂ HELL die BĂŒhne und hinterlieĂ ein zufriedenes Publikum.
FAZIT: Super Sound! Tolle Band!! Daumen hoch!!
Nach einer kurzen Umbaupause enterten ACCEPT nun endlich die BĂŒhne und boten wie schon im Vorfeld erwĂ€hnt, eine 2 stĂŒndige Metalparty!!!! WĂ€hrend die BĂŒhne in blutrotes Licht getaucht war, begann das Set passend mit âHellfireâ, gefolgt vom Titeltrack ihres neues Longplayers âStalingradâ, wĂ€hrend mit dem nĂ€chsten Song âRestless And Wildâ der erste Klassiker der Band gespielt wurde.
Der Band konnte man sichtlich die Spielfreude ansehen, denn sie grinsten wĂ€hrend des kompletten Konzertes um die Wette! SĂ€nger Mark Tornillo war gut bei Stimme und wirklich, ich habe Udo Dirkschneider absolut NICHT vermisst!! Mark passt voll und ganz in die Band! Der Sound entfaltete sich nach anfĂ€nglichen Startschwierigkeiten zum vollen Ohrenschmaus und ich war wirklich gewillt mir die Ohrenstöpsel zu entfernen, auch wenn ich am nĂ€chsten Morgen mit einem Tinnitus aufwachen wĂŒrde. Das war mir aber heute egal.
Die Band stand wie eine Eins auf der BĂŒhne, poste was das Zeug hielt. Hier stimmte wirklich alles. Oberhausen stand Kopf. Endlich mal wieder neÂŽgeile Metalparty!! Die Setlist konnte sich sehen lassen. Etliche Songs aus den 80`ern wurden geboten, wĂ€hrend aber die Neuen nicht vernachlĂ€ssigt wurden. Einziges Manko an diesem Konzert war die Kommunikation mit dem Publikum, denn Mark hĂ€tte ruhig mit dem Publikum ein wenig spielen können. Die obligatorischen Soli von Hermann und Baltes durften natĂŒrlich nicht fehlen, wĂ€hrend bei âObjection Overruledâ die Beiden sich ein Gitarre/Bass-Duell lieferten.
Mit âFast As The Sharkâ endete dann leider das regulĂ€re Programm. Aber!! Der Zugabenteil hatte es natĂŒrlich in sich! âMetal Heartâ, âTeutonic Terrorâ und âBalls To The Wallsâ beendeten dann dieses absolut erstklassige Konzert!!!!
Uli
LES DISCRETS,ALCEST Konzert
SOROR DOLOROSA, LES DISCRETS & ALCEST â Oberhausen 24.02.2012

Die Longplayer der Bands sprechen bereits fĂŒr sich; hier vereinen sich Herzblut mit Melancholie, leidenschaftlichem Arrangement und musikalischen Seelenreisen. Umrahmt wird alles von malerischen Kunstwerken von Fursy Teyssier, in denen sich sĂ€mtliche Formen der Kunst ( Musik, Bilder, Gedichte und Videos) widerspiegeln. Kein Wunder also, dass beim einzigen Deutschlandkonzert in Oberhausen mit 550 Leuten die Bude voll ist und sich die Audienz auf einen ganz besonderen Abend mit den Franzosen freut.
Den Anfang machen HERETOIR, die extra fĂŒr das einzige Deutschlandkonzert aus Bayern angereist sind, um die Meute in Stimmung zu bringen. Nach anfĂ€nglichem Beschnuppern springt der Funke auf die Leute ĂŒber und die Songs entfalten im Laufe des Sets ihre ganze Kraft. Sowohl das abwechslungsreiche Songwriting, als auch die die AtmosphĂ€re weiĂ hier zu gefallen und so ernten die Jungs rasch wohlwollenden Applaus und Sympathie der Anwesenden. In knapp 40 Minuten preschen sich HERETOIR durch ihren ersten Longplayer hindurch, sorgen mit hypnotischen Riffs und teilweise doppellĂ€ufigem Kreischgesang fĂŒr neugierige Blicke und staunende Gesichter. Die Mischung aus langlĂ€ufigen Songgebilden, abwechslungsreicher Gitarrenarbeit, epischem Schlagzeugspiel und variablem Gesang (meistens clean, gelegentlich Screamvoacals) passt perfekt in das Gesamtkonzept des Abends und sorgt fĂŒr einen tollen Einstieg, sowie fĂŒr einen geplĂŒnderten Merchandise Stand. Super Anfang.
Ein GetrĂ€nk und ein GesprĂ€ch spĂ€ter ging es zum Interview mit Monsieur Fursy, dass ihr hier lesen könnt. Dadurch verpasste ich den Anfang von SOROR DOLOROSA, konnte aber noch einiges von der Setlist mitnehmen. Dabei handelt es sich um den Fotografen der beiden Hauptbands, der mit seinem Sound einen Tribut an musikalische Höhepunkte in den 80ern anknĂŒpft. Definitiv gothicgeschwĂ€ngerter Sound wechselt sich mit der BĂŒhnenshow des SĂ€ngers ab und man fĂŒhlt sich zurĂŒck in die Zeit versetzt, als Filme wie âThe Crowâ gerade raus kamen und Sisters of Mercy ihre wegweisenden Songs schrieben. Sowohl das schulterfreie Shirt, als auch die feminin angehauchte Performance des Frontmanns sorgten fĂŒr einige âAusziehenâ Rufe, taten aber der Stimmung keinen Bruch ab. In Punkto Songwriting und Performance reizte man bewusst die Grenze zwischen interessant und kitschig aus, ohne jedoch vollstĂ€ndig einer Seite zu verfallen. Dennoch erntete man höflich Applaus, nachdem man das Pulver des Erstlings âBlind Scenesâ verschossen hatte und lĂ€utete die Stimmung fĂŒr die nĂ€chste Band ein.
Gleich zu Beginn krachte âL’Ă©chappĂ©eâ aus den Boxen und LES DISCRETS lĂ€uteten einen denkwĂŒrdigen Abend ein. Was auf dem Longplayer gefiel, wusste live zu begeistern und so wartete man erst keinen Applaus ab und ging sofort in âLes Feuilles De L’olivierâ ĂŒber, um auch den letzten Zuschauer in ehrfĂŒrchtiges Erstaunen zu versetzen. Winterhalter lieferte ein astreines Schlagzeugspiel ab, Neige (ALCEST) half am Bass aus, der Leadgitarrist zauberte Melodien klarer als auf dem Album raus, wĂ€hrend Fursy sich in die Dynamik der Songs verlor, die sich direkt auf das Publikum ĂŒbertrug. Staunende Gesichter, leidenschaftliches Bangen und vertrĂ€umte Blicke ĂŒberfluteten die Konzerthalle und lieĂen alle Anwesenden an einer AtmosphĂ€re teilhaben, die man als eine Mischung aus Ehrfurcht und Leidenschaft bezeichnen kann. Man sorgte fĂŒr eine ausgewogene Mischung aus beiden Alben, wobei weder das hypnotische âLe Mouvement PerpĂ©tuelâ noch das kraftvolle âLa TraversĂ©eâ fehlen durften und ein GĂ€nsehautgewitter der nĂ€chsten Moshattacke folgen sollte. WĂ€hrend der Setlist steigerte sich Begeisterung des Publikums, was den Songs nur zugute kam; die Spielfreude wurde weiter vorangetrieben und als Ăberraschung gabÂŽs noch ein StĂŒck des Seitenprojekts Amesoeurs auf die Lauscher, das ordentlich abgefeiert wurde. Als RausschmeiĂer wurde noch ein âTribut an die beste Band der Welt SOROR DOLOROSAâ gespielt und eine restlos glĂŒckliche Fangemeinde zurĂŒckgelassen.
Kann man so einen Abend noch steigern? Diese Fragen sah man einigen Gesichtern an, als sich die Meute voller Vorfreude nach einem Gang zum GetrĂ€nkestand erneut versammelte, und ALCEST die BĂŒhne betraten. Die Frage wurde bereits nach wenigen Sekunden mit einem eindeutigen âJaâ beantwortet; âAutre Tempsâ eröffnete das Set und die Herzen aller Anwesenden, bei denen musikalische Leidenschaft in seiner Vollendung zelebriert wurde. Die cleanen Gitarren ebneten sich den Weg zum HauptstĂŒck, vorbei an ersten live SoundgewĂ€ndern des omniprĂ€senten Schlagezeugs, wurde von Neiges Stimme in andere SphĂ€ren getragen und gipfelte in einem Refrain, der die gesamte Audienz ehrfĂŒrchtig staunen und die GĂ€nsehaut genieĂen lieĂ. Das dieser Song live noch tiefere Emotionen als auf dem Longplayer hervorrufen kann, ĂŒberraschte viele und so feierte bereits nach dem ersten Song eine verbundene Fangemeinschaft den Abend hemmungslos ab. ALCEST lieĂen sich nicht lange bitten und lieferten einen musikalischen Erdrutsch nach dem nĂ€chsten ab, um sich und die Fans durch sĂ€mtliche Emotionen zu jagen, dessen man als Mensch nur fĂ€hig ist. SetlistmĂ€Ăig bedachte man hauptsĂ€chlich sowohl den aktuellen Longplayer, als auch den VorgĂ€nger âĂcailles de Luneâ, wobei die Songs erhaben und majestĂ€tisch zugleich vorgetragen wurden. Die live PrĂ€senz von Granaten wie âLĂ OĂč Naissent les Couleurs Nouvellesâ oder âNous Sommes l’Emeraudeâ lag zwischen ĂŒberwĂ€ltigend und anbetungswĂŒrdig und entsprechend fiel die Reaktion des Publikums aus. Zum Titeltrack des aktuellen Werkes gab es tanzende Schatten, kreisende MĂ€hnen, ehrfurchtvolle Blicke, sowie FreudentrĂ€nen. Auch das hypnotische âSur l’OcĂ©an Couleur de Ferâ schweiĂte die Audienz noch weiter als Fangemeinschaft zusammen und hinterlieĂ einen erhabenen Moment, den es wohl nur auf sehr wenigen Konzerten gibt. Nach dem treibenden âPercĂ©es de LumiĂšreâ verlieĂen ALCEST die BĂŒhne, konnten sich natĂŒrlich den Zugaberufen nicht lange verwehren, um den Abend schlieĂlich mit âSummerÂŽs Gloryâ wĂŒrdig zu beenden.

Fazit: Geiles Billing (mit HERETOIR als Special Guest hat man sich definitiv einen Gefallen getan), tolle AtmosphÀre, saugeile Musik und eines der emotionalsten Konzerte meines Lebens! Wer bei den Langrillen schon gestaunt hat, sollte sich dieses französische Paket Musikkultur nicht entgehen lassen. Sowohl mit der Musik, als auch mit der erhabenen und gleichzeitig bescheidenen vorgetragenen Performance hat man sich hier selbst ein Denkmal gesetzt und den Grundstein gelegt, wie im Metalsektor Musikgeschichte geschrieben wird.
Radu
MYSTIC PROPHECY, Bochum Matrix 10.12.2011
Bands wie MYSTIC PROPHECY sind wahrlich selten. Dieses Statement ist schon aus musikalischen GrĂŒnden unbestreitbar. In den ersten zehn Jahren, welche am heutigen Abend im Ăbrigen gefeiert werden sollen, hat man es auf nicht weniger als sieben Longplayer gebracht, von denen kein einziger auch nur annĂ€hernd als schwach bezeichnet werden kann. Aber kommen wir zurĂŒck zum Eingangssatz. Die besonderen QualitĂ€ten der Truppe um Roberto Dimitri âLiaâ Liapakis liegen gar nicht in erster Linie an der bĂ€renstarken Musik. Vielmehr kĂŒmmert sich der sympathische Haufen dermaĂen liebevoll und zuvorkommend um seine Fans, wie es heutzutage leider kaum noch vorkommt. Allein das verdient allerhöchsten Respekt und Hochachtung.
Im Zuge dieser Vollbedienung der Fangemeinde gibt es heute fĂŒr die ersten 100 Konzertbesucher ein kostenloses Shirt der Band. Kein Wunder, dass die Besucher dieses JubilĂ€umskonzerts von Anfang an bester Laune sind.
FĂŒr den musikalischen Einstieg in den Abend sorgen die Lokalmatadoren ALEATORY, die mit ihrer Mischung aus Coversongs und Eigenkompositionen ganz gut Stimmung zu verbreiten wussten. Dabei zeigt sich das Quintett zwar auf der BĂŒhne etwas hĂŒftsteif aber dafĂŒr spielerisch tight. Lieder wie âHard Rock Hallelujahâ, âNuclear Frostâ und âSolid As A Rockâ wissen durchaus zu gefallen. Die Jungs scheinen den Auftritt auch zu genieĂen und bereiten das Publikum mit dem Abschluss-Doppel âBastards Are Backâ und RUNNING WILDâs âRaise Your Fistâ endgĂŒltig fĂŒr den Hauptact des Abends vor.
Und der geht mit âDark Forcesâ gleich mĂ€chtig in die Vollen. Leider mĂŒssen MYSTIC PROPHECY heute ohne den Pechvogel Tyronne Silva auskommen. Der Drummer hatte sich im Vorfeld des Konzerts den FuĂ gebrochen. Ein kurzfristiger Ausfall der Show konnte gerade noch durch den tollen Einsatz von Ersatz-Schlagwerker Matt C. verhindert werden, der sich in Rekordzeit die Setlist einverleibte und dafĂŒr einen bemerkenswert sicheren Auftritt abliefert.
Der Rest der Band nimmtâs mit Galgenhumor und lĂ€sst sich offensichtlich den SpaĂ an der Sache nicht nehmen. Die Gitarristen Markus Pohl und Constantine, sowie Basser Connie Andreszka wirbeln ĂŒber die enge BĂŒhne wie junge Welpen, wĂ€hrend sich SĂ€nger Lia genauso ĂŒberragend bei Stimme wie bei Laune prĂ€sentiert. Der bajuwarische Grieche findet heute aber auch viele GrĂŒnde zum Flachsen. Insbesondere kann er sich Frotzeleien gegenĂŒber dem mit KrĂŒcken im Publikum stehenden Tyronne nicht verkneifen und macht allerlei pikante Andeutungen zu möglichen Ursachen von dessen FuĂverletzung. Aufgrund einer fehlgeleiteten Ansage spielt man die neue Bandhymne âRavenlordâ kurzerhand zweimal. Genau wie der Klassiker âEvil Empiresâ, bei dem dies aber aus gĂ€nzlich anderen GrĂŒnden geschieht. Denn am Ende der endorphinversprĂŒhenden Setlist stellt Lia die Fans kurzerhand vor die Wahl zwischen drei Tracks. âEvil Empiresâ macht also das Rennen und wird somit als Zugabe wiederholt.
Der durch und durch gelungene Auftritt von MYSTIC PROPHECY lĂ€sst keine WĂŒnsche offen. Den entsprechend glĂŒcklichen Fans steht die Band hiernach noch ĂŒber eine Stunde lang fĂŒr Autogramme, Fotos und nette GesprĂ€che zur VerfĂŒgung. Von dieser bodenstĂ€ndigen Fanbetreuung sollte sich so manch andere Band wirklich mal ein wenig anstecken lassen. Ich halte das jedenfalls fĂŒr sehr vorbildlich und (leider) alles andere als selbstverstĂ€ndlich. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Headbanger neugierig geworden sind, die im April anstehende âWolfsnĂ€chteâ-Tour (mit POWERWOLF, STORMWARRIOR und LONEWOLF) zu besuchen. Dieser Abend hat mal so richtig Lust darauf gemacht!
Nach dem Konzert war MYSTIC PROPHECY â SĂ€nger Lia so freundlich, uns fĂŒr ein kurzes Interview Rede und Antwort zu stehen. Den Text dazu findet Ihr in KĂŒrze auf dieser Seite!
Setlist MYSTIC PROPHECY
Intro
Dark Forces
Ravenlord
Eyes Of The Devil
Evil Empires
Sacrifice Me
Ravenlord
Endless Fire
Savage Souls
Die Now!!!
Demons Blood
Hollow
To The Devil I Pray
We Kill â You Die
Paranoid
Evil Empires
Thomas
METALFEST WINTER EDITION REVIEW
Thrashfest + Hatefest = Metalfest Winter Edition. Was auf dem Papier nach einer durchaus lohnenden Zusammenstellung klingt, entpuppte sich live dann als eher zwiespÀltige Veranstaltung. Doch dazu spÀter mehr.
Aufgrund der ziemlich arbeitnehmerunfreundlichen AnstoĂzeit von 12.30 Uhr entgingen mir die ersten drei Bands LOST DREAMS, MORTAL SIN und AZARATH. Eine Bratwurst spĂ€ter betraten dann MILKING THE GOATMACHINE die Bretter. Die zugige und kalte Halle war uhrzeitbedingt eher spĂ€rlich gefĂŒllt. Das Motto âHörner hoch, Hose runterâ ist unter diesen UmstĂ€nden mal eher als Aufforderung zur SelbstverstĂŒmmelung zu verstehen, weshalb man sich auf der BĂŒhne fĂŒrs geschmeidige âAbgrindenâ entschied. âDing dong Motherfuckerâ hallte es zum Abschluss nochmal durch die Turbinenhalle: Treffer â Versenkt.
Wie das berĂŒhmte Schwein vorm Uhrwerk stand ich dann vor den Thrashern HEATHEN. Die Amis waren mir bis Dato noch nicht wirklich ein Begriff. SĂ€nger David R. White sieht ein bisschen aus wie Paul Potts ohne Haare, singt aber erheblich besser. Alles in allem eine grundsolide und engagierte Sache.
Einen eher schlechten Tag hatten dann MARDUK erwischt. Im Grunde haben diese ihre besten Tage bereits hinter sich, was sich durch uninspiriertes und statisches Stageacting ausdrĂŒckte. Man hĂ€tte genauso gut vier geöffnete KĂŒhlschrĂ€nke auf die BĂŒhne stellen können â wĂ€re mit Sicherheit fĂŒr alle Beteiligten amĂŒsanter gewesen und besseres Licht hĂ€tten die zahlreich anwesenden Fotografen auch gehabt. Das war gar nichts.
Party Pur war dann allerdings wieder angesagt, als DESTRUCTION loslegten. Die Nr. 3 des deutschen Thrash Metal Dreigestirns hat auf Konserve nicht mehr ganz die Klasse vergangener Tage, live ist das Trio dagegen immer noch eine ziemliche Bank. Die Old School Thrasher vor der BĂŒhne wurden dann auch amtlich mit Krachern wie “Sentence Of Death”, “Infernal Overkill” und “Eternal Devastation” versorgt. Das war klasse!
Die Stimmungskurve ging alsbald â trotz der feinen Death/Doom-Walze von TRIPTYCON â wieder in den Keller. Hier zeigte sich abermals, dass die Zusammenlegung von Hatefest und Thrashfest leider eine komplette Schnapsidee war. Dementsprechend desinteressiert verhielt sich ein GroĂteil des Publikums â Schade eigentlich, hatte man doch als Opener den CELTIC FROST Oldie âInto the Crypts Of Raysâ gewĂ€hlt. Klarer Fall von Perlen vor die SĂ€ue.
âNa, alles gut?â, fragte SEPULTURA-Frontmann Derrick Green das versammelte Volk. NatĂŒrlich! Wenn man im BĂŒhnengraben bereits beim Intro die ersten Diver-Stiefel vor die RĂŒbe und dann noch âBeneath the Remainsâ, â Refuse/Resistâ und âDead Embryonic Cellsâ als Vorspeise serviert bekommt, ist einfach alles gut. Als Hauptgericht tischten die SĂŒdamerikaner das komplette Old School Massaker auf, das ĂŒberwiegend aus Titeln der Beneath/Arise-Phase bestand. Trotzdem war die Halle gerade mal etwas ĂŒber die HĂ€lfte gefĂŒllt â schade, denn die Brasilianer waren ganz klar Lichtblick und Gewinner des Tages. Besonders hervor tat sich neben Shouter Derrick, der bestĂ€ndig ans Limit ging, der auĂergewöhnlich tight aufspielende Neudrummer.
Im Gegensatz zu MARDUK oder TRIPTYKON gab es vor dem Auftritt von KATAKLYSM keine Fluchtbewegungen in Richtung Theke oder Fressstand. Kein Wunder â stehen die Kanadier doch bereits seit zwei Dekaden fĂŒr Todesblei auf höchstem Level. Trotz dieser guten Ausgangslage wollte der Funke aber nicht so wirklich ĂŒberspringen, was in erster Linie an der nun schon eher vorgerĂŒckten Stunde lag. Frontmann Maurizio bemĂŒhte sich dann auch erfolglos die an ersten Ausfallerscheinungen leidende Crowd nochmal anzustacheln. Als nerviges I-TĂŒpfelchen gab es noch einen Stromausfall als Bonus obendrauf.
Die Thrash-Veteranen EXODUS schafften es tatsĂ€chlich noch einmal die letzten Reserven des teilweise seit zwölf Stunden anwesenden Publikums zu reaktivieren. Das gelang dann auch ĂŒber weite Strecken. Wer nicht bereits die Heimfahrt angetreten hatte, sah sich den mehr als ĂŒberzeugenden Gig allerdings lieber entspannt aus dem Hintergrund an. Rob Ducke und seine Mannen lieĂen sich davon aber nicht beeindrucken und ballerten ein Old School Geschoss nach dem anderen in die ausgelaugte Crowd, die allerdings zum Finale aus âBonded by Bloodâ, âThe Toxic Waltzâ und âStrike of the Beastâ noch mal die Kurve bekam.
Wie bereits oben angemerkt, hĂ€tte das Event in kleinerem Umfang und an einem Samstagabend mit Sicherheit mehr SpaĂ versprochen. So war es einfach nur ein nerviger Stimmung-rauf-Stimmung-runter-Marathon mit zwar tollem Kaffee und köstlichen BratwĂŒrsten, aber nervig kaputten ToilettentĂŒren und teilweise katastrophalen LichtverhĂ€ltnissen. Einfach ein kĂŒnstlich aufgeblasenes Megahappening, das in seiner Ausrichtung ganz klar am Fan vorbeiging. Rock The Nation haben fĂŒr ihre kaum nachvollziehbare Festivalpolitik vom Publikum eindeutig die Quittung bekommen. Richtig so.
Sebastian
(Fotos gibt’s hier zu sehen.)
HAMMERFALL, VICIOUS RUMORS, AMARANTHE, DEATHDESTRUCTION, Köln – Essigfabrik 18.11.2011
Ein interessantes Billing haben HAMMERFALL da fĂŒr ihre aktuelle Tour zusammengestellt. Interessant deshalb, weil die vier Bands stilistisch nicht so wirklich gut zusammen passen. So fĂŒllte sich die Kölner Essigfabrik am Abend des 18. November 2011 mit zahlreichen Neugierigen, die sich den bunten Stilmix mal ansehen wollten.
Mit ihrem irgendwo zwischen PANTERA und MESHUGGAH angesiedelten Sound hatten DEATHDESTRUCTION im Billing dieser Tour naturgemÀà einen schweren Stand. Dies konnte man auch am heutigen Abend anhand eher verhaltener Publikumsreaktionen spĂŒren. Da hilft es wohl selbst nicht viel, dass die Truppe die Nebencombo von HAMMERFALL-Basser Fredrik Larsson ist. Zu unterschiedlich ist der Sound zum klassischen Edelstahl seiner Hauptband. Man muss leider auch konstatieren, die Jungs sind live ein ganzes StĂŒck unspektakulĂ€rer als aus der Konserve. In Sachen BĂŒhnen â Charisma bleibt eindeutig Luft nach oben. Dank des Groove â Monsters âHellfireâ, welches man gegen Ende auf die Meute loshetzt, lockert man dann aber doch noch die ersten mĂŒden Knochen im Publikum.
Bei AMARANTHE wundert man sich danach wieder einmal, wie die Band mit ihren drei Vokalisten/-innen ĂŒberhaupt mit dem geringen BĂŒhnenplatz auskommt. Dabei ist es am heutigen Abend vor dem Backdrop von HAMMERFALL sogar noch enger als bereits im FrĂŒhjahr auf der KAMELOT â Tour. Die Schweden scheint das aber kaum zu stören und so legt man gleich los wie die Feuerwehr. Auch wenn man die gleichen Songs wie schon im FrĂŒhjahr darbietet, dabei nur die Reihenfolge minimal verĂ€ndert hat, ist dem Sextett nichts von seiner Frische und seinem Charme abhanden gekommen. ĂberwĂ€ltigender Pop-Appeal und zuckersĂŒĂe Melodien reiĂen einen förmlich mit. Der Auftritt ist ein kurzweiliger Genuss fĂŒr Augen und Ohren. Wer im Ăbrigen genauer hinschaut, entdeckt auf dem linken Oberarm von Schlagzeuger Morten LĂžwe SĂžrensen ein draufgekritzeltes Herz mit durchstoĂendem Pfeil und darunter einen Phallus mit zwei Eiern. Backstage scheint es wohl heute besonders lustig herzugehen. (Es ist Halbzeit der Tour.) Bleibt zu hoffen, dass es nur der gute, alte Edding ist!
Setlist AMARANTHE:
Leave Everything Behind
Enter The Maze
100.000 Light Years
Call Out My Name
Itâs All About Me (Rain)
My Transition
Automatic
Hunger
Kaum eine Band tourt sich zur Zeit dermaĂen den Hintern ab wie die Kalifornier VICIOUS RUMORS. Und jeder, der den sympathischen, leicht chaotischen Haufen in diesem Jahr auf irgendeiner BĂŒhne dieser Welt gesehen hat, wird bestĂ€tigen, dass Geoff Thorpe und seine Mannen an wirklich jedem Abend alles geben. Daran Ă€ndert es auch nichts, dass bei dieser Tour fĂŒr den daheimgebliebenen Kyoshi Morgan âWarballâ-Gitarrist Thaen Rasmussen wieder mit an Bord genommen wurde. Faszinierende ist in jedem Falle die immer noch vorhandene und nicht zu ĂŒbersehende Spielfreude, die das Quintett ausstrahlt. Vielleicht liegt es an der mittlerweile wieder deutlich steigenden Beliebheit der Jungs, vielleicht ist man auch nur im positiven Sinne verrĂŒckt. Egal, sowohl alte Kracher wie âDigital Dictatorâ oder âSoldiers Of The Nightâ als auch brandneues Material wie âMurderballâ und âLet The Garden Burnâ kommen heute extrem gut an und lassen den Funken aufs Publikum ĂŒberspringen.
Als Fronter Brian Allen dann auch noch Crowdsurfing durch die ganze Halle zelebriert, so dass Drummer Larry Howe kurzzeitig seine Vocals ĂŒbernehmen muss, hat die Truppe endgĂŒltig gewonnen. Wenn Gott Metal â Fan wĂ€re, mĂŒssten VICIOUS RUMORS eigentlich die gröĂten Hallen alleine fĂŒllen.
Setlist VICIOUS RUMORS:
Digital Dictator
Minute To Kill
Murderball
Down To The Temple
Abandoned
Let The Garden Burn
Hellraiser
Soldiers Of The Night
Donât Wait For Me
SchlieĂlich ist es an der Zeit fĂŒr den vermeintlichen Höhepunkt des Abends: HAMMERFALL. Die gesamte BĂŒhne wird von Rauch und rotem Licht ĂŒberflutet, wĂ€hrend das Intro von âPatient Zeroâ  lĂ€uft. Als sich der Nebel lichtet und der Song in die Vollen geht, offenbart sich ein durchaus imposanter, aus mehreren Ebenen bestehender BĂŒhnenaufbau mit beeindruckender Light-Show.
Was in den nĂ€chsten anderthalb Stunden folgt, muss man wohl mit den Worten âhochprofessionellâ und âroutiniertâ beschreiben. Hier passt einfach jeder einzelne Handgriff, insgesamt wirkt die Performance aber auch sehr einstudiert und wenig spontan. An der Setlist gibt es zumindest rein gar nichts zu meckern. Das aktuelle Album wird neben dem schon erwĂ€hnten Opener mit âB.Y.H.â, âLetâs Get It Onâ, âDia De Los Muertosâ und âOne More Timeâ ausschweifend berĂŒcksichtigt, im Ăbrigen gibt es einen geschmackvollen Querschnitt aus dem bisherigen Schaffen der Schweden. Vermutliche Ursache hierfĂŒr ist, wie SĂ€nger Joacim Cans zwischendurch erklĂ€rt, dass die Band ihre Fans bei der Songauswahl via Internetumfrage mit eingebunden hatte. So gibt es beispielweise mit dem Schmachtfetzen âAlways Will Beâ eine echte Live-Seltenheit zu bestaunen. Zur Sicherheit hat Herr Cans vorab alle mĂ€nnlichen Fans an die Theke zum Bier holen geschickt, es soll sich schlieĂlich niemand langweilen.
Nach den Smashern âAny Means Necessaryâ, âBlood Boundâ und âRiders Of The Stormâ ist es dann endlich an der Zeit, die eigene Vergangenheit ein wenig zu glorifizieren. Dazu fĂŒhrt uns Joacim noch einmal vor Augen, wie im Jahre 1997 eine junge, schwedische Metalband wie aus dem Nichts auftauchte und zu ihrem bekannten Siegeszug ansetzte. Das Ganze wirkt fĂŒr meinen Geschmack zwar ein wenig zu groĂkotzig, die nĂ€chsten vier Songs sind aber allesamt aus der FrĂŒhphase von HAMMERFALL. FĂŒr mich die Sternstunde des Auftritts. âSteel Meets Steelâ, âLegacy Of Kingsâ, âLet The Hammer Fallâ und âThe Dragon Lies Bleedingâ sind nun mal zeitlose Edelstahl-Hymnen, die auch nach knapp 15 Jahren nichts von ihrem Charme verloren haben.
Im Zugabenteil wird es mit âGlory To The Braveâ noch einmal magisch, bevor man die mit dem unvermeidlichen âHearts On Fireâ nach hause schickt. Unterm Strich haben die Schweden eine durch und durch professionelle Show abgeliefert, die jedem Fan gefallen haben dĂŒrfte. Mir persönlich war die Angelegenheit aber schon ein wenig zu routiniert. Ein klein wenig mangelte es dem durchgestylten Auftritt an SpontanitĂ€t und Spielfreude. Und noch etwas fehlte; ohne das man den Finger darauf legen könnte. Ich glaube es fehlte einfach⊠Genau, es fehlte der mit Edding gemalte Phallus auf dem Oberarm!
Setlist HAMMERFALL:
Patient Zero
Heeding The Call
Any Means Necessary
B.Y.H.
Blood Bound
Letâs Get It On
Last Man Standing
Renegade
Always Will Be
Dia De Los Muertos
Riders Of The Storm
Steel Meets Steel
Legacy Of Kings
Let The Hammer Fall
The Dragon Lies Bleeding
The Templar Flame
Glory To The Brave
One More Time
Hearts On Fire
Outro
THOMAS
CMF GEISELWIND REVIEW
Freitag, 09.12.11
Zwei Wochen nach dem ersten Teil in Lichtenfels mit u.a. HAMMERFALL, SAXON, IMMORTAL und VENOM, ging am 09.12. das âChristmas Metal Festivalâ in Geiselwind in die zweite Runde.
Bereits am frĂŒhen Nachmittag ging es mit M.I.GOD los, ich schaffte es allerdings erst zum Auftritt von VAN CANTO, welche mich gleich vollkommen ĂŒberzeugen konnten. Die gute Stimmung, die die A-Cappella-Metaller auf der BĂŒhne verbreiteten, sprang vollkommen aufs Publikum ĂŒber. Besonders als am Ende des Auftritts der Maiden-Klassiker âFear Of The Darkâ performt wurde, schafften VAN CANTO es, die ganze Halle in ihren Bann zu ziehen.
Weiter gingâs mit Power Metal von POWERWOLF â genau das richtige fĂŒr das Publikum in Geiselwind. Die Halle tobte, moshte und gab alles â und stimmte sich somit perfekt fĂŒr die Highlights des Abends ein.
Nummer eins davon waren GRAVE DIGGER. Ăber 30 Jahre sind die Mannen um Chris Boltendahl nun schon auf den BĂŒhnen dieser Welt unterwegs, was sie sich jedoch keinen Moment lang anmerken lieĂen! Ein klasse Set, schön gemischt aus neueren Songs und Klassikern wie âHeavy Metal Breakdownâ, wurde gespielt und lieĂ keine WĂŒnsche des Publikums unerfĂŒllt.
Als NĂ€chstes prĂ€sentierten ICED EARTH ihr neues Album und zudem SĂ€nger Stu Block, der erst seit Anfang des Jahres den Platz am Mikro eingenommen hat. Dieser ĂŒberzeugte auf voller Linie und lieferte, wie auch der Rest der Band, eine erstklassige Show. Obwohl an diesem Abend die Vorstellung des neuen Albums âDystopiaâ im Vordergrund stand, wurden selbstverstĂ€ndlich auch einige Klassiker gespielt, die einfach nicht fehlen dĂŒrfen. Mein persönlicher Favorit â ganz klischeehaft â âWatching Over Meâ.
Und dann war es Zeit fĂŒr den Headliner, fĂŒr die Band, auf die alle den ganzen Tag gewartet hatten: BLIND GUARDIAN. Was fĂŒr eine Show! FĂŒr mich war es das erste Mal, dass ich die Band live erleben durfte, und ich war einfach nur begeistert. Ebenso erging es auch dem Rest der Halle. GĂ€nsehaut bei âThe Bardâs Songâ, beeindruckende Publikumschöre bei âLord Of The Ringsâ und fliegende Haare bei âValhallaâ. Alles in allem ein toller Abend, den so schnell keiner der Anwesenden vergessen wirdâŠ
Samstag, 10.12.11
Am zweiten Tag ging es bereits frĂŒh um 10 Uhr mit der lokalen Supportband DEFUSE MY HATE los. Und hier gabâs auch gleich den ersten Kritikpunkt: Es konnte keiner so genau sagen, was hier schief gelaufen ist, jedoch gab es Probleme am Einlass, weshalb die ersten GĂ€ste die Halle erst gegen 10.15 Uhr betreten konnten und die Band somit die ersten drei Songs vor einer leeren Halle spielen musste. Nicht gerade schön bei einer Spielzeit von 25 MinutenâŠ
Weiter gingâs mit Old School Death Metal von ABSORB aus Erlangen und den frĂ€nkischen JUSTICE, die vor allem als Coverband bekannt sind, in Geiselwind aber mit eigenem Songmaterial auftraten.
Danach betraten LOST DREAMS aus Ăsterreich die BĂŒhne, der Opener der diesjĂ€hrigen Hatefest-Tour. Die kamen nicht bei jedem an, aber mir hatâs definitiv gefallen! Und dann war es erst mal Zeit fĂŒr ein FrĂŒhstĂŒck, weshalb ich auch AZARATH verpasste. Aber das musste sein.
Frisch gestĂ€rkt, machte ich mich zu WARBRINGER auf, die mir ein knĂŒppelhartes Thrash-Brett entgegen schmetterten. Diese jungen Amerikaner machen in der letzten Zeit zu Recht von sich reden!
Danach war es Zeit fĂŒr mein erstes Highlight des Tages. In voller LautstĂ€rke tönte âI Like Big Buttsâ aus den Boxen und eine Ziege mit Milchkanne marschierte ĂŒber die BĂŒhne und animierte das Publikum â richtig, die Band, von der ich spreche, sind keine anderen als MILKING THE GOATMACHINE. Nicht jedermanns Fall, aber ich fand den Auftritt genial! Die perfekte Mischung aus guter Musik und Entertainment â genau das richtige, um vom Vortag mĂŒde Körper wieder in Schwung zu bringen.
Diese gute Stimmung machten MARDUK anschlieĂend leider wieder zunichte. Gut, die Band ist sowieso nicht mein Fall, aber an diesem Tag schien sie generell nicht so gut anzukommen. Was zudem störte, war die relativ lange Umbaupause, aber da bisher ein reibungsloser Ablauf erfolgt war, konnte man darĂŒber hinweg sehen.
Danach folgte die Band, wegen der an diesem Tag anscheinend alle gekommen waren. Im Voraus wurde auf der Homepage viel gemeckert, als sich hinter dem lange angekĂŒndigten Special Guest ânurâ EQUILIBRIUM verbargen. Umso mehr ĂŒberraschte es mich, dass nun die Hölle los war und die Begeisterung des Publikums kein Ende fand. Ăberraschend war dies aber auch nur aufgrund der vorherigen Reaktionen, denn bei dieser erstklassigen Show, hĂ€tte alles andere keinen Sinn ergeben.
FĂŒr mich noch einen Tick besser gingâs danach mit CALIBAN weiter. Erstklassiger Metalcore und die erste zaghafte Wall of Death des Tages â so muss das sein! Leider konnte man hier an der sehr ĂŒberschaubaren Menge an Menschen vor der BĂŒhne mal wieder deutlich die leider viel zu oft vertretene Meinung âalles, bei dem âcore hinten dran steht, ist automatisch schlechtâ erkennen. Leute, hört verdammt nochmal auf in Schubladen zu denken â hier hĂ€tte es sich wirklich gelohnt!
Bei TRIPTYKON schieden sich anschlieĂend die Geister. FĂŒr manche war es eine wahre Offenbarung, die meisten Besucher stĂŒrzte die einstĂŒndige Show jedoch beinahe in tiefe Depressionen. Auch ich konnte mit der Band um Tom G. Warrior leider gar nichts anfangen und war froh, als die Stunde vorĂŒber war.
Bei KATAKLYSM war das hingegen ganz anders. Super Show und besonders der âSecurity Stress Testâ mit Unmengen an Crowdsurfern sorgte fĂŒr gute Stimmung. Einziges Manko: Es war viel zu wenig los (wie auch schon den Rest des Tages)! Man konnte sich wirklich nur wundern, wo die ganzen Menschen bei diesem erstklassigen Line-Up geblieben warenâŠ
Danach war es Zeit fĂŒr ARCH ENEMY, die an diesem Abend ihr neues Album prĂ€sentierten. Was fĂŒr eine BĂŒhnenprĂ€senz! Die Band um SĂ€ngerin Angela Gossow zeigte schon in den ersten Minuten, dass sie auf den BĂŒhnen dieser Welt zuhause ist â ein wahrer Genuss fĂŒr Augen und Ohren! Neben Songs des neuen Albums kamen natĂŒrlich auch âNemesisâ, âWe Will Riseâ und Co. nicht zu kurz und nach eineinhalb Stunden konnte ich mit Fug und Recht behaupten, dass das wohl eine der besten Livebands ist, die ich je gesehen habe.
Den Abschluss fand der Abend mit MORBID ANGEL, zu denen ich leider nicht mehr viel sagen kann, da ich mich nach den ersten drei Songs auf den Heimweg machte. Nach einer kurzen Nacht im Auto und dann von frĂŒh um zehn bis nachts um 1 Uhr auf den Beinen, brauche selbst ich mal eine Runde Schlaf.
Sagen kann ich somit nur, dass beim Headliner leider fast gar nichts mehr los war â was leider der Nachteil des kompletten zweiten Festivaltages war. Bis auf kleine Lichtblicke (EQUILIBRIUM, ARCH ENEMY) lieĂen sich die Besucher am Samstag einfach nicht blicken, was wirklich schade war, da Konzerte in vollen Hallen natĂŒrlich allen Beteiligten mehr SpaĂ machen.
Bis auf diesen Punkt war das âChristmas Metal Festival 2011â jedoch ein voller Erfolg, was Bandauswahl, Organisation und Verpflegung angeht, und man kann deshalb froh sein, dass die Veranstalter trotz der fehlenden Besucher in Lichtenfels und am Samstag in Geiselwind den Mut haben, das Projekt âChristmas Metal Festivalâ auch im Jahr 2012 wieder anzugehen.
Anna
BLACKROUT, INFESTING SWARM & DEAD EPISODE LIVE

3 Bands ohne Vertrag, 2 ⏠Eintritt und ein Publikum von ca. 40 Leuten. Das kann entweder nur ein Reinfall, oder ein richtig geiler Abend werden. Letzteres ist mit am 16.12.2011 im Dietrich Keuning Haus in Dortmund passiert…
Kurzfristig fĂŒr CENTURY OF DEMISE eingesprungen, gaben sich BLACKROUT aus Bochum die Ehre. Nach einem kleinen Intro legten sie auch schon los und kredenzten eine ordentliche Packung Neo Thrash. Im Songwriting dominieren hier groovende Riffs und Staccato Attacken. Ouzi gibt sowohl gesangs- als auch gitarrentechnisch alles, um das Publikum mitzureiĂen, wĂ€hrend der Rest der Belegschaft sich zu gelegentlichem Moshen hinreiĂen lĂ€sst, aber ansonsten eher die gemĂŒtliche Schiene fĂ€hrt. Zwar mag das an dem spĂ€rlichen Publikum liegen, doch das bricht dem Auftritt keinen Zacken aus der Krone, denn die Jungs legen einen amtlichen Gig hin. Ich hatte mehrmals wĂ€hrend ihrer Show das GefĂŒhl wieder in den 90ern zu sein, wo eine Band namens SEPULTURA ihre ersten Auftritte spielten. Allerdings nicht als Abklatsch der Band, sondern mit dem gleichen Energiepotential. Neben alten songs gab es auch Appetizer der neuen EP âPlanet Fucked Deadâ. Auch wenn das Publikum eher verhalten reagierte, haben BLACKROUT ihre Sache gut gemacht und einen ordentlichen Opener abgeliefert. Man darf auf die Zukunft und weitere Auftritte der Jungs gespannt sein.
Meine persönliche Live Offenbarung bescherten mir INFESTING SWARM. Nach einem leicht chaotischem Soundcheck und einem mehrfach erbetteltem Intro legten sie direkt los und jagten âMaelstromâ aus den Boxen. Leider schien der Mischer einen schlechten Tag zu haben, denn eine Gitarre war ziemlich leise und die andere konnte man mehr erahnen als hören. Das schien den Jungs aber egal zu sein, denn ungebrochen entluden sie ihre Magie auf das (leider recht ĂŒbersichtliche) Publikum. Die Gitarren schlĂ€ngelten sich durch die GehörgĂ€nge wĂ€hrend der Bass den Hörer immer auf der Marschrichtung begleitete. DarĂŒber thronte Dantes Stimme, die authentisch und charismatisch jeden einzelnen Song trĂ€gt. Kernpunkt des Ganzen war eindeutig das Schlagzeug, das live mit einer Mischung aus PrĂ€zision, Geschwindigkeit und verspielten Einlagen alles aus dem Gesicht trĂŒmmert. Bei dem Live Ereignis infizieren die Songs den Hörer derart, dass man sich immer wieder (auch wĂ€hrend der Songs) neu entscheidet abzumoshen, zu staunen oder einfach nur zu zuhören. Trotz des schlechten Abmischens erschaffen INFESTING SWARM eine derartig einzigartige Live Energie dass ich mich frage was passiert, wenn die Jungs erstmal einen optimalen Sound haben. GroĂartige Showeinlagen oder Ansagen suchte man beim Gig vergebens; hier wurde groĂen Wert darauf gelegt, die Musik fĂŒr sich sprechen zu lassen, was auch super geklappt hat. Neben deftigem GeknĂŒppel und progressiven EinschlĂ€gen wurde hier auch die Doom Rutsche gefahren, was der Band sehr gut zu Gesicht stand. Als Schmankerl obendrauf gab es noch die beiden neuen Songs âAntimatterâ und âThornsâ zu hören, die nicht auf der Demo vorhanden sind.
Fazit: Eine Live Offenbarung, die man gesehen haben muss!
Bereits wĂ€hrend der Umbaupause versammelt sich eine Fangemeinde vor der BĂŒhne und freut sich auf DEAD EPISODE. Im Soundcheck geben sie sich gut gelaunt und Johann treibt bereits vor dem Gig seine SpĂ€Ăchen mit dem Publikum. Gut gelaunt und frisch aufgetankt startet man mit einem WeihnachtsstĂ€ndchen, bevor die eigentliche Setlist rausgeballert wird. Seit 2004 aktiv (wenn auch mit mehreren Besetzungswechseln) nutzen die Jungs ihre BĂŒhnenerfahrung voll aus und geben Vollgas. Stilistisch werden hier zwar typische Elchtod EinschlĂ€ge verwendet, diese aber mit der RuhrpottmentalitĂ€t (Einmal-direkt-in-die-Fresse-bitte) gekonnt vermischt, so dass ein explosiver Party Marathon vor der BĂŒhne vorprogrammiert ist. WĂ€hrend Marcus und Marc sich an den Gitarren duellieren, beweist Johann seiner EntertainerqualitĂ€ten, lockt GĂ€ste mit kostenlosem GlĂŒhwein und animiert das bisher verhaltene Publikum zu âWall-of-Assâ Aktionen, die spĂ€ter noch zu Mini Moshpits ausufern. SoundmĂ€Ăig haben DEAD EPISODE an diesem Abend das groĂe Los gezogen und zelebrieren dies auch bis zum Anschlag. Die Mischung aus QualitĂ€t und Entertainment steht den Jungs gut zu Gesicht und so ballern sie ihre Munition in Form von âDividedâ, âMy Timeâ oder âThe Dead Sideâ munter ins feiernde Publikum. Ein wĂŒrdiger Abschluss eines schönen abends.
Nach einigen Smalltalks mit den anwesenden Bands und Fans werden noch einige Impressionen gesammelt (unglaublich, welche Auswirkungen das Wort âSalatâ auf partywĂŒtige Fans hat…)bevor es an die einstĂŒndige Heimfahrt geht. Vor dem schlafen kreisen jedoch noch 3 Gedanken durch meinen Kopf:
- BLACKROUTÂŽs neue EP sollte angecheckt werden
- DEAD EPISODE sind eine coole Live Kombo mit riesiger Partytauglichkeit
- INFESTING SWARM sind eine Live Offenbarung, die man einmal im Leben gesehen haben MUSS!!!
Radu


















