Archive for the ‘2009’ Category

MANOWAR FINAL BATTLE

Posted by Radu On Oktober - 10 - 2017

Über MANOWAR große Worte zu verlieren ist in etwas so sinnvoll, wie Conan zu erklären, wie er sein Schwert zu führen hat. Stolz in ihrem Tun, sämtliche andersartige Konventionen verachtend und mit Herzen aus Stahl haben die Metalwarriors Alben geschmiedet, die zeitloser Kult sind.

ManowarDer Startschuss begann auf der „Heaven and Hell“ Tour von Black Sabbath, als sich Joey DeMaio und Ross „ The Boss“ Friedman kennenlernten. Garniert vom charismatischen Gesang von Eric Adams wurde der Grundstein für eine lange Reise gelegt, die viele Stationen, noch mehr Kultsongs und auch viele Skandale mit der Presse mit sich führen sollten. Heute auf seinem Motorrad durch die Landschaft fahren und in voller Lautstärke `Shell Shock` hören, `Hail To England` mitschreien oder sich wundern, wie viele Coverversionen des epischen `Blood Of My Enemies` von bedeutenden Bands abgeliefert wurden. Der Einfluss von MANOWAR ist groß („Tall As A Mountain“), und sie stellen sich gegen alles und jeden, der ihnen nicht in dem Kram passt („Fighting The World“ eben). Spätestens mit der „Kings Of Metal“ erobern sie den eisernen Thron, den sie mit dem Triumph des Stahls weiter ausbauen. MANOWAR sind halt „Louder Than Hell“ und vereinen alle „Warriors OF The World“ unter dem Banner der Kriegsgötter.

Der „Lord Of Steel“ wendete sich im Mai 2017 an alle Manowarriors:

„Die Gods And Kings Tour war ein bahnbrechender Moment in unserer Karriere. Bühne, Ton, Video und Ihr, unsere Fans, waren großartig!

Nach einer derart fantastischen Tour war es klar, daß wir das nächste Mal noch Größeres bieten müssen, jenseits von allem was wir bislang getan haben; etwas, das die Träume jedes Manowarriors erfüllen wird. Das wird dann der ultimative Moment sein Danke zu sagen, und Lebewohl!

Der Final Battle beginnt in Deutschland und wird uns rund um die Welt führen, um Lebewohl zu sagen.

Wer Metal kennt,

kennt MANOWAR.

Wer MANOWAR kennt,

kennt Metal!

Alle die auf dieser Tour dabei sein werden wird eine ewige Erinnerung bleiben, an eine Band die Herz, Blut, Seele und jeden Moment ihrer Karriere dem Wahren Heavy Metal gewidment hat.

Wir rufen alle Manowarrior auf Euch bereitzumachen und mit uns am Final Battle teilzunehmen!“

MANOWAR

Wer die Live Schlachten kennt, weiß was ihn erwartet. Alle anderen, die schon immer davon geträumt haben, auf dem Schlachtfeld mit ihren Brüdern `Hail And Kill` zu zelebrieren, Gänsehautmomente mit `The Crown And The Ring` erleben oder 200% auf der Bühne live zu erleben, sollte sich die finale Gelegenheit der Final Battle Tour nicht entgehen lassen. Es gibt noch Tickets zu erwerben; für die königliche Vollbedienung sorgt das Ultimate Experience Upgrade, um einmal im Leben die Deluxe Edition zu erhalten.

Brothers, wir sehen uns in der Pit zu letzten Gefecht!

Hold your hammers high!

Hail and Kill!

24.11.17

Zenith – Die Kulturhalle München

25.11.17

Zenith – Die Kulturhalle München

27-11-17

Messehalle – Erfurt

28-11-17

Tempodrom – Berlin

29-11-17

Tempodrom – Berlin

01-12-17

Grugahalle – Essen

03.12.17

Sparkassen – Arena Kiel

05-12-17

Palladium – Köln

08.12.17

Jahrhunderthalle – Frankfurt

09.12.17

Jahrhunderthalle – Frankfurt

12.12.17

Arena – Trier

15.12.17

Porsche Arena – Stuttgart

16.12.17

Porsche Arena – Stuttgart

LIVE REVIEW: ARTILLERY / ONSLAUGHT

Posted by Peter Marquardt On Oktober - 2 - 2017

Samstag Abend in der Helvete in Oberhausen. Es wird wieder mal Zeit Jubiläen zu feiern, 30 Jahre „Terror Squad“ von ARTILLERY und 30 Jahre „The Force“ von ONSLAUGHT. Aber vorab erstmal zwei Bands der NWOGTM*.

Onslaught2Mit zeitlicher Verzögerung beginnt EXSARSIS um ca. 20:45h den Abend. Das erste was mir spontan einfällt: Haare! So stellt man sich eine Thrash Metal Band doch vor! Lange Haare, coole Typen, ständig in Bewegung, Top! Jetzt zum Musikalischen. Geboten wird, nach anfänglichen Soundproblemen, Thrash Metal der alten Schule. Ich würde mal Toxic, Forbidden oder Excodus als Beispiel nennen. Auffällig war der Sänger mit seiner hohen Stimme. EXSARSIS sollte man im Auge / Ohr behalten.

Der zweite griechische Act ist dann CHRONOSHERE. Gefallen mir persönlich nicht ganz so gut, alles ein wenig eindimensionaler. Auch hier natürlich Thrash Metal aber mit austauschbarem Sänger. Und das man bei begrenzter Bühnenzeit noch eine Coverversion „Ace of Spades“ spielt verstehe ich auch nicht.

Nun wird es Zeit für das dänische Thrash-Geschwader von ARTILLERY, im Fokus natürlich das „Terror Squad“ Album. Vom ersten Ton an zeigte sich die Band in Topform. Allen voran Michael Stürtzer (guitar) und Sänger Michael B. Dahl. Gerade der Sänger ist ein Glücksgriff, der mit seiner variablen Stimme so einige Akzente setzten konnte. Da sich auch andere Highlights im Set befanden, meiner war natürlich „Khomaniac“, kamen alle Fans auf ihre Kosten. Seit über 30 Jahren im Geschäft aber immer noch hungrig! Respekt!

Respekt auch an ONSLAUGHT, die einen tollen Gig spielten: Licht aus, Intro an, los geht’s! Erster Teil, das komplette „The Force“ Album. Ich habe nie verstanden, wieso man mit Songs wie „Metal Forces“ und „Demoniac“ damals nur die zweite Geige spielte. Das Set umfasst mehrere Alben. Songs von „VI“, „Power from Hell“, „Sound of Silence“ und „Killing Peace“ waren am Start. Hervorzuheben wäre Drummer Michael Hourihan – ein Tier – und Sänger Sy Keeler, dessen sympathische Art einfach ansteckt. Ich persönlich hätte mir auch Songs vom kommerziellen Album „In Search……“ gewünscht, aber das wäre stylistisch / gesanglich schwierig geworden.

Fazit: Geiler Old-School Thrash Abend mit geringer Zuschauerzahl (ca. 100) für wenig Geld – Mehr davon!

*New Wave of Greek Thrash Metal

Peter

NACHBERICHT: PSOA 2017

Posted by Radu On September - 26 - 2017

psoa2017Einmal im Jahr ist es soweit, und die Fans pilgern zum härtesten Metal Festival nach Schlotheim. Das PARTY SAN hat auch 2017 einige hochkarätige Bands, skurrile Anekdoten und natürlich eine familiäre Atmosphäre am Start.

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NACHBERICHT: EDGUY HAMBURG

Posted by Stefanie On September - 20 - 2017


EDGUY
feiern ihr 25jähriges Jubiläum. Dieses in ausgewählten Clubs in 14 verschiedenen deutschen Städten. Auftakt der „MONUMENTS“ Tour war am vergangen Freitag in Bremen.

Einen Tag später war dann für das Metal Impressions Magazine unsere Stefanie von „NordMensch in Concerts“ in Hamburg vor Ort. Hier zog es sie in die legendäre, ausverkaufte Hamburger Markthalle. Hier nun ihr Bericht zur Jubiläumssause der Hessen in der Hansestadt Hamburg:

Schon an der Markthalle angekommen und noch einen Parkplatz suchend, sah ich die irre lange Menschenschlange wartend an der Straße stehen. Das Konzert von EDGUY in Hamburg war ausverkauft. Für mich hieß es nun, schnell parken, artig in der Schlange mit den anderen warten und um 19:45 Uhr erreichte ich endlich das Foyer des Clubs. Einen Weg durch die schon auf die Vorband THE UNITY wartende Menge gebahnt, erreichte ich den Pit. Read the rest of this entry »

NACHBERICHT: ELB RIOT 2017

Posted by joel On September - 19 - 2017

Das war das Elbriot 2017 Seit 2013 findet jährlich das Elbriot Festival auf dem Großmarkt in Hamburg statt. Am vergangenem Wochenende war es für dieses Jahr soweit. Um 11:00 öffneten sich die Tore für die 10.000 Metalfans! Das Wetter spielte mit und die Fans stürmte herein. Die vorherige Bitte eines Sicherheitsmitarbeiters: „Bitte geht langsam hinein und macht mich nicht platt“, wurde schnell aus den Köpfen gelöscht. Die Leute wollten zur Bühne! Während die Einen sich beeilten um ganz vorne zu stehen, schlenderten die Anderen gemütlich zum Bierstand und holten sich ihr erstes Bier und eröffneten somit den Festivaltag.

IMG_4067Pünktlich um 12:00 betraten BURY TOMORROW die Bühne. Ihr Set eröffneten sie mit ‚Man On Fire‘ und rissen damit die Menge in ihren Bann. Die ersten Crowdsurfer wurden zur Bühne getragen, in der ersten Reihe wurden die Köpfe geschüttelt, der Band zur Freude und die ersten Pits wurden eröffnet. Die Band bedankte sich für das frühe Erscheinen und lieferten eine grandiose Auftaktshow.

IMG_4071Als nächstes konnte sich das Publikum auf WHITECHAPEL freuen. Die US-amerikanische deathcore Metal-Band hat mit energiegeladenem Metal die Stimmung im Publikum weiter hochgetrieben. Mit Songs wie ‚The Saw Is The Law‘, ‚Our Endless War‘, ‚Elitist Ones‘ und ‚Mark Of The Blade‘ lieferte die Band eine grandiose Show ab und überzeugte selbst mich, als kein großer Fand der Deathcore-Scene, die Band in meine Playlist aufzunehmen.

Mit filigranen und präzisen Gitarrensolos überzeugte AUGUST BURNS REDIMG_4072Gitarrist JB Brubaker die Menge. Während der Sänger Jake Luhrs seinen Mikrofon am Kabel um sich herumwirbeln ließ, ließ der Klang nicht zu wünschen übrig. Das einzige Manko war der etwas zu starke Bass, was die Fans jedoch nicht vom feiern abhalten konnte.

Mit Songtexten die von Tod, Gewalt und Aggressionen handeln und manchmal die Morde am Lake Bodom thematisieren, betraten CHILDREN OF BODOM die Bühne. Die finnische Band wurde 1993 gegründet und veröffentlichte 2012 ihre best of CD/DVD “Holdiay At Lake Bodom” zur Feier ihres 15 jährigen Bandjubiläum. Während das Gelände des Großmarktes immer voller und voller wurde, zeigt die Band dass sie nicht zum alten Eisen gehört und ließ Melodic-Death-Metal-Fan-Herzen höher schlagen. Vierzig Minuten wurden die Besucher des Elbriots mit den Klängen von Children of Bodom beschallt.IMG_4068

IMG_8414HATEBREED, oh HATEBREED. Nach dem grandiosem Einstieg mit ‚Last Breath‘, stieg die Stimmung im Publikum. Die Menge tanzte bis in die hinterste Reihe, vorne wurde fleißig geheadbangt und der Rest der Menge lieferte Circle Pits des Feinstem ab. Die Band hatte Bock! Dass dies der Abschluss ihrer aktuellen Tour ist, hat man nicht gemerkt. Wenn ihr Sänger Jamey Jasta dies nicht explizit erwähnt hätte, hätte man meinen können die Tour würde gerade erst Beginnen. Hier war für wirklich jeden etwas dabei!

IMG_4069Die 1999 gegründete Band TRIVIUM gab es als nächstes auf die Ohren. Ihr Sänger Matthew Heafy kam bereits mit kreisendem Finger als Aufruf für einen Circle Pit und seinem Markenzeichen, der ausgestreckten Zunge, auf die Bühne. Nachdem das Intro von ‚The End Of Everything‘ angespielt war und die Band begann den Song ‚Rain‘ zu spielen war klar, dass diese Show ein reiner Abriss wird. Ununterbrochen forderte Matt die Masse auf einen neuen Pit zu starten, die Masse feierte und die Band feierte mit. Nach ‚Like light to the flies‘ verließ die Band die Bühne. Die Menge jubelte. Und das nicht zu wenig. Als dann das Intro von ‚In Waves‘ startete, tobte die Menge. Der Song war die reinste Party und wirklich die ganze Menge sang lautstark mit.

IMG_4070BULLET FOR MY VALENTINE. Wer kennt sie nicht? Mit der Wahnsinns Spielzeit um 20:05 startete die Band mit ihrem Song ‚V‘. Für sie sind Fans aus Dänemark, England und Romänien angereist und haben sich ihren Platz in der ersten Reihe gesichert. Die Fans feierten, während die Band vor lauter Aufregung ihre Songs nicht gewohnter Routine spielte, sondern einige Patzer in vielen ihrer Songs mit einbaute. Dies lies die Band sich leider stark anmerken, was einige Fans überraschte, da eine weltweit so bekannte Band mit solchen Fehlern routinierter mit solch einer Situation umgehen sollte.

Zum krönenden Abschluss des Tages kamen nochmal alle zur Bühne. Und für wen? Für niemand weniger als MEGADETH. Zur nächtlichen Dunkelheit zeigte die Band was für eine geniale Lichtshow man auf die Beine stellen kann. Im Hintergrund lief zum melodischen Metal ein passendes Video. Wenn kein Video gezeigt wurde, prahlte ihr Schriftzug auf der LED-Wand.

Mit ihren einzigartigen und erkennbaren Gitarrensoli brachte die Band die Menge zum toben und hat somit den gerechten Headliner-Slot des Elbriots 2017 bekommen. Sie boten so einen perfekten Abschluss für einen grandiosen Tag, der voll mit tollen Bands, fantastischer Musik und einer super Stimmung war!

Für alle die nochmal Lust haben, oder die jetzt Bock auf das Elbriot haben: Am 17. August 2018 findet das Hammaburg Fest 2018 statt. Dies wird die kleine Schwester des Elbriots und bietet mitelalterliche Spielmannskunst, Metal- und Rockklänge, sowie Artverwandtem.

Anschließend findet am 18. August 2018 das Elbriot 2018 statt.

Ab sofort ist es möglich die Karten für nächstes Jahr vorzubestellen und sich so frühzeitig Tickets zu sichern.

Joel

Fotos von Joel Villwock (Metal-Impression)

REVIEW:EXIT EDEN

Posted by Radu On September - 18 - 2017

RHAPSODIES IN BLACK

exit-eden-rhapsodies-in-black-coverEine neue All Female Metalcoverband werden nun viele vermuten. Hinter dem sehr fett promoteten Release “Rhapsodies In Black” von Exit Eden, versteckt sich eine gelungene Zusammenfassung von insgesamt elf Welthits bekannter Größen aus dem Popgenre, wie zum Beispiel Rihanna (”Unfaithful”), Adele (”Skyfall”), Backstreet Boys (”Incomplete”) oder auch “Heaven” von Bryan Adams, um nur einige zu nennen, die von einer weiblichen, ich bemühe mal wieder den so viel zitierten Begriff „AllFemaleSingersSupergroup”, gecovert und neu als femal fronted Symphonic Metal Kompositionen auf die Zuhörerschar losgelassen werden.

Exit Eden sind vier Damen aus den Fahrwassern des Metal/Symphonic Metal und mit der Amerikanerin Amanda Somerville (Trillium, Avantasia, Epica, Kamelot), der Brasilianerin Marina La Toracca (Phantom Elite, Avantasia) und der Französin Clementine Delauney (Visions of Atlantis, Serenity, Melted Space) wahrlich keine Unbekannten. Als Vierte gesellt sich noch die deutsch-amerikanische Rockröhre Anna Brunner hinzu und auf zwei Songs, nämlich “Frozen” von Madonna und eben “Skyfall” gibt sich zudem Simone Simons von Epica die Ehre.

Mit Rick Altzi, dem aktuellen Shouter von Masterplan, bei “Total Eclipse Of The Heart” von Bonnie Tyler darf auch mal ein männliches Mikro ran. Kraftvoll, hoch melodisch und im typischen Symphonic Metal Gewand mit einem tollen Sopran eröffnet der Longplayer mit “A Question Of Time” von Depeche Mode. Klasse Celli und stampfende Rhythmen frischen auch Rihanna`s “Faithful” noch richtig auf, während bereits bei “Incomplete” von den britischen Poprockern Backstreet Boys eine gewisse Abnutzung der klassisch – symphonischen Ergüsse schon nicht mehr verkannt werden kann. Epica, Within Temptation oder auch Xandria klingen überall durch und gerade “Impossible” von Shontelle wirkt wie ein Plagiat von Nightwish. Das nun derbe “Frozen”, im Original von Madonna schon richtig fett, birgt nochmal ein Highlight aber mit “Heaven” (Bryan Adams) und “Firework” von Kate Perry und insbesondere dann “Skyfall” und der Bonnie Tyler Nummer “Total Eclipse Of The Heart” geht dann die Kurve wieder in die Horizontale oder mit leichtem Schwenk nach unten. “Paparazzi” im Original von Lady Gaga gibt im Intro den schwarzmetallischen Riffer, ehe auch Selbiges in die zigfach konsumierten Symphonic Gefilde abschwingt. “Fade To Grey”, im Original von den New Romantic Rockern Visage, veröffentlicht 1980 – ich weiß gar nicht ob jüngere Hörer diesen Song überhaupt noch kennen – ist bereits im Original so stark, dass jegliches Cover daran nur passen kann.

Exit Eden machen es ganz gut, bringen kraftvolle Nuancen aus dem EBM-Genre hinein und verzichten bei dem Rausschmeißer weitestgehend auf hymnische Eskapaden. Jeder einzelne Song für sich genommen, lässt aufhorchen und macht auch Spaß, so ist es ja nicht, die Songs kommen allerdings nicht an die Vorbilder heran. Insgesamt ist die Produktion zu sehr auf den Gesang abgestimmt, etwas mehr Wums und Metal hätten der Scheibe gut getan. In der Summe stellt sich recht zügig ein gewisse Langeweile ein und bei mir erwecken die “Rhapsodies in Black” eher ein Interesse an den originalen Aufnahmen, wenn sie denn nicht schon im Sammelsurium ihr berechtigtes Dasein fristen. Ich warte nun gespannt auf eine Scheibe mit Eigenkompositionen von Exit Eden. Wer nun regen Appetit auf femal fronted Symphonic Metal bekommen hat, der sollte besser zu den Originalen von Within Temtation, Epica, Nightwish & Co. Greifen.

3 von 6

Dirk Heggemann

INTERVIEW: ARCH ENEMY

Posted by Radu On September - 17 - 2017

Mit ihrem aktuellen Album „Will To Power“ überschreiten ARCH ENEMY ihre musikalische Grenzen und loten das bereits opulente Potential weiter aus. Im Century Media Hauptquartier sprachen wir mit Alissa White-Gluz über Entstehung der Texte, Neuzugang Jeff Loomis und der eigenen Verantwortung gegenüber der Welt, die uns umgibt.

ARCH ENEMY BANDDer Albumtitel könnte eine Kampfansage sein; anders jedoch als beispielsweise Panteras „Vulgar Display Of Power“ beschränkt sich das Album nicht nur darauf, musikalische Aggression auf die Außenwelt zu hetzen. Das Album erzählt viel mehr unterschiedliche Geschichten, die sowohl persönlicher, als auch philosophischer Natur sind. „ Der Albumtitel vermittelt viele Botschaften auf unterschiedliche Weise. „Will To Power“ bedeutet, daß etwas existiert und nach mehr strebt. Kleine Moleküle formen sich zu einem großen Ganzen und es wird Leben erschaffen. Ähnlich sieht es im Kosmos generell aus. Wenn man die Evolution nach Charles Darvin betrachtet, strebt alles danach, sich weiter zu entwickeln, um immer mehr zu wachsen. Ähnlich geht es uns sowohl körperlich, als auch psychisch, wenn wir uns weiter entwickeln. Man kann es auch auf unsere Umwelt münzen und die Entwicklung betrachten, was eine extrem spannende Sache ist. Wir wollten kein Konzeptalbum um ein Thema herum bauen; ich denke daß „Will To Power“ viele Facetten mit einer ähnlichen Botschaft erzählt.“

Beim Thema “Texte” spielt man im Haus ARCH ENEMY sich gegenseitig den Ball zu. „Michael und ich schreiben beide gerne Texte. Auf dem letzten Album war ich bereits an Bord und dieses Mal haben wir uns die Aufgabe erneut geteilt. Manchmal schreibt er, manchmal nur ich und manchmal gehen wir es gemeinsam an. Das Album startet mit „The Race“, einer old school Death Metal-/Thrash-/ Punknummer. Wir haben dem Songnamen bewusst eine Doppeldeutigkeit verpasst; einerseits ist es wie ein Rennen, weil es auch eine schnelle Nummer ist, andererseits trägt es auch die Bedeutung der Rasse bzw. der Menschheit allgemein in sich. Ich wollte mit der Nummer Leute dazu bringen, mehr über sich und die Leute nach zu denken, die anders sind. Gerade die Schwächeren brauchen den Schutz der Stärkeren. Es gibt immer Leute, die jene unterdrücken, die anders sind. Ich habe immer daran geglaubt, daß jeder die gleichen Rechte hat. Nicht nur die Gleichstellung von Frauen und Tieren, sondern von allem was uns umgibt geht es maßgeblich auf „Will To Power“. Es geht darum, ein lebenswertes und friedliches Leben führen zu dürfen. Dabei konzentriere ich mich auf `The Race` auf die negative Seiten, wie z.B. jemand der Amok läuft und so etwas. Es klingt aggressiv und das ist es auch, denn es ist die negative Seite, die wir alle in uns tragen.“ Durch das Ausleben der negativen Seite in der Musik, soll die Balance zwischen den positiven und negativen Energien wieder hergestellt werden. Allerdings bedarf es auch dem Bewusstsein, das zu erkennen und die Lethargie der Gleichgültigkeit abzuschütteln. „Die meisten Leute verschließen die Augen vor negativen Ereignissen, bis sie einen persönlich betreffen. Wenn du z.B. aus dem Fenster schaust und ein Haus in der Nachbarschaft brennen siehst, machen einige das Fenster zu und denken, daß Problem ist aus der Welt. Erst wenn sie die Rauchentwicklung mitbekommen, ist das Problem wieder in ihren Köpfen präsent. Ich denke, daß viele Leute ihre Fenster öffnen sollten, bevor es zu einem unlösbaren Problem kommt.“

Arch Enemy Video`Murder Scene war der letzte Song des Albums, der seinen Weg aus Alissas Kopf auf das Papier gefunden hat. „Ich hatte mal ein Gedicht geschrieben und dachte, daß es gut zu dem Song passen würde. Ich war mir aber nicht sicher und fragte mich einige Wochen lang, wie ich den Text mit dem Song verbinden könnte. Eines Tages saß ich einfach da, fing an zu schreiben und sagte danach: „That´s it. Perfect!“ Ich denke daß dieser Song einigen aus der Seele sprechen wird, denn jeder von uns kennt Personen, die uns verlassen oder verraten haben. Es muss nicht mal eine Person sein, es kann auch eine Situation oder auch ein Teil von uns sein, von dem wir uns verabschieden mussten. Vergeben und vergessen ist einfacher gesagt als getan und deshalb bin ich der Meinung, daß man einige Dinge einfach radikal abschneiden muss. Wir gehen in unserem Leben durch mehrere Situationen und erschaffen mehrere Tatorte, die uns letzten Endes zu dem machen, was wir heute sind.“ Man muss erst durch mehrere Höllen gehen, um daran zu wachsen und stärker zu werden. Letzten Endes sind es die vielen Schicksalsschläge, die unsere Aufmerksamkeit auf unsere innere Kraft lenken und dabei helfen, weiter zu machen. Jede (mentale oder körperliche) Narbe könnte daher eine `Murder Scene` darstellen. Das Prinzip könnte man auch auf die Evolution ausbreiten, bei dem sich das Leben seinen eigenen Weg gesucht und den Menschen aktuell auf das obere Podest gesetzt hat. Auch wenn es ebenfalls den Antrieb zu Wachsen beinhaltet bremsen wir uns an dieser Stelle, weil das Gespräch ansonsten leider den Rahmen sprengen würde.

Respekt gegenüber den Mitmenschen und der Welt, die uns umgibt, sind Merkmale, die bei ARCH ENEMY ausgelebt werden. „Unsere Band und Angela haben was das angeht einen ähnlichen Standpunkt. Wenn du dir unsere Erde vorstellst, ist der Mensch lediglich ein Parasit. Wir sind schließlich Schuld daran, daß es zur Zeit so viel Zerstörung gibt. Vor der Menschheit wurde alles recht gut ausbalanciert. Mittlerweile wird die Welt an einigen Ecken überbevölkert und einige entscheiden, wer etwas zu essen bekommt und wer nicht. Zusätzlich wird entschieden, wer mehr Rechte hat und wer weniger, ohne eine logische Grundlage zu haben. Zur Zeit geht es außer Balance und wenn du dir das bei einem menschlichen Körper vorstellst, ist es wie eine Krankheit. Es gibt in der Natur die Möglichkeit, eines symbiotischen Zusammenlebens. Nimm z.B. einen Fisch auf einem Hai; der Fisch nutzt den Hai, um schnell vorwärts zu kommen und frisst im Gegenzug seine Parasiten. Das ist eine Lebensweise, die wir als Menschen schnellstmöglich benötigen, um auf dieser Welt zu überleben.“

Über den Text von `First Day In Hell` wird der Mantel des Schweigens gelegt, weil sich hier der Hörer selbst ein Bild machen soll. Einen kleinen Ausblick gibt uns Alissa dennoch: „Der Song beinhaltet eine Situation aus meiner Kindheit, als ich meine Großeltern über deren Kindheit sprechen gehört habe. Die Geschichte findet während eines historischen Ereignisses statt. Es ist persönlich, aber auch gleichzeitig eine globale Situation, die ich aus einer Ego-Perspektive beschreiben wollte. Es ist ein Song, den ich schon sehr lange machen wollte und bei dem mir viele Ideen kamen. Jedes Wort, jede Silbe sind für mich hier sehr intensiv, denn es ist ein sehr finsterer Song.“

Arch Enemy closeDie Zeilen zu `A Fight I Must Win` sind die gemeinsamen Kinder von Alessa und Michael und beschäftigen sich mit dem inneren Kampf und Depressionen. „Der Song ist ein gutes Beispiel wie gut Michael und ich harmonieren. Er hatte den Text bereits fertig, war sich aber an einigen Stellen nicht sicher. Also habe ich hier etwas ergänzt, dort etwas gestrichen, bis wir beide zufrieden waren. Einer der größten Herausforderungen der Menschheit ist der innere Kampf mit sich selbst. Auch wenn ich es niemandem wünsche, so trägt jeder von uns einen inneren Dämon in sich. Wer jemals dieses Gefühl erfahren hat, wird sich in diesem Text wahrscheinlich gut wiederfinden. Es ist wie brodelnder Sturm, der einen dazu veranlassen könnte, sofort zu den Waffen zu greifen und Amok zu laufen. Du kannst jemandem auf der Straße begegnen und hast keine Ahnung, welchen inneren Kampf die Person vielleicht gerade in sich trägt. Ich denke, daß wir dieses Gefühl in dem Sound und in dem Text sehr gut eingefangen haben.“ Auch wenn der innere Kampf mit dem Dämon die Gefühle aufwirbeln lässt, so ist es doch an jedem von uns zu entscheiden, in wie weit wir mit diesen Gefühlen umgehen. Statt körperlicher Gewalt, kann man die Energien entsprechend kanalisieren, um beispielsweise etwas kreatives zu erschaffen. Der Song dazu ist das beste Beispiel dafür.

arch-enemy-2017`Reason to Believe` markiert für ARCH ENEMY eine Premiere, denn erstmals sind Alissas klare Vocals zu hören. Wer jedoch nun Angst bekommt, daß man sich dem Kommerz öffnet und sich dem (durch die Massentauglichkeit teils verseuchte) Beauty and the Beast Gesang öffnet, kann beruhigt aufatmen. Hier wurde lediglich auf die gleiche Methode gesetzt, mit der bereits Metallica, Pantera oder Testament in ihren (Halb-) Balladen den Kontrast von introvertierten Momenten zu Aggressionseruptionen beackert haben. Dies wird durch die Tatsache unterstrichen, daß mehrere, unterschiedliche Gesangslinien übereinander gelegt wurden. “Michael hat den Text geschrieben und als er die Idee in den Raum warf, mit klarem Gesang zu arbeiten, standen wir erstmals alle da und dachten uns: “OK, das könnte episch werden”. Allerdings brauchte ich dafür einiges an Hintergrundinformationen. Worum geht es, wer ist die Person, was fühlt die Person? Ich wollte hier sicher sein, daß meine Stimme genau das wiederspiegelt, was die Person auch fühlt. Ich sperrte mich stundenlang in einen Raum ein und ging mit meinem Gesang den Text immer wieder und wieder durch, wobei auch einige Tränen flossen. Ich wollte unbedingt, daß meine Stimme im Kopf des Hörers etwas bewegt und ihn wach rüttelt. Letzten Endes ist es ein sehr persönlicher Song geworden. Ich wollte, daß der Schmerz und die Qual direkt in meine Stimme übergeht und ich denke, daß wir dem Song eine eigene Magie gegeben haben. Es ist der erste ARCH ENEMY Song mit klaren Vocals und gleichzeitig unser erster Midtempo Song. Wir machen generell sehr heftigen Stoff: Einprägsame Melodien, ehe es wieder in den harten Stoff mündet. Dieser Song ist ebenfalls heftig, allerdings auf seiner eigenen Art und weise.” Das Prinzip zwischen leisen Tönen und brachialen Ausbrüchen kommt hier besonders zur Geltung.

Mittlerweile können sich ARCH ENEMY über eine Millionen Zuschauer des Videos zu `The World is Yours`(innerhalb von zwei Tagen) erfreuen. Gerade die zugänglichen Riffs und vielen Überraschungsmomente wurden hier gebündelt. Doch wie funktioniert eigentlich das Songwriting generell? “Michael ist unser Hauptsongwriter. Er macht die gesamte Vorarbeit und schickt mir dann seine Ideen, damit ich bescheid sage, was ich darüber denke. `The World Is Yours` ist quasi als erstes entstanden. Der Song ist sehr packend, heavy und vor allem sehr ARCH ENEMY.”

Wem die bisherige Gitarrenarbeit “nur” gefallen hat, dürfte über den Einstieg von Jeff Loomis die Augenbrauen hochziehen. Neben den gewohnten Trademarks, kommt nun noch einge Steigerung in Sachen Griffbrettakrobatik hinzu, die man bei “Burning The Stages” bereits bewundern kann. Auch innerhalb der Band freut man sich ungemein über den festen Einstieg des Saitenhexers.”Jeff ist einer der nettesten Typen überhaupt! Super talentiert, sehr geerdet und absolut nett. Es war schon unglaublich, ihn auf Tour zu haben und es ist genauso herrlich, mit ihm an einem Album zu arbeiten. Er hat einen andren Stil auf der Gitarre als Michael, was sich gegenseitig sehr gut ausbalanciert. Jeff ist ein professioneller Gitarrist, der das Instrument bis an seine Grennzen fordert. während Michael auch technisch, aber sehr viel emotionaler unterwegs ist. Er schaut eher, wie er die Gefühle mit jeder Note transportiert. Als ich die Songs erstmals im Groben gehört habe, dachte ich an einigen Stellen, daß dort ein Solo hin sollte. Später hat Jeff dann auch seine Soli genau dort eingebaut. er ist ein unglaublicher Gitarrist, Perfomer und Persönlichkeit!”

Arch Enemy Cover smallAuch beim Cover wurde nichts dem Zufall überlassen. “Das Cover wurde erneut von Alex Reisfar gestaltet. Wir haben über die Möglichkeiten des Covers diskutiert. Michael hatte eine eher symbolische Vorstellung davon, während ich eigentlich mehr auf abgedrehte Sachen wir Hieronymus Bosch stehe. Ich mag es, wenn man stundenlang auf ein Bild starrt und immer noch neue Details erkennen kann. Bei einem guten Albumcover sollte etwas charismatisches dabei sein, was man beispielsweise auch als Tatoo tragen kann. Bei dem Cover von “Will To Power” kann man noch einige Details ssehen,weil es ein Ölgemälde ist. gleichzeitig hat es aber auch diesen symbolischen Charakter, der einem schnell im Gedächtnis bleibt. Jedes Detail ist hier sehr ausgeprägt und für mich ist es ein interessanter Aspekt zu sehen, was ein anderer Künstler bei unserer Musik gefühlt hat und wie er seine Arbeit umgesetzt hat.” Musik kann also hier als Gesamtkunstwerk verstanden werden, inklusive Texten und Albumcover.

Dies ist auch der große Unterschied zu Stream und MP3 Plattformen, auf denen ganze Diskographien teilweise ungehört auf der Festplatte verrotten. Wie viel Arbeit dahinter steckt, wird bei der Entstehung eines Abums erst wirklich bewusst. Dabei setzt Alissa noch auf alte Methoden. “Ich schreibe meine Texte immer noch in ein altes Skizzenbuch. Einige meiner Texte habe ich nie abgetippt oder irgendwo übertragen. Ich kann mich mit Worten eher ausdrücken, wenn ich etwas per Hand schreibe, weil das Gefühl besser transportiert wird.” Letzten Endes ist es mit den Texten genauso, wie mit der Musik: eingekerkert in seiner Form wartet es nur darauf andere Menschen in ihrer Welt zu treffen und zu größerem zu inspirierren. Der “Will To Power” hat viele Gesichter, trifft bei ARCH ENEMY in Sachen Präzision und Aggression voll ins Schwarze.

Radu

END OF GREEN TOUR

Posted by Stefanie On August - 17 - 2017

END OF GREEN – Void Estate Tour 2017

Die Schwaben kommen wieder zurück auf unsere Bühnen. Die nicht in eine Schublade zu packende Stuttgarter Band besingt Depressionen, Schwermut und Tragisches. Doch am Ende zeigt uns diese Band eigentlich mit ihren Songs das grüne Licht am Ende, denn dort ist die Hoffnung.

Sie lassen sich nicht lenken, nicht leiten und gehen ihren Weg seit nunmehr 25 Jahren. Nie wurden sie zur Maschine der Musikindustrie, obwohl sie doch schon oftmals gute Erfolge mit den zuvor produzierten Alben landeten. Dennoch beließen sie es dann dabei, dass ein gutes Album eben ein gutes Album war und setzten sich nie unter Druck, zeitnah ein nächstes, noch besseres zu präsentieren. Sie wandten sich Soloprojekten zu und gaben zwischendurch ein Zeichen für ihre Fans mit der Darkoustic Tour im Jahre 2015. In der Ruhe liegt die Kraft und genau das spiegelt sich in allen Alben von End of Green wieder.
Am 18.08.2017 erscheint nun ihr neues Album „Void Estate“ und bringt richtig gutes Material. So viel sei schon einmal vorweg genommen. Kurz konnte man ja schon in die ersten ausgekoppelten Singles „Send in the clowns“ oder „The Door“ hineinschnuppern und sich auf alles Weitere freuen.

Nachdem das neue Album schnell von Euch gekauft ist, heißt es dann fix ein Ticket für die sich anschließende Tour im Herbst 2017 zu sichern. Ein MUSS für jeden End of Green Fan und für alle die, die es noch werden. Wir haben in deutschen Landen mit END OF GREEN eine ganz große Band, die noch so viel mehr an Aufmerksamkeit bekommen sollte. Und wenn nicht bei einem geilen Konzert, wo lernt man sonst das Herz einer Band kennen?

Also, hier schon einmal die Tourdaten:

20.10.2017 – Berlin / Columbia Theater
21.10.2017 – Leipzig / Werk 2
03.11.2017 – Aschaffenburg / Colos Saal
04.11.2017 – München / Backstage
09.11.2017 – Nürnberg / Hirsch
10.11.2017 – Bochum / Matrix
11.11.2017 – Hamburg / Knust
18.11.2017 – LKA Longhorn

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REVIEW: ICED EARTH

Posted by Petra On August - 5 - 2017

INCORRUPTIBLE

Iced EarthNach ziemlicher Mitgliederfluktuation scheinen ICED EARTH nun ein Line-up gefunden zu haben, das hervorragend funktioniert. So lieferten sie jetzt ihr 12. Studioalbum “Incorruptible” ab. Ich mach’s kurz, mir gefällt “Incorruptible” wirklich gut.Was unter anderem aber auch daran liegt, dass Frontmann Stu Block mich mit seinem Gesang in den Bann zieht.

Der Opener `Great Heathen Army` startet schonmal vielversprechend mit monumentalem symphonischen Auftakt und geht gut nach vorn. Mit `Black Flag`, `Raven Wing` und `The Veil`, folgen drei eher langsamere Tracks, dennoch sehr abwechslungsreich, mit stimmigen Details.Auf dem Album sind die Gitarrenriffs solide und klar, wenn auch eben nicht ganz so schnell, wie in manchen ICED EARTH Klassikern. Leicht zugängliche eingängige Melodien in Midtempo, selbstverständlich ist der typisch markant Schaffer Sound vorhanden.Beim ein oder anderen Song hab ich allerdings den Eindruck, hier würde gitarrentechnisch noch ein kleines bisschen mehr gehen.

`Seven Headed Whore` ist das schnellste und aggressivste Stück des neuen Albums, `Ghostdance` ist ein indianisch angehauchtes Instrumental, der Schlagzeugsound passt perfekt und geht ins Ohr. Mit `Clear The Way (December 13th, 1862)` begibt man sich mit den irischen Brigaden auf eine mehr als 9-minütige Reise in die Schlacht von Fredericksburg. Fesselnden Riffs, ausgezeichneter Gesang und einem fantastischen Chor. Sänger Stu Block überzeugt mich mit seiner Stimmvielfalt.

5/6 Punkten

Petra

REVIEW: END OF GREEN

Posted by Stefanie On August - 5 - 2017

End OF GreenVOID ESTATE

Am 18. August 2017 erscheint nun das neunte END OF GREEN Album „Void Estate“ pünktlich zum 25jährigen Bandjubiläum via Napalm Records. So viel schon einmal vorweg genommen: Das Warten hat sich gelohnt!

Fangen wir gleich einmal mit dem ersten Song des Albums an, in dem es um den Clown geht, der Clown, der in schweren Zeiten, in Zeiten von Verlust, Ängsten, Schmerz, oftmals derjenige ist, der uns ein Lächeln ins Gesicht zaubert. ´Send in the clowns‘ – für mich eine wahnsinnig traurig berührende Nummer, die sehr tief geht und dennoch mit einer gewissen rockigen Lässigkeit zum Ende führt und einem das Gefühl gibt, dass alles gut wird. Bei ‚Darkside of the sun` höre ich nur die ersten Klänge und der dann einsetzende Gesang von Michelle Darkness haut mich komplett um. Wow! Wüsste ich nicht, dass Peter Steele schon länger nicht mehr unter uns weilt, wäre ich davon ausgegangen, dass ich Type O Negative höre. Ich bin eh ein großer Fan von dieser rauchig tiefen Stimme of „Mr. Darkness“. Der Bass spielt ebenso dazu, als sei hier Peter Steele am Werke. Gänsehaut pur dieser Titel und eine Stimme die ihresgleichen sucht.

Naja, dann denkste, nachdem diese Nummer endet, da geht ja fast nicht mehr, da kommt „BAMM“ Track 3 daher. The Door‘ beginnt mit einem unbeschwerten und leichten Sound. Man schließt die Augen und ich ertappe mich, dass mich schon der Anfang komplett mitnimmt. Heißt es hier doch so schön „Wenn du gehst, dann schließe auch die Tür“. Ich interpretiere diesen Song in der uns immer wieder von End of Green übermittelten Botschaft: „Jede Dunkelheit hat am Ende ein Licht“. In diesem Fall wäre es vielleicht: „Wenn du mich verlässt, schließe die Tür, damit ich bereit und offen bin für Neues“. Für mich der EINE Song dieses Albums, den ich nun schon gefühlte 50mal gehört habe und der nicht wirklich Melancholie transportiert, sondern kraftvoll zum Ende hin in den Gitarrenparts mitreißt.

Drei Hammer-Songs an den Anfang des Albums gesetzt und ich hatte fast Angst weiter zu hören, denn oftmals folgt dann eine Enttäuschung. Aber nein, es geht gut und rockig weiter. Hier Songs wie die dann folgende Ballade `Head Down` oder der im American Rock-Style daherkommende Song ´Crossroads‘, bei dem man das Gefühl hat in einem offenen Cabriolet eine lange, niemals endende Straße zu befahren und der Wind pustet durch das Haar.

Fasse ich einmal zusammen: Es ist wieder alles drin und verschiedenste Genrebereiche wurden angefasst und verarbeitet. Einfach so, wie man es von End of Green gewohnt ist und vor allem wie man sie liebt. Sie waren nie eine Schubladen-Band und sind es auch mit diesem Album nach 25 Jahren nicht geworden. Ich verneige mich vor diesem Album und auch vor der göttlichen Stimme von Michelle Darkness. Ich vergebe guten Gewissens nachstehende Punkte-Bewertung und freue mich auf die kommende Deutschland-Tour im November 2017.

5 / 6 Punkten

Stefanie