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REVIEW:EXIT EDEN

Posted by Radu On September - 18 - 2017

RHAPSODIES IN BLACK

exit-eden-rhapsodies-in-black-coverEine neue All Female Metalcoverband werden nun viele vermuten. Hinter dem sehr fett promoteten Release “Rhapsodies In Black” von Exit Eden, versteckt sich eine gelungene Zusammenfassung von insgesamt elf Welthits bekannter Größen aus dem Popgenre, wie zum Beispiel Rihanna (”Unfaithful”), Adele (”Skyfall”), Backstreet Boys (”Incomplete”) oder auch “Heaven” von Bryan Adams, um nur einige zu nennen, die von einer weiblichen, ich bemĂĽhe mal wieder den so viel zitierten Begriff „AllFemaleSingersSupergroup”, gecovert und neu als femal fronted Symphonic Metal Kompositionen auf die Zuhörerschar losgelassen werden.

Exit Eden sind vier Damen aus den Fahrwassern des Metal/Symphonic Metal und mit der Amerikanerin Amanda Somerville (Trillium, Avantasia, Epica, Kamelot), der Brasilianerin Marina La Toracca (Phantom Elite, Avantasia) und der Französin Clementine Delauney (Visions of Atlantis, Serenity, Melted Space) wahrlich keine Unbekannten. Als Vierte gesellt sich noch die deutsch-amerikanische Rockröhre Anna Brunner hinzu und auf zwei Songs, nämlich “Frozen” von Madonna und eben “Skyfall” gibt sich zudem Simone Simons von Epica die Ehre.

Mit Rick Altzi, dem aktuellen Shouter von Masterplan, bei “Total Eclipse Of The Heart” von Bonnie Tyler darf auch mal ein männliches Mikro ran. Kraftvoll, hoch melodisch und im typischen Symphonic Metal Gewand mit einem tollen Sopran eröffnet der Longplayer mit “A Question Of Time” von Depeche Mode. Klasse Celli und stampfende Rhythmen frischen auch Rihanna`s “Faithful” noch richtig auf, während bereits bei “Incomplete” von den britischen Poprockern Backstreet Boys eine gewisse Abnutzung der klassisch – symphonischen ErgĂĽsse schon nicht mehr verkannt werden kann. Epica, Within Temptation oder auch Xandria klingen ĂĽberall durch und gerade “Impossible” von Shontelle wirkt wie ein Plagiat von Nightwish. Das nun derbe “Frozen”, im Original von Madonna schon richtig fett, birgt nochmal ein Highlight aber mit “Heaven” (Bryan Adams) und “Firework” von Kate Perry und insbesondere dann “Skyfall” und der Bonnie Tyler Nummer “Total Eclipse Of The Heart” geht dann die Kurve wieder in die Horizontale oder mit leichtem Schwenk nach unten. “Paparazzi” im Original von Lady Gaga gibt im Intro den schwarzmetallischen Riffer, ehe auch Selbiges in die zigfach konsumierten Symphonic Gefilde abschwingt. “Fade To Grey”, im Original von den New Romantic Rockern Visage, veröffentlicht 1980 – ich weiĂź gar nicht ob jĂĽngere Hörer diesen Song ĂĽberhaupt noch kennen – ist bereits im Original so stark, dass jegliches Cover daran nur passen kann.

Exit Eden machen es ganz gut, bringen kraftvolle Nuancen aus dem EBM-Genre hinein und verzichten bei dem RausschmeiĂźer weitestgehend auf hymnische Eskapaden. Jeder einzelne Song fĂĽr sich genommen, lässt aufhorchen und macht auch SpaĂź, so ist es ja nicht, die Songs kommen allerdings nicht an die Vorbilder heran. Insgesamt ist die Produktion zu sehr auf den Gesang abgestimmt, etwas mehr Wums und Metal hätten der Scheibe gut getan. In der Summe stellt sich recht zĂĽgig ein gewisse Langeweile ein und bei mir erwecken die “Rhapsodies in Black” eher ein Interesse an den originalen Aufnahmen, wenn sie denn nicht schon im Sammelsurium ihr berechtigtes Dasein fristen. Ich warte nun gespannt auf eine Scheibe mit Eigenkompositionen von Exit Eden. Wer nun regen Appetit auf femal fronted Symphonic Metal bekommen hat, der sollte besser zu den Originalen von Within Temtation, Epica, Nightwish & Co. Greifen.

3 von 6

Dirk Heggemann

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