Archive for the ‘Konzertberichte’ Category
DORNENREICH OSNABRĂCK
DORNENREICH & ALCEST â 17.04.2011 OsnabrĂŒck, Bastard Club Sonntag Abend im Bastard Club OsnabrĂŒck: In gemĂŒtlicher KneipenatmosphĂ€re sammeln sich die GĂ€ste im Raucherbereich und stimmen sich auf das anstehende Konzert ein. Einige Stufen fĂŒhren in Richtung Keller, wo sich ein gemĂŒtlicher Kellerraum befindet, wo sowohl Konzerte als auch Metalpartys stattfinden. An Diesem Abend steht alles im Bann von atmosphĂ€rischen KlĂ€ngen mit Black Metal Einschlag. Nachdem die ersten Biere geleert und der Raum sich gefĂŒllt hat, geht auch schon das Licht aus und ALCEST betreten die BĂŒhne.
Die Franzosen lassen es zu Beginn an langsam angehen und fĂŒllen binnen Sekunden den Raum mit ihrem Sound und der AtmosphĂ€re, die sie bereits auf ihren Alben ausstrahlen. Songtechnisch wird hier ein Querschnitt des gesamten Schaffens geboten, anstatt lediglich das aktuelle Album âĂcailles des Luneâ durchzurattern. Besonders der Kontrast zwischen melodischen Parts und AggressivitĂ€t kommt hier gut zur Geltung, was dem Auftritt einiges an Abwechslung gibt. Leider mussten sich ALCEST etwas mit dem Sound rumschlagen, da dieser an einigen Stellen (besonders bei den schnellen Passagen) ins Matschige abzudriften drohte und das zweite Mikro zu leise war und man den Hintergrundgesang mehr erahnen als hören konnte. Trotzdem lieĂen sie sich dadurch nicht beirren und nahmen das Publikum ca. 1 Stunde lang in ihren Bann. Die Reaktionen der Audienz reichten von Beifallsbekundungen bis hin zu sehr erstaunten Gesichtern, als Neige beim vorletzten StĂŒck (âPercĂ©es De LumiĂšreâ) zum ersten und einzigen Mal an diesem Abend seinen KrĂ€chzgesang einsetzte. Die BĂŒhnenshow beschrĂ€nkte sich in erster Linie auf konzentriertes Spielen der Songs und gelegentlichen MoshausfĂ€llen, was der AtmosphĂ€re aber keinen Abbruch tat. Alles in allem ein gelungener Auftritt der Franzosen, trotz des leichten Soundproblems.
Kurze Zeit spĂ€ter gaben sich DORNENREICH die Ehre und betraten eher ruhig und entspannt die BĂŒhne, um vier akustische StĂŒcke mit Geige, Gitarre und Gesang vorzutragen. Dabei wurden u.a. âMeerâ und der Klassiker âReime faucht der MĂ€rchensargâ zelebriert, was fĂŒr eine gemĂŒtliche KneipenatmosphĂ€re sorgte. 20 Minuten gönnte man sich das Akustik Set, um danach ĂŒbergangslos in den Metal Set ĂŒberzugehen. Obwohl sich DORNENREICH auch live lediglich zu dritt (Gitarre/Gesang, Geige & Schlagzeug) darboten ist es unglaublich, mit welcher IntensitĂ€t Eviga & seine GefĂ€hrten ihre Songs versprĂŒhen und dem Zuhörer eine GĂ€nsehaut nach der anderen bescheren. Dabei kamen sowohl Fans von âHer von welken NĂ€chtenâ als auch neugierige Ohren der âFlammentriebeâ ordentlich auf die Kosten. Leidenschaftlich pfefferten DORNENREICH ihre Granaten (âWer hat Angst vor Einsamkeitâ, âLebend lechzend HerzgeflĂŒsterâ, âFlammenmenschâ, âWolfpulsâ) in die Menge und wurden entsprechend herzlich von der Masse gefeiert. Auch StĂŒcke von âHexenwindâ wurden dezent mit eingestreut, wobei sorgsam darauf geachtet wurde eine gute Mischung aus neuen, alten und experimentellen Songs auf die Audienz loszulassen. Nach der Gute-Nacht-Ansage und etlichen âZugabeâ Rufen der Menge lieĂen DORNENREICH mit âTrauerbrandungâ endgĂŒltig die Katze aus dem Sack und der Keller verwandelte sich fĂŒr einen Moment lang in einen Hexenkessel; wehende Matten und staunende Blicke prasselten nur so auf sie ein und sie lieferten prompt die Energie zurĂŒck. Nach 3 weiteren Songs war es dann leider endgĂŒltig an der Zeit die Heimfahrt anzutreten.
Ein gelungener Abend in gemĂŒtlicher AtmosphĂ€re und geiler Musik, so sollte ein Sonntag aussehen!
Radu
AUDREY HORNE MATRIX
AUDREY HORNE Bochum Matrix 17.4. Zum Abschluss ihrer ersten Deutschlandtour spielten die norwegischen Hardrocker von AUDREY HORNE ihr letztes Konzert in der Bochumer Matrix. Als Supportbands fungierten die Bochumer BIG BALL , BURDEN aus Frankfurt und die DĂ€nen MALRUN, eine weitere Supportband musste aus KrankheitsgrĂŒnden absagen.
Da ich im Vorfeld schon gelesen hatte, dass die Konzerte ihrer Tour nicht so gut besucht waren, habe ich mir natĂŒrlich schon einmal Gedanken gemacht, wie es in Bochum aussehen wĂŒrde! Aber als wir auf den Parkplatz einbogen, war fĂŒr uns schon alles klar! Hier war es nicht anders!
Unten in der Tube angekommen, begrĂŒĂten wir erst einmal Arve und Toschie von AUDREY HORNE, die an ihrem Merch-Stand standen, hielten mit ihnen ein wenig Smalltalk und dann hinein in die Tube. Die Bochumer Band BIG BALL spielte bereits schon und der Blick in die Halle sprach BĂ€nde, circa 60-80 GĂ€ste waren anwesend. Eigentlich fĂŒr die Bands schon sehr ernĂŒchternd!
Die Bochumer BIG BALL machten auf mich gar keinen schlechten Eindruck. Leider habe von ihnen nicht so viel hören können. Ihre mitgebrachten Fans feierten die Metaller gut ab! Aber nach kurzer Zeit hörten sie dann auch schon auf, denn sie hatten nur einen Zeitslot von 20 Minuten.
Nach einer klitzekleinen Umbaupause betraten dann BURDEN aus dem Maingebiet die BĂŒhne, die noch vor kurzem als Supportband von KYUSS vor 5000 Zuschauern spielten. Doch das âKonzertâ wirkte auf mich ein wenig wie ein schlechter Soundcheck. Probleme gab es mit der Gitarrentechnik, eigentlich alles sehr unmotiviert und lustlos. SĂ€nger Thorsten schon ein wenig angeheitert und schwankend, fiel durch seine eigentĂŒmlichen Zwischenbemerkungen auf wie z.B. Wir kommen aus DĂ€nemark! Ich will nach Hause! Und zu guter Letzt schmetterte er das Mikrofon am Ende des Gigs mit voller Wucht auf die BĂŒhnenbretter! Eine Band mit eher schlechtem Beigeschmack!
So, nun zur letzten Supportband! MALRUN aus DĂ€nemark. Hier war das alles ganz anders. Hier stimmte alles. Spielfreude! Harmonie auf der BĂŒhne, eine klasse Band und ein herausragender SĂ€nger! Traum einer jeden Schwiegermutter! Aber SpaĂ beiseite. Im vorigen Jahr veröffentlichte diese Band ihr DebĂŒt-Album “Beauty In Chaos”, welches von Seitens der Presse hochgelobt wurde.
Ihre Musik, eine Mischung aus Modern Metal, Hard Rock und Alternative, kam beim Publikum sehr gut an. Nicht so typisch dÀnisch, sondern eher amerikanisch angelegt, kam der Sound erfrischend aus den Boxen. Die Band spielte sich souverÀn durch das Set und es kam zum ersten Mal richtig Stimmung im Publikum auf.
Zum Schluss spielte dann die Band den RATM Song “Killing In The Name”, wobei Toschie von AUDREY HORNE mit auf der BĂŒhne rockte. Klasse!!!!
So, nun wurde es endlich Zeit fĂŒr den Headliner. Nach einer kleinen Umbaupause ging es dann mit dem Intro ihrer letzten selbstbetitelten CD los, um dann sofort mit `Charon` zu beginnen. Oh Gott!!! Was fĂŒr eine Musik, was fĂŒr ein Refrain!!! Ich wusste nicht, was ich machen sollte! Bangen oder Fotografieren! Aber zum GlĂŒck konnte ich beides verbinden.
Was soll ich nun ĂŒber dieses Konzert schreiben. Es hat gerockt wie Sau!!!! Allem voran SĂ€nger Toschie, dem das Publikum von Anfang an aus den HĂ€nden fraĂ. Dann das kongeniale Gitarrenduo Arve (ENSLAVED) und Thomas (SAHG), die hier wirklich mit ihren Gitarren fĂŒr ordentlich ZĂŒndstoff sorgten und vor allem bei den wenigen weiblichen Fans gut ankamen. Das sei nur mal am Rande erwĂ€hnt!
Die Setlist war buntgemischt, aus allen drei Alben wurden die Highlights gespielt, die ich aber namentlich nicht hier erwĂ€hnen muss! Die Band spielte sich regelrecht in einen Rausch. Bei einem Song kamen dann die DĂ€nen von MALRUN komplett noch einmal auf die BĂŒhne, um wie es immer bei Tourende ist, gemeinsam SpaĂ zu haben und zu rocken!
Bei `Sail Away` sprang SĂ€nger Toschie von der BĂŒhne und forderte das Publikum auf, sich wie in den 80ern bei MTV-Unplugged Konzerten im Halbkreis um die Band, bzw. sich um ihn zu stellen, sang und sprang dann vergnĂŒgt im Publikum umher! Ganz groĂes Kino! Aber das machte er nicht nur einmal. Auch bei der Zugabe gesellten sich Arve und Thomas dazu und rockten mit dem Publikum um die Wette!
ResĂŒmee: Es war ganz groĂes Konzert vor einem wirklich kleinen Publikumskreis! Aber ich denke, der Band hat es gefallen, denn das Publikum verhielt sich so, als wĂ€re es die vierfache Menge gewesen….!!!!!
Aber nichtsdestotrotz! Es war laut, einmalig, magisch und sehr intim!!!! Und wo bekommt man so was heutzutage noch geboten!?
Uli
MADBALL LIVE REVIEW
MADBALL Live Review, Bringing Back The Glory 2 Essener Jugendzentrum (JZE), 26.03.2011, kurz nach 23 Uhr. Ein letztes Mal an diesem Abend gehen die Hallenlichter aus. Das Publikum ist bereits mĂŒde und verschwitzt von einem Tag voller Hardcore-Action. Kein Wunder, von 12 Uhr mittags an wurde der Menge von ĂŒber 20 verschiedenen Bands unterschiedlichster Herkunft ordentlich eingeheizt. Darunter illustre Namen wie TRAPPED UNDER ICE, ALL FOR NOTHING und BORN FROM PAIN, nur um wenige zu nennen.
Doch alle MĂŒdigkeit ist sofort wie weggeblasen als Freddy Madball und seine drei Mitstreiter auf die BĂŒhne springen und mit âInvigorateâ vom jĂŒngsten Album âEmpireâ in einen energiegeladenen, mitreiĂenden Set durchstarten. Mit einem Derwisch wie dem jĂŒngeren Halbbruder von AGNOSTIC FRONT-Legende Roger Miret als Frontmann kann aber eigentlich kaum etwas schief gehen. Unglaublich, wie Mr. Madball von einer Seite der BĂŒhne zur anderen rast und irgendwie ĂŒberall gleichzeitig zu sein scheint. Dass seine drei Sidekicks demgegenĂŒber ruhige Gegenpole darstellen fĂ€llt daneben nicht wirklich auf. Die Energie geht ohne Umwege direkt auf das Publikum ĂŒber, welches bis an die Grenze der eigenen KrĂ€fte mitgeht und ordentlichst Party macht.
Gefördert wird die allgemein gute Stimmung mit Sicherheit durch eine gelungen zusammengestellte Setlist, die schwerpunktmĂ€Ăig aus Songs des DebĂŒts âSet It Offâ und der 2005er Glanztat âLegacyâ besteht. Weitere Highlights wie âWe The Peopleâ, âLook My Wayâ, âDemonstrating My Styleâ oder das gelungene THE ANIMALS-Cover âItâs My Lifeâ fehlen jedoch genauso wenig. Das mittlerweile eigentlich in ein Sauerstoffzelt gehörende Publikum macht dementsprechend bis zum bitteren Ende mit.
Nach einer knappen Stunde werden also auch noch die fĂŒnf Zugaben, erwĂ€hnenswert insbesondere âSmell The Baconâ und âSet It Offâ, ordnungsgemÀà zelebriert, woraufhin die Zuschauer mit dem abschlieĂenden âHardcore Still Livesâ in den absolut verdienten Feierabend geschickt werden. Eine denkwĂŒrdige Show an deren Ende sich der ein oder andere Besucher sicherlich wie Mel Brooksâ Dracula gefĂŒhlt haben dĂŒrfte: âTot aber glĂŒcklichâ.
Setlist MADBALL
Invigorate
For My Enemies
We The People
Canât Stop Wonât Stop
Hold It Down
Empire
Spit On Your Grave
R.A.H.C.
Infiltrate The System
Lockdown
All Or Nothing
Get Out
Look My Way
Heaven Hell
Down By Law
100%
DMS
Itâs My Life
NYC
Smell The Bacon
Set It Off
Hardcore Pride
Pride
Hardcore Still Lives
Thomas
THRESHOLD LIVE KERKRADE
THRESHOLD + DAY SIX, 24.03.2011, Kerkrade â The Rock Temple (NL) Da die letzte Konzertreise von THRESHOLD schon einige Zeit her ist, war wohl nicht nur ich Ă€uĂerst gespannt auf dieses Konzert. Also ab zu den nahe gelegenen niederlĂ€ndischen Nachbarn um den Tourauftakt der Jungs zu begutachten.
ZunĂ€chst aber enterten die niederlĂ€ndischen Progheads von DAY SIX zu ihrem Heimspiel die BĂŒhne. Dem bereits beachtlich groĂen Publikum bot man dort grundsoliden Progressive Metal, der ausnahmslos vom letzten Longplayer âThe Grand Designâ stammte. Stilistisch bewegt man sich irgendwo im Fahrwasser von DREAM THEATER und frĂŒhen QUEENSRYCHE.
Besonders angenehm fiel der Ă€uĂerst charismatische Frontmann Robbie van Stiphout auf, der deutliche Anlagen zur Rampensau nachweisen konnte. Und das trotz der Doppelbelastung durch Gesang und Gitarre! Die fĂŒnf dargebotenen Tracks wurden jedenfalls dankbar aufgenommen und so gab es am Ende hoch verdient mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Ein sehr kurzweiliger Opener.
Setlist DAY SIX:
Massive Glacial Wall
Lost Identity
7th Sign
Inside
Age Of Technology
Nach angenehm kurzer Umbaupause war es dann soweit. THRESHOLD stehen nach ĂŒber 1,5 Jahren endlich mal wieder auf den Brettern die die Welt bedeuten. Mit âMission Profileâ startete man geschmackssicher in einen wahrhaft berauschenden Abend. Ohne irgendwelche Anlaufschwierigkeit hatten Publikum und Band spĂŒrbare Freude an der RĂŒckkehr der Briten. Im Laufe der Show konnte man immer wieder freudig strahlende Gesichter erkennen. Auch auf der BĂŒhne. Vor allem Damian Wilson war nicht nur bei allerbester Stimme sondern auch hervorragend gelaunt. So flachste er zwischen den Songs immer wieder munter mit dem Publikum herum, welches dabei dankbar mitmachte.
Neben Klassikern wie âConsume To Liveâ und âExposedâ hielt man diesmal auch einige Schmankerl in der Setlist bereit. Als erste Besonderheit servierte man den Fans das geniale âEat The Unicornâ. Allen voran konnte hierbei SĂ€nger Damian ein weiteres Mal Highlights setzen. Die nĂ€chste Perle folgte sodann als âCritical Massâ in voller LĂ€nge dargeboten wurde. AtmosphĂ€risch perfekt umgesetzt und einfach ein Erlebnis. Man streichelte die Ohren der Anwesenden in der Folge noch mit den Ăbersongs âPilot In The Sky Of Dreamsâ und âThe Art Of Reasonâ bevor man zunĂ€chst die BĂŒhne verlieĂ. Dabei lieĂ ein gewisser Herr Wilson jedoch bereits augenzwinkernd und grinsend verlauten: âIch bin mir sicher dass wir noch mal zurĂŒckkommen!â
Gesagt, getan. FĂŒr den Beginn des Zugabenteils hatte man sich nun wirklich etwas ganz Besonderes vorgenommen. Karl Groom an der Akkustik-Gitarre und Damian Wilson am Mikro zelebrierten gefĂŒhlvoll die GĂ€nsehautballade âClearâ vom Album âExtinct Instinctâ. Ein Song den man noch nie vorher live dargeboten hatte! Das frenetisch feiernde Publikum durfte sich danach noch ĂŒber âSlipstreamâ und das unvermeidliche âParadoxâ vom Debut-Album âWounded Landâ freuen. Mit viel verdientem Applaus wurde die Prog-Institution aus Surrey, UK, in den Feierabend geschickt.
Unterm Strich war es wirklich ein berauschender Abend. Ăber das spielerische Können von THRESHOLD muss eigentlich nichts GroĂartiges mehr gesagt werden. Dass aber die Setlist mit einigen seltenen SchmuckstĂŒcken bzw. RaritĂ€ten versehen wurde, hat an diesem Abend sicherlich fĂŒr das VergieĂen der einen oder anderen FreudentrĂ€ne gesorgt. Die sympathischen Briten haben absolut alles richtig gemacht. Bleibt eigentlich nur eines zu sagen: Bitte kommt mit dem neuen Album im GepĂ€ck so schnell wie möglich wieder!
Setlist THRESHOLD:
Setlist THRESHOLD:
Mission Profile
Consume To Live
Exposed
Avalon
Eat The Unicorn
Stop Dead
Ravages Of Time
Hollow
Critical Mass
Long Way Home
Pilot In The Sky Of Dreams
The Art Of Reason
Clear
Slipstream
Paradox
Thomas
NECKBREAKERS BALL GRAZ

Neckbreakers Ball, Graz 31.01.2011 Am 31. JĂ€nner machten MILKING THE GOATMACHINE, MANEGARM, EQUILIBRIUM, LLEGION OF THE DAMNED & KATAKLYSM im Rahmen der Neckbreakers Ball Tour Station im PPC in Graz. Da der Auftritt in Ăsterreich zu den Letzten dieser Tour zĂ€hlte, kamen die gut 500 Besucher in den Genuss, spielfreudige bzw. gut eingespielte Bands im nahezu perfekt abgemischten Soundgewand erleben zu dĂŒrfen. Der Zeitplan wurde auf die Minute genau eingehalten und unterstrich einmal mehr die gute Organisation der Tour. Dazu kam, dass sich das PPC (ehemals âThe Atroâ) aufgrund der Tatsache, dass sich Bands und Fans sehr nahe sind, als richtige Location herausstellte. Das heiĂblĂŒtige Publikum war von den ersten Takten an voll dabei und es wurde gemosht, gebangt und crowdgesurft, als gĂ€be es kein Morgen, was von wirklich jedem Act mit groĂer Begeisterung und viel Dank aufgenommen wurde. Doch alles der Reihe nachâŠPĂŒnktlich um 18 Uhr öffneten sich die Pforten des PPC und so blieb allen, die pĂŒnktlich gekommen waren, genĂŒgend Zeit, um sich an der riesengroĂen Auswahl am Merchstand das richtige Accessoire zuzulegen oder sich einfach an der Bar etwas aufzuwĂ€rmen.
Als es schlieĂlich eine Stunde spĂ€ter mit MILKING THE GOATMACHINE losging, waren zwar noch nicht allzu viele Leute in der Halle. Dies Ă€nderte sich jedoch von Minute zu Minute und so stieg auch das Stimmungsbarometer beim Publikum parallel dazu. Der Goat-Grind, wie die Deutschen selbst ihre Mucke bezeichnen, wurde von den Grazern ĂŒberraschend gut aufgenommen und bereits nach wenigen Songs bildeten sich die ersten Moshpits. Besonders die Pig-Squeals wurden von âOberziegenkopfâ Goatfreed Udder extrem grandios umgesetzt und auch das Outfit passte wie die Faust aufs Auge. Kein Wunder, dass Songs wie das witzige George Michael (!) Cover von âWake Me Up Before You Go Goâ, das kurzerhand in âMilk Me Up Before I Go Goâ umgewandelt wurde, von der Meute mit viel Applaus quittiert wurde. Beinahe jeder Song wurde mit denselben Worten (âDer nĂ€chste Songs ist zum Tanzen und etwas schnellerâŠâ) angekĂŒndigt und passte zum Gesamtbild von Milking The Goatmachine, welches man sowieso mit einem Augenzwinkern sehen sollte.
Setlist:
March Into Shed
Milk Me Up Before I Go Go
Seven
Goat Thrower
Here Comes Uncle Wolf
Dingo Dongo
In Woods Of Unsuspected
Beware Of The Wolf
Surf Goataragua
Bingo Bongo
Als nĂ€chstes enterten MANEGARM die Bretter, die die Welt bedeuten. Zugegeben ist mir der Pagan/Viking Metal der Schweden nicht sehr gelĂ€ufig, also lieĂ ich mich einfach ĂŒberraschen. Als erstes stach mir dabei der Violinist Jan Liljekvist ins Auge, der mich mit seinem grauen Wuschelkopf etwas an einen verrĂŒckten Professor erinnerte. Nach einem etwas flauen Beginn gelang es der Band sich von Song zu Song zu steigern und auch das Publikum immer mehr in ihren Bann zu ziehen. Gerade die melodischen Parts, welche vom bereits erwĂ€hnten Violinisten musikalisch unterstrichen wurden, konnten auf ganzer Linie ĂŒberzeugen. Als sich SĂ€nger und Gitarrist Erik Grawsiö etwas zu sehr ins Zeug legte und in der Hitze des Gefechtes seine eigene Gitarre âaussteckteâ, sorgte er sogar fĂŒr ein paar Lacher auf und vor der BĂŒhne. Nebenbei sei noch erwĂ€hnt, dass der Bandkopf (welcher normalerweise auch das Schlagzeug spielt) sehr gut durch den Session Drummer Jacob Hallegren vertreten wurde. Die tolle Nummer âDaughters Of Eveâ war mit Sicherheit der Höhepunkt des Gigs von MANEGARM, welcher passend mit âHemfardâ sein Ende fand.
Setlist:
Mina Faders Hall
Bergagasten
Vedergallningens Tid
Daughters Of Eve
I Evig Did
Hemfard
Weiter ging es wieder mit einer Band aus Deutschland: EQUILIBRIUM eröffneten mit âIn Heiligen Hallenâ ihr Set und langsam aber sicher wurde es etwas eng vor der BĂŒhne. Mastermind âRobseâ entpuppte sich als genialer Stimmungsmacher und konnte es selbst kaum glauben, wie heftig es teilweise im Publikum zuging. An dieser Stelle sei erwĂ€hnt, dass ohne Ausnahme alle Bands etwas verblĂŒfft wirkten ob der Tatsache, dass die Stimmung bei wirklich allen Combos am Kochen war. Doch zurĂŒck zum Auftritt von Equilibrium. Eine kleine Augenweide ist auf jeden Fall Bassistin Sandra Völkl, die vor allem durch ihr gekonntes Posing auffiel. Musikalisch gesehen waren die Pagan/Folk Metaller ĂŒber jeden Zweifel erhaben und als âRobseâ die Zuseher zu einer âWall Of Deathâ aufrief, machten tatsĂ€chlich alle mit und man konnte gar nicht ungeschoren davon kommen. Titel wie âBlut im Augeâ und âMetâ stieĂen auf sehr gutes Feedback und mit âUnbesiegtâ besiegelte man eine durchaus gelungene Show. Einziger Wermutstropfen: Das vom Publikum laut geforderte âWurzelseppâ fehlte dann doch irgendwie in der Setlist, welche in einem etwas eigensinnigen Schreibstil am Mischpult zur Schau gestellt wurde.
Nach einer etwas lĂ€ngeren Umbaupause, nĂ€herte man sich nun dem Höhepunkt(en) des Abends. Das PPC platzte inzwischen aus allen NĂ€hten, die Stimmung war am Siedepunkt angelangt und deshalb regte sich auch kaum jemand darĂŒber auf, dass der steigende Alkoholspiegel bei den meisten Besuchern schamlos von gewissen Barleuten ausgenutzt wurde. So konnte es einem leicht passieren, dass man fĂŒr ein groĂes Bier zahlte, aber lediglich ein Kleines in die Hand gedrĂŒckt bekam (und selbst bei diesem hatte der Becher einen RissâŠ). Wenn man schon nach Kritikpunkten sucht, dann kann man sich nur ĂŒber die Preise bzw. die Abzocke an der Bar beschweren. Hier liegt der Hund jedoch nicht bei den Organisatoren des Neckbreakers Balls begraben, sondern bei den Betreibern des PPC, die sich ernsthaft nach der Notwendigkeit solcher âAktionenâ (welche bereits des Ăfteren in der Vergangenheit auffielen) fragen sollten.
Um Punkt 21.45 Uhr stĂŒrmten LEGION OF THE DAMNED auf die BĂŒhne und begannen gleich mit dem Opener inklusive dazugehörigem Intro von ihrer neuen Langrille âDescent Into Chaosâ, nĂ€mlich dem Titel âNight Of The Sabbathâ. Von der ersten Minute an knĂŒppelten die Jungs um Frontman Maurice Swinkels den Klub in Schutt und Asche. Die Tatsache, dass man mit âLegion Of The Damnedâ und âCult Of The Deadâ gleich zwei Bandhymnen am Anfang des Sets in die Meute schleuderte, unterstreicht einmal mehr den Status der Combo: Die HollĂ€nder gehören ohne Wenn und Aber zur (momentanen) Speerspitze des Thrash Metal. Doch auch die ĂŒbrige Songauswahl lieĂ kaum WĂŒnsche offen. Obwohl viel Material vom aktuellen Output gezockt wurde (âShrapnel Rainâ, âKillzoneâ), stimmte die Mischung aus Neu & Alt bzw. Klassikern (u.a. âDeath Head`s Marchâ, âSon Of The Jackalâ) und der Auftritt der Thrash Metal Schakale entpuppte sich so zu einem einzigen Triumphzug. Unglaublich mit welcher Leidenschaft das Publikum reagierteâŠum ErmĂŒdungserscheinungen seitens der Besucher brauchte man sich wohl keine Gedanken zu machen und so verabschiedeten sich LEGION OF THE DAMNED mit âWerewolf Corpseâ und hinterlieĂen die Zuschauer völlig berauscht und ĂŒberglĂŒcklich.
Setlist:
Intro
Night Of The Sabbath
Legion Of The Damned
Shrapnel Rain
Cult Of The Dead
Death Head`s March
Killzone
Pray & Suffer
Hand Of Darkness
Son Of The Jackal
Werewolf Corpse
Wer nun denkt, dass KATAKLYSM nur noch vor einer halb vollen Halle spielen mussten, lag weit daneben. Kaum jemand verlieĂ das PPC bevor der letzte Ton aus den Boxen kam. Doch eines vorweg: Die ewigen Diskussionen, ob Drummer Max Duhamel live âUnterstĂŒtzungâ bekommt oder alles selbst spielt, sollten nun endlich Schnee von gestern sein. Da wĂ€hrend des Gigs der Kanadier die Nebelmaschine derart auf Hochtouren lief, konnte man unmöglich den Drummer beobachten. Doch jedem sollte wĂ€hrend des Soundchecks aufgefallen sein, dass die Blastbeats aus der Konserve kamen. Vor allem in Anbetracht der Leistung von Fronttier Maurizio Iacono, schmĂ€lert das auf keinen Fall die Gesamtleistung der Band. Wie sagt man doch so schön? KATAKLYSM kamen, sahen (in diesem Fall wohl eher: spielten) und siegten!
Die kanadischen HolzfĂ€ller schafften das Unglaubliche und setzten der Konzertnacht noch die Krone auf. Diese hĂ€tte auf jeden Fall Herrn Iacano gebĂŒhrt, der mit seiner gesanglichen Leistung ĂŒber jeden Zweifel erhaben war. Er schrie/kreischte/growlte sich die Seele aus dem Leib und das Publikum fraĂ ihm dafĂŒr aus der Hand. Höhepunkt der Show war auf jeden Fall die Aufforderung von Maurizio an die Zuschauer, auf die BĂŒhne zu kommen und mit der Band zusammen bei âAs I Slitherâ abzugehen und ordentlich zu âstagedivenâ. Innerhalb kĂŒrzester Zeit war die BĂŒhne randvoll mit Fans und an dieser Stelle sei auch ein groĂes Lob an die Security auszusprechen, welche sich als sehr friedlich und tolerant erwiesen. Ansonsten war die Stimmung vor allem bei den (Ă€lteren) Klassikern top, wie zum Beispiel âThe Ambassador Of Painâ oder âManipulator Of Soulsâ, sowie dem neuen Hit âPush The Venomâ. Erst nachdem das Licht nach der letzten von zwei Zugaben den Konzertsaal erhellte, war allen klar, dass der Neckbreakers Ball nun leider endgĂŒltig zu Ende war.
Setlist:
Intro
A Soulless God
Serenity In Fire
The Ambassador Of Pain
Push The Venom
Manipulator Of Souls
Let Them Burn
In Shadows & Dust
As I Slither
At The Edge Of The World
The Road Of Devastation
Cripppled And Broken
Zugaben: To Reign Again
Like Angels Weeping (The Dark)
Bleibt mir nur noch âDankeschönâ an den Taxifahrer zu sagen, der uns so behutsam nach Hause gefahren hat, dass der ĂŒbermĂ€Ăige Alkoholkonsum im Taxi nicht âsichtbarâ wurde.
Gunther
END OF GREEN BOCHUM
END OF GREEN 13.11. Bochum-Matrix.. Am Samstag hatte das Warten fĂŒr alle Fans von END OF GREEN ein Ende. Zumindest fĂŒr die, die in der NĂ€he von Bochum wohnten. In der dortigen Matrix spielten die DĂŒsterrocker um SĂ€nger Michelle Darkness an diesem Abend eines ihrer ersten Konzerte der Tour zum neuen Album âHigh Hopes In Low Placesâ.
Mit im GepĂ€ck hatten sie an diesem Abend die Newcomer DIE AWAY, mit denen ging es dann auch gleich los und das Publikum war sofort von Anfang an mit richtig dabei. Die drei Jungs spielen wie auch EOG eine Art Dark Rock, jedoch nicht ganz so dĂŒster wie die Hauptband. Besonders der Titel âYou Make Me Sickâ war ein echter Ohrwurm und die Band wurde gut abgefeiert. Nach ca. dreiĂig Minuten war es aber schon fĂŒr die Band  vorbei.
Nach einer kurzen Umbaupause enterten dann END OF GREEN die BĂŒhne, um sogleich mit dem Titeltrack ihres neuen Albums mĂ€chtig los zu rocken. Die Stimmung war von Anfang bis Ende super und die Band spielte mit viel SpaĂ und Energie. Es folgten Songs wie `Dead City Lights`, `Demons` und `Evergreen`.
Die neuen Tracks `Goodnight Insomnia`, `Tie Me A Rope` und `Carpathian Gravedancer` kamen sogar noch besser rĂŒber als auf CD und wurden fleiĂig von der Menge mitgesungen.
Besonders hervorzuheben waren an diesem Abend jedoch die lĂ€ngeren, sehr schwermĂŒtigen Songs wie `Cure My Pain` vom âDead End Dreamingâ Album ,`Drink Myself To Sleep` oder aber auch das sensationelle `Emptiness/Lost Control`, welches den Abschluss des regulĂ€ren Konzerts bot.
Die Band steigerte sich geradezu manisch in die Songs hinein und kreierte eine unglaubliche AtmosphĂ€re. Zwischendurch gab es auch einmal technische Probleme, die jedoch schnell wieder behoben werden konnten und von Herrn Darkness sehr amĂŒsant kommentiert wurden: (âDer Techniker muss heute nach Hause laufenâ). Generell hatte der charismatische Frontmann immer wieder einen netten Spruch auf den Lippen und freute sich sehr ĂŒber die wirklich ĂŒberragend positive Resonanz an diesem Abend. Schluss war aber noch lange nicht.
Ganze fĂŒnf Zugaben mit Songs wie `Weakness` oder `Killhoney` haute uns die Band dann noch um die Ohren. Den RausschmeiĂer bildete dann `Dead End Hero` und spĂ€testens da war allen klar, dass uns dieses Konzert nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird.
Perfekter Gig mit starker Musik!
Tobi
TIAMAT MĂNCHEN
TIAMAT 15.12. MĂŒnchen – Backstage. Das Backstage in MĂŒnchen lĂ€dt nach einiger Zeit wieder zu einem Konzert von TIAMAT ein. Zuletzt waren die Schweden im FrĂŒhjahr des Jahres 2009 zu Gast â selbstverstĂ€ndlich ebenso im tiefsten Winter. Aber das kann wahre Fans natĂŒrlich nicht ernsthaft aufhalten und so haben wir uns wieder einmal auf eine ungewisse Reise begebenâŠ
Ich bin nur wegen TIAMAT auf das Konzert gefahren, deswegen wird sich dieser Bericht beinahe nur auf diese Band beschrĂ€nken. Von den anderen Bands hab ich zuvor noch nie gehört und meine spĂ€rlichen EindrĂŒcke auf dem Konzert qualifizieren mich nicht wirklich um diese Bands zu bewerten. Jeder, der einen Bericht ĂŒber eine der Vorbands erwartet, wird in diesem Review leider enttĂ€uscht werden.
UnglĂŒcklicherweise bekamen wir von der ersten Band des Abends nicht besonders viel mit â das Schneechaos in SĂŒddeutschland hatte MĂŒnchen fest im Griff. Daher kann ich auch keinen groĂen Kommentar zu dieser Band abgeben. Um ehrlich zu sein, wusste Ich nicht mal, dass diese Band auftreten wird, steht auf der Eintrittskarte doch ein komplett anderes Line-Up.
MAINPOINT durfte als zweites ran. Von diesem Auftritt bekam ich nur die letzten vier Lieder mit. Was ich jedoch vernahm, war recht angenehm. Der Sound war tendenziell eher seicht â vom âHĂ€rtegradâ dem von TIAMAT gar nicht so unĂ€hnlich. Das Publikum konnte sich zumindest bis zur vierten Reihe dafĂŒr begeistern und zeigte durchaus auch einige emotionale Regungen. Ich fĂŒr meinen Teil, nutzte die Zeit um zwei Hoodies von Tiamat zu kaufen (leider gab es keine Tourartikel, aber nachdem ĂŒberhaupt nur bei Liveauftritten die Gelegenheit existiert etwas zu erwerben, war das zweitrangig), was dazu fĂŒhrte, das ich scheinbar den halben Laden leerkaufte. Herrliches und zufriedenes GefĂŒhl.
Die markanteste Erinnerung an den Auftritt von ORDEN OGAN habe Ich nicht an bestimmtes Lied, sondern an eine Aktion, welche die Zuschauer mit einbinden sollte. An dieser Stelle sei erwĂ€hnt, dass das Publikum immer noch sehr spĂ€rlich vorhanden war. Ich schĂ€tze die Masse auf etwa 75 Leute â fĂŒr MĂŒnchner VerhĂ€ltnisse aber fast schon akzeptable Norm. Nun zurĂŒck zu der Interaktion mit dem Publikum. Der SĂ€nger von ORDEN OGAN hat scheinbar die etwas eigenartige Angewohnheit, zu scheinbar zufĂ€lligen Zeitpunkten sehr laut âHallo Freundeâ in die Menge zu schreien. Dies sollte â laut Aussage des SĂ€ngers â mit einem âFuck You, Bitch!â beantwortet werden. Dieses Spektakel wurde insofern anschlieĂend einige Male aufgefĂŒhrt, jedoch mit sinkender IntensitĂ€t auf Seiten der Zuschauer. Ich fĂŒr meinen Teil, fragte mich nur ob danach allen Ernstes TIAMAT auf die BĂŒhne kommen wĂŒrde. Die ganze Szenerie wollte sich in meinen Kopf zu keinem harmonischen Gesamtbild zusammenfĂŒgen. Steht TIAMAT doch eher fĂŒr nĂŒchterne (im ĂŒbertragenen Sinne selbstverfreilich), Auftritte, die auch ein StĂŒck weit vom Fehlen von ĂŒberschwappender EmotionalitĂ€t Leben und den melancholischen Kontext der Band betonen. Also exakt dem Gegenteil, was ORDEN OGAN auf der BĂŒhne darbot. Die musikalische Seite des Auftritts war hingegen sehr angenehm. Zumeist sehr melodisch, teils etwas hĂ€rter mit schnelleren Soundeinlagen und schon fast growlartigem Gesang.
TIAMAT
Nach einer mal wieder â gefĂŒhlten â nicht enden wollenden Umbaupause, mehrte sich die Anzeichen darauf, dass jeden Moment der Beginn des Höhepunkts jenes abends kommen könnte. Riesige Nebelschwaden umhĂŒllten die gesamte BĂŒhne und die ersten drei Reihen auf Seiten des Publikums gleich dazu. Ein GefĂŒhl der Orientierungslosigkeit machte sich im innersten breit und verirrte Lichter suchten Ihren Weg aus der Dunkelheit. Nur wenige Sekunden spĂ€ter ertönten die ersten Instrumente und erreichten die Zuschauer mit einer Botschaft der Gewissheit, das TIAMAT auf der BĂŒhne steht. Weiterhin kamen sĂ€mtliche SinneseindrĂŒcke ĂŒber das Gehör und dies vernahm als Opener den Song âFireflowerâ, welcher eher zu den selteneren StĂŒcken gehört, die Live gespielt werden.Nachdem sich die Sicht deutlich verbesserte wurden auch schon die ersten Töne zum nĂ€chsten Lied angestimmt, es sollte nichts weniger als âChildren of the Underworldâ kommen, jener Song, der niemals auf einem regulĂ€ren Album vertreten war. Ein Augenblick der Begeisterung breitete sich in mir aus.
Die Stimmung in der Halle war zu diesem Zeitpunkt noch recht ĂŒberschaubar â dies sollte sich erst mit dem folgenden Lied Ă€ndern: âCainâ. Als eines der bekanntesten von TIAMAT erkannte beinahe jeder im Publikum den Song und die Stimmung schwappte schlagartig ĂŒber. Mittlerweile dĂŒrften etwa 150 Menschen Platz in dem GebĂ€ude gefunden haben, was recht ansehnlich war. Als viertes wurde schlieĂlich noch âWhatever That Hurtsâ hinterhergeschoben, was der Stimmung nur dienlich sein konnte. Herr Edlund â SĂ€nger und GrĂŒnder von TIAMAT â war nun dank des vergĂ€nglichen Nebels klar erkennbar und offenbarte tiefschwarz geschminkte Augen, welche scheinbar in eine nicht vorhandene Leere starrten. Die DĂŒsterkeit des Songs und der Band war beinahe greifbar. Mit âDividedâ und âVote for Loveâ folgten zwei rhythmische Songs, welche vor allem von den tanzwĂŒtigen dankend aufgenommen wurde. Einer der Gastgitarristen fand noch die Zeit, sich eine Zigarette anzuzĂŒnden, welches zu einem faszinierendem und eigenartigen Bild zugleich fĂŒhrte. Die Ballade âDo You Dream of Me?â stand als nĂ€chstes auf dem Programm und versetzte die Menschenmasse in einen Moment völliger Bewegungslosigkeit â ein perfekter Song zum Zuhören und in sich aufzunehmen.
Um den kommenden Ăbergang etwas aufzuwerten, konnten die vorderen Reihen noch einen beinahe verunglĂŒckten Trick mit einer Bierflasche durch Johan Edlund beiwohnen. Die Bierflasche wirbelte scheinbar durch fremde KrĂ€fte gesteuert ĂŒber die Finger seiner Hand â und eben beinahe gen Boden. Der gerade noch abgewendeten âKatastropheâ konnte Edlund selbst nur noch mit einem erleichterten, fast schon bĂŒbischen, Grinsen Tribut zollen. Den restlichen Abend konzentrierte er sich weniger auf die Motorik seines Körpers und mehr auf die Lieder â sicherlich eine Kluge Wahl. Es kam âBrighter Than the Sunâ, ein fast schon poppiger Song. Den Part des GastsĂ€ngers ĂŒbernahm wie schon zuvor bei âDividedâ der Gastgitarrist, welcher auf der Tournee scheinbar den Platz von Anders Iwers eingenommen hat. Dies Klang auch etwas arg gewöhnungsbedĂŒrftig und sehr dĂŒnn, was natĂŒrlich den Song kaum abwerten konnte.
Mit âUntil the Hellhounds Sleep Againâ kam danach das einzige Lied vom neuesten Album, bevor es wieder in Ă€ltere Gefilde ging. âPhantasma De Luxeâ und âLove in Chainsâ waren wieder sehr emotionale und ruhige Songs. Bei ersteren hatte. Der letzte Song sollte noch âCold Seedâ â sehr stimmungsvoll und mit unglaublich, eingĂ€ngiger Melodie – werden. Danach war erst mal Schluss und die Band bedankte (âThank you very much, thank you.â) und verabschiedete sich.
Die Zugabe Rufe lieĂen natĂŒrlich nicht lange auf sich warten. Auch wenn es eher einem chaotischen Geklatsche und Gerufe glich, kam die Band nochmal fĂŒr drei Songs auf die BĂŒhne.
Als Zugabe verteilte die Band noch âWings of Heavenâ und das aggressive âThe Sleeping Beautyâ, welches von einem weiteren GastsĂ€nger unterstĂŒtzt wurde. Dieser ĂŒbernahm mehr als eindrucksvoll die Growl-Parts und verstĂ€rkte die psychodelischen Komponenten des Songs mit einer unglaublichen Kraft â ĂŒberragend, atemberaubend, einfach perfekt. Johan Edlund schĂŒttelte danach noch unzĂ€hlige HĂ€nde aus dem Publikum, welche in Reihe eins und zwei waren â die Freude der âBeglĂŒcktenâ war denen deutlich anzusehen. Meine Bekannte bekam schlieĂlich noch ein Kompliment fĂŒr ihr schwarzes T-Shirt mit dem âSt. Pauliâ Logo â âbest Shirt tonight!â. Bevor es zum endgĂŒltigen Abschluss ging mit âGaiaâ, welches schon wie so oft das Ende einlĂ€utete und das Publikum bereits versuchte in die RealitĂ€t zurĂŒckzuholen, aus der zuvor eingetauchten Trance. Zum Abschluss bedankte sich die Band nochmal, winkte dem Publikum und beklatschte die Zuschauer, bevor die BĂŒhne sich leerte. Genauso fĂŒhlte sich das Vakuum in mir an, welches plötzlich erschien. Sind wirklich schon gute 75 Minuten vergangen? Ein Blick aus der zweiten Reihe in die hinteren Ecken der Halle gaben mir genĂŒgend BestĂ€tigung â das GebĂ€ude leerte sich sichtbar schnell.
Ganz im Sinne der Lyrik von âGaiaâ mit dem biblischen Verweis â⊠when nature calls, we all shall drownâ werde auch Ich wieder kommen, wenn es heiĂt: âwhen Tiamat calls, I shall comeâ.
Nachdem Konzert bekam Ich noch die Gelegenheit Herrn Edlund zu fragen, wo den Anders Iwers war. Leider erhielt ich nur ein kurzes âHe is at homeâ als Antwort und die quirlige Nachfrage âwhy?â blieb unbeantwortet.
EXTRABREIT HAGEN
âĂber 30 Jahre â Und Kein Bisschen Leiseâ. Ein verkapptes Motto, welches aber fĂŒr die Hagener Band EXTRABREIT auch heute noch zutrifft. AlljĂ€hrlich treffen sie in âHometownâ, dem Hagener Werkhof, mit ihrer Weihnachts-Blitz-Tour, die unter dem Motto âlive und lautâ steht, auf Freunde, Bekannte, Fans und solche, die es noch werden wollen. In diesem Jahr prĂ€sentierte sich das Quintett wieder an zwei Tagen dem Publikum. Da auch Wettertief Petra in Hagen nicht halt machte, hieĂ es am Freitag: Gut besucht. Samstag, wie immer, ausverkauft.
Petra aber machte nicht nur in Hagen nicht Halt. Auch SĂ€nger Kai Havaii kam nach sechs Stunden Bahnfahrt aus Hamburg verspĂ€tet am Hauptbahnhof an. So galt es insbesondere fĂŒr ihn, von âNull auf Hundertâ zu kommen. Dies gelang unter begeisterter Forderung der Fans, von denen in diesem Jahr besonders viele der jĂŒngeren Generation angehörten. Denn das Publikum forderte schon frĂŒh: âWir wollen die Breiten sehenâ.
Besonders tief in ihrer eigenen Musibox hatten die Jungs zu Beginn des Sets gekramt. Denn âDer FĂŒhrer schenkt den Klonen eine Stadtâ fristete seit Jahren live ein stiefmĂŒtterliches Dasein. Erstaunlicherweise zeigte sich das feierwillige Publikum bereits hier dennoch als Ă€uĂerst textsicher und so begann eine gemeinsam Feier, bei der mĂ€chtig SchweiĂ auf und vor der BĂŒhne floss.
Vielleicht ist es gerade die Tradition, die EXTRABREIT Konzerte beim Publikum so begehrenswert machen, sodass selbiges in den letzten Jahren zusehends wĂ€chst. Da gibt es keinen Graben, der die Fans fern der BĂŒhne hĂ€lt. Authentisch wird hautnah zum Publikum das letzte aus den Instrumenten geholt. Es sind Konzerte wie frĂŒher. Es gibt Flaschenbier und geraucht wird auch. Es stört niemanden. Vielmehr scheint es, es muss so sein, wenn die vier Herren, alle ĂŒber 50, vereint mit ihrem âNesthĂ€kchenâ Lars Larsson am Bass, eine solche Schlacht zu schlagen haben.
Und bei aller jahrelangen Routine wirkt nichts straight und glatt. Die raue Stimme von Kai Havaii wird rockig instrumentiert unterstĂŒtzt und wenn dann die Achterbahnfahrt mit âGeisetrbahn FahrÂŽnâ und âGlĂŒck Und Geldâ direkt weiter geht, gibt es gleich zu Beginn kein Halten mehr.
So gab es dann eine Mischung aus ihren Klassikern, alten Hits und aktuellen Sachen aus dem letzten Studioalbum âNeues Von Hiobâ. Die âPolizistenâ kamen, wie ĂŒblich nicht zu kurz, ein âRoter Mondâ ging auf und auch das âBesatzungskindâ lies sich blicken. âFreitag Nachtâ war treffend, an diesem verschneiten Freitag. Auch durfte die Hommage – frĂŒher mit – und heute an Hildegard Knef âFĂŒr Mich Solls Rote Rosen Regnenâ ebenso wenig fehlen, wie das Bekenntnis, man sei âExtrabreitâ und im âSturzflugâ unterwegs. Zwar riefen sie auch âIch Will Hier Rausâ, doch war dies nur dem Titel geschuldet. Denn man spielte sich regelrecht in einen Rausch.
âHurra, Hurra, Die Schule Brenntâ, eines der Zugaben, war letztlich nur noch die Kirsche auf der Sahne des Eisbechers.
Das Schöne an den Breiten ist, dass sie offensichtlich seit Jahren nicht Ă€lter werden, eher reifer. Und viele waren beim Verlassen des Werkhofes wohl der Meinung: âNie waren sie so gut, wie heute.â
Das kann man nur unterstreichen.
Zeitnahe Termine in Westfalen:
29.12.2010, Bochum â Zeche
11.02.2011, Essen â Zeche Carl
Pics (6) und Review: Lutger Heitmann
CHRISTMAS METAL FESTIVAL REVIEW
Lang hatâs gedauert, aber hier ist sie endlich: Die Festival-Review zum âChristmas Metal Festival 2010â:
Wie schon im letzten Jahr fand am 4. Dezember in der Stadthalle Lichtenfels eine Weihnachtsfeier der besonderen Art statt. Und wie schon letztes Jahr machte ich mich an diesem Tag auf, um eine nicht ganz so gewöhnliche Bescherung zu feiern, gemeinsam mit WeihnachtsmĂ€nnern, die hier zu ihrer roten ZipfelmĂŒtze eben keinen Mantel, sondern eine Kutte trugen.
Die erste Band, die ich sehen konnte, war ROTTING CHRIST und die zogen mich gleich völlig in ihren Bann. Die sehr rhythmische Musik sorgte fĂŒr eine gute Stimmung und das schon zur Mittagszeit. Trotz der ungewöhnlichen Uhrzeit fĂŒr diese Band, war also die Halle gefĂŒllt und die Jungs spielten eine super Show.
Weiter gingâs danach mit UNDERTOW, die sowohl melodische Elemente als auch Hardcore-Riffs in ihren Songs vereinten. Die Shouts des SĂ€ngers konnten mich ĂŒberzeugen, das Gesamtpaket leider nicht so, da die cleanen Passagen immer wieder den Schwung aus den eigentlich gut angefangenen Songs nahmen. So sah das bedauerlicherweise auch der groĂe Rest des Publikums, das hier eher rar gesĂ€t war.
Ganz anders war dies bei den Schweizern von SAMAEL. Diese hatten zwar leider zwischenzeitlich mit einigen technischen Problemen zu kĂ€mpfen, spielten aber dennoch souverĂ€n eine ĂŒberzeugende Show. Auch wenn ich nichts von eingespielten Drums halte â meiner Meinung nach sollte da doch eher ein âechterâ Schlagzeuger auf der BĂŒhne sitzen und schwitzen â und mir das Ganze doch etwas zu âtheatralischâ war, muss ich zugeben, dass SAMAEL ihre Sache gut machten.
AnschlieĂend kam mit SUICIDAL ANGELS, DEATH ANGEL und EXODUS das Thrash-Paket des Abends.
Erstere spielten eine gute Show, jedoch waren da keine Höhepunkte des Thrash Metal zu erkennen. In meinen Ohren klang einfach jeder Song irgendwie wie der vorherige. Einheitsbrei eben und mit einer Vielzahl der Bands dieses Genres zu vergleichen. Mir persönlich also zu eintönig, aber da soll sich lieber jeder seine eigene Meinung bilden! Laut der Stimmung im Publikum kam die Band nÀmlich insgesamt trotzdem super an.
DEATH ANGEL hingegen ĂŒberzeugten mich schon mehr. Vor allem SĂ€nger Mark Osegueda faszinierte mich durch seine enorme Power, die er auf der BĂŒhne zeigte. Eine Stunde lang fegte er wie verrĂŒckt ĂŒber die BĂŒhne und hatte dabei auch noch eine Stimmgewalt, die beeindruckend war. Und auch der Rest der Band war absolut top! Klasse Act, der mir sehr gefallen hat!
Noch besser fand ich allerdings EXODUS, die im Anschluss spielten. Auch wenn ich von vielen an diesem Abend hörte, dass die Bay Area Thrasher sie dieses Mal nicht ĂŒberzeugen konnten â bei mir war ihnen das gelungen! Der Sound war zwar nicht der allerbeste, aber das kennen wir ja leider schon aus der Lichtenfelser StadthalleâŠ
Als NĂ€chstes spielten FINNTROLL ihre Show, zu der ich jedoch leider nichts sagen kann, da fĂŒr mich nun erst mal Abendessen angesagt war. So ein Tag Metal macht schlieĂlich auch hungrig!
Frisch gestĂ€rkt machte ich mich dann also auf zu den APOKALYPTISCHEN REITERN, die wie immer durch ihre extravagante BĂŒhnenshow herausstachen. Gleich im ersten Lied gab es fast einen Unfall, als SĂ€nger Fuchs von der BĂŒhne rutschte. Ihm passierte jedoch nichts, weshalb das Konzert auch gleich weiterging â GlĂŒck gehabt! Nach einigen Liedern begab ich mich auch schon wieder nach drauĂen â diese Band ist einfach nicht so wirklich was fĂŒr mich â, die brechend gefĂŒllte Halle und die Gesichter der Fans sprachen jedoch BĂ€nde, so dass ich sagen kann: Es war eine klasse Show!
Und dann war es Zeit fĂŒr mein persönliches Highlight des Abends: HEAVEN SHALL BURN. Ganz ungewohnt ging es diesmal nicht mit einem der sphĂ€rischen Intros los, sondern mit einem Marcus, der auf die BĂŒhne kam und sich fĂŒr die VerspĂ€tung aufgrund technischer Probleme entschuldigte â irgendwie sympathisch! Und dann gingâs auch gleich richtig los! Man muss sagen, dass es keines ihrer besten Konzerte war, jedoch hatte die Band ja, wie schon gesagt, mit einigen Schwierigkeiten zu kĂ€mpfen (Zitat Marcus: âTut uns leid, Leute, aber wir erkennen unsere eigenen Songs nicht!â). AuĂerdem war das den Fans nun wirklich scheiĂegal, denn die feierten, moshten und crowdsurften, was das Zeug hielt. HEAVEN SHALL BURN sind einfach immer wieder ein Erlebnis!
âHabt ihr Lust auf den totalen TERROOOOOOOR?â kreischte Mille pĂŒnktlich um Mitternacht â und nicht erst morgens um 3 Uhr, wie im letzten Jahr… â und lĂ€utete damit einen wie immer gelungenen Abriss der 25-jĂ€hrigen Bandgeschichte von KREATOR ein. So oft ich die Band nun schon gesehen habe â es wird einfach nie langweilig! Und so lieĂen Mille und seine Jungs auch dieses Mal einen gelungenen Festivaltag mit zwei Stunden âPure Fucking Thrash Metalâ ausklingen. In diesem Sinne, bis zum nĂ€chsten Jahr!
Anna
MELECHESH TUROCK REVIEW
Schnee und Frost regierten das Ruhrgebiet am Samstag, den 04.12.2010. Wer sich allerdings vor die TĂŒr traute, und in Essen das Turock aufsuchte, der bekam explosive Unterhaltung geboten. Die erste Band des Abends, SVART CROWN wurden von mir und meinen Begleitern leider auf Grund des Schnee- und Eischaos verpasst, Anwesende berichteten allerdings, dass sie einen durchaus soliden Gig gespielt haben sollen.
Wir kamen ca. im 2. Drittel des Sets von NOCTIFERIA an, die vor einem doch sehr leeren Turock spielten. Die Band prĂ€sentierte Death/Thrash Metal, der stark von SEPULTURA beeinflusst war, was auch durch die Percussion Einlagen von SĂ€nger Gianni verstĂ€rkt wurde. Ansonsten war ihr Leitspruch anscheinend: âStumpf ist Trumpf.â. Das Publikum bedankte sich mit Höflichkeitsapplaus, allerdings hinterlieĂ die Band keinen sonderlich tiefen Eindruck, was vor allem daran lag, dass ihr die eigene Note in der Musik fehlte.
Nachdem NOCTIFERIA ihr Set beendet hatten, gab es eine kleine Umbaupause, in der unter anderem ein Teppich auf die BĂŒhne geklebt wurde, der ein wenig orientalischen Flair versprĂŒhte. Nachdem die Umbauarbeiten vollendet waren, kamen nach einem kurzen Intro die Mannen um Ashmedi auf die BĂŒhne, um ihre starke Mixtur aus Blackmetal und orientalischen Melodien und Rhythmen unters Volk zu bringen. Das Turock hatte sich bisher nicht weiter gefĂŒllt und so spielten sie vor ca. 80 Leuten, von denen einige die Band dafĂŒr nach allen Regeln der Kunst abfeierten. Nach besagtem Intro stiegen sie mit `The Magickan & The DronesÂŽ vom aktuellen Album âThe Epigenesisâ ein. Das die Songs teilweise ĂŒber relativ vertrackte Strukturen verfĂŒgen, hinderte die Fans nicht daran, zu jedem Song kraftvoll die MĂ€hne zu schĂŒtteln und zum GroĂteil Textsicher mit zu singen. SpĂ€testens bei dem Kracher `Grand Gathas Of Baal SinÂŽ war das Eis gebrochen und vor der BĂŒhne fanden sich auch langsam mehr Leute aus den hinteren Teilen des Turocks ein um MELECHESH aus der NĂ€he zu bestaunen. Einen kleinen DurchhĂ€nger hatte das Konzert, als MELECHESH den Titelsong ihres neuen Albums âThe Epigenesisâ spielten, der mit seinen 12 Minuten und progressiven Passagen nicht ganz zĂŒnden wollte. Als sie am Ende allerdings ihren Hit `Rebirth Of The NemesisÂŽ ins Publikum feuerten, entschĂ€digte der mehrfach fĂŒr diesen âFehlerâ. Ein groĂer Kritikpunkt an dem Konzert war, dass die LĂ€nge des Konzertes mit ca. 75 Minuten etwas knapp bemessen war, die Band hĂ€tte ruhig noch ein oder zwei Songs mehr spielen dĂŒrfen, zum Beispiel das von vielen schmerzlich vermisste `Leper JerusalemÂŽ.
Positiv anzurechnen ist der Band auf jeden Fall, dass sie sich nach der Show direkt an ihrem Merch-Stand blicken lieĂen und dort artig Autogramme verteilten, mit Fans plauderten und auch fĂŒr Fotos posierten. Keine Spur von Stargehabe, sondern auf dem Teppich gebliebene Metalheads, die mit den Fans feiern, so soll es sein!
Setlist MELECHESH:
The Magicka & The Drones (edit)
Sacred Geometry (edit)
Ladders To Sumeria
Grand Gathas Of Baal Sin
Triangular Tattvic Fire
The Epigenesis
Ghouls Of Nineveh
Rebirth Of The Nemesis
MELECHESH haben mit diesem Konzert bewiesen, dass sie eine Macht sind, mit der man im Livesektor rechnen muss, man kann hier nur eine klare Empfehlung fĂŒr alle Leute aussprechen, die etwas mit Blackmetal anfangen können und eventuell noch dem Orient zugetan sind. Ich werde auf jeden Fall versuchen, wieder dabei zu sein, wenn MELECHESH mit den Ăgyptologen von NILE auf der StraĂe sind um brennende Clubs zu hinterlassen.
Lasse



