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MOTHERS FINEST LIVE
MOTHERS FINEST, Strobels Dortmund 15.07. MOTHERS FINEST ist eigentlich gar nicht meine Baustelle. Ich sah sie zum ersten Mal natürlich wo? In der legendären Liveübertragung der zweiten Rocknacht 1978 im Rockpalast des WDR. Die Band, gegründet 1975 vom Gesangsduo Joyce Kennedy und Glenn Murdock, schlug dort ein wie eine Bombe, denn MOTHERS FINEST war die erste Gruppe, die einen Crossover aus schwarzem Funk und weißem Rock´n Roll spielte. Live war die Band eine wirkliche Granate, während ihre Studioalben leider nicht zünden wollten. 1983 trennte sich die Band, reformierte sich aber nach ein paar Jahren wieder.
Genug der Vorrede, kommen wir direkt zum Konzert. Rund 600 zahlende Gäste fanden sich im Strobels, direkt neben dem Signal Iduna Park in Dortmund ein, um die Band aus den USA zu sehen. Das Publikum war sehr gemischt, aber das deutliche Überhangmandat ging hier heute Abend sichtlich an die der über Vierzigjährigen. Nach etwa einer dreiviertelstündigen Verspätung enterte die Band unter tosendem Applaus die Bühne und legte mit ´I´m Ready` derart los, dass einem hören und sehen verging.
Die Band hatte sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, man sah nur ein Dauergrinsen auf ihren Gesichtern und dementsprechend stieg bei den sommerlichen Temperaturen auch die Stimmung im Publikum, wobei auch so manches Bier in die durstigen Kehlen floss.
Von den alten Gründungsmitgliedern der Band waren noch das Sanges(Ehe)Paar Joyce Kennedy und Glenn Murdock mit dabei, die sich mit den Gesangsparts abwechselten, „Wyzard“, einer der genialsten Slap-Bass Spieler auf unserem Planeten, der gegen Ende des Konzerts ein Solo seinesgleichen spielte, außerdem noch mit von der Partie war Gitarrist „Moses Mo“, der das ganze Konzert wie unter Strom auf der Bühne agierte. Gitarrist John Hayes, der Grimassenschneider der Band, sorgte mit seinen geilen Gitarrenriffs für den richtigen kraftvollen Hard-Rock-Sound, während Schlagzeuger Joey Williams das ganze Kraftpaket abrundete.
Wenn man nun alle Musiker in einen Topf schmeißt, kommt eine einfach geile Symbiose aus Metal, Funk und Soul, gepaart mit mehrstimmigem Gesang, heraus, die absolut KEINEN stillstehen lässt. Das Strobels rockte an diesem Abend aus allen Nähten. Mit im Gepäck hatte die Band natürlich auch Hits wie `Baby Love´, ´Piece Of The Rock´ und nicht zu vergessen ´Mickey´s Monkey`, die natürlich vom Publikum noch intensiver gefeiert wurden.
Nach etwa anderthalb Stunden Spielzeit war dann leider das schweißtreibende Konzert vorbei. Zurück blieb ein zufriedenes Publikum, mich eingeschlossen, denn was diese Band optisch und akustisch hier abliefert hatte, war ein wirklich großes Highlight! Gerne wieder im nächsten Jahr!
Uli
WFF 2010 FESTIVALBERICHT
Dieses Jahr war die Musik nicht das einzig Harte auf dem „härtesten Acker Deutschlands“ – auch das Wetter trieb so manch einen an seine Grenzen. Was die rund 30000 Besucher jedoch nicht davon abhielt, ausgiebig zu feiern, zu einer Band nach der anderen die Haare zu schütteln oder sogar bei sage und schreibe 38 °C vor den eigens errichteten Leinwänden mit der deutschen National-Elf zu fiebern. Dieses Mal wollten wir nicht den gleichen Fehler wie bei „Rock Im Park“ machen und reisten deshalb schon einen Tag vor dem eigentlichen Beginn des Festivals an. Nach unserer Ankunft in Roitzschjora durften wir erst mal fünf Stunden lang in der Autoschlange warten – ein Traum bei diesem Wetter… Aber gut, wer mittags um 12 Uhr ankommt, ist selbst schuld!
Als wir es endlich geschafft hatten, gab es leider gleich die erste Enttäuschung: THROWDOWN hatten abgesagt – die Band, die mich am meisten auf dem ganzen Festival interessiert hätte! Dafür wurden WALLS OF JERICHO zeitlich nach hinten verlegt und mussten so nicht während des Fußballspiels am Samstag spielen. Wenigstens was!
Den Rest des Tages verbrachten wir feiernd – wie auch sonst – und stimmten uns schon mal auf das Festival ein.
Obwohl der Abend lang gewesen war, wachten wir am nächsten Morgen schon gegen 8 Uhr auf. Was für eine Hitze!
Am frühen Nachmittag machten wir dann eine kleine Erkundungstour über das Festivalgelände. Auf der Mainstage spielten gerade THE FACELESS, welche ihr Publikum mit ausgefeiltem Progressive Death Metal begeisterten. Mir persönlich ist die Musik dieser amerikanischen Band, die fast ein bisschen in Richtung Grindcore geht, etwas zu „chaotisch“. Aber beim Publikum kamen THE FACELESS sehr gut an.
Wegen der großen Hitze ließen wir BLOODWORK und JOB FOR A COWBOY aus und gingen erst wieder zu CROWBAR vor die Bühne. Leider muss ich sagen, dass die Hardcore-Veteranen mich nicht wirklich überzeugen konnten. Die Musik war genauso drückend wie die Hitze, weshalb auch nicht viel Stimmung aufkam. Zudem standen die Herren etwas unmotiviert auf der Bühne herum, was sich natürlich auch auf das eher rar gesäte Publikum auswirkte. Leider kein gelungener Auftritt in meinen Augen…
Anstelle von THROWDOWN spielten anschließend STUCK MOJO, welche ich mir allerdings nicht anhörte.
Als Nächstes waren FEAR FACTORY an der Reihe und hier war nun schon erheblich mehr los vor der Bühne. Jedoch war der Sound hier leider sehr mies. Viel zu viel Bass und die cleanen Vocals von Sänger Burton hörten sich nicht wirklich nach was an. Dennoch war mein erster Eindruck positiv und mehr kann ich leider nicht sagen, da ich nach den ersten vier Songs hinüber ins Hardbowl Tent wechselte.
Dort spielten gerade WISDOM IN CHAINS und das klang richtig gut! Ehrlicher, dreckiger Hardcore-Punk – zwar nicht gerade musikalisch anspruchsvoll, aber gut zum Feiern! Und genau das machten die Fans im Zelt und das obwohl relativ wenig los war. Eine sehr überzeugende Band!
Anschließend kam das erste Highlight des Festivals: CALIBAN auf der Mainstage. Mit purer Brachialität hämmerten sie ihr neuestes Werk „Say Hello To Tragedy“ über das begeisterte Publikum. Und nicht nur das! Für den Song ‚No One Is Safe‘ kam Sänger Andreas mitten in die Menschenmenge und teilte mit den Worten „Bin ich Moses?“ zwar nicht das Wasser aber dafür das Publikum, um bei der anschließenden Wall Of Death selbst dabei zu sein und sich inmitten seiner Fans die Seele aus dem Leib zu schreien. Was für ein Erlebnis!
Gewohnt gut ging es danach mit SICK OF IT ALL weiter. Die Hardcore-Könige aus New York waren schon beim ersten „With Full Force“ vor 17 Jahren Co-Headliner und konnten diesen Status bis heute halten. Was einen jedoch auch nicht wundert, wenn man die Show der Jungs live erlebt. Energiegeladen wie kaum eine andere Band lieferten SICK OF IT ALL eine Stunde lang Hardcore vom Feinsten.
Weiter ging’s mit den Headlinern KILLSWITCH ENGAGE. Sänger Howard machte sich gleich zu Anfang beliebt bei den Fans, als er sagte: „I love Germany. You have the best fuckin‘ beer!“ Das ist doch mal ein guter Ausgangspunkt für ein erstklassiges Konzert! Und genau so eines wurde es die nächsten 90 Minuten auch. Howard zog mal wieder das gesamte Publikum mit seiner Stimme in den Bann und auch die Bühnenshow konnte sich durchaus sehen lassen. So muss das sein!
Nach KILLSWITCH ENGAGE ging es dann auch schon los mit der „Knüppelnacht“. NILE und – ich könnte mir in den Arsch beißen… – UNLEASHED verpasste ich leider. So war ich dann erst wieder bei DARKENED NOCTURN SLAUGHTERCULT im Hardbowl Tent. „Pure Fucking Black Metal“ hat sich diese deutsche Ausgeburt der Hölle auf ihre Fahnen geschrieben. Und denkt man bei ARCH ENEMY schon manchmal „Singt da wirklich eine Frau?“, so musste man sich hier fragen: „IST das wirklich eine Frau?“ Ich muss zugeben, dass ich es tatsächlich erst auf den zweiten Blick gesehen und vor allem gehört habe…
Danach ging es weiter mit MARDUK. Dass hier nur circa das halbe Zelt gefüllt war, lag wohl eher daran, dass diese Band nicht wirklich den Musikgeschmack des typischen WFF-Besuchers trifft. Denn in ihrem Genre zählen MARDUK auf jeden Fall zu einer der einflussreichsten und bekanntesten Bands – und das nicht ohne Grund! Black Metal, wie er böser und dunkler kaum sein könnte!
LAY DOWN ROTTEN und KEEP OF KALESSIN konnte ich mir leider nicht mehr ansehen. Spielzeiten bis 5.15 Uhr sind dann doch eher unmenschlich und ich musste langsam mal an etwas Schlaf denken…
Am Samstagmorgen war die Hitze noch unerträglicher als am Tag zuvor. Das konnte ja heiter werden!
Los ging es für mich an diesem Tag mit BORN FROM PAIN. Wie gewohnt zauberte die Band mit ihrer Musik einen Circle Pit nach dem anderen in die Menge. Der Reiz der Metalcorler liegt für mich darin, dass sie es schaffen, genau die richtige Mischung aus melodischen Refrains und brettharten Hardcore-Riffs zu treffen. Einziger Kritikpunkt: Leider gelang es Sänger Rob auch dieses Mal wieder, sein Publikum fast totzureden…
Gleich danach ging es auf der Zeltbühne mit NEAERA weiter. Die ersten drei Songs und damit den Eintritt in den Fotograben verpasste ich leider. Dafür konnte ich mich nun mal voll und ganz auf die Musik konzentrieren. Kennengelernt habe ich diese Band auf dem „Summer Breeze 2008“ in einem gigantischen Circle Pit und seitdem bin ich absolut begeistert! Musikalisch lassen sich NEAERA am besten irgendwo zwischen Metalcore und Death Metal ansiedeln, sie sind brutal und melodisch zugleich. Eine Band, die jeder mal gesehen haben sollte!
Danach war erst einmal Spielpause angesagt, denn nun war Fußball an der Reihe. Während eine riesige Menschenmenge sich bei unglaublichen 38 °C auf dem Boden vor den aufgestellten Leinwänden versammelte, verzogen wir uns doch lieber unter unseren Pavillon. Die Jubelschreie für jedes gefallene Tor hörten wir ohnehin. Nach dem sensationellen 4:0-Sieg gegen Argentinien kochte die Stimmung auf dem Festivalgelände ebenso wie die wahnsinnigen Temperaturen.
Anschließend spielten EXODUS auf der Mainstage und – ich verpasste sie mal wieder! Das durfte doch nicht wahr sein! Meine Beziehung zu dieser Band steht wohl unter einem schlechten Stern… Bei jedem Festival nehme ich mir vor, die Band mal anzuhören und immer kommt etwas dazwischen. Wirklich ärgerlich!
Erst zur nächsten Band EKTOMORF waren wir dann wieder vorne. Auch diese Band hatte ich noch nie live gehört und war deshalb sehr gespannt, da sie auf Platte zu meinen Lieblingsbands gehören. Die Stimmung war auch gut, aber was bitte war das da auf der Bühne?! Völlig planlos spielten die Ungarn ein unsauberes Riff nach dem anderen. Obwohl ich fast jedes Lied der Band auswendig kenne, wusste ich manchmal nicht, um welches Lied es sich gerade handelte. Ich sag das nur ungern, aber das war wohl mal ein Totalausfall!
Weiter ging’s mit CANNIBAL CORPSE und was bei EKTOMORF an Technik gefehlt hatte, wurde hier doppelt wieder reingeholt. Zwar ist diese Band nicht unbedingt mein Ding, aber trotzdem: Hut ab! Musikalisch haben die Jungs einiges auf dem Kasten und besonders das technisch ausgefeilte Bassspiel begeisterte mich absolut. Und wer traditionellen Death Metal mag, für den sind CANNIBAL CORPSE sowieso ein Muss!
Dann kam das zweite Festival-Highlight für mich. Je öfter ich diese Band live sehe, desto besser finde ich sie: HEAVEN SHALL BURN. Musikalische Spitzenklasse und auch noch intelligente Texte – was will man mehr. Wenn dann noch die Musiker durchweg sympathisch rüberkommen, dann hat man eigentlich alles, was man für ein gelungenes Konzert braucht. Zudem schafften es die Thüringer, den wohl größten Circle Pit des Festivals hervorzurufen (hier eine kleine Impression: http://www.youtube.com/watch?v=gfSA5HRTD4U&feature=related). Die Staubwolke über dem Festivalgelände war zumindest noch Stunden später zu sehen. So machen Konzerte Spaß!
Genauso gut ging es danach im Hardbowl Tent mit WALLS OF JERICHO weiter. Die Energie, die diese Frau rüberbringt, ist einfach eine Gewalt! Da konnte ich mich nun wirklich nicht mehr beherrschen und musste meine Kamera meinen Freunden geben, um selbst mal mittenrein zu gehen. Einfach geil! Seinen gelungenen Abschluss fand das Konzert mit ‚Fuck The American Dream‘, wo man nochmal richtig abgehen konnte, und der Mitgröhl-Hymne ‚Revival Never Goes Out Of Style‘ – Gänsehaut pur!
Obwohl es danach noch mit dem „Saturday Night Fever“ mit Band wie THE BONES oder GWAR weiterging, wollte ich mir an diesem Abend keine Band mehr ansehen. Denn SKINDRED spielten leider sowieso nicht und WALLS OF JERICHO waren einfach ein mehr als gelungener Abschluss dieses Tages gewesen.
Tag 3 und nochmal wärmer…
Die erste Band, die ich an diesem Tag – wenn auch nur im Vorbeilaufen – hörte, waren POSTMORTEM. Na ja… Der Death/Thrash dieser deutschen Band mag auf Platte ja ganz nett klingen, aber live waren sie nicht wirklich das Wahre. Was vielleicht auch am Sound gelegen haben kann, denn der war leider auch nicht so besonders…
Danach spielten EVERGREEN TERRACE im Hardbowl Tent und was die boten, war schon wesentlich besser. Schon das randvoll gefüllte Zelt sprach für sich. Das hatte bis jetzt noch keine Band am frühen Nachmittag geschafft. Das einzige, was ich an EVERGREEN TERRACE nicht wirklich mag, ist, dass sie relativ viel covern. Aber gut, jedem das Seine, solange es gut klingt!
Als Nächstes hörte ich mir SODOM an und war begeistert! Selten hatte ich so eine sympathische Band erlebt. Vor allem Gitarrist Bernemann interagierte mit dem Publikum und vor allem mit uns Fotografen, dass es einfach nur noch Spaß machte. Da war ich richtig traurig, als ich nach drei Liedern den Fotograben verlassen musste. Aber das auch nicht lange, denn jetzt hörte ich mehr von der Musik und die ist ja nun wirklich auch nicht schlecht… Thrash Metal aus deutschen Landen, wie er schöner kaum sein könnte. Super!
DEATH BEFORE DISHONOR waren danach im Zelt an der Reihe und auch die waren wirklich klasse. Mal wieder eine Band, bei der man richtig abgehen konnte. Hardcore, der definitiv in den Highspeed-Regionen angesiedelt ist, und eine Bühnenschow voller Energie und Action. Sänger Bryan kam sogar für einen Song von der Bühne herunter und mischte sich mit in die ersten Reihen – eine Tatsache, die bei den Fans immer wieder für große Begeisterung sorgt.
Gleich im Anschluss spielten AS I LAY DYING auf der Mainstage und begannen gleich mal mit meinem absoluten Lieblingslied ‚94 Hours‘. Und weiter ging es mit fast einer Stunde feinstem Metalcore und einem wirklich lupenreinen Sound. Genau so muss es sein! Gerade auch von ihrem neusten Werk „The Powerless Rise“ wurden einige Songs gespielt und die schrien nur Eines: Kaufen! Auf jeden Fall eine Band, die ich mir immer wieder anhören kann.
Eine Auflockerung boten danach NOFX mit ihrem fröhlich-lockeren Punk Rock. Zwar waren die Herren mal wieder leicht alkoholisiert und machten mehr Gerede als Musik, aber irgendwie machte es trotzdem Spaß. Bei dieser Band kann man gar nicht anders als zu feiern. Und genau das machte das WFF-Publikum eine Stunde lang zu Songs wie ‚Don’t Call Me White‘ oder ‚Kill All The White Men‘. Und was mich mal wieder wunderte: Es ist schon erstaunlich, wie man in diesem Zustand noch so gut die Töne treffen kann. Da muss wohl jahrelange Erfahrung dahinter stecken.
Den Abschluss fand das „WITH FULL FORCE XVII“ mit SLAYER. Eine Band, mit der ich mich einfach nicht anfreunden kann – was vielleicht auch daran liegen mag, dass sie den Fotografen generell ausschließlich rotes Licht während der ersten drei Lieder bescheren, aber die einfach Kult sind. Und so war auch dieses Mal wieder die Hölle vor der Bühne los und die üblichen „SLAYER!“-Rufe nahmen kein Ende. Das Schönste an diesem Konzert war jedoch für mich, dass ich das Glück hatte, auf dem Jägermeister-Hochsitz das Festival noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive, nämlich von 50m über dem Boden, zu erleben. Wenn das mal kein gelungener Abschluss für ein Festival ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.
Alles in allem, kann man den Machern des WFF mal wieder nur gratulieren für ein durchweg gelungenes und vor allem friedliches Festival. Selbst wenn einem die Wahnsinns-Temperaturen dieses Jahr wirklich zu schaffen machten, waren es drei tolle Tage mit vielen vielen erstklassigen Bands. Und sehen wir es mal so: Hätte es geregnet, hätten wir doch auch nur gemotzt! Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls jetzt schon aufs „WITH FULL FORCE 2011“!
Anna
ACDC – DRESDEN
Ostragehege Dresden, 20.06.2010 – Wenn sich über 70000 Menschen versammeln, um eine Band zu sehen, dann kann es sich bei dieser Band nur um AC/DC handeln. Ich hatte das Glück, zum zweiten Mal dabei zu sein, und ich kann nur sagen, es hat sich mehr als nur gelohnt! Doch zunächst sollten die Zuschauer im Alter von 5 bis 50 Jahren mit zwei Supportbands auf die Show der Rock-Giganten eingestimmt werden.
Mit einer kleinen Verspätung ging es mit THE NEW BLACK los. Ich finde es schwer, die Musik der Würzburger zu beschreiben, also klaue ich mir an dieser Stelle einfach mal ein Zitat: „Just imagine Black Label Society inviting the Nickelback guy over for some Thin Lizzy covers, all dressed up in Pantera shirts.“ (Quelle: www.lastfm.de) Gut, über die Sache mit Nickelback lässt sich streiten, aber der Rest passt eigentlich ziemlich gut. Fakt ist: Egal mit wem man die Band vergleichen mag, machten sie guten, echten Rock, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mit ihrem Auftritt als Vorgruppe von AC/DC bestimmt einige neue Fans gewonnen haben.
Das einzige, was gestört hat, war der Sound. Die riesige PA, die aufgebaut war, wollten sich die Veranstalter anscheinend für AC/DC aufsparen. So bekamen THE NEW BLACK leider keinen wirklich vollen, guten Sound, worunter die Musik der Band, zumindest in meinen Augen, schon ziemlich litt. Und leider ging es auch bei der nächsten Band, VOLBEAT, fast genauso leise weiter…
Man nehme etwas ELVIS, dazu eine Prise JOHNNY CASH und schon hat man den unverwechselbaren Sound von VOLBEAT mit der traumhaften Stimme von Sänger Michael. Wie schon bei „Rock im Park“ widmete die Band den Song ‚Sad man’s tongue‘ dem vor Kurzem verstorbenen RONNIE JAMES DIO. Doch nicht nur das sorgte für Begeisterung. Wie gewohnt spielten VOLBEAT ein rundum gelungenes Konzert, das sehr gut beim Publikum aller Altersklassen ankam.
Leider waren auch die „Elvis-Metaller“ viel zu leise. Auch wenn die Band dafür nichts konnte, war es einfach schade, an manchen Stellen nur den Gesang zu hören. Wie eigentlich jede andere Band, klappt VOLBEAT eben nur als Gesamtpaket, und dieses konnten die Konzertbesucher, die etwas abseits der Bühne standen, leider nicht genießen.
Doch diese Zeiten des schlechten Sounds waren vergessen, als der ‚Rock’n’Roll Train‘ dampfend und schnaubend auf die Bühne rollte. Mit Feuerwerk und Explosionen ging es los und AC/DC schafften es vom ersten Lied an, alle Besucher in ihren Bann zu ziehen. In den nächsten zwei Stunden spielten sie eine gelungene Mischung aus ihren Klassikern, wobei zwischendurch immer wieder einzelne Songs des aktuellen Albums „Black Ice“ eingestreut wurden. Und obwohl die australischen Rocker nun doch schon ziemlich in die Jahre gekommen sind, durfte kein Highlight, auch nicht aus den frühesten Jahren von AC/DC fehlen.
Das Highlight, das für die größte Begeisterung sorgte, war immer noch die Strip-Show von Angus Young bei ‚The Jack‘. Ist ja auch irgendwie verständlich, denn welcher andere Mann mit 55 Jahren zeigt seinen fast nackten Körper vor über 70000 Menschen?
Beim nächsten Song ‚Hell’s Bells‘ läutete Brian Johnson wie gewohnt die Höllenglocke höchstpersönlich, indem er sich an einer großen eisernen Glocke hin und her schwingen ließ, und bei ‚Whole Lotta Rosie‘ wippte eine riesige Gummipuppe, die auf dem Rücken des ‚Rock’n’Roll Train‘ Platz genommen hatte, im Takt der Musik. Selbst wenn man die Musik von AC/DC nicht mag, muss man ihnen eines lassen: Rein showtechnisch gesehen, sind sie kaum zu überbieten.
Mit einem ‚Let There Be Rock‘, das mindestens eine gefühlte halbe Stunde dauerte, verabschiedeten sich AC/DC vorerst von ihrem Fans, doch wären sie nicht ein zweites Mal auf die Bühne gekommen, hätte einer ihrer bekanntesten Songs gefehlt: ‚Highway To Hell‘. Und diese Zugabe brachte die Stimmung auf dem Open-Air-Gelände noch einmal völlig zum Überkochen. Völlig friedlich, aber ausgelassen, feierten tausende von Menschen gemeinsam – das erlebt man nicht bei jeder Band!
Mit ‚For Those About To Rock (We Salute You)‘ und viel Feuer, Rauch und Explosionen nahm das Konzert nach zwei Stunden dann leider endgültig sein Ende. Wenn es nach mir gegangen wäre – und damit spreche ich, glaube ich, für alle Besucher –, hätte das Konzert noch stundenlang so weitergehen können.
Zusammenfassen möchte ich diesen unvergesslichen Abend mit dem Zitat eines Konzertbesuchers, der neben mir stand. Und dieses lautet schlicht und einfach. „Dass ich das noch erleben darf…“
Setlist AC/DC:
Rock’n’Roll Train
Hell Ain’t A Bad Place To Be
Back In Black
Big Jack
Dirty Deeds Done Dirt Cheep
Shot Down In Flames
Thunderstruck
Black Ice
The Jack
Hells Bells
Shoot To Thrill
War Machine
High Voltage Rock’n’Roll
You Shook Me All Night Long
T.N.T.
Whole Lotta Rosie
Let There Be Rock
Highway To Hell
For Those About To Rock (We Salute You)
Anmerkung: Leider gibt es von diesem Konzert keine Fotos, da wir  für unser Magazin nur ein Presseticket bekommen haben. Aber trotzdem sagen wir ein großes Dankeschön an GoOn-Promotion in Berlin.
ROCK IM PARK REVIEW
Zum Jubiläumsfestival „15 Jahre Rock im Park“ hatten die Veranstalter dieses Jahr wieder ein hochkarätiges Line-up mit Größen aus Rock, Pop und Metal zusammengestellt, das, genau wie das fantastische Wetter, keinerlei Wünsche offen ließ. Besonders erfreulich war dabei natürlich, dass gerade der Metal in diesem Jahr recht großgeschrieben wurde. Zudem wurde das Festival um einen Tag verlängert und fing diesmal schon am Donnerstag an.
Und dieser lohnte sich gewaltig, denn auf der Bühne standen an diesem Abend keine Geringeren als die Crossover-Giganten RAGE AGAINST THE MACHINE. Eineinhalb Stunden lang lieferten Zack de la Rocha und seine Jungs Musik, die zwar nicht neu aber immer noch gut ist. Die tiefgründigen Texte kamen dabei beim gesamten Publikum sehr gut an. Von ´Bombtrack´ über ´Testify´ bis hin zur von allen erwarteten letzten Zugabe ´Killing in the name ´ war alles dabei. Dennoch wäre es wünschenswert, mal wieder was Neues von den vier Kaliforniern zu hören. Soll nicht heißen, dass mir die alten Sachen nicht mehr gefallen, doch nach 10 Jahren ist es langsam mal an der Zeit für ein neues Album! Fakt ist jedoch, dass die Veranstalter mit der Auswahl dieser Band für den ersten Abend genau ins Schwarze getroffen hatten.
An diesem Abend fuhren wir noch einmal nach Hause, was sich allerdings noch als Fehler herausstellen sollte…
Nach dem schlechten Wetter der letzten Wochen, zeigte sich am Freitag die Sonne genau zum „Rock im Park“-Wochenende. Auf der Centerstage ging es an diesem Tag mit den Metallern FIVE FINGER DEATH PUNCH los, während auf den anderen Bühnen CARPARK NORTH und ABSYNTHE MINDED begannen. Dank des fantastischen Wetters waren schon um diese frühe Stunde die Plätze vor den Bühnen mehr als gut gefüllt.
Leider erreichten wir aufgrund der chaotischen Verkehrssituation erst um 17 Uhr das Festivalgelände. Und das obwohl wir schon um 14 Uhr in Nürnberg waren! Sämtliche Park- und Campingplätze waren schon belegt, weshalb unser Schlafplatz für die kommenden Nächte in unserem kleinen Polo sein sollte – naja, zum Glück schläft man bei Festivals meistens doch eher weniger…
Wenigstens kamen wir gerade noch rechtzeitig, um die Punk-Legende BAD RELIGION auf der Alternastage zu sehen und zu hören. Und das lohnte sich! Obwohl die Band aus Los Angeles nun schon geschlagene 30 Jahre auf dem Buckel hat, zeigten die Musiker mal wieder, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und noch immer sowohl alte als auch junge Leute mit ihrer Musik begeistern können.
IN EXTREMO spielten direkt im Anschluss auf der Centerstage. Mit Schalmei, Hackbrett und Sackpfeife war die Band auf diesem Festival auf jeden Fall die mit der vielfältigsten und außergewöhnlichsten Besetzung. Ebenso vielfältig war auch die Auswahl der Stücke, die sie innerhalb einer Stunde präsentierten, und mit welchen sie beim Publikum sehr gut ankamen. Jedoch passen IN EXTREMO meiner Meinung nach doch eher auf ein Mittelalter-Fest als zu „Rock im Park“.
Währenddessen betraten GOGOL BORDELLO die Alternastage. Die etwas eigenwillige Mischung aus Punk, Dub und traditioneller Gypsy-Musik war definitiv Geschmackssache, weswegen ich hier auch relativ schnell das Weite suchte. Dennoch kam die „Multikulti-Band“ (Musiker aus Ukraine, Israel, Amerika, usw.) zumindest bei einigen Besuchern gut an. Jedem das Seine…
Anders hingegen war es bei THE HIVES. Der charismatische „Howlin‘“ Pelle Almqvist hatte seine Fans von Anfang an voll im Griff. Im Gegensatz zu anderen Bands sang er nicht einfach stur ein Lied nach dem anderen, sondern interagierte mit den Zuschauern, indem er kurzerhand von der Bühne direkt hinunter ins Publikum sprang. Auch sonst war der Auftritt der schwedischen Alternative-Rocker abwechslungsreich wie kaum ein anderer. Und selbst ich als eingefleischter Metaller muss zugeben, dass THE HIVES rein stimmungsmäßig mein absoluter Favorit des Tages waren.
Dicht gefolgt von den nun auftretenden Headlinern RAMMSTEIN, die alle schon sehnsüchtig erwartet hatten. Und eben jene schlugen alle Rekorde! Mit einer eineinhalb-stündigen Show, angefangen von „Rammlied“ bis zum letzten Song, dem Klassiker ´Ich will´, schafften es die deutschen Rocker so viele Musikbegeisterte jeden Alters zu überzeugen, dass das riesige Zeppelinfeld bis auf den letzten freien Fleck gefüllt war – so etwas hatte „Rock im Park“ in seiner 15-jährigen Geschichte noch nicht erlebt. Und so viel Feuer und Explosionen hatten die Zuschauer – zumindest an diesem Tag – ebenfalls noch nicht erlebt. Vor allem bei „Feuer frei!“ und „Waidmann‘s Heil“ wusste man gar nicht, wohin man sehen sollte, so viel knallte, zischte und brannte es. Doch die Zuschauer waren natürlich nicht nur von der beeindruckenden Show begeistert, sondern vor allem von der Musik, die Klassiker aus über 15 Jahren Bandgeschichte enthielt.
Der Abend fand seinen Abschluss mit THEM CROOKED VULTURES auf der Alternastage. Die etwas eigenartige Musik der Allstar-Band (Queens Of The Stone Age, Led Zeppelin, Foo Fighters) konnte jedoch nicht wirklich überzeugen, weshalb nicht einmal die Hälfte des Zuschauerplatzes gefüllt war. Meiner Meinung nach leider kein wirklich würdiger Headliner für diesen Festivaltag.
Wer am Samstagmittag nicht genau hinhörte, musste sich zunächst einmal völlig verblüfft fragen: „Spielen da etwa AC/DC am helllichten Tag?“ Man hätte es fast denken können. Wer sich jedoch etwas auskennt, wusste sofort, dass es sich bei dieser Band um AIRBOURNE handelt. Und diese sind trotz der großen Ähnlichkeit nicht einfach nur ein billiger Abklatsch der australischen Rock-Giganten. Sowohl musikalisch als auch showtechnisch kann die Band um Sänger Joel O’Keeffe schon fast mit den ganz Großen mithalten. Highlight des Auftrittes war definitiv der Moment, als Joel mitsamt seiner Gitarre die seitliche Bühnentraverse hinaufkletterte, um sein Solo hoch über den Fans zu spielen. Wer auch immer für diesen Spielplan verantwortlich gewesen war, war hier wohl nicht so ganz richtig gelegen. Diese Band, die schon nachmittags für klasse Stimmung sorgte, wäre ebenso ein würdiger Co-Headliner für KISS gewesen, die an diesem Abend noch spielen sollten.
Weiter ging es, nicht ganz so rockig, auf der Alternastage mit THE SOUNDS. Vor allem beim männlichen Teil des Publikums kommen die Schweden mit Sängerin Maja sehr gut an, jedoch wäre es nicht fair, die Indie-Band nur auf die hübsche Blondine zu reduzieren. Auch musikalisch konnten THE SOUNDS ihr Publikum durchaus begeistern. Mein Fall war die Musik leider nicht so, weshalb ich auch gleich nach den ersten drei Liedern weiter ging zur Centerstage.
Dort war anschließend SLASH zu hören. Nach dem eher mäßigen „Chinese Democracy“ hat dieser nun sein erstes Soloalbum „Slash“ mit Künstlern wie Lemmy und Ozzy Osbourne produziert, welches hier dem „Rock im Park“-Publikum präsentiert wurde und bei diesem auch sehr gut ankam. Und obwohl er ohne Axl Rose unterwegs war, mussten die Fans natürlich nicht auf Klassiker wie ´Paradise City´ verzichten.
In der Clubstage wurden bei WHITECHAPEL dann zum ersten Mal die richtig harten Töne angeschlagen. Die amerikanische Deathcore-Band hatte jedoch leider nicht wirklich Glück mit dem Sound, der in der Halle allgemein viel schlechter als auf den Open-Air-Bühnen war. So kann ich auch nicht viel über die Musik dieser Band erzählen, sondern nur, dass es hier endlich mal zu den ersten zaghaften Moshpits kam. „Rock im Park“ ist halt doch kein Metalfestival.
Danach machten wir uns erst nochmal auf den Weg zu unserem Auto. Nach SLASH waren nämlich auf der Centerstage als Nächstes CYPRESS HILL und JAY-Z zu hören – und ich dachte, das Festival heißt „ROCK im Park“? Wie auch immer. Wenigstens hatten wir so Zeit, noch ein bisschen zu entspannen und etwas zu essen, bevor das Line-up dann am Abend nochmal richtig gut werden sollte.
Um 21 Uhr war es dann endlich soweit: KISS betraten die Bühne. Mit einer Spielzeit von zwei Stunden hatten sie ihren Auftritt gegenüber der aktuellen „Sonic Boom over Europe“-Tour verlängert und spielten neben Songs des neuen Albums „Sonic Boom“ einen Hit nach dem anderen. Und dabei durfte nichts fehlen: Schminke, Plateauschuhe und Gene Simmons‘ riesige Zunge waren nur ein kleiner Teil der eindrucksvollen Show, die natürlich auch Genes obligatorische Feuerspuckeinlage, sein von hoch oben gespieltes ´I Love It Loud´ und die funkensprühende Gitarre des Gitarristen Tommy Thayer enthielt. Zwar nichts Neues, aber immer wieder gut! Besonders emotional war der Moment als die maskierten Musiker der erst vor Kurzem verstorbenen Metal-Legende Ronnie James Dio huldigten. Alles in allem eine überragende Show, doch ganz ehrlich – wer hatte schon auch etwas Anderes von KISS erwartet?
Gleich danach gab es ein Highlight der ganz anderen Art zu erleben. Die Thüringer Metalcore-Band HEAVEN SHALL BURN schaffte es, die Eishalle, in der sich die Clubstage befindet, so weit zu füllen, dass sogar die oberen Ränge geöffnet werden mussten. Damit hatte definitiv keiner gerechnet! Zumindest von den Veranstaltern nicht. Jedem Metalhead bei „Rock im Park“ war von Anfang an klar, dass man eine Band wie HEAVEN SHALL BURN locker auch auf der Alternastage hätte spielen lassen können. Trotz, oder vielleicht gerade wegen der großen Menschenmenge, ging es hier jedenfalls richtig zur Sache. Ein Circle Pit nach dem anderen erfreute das Herz eines jeden Metallers. Endlich wurde hier auch mal für die Fans der härteren Musik richtig was geboten!
Mit fast so vielen Menschen ging es bei den BROILERS und HAMMERFALL weiter. Auch wenn sich der Sound seit WHITECHAPEL nicht wirklich gebessert hatte, konnte dies der Stimmung an diesem Abend keinen Abbruch mehr tun.
Bei den BROILERS ging es jedoch erst mal deutlich ruhiger zu Sache als zuvor bei HEAVEN SHALL BURN. Zudem hatten sich die Reihen etwas gelichtet und man konnte sich wieder frei bewegen. Auch nicht schlecht. Stimmung kam zwar auch hier auf, jedoch fand ich den Auftritt der Düsseldorfer doch eher langweilig.
Anders war’s hingegen bei HAMMERFALL. Die riesige Pyroshow, die uns Fotografen angekündigt wurde, belief sich zwar bei den ersten drei Songs lediglich auf zwei winzige Feuerwerke, aber musikalisch präsentierten sich die fünf Herren vom Feinsten. Nun ja, soweit man das beurteilen konnte. Dass der Sound in der Clubstage nicht gut war, wurde hier, denke ich, schon zur Genüge erwähnt. Wenn man jedoch bei HAMMERFALL kaum Gesang hört, dann passt irgendetwas nicht. Nichtsdestotrotz kam hier nochmal richtig Stimmung auf und spätestens bei ´Hearts On Fire´ und `Let The Hammer Fall` waren die Fans nicht mehr zu halten.
Am Sonntag brach dann auch schon der letzte Festivaltag an, an welchem die Alternastage, sehr zu meiner Freude, ganz dem Metal gewidmet war.
Los ging es mit HELLYEAH, bei denen kein geringerer als Vinnie Paul (ehemals PANTERA) an den Drums sitzt. Und diese Band überzeugte mich gleich voll und ganz. Besonders der Opener „Hellyeah“ des gleichnamigen Albums (kreativ sind die Herren wohl nicht gerade…) ging richtig ins Ohr. Für mich eine super Band, um schon zur Mittagsstunde ordentlich Stimmung aufkommen zu lassen.
Diese hielt sich auch bei der nächsten Band AS I LAY DYING, die noch eine Gangart härter zugange waren. Mit im Gepäck hatten sie neben Metalcore vom Feinsten ihr neuestes Werk „The Powerless Rise“, das erst vor einem Monat erschienen ist. Was mich persönlich begeisterte, war die Bühnenpräsenz dieser Band. Ohne große Effekte zu benötigen, lieferten sie eine erstklassige Show. Da war nicht nur das Hören sondern auch das Sehen ein wahrer Genuss!
LAMB OF GOD, die im Anschluss spielten, konnten mich leider nicht ganz so überzeugen wie ihre Vorgänger. Ich weiß nicht genau, woran es lag, jedoch erreichten mich die fünf nicht wirklich mit ihrer Musik.
Ganz anders war dies bei STONE SOUR. Trotz des erst kürzlich erlittenen Verlustes seines SLIPKNOT-Bandkollegen Paul Gray legte Corey Taylor einen Auftritt erster Klasse hin. Bei diesem wurden auch schon einige Songs des im September erscheinenden Albums „Audio Secrecy“ performt. Und damit genug der Worte. Diese Musik muss man genießen, weshalb ich hier auch den Journalisten in mir abschaltete und mich einfach zurücklehnte, um der Musik zu lauschen.
Danach hatte der Metal zum ersten Mal Pause an diesem Tag, um für ALICE IN CHAINS Platz zu machen. Obwohl die depressiven Texte und Melodien der Grunge-Band nicht wirklich zum guten Wetter passten, ist diese Band einfach eine Klasse für sich. Auch mit ihrem neuen Sänger William DuVall bringen ALICE IN CHAINS noch immer eine Musik auf die Bühne, die ihren ganz eigenen Charme besitzt.
VOLBEAT hingegen konnten anschließend wieder die breite Masse begeistern. Wie schon KISS widmeten sie einen Song DIO, was noch mehr Sympathie bei den Fans auslöste als sowieso schon vorhanden. Die häufig als „Elvis-Metal“ bezeichnete Stilrichtung der dänischen Band erreichte mit ihrer vielfältigen Musik, die sowohl Elemente des Metal als auch des Rock’n’Roll enthält, Fans aller Musikrichtungen. Und besonders die faszinierende Stimme des Sängers Michael Poulsen sorgte wieder mal für große Begeisterung.
Die schon das ganze Wochenende über zu hörenden „SLAYER!“-Rufe wurden nun endlich belohnt. Mich konnten die Trasher leider nicht wirklich überzeugen, weshalb ich hier auch gar keine großen Worte über deren Auftritt verlieren will. Jedoch war beim Großteil des Publikums das Gegenteil der Fall, weshalb auch hier die Veranstalter mit ihrer Auswahl mal wieder goldrichtig gelegen hatten.
Mit den klassischen Einleitungsworten „We are MOTÖRHEAD and we play Rock’n’Roll!“ begann die letzte Band des Festivals ihren Auftritt. Was muss man dazu noch groß sagen? Lemmy und seine Jungs sollte einfach jeder mal gesehen haben. Auch wenn sich die drei Rocker bei „Rock im Park“ leider nicht von ihrer besten Seite präsentierten, sorgten der dreckige Rock’n’Roll und Lemmys ins Mikro gerotzte Texte wie immer für Begeisterung.
Und noch etwas sorgte für Begeisterung: das Wetter. Denn bei diesem hatten Besucher, Bands und Veranstalter bis zum Schluss riesiges Glück. Schon als SLAYER begonnen hatten, waren dicke Wolken am Himmel aufgezogen und kündigten ein heftiges Gewitter an. Jedoch hielten die Wolken dicht und verschonten die Festivalbesucher, bis auf ein paar wenige Tropfen und starken Wind, bis zum Ende.
Als Fazit bleibt nur noch zu sagen, dass das diesjährige „Rock im Park“ mit diesem Line-up und dem traumhaften Sommerwetter ein absolut würdiges Jubiläumsfestival war. Mehr Metal wäre natürlich immer wünschenswert, jedoch ist „Rock im Park“ eben kein Metalfestival. Und die Mischung war dieses Jahr im Gegensatz zu anderen Jahren, wo überdurchschnittlich viele Indie- und Alternative-Bands spielten, sehr ausgewogen. Wer nur Metal will, sollte sich daher ein anderes Festival suchen. Wer jedoch eine schöne Mischung aus allen Musikrichtungen will, ist hier genau richtig. Von daher… See you next year!
Anna
RH-FESTIVAL 2010 3. Tag
SACRED STEEL, war die erste Band des letzten Tages des Rock Hard Festivals. Immer wieder eine undankbare Aufgabe für eine Band, einen Festivaltag zu eröffnen. Leider war es heute für SACRED STEEL ein nicht so leichtes Spiel mit ihrem True-Metal, die schon zahlreich vorhandene Menge vor der Bühne, zu begeistern. Mit den lockeren Sprüchen des Sängers Gerrit war es zwar recht unterhaltsam, aber die Musik ist wirklich nicht jedermanns Geschmack. Den Fans der Band jedoch gefiel es und sie feierten die Band lautstark. Mit den Worten des Sängers: „Wir wollten halb so gut wie RAVEN sein, das haben wir knapp verfehlt. Danke!“ verließ die Band dann die Bühne. Sympathisch!
Für mich kam nun der erste Höhepunkt des Tages. KEEP OF KALESSIN, die norwegischen Extrem-Metaller, die beim nationalen Vorentscheid mit `The Dragontower` einen beachtlichen dritten Platz erreichten und um ein Haar ihr Land beim Eurovision Song Contest vertreten hätten. Trotzdem an dieser Stelle hier einen herzlichen Glückwunsch an die deutsche Siegerin Lena, die mit ihrem Song `Satellite`, gestern Abend den Eurovision Song Contest in Oslo, haushoch gewann!
Da ich die Band bisher nur von der CD kannte, war meine Erwartungshaltung, was die Live Qualitäten der Band angeht, ziemlich hoch gesetzt und ich wurde nicht enttäuscht. KEEP OF KALESSIN waren mit Abstand die härteste Band des gesamten Festivals, klangen live aber wesentlich lebendiger als auf Konserve. Eine wirklich erstklassige Live-Performance! Allen voran der blonde Bassmann Wizziac, mit seinem fast ständigen Propellerbanging. Während Gitarrist Obsidian eine geile Gitarrenarbeit ablieferte, die die absolut eingängigen Trademarks der Band darstellt. Sänger Thebon gab sein Bestes, keifte sich die Seele aus dem Leib und kommunizierte ständig mit dem Publikum, so wie es sich für einen Frontmann gehört!
Höhepunkte des Konzerts waren unter anderem die Songs `The Awekening`, ´Crown Of The Kings`und ´Ascendant` und natürlich der Contest Song `The Dragontower´. Nach vierzig Minuten war dann auch schon leider der viel zu kurze Auftritt der Norweger vorbei. Diese Band hätte man ruhig zu einem späteren Zeitpunkt spielen lassen sollen. So muss moderner Black Metal klingen!! Gerne wieder!
Die nun folgende Band CRASHDIET, ebenfalls aus Skandinavien, genauer gesagt aus Schweden, wurde schon von einigen Leuten mit großer Vorfreude erwartet. Sleaze-Rock war nun angesagt. Das Publikum in den ersten Reihen war dementsprechend gekleidet, quasi mit allem, was so ein Poser benötigt, um cool auszusehen! Die Band hatte heute aber leider den absolut schlechtesten Sound des gesamten Festivals. Frontmann Simon Cruz wirkte auf der Bühne wie ein blonder Bill Kaulitz der Sleaze-Szene, während der Rest der Band ziemlich lahmarschig und tuntig auf der Bühne umher stolzierte. Als dann noch Simon zur Gitarre griff, war einfach alles vorbei, denn danach herrschte einfach nur noch langweiliges Gepose auf der Bühne! Keine Action! Keine Publikumsanmache! Sorry, das können ihre Kollegen von HARDCORE SUPERSTAR wesentlich besser!!! Denn die treten wirklich in den Allerwertesten!
ORPHANED LAND aus Israel waren danach die eigentliche Überraschung des Festivals. Die Band um den charismatischen Frontmann Kobi Farhi zeigte auf diesem Festival, dass auch Metal aus dem Nahen Osten endlich salonfähig geworden ist. Mit ihrem hochgelobten Debüt-Album „The Never Ending Way Of ORWarriOR“, produziert von PORCUPINE TREE Mastermind Steve Wilson, hat ORPHANED LAND mittlerweile endlich den Sprung in die Champions League geschafft.
Der Frontmann erschien in einem langen weißen Gewand barfuß auf der Bühne und erklärte sogleich: „Wir sind ORPHANED LAND aus Israel und ich bin nicht Jesus Christus! Ich hoffe, es gefällt euch, denn dies ist eine Party-Show! Und gesagt getan, die Party ging sofort los! Ok! Die Musik klingt schon etwas außergewöhnlich, wenn man orientalische Musik mit deftigem Metal kombiniert. Aber genau gerade das macht den Reiz dieser Band aus. Das etwas „andere“. Neuland!
Sänger Kobi forderte während des Konzerts das Publikum immer wieder auf, im Rhythmus einiger Songs, wie zum Beispiel von `Norra El Norra´ mitzuhüpfen, was dieses auch prompt tat und es blieb nicht nur bei diesem Stück! Ebenso ermutigte er die Fans, die israelischen Refrains einiger Stücke mitzusingen, auch das wurde prompt erledigt. Es machte vielen hier im Rund sichtlich Spaß, dieser Band zuzuhören, denn Auftritte einer orientalischen Metalband sind in unseren Breitengraden eher rar gesät. Klipp und klar gesagt, war es ein toller Auftritt einer ganz sympathischen, außergewöhnlichen Band aus Israel, von der man noch einiges zu erwarten hat! Wir sind gespannt !
Mastermind David DeFeis von VIRGIN STEELE hatte schon immer ein Problem mit den Bassisten, denn auch heute stand keiner von diesen Tieftönern auf der Bühne. Ergo! Zwei Gitarristen, ein Schlagzeuger und der Master persönlich am Mikrophon, während die Chöre vom Band kamen. Geboten werden sollte heute eine Classic Metal Show, die mir aber leider gehörig nach den ersten drei Songs auf den Senkel ging, und ich mir somit diesen Auftritt der Band schenkte.
Danach kam Gott sei Dank die Erlösung. Nun erschien endlich die Band, die hier „JEDER“ wirklich sehen wollte. Seattles Finest: NEVERMORE! Die Band war in Top Spiellaune, voller Dynamik und Präzision. Sänger Warrel Dane war absolut genial bei Stimme, machte Späße mit dem Publikum, während Neuzugang Gitarrist Attila Voros einige Soli zum Besten geben durfte. Natürlich darf man hier nicht Gitarrengott Jeff Loomis vergessen, der auf diesem Festival wohl der beste Gitarrist gewesen ist. Gänsehaut pur, wenn ich nur an seine Gitarrensoli denke. Ein überragender Mann!
Die Setlist ließ absolut nichts zu wünschen übrig: `Dead Heart In A Dead World´, ´Enemies Of Reality´, ´This Godless Endavour`, wurden gespielt, nur um einige zu nennen. Aber auch vom neusten, bislang noch nicht erschienenen Meisterwerk „The Obsidian Conspiracy“, wurden gleich mutigerweise vier neue Songs vorgestellt, die aber von der Qualität her dem hohen Standard der älteren Songs mithalten konnten.
NEVERMORE haben am Sonntag total gerockt. Nicht nur für mich war es der absolute Höhepunkt an diesem Tag! Das wäre ein würdiger Abschluss gewesen!
SONATA ARCTICA aus Finnland war die vorletzte Band am letzten Festivaltag, die im Gegensatz zu NEVERMORE, eher einen vollkommen lustlosen, zu routinierten Auftritt ablieferten. Aber auch genau wie bei SABATON herrschte natürlich eine tolle Stimmung im Publikum, denn auch hier stand das Jungvolk in den ersten zwanzig Reihen. Und die wollten Party! Sollen sie von mir aus haben. Ich brauche sie nicht. Mir ist es bis jetzt jedenfalls immer noch schleierhaft, wieso gerade SONATA ARCTICA nach NEVERMORE spielte, denn jetzt waren nur noch die Hälfte der anwesenden Zuschauer vor der Bühne. Und nach NEVERMORE geht eigentlich gar nix mehr!!!
So, nun folgte eine längere Umbaupause, da der Sonntags Headliner RAGE nachher mit dem Lingua Mortis Orchester gemeinsam auf der Bühne stehen wird. Natürlich fand während des Festivals wie immer der obligatorische Karaoke Wettbewerb statt, und wo heute Abend hier der Gewinner des Ganzen IRON MAIDENs ´Aces High´ auf der Hauptbühne zum Besten gab. Während Tanja, die Siegerin des allerersten Karaoke-Wettbewerbes, anschließend ´Holy Diver` in Gedenken an Ronnie James Dio performte.
Danach wurde es noch besser. MAMBO KURT stand auf dem Programm! Mit seiner Heimorgel intonierte er Klassiker wie `The Final Countdown´, ´Jump´ oder ´South Of Heaven`. Eine beachtliche Polonaise gab es bei ´Paradise City` und Hip-Hop Klänge ertönten bei ´Ice Ice Baby´ von VANILLA ICE aus dem C64 und ein Crowdsurfer namens Kurt wurde auch gesichtet. Eine wahrlich beeindruckende Kurzweil!
Aber dann wurde es endlich Zeit für den Sonntags Headliner: RAGE und das LINGUA MORTIS ORCHESTRA. Für den Veranstalter war es natürlich eine enorme logistische Herausforderung, eine Metalband gemeinsam mit einem 38 köpfigen klassischen Orchester auf die Bühne zu stellen. Ging die Rechnung wirklich hier auf?
Nein! RAGE, im Endeffekt eine erstklassige Liveband, haben leider auf diesem Festival den Headlinerstatus nicht erreichen können. Klang das Ganze in den ersten Minuten noch toll erfrischend unkonventionell, so wurde es aber mit der Zeit öde und langweilig. Die Publikumsreaktion, anfangs noch sehr enthusiastisch, ebbte nach kurzer Zeit jedoch deutlich ab. Die genialen Gitarrensoli von Victor Smolsky kamen zwar gut rüber, wirkten aber eher uninspiriert. Der Gesamtsound kam drucklos aus den Boxen, während das Orchester einfach zu leise abgemischt war! Hier fehlte eigentlich die gesamte Dynamik! Eyecatcher des Konzerts hingegen war natürlich, Jen Majura, Freundin von Victor Smolsky, die bei einigen Songs den Backgroundgesang übernehmen durfte!
FAZIT! Den Machern vom RH-Festival ist es wie immer wieder einmal gelungen, ein entspanntes Festival mit tollen Bands auf die Beine zu stellen. Nur mit der diesjährigen Auswahl der Headliner, haben die Macher vom RH leider daneben gegriffen. THE DEVIL´S BLOOD am Freitag hätten wirklich wie zuvor geplant, als Co-Headliner spielen sollen, da die große Schweinerei auf der Bühne ausblieb und somit BLOOBATH den ersten Festivaltag mit Bravour beendet hätte. KREATOR und ACCEPT hätten sich locker die Plätze am Samstag oder Sonntag als Headliner teilen können. NEVERMORE und KEEP OF KALESSIN wären als Co-Headliner an den letzten beiden Tagen ideal gewesen. Genug mit dem Gemecker. Es war wie immer eine tolle Zeit in Gelsenkirchen mit euch allen!
Meine absoluten Festivalhighlights dieses Jahr waren:
ACCEPT, KREATOR, NEVERMORE, KEEP OF KALESSIN, BLOODBATH, RAVEN und KATATONIA
Gerne wieder!
Uli
RH-FESTIVAL 2010 2. Tag
ROCK HARD FESTIVAL 2010, Samstag, 22. Mai Am zweiten Festivaltag strahlte erneut die Sonne vom Himmel. Die Besucherzahl war wesentlich höher als am Vortag, denn heute waren drei wirkliche Zugpferde angesagt: Die wiedervereinte Metallschmiede ACCEPT (ohne Udo Dirkschneider) aus Solingen, die deutsche Trashlegende KREATOR aus Essen und die US Trasher von EXHORDER.
ORDEN OGAN, die Melodic Power-Metaller aus dem Sauerland, eröffneten mit Schall und Rauch am Samstag den Reigen auf einer „sichtlich“ frisch geputzten Bühne. Blutkoagel waren nicht mehr zu sehen! Die Band legte sich mächtig ins Zeug, denn auf großen Festivalbühnen hat man die Band bisher noch nicht sehen können. Die anfänglichen Soundprobleme der Gitarren wurden schnell behoben, und die Jungs gaben sich sichtlich Mühe, beim nun eindeutig jüngeren Publikum anzukommen. Und das gelang ihnen auch. Die Songauswahl war gut getroffen, denn auch Stücke von ihrem hochgelobten neuen Album „Easton Hope“ wurden gespielt. Das Programm wurde abgerundet durch eine auf der Bühne erscheinende Piratenbraut mit einer Totenkopfflagge in der Hand und den immer noch nervigen Mitsingspielchen vom Frontmann Seeb, die eigentlich mittlerweile total überflüssig geworden sind. Alles in allem war es ein gelungener Auftritt der jungen Band.
Die englischen Trasher von sind in Anführungszeichen eigentlich auch noch Newcomer. Aber seit ich sie als Support von MEGADETH gesehen habe, wirkten sie heute viel erwachsener und sicherer auf der Bühne. Die Band ging gut ab, dementsprechend war die Resonanz des Publikums. Ihr Bay Area orientierter Trash kam bei der Meute gut an und hier entwickelte sich heute der erste zünftige Circlepit. Daumen hoch!
Weiter ging es mit ruppigem Deathgebolze der italienischen Band BULLDOZER. Die Band wurde bereits 1980 gegründet und tingelt seitdem eigentlich eher im Underground umher. Sänger/Reverend Alberto Konti hielt sich während der kompletten Show an seiner auf der Bühne aufgebauten Kanzel fest und keifte sich die Seele aus dem Leib, während der Rest der Band eher lustlos einher spielte. Zu Beginn der Show, wies Konti noch darauf hin, dass die Gage dieses Auftritts an UNICEF gespendet würde. Eine wirklich klasse Geste. Aber die Band sprach mich nicht so sehr an. Zeit erst einmal einen Kaffee trinken zu gehen.
Die nächste Band ARTILLERY aus Dänemark konnte ich mir leider nicht anschauen, da meine Kamera den Geist aufgab. Sie ließ sich nicht mehr auslösen, nichts tat sich! Schweißausbruch! Hilfe! Was tun!? Nach einer halben Stunde Herumgeschraube, funktionierte sie dann endlich wieder, woraufhin ich mir erst einmal mein erstes heutiges Festivalbier gönnte. Prost!
RAVEN nun auf der Bühne zu sehen, war schon ein Erlebnis für sich. Die alten Haudegen, Vertreter der härteren NOBHM, (ohne die würde es METALLICA, KREATOR oder SODOM heute gar nicht geben) haben hier einen sehr amüsanten Auftritt an den Tag gelegt. Die Musiker um die beiden Gallagher Brüder, sowie Schlagzeuger Joe Hasselvander, mittlerweile schon nunmehr seit 38 Jahren im Geschäft, sind immer noch sehr spiel- und bewegungsfreudig und hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt. Obwohl die Musik etwas angestaubt klingt, wirkt sie immer noch authentisch und ehrlich. Davon sollten sich einige Musikerkollegen eine ganz dicke große Scheibe abschneiden! Ganz großes Kino! Daumen hoch!
Nun sollte der erste große Höhepunkt des Tages folgen. Die amerikanischen Trasher EXHORDER aus New Orleans, die mit ihrem Album „The Law“ Trashgeschichte schrieben . Die Band präsentierte sich heute ultratight spielend, eine Musik, die alles niederwalzte, während Sänger Kyle Thomas, mittlerweile mit fast fehlendem Haupthaar, sich die Seele aus dem Hals schrie. Auch die Publikumsreaktionen konnten sich sehen lassen: Szenarien von Moshpits, Crowdsurfern ohne Ende, fast alles stand Kopf. Ein absoluter Hammergig! Da haben die Macher vom RH einen guten Griff getan, EXHORDER für dieses Festival zu verpflichten! Klasse!
Nach diesem Trashgewitter stieg die Spannung merklich im Publikum, es wurde noch voller. Ich denke, wenige Menschen waren noch in der Budengasse, als ACCEPT endlich unter frenetischem Jubel die Bühne betrat. Ging die Konstellation auf? ACCEPT ohne Udo? Dafür mit dem Ex-TT-Quick Sänger Mark Tornillo? Ja, sie ging auf. Mark passte wie die Faust aufs Auge in die Band. Gesanglich, eine Mischung aus Brain Johnson und Udo Dirkschneider, sang er sich mühelos durch das Set. Baltes und Hoffmann hatten während des gesamten Gigs ein Dauergrinsen auf dem Gesicht, sichtlich Spaß, ACCEPT weiterleben zu lassen. Die Setlist ließ nichts zu wünschen übrig und die beiden neuen Songs ´Teutonic Terror`und `The Abyss` passten nahtlos ins Programm, während das berühmte „Gitarrenballett“ der Band natürlich nicht fehlen durfte.
Die Publikumsresonanz war großartig, die Refrains wurden lautstark mitgesungen und die Fans waren total aus dem Häuschen. Mit Hei Di Hei Do Hei Da……. wurde dann das letzte Stück der Band, `Fast As A Shark`, eingeläutet, wobei die Meute noch mal so richtig mitrocken konnte und ACCEPT hiermit bewiesen, dass sie zu den ganz großem Metalacts der Welt zählen!
Setlist
Metal Heart
Livin for Tonite
Restless & Wild
Son of a Bitch
London Leatherboys
The Abyss
Loosers & Winners
Teutonic Terror
Breaker
Up to the Limit
I’m a Rebel
Balls to the Wall
Princess of the Dawn
Fast As A Shark
So, der zweite Abend war nun auch schon fast zu Ende. Doch ein besonderes Schmankerl wurde noch erwartet. Die Bühne wurde jetzt umgebaut und eine Videoleinwand für den Headliner hochgezogen. KREATOR! Was soll man noch zu dieser Band sagen! Sie sind mittlerweile zu einer Legende geworden. KREATOR, um Frontmann Mille, muss man nicht erklären, man muss sie hören und sehen. Das Rund war mittlerweile zum Bersten gefüllt, NOCH einen Tacken voller als bei ACCEPT. Licht aus! Spot an! Und schon standen sie auf der Bühne und legten mit `The Pestilence` fulminant los. Die Band führte das Publikum durch eine Zeitreise der Bandgeschichte. Die Setlist ließ nichts zu wünschen übrig.
Die Meute stand nun allesamt Kopf! In den Rängen bangte das Publikum um die Wette, während es im Innenraum nur so brodelte. Selten habe ich das Publikum hier im Amphitheater so kollektiv ausflippen gesehen. Alle Achtung! TOP!
SO muss ein Headliner sein!!
Choir Of The Damned
The Pestilence
Hordes Of Chaos (A Necrologue For The Elite)
Phobia
Enemy Of God
Impossible Brutality
Endless Pain
Pleasure To Kill
Terrible Certainty
Extreme Aggression
Coma Of Souls
Amok Run
The Patriarch
Violent Revolution
Demon Prince
When The Sun Burns Red
Flag Of Hate
Tormentor
Hier geht es zur Berichterstattung des dritten Tages.
Uli
RH-FESTIVAL 2010 1. TAG
ROCK HARD FESTIVAL 21.- 23.05.2010 GELSENKIRCHEN, AMPHITHEATER Nach den letzten Wetterkapriolen der vergangen Wochen bzw. Monaten rückte das diesjährige Festival immer näher und die Macher vom RH, so wie die Fans blickten mit Bangen auf die Wettervorhersagen. Aber genau pünktlich zum Freitag riss der Himmel auf, die Sonne erblickte das Licht der Welt. Oder war das irgendwie andersrum! Na ja auch egal! Jedenfalls herrschte optimales Festivalwetter an allen drei Tagen und die etwa 8000 Fans konnten ein entspanntes Wochenende im Gelsenkirchener Amphitheater genießen.
Am Freitag fuhren wir mit großer Vorfreude nach Gelsenkirchen, zum großen Familientreffen, im schönsten Wohnzimmer Deutschlands. Punkt fünfzehn Uhr begrüßte dort dann Götz Kühnemund das anwesende Publikum. Er erwähnte in seiner Rede die erst kürzlich verstorbenen Musiker Pete Steele und ganz besonders
Ronnie James Dio, dem ein großer Teil des Festivals gewidmet wurde, in dem in den Umbaupausen Musik von DIO, BLACK SABBATH und RAINBOW gespielt wurde. Aber dazu später mehr. Außerdem erwähnte Götz in seiner Rede, dass THE DEVILS´S BLOOD vor BLOODBATH hätten spielen sollen, aber weil sie während der Show die Bühne so besudeln würden (Schweineblut), könnte danach gar keine andere Band mehr spielen. Also wurden die beiden Bands einfach getauscht. Mh…….?
Da das RH auch jungen Bands eine Chance gibt, sich einem großem Publikum zu präsentieren, eröffneten am Freitag Nachmittag die deutschen Newcomer KETZER den Reigen. Die Black/Trasher überzeugten mit einem routinierten Auftritt voller großer Metallposen und präsentierten Stücke aus ihrem Debüt-Album „Satans Boundaries Unchained“ und verließen nach einer halben Stunde mit großem Applaus die Bühne.
Weiter ging es nun mit den Deathern von NECROS CHRISTOS aus Deutschland, die heute einen ihrer raren Auftritte zum Besten darboten. Ihr sperriger Death Metal kroch zäh aus den Boxen. Die Band wirkte auf der Bühne sehr statisch, auch die Begeisterung des Publikums hielt sich in Grenzen. Die Band war nicht wirklich schlecht, aber sie gehört eher in einen Club, als auf einer Bühne im hellsten Sonnenschein.
Was man eigentlich auch von der nächsten Band sagen könnte. Aber dazu erzählt uns unser Sebastian mehr, der mit einer fetten Grippe dort aufgelaufen war und die letzten beiden Festivaltage leider zuhause im Bett verbringen musste.
Ein riesiges Banner des letzten Albums „Night Is The New Day“ ragt im Hintergrund, während sich der Platz unmittelbar vor der Bühne des Amphitheaters fleißig füllt. Als ich mich inmitten der Menschenmenge so umsehe, fällt auf, dass sich ein sehr breit gefächertes Publikum hier zusammen gefunden hat, das sowohl Shirts von Knüppelbands, als auch melodischeren Bands huldigt.
Als dann endlich die Willkommensansage kommt und ein kurzes Intro das Amphitheater erbeben lässt, betreten endlich KATATONIA die Bühne und mit einem Paukenschlag erfüllen sie den gesamten Platz mit Leben, als ´Forsaker´ als Opener durch die Boxen donnert. Der Line Up Wechsel bei den Schweden scheint ihnen sehr gut getan zu haben, denn sowohl der neue Bassist, als auch der neue Gitarrist passen perfekt in das Gesamtbild der Band.
Es werden überwiegend Songs des neuen Albums auf die Menschheit losgelassen (´The Longest Year, Liberation´), aber auch auf altbekannte Gassenhauer wird nicht verzichtet. So fügen sich die neuen Songs nahtlos in das gesamte Live Konzept der Band ein; der Sound ist ungewohnt heavy, lässt jedoch genug Platz für die eigentliche Stärke Katatonias, nämlich eingehende Melodien und eine Atmosphäre, die dich sofort in den Bann ziehen.
Die Reaktion des Publikums fällt ebenfalls positiv aus; vom hemmungslosen Headbangen, über das Mitsingen sämtlicher Texte oder diverser Tanzeinlagen ist wirklich alles dabei. Am meisten hat mich die Stimme des neuen Gitarristen überrascht, die sehr gut mit Jonas Gesang harmoniert und KATATONIA ein neues Livegesicht gibt. Soundtechnisch gab es auch nichts zu beklagen, was bei dieser Band besonders wichtig ist, denn bei solchen Songstrukturen ist ein miserabler Sound der ultimative Supergau, was Katatonia leider schon einige Male live erfahren mussten.
Man setzte hier in erste Linie auf altbewährtes Live Material der letzten 3 Alben und entfachte somit ein Feuerwerk der Spitzenklasse. `Leaders´, ´My Twin´,´July´ sind nur einige Stationen, die jedem KATATONIA Fan zu seinem persönlichen Adrenalinkick verholfen haben. Neuer Live Hit meiner Meinung nach war eindeutig das ´Day And Then The Shade“, wo das gesamte Amphitheater gebebt hatte, als Melodien und der tonnenschwere Gitarrensound sich zu einer einzigartigen Symbiose vermischten, welche nur KATATONIA zu erschaffen vermögen. Auch wenn alle Alben vor der „Viva Emptiness“ außen vor und leider auch Zwischenrufe wie ´Murder´ oder ´Without God´ ungehört blieben, schafften es die Schweden sich dem Publikum etwas näher zu bringen, was nicht zuletzt an dem Line Up Wechsel lag. Man hatte das Gefühl, als würden sie einen Schritt auf ihre Fangemeinde zu gegangen sein und man darf auf zukünftige Auftritte gespannt sein.
Fazit: Eine Band, die 1994 das Götteralbum „Dance Of December Souls“ auf die Welt losgelassen hat, ist mit dem letzten Output „Night Is The New Day“ erwachsener geworden, was sich bei den Live Auftritten widerspiegelt. Das Warten auf neues Songmaterial und auf neue Auftritte werden sich also bestimmt lohnen, denn der Live Gig auf dem Rock Hard Festival hat definitiv die Hütte gerockt!
Sebastian Groß
SABATON aus Schweden ging als nächste Band an den Start. Die Band stürmte wie immer einträchtig in ihrem lächerlichen Tarnhosenoutfit die Bühne. Man mag die Band lieben oder hassen, wo sie auch immer auftreten, sorgen sie für Stimmung. Ihre keyboardlastigen (ein bisschen zu viel des Guten) Mitgröhlnummern kamen beim Publikum an. Diese Band war mit Abstand die bewegungsfreudigste Band des Tages. Frontmann Joakim heizte dem Publikum mächtig ein, welches auch wieder schnell in Fahrt geriet, während die Crowdsurfer über die Köpfe der Fangemeinde getragen wurden. Alles in allem gesehen war es ein guter routinierter, kurzweiliger Auftritt der Schweden, welcher eigentlich nicht wirklich ins Billing am Freitag passte. Aber nun erteile ich wieder Sebastian das Wort zur nächsten Band.
Was soll man von einer Band halten, die seit 1999 am Start ist und lediglich 4 Auftritte in Deutschland absolviert hat? Wenn noch sechs Alben dabei sind (zwei EPs und ein Live Album) mag man nicht gerade von einer in Deutschland erfolgreichen Band sprechen… Würden die Jungs nicht aus Schweden kommen, sämtliche Superstars der Metal Szene im Laufe ihres Line Up Karussells vereint haben und brachialen Old School Death Metal zelebrieren und auf den Namen „BLOODBATH“ hören, wäre das bestimmt auch der Fall, aber so kocht die Stimmung im Amphitheater schon während der Umbaupause, und es folgen bereits im Vorfeld die ersten Jubelrufe.
Nach einer kleinen Verspätung und einem gefühlten 10 Minuten Intro betreten die Herren endlich die Bühne und legen auch sofort los; leider haben sie im Laufe des Openers mit dem Sound zu kämpfen, so dass man Mikael Akerfeldts Stimme nur erahnen kann, was die Techniker zum Glück rasch in den Griff bekommen. Bereits vor dem Ende des ersten Songs haben BOODBATH den einen oder anderen Moshpit erschaffen. Sound und Songauswahl sind ebenfalls so spektakulär, wie die Ansagen von Herrn Akerfeldt, der uns sowohl musikhistorisch auf eine Gefühlsreise mitnimmt, als auch ansagetechnisch das Talent eines Entertainers beweist („Seht euch nur mein Outfit an; schwarze Jacke, böses Shirt und ne coole Brille und schon sehe ich wie ein Metaller aus“).
Es werden sowohl Nackenschleudern vom letzten Album „The Fathomless Mastery“, als auch alte Schätzchen (`Breeding death´, ´Like Fire´, ´Mass Strangulation´) kredenzt. Abgesehen vom ersten Song, können sich Bloodbath eines optimalen Sounds, ausgelassener Stimmung und guter Publikumsresonanzen erfreuen. Die Mischung aus brutalem (teils extrem stumpfen) und technisch versiertem Death Metal kommt bei den Fans gut an und unterstreicht den guten Eindruck, den man bereits vom Wacken Auftritt 2005 gewinnen konnte.
Dabei werden ehemalige Bandmitglieder (Peter Tägtren, Dan Swanö) ebenso erwähnt wie die alten Death Metal Legenden (TIAMAT, ASPHYX), hinter denen sich BLOODBATH nicht zu verstecken braucht. Auch die bösen Spitznamen, welche die Bandmitglieder inne haben (der brutalste Name von allen ist eindeutig „Lars“) geben dem Gig die richtige Würze. Nach einem furiosem Feuerwerk und Nackenwirbelarmageddons par Excellence verabschiedet sich die Band mit ´Eaten´ und lässt das Rock Hard Festival noch mal richtig kochen, bevor es wieder an die Tagesordnung (Bier trinken, Pommes essen und Merchandise Stände überfallen) übergeht. Alles im allen eine gelungene Sache und definitiv ein Grund sich BLOODBATH noch mal live anzutun!
Sebastian Groß
So, die nun folgenden holländischen „Senkrechtstarter“ THE DEVILS´S BLOOD habe ich noch nie live gesehen, geschweige denn gehört. Also kann ich mir hier glücklicherweise unvoreingenommen ein Urteil über die Live Qualitäten der Band abgeben. Bevor aber der Auftritt begann, wurde im Amphitheater zu Ehren von Ronnie James Dio eine Schweigeminute abgehalten. Es herrschte Totenstille im Rund. Gänsehaut. Am heutigen Tag, also der 30. Mai an dem ich diesen Bericht schreibe, wird Ronnie James Dio heute in Los Angeles beigesetzt.
Aber nun zurück zu THE DEVIL´S BLOOD. In der Umbaupause wurden die Monitorboxen mit Plastik verhangen, da die Band ja eine spektakuläre Bühnenshow auffahren wollte. Mit Spannung erwartet, betrat dann die Band, begleitet von drei Backgroundsängerinnen, endlich die Bühne. Jetzt hadere ich wirklich, was ich denn schreiben soll. Nun los!
Also unter einem Headliner habe ich mir (ich denke auch viele 1000 andere mehr) etwas anderes vorgestellt! Stimmung, Jubel, Mitgegröhle, wildes Headbangen. Dies alles blieb jedoch aus. Auf der Bühne sah man nichts anderes als Musiker, die sich vor ihrem Auftritt mit Schweineblut übergossen hatten. Eine Sängerin, die nicht ein einziges Mal mit dem Publikum kommunizierte, sondern einfach nur stoisch auf der Bühne stand, ins Leere starrte und manchmal dramatisch in Zeitlupe die Arme anhob. Das Publikum war bezüglich der Musik ziemlich irritiert, denn die Ränge leerten sich sichtlich. Die Leute, die aber blieben, wurden mit Musik belohnt. Ja, genau. Mit psychodelischer, hypnotischer Musik. Anfangs dachte ich mir: Wat soll denn dieser Kack. Aber je länger ich der Musik zuhörte, desto entspannter fühlte ich mich. Ok. Es war keine Musik zum Headbangen, sondern Mitwippen war nun angesagt. Man fühlte sich in die siebziger Jahre zurückversetzt.
Die Bühne war meist in rotes und blaues Licht getaucht, während auf der hinteren Leinwand Videosequenzen gezeigt wurden. Die Kerzen die Anfangs auf der Bühne angezündet wurden, waren schnell nach den ersten drei Songs erloschen. Die wilde Bühnenshow, wobei die Bühne total mit Schweineblut besudelt werden sollte, blieb aus. (Wir von der Fotografenfront hatten schon Angst um unsere Kameras.) Es floss kein Blut, sondern man konnte nur das Blut riechen, wenn der Wind ungünstig stand. Auch wenn die Band ihre Matten kreisen ließen, wurde keine Blut verspritzt. Auch die Bühne blieb sauber! Hm!
Höhepunkt des Konzerts für mich war der zwanzigminütige Song `The Heaven´s Cry Out For The Devil´s Blood`. (Ich hab mich schlau gemacht, wie der Song heißt) Begleitet von Stroboskopblitzen fabrizierte die Band einen wirklich hypnotischen Höhepunkt. Die drei Gitarristen produzierten eine so gewaltige Gitarrenwand, dass einem automatisch die Kinnlade runterfiel.
Also THE DEVIL´S BLOOD haben hier einen richtig guten Gig abgeliefert und haben mir auch gefallen. Aber leider sind sie keine würdigen Headliner, sondern gehören auch eher in kleine Clubs, wo sich die Magie der Band so richtig entfalten kann. BLOODBATH und KATATONIA waren für mich und für Sebastian die Highlights des Tages.
Hier geht es zur Berichterstattung des zweiten Tages.
Uli
METALFEST DESSAU REVIEW
Das erste METALFEST-Wochenende ist nun mit den Festivals in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorbei. Das Line-Up dieses Jahr war vor allem im Death-, Black- und Paganbereich angesiedelt. Neben harten Klängen und Bier gab es jedoch vor allem Regen, Regen und Regen beim deutschen Metalfest in Dessau. Nachdem wir Donnerstag früh doch noch etwas länger brauchten als geplant, schafften wir es mittags gerade noch rechtzeitig zu den letzten drei Liedern des Openers LEGIO MORTIS. Eines ließ sich trotz dieser kurzen Hörprobe feststellen: Mit ihrer Black/Death-Bearbeitung des Pop-Klassikers „Around the world (la la la)“ sind die Unterfranken auf jeden Fall keine gewöhnliche Band. Danach ging’s erst mal zu unserem Zeltplatz: Wohnlich einrichten und mit einem Bierchen und den obligatorischen Ravioli gemütlich auf das Festival vorbereiten. Einziges Defizit: Schon jetzt war es schweinekalt!
Während wir das Gelände inspizierten, spielten unter anderem ENFORCER und SUICIDAL ANGELS auf der Mainstage. Nach einer kurzen Ruhepause, machten wir uns dann wieder auf den Weg zu den Bühnen, wo gerade LEAVES EYES zugange waren. Leider war es hier noch ziemlich leer, obwohl wir mittlerweile 17 Uhr hatten. So gelang es auch Liv Kristine trotz mehrmaliger Aufforderungen mit ihrem zarten Stimmchen nicht, ihr Publikum mitzureißen. Da ihr das auch bei uns nicht gelingen wollte, gingen wir erst mal zurück zu unserem Platz und verpassten ausgerechnet SALTATIO MORTIS. Hätte ich nur noch einmal auf meine Running Order geschaut! Fotos gibt’s deshalb leider keine, aber ich kann sagen, dass das, was ich vom Zeltplatz aus noch gehört habe, nicht schlecht war!
Als nächstes spielten NEVERMORE auf der Mainstage. Die Progressive-Metal-Band konnte mich vor allem mit ihrem Drummer begeistern. Auch sonst definitiv ein klasse Sound – allerdings nur von der Band! Leider musste ich das Gleiche feststellen wie schon letztes Jahr beim Legacy Fest: Vielleicht hatte der Mischer keine Ahnung oder die Veranstalter hatten an der PA gespart, man weiß es nicht. Auf jeden Fall war der Sound nicht wirklich gut. Nach KORPIKLAANI und LEGION OF THE DAMNED bildeten BOLT THROWER für mich den Abschluss des ersten Festivaltages. Die Wut in Person, schnaubte Karl Willetts eine Stunde lang über die Bühne und grölte Songs wie „No Guts No Glory“ in die mittlerweile deutliche motiviertere Menge. Ein gelungener letzter Act für den Metalfest-Donnerstag!
Mit Winterkleidung und in dicke Decken gewickelt feierten wir dann auf dem Campingplatz bis in die frühen Morgenstunden weiter. Trotz des langen ersten Tages, stand ich am nächsten Tag pünktlich um 12 Uhr zu DEATHTRIP vor der Mainstage. Das hätte ich mir allerdings auch sparen können: Die Newcomer konnten mich mit ihrem Deathmetal, der online noch recht vielversprechend geklungen hatte, leider gar nicht begeistern. Mittlerweile hungrig geworden, machte ich mich nun auf Nahrungssuche und wurde schon wieder enttäuscht. Mit Preisen ab 4€ für ein Pizzastück und dazu noch sehr geringer Auswahl konnte der „Preis-Leistungs-Champion der Festivals“ seinem Namen nicht wirklich gerecht werden. Nun gut, dann waren es eben wieder mal die Ravioli aus der Dose…
Die nächste Band an diesem Tag war für mich VARG. Musikalisch sind die Jungs zwar überhaupt nicht mein Fall, allerdings muss ich zugeben, dass das, was sie machten, vom Feinsten war. Mit einem gelungenen Stageacting legten sie eine absolut überzeugende Performance hin. Der gleichen Meinung war auch das begeisterte Publikum, das ausgiebig mit den blutverschmierten Wikingern feierte. Danach ging’s weiter zu
BATTUE und damit zur wohl größten Überraschung des Festivals. Die fünf Jungs aus Niedersachsen bewiesen eine halbe Stunde lang, dass nicht nur die etablierten Bands der Szene auf den großen Festivals etwas zu suchen haben. Für mich waren BATTUE klarer Favorit des Metalfests. Auf Platte fast etwas zu düster für meinen Geschmack, konnten sie mich live mit ihrer Mischung aus Death und Thrash und leichten Hardcore-Einschlägen absolut für sich gewinnen. Anschließend spielten auf der großen Bühne EPICA, von denen ich mir allerdings nur die ersten zwei Songs anhörte. Nichts Besonderes und das Wetter tat sein übriges. Dann ging’s erst mal zurück zum Zeltplatz. Und – Schande über mich – da blieben wir auch. Obwohl an diesem Abend noch TESTAMENT spielten, konnte ich mich nicht mehr aufraffen, im Regen unser Pavillon zu verlassen.
Neuer Tag, neues Glück! Am Samstag machte ich mich bei mittlerweile gewohnt schlechtem Wetter um 12.30 Uhr zu CREED OF PAIN auf. Doch was war jetzt schon wieder los? Als ich fünf Minuten, bevor die Band beginnen sollte, vor der Hangar Stage stand, wurde diese noch von einem Security versperrt. Also hieß es warten. Und warten und – warten. Als wir endlich in die Halle durften, war noch immer kein Zeichen einer Band zu sehen und nicht einmal das Schlagzeug auf der Bühne war fertig aufgebaut. Nach einer halben Stunde erbarmte sich dann endlich einer der Zuständigen, das wartende Publikum zu informieren, dass der Auftritt von CREED OF PAIN entfallen würde. Keine Ahnung, was da los war, aber das hätte man wohl auch besser und vor allem schneller regeln können. Planmäßig ging es dann allerdings um 13.30 Uhr mit ADDICTION OF A MURDERER aus Oberfranken los. Ich weiß nicht, ob es an der Band lag oder am Mischer, aber der Sound, der sonst in der Hangar Stage vom Feinsten war, ließ diesmal eher zu wünschen übrig. So konnte man leider nicht viele Einzelheiten des Deathcore der fünf Kulmbacher heraushören, da das Ganze eher einem Klangbrei als differenziertem Sound glich. Deshalb machten wir noch einen Abstecher zu den ebenfalls oberfränkischen RITUAL KILLING auf der Hauptbühne. Die hatten sich ihren großen Auftritt bestimmt auch anders vorgestellt, denn vor der Bühne befanden sich nur etwa 50 Zuschauer. Ob’s an der Musik oder am Regen lag, weiß man nicht – hoffen wir an Letzterem!
DECAPITATED verpasste ich leider und war somit erst wieder zu DEATH ANGEL an der Bühne. Und die waren große Klasse! Angesiedelt zwischen Hard Rock und Thrash Metal legten die Musiker aus den Staaten eine Performance hin, die vor allem durch die vielen Gitarrensoli in allen Geschwindigkeitsregionen überzeugte. Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz. Ursprünglich wollten wir zwar erst Sonntag früh nach Hause fahren, aber ich hatte einfach keine Lust, noch eine Nacht bei Nässe und Kälte im Zelt zu übernachten. Also hieß es Packen und das so schnell wie möglich, da uns das Wetter nicht schon wieder einen Strich durch die Rechnung machen sollte. Pünktlich als wir fertig waren, fing es auch schon wieder an zu regnen und wir flüchteten in die Hangar Stage, wo gerade HERO’S FATE spielten. Diese Flucht ins Warme und Trockene lohnte sich, denn die Newcomer-Band aus dem Norden Deutschlands war definitiv hörenswert. Death Metal mit leichten Viking Metal-Einflüssen spielten die durchschnittlich gerade mal 17 Jahre alten Metaller und machten ihre Sache dabei ziemlich gut.
Danach ging es gleich weiter zur Hauptbühne und damit zu SEPULTURA, einem weiteren Highlight des Festivals für mich. Nachdem mich die Hardcore/Thrasher aus Brasilien im letzten Jahr beim With Full Force eher enttäuscht hatten, war ich dieses Mal freudig überrascht. Und obwohl für mich, wie für viele andere Fans, ohne Max Cavalera einfach ein Stück der Band fehlt, muss ich sagen, dass Sänger Derrick, allen gegensätzlichen Meinungen zum Trotz, seine Sache einfach super gut macht! Gleich danach spielten
SIX FEET UNDER, von denen ich allerdings nur noch ein paar Fotos machte, bevor wir den Heimweg antraten. Während wir also im Auto saßen und wieder Richtung Heimat fuhren, spielten an diesem Abend noch BEHEMOTH und TWILIGHT OF THE GODS. Doch ich hatte endgültig die Schnauze voll vom schlechten Wetter und war deshalb einfach nur froh, endlich nach Hause zu kommen.
Und die Moral von der Geschicht‘?
Ohne jemanden schlecht machen zu wollen, muss ich ganz eindeutig sagen, dass ich auf jeden Fall schon bessere Festivals erlebt habe. Rein organisatorisch ist meiner Meinung nach an diesem Festival noch einiges ausbaubar. Wenn die Wege so schlammig sind, dass Autos darin stecken bleiben, reicht es einfach nicht, einen einzigen Strohballen auf dem Hauptweg zu verteilen…
Allerdings muss ich ebenso zugeben: Wäre das Wetter besser gewesen, dann wäre ich bestimmt auch von diesem Festival zufriedener nach Hause gekommen – und für das Wetter kann eben nur Gott etwas… pardon – Odin!
Hoffen wir, dass die kleinen Mängel im nächsten Jahr noch verbessert werden, dann habe ich keine Bedenken, dass sich auch das Metalfest zu einem festen Termin in der deutschen Metalszene etablieren wird.
Anna
D-A-D FZW DORTMUND
D-A-D, WOLF, METAL INQUISITOR FZW DORTMUND 30.4. Also, was kann es Schöneres geben, als zum Tanz in den Mai auf ein Konzert zu gehen. Dieses mal boten die Macher vom Rock Hard im Dortmunder FZW eine Rock Hard Festival 2010 Warm-Up-Party, damit sich die Fans schon einmal auf das diesjährige Festival in Gelsenkirchen einstimmen können.
Den Anfang machten die deutschen METAL INQUISITOR, die heute nach langer Bühnenabstinenz endlich wieder einmal live zu sehen waren. Die Halle war noch nicht gut gefüllt, viele standen noch draußen rum und hatten wohl nicht richtig Lust auf diese Band. Die hingegen legte sich mit ihrem traditionellen Heavy Metal mächtig ins Zeug um den Leute in der Halle einzuheizen. Frontmann El Rojo (mit kurz geschorenem Haupthaar) wirkte auf mich ein wenig unsicher (ich kann mich auch täuschen), der Rest der Band spielte tight, aber relativ lustlos einher. Doch der Funke wollte nicht so richtig überspringen, denn das Publikum wirkte ein wenig verhalten. Vielleicht sollte die Band wieder mehr auf Tour gehen, damit alles runder wirkt. Na ja, sei es so!
Das sollte bei der nächsten Band schon anders werden. WOLF aus Schweden machten es den Fans in der Halle leichter, um in Stimmung zu kommen. Die Halle war jetzt wesentlich voller und die Matten wurden nur so geschwungen. Ihr stampfender, walzender Metal ging durch und durch. Da konnte man nicht einfach nur so herumstehen und mit dem Finger schnipsen. Die Band war ständig in Bewegung auf der Bühne, allen voran Sänger und Gitarrist Niklas, der dem Publikum mächtig einheizte. Hier merkte man sofort, dass routinierte Musiker am Werke waren und kräftig auf die Pauke hauten. Das Publikum war echt aus dem Häuschen und feierte die Band lautstark! Daumen hoch!
Doch was nun kam, sprengte alles Dargebotene. D-A-D aus Dänemark setzte Allem die Krone auf. Die Halle war mittlerweile zum Bersten voll. Was nun abging war schier unbeschreiblich. Unter frenetischem Jubel enterten die Jungs die Bühne und legten mit `Ride My Train` mächtig los. Die Band war super aufgelegt. Frontmann Jesper Binzer hatte die Massen schnell im Griff und führte im wahrsten Sinne routiniert durch das Programm. Bassmann Stig Pedersen in schrillem schwarzen Lackoutfit, wechselte während des Konzertes natürlich wie immer seine ausgefallenen Bässe, poste tuntig auf der Bühne herum wie ein Faun und turnte oft über das Schlagzeug. Gitarrist Jakob Binzer, wie immer mit dem Zylinder auf dem Kopf, spielte routiniert durch das Konzert. Und Schlagzeuger Laust Sonne trommelte sich quasi einen Wolf!
Die Band steigerte sich von Stück zu Stück, ebenso stieg die Temperatur in der Halle drastisch an. Das Publikum sang sämtliche Refrains lautstark mit. Der Sound kam ausgewogen und nicht zu laut aus den Boxen. Die Setlist ließ keine Wünsche übrig. Aber nach 1¼ Stunde wurde dann das reguläre Set mit `Bad Crazyness` beendet. Doch das Publikum wollte noch mehr und bekam es im ersten Zugabenteil in Form von `Marlboro Man´und natürlich dem größten Hit der Band, `Sleeping My Day Away`. Aber! Wir wollten danach alle noch viel mehr. Und so endete das Konzert dann schließlich mit den letzten beiden Songs ´Laughn A 1/2`und `It´s After Dark`. Es war ein großes Konzert, wie es eigentlich nicht hätte besser sein könnte. Rock´n Roll! Mit viel Spaß auf und vor der Bühne.
Den Machern vom Rock Hard ist es hier wirklich gelungen ein tolles Konzert auf die Beine zu stellen, in einer Super-Location, mit einem wirklich grandiosen Publikum und natürlich den großartigen Bands, allen voran den unvergleichlichen D-A-D aus Dänemark.
Also ich wünsche uns allen ein fantastisches Pfingstwochenende 2010 im Amphitheater in Gelsenkirchen, mit tollen Bands und einem gnadenlos gutem Wetter. Wir sehen uns!
Uli
KATATONIA ZECHE BOCHUM
KATATONIA, SWALLOW THE SUN, LONG DISTANCE CALLING 3.4. ZECHE BOCHUM Gefeierte Melancholie! KATATONIA sorgten für eine düstere Atmosphäre! Es war ein milder Abend in Bochum, kaum Verkehr und die Zeche war sofort gefunden. Dennoch kamen wir zu spät. Womit ich leider zu LONG DISTANCE CALLING nichts sagen kann, da der ganze Gig zeitlich vorverlegt wurde. Die Halle war überraschend gut gefüllt. Es schien, als hätte es sich rumgesprochen, dass KATATONIA ein verdammt gutes Album veröffentlicht haben, denn die meisten Konzerte dieser Tour waren ausverkauft. Dazu kommt noch eine Vorband wie SWALLOW THE SUN, die wohl ihr Übriges zu dem Menschenauflauf tat. Das Lineup passte einfach.
Nach einer kurzen Umbaupause und einem schnell, professionell durchgeführten Soundcheck, legten die finnischen Doomer SWALLOW OF THE SUN mit `These Woods Breathe Evil` vom neuen Album „New Moon“ richtig los. Ein idealer Opener! Anfangs mussten die Jungs zwar ein wenig mit dem Sound kämpfen, jedoch war das Problem recht schnell behoben, nachdem der Soundtechniker noch einmal Hand anlegt hatte. Weiter ging es mit `Falling World`, bei dem Sänger Mikko auch seine klare Stimme zum Einsatz kommen ließ. Dieser stand das ganze Konzert über sehr nachdenklich wirkend und starr auf der Bühne, doch das Ganze passte zur traurigen Musik. Das Set bestand zum Großteil aus Songs des neuen Albums, sowie ein paar Klassikern wie `These Hours of Despair`, `Don`t Fall Asleep` und `Swallow`. Nach ca. 45 Minuten war der Zauber dann auch schon wieder vorbei.
Gespannt wartete das Bochumer Publikum nun auf die schwedischen Düster-Rocker und die ließen auch nicht lang auf sich warten. Den Einstieg gab es mit `Forsaker`, der allerdings holprig begann. Es dauerte ein paar Zeilen bis sich Sänger Jonas Renkse gefangen hatte und die richtigen Töne traf. Danach ging es aber richtig los! Der Refrain saß perfekt! Gänsehaut pur! Zu erwähnen sei an dieser Stelle noch die Leistung der beiden Neuzugänge Niklas Sandin am Bass und Per Eriksson (BLOODBATH) an der Gitarre, welche die beiden Norrman Brüder nach deren Ausstieg ersetzten. Letzt Genannter glänzte zudem durch seinen cleanen Background Gesang, der sich perfekt in die Songs einfügte. Weiter ging es mit `Liberation` und `My Twin`, welches ebenfalls ein Highlight des Konzerts darstellte. Die Band war sichtlich gut gelaunt, spielfreudig und die Fans in der Halle dankte es ihnen.
Nach jedem Song gab es minutenlangen Applaus. Die Setlist war gut gewählt und bestand zum Teil aus eher ruhigen Songs, wie dem genialen, selten live gespielten `Omerta` oder dem „Discouraged Ones“ Klassiker `Saw You Drown`, welche sich mit denen der härteren Gangart wie z.B. `Ghost Of The Sun` und `July` abwechselten. Auch die Songs vom neuen Album kamen nicht zu kurz und rockten deutlich mehr als auf Platte. `The Longest Year` oder auch `Onward Into Battle` bewiesen ihre Live-Tauglichkeit. Sänger Jonas versteckte sich zwar immer noch gerne hinter seinen Haaren, dennoch war er bestens gelaunt und lieferte eine großartig stimmliche Leistung. Wirklich alte Songs wie die der „Brave Murder Day“ Scheibe suchte der eingefleischte Fan aber vergebens und auch das geniale `Evidence` bildete diesmal nicht den Abschluss des Konzerts. Aber die Band hob sich noch ein paar wirkliche Kracher für den Schluss auf. `The Day And Then The Shade` leitete den vorerst letzten Teil des Konzerts ein und wurde begeistert vom Publikum aufgenommen.
Dann war Schluss fürs Erste. Die Masse forderte lautstark nach mehr und bekam es auch! `Dispossesion` und `Leaders` setzen den wirklich Schlusspunkt eines großartigen Konzerts voller Melancholie und starker Atmosphäre. Band und Fans gaben nochmal alles. Zufrieden verließen wir mit einem Bierchen in der Hand die Zeche und hoffen auch baldige Rückkehr der Schweden. Bis zum nächsten Mal.
Dante



