Archive for the ‘Konzertberichte’ Category
SAMSAS TRAUM KONZERT
WEENA MORLOCH & SAMSAS TRAUM – Am 18. September 2011 „beehrte“ uns Mr. Alexander Kaschte in der genialen Grazer (Österreich) Location, dem (neuen) Explosiv!
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein ausführlicher Konzertbericht der beiden Kaschte Projekte folgen, welcher leider weder, der hier im Folgenden angeführten Gründe, in der herkömmlichen Form die dazugehörige Aufmerksamkeit, absolut nicht verdient hat! Dich Eines nach dem Anderen…
Die (fan-) freundliche Crew rund ums Grazer Explosiv wurde vom SAMSAS TRAUM Management untersagt, Vorbands zu organisieren, da WEENA MORLOCH & SAMSAS TRAUM als „Gesamtkunstwerk“ angekündigt und auch verkauft wurden. Ein (erster) Schuss ins eigene Knie von Herrn Kaschte, da sich dadurch lediglich rund 100 Besucher ins „Explo“ verirrten. Des Weiteren wurden auf den, am Fanshop aufliegenden Flyern, sowohl WEENA MORLOCH, als auch SAMSAS TRAUM, als zwei separate Konzerte angekündigt!???! Nichts desto trotz ließ ich mich davon nicht beeinflussen und gab den Jungs eine faire Chance, was ich später noch enorm bereuen sollte.
Also fing die Show mit Herrn Kaschtes Industrial-Gothic-Projekt WEENA MORLOCH an. Di ersten zwei Songs überraschten noch mit einer metallisch-musikalischen Schlagseite und durchaus guten – als auch provokanten – Texten. Doch der Mastermind versuchte sich zwischen den Songs als (Pseudo-) Verrückter in seiner Designer Zwangsjacke, mit lächerlichen Ansagen, Aktionen (wie z.B.: Stofftiere penetrieren) und legte sich des Öfteren zum Schlafen auf die Bühne…zudem wurde mit zunehmender Länge des Gigs die Songauswahl immer elektronischer. Seine Möchtegern Psycho Show wirkte nur noch peinlich und so stand er gegen Ende des Sets nur mehr gut 50 Personen gegenüber. Nach kurzer Pause begann dann (endlich) der Auftritt von SAMSAS TRAUM. Herr Kaschte unterstrich einmal mehr seine Antipathie mit arroganten Ansagen wie zum Beispiel (was die Zwischenrufe aus den Publikum anging): „Mir geht das so was von am Ar*** vorbei, denn ICH stehe hinter dem Mikro und bin lauter als ihr ‹…›“ Doch den Vogel schoss der Deutsche damit ab, die österreichischen Kult-Avantgarde-Metaller DORNENREICH auf tiefstem Niveau zu beschimpfen! Nachdem sich danach „DORNENREICH“ Rufe unüberhörbar aus dem Zuseher Bereich breit machten, wusste Herr Alexander Kaschte nichts Besseres zu tun, als sich auf zynischer Art & Weise „zu entschuldigen“ und noch weitere – wirklich extrem niveaulose Ansagen – in die Meute vor der Bühne zu schleudern!
Ich persönlich habe in meinem Leben bereits an die 100 Konzerte live erlebt, doch das eine Band eine andere Combo grundlos derart in den Dreck zieht und nicht mal zu einer ernst zu nehmenden Entschuldigung im Stande ist, war zu viel des Guten bzw. Schlechten. Ich verließ vorzeitig das Explosiv und kann mich bei Herrn Kaschte nur bedanken, dass ich dadurch den einsetzenden Platzregen entkam und so trocken zu Hause ankam.
Nun ist mir auch absolut klar, warum SAMSAS TRAUM in der Szene derart polarisieren. Für mich ist die Band seit diesem Auftritt ebenfalls gestorben. Durch Personen, wie Herrn Kaschte, verlieren wir genau den Zusammenhalt, der die Metalszene seit Beginn an, zu etwas Besonderem gemacht hat!
Danke WEENA MORLOCH, SAMSAS TRAUM oder kurz gesagt,  Alexander Kaschte, für ein (Gothic Metal-) Konzert, bei dem einem die Begeisterung durch EINE total arrogante & dumme Person flöten ging…
SEPULTURA & SOLE METHOD
SEPULTURA & SOLE METHOD, 14. 8. 2011, Graz (AUT), PPC - Tief blauer Himmel und Temperaturen, die zum Baden einluden, regierten an diesem Sonntag den Großraum Graz. So erfreute man sich nicht nur über die lang ersehnte Rückkehr des Sommers, sondern gleichzeitig auch auf eine schweißtreibende Metalsommernacht. Schließlich kündigte sich mit SEPULTURA niemand geringerer, als die Thrash Ikone der 90er Jahre schlechthin, an.
Â
Für etwas Verwirrung sorgte im Vorfeld die Ankündigung zweier Vorbands, obwohl nur Eine tatsächlich von ihrem Glück bescheid wusste: nämlich SOLE METHOD. Die Gleisdorfer, welche u.a. aus ehemaligen Mitgliedern von MIDGARD bestehen, hatten somit alleine die Aufgabe, dem SEPULTURA Publikum etwas Feuer unter dem Hintern zu machen. Dieses Vorhaben setzten die Steirer dann auch mehr als gekonnt um! Es ist durchaus nicht übertrieben zu behaupten, dass der moderne Thrash Metal der Österreicher an diesem Abend musikalisch wie die Faust aufs Auge passte. Diese Tatsache spiegelte sich in den Reaktionen der gut 200 Zuschauer wieder. SOLE METHOD ernteten bereits nach ihrem ersten Song deutlich mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Mit dem Schwerpunkt auf ihrem aktuellen Longplayer „The Way Of The Descent“, schaffte es die Truppe, die Stimmung vor der Bühne von Lied zu Lied zu steigern. Kein Wunder also, dass gegen Ende des Sets bereits mehrere bangende Köpfe und sogar der erste Moshpit des Abends, zu sehen waren. Irgendwie erinnerte mich persönlich die Mucke von SOLE METHOD etwas entfernt an DEVILDRIVER – im positiven Sinne: der sehr moderne Thrash Metal wirkte extrem erfrischend und war derart überwältigend, dass bloßes zusehen für jeden echten Metalhead ein Ding der Unmöglichkeit wurde! Headbangend genoss ich die restlichen Nummern, welche SOLE MEHOD an diesen Abend zum Besten gaben. Natürlich profitierte das Quartett vom tollen Sound und so kamen nicht nur die groovigen, sondern auch die extremen Passagen incl. Gesang, sehr überzeugend rüber. Sehr toll waren auch die eingespielten Sound Sequenzen, meist zu Beginn der Songs. An Eigenständigkeit mangelt es den Jungs auf keinen Fall. Respekt vor dieser Leistung, wir werden mit Sicherheit in Zukunft noch mehr von SOLE METHOD hören…dran bleiben lohnt sich!
Â
Nach der obligaten Umbaupause war es dann endlich so weit! Der Vorhang fiel nach einem kurzen Intro und Derrick Green begrĂĽĂźte das Grazer Publikum mit dem Klassiker „Arise“! Von der ersten Sekunde an verwandelte sich die Menge vor der BĂĽhne in einen ausrastenden Mob, was sich während der gut 90 minĂĽtigen Show auch nicht mehr ändern sollte. SEPULTURA legten mit „Kairos“ & „Refuse/Resist“ nach und lieĂźen der enthusiastischen und völlig entfesselten Crowd keine Verschnaufpause. Es ist schon fast unheimlich, welche Energie Derrick Green, Andreas Kisser, Paul Xisto und Jean Dolabella versprĂĽhen. Man fĂĽhlte sich nahezu zurĂĽckversetzt, in die glorreichen 90er Jahre. Die Stimmung unter den Fans war aufgeheizt aber zu keinem Zeitpunkt feindselig und SEPULTURA spielten wie in ihren besten Zeiten. Da kräht kein Hahn mehr nach den Cavalera BrĂĽdern! Das brasilianische Thrash Kommando bewies einmal mehr, dass man längst zu alter Stärke zurĂĽckgefunden hat und sogar noch einen Schritt weiter ist. Denn mit u.a.: „Convicted In Life“, „Choke“ oder „What I Do“ befinden sich genĂĽgend Nummern in der Setlist, die weder aus der „Max Ă„ra“ noch vom aktuellen Geniestreich „Kairos“ stammen. Dieser Gig unterstrich endrucksvoll, dass diese Titeln live genauso zĂĽnden wie z.B.: das altbekannte „Troops Of Doom“. SEPULTURA selbst gehören noch lange nicht zum „alten Eisen“, denn die Jungs spielten – trotz nahezu unaushaltbarer Hitze – als gäbe es kein Morgen. FĂĽr Unterhaltung sorgte das Improvisationstalent der Herren, als der Sänger während einer Songpause ĂĽber Autos philosophierte und die restliche Band musikalisch darauf einstieg indem sie „Eye Of The Tiger“ anstimmte! Mit „Ratamahatta“, „Territory“ und dem genialen MINISTRY Cover „Just One Fix“, beendete die Bandhymne „Roots“ einen mehr als gelungenen Abend.
Keine Frage: dieses Konzert wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Denn sowohl SEPULTURA, als auch SOLE METHOD, entließen das von Glück berauschte Publikum in eine laue Metalsommernacht…
DONG 2011 REVIEW
Der Festivalsommer 2011 steht ja, wie ihr bereits schon festgestellt habt, unter keinem guten Stern. Nachdem das Rock Hard Open Air ziemlich verregnet war, stand zwei Wochen später auch das Festival-Gelände beim Graspop Metal Metting unter Wasser. Also hieß es leider auch beim diesjährigen Dong Open Air: Berg Unter. Doch von derartigen Widrigkeiten lässt sich der gemeine Festivalgänger nun mal nicht beeindrucken, und so versuchten bereits am Donnerstag Mittag die ersten Besucher Ihre Zelte festzuhalten.
Für das diesjährige Dong hatte man sich gleich mehrere Neuerungen einfallen lassen: ein großzügigeres Zelt (5 Meter breiter), ein aufgebohrtes Festival an jetzt 3 Tagen und die sensationellen Dong-Brötchen aus eigener Produktion. Im Vorfeld geäußerte Befürchtungen, dass aus dem fanfreundlichen Open Air ein zweites Wacken werden könnte, wurden alsbald zerstreut und das nicht nur vom Wind, der mittlerweile ordentlich über den Dong-Berg blies.
Aufgrund verschiedener Probleme (den Berg finden, Zelt festhalten) konnte ich leider die ersten drei Bands des Tages nicht wirklich anhören/ansehen.
Die zweite Truppe SHRAPHEAD klang aus der Ferne teilweise nach VOLBEAT und die dritte Band BLOODWORK ging Death-Metallisch-Technisch zu Werke. Ganz passabel, was da aus dem Zelt hinĂĽber schallte.
2010 noch am frühen Nachmittag verheizt, gingen MOTORJESUS 2011 von der Pole-Position aus an den Start – na ja nicht ganz – Headliner waren ja EVILE, also die Pole-Position der Herzen. Mit Benzin im Blut und Plastikschwert in der Hand hatte The Mighty Birx die Crowd schnell in der Hand. Mit Songs vom aktuellen Dreher wie „Motor Discipline“ oder älteren Krachern wie „Distortion Sleep“ blieb man ganz klar auf der Überholspur. Klasse Gig!
Thrash Metal aus England? Ja, das gibt’s tatsächlich. Einer der hoffnungsvollsten Newcomer des momentanen Thrash-Revivals sind EVILE aus Huddersfield. Auf die Löffel gab’s ordentliches Geballer Marke „Metallica“, „Slayer“ und „Megadeth“.
Mit Melodic Death Metal vom Feinsten weckten am Freitag HARASAI den Berg. Die Essener sind längst eine feste Größe im NRW-Underground und bewiesen mit ihrem technisch versierten Sound, dass sie diesen Status zu recht innehaben. Das Wetter besserte sich zunehmend, die Stimmung ebenfalls, sodass sich spontan der erste kleine Pit vor der Bühne bildete.
Hard Rock der alten Schule mit Prog-Schlagseite gab’s dann von PAST M.D. Zu hören. Ganz nett, aber auch nicht weltbewegend.
Die folgenden ICHOR spielten Black Metal vom ReiĂźbrett. Statisch, steil und langweilig ging man zu Werke.
Aus einem ganz anderem Holz sind CONTRADICTION geschnitzt. Seit über zwei Dekaden macht man bereits den Untergrund unsicher und lärmte bereits mit Größen wie OVERKILL oder tourte als erste deutsche Band überhaupt durch Island. Zum zweiten Mal gaben sich die Herren um Bassgrimassenmonster Westi die Ehre und lockten mit einer fetten Show auch die letzten Mosher aus den Restzelten.
And now – something completely different…. VOGELFREY – die einzige Band im 2011er Line Up, die nach Kuhweide und Landluft klang. Sympathische, gut aufgelegte Band, aber ganz schlimme Klamotten aus dem Kelly Familiy-Gedenkfundus. Musik fĂĽr Rollenspielernerds und Mettrinker – irgendwo zwischen IN EXTREMO und THE MERLONS.
So ganz jungfräulich sind die Polen VIRGIN SNATCH nun wirklich nicht mehr, blickt man doch auf eine schon etwas längere Bandgeschichte zurück. Auch nicht jungfräulich war das Uralt-“Star Wars“-Shirt des Frontmannes – ganz klar der Lappen des Festivals. Der Luke Skywalker-Fan verbrachte dann auch mehr Zeit vor als auf der Bühne und zettelte so manchen Pogo an. Sehr feist.
Black Metal kommt einfach nicht so gut rüber in sonnendurchfluteten, warmen Zelten, so dass der Rezensent keinen wirklichen Gefallen an den Ukrainern von BALFOR fand. Hymnischer Black Metal alter Schule – funktioniert im Club bestimmt besser als in der Schützenzelt-Atmosphäre des Dong.
„Gegen Dich“ stand in selbst gepinselten Lettern auf dem Shirt einer der mit schwarzen Tüchern vermummten Protagonisten von ARTAS. Es gab aber zu keiner Sekunde einen Grund sich zu verstecken – die erst 2006 gegründete Truppe knallte der Dong-Crowd einen derben Eintopf aus Thrash und diversen Core-Elementen vor den Latz. Abgeschmeckt wurde die überaus engagierte Performance mit etlichen Flaschen Bier, die allerdings eher auf den Brettern landeten. Stark!
Der jüngste Co-Headliner (Durchschnittsalter 17) der Dong-Geschichte enterte gegen 20 Uhr die Bühne. Zu bestaunen gab es die von vielen als Schüler-Death Metal gescholtenen HACKNEYED. Nach den ersten Tönen wurde allerdings schnell klar, warum die Band ihren Deal nicht bei Lidl im Konservenregal abgestaubt hat. Fetter Old School Death Metal ganz in der Tradition von ENTOMBED, GORFEST und Co.
ICED EARTH in den letzten ZĂĽgen… Jedenfalls was die Ă„ra Barlow betrifft. Verglichen mit dem mehr als amtlichen Auftritt auf dem Rock Hard Festival vor einigen Wochen, konnte man diesmal noch einige Schippen drauflegen. Hier stimmte einfach alles: Energielevel, Performance und Atmosphäre. Schade, dass man Songs wie „The Hunter“ oder „Watching over me“ in dieser Konstellation nie mehr hören wird. Auf dem Dong-Berg konnte nochmal ordentlich gehuldigt werden. Gänsehaut pur!
Nachdem der Sonnengott fĂĽr Freitag ausnahmsweise mal die groĂźe Lampe angeknipst hatte, hieĂź es ab Samstag morgen wieder REEEEEEEEEEEEEgen. Bisschen Niederschlag gehört ja zum Festival Alltag, aber irgendwann is’ auch mal gut.
Mit dem Frühstücksbier in der Hand und den Punk Rockern SHELLYCOAT auf der Bühne ging es in den 3. und letzten Festival-Tag. Passte zwar nicht so ganz in das Line Up vom Dong, machte aber dank der engagierten Frontröhrensängerin gute Laune.
Melodic Death Metal der derberen Sorte präsentierten dann die Ingolstädter SYMBOLIC. Nicht wirklich originell, aber mitreißend dargeboten.
Weiter ging es mit den mir bisher völlig unbekannten RED CIRCUIT. Power Metal mit Progressiv-Touch gab es auf die Löffel.
Melodic Death Metal, Stockholm, Schweden. Da ist doch eigentlich klar, was den geneigten Freund derber Beschallung erwartet, oder? Nicht so bei CANOPY. Die sechs Herren spielen eine besonders verstörende und dĂĽstere Variante. Ăśberlange hypnotische Songs, die eine ganz eigene beklemmende Atmosphäre entstehen lassen. Der Auftritt wirkte teilweise etwas wirr und zappelig, aber sonst gab’s nix zu meckern. Grandios.
Einen Auftritt der ganz besonderen Art gab es dann von den Norwegern VULTURE INDUSTRIES zu bestaunen. Die Eltern des Sängers sind wahrscheinlich Joe Cocker und Rainald Grebe. Ekstatisch, mit einem dicken Strick um den Hals zappelte der Fronter in Zombiemanier über die Bühne. Musikalisch bewegt man sich irgendwo zwischen ARCTURUS und den unvergessenen PAN THY MONIUM. Eine ziemlich bizarre und hoch spannende Angelegenheit, nicht nur musikalisch.
Derber, roher Death Metal rüttelt am Zeltgestänge – THE ROTTED aus London in da House – ähm Zelt! Der zugetintete Glatzen-Fronter fegt in bester Hool-Manier über die Bühne wie Anselmo in seinen besten Tagen. Und auch die anderen drei sind ziemlich unsympathische Typen.Gefährliche Assis, vor denen man echt Angst haben muss. Solche Männer braucht der Death Metal und keine gut frisierten Muttisöhnchen mit gebügelten T-Shirts. Uarghh.
Das Bier schmeckt und der Regen macht das, was er soll. Primetime im Dong-Zelt. Irgendwie ist jetzt gerade jeder hier – könnte am sch… Wetter liegen oder aber an ORDEN ORGAN, was wohl eher der Fall ist. Die selbsternannten Festival-Pussys haben mit ihrem leicht schunkeligen Power Metal die Meute schnell in der Hand. Neubassist Niels kommt sowieso nicht mehr mit Grinsen nach, als die Menge bei der abschlieĂźenden Monkey Island Verbeugung „We are Pirates“ zum finalen Austicken ansetzt. Superb.
Der abschließende flotte Thrash-3er wurde dann von niemand anderem als von DEW-SCENTED eröffnet. „Taufrisch duftend“ heißt der Bandname auch übersetzt.Von taufrisch konnte aber zu dieser vorgerückten Stunde und den 453892 Litern Trockeneisnebel so gar keine Rede mehr sein.
Dänen lĂĽgen nicht, trinken gerne und viel und klingen irgendwie lustig, wenn sie Deutsch sprechen. Esben “Esse” Hansen, seines Zeichens Frontman bei den Dänen von HATESPHERE, erfĂĽllt alle diese Klischees perfekt. Ich hatte die Band eigentlich längst in den ewigen JagdgrĂĽnden vermutet, aber man agierte äuĂźerst lebendig. Der Barney Greenway Lookalike hinter dem Mikrofon stachelte die Menge dann auch immer wieder mit „Lets Paaaaarty“ an. Ganz groĂźes Kino.
Mit 15-minütiger Verspätung schlug dann Blitz Bobby auf der Bühne ein. OVERKILL-Time. In der Fast-Clubatmosphäre des Dong-Zeltes kam man um einiges intensiver rüber als noch vor einigen Wochen in Gelsenkirchen. Mit „Green and Black“, „Rotten to the Gore“ und Co. gab es direkt derbe auf die Mütze. Leider war dann auch nach etwa 75 Minuten schon wieder Schicht im Schacht . Mit dem abschließenden „Fuck You“ entließ man die Mosher wieder in den Regen. Auch wenn die letzten 30 Jahre nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen sind, zählen die New Yorker nicht zuletzt aufgrund ihrer beachtlichen Live-Shows zum Besten, was die Szene zu bieten hat. Würdiger Headliner.
PRO PAIN TUROCK REVIEW
Pro-Pain, 20th Anniversary Tour 2011, Turock, Essen, 13.05. Ein lauer Frühsommerabend im Essener Turock. Aus Anlaß des 20jährigen Bestehens luden Amerika’s Metalcore-Veteranen PRO-PAIN zum Tanztee der besonderen Art ein. Das Debütalbum „Foul Taste Of Freedom“ in voller Länge plus eine Handvoll weiterer Live-Smasher. So das Versprechen auf der Bandhomepage.
Den Auftakt machten an diesem Abend COLD SNAP aus Kroatien. Auch wenn sie mit ihrer Mischung aus KORN und SEPULTURA-Sounds heutzutage keine Katze mehr hinter ihrem geliebten Ofen hervorlocken dürften, so muss man dennoch den Hut vor den vier Jungs ziehen. Aufgrund der frühen Spielzeit fanden sich sage und schreibe drei Leute vor der Bühne ein. Der Spielfreude auf der Bühne tat dies aber keinerlei Abbruch. Hoch motiviert und professionell wurde hier Gas gegeben und eine energiegeladene Show dargeboten. Unter den beschriebenen Umständen verdient das jede Menge Respekt. Das Songmaterial hingegen erwies sich als gefällig aber wenig eigenständig. Besonders im Ohr geblieben ist mir der eingängige Stampfer ‚Mea Culpa’. Alles in allem waren COLD SNAP ein ganz netter Anheizer von dem aber niemand ernsthaft eine längere Spielzeit gewünscht hätte.
Setlist COLD SNAP:
Intro (sample)
You Failed
Bury The Hatchet
Snap
Genocide
We Are (sample)
T.S.O.M.
Mea Culpa
Bongo Bong
Weiter ging es mit TENSIDE aus Bayern. Die vier Jungs drückten gleich ordentlich aufs Gaspedal wobei musikalisch schon eher in die gleiche Kerbe geschlagen wurde wie beim späteren Hauptact. Sehr routiniert wurden Songs wie ‚Tear Down Your Fears’, ‚Grenade Of Hate’ und ‚One Bullet Left’ in Richtung Publikum geschmettert. Man merkt der Band ihre vorhandene Liveerfahrung deutlich an. Vom immer voller werdenden Turock wurde dies dankend aufgenommen. Unterm Strich ein solider Auftritt, der Laune auf den Headliner machte.
Setlist TENSIDE:
Intro
Tear Down Your Fears
Armed’N’Dangerous
Burning Heart
Grenade Of Hate
Arrested
No Tears For You
I HATE IT
Rock Song
One Bullet Left
Im Anschluss gab es dann satte 1,5 Stunden die PRO-PAIN-Vollbedienung. Auch wenn das Quartett nunmehr seit zwanzig Jahren eine verlässliche Livegranate darstellt, war ich dennoch etwas skeptisch, wie die Band den gesundheitsbedingten Ausfall von Gründungsgitarrist Tom Klimchuck verkraften würde. Jegliche Bedenken wurden allerdings schon nach den ersten Sekunden des Auftritts komplett zerstreut. Ersatzmann Adam Phillips (INDORPHINE) fügte sich nahtlos in die Livepower der übrigen Bandmitglieder ein und ist sogar in Sachen Ausstrahlung ein würdiger Vertreter seines Vorgängers.
Nachdem diese Sorge also frühzeitig beseitigt wurde, stand erst mal der Genuss des an einem Stück dargebotenen Erstlingswerk „Foul Taste Of Freedom“ auf der Tagesordnung. Jeder der das geniale Debütwerk kennt, weiß hier jagt ein Kracher den anderen. Favoriten hat vermutlich jeder seine eigenen, ich persönlich freute mich besonders über ein „Wiedersehen“ mit den Songs ‚Death On The Dancefloor’, ‚Every Good Boy Does Fine’ und dem Tom Klimchuck gewidmeten ‚Johnny Black’. Die Band gab dabei alles, versprühte Spielfreude ohne Ende und Frontsau Gary schwitzte sich wahrlich das gesamte Hemd vom Leib. Das Publikum honorierte das, ging vom ersten bis zum letzten Ton mit und bekam sogar einen beachtlichen Moshpit zustande.
Von dieser Resonanz weiter angestachelt, bretterten Pro-Pain im Anschluss noch ein feines Best-Of Programm in die Runde. Mit ‚Unrestrained’ vom aktuellen Album beginnend, über die Hits ‚In For The Kill’ und ‚Unamerican’ bis zum abschließenden ‚All For King George’ groovte man sich weiter durch die Botanik, dass es eine wahre Freude war. Wieder einmal ein denkwürdiger Auftritt einer Band, die man sich live gar nicht oft genug reinziehen kann. Glücklicherweise gilt dies auch noch ohne Tom Klimchuck. Und auch wenn er sich um seine ehemaligen Recken in dieser Form keinerlei Sorgen machen muss: Get well soon!
Setlist PRO-PAIN:
Foul Taste Of Freedom
Death On The Dancefloor
Murder 101
Pound For Pound
Every Good Boy Does Fine
Death Goes On
Rawhead
The Stench Of Piss
Picture This
Iraqnophobia
Johnny Black
Lesson Learned
God Only Knows
Unrestrained
Three Minutes Hate
In For The Kill
Neocon
No Way Out
Can You Feel It
Unamerican
All For King George
Thomas
THE BIG 4 GELSENKIRCHEN
The BIG 4 Review – 02.07.2011 Gelsenkirchen Am 02. Juli trafen sich die großen 4 Titanen METALICA, SLAYER, MEGADETH und ANTHRAX, um den Jugendtraum vieler neuer und alter Metalfans zu erfüllen. In der Arena auf Schalke lieferten sie ihren einzigen Deutschland Gig ab und bereits im Vorfeld ging ein Riesenjubel durch die Metalgemeinde, weil es ein legendäres Konzert werden sollte.
Die Bilanz des Konzerts in Kurzform: 57.000 Zuschauer, ein prall gefĂĽlltes Stadion, jede Menge Ăśberraschungen, Magic Moments vor dem Herrn und abgrundtiefe Enttäuschungen durch den Veranstalter, dessen Organisation im besten Fall als „unter aller Sau“ zu bezeichnen ist…
Gegen 16 Uhr kamen wir auf dem Arenagelände an; einen guten Parkplatz, viele Leute und ein beeindruckendes Stadion ließen den Tag bereits gut anfangen. Nach einer kurzen Kontrolle unserer Taschen standen wir auch schon auf der Tribüne und hatten einen atemberaubenden Blick auf das Geschehen. Allerdings mussten wir uns längere Zeit durchkämpfen, bis wir unsere Sitzplätze gefunden hatten, da diese nicht eindeutig beschriftet waren und die Security uns lediglich mit Schulterzucken weiterhelfen konnte. Kurz geärgert, frisch hingesetzt, dann ging´s auch schon los:
ANTHRAX betreten die Bühne und legen sofort los. Leider müssen sie sich mit einem eher mittelmäßigem Sound rumschlagen, der lediglich von der Stimme Joey Belladonnas vorangepeitscht wird. Das Fehlen von Ian Scott ist zwar bedauerlich, ist hier jedoch leider nicht der Hauptknackpunkt, da leider in erster Linie der Sound die Stimmung nicht aufkommen lässt. Somit sind ANTHRAX lediglich eine bescheidene Vorband, obwohl sie allerdings nichts dafür konnten, weil sie auf der Bühne alles gegeben hatten. Die Tontechniker gehörten für dieses Debakel jedenfalls ordentlich ausgepeitscht.
Einige Minuten und die erste Enttäuschung später ging´s zum Bierholen und einen Klogang hinlegen. Nach einer Ewigkeit anstehen für das Klo und weiteren Minuten vor dem Bierstand erfuhr ich, dass man in der gesamten Arena nur mit einer Arena Karte bezahlen konnte, vor der sich eine Schlange staute, die bis zur Eingangstür und darüber hinaus ging. Das galt übrigens sowohl fürs Essen und fürs Trinken. Nochmal geärgert, keine Zeit mehr gehabt, also wieder rein.
MEGADETH hatten etwas mehr Glück mit dem Sound als ANTHRAX, und legten mit einer emotionalen Show los. Die Gitarren krachten durch das Stadion, das Schlagzeug jagte die Songs voran, allerdings ging dieses Mal die Stimme von Dave Mustaine flöten. Man konnte mehr erahnen als erkennen, so dass es schwer war Granaten wie „Symphony of Destruction“ überhaupt zu erkennen. Mr. Mustaine schien ebenfalls recht sauer über die Situation zu sein, weshalb er sich auch erst nach dem vierten Song zu einer Begrüßung hinreißen ließ. Somit plätscherte der Auftritt vor sich hin und außer beeindruckenden Gitarren blieb leider nichts legendäres von dem 40 Minütigen Auftritt übrig.
Enttäuscht brauchte ich mittlerweile etwas zu Essen und so zog ich los, um von meiner Arena Karte was zu besorgen. Eine halbfertig frittierte Pommes und langes Anstehen beim Bierstand später erreichte ich dann endlich meinen Platz, wobei ich den Anfang der nächsten Band leider verpasst habe.
SLAYER war es offenbar scheißegal, wie ihr Sound war, sie bretterten sich ordentlich durch ein Set, dass jedem die Freudentränen in die Augen trieb. Tightes Zusammenspiel, textsicheres Publikum und Aggression vor dem Herrn ließen das Stadion ordentlich kochen. Zu schade, dass wir mitten im Auftritt mit anderen Fans zusammengerieten die ebenfalls Platzkarten hatten und sich rausstellte, dass wir falsch saßen. Einige Songs und Überredungskünste später hatten wir unseren richtigen Sitzplatz gefunden und konnten noch „Dead Skin Mask“, „South Of Heaven“ und „Angel Of Death“ mitnehmen. Ein abgrundtief geiler Auftritt, der endlich das Gefühl gegeben hat, beim richtigen Konzert zu sein.
Diese Mal war ich schlauer und blieb auf meinem frisch ergatterten Platz, damit ich auch jede Minute der 40 Minuten Umbaupause mitbekomme. War auch nicht schlimm, weil meine Begleitung diese Zeit fast komplett benötigte, um sich auf die mittlerweile ĂĽberquillenden Klos zu vergnĂĽgen. Ein Versuch 2 Arena Karten zusammenrechnen zu lassen, damit wir noch Getränke bekommen ging schief und nach einem etwas hitzigerem Streitgespräch mit der Kartenverkäuferin bekamen wir den Preis, der auf der Karte noch abgespeichert war, zurĂĽck. Es war genau dieser Moment an dem wir während einer Bierdusche, die uns in regelmäßigen Abständen von den oberen TribĂĽnen auf die Köpfe regneten, wo wir das Konzert abbrechen wollten. Aber Geduld, vielleicht haben METALLICA mit dem Sound ja mehr GlĂĽck…
Und sie hatten Glück. Nach einem kurzen Intro, sprangen METALLICA auf die Bühne und eröffneten mit „Hit The Lights“ einen legendären Auftritt! Sie hatten sichtlich Spaß getankt und das übertrug sich in wenigen Sekunden auf das, bis dahin noch frustrierte, Publikum. Ohne Begrüßung oder Vorwarnung pfefferten sie „Master Of Puppets“ ins Stadion und hatten ab dem Zeitpunkt die Katze im Sack. Eine kurze Begrüßung und weiter ging´s mit Klassikern aus den ersten fünf Alben, die einen Magic Moment nach dem anderen bescherten: „The Shortest Straw“, „Blackened“, „Seek and Destroy“, um nur einige zu nennen. Dabei wurde auch gut auf Abwechslung geachtet, so dass sich schnellere Nummern mit Göttersongs wie „One“, „Fade To Black“ und „Welcome Home (Sanitarium)“ abwechselten. Begleitet wurde das Set von grandiosen Pyroeffekten, die sich sehen lassen konnten. Die Hard Fans wurden mit dem instrumentalem Stück „Call Of Ktulu“ restlos glücklich gemacht und auch die kommerziellen Nummern wie „Enter Sandman“ und „Wherever I may Roam“ waren Gänsehautfabriken vor dem Herrn! Mein persönliches Highlight und eine wahre Offenbarung in Sachen Live Erfahrungen!
Nach 1,5 Stunden Spielzeit sollten alle 4 Bands noch mal auf die Bühne stürmen, um das Finale zu feiern und gleichzeitig den 30 jährigen Geburtstag von METALLICA zu feiern. So legte man los, doch die zunehmenden Bierduschen und das Gedränge auf den Sitzplätzen veranlasste uns dazu, den Heimweg anzutreten. „Creeping Death“ konnten wir noch mitnehmen, bevor der Horror weiterging: leider war der Parkplatz unzureichend ausgeschildert, so dass wir insgesamt 45 Minuten umherirren mussten, bis wir unser Auto gefunden hatten. Zum Glück noch rechtzeitig, damit wir in den Rückstau der Besucher kamen, wobei fast 3 Besucher ihr Leben gelassen hätten, die mit besoffen auf einer Schnellstraße entgegen gelaufen sind.
Fazit: METALLICA und SLAYER haben GlĂĽck gehabt und konnten die AnsprĂĽche voll ausnutzen. ANTHRAX und MEGADETH waren leider nicht mehr, als akzeptable Vorbands, die dem Soundmischer zum Opfer gefallen sind.
Zur Organisation: die Erwartungen an so ein legendäres Konzert sind durch den Veranstalter brachial zerstört worden. Endlose Warteschlangen vor überfordertem Personal, ein perverses Abrechnungssystem über Arena Karten, zu wenig Klos für 57.000 Fans (wie kommen die sonst mit der Organisation eines Fußballspiels klar?), seltsame Ideen (wer stellt bitte in den Innenraum 5 Dixi Klos auf?) und zum Teil gefährliche Szenen im Innenraum, da die Absperrungen während des Konzerts nach hinten verlegt wurden. Auf keinem Konzert/ Festival habe ich so etwas erlebt und die Konsequenz ist einfach:
Nie wieder ein Besuch auf einem Konzert in der Gelsenkirchener Arena auf Schalke!
ROCK IN CONCERT OPEN-AIR 2011 REVIEW
Das Risiko war groß, doch nach dem vergangenen Wochenende sind sich Veranstalter, Bands und Besucher einig: Es hat sich gelohnt! Am 17. Und 18. Juni fand im Weismainer Waldstadion die erste Auflage des „Rock in Concert“ Open-Airs mit Bands wie MOTÖRHEAD, ALICE COOPER und IN EXTREMO statt und hat nach diesem Start wohl gute Chancen sich in der deutschen Festivalszene zu etablieren.
Entgegen der Wettervorhersagen ging es am Festivalfreitag mit strahlendem Sonnenschein und der Musik von GUNS OF MOROPOLIS los. Ein perfekter Anfang fĂĽr ein gutes Festival!
Anschließend spielten Ex-SODOM-Gitarrist ANDY BRINGS und die Assi-Rock’n’Roller von9MM.
Trotz des gelungenen Auftritts von D-A-D, die als nächstes die Bühne enterten, trafen THE BONES, die in Franken generell als sehr beliebt gelten, anschließend eher den Geschmack des Weismainer Publikums. Dreckigen Punk’n’Roll gab es hier zu hören und obwohl die vier Jungs schon seit vier Jahren kein neues Album mehr auf den Markt gebracht haben, konnten sie die Masse begeistern.

Bei den MISFITS schieden sich anschließend die Geister. Während die einen schlichtweg begeistert waren, langweilten sich die anderen ziemlich. Der Auftritt an sich war gut, die Auswahl der Songs laut einigen Fans weniger. So hörte sich leider alles ziemlich einheitlich an – definitiv zu wenig Abwechslung für eine Stunde Spielzeit. Mich konnten sie damit auf jeden Fall nicht überzeugen.
DANKO JONES hingegen holte die Menge wieder vor die Bühne. Der Kanadier kam nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit seinen lockeren Sprüchen beim Publikum an, das eine Stunde lang ausgelassen feierte. Für mich eines der Highlights an diesem Tag, da die Stimmung hier einfach überragend war. Dazu noch Sonne und Bier – so muss das sein!

Und ab dann wurde es nur noch besser! Die BROILERS legten eine gewohnt gute Show hin und brachten das ganze Waldstadion zum Tanzen. Besonders bei einem ihrer bekanntesten Songs, „Meine Sache“, fand die Begeisterung kein Ende.
Anschließend war es dann auch schon Zeit für den Auftritt von Schockrocker ALICE COOPER. Die Konzerte dieses Mannes sind nicht einfach nur Konzerte, sondern wirkliche Shows, von denen jede eine eigene Geschichte erzählt. Beeindruckend ist jedoch vor allem die Energie, die dieser 63-jährige Mann noch immer auf die Bühne bringt, und die Kraft die in seiner Stimme steckt. Auch dass es etwa zur Hälfte des Auftritts anfing wolkenbruchartig zu regnen, konnte dem Konzert keinen Abbruch tun – ganz großes Kino!
„We are MOTÖRHEAD and we play Rock’n’Roll!“ Mit den klassischen Einleitungsworten begannen Lemmy und Co. ihre Show – was soll man dazu noch groß sagen? So gut wie jeder Metaller hat diese Band wohl schon gesehen – und das meist nicht nur einmal – und trotzdem ist es immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis! Einziger Minuspunkt: Die versprochene Zwei-Stunden-Show fand leider schon nach knapp 90 Minuten ihr Ende.
Auch am zweiten Tag hatte sich das Wetter leider noch nicht wirklich erholt. Demnach sah auch der Boden des Stadions aus und jeder, der an Gummistiefel oder ähnliches gedacht hatte, konnte sich freuen. Wenigstens regnete es nicht mehr, doch der Himmel blieb den kompletten Samstag über leider ziemlich trüb.
Alles andere als trĂĽb war jedoch die Stimmung, die schon bei den ersten Bands WOLFCHANT, SUIDAKRA und VARG nicht auf sich warten lieĂź.
VAN CANTO begeisterten anschließend mit ihrem „a cappella-Metal“. Obwohl die Band sehr sympathisch herüberkam und man ihnen den Spaß, den sie auf der Bühne hatten, deutlich anmerken konnte, muss man sagen, dass deren Musik auf Platte einfach besser klingt. Aber schließlich haben sich diese fünf Sänger auch eine wirklich schwierige Aufgabe gestellt.
Danach gab es „Irish Independent Speedfolk“ von FIDDLER´S GREEN zu hören. Wer da noch still stand, dem war wirklich nicht mehr zu helfen. Eine Stunde lang gute Laune pur!

Auch ENSIFERUM kamen anschlieĂźend sehr gut beim Publikum an, jedoch wirkte die Band nicht wirklich authentisch, da alle die Instrumente, die auf den Alben von Gastmusikern gespielt werden, vom Keyboard ĂĽbernommen wurden. Da ich die Band davor noch nicht live gesehen habe, weiĂź ich nicht, ob das immer so ist. Jedoch konnten sie damit bei mir nicht punkten.
DIE APOKALYPTISCHEN REITER spielten anschließend eine rundum gelungene Show. Wie immer beeindruckte diese Band unter anderem durch ihr Bühnenbild und die dazugehörigen Showelemente, doch auch musikalisch gehörte deren Auftritt zu
einem der Besten am Tag.
Auch die schwedischen SABATON schafften es, den Platz vor der Bühne zu füllen und vor allem Sänger Joakim begeisterte durch seine charismatische Art und das gebrochene Deutsch, mit welchem er sich mit seinen Fans unterhielt. Weiterer Pluspunkt war der Sound, der an diesem Wochenende im Waldstadion für einen Open-Air-Sound sowieso richtig toll war!
Weiter ging’s mit SUBWAY TO SALLY, die ebenso wie der Headliner IN EXTREMO die Besucher mit Pyro-Technik en masse wärmten – ein wahrer Traum bei diesem Wetter! Beide Bands präsentierten eine gelungene Mischung aus alten und neuen Songs, was besonders bei IN EXTREMO interessant war, deren neuestes Album „Sterneneisen“ erst im Februar diesen Jahres erschienen ist.
Alles in allem bildeten die zwei Bands einen gelungenen Abschluss eines gelungenen Festival-Newcomers und man kann nur hoffen, dass sich das „Rock in Concert“ Open-Air etablieren und auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird.
Anna
RH-FESTIVAL 2011 3. Tag
Sonntag, 12.06.2011 Nach einem stundenlangen Kampf mit Kälte, Nässe und Lärm der Nachbarn (man kann eine Red Hot Chili Platte wirklich eine ganze Nacht lang durchhören) und einem endlos über dem Gelände kreisenden Hubschrauber, beschloss ich, den Schlaf einfach ausfallen zu lassen. Neben einem gruseligen Morgennebel (Silent Hill lässt grüßen) und der Müdigkeit treffe ich noch andere Nachbarn, die bereits wieder feiern. Wenige Stunden später packe ich mit meinen Begleitern die Klamotten ein, verstau alles im Auto und es geht zum letzten Shopping Armageddon auf die Merch-Stände.
Und nun lest, was Uli ĂĽber die erste Band zu sagen hat!
Das Amphitheater war heute noch nie bei einer ersten Band so voll, und das Stimmungsbarometer zeigte von Anfang an deutlich alle Zeiger nach oben. Was hier geboten wurde, war eine Zeitreise in die frühen 80er Jahre. Hardrock war jetzt angesagt, der zwar etwas altbacken wirkte, aber wie Sau rockte!! Das holländische Trio um Gitarrist Willem Verbuyst spielte sich die Seele aus dem Leib! Geboten wurde ganz großes Kino, denn was die drei hier für eine Show abzogen, war schon meines Erachtens eine stadiontaugliche Angelegenheit. Als dann noch zwei blonde Hupfdohlen im 80er Jahre Spandex Outfit die Bühne betraten und dementsprechende Tanzeinlagen boten, gab es im Publikum kein Halten mehr.
Fazit! Selten habe ich das Amphitheater bei einer ersten Band so ausgelassen feiernd gesehen! Alle Achtung!
Uli
Weiter geht es mit Radu!
Kurz darauf geht´s zur Bühne, wo sich eine amtliche Menschenmenge bereits versammelt hat, um ENFORCER zu bestaunen. Die Schweden hechten recht hektisch auf die Bühne und lassen sofort die Sau von der Kette. Dreckiger Rock`n Roll mit stellenweise Punk Einschlag lassen auch die übermüdeten Leute noch mal die Matte schwingen. Auch fordern die Jungs ordentlich die Unterstützung des Publikums, die sie sofort bekommen. Mit rockenden Riffs, 80er Jahre Flair und einer derben Spielfreude feierten sie mit den Anwesenden eine riesige Rock Party, die auch vor 20 Jahren noch legendär gewesen wäre. Feine Sache!
Kurzer Umbau, kurz etwas essen, dann werden ATLANTEAN KODEX angekündigt. Eine Mischung aus MANOWAR und BATHORY soll es sein. Große Worte, denen eine cleane Gitarre und eine melodische Stimme folgen. Mit Abstand der ruhigste Einstig auf dem Festival; zu Beginn weiß man nicht so recht, was man davon halten soll, doch einige Die Hard Fans in den ersten Reihen reißen ruckartig das Stimmungsbarometer nach oben, so dass schnell mitgesungen und zu den treibenden Passagen gebangt wird. Im Laufe des ersten Songs entwickelt sich dadurch eine derartige Gänsehautatmosphäre, dass die komplette Band durch die Bank aus dem Grinsen nicht mehr rauskommt und die Spielfreude auf „Berserker“ gedreht wird.
Besonders der Sänger ist von derartigen Emotionen so überwältigt, dass man ihn teilweise gar nicht mehr verstehen kann, weil das Publikum bisweilen lauter als die PA ist. Die Mischung aus tonnenschweren Riffs, getragenem Gesang und abwechslungsreichem Songwriting zünden ordentlich. „Marching Homeward“ oder „The Atlantean Kodex“ lassen die vorderen Reihen des Amphitheaters buchstäblich kochen, bevor mit der Doomkeule „Temple Of Catholic Magick“ ein weiteres Highlight des Festivals den Vorhang fallen lässt. Zusammen mit EPICA definitiv die Überraschung des diesjährigen Rock Hard!
Leider fiel der Gig von Metal Inquisitor meiner Shopping Laune zum Opfer (ich brauchte unbedingt die CD der vorigen Band) und so ging es erst zur Band danach, von der uns Chris nun berichten wird.
Entweder lag es daran, dass sie seinerzeit vor fast 20 Jahren schon sträflich unterbewertet waren, oder die Musik war zu anspruchsvoll für die Feiermeute an diesem Nachmittag, auf jeden Fall hätten ANACRUSIS viel mehr Beachtung verdient, denn das Rund vor der Bühne war nur spärlich gefüllt. Diejenigen, die da waren, haben das Ami-Quartett allerdings gebührend gefeiert, und das völlig zu recht.
Hammer präzise wurden die Klopper, die größtenteils von den Alben „Screams and Whispers“ und „Manic Impressions“ bestanden, herunter gebolzt. ´Paint a Picture´ und ´I love the World´ waren ein ordentlicher Einstand in das Set. Der Sound passte auch perfekt, ein Lob an den Mischer, und spätestens, als ´Sound The Alarm´ angestimmt wurde, wuchs mir eine ordentliche Hühnerpelle auf den Armen! Ein Wahnsinns-Gig war das, für mich ein absolutes Highlight des Festivals, viel besser geht es nicht!
Chris
Und das Wort geht nun wieder zurĂĽck an den Radu!
VICIOUS RUMORS haben mich nie so interessiert, aber die letzten Songs haben wir dann doch noch mitbekommen. Ein prall gefüllter Platz und ein Sänger in einer zirkusartigen Uniform warteten da bereits auf uns, während im saftigen Soundgewand die Songs auf die Fans einschlugen. Sowohl schnelle Granaten, als auch Mitsinghymnen sorgten neben den Gebärden des Sängers, der sich mit Extrem Posing, Stagediving und einem Digicamfaible von den anderen Bands des Festivals abhob, für Bombenstimmung. Zum Abschluss des Gigs wurde noch mal eben eine Gitarre in die Menge geschmissen, was man auch nicht alle Tage sieht. Gescheiter Gig, aber leider nicht meins.
Doch! FĂĽr mich DIE Band des Tages!!! Anm. Uli
Dafür freuen wir uns nun auf den Experten-Tipp von Chris zur nächsten Band: Blitz und seine Mitstreiter betreten pünktlich die Bühne und entfachen einen Orkan, wie es sich für die alten Haudegen von OVERKILL gehört. Voller Moshpit und eine vollgepackte Setlist mit Klassikern, die man nicht alle Tage von ihnen live um die Ohren gehauen bekommt. ´E.V.I.L. Never Dies´, ´Skullcrusher´!!, 2 Songs vom ´84er „Power in Black“ DEMO, `Death Rider´ und ´The Beast Within´, das war schon ein einmaliges Erlebnis. Über die Performance gibt es auch nichts zu meckern.
Blitz fegte wie immer über die Bühne, als wäre er grad 20 und ginge nicht schon auf die 50 zu, ebenso frisch präsentierte sich die Instrumentalfraktion. Ich glaube, selbst wenn sie es wollten, könnten die Jungs einfach keinen schlechten Gig abreißen, für mich klar der Headliner am Sonntag, auch wenn sie es nicht waren.
Chris
Erteilen wir wieder unserem Radu das Wort!
Mittlerweile ordentlich müde und kaputt von den letzten Tagen (Camping ist wahrlich kein Kindergeburtstag), sollte nun die Kür kommen. Nach Publikumsabstimmung zum coolsten Bandshirt (Slayer) (Nicht zu vergessen, die Gewinner der Karaokeshow, die noch einmal ihr Lied auf der Hauptbühne gesungen habe! Anm. Uli) betraten DOWN die Bühne, was mich unweigerlich Jahre in die Vergangenheit katapultierte. Frontmann Phil Anselmo hatte sich die Haare und Bart abrasiert und stand auf der Bühne wie zu den glorreichen Zeiten mit PANTERA. Nach dem ersten Auftakt, bei dem seine Stimme einfach nur mit „monströs“ beschrieben werden kann, machte ein gut gelaunter Anselmo die Bestellung klar: „Alle Hände hoch, wir haben nur die eine Nacht um gemeinsam richtig abzufeiern!“.
Nach der Ansage, dass dieser Gig dem verstorbenen PANTERA Gitarristen Dimebag Darrel gewidmet ist, brachen alle Dämme und das Publikum feierte ordentlich ab. Die tonnenschweren Riffs und das aggressive (teils growlende) Organ Phils ließen das Theater in den Grundfesten erzittern, wobei der Sound auch fleißig übersteuert war. Neben der Musik spielte man auch ordentlich mit dem Publikum; so begann man einen Song zweimal, weil das Posing der Band zu sehr nach Death Metal aussah, eine versaute Version von „Sweet Home Alabama“ wurde angestimmt und kleine Spielereien mit dem Mikro als Tribut an das neue MORBID ANGEL Album wurden hingelegt. Zu besoffen oder schräger Humor, auf jeden Fall war der Gig einen Besuch wert und ein würdiger Abschluss für den diesjährigen Besuch in Gelsenkirchen.
Fazit: Saugeiles Festival in schöner, gemütlicher Atmosphäre, eine tolle Security, etwas Pech mit dem Wetter, einige Überraschungen und auf jeden Fall viele Highlights. Rock Hard, wir sehen uns wieder in 2012!
Chris, Uli und Radu
Die Fotos werden später in unserer neuen Galerie zu sehen sein! Wir werd euch auf dem Laufenden halten!
RH-Festival 2011 2. Tag
Samstag 11.06.2011 Nach einer ordentlich durchzechten Nacht und der obligatorischen Frage, wie man es geschafft hat sein Zelt zu finden, folgte ein leichter Kater, gefolgt von leichter ĂśbermĂĽdung. Der gestrige Abend konnte schon mit vielen geilen Bands, einer traumhaften Atmosphäre und halbwegs gescheitem Wetter aufwarten. Und so ging es weiter…
Nach einem ausgedehnten Frühstück und dem ersten Shoppingangriff im Metal Market, ging es wieder Richtung Bühne. Die ersten beiden Bands des Tages hatten wir zwar verpasst, aber pünktlich zum Paukenschlag von DISBELIEF wurden die Gehörgänge frei geballert. Mit amtlichem Sound ergossen sich binnen Sekunden saugeile Songs über die Komapatienten auf den Rängen und rissen sie schnell aus dem Bierrausch direkt vor die Bühne. Der Platz füllte sich anständig und der charismatische Krächzgesang Jaggers ließen schnell das Herz eines jeden Old School Death Metal Fans höher schlagen. Unter tonnenschweren Riffs ließen die Jungs das Amphitheater beben und zockten sich fleißig in Gehörgänge sämtlicher Extrem Fans. Gelungene Sache!
Eine kurze Umbaupause und eine Ansage später, betraten dann EPICA die Bühne. Ich kannte die Band lediglich von Erzählungen und bereitete mich seelisch auf einen weiteren NIGHTWISH-Klon vor, als die Jungs mit ihrem Set begannen. Als Simone Simons dann die Bühne betrat, und mit ihrem klassischen Gesang loslegte spürte, man sofort, dass es sich hier um eine eigenständige Band handelte, die mit Kopieren nichts am Hut hatte. Mit einer saftigen Packung Spielfreude jagten die Holländer sich durch ein Set, das sowohl das letzte Album „Design Your Universe“ als auch einige ältere Stücke beinhaltete.
Dabei kam besonders die härtere Seite der Band zum Vorschein; stellenweise ballerte das Schlagzeug in bester Knüppelmanier auf die Fans ein, während Herr Jansen (Gitarre & Gesang) einiges an aufgestautem Hass auf die Audienz losließ. Die Spielfreude übertrug sich schnell auf die Zuhörer und steigerte die Stimmung in Euphorie. Neben Mitsingparts gab es auch Animation der Chefklasse, durch die kleinen Spielereien auf der Bühne. Sowohl die Freunde guter Melodien als auch die Knüppelfraktion wurden hier mit einer rundum Vollbedienung verwöhnt; ganz großes Kino und eines der Highlights auf dem diesjährigen Rock Hard!
Ein Klogang und eine Packung gebratener Nudeln später, ging es wieder Richtung Bühne, wo die Umbaupause für BULLET inzwischen beendet war. Der Platz war mittlerweile gut gefüllt und nach einem kleinen Intro ging´s auch los. Die Schweden pfefferten eine Mitgröhl Granate nach der anderen ins feierwütige Publikum. Mit ihrem 80er Jahre Stil (und Outfit) kamen die Jungs souverän und lässig daher, zogen ihr Rock`n Roll Ding locker durch, obwohl sie meiner Meinung nach viel zu sehr an AC/DC erinnerten. Das schien aber sonst kaum jemanden zu stören, denn man sah viele Matten kreisen und noch mehr tanzendes Volk, die mit diesem Soundtrack in Rekordzeit die Bierreserven des Festivals an ihre Grenzen zu treiben drohten. Bereits nach den ersten beiden Songs fraß das Publikum den Jungs aus der Hand und es wurde eine ordentliche Rock`n Roll Party gefeiert.
Geschichtsstunde der besonderen Art sollte bei dem Akt von MORGOTH anstehen. 20 Jahre sind seit dem „Cursed“ Album vergangen und genau in dem Line Up sollte hier die Wiedergeburt der Band stattfinden. Was dann nach den ersten Klängen über das Amphitheater einbrach, ist allerdings schwer in Worte zu kleiden. Ein knackiger Sound katapultierte alle Anwesenden in die Zeit zurück und man hatte das Gefühl, als hätte „Cursed“ gerade vor wenigen Wochen das Licht der Welt erblickt. Die Sauerländer Stimme rotzt sich durch alle anwesenden Gehörgänge und die dargebotenen Songs ballern wie Sau. Obwohl man am Anfang das Gefühl hat, man spielt hier auf Sicherheit, entlädt sich nach wenigen Momenten eine Packung aufgestauter Wut, die den Death Metal in seiner urtümlichsten Version von der Kette lassen. Während des Gigs steigert man sich immer weiter, bis man schließlich sogar den Himmel in Stücke geknüppelt hat, der die Anwesenden mit einem ordentlichen Regenguss auf eine harte Probe stellt. Hier wurde Geschichte geschrieben und für junge Knüppelfreunde als auch Fans von älteren Semester eine ganz große Sternstunde geboten!
Der Regen wollte sich nicht beruhigen und so zieht sich für die noch wenigen Anwesenden die Umbaupause von AMORPHIS quälend in die Länge. Nach einer emotionalen Ansage geht´s auch sofort mit dem Opener von „The Beginning Of Times“ los. Das Album hatte vielen Anwesenden bereits zuhause einige Sternstunden beschert, aber live konnte man problemlos einige Schüppen drauflegen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass trotz des Regens die Finnen bereits nach dem Opener hemmungslos abgefeiert wurden. Schon nach 2 Songs hat sich der Regen beruhigt und AMORPHIS führen uns durch sämtliche Alben seit dem Beitritt des Sängers Tomi Joutsen. Kurze Ausflüge in die Vergangenheit gibt es mit „Against Widows“ und „The Castaway“. Das jetzt bis zum Anschlag gefüllte Amphitheater bangt, tanzt sich die Seele aus dem Leib, während ich mit „Three Words“ meinen persönlichen Magic Moment habe und bestätige, dass auch die neuen Songs eine unbeschreibliche Magie haben. Für mich eindeutig DAS Highlight schlechthin.
Das fand ich auch, aber nur fĂĽr den Samstag geltend! Anm.: Uli
Bis auf die Knochen durchnässte Klamotten, ein zusammengebrochenes Zelt und Müdigkeit zwingen mich zum Zelt, wo ich es dann auch nicht mehr zu ICED Earth schaffe, was aber nicht schlimm ist, da ich sie bereits bei einem vergangenen Rock Hard Festival bewundern durfte. Ich bin mir aber sicher, dass sie einen guten Job gemacht haben.
Radu
Und den machten sie auch in der Tat! Das hier war eine ganz runde Sache, bzw. lt. Rock Hard, eine geschichtsträchtige Show. Denn Matt Barlow verlässt mal wieder ICED EARTH und dieses sollte heute Abend eines seiner letzten Konzerte sein. Na ja! Wir sind gespannt!
Es war ein vollkommen geiles Konzert was hier im Rund geboten wurde, nur dass der Regen dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machte. Aber das tat dem Spaß der Fans keinen Abbruch, denn sie feierten ICED EARTH mächtig ab! Geboten wurde eine Best Of-Show der Sonderklasse. Der Sound kam klar und druckvoll aus den Boxen, die Band war hochmotiviert und Barlow sang dazu noch göttlich!!! Was will man mehr!! Ein absoluter Headliner!! Denn nicht ohne Grund zählt ICED EARTH zu den besten Metal Bands der Welt. Und so machten wir uns nach dem Konzert völlig durchnässt auf den Weg nach Hause.
Uli
Die Fotos werden später in unserer neuen Galerie zu sehen sein! Wir werd euch auf dem Laufenden halten!
RH-FESTIVAL 2011 1. TAG
ROCK HARD FESTIVAL 2011, 10.06.-12.06.2011 Gelsenkirchen – Amphitheater: Auch in diesem Jahr zu Pfingsten fand das RH-Festival, das in diesem Jahr in die neunte Runde ging, wieder im wunderschönen Amphitheater in Gelsenkirchen statt. Die Macher des Festivals hatten erneut 22 handverlesene Bands an den Start gebracht, wobei fast alle Genre vertreten waren, vom Hardrock bis zum Black Metal und somit konnte keiner der Fans bei diesem Festival enttäuscht werden.
Endlich ging es mit voller Vorfreude am Freitag los. Nach einer kurzen Fahrt nach Gelsenkirchen, ging es denn endlich hinein ins Getümmel. CONTRADICTION hatte ich leider aus arbeitstechnischen Gründen verpasst, konnte mir jedoch die zweite Band des Tages (fast) zur Hälfte anschauen. PROCESSION, die Doomer aus Chile wälzten sich in aller Seelenruhe durch ihr Set, sorgten aber eher für verhaltene Stimmung, denn Doom kommt auf Festivals beim Publikum nicht so gut an! Kurz vor Ende des Gigs verdunkelte sich der Himmel dramatisch und es fing an wie aus Kübel zu regnen, während Blitz und Donner sich am Himmel entfalteten. Aber nach dem letzten Song klarte sich der Himmel auf und die Sonne kam zum Vorschein.
Danach wurde es erst einmal Zeit fĂĽr das erste Festivalbier und die BegrĂĽĂźung meiner Kollegen, der fotografierenden Zunft. Eigentlich ist das RH-Festival wie ein Familientreffen, hier ist man endlich wieder zu Hause angekommen, hier trifft man Freunde und Bekannte. Ich habe das GefĂĽhl, es wird jedes Jahr intensiver, es werden mehr und mehr Kontakte geknĂĽpft und nach dem Festival fĂĽhlt man sich wie nach einem Kurzurlaub: Relaxt und vor allen Dingen: Entstresst!
Weiter ging es nun mit der Berliner Death/Thrash Metal Institution POSTMORTEM, die mit ihrem letzten Album „Seeds Of Devastation“ 2010 für Furore in den Mags sorgten. Hier auf dem Festival legten sie zwar einen soliden Gig an den Start, konnten aber auch nicht so recht mit ihrem Material zünden und hinterließen für mich eher einen zwiespältigen Eindruck.
Das sollte jedoch bei der nächsten Band schon ganz anders werden. PRIMORDIAL, Irlands feinster Import, enterte als nächste Band die Bühne. PRIMORDIAL ist eine Band, die sehr schwer in eine Schublade zu stecken ist. Nicht Black Metal, nicht Pagan oder sonst irgendetwas! Sie haben ihren eigenen Stil, den man aus abertausenden von Bands sehr leicht heraus hören kann. Ihre Trademarks sind wirklich einmalig.
Genug der Vorrede! Nach einem kurzen Intro erschien die Band dann endlich auf der Bühne und legten sofort mit dem Titeltrack `No Grave Deep Enough` ihrer neusten CD „Redemption At Puritan´s Hand“ los. Sänger Alan, in blutroter Kriegsbemalung, wirkte schon sehr krass mit seinem Corpsepaint auf der Bühne. Jeden einzelnen Song lebte der charismatische Sänger durch seine intensive Mimik und Gestik voll aus, während seine Mitstreiter eher den Ruhepol darstellten, die aber für eine gnadenlose Soundwand sorgten. Vom neuen Album wurden noch zwei weitere Songs gespielt, während vom Vorgängeralbum „To The Nameless Dead“ die ersten drei Stücke dargeboten wurden. Natürlich durften Songs wie `Gods To The Godless´und `Coffin Ships` nicht fehlen.
PRIMORDIAL legten hier einen sehr souveränen und intensiven Gig an den Start. Die Stimmung im Rund erreichte somit heute seinen ersten Höhepunkt. PRIMORDIAL sind zwar nicht so richtig eine tageslichttaugliche Band, konnten aber hier voll und ganz überzeugen. Kleine Anmerkung meinerseits! Als ich den Fotograben verließ, bekam ich derartige Gänsehaut, wie ich sie nie auf einem Konzert erlebt habe. Ein wirklich magischer Moment für mich! Alle Daumen hoch!
Von der grünen Insel ging es dann weiter zu den norwegischen Fjorden. Progressiver Black Metal war jetzt mit ENSLAVED angesagt, die auch schon im Jahre 2008 hier auf dem Festival spielten. Das Konzert begann mit den ersten beiden Stücken ihres letzten Albums „Axioma Ethica Odini“. Leider hatten sie heute mit argen Soundproblemen zu kämpfen, denn was aus den Boxen kam, klang schon sehr mulmig, außer wenn Keyboarder Herbrand Larsen seine cleane Stimme erhob, die teilweise aber ganz schön schräg klang! Sänger und Bassman Grutle Kjellson keifte sich wie immer die Seele aus dem Leib, während seines Zeichens Gitarrist Ice Dale, mal wieder mit seinem muskelbepackten nacktem Oberkörper der Oberposer in Person war und so manche Frauenherzen höher schlagen ließ.
Die Setlist setzte sich aus den letzten neueren Alben der Band zusammen und natĂĽrlich durften die Hits wie `Ruun`und `Isa` heute Abend nicht fehlen. Etwas zwiegespalten hingegen kam der LED ZEPPELIN Klassiker `Immigrant Song`einher, der ja nicht so wirklich in das Konzept der Band herein passte!! Aber das ist ja eigentlich eher Geschmack- und Ansichtssache! Alles in Allem war es ein klasse Konzert einer tollen Band, doch leider heute mit einigen Abstrichen versehen!
Kommen wir nun zum Headliner am Samstag: TRIPTYKON – Frontmann Tom G. Warrior sollte schon im Jahre 2006 mit seiner damaligen Kulttruppe CELTIC FROST auf dem RH-Festival auftreten, musste aber am Auftrittstag aus gesundheitlichen GrĂĽnden sehr kurzfristig den Auftritt absagen. Die Band löste sich aber nach einiger Zeit auf. Später grĂĽndete dann Tom seine jetzige Band TRIPTYKON, die heute Abend mit groĂźer Spannung erwartet wurde.
Nach einem kurzen Intro, die Bühne in dezent blau/grünes Licht getaucht, legte die Band sofort brachial los. Voller Tatendrang legten die vier Musiker hier einen Auftritt an den Start, dass einem Angst und Bange wurde. Der Sound kroch zäh wie Lava aus der PA, man hatte das Gefühl, sämtliche Songs wurden noch langsamer gespielt als auf CD. (Aber das Gefühl stimmte). Alter Schwede!! Was war das für eine musikalische Erhabenheit. Die neue Scheibe ist schon der Oberhammer, aber live übertraf es alles bisher Dagewesene.
Die Setlist bestand natürlich aus Songs vom TRIPTYKON Debut „Eparistera Daimones“, aber natürlich durften Klassiker von CELTIC FROST heute Abend nicht fehlen, es war wirklich eine ausgewogene Mischung.
Natürlich stritten sich auch hier wieder die Geister, ob TRIPTYKON, wie bereits schon im Jahr zuvor THE DEVILS BLOOD (wie ich aus Gesprächen am nächsten Tag erfuhr) wirklich Headliner-Status besaß. Aber von meiner Warte aus kann ich nur sagen: DEFINITIV!!! Denn, was TRIPTYKON hier bot war schon der Oberhammer! Schluss! Punkt! Aus! Was hier geboten wurde war einfach göttlich!!! Daumen hoch!!!!
Uli
Die Fotos werden später in unserer neuen Galerie zu sehen sein! Wir werd euch auf dem Laufenden halten!
ROCK IM PARK 2011 REVIEW
Nach RAMMSTEIN und KISS beim Jubiläumsfestival im vergangenen Jahr war kaum anzunehmen, dass die Veranstalter es schaffen würden, 2011 ein ebenbürtiges Line-Up zusammen zu stellen. Doch mit dem Comeback von SYSTEM OF A DOWN gelang ihnen auch dieses Jahr wieder ein absolut genialer Fang. Die anderen beiden Headliner waren dieses Jahr eher im softeren Bereich angesiedelt und lauteten COLDPLAY und KINGS OF LEON.
Freitagmittag ging es bei strahlendem Sonnenschein auf der Alternastage gleich so richtig zur Sache. Die deutschen Metalcore’ler CALIBAN brachten schon zu dieser frühen Stunde den ein oder anderen Circle Pit zustande und konnten vor allem gesanglich sehr überzeugen. Etwas aus dem Rahmen fiel das vorletzte Lied, eine Coverversion von RAMMSTEINS „Sonne“, welches dennoch beim Publikum gut ankam. Mich persönlich haben CALIBAN, die ich sonst immer nur mittelmäßig gut fand, dieses Mal definitiv sehr überzeugt!
Die danach spielenden ESCAPE THE FATE erinnerten stark an BULLET FOR MY VALENTINE, waren allerdings live im Vergleich zu Studioaufnahmen eher enttäuschend. Deshalb blieb ich auch nur circa drei Songs vor der Bühne und schaute mich dann lieber mal auf dem Festivalgelände um.
Um 15.40 Uhr sollten dann SEVENDUST spielen, doch auf der Alternastage war weit und breit niemand zu sehen. Irgendwann bequemten sich die Herren dann doch mal auf die Bühne, jedoch gab es dann nur noch etwa 20 Minuten Musik zu hören, welche zusätzlich noch von viel Gerede unterbrochen wurde. Schade.
BRING ME THE HORIZON ließen anschließend wieder den Park beben. Klasse Musik und Livequalitäten, und zugleich die härteste Band des Tages. Top!
Noch einen Tick besser wurde es bei IN FLAMES, die eine gewohnt gute Performance und ihr neues Album „Sounds Of A Playground Fading“ mitgebracht hatten. Obwohl ich einige gegenteilige Meinungen gehört habe, fand ich, dass die Jungs mal wieder einen klasse Auftritt hinlegten.
Extrem enttäuschend waren dann allerdings DISTURBED. Der Gesang von Sänger David Draiman war richtig mies und kam nicht ansatzweise an die Aufnahmen der Band heran. Davon hätte man sich wirklich mehr erwarten können!
Obwohl KORN nicht gerade das erste Mal bei „Rock im Park“ spielten, tobte bei Liedern wie „Freak On A Leash“ auch dieses Jahr wieder das Publikum. Gewohnt gute Performance, wäre da nur nicht dieser grauenhafte Trainingsanzug… Na ja, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten!
Für den wieder mal kurzfristig inhaftierten PETE DOHERTY sprangen währenddessen auf der Clubstage K.I.Z. ein. Ob das nun unbedingt eine Bereicherung für ein Rockfestival ist, sei mal dahingestellt…
Der Abend fand seinen Abschluss mit dem „Late Night Special“ ROB ZOMBIE auf der Alternastage. Mehr als für seine Musik ist dieser Mann für seine Horror-Filme bekannt. Auch bei „Rock im Park“ wurde mit Skelett-Mikrophonständern und Co. aufgetrumpft, jedoch muss man leider sagen, dass ALICE COOPER diese Horror-Sache noch ein bisschen besser macht. Ich zumindest fand’s nicht so toll…
Tag 2 begrüßte die Festivalbesucher ebenfalls mit tropischen Temperaturen. Man mag ja nicht über tolles Wetter jammern, aber an diesem Tag hatten die Sanitäter alle Hände voll zu tun. Vor so einer Bühne gibt es einfach zu wenige Schattenplätze!
Trotz der stechenden Sonne fanden sich am frühen Nachmittag zahlreiche Besucher vor der Centerstage ein, um den Progressive Metallern MASTODON Gehör zu schenken, was diese sich auch wirklich verdient hatten! Einziger Minuspunkt: Der Sound war viel zu basslastig – doch dafür konnte die Band schließlich nichts.
Danach spielten auf der Clubstage die BLACK SPIDERS. Deren Hard Rock war zwar recht unterhaltsam, jedoch eher „08/15“. Dennoch fanden sich einige Besucher in der Halle ein. Ob wegen der Musik oder um der Sonne zu entfliehen, weiß man nicht.
Mehr musikalische Klasse hatten auf jeden Fall AVENGED SEVENFOLD, die anschlieĂźend auf der Centerstage spielten. Die einzelnen Bandmitglieder waren musikalisch sehr gut aufeinander abgestimmt, BĂĽhnenshow und Musik bildeten eine runde Sache. Ich hatte diese Band bis dahin nicht live gesehen und war auf jeden Fall positiv ĂĽberrascht!
Die BEATSTEAKS legten als Samstags-Co-Headliner leider eine ziemlich enttäuschende Show hin. Der eine oder andere Klassiker ließ zwischendurch zwar etwas Stimmung aufkommen, aber so ganz wollte der Funke nicht aufs Publikum überspringen. Überzeugend ist anders.
Richtig gut waren hingegen THE BOSSHOSS, die währenddessen auf der Alternastage spielten. Die Band wusste ihr Publikum mit ihren Country-Coversongs zu begeistern und sorgte für eine tolle Stimmung unter den Fans. Hier gab es die perfekte Musik zum Feiern und genau das machte das Publikum auch. Ich hätte nie gedacht, dass ich die BEATSTEAKS für THE BOSSHOSS verlassen – und das nicht bereuen würde!
Highlight des Tages waren allerdings dennoch die anschließend auftretenden SYSTEM OF A DOWN. Nachdem man fünf Jahre lang kaum etwas von der Band gehört hatte und Sänger Serj Tankian sich ausschließlich seinem Soloprojekt gewidmet hatte, meldeten sich S.O.A.D. an diesem Abend zurück – und schlugen ein wie eine Bombe! Am meisten beeindruckte wohl die gesangliche Leistung von Serj und Gitarrist Daron – in dieser Hinsicht spielen SYSTEM OF A DOWN definitiv in der absoluten Oberliga mit! Der Höhepunkt des Konzertes war der Song „Chop Suey!“, bei dem mehrere tausend Fans gemeinsam zur Musik der Armenier sangen. Leider hörte die Band pünktlich nach eineinhalb Stunden ohne Zugabe auf, doch dieser Auftritt war auf jeden Fall mein persönliches Festival-Highlight.
Am Sonntag spielten unter anderem SOCIAL DISTORTION, AUGUST BURNS RED, DANZIG, THE DEVIL WEARS PRADA und ALL THAT REMAINS. Leider bin ich an diesem Tag frĂĽh mit Fieber aufgewacht, weshalb es fĂĽr den Sonntag leider keine ausfĂĽhrliche Berichterstattung gibt.
Somit kann nur noch auf nächstes Jahr freuen, wenn DIE TOTEN HOSEN ihren 30. Geburtstag auf dem Zeppelinfeld feiern und hoffentlich wieder die eine oder andere Metal-Größe den Weg in den Park findet.
Anna



