THE BIG 4 GELSENKIRCHEN

Posted by admin On Juli - 4 - 2011

The BIG 4 Review – 02.07.2011 Gelsenkirchen Am 02. Juli trafen sich die großen 4 Titanen METALICA, SLAYER, MEGADETH und ANTHRAX, um den Jugendtraum vieler neuer und alter Metalfans zu erfĂŒllen. In der Arena auf Schalke lieferten sie ihren einzigen Deutschland Gig ab und bereits im Vorfeld ging ein Riesenjubel durch die Metalgemeinde, weil es ein legendĂ€res Konzert werden sollte.

Die Bilanz des Konzerts in Kurzform: 57.000 Zuschauer, ein prall gefĂŒlltes Stadion, jede Menge Überraschungen, Magic Moments vor dem Herrn und abgrundtiefe EnttĂ€uschungen durch den Veranstalter, dessen Organisation im besten Fall als „unter aller Sau“ zu bezeichnen ist…

Gegen 16 Uhr kamen wir auf dem ArenagelĂ€nde an; einen guten Parkplatz, viele Leute und ein beeindruckendes Stadion ließen den Tag bereits gut anfangen. Nach einer kurzen Kontrolle unserer Taschen standen wir auch schon auf der TribĂŒne und hatten einen atemberaubenden Blick auf das Geschehen. Allerdings mussten wir uns lĂ€ngere Zeit durchkĂ€mpfen, bis wir unsere SitzplĂ€tze gefunden hatten, da diese nicht eindeutig beschriftet waren und die Security uns lediglich mit Schulterzucken weiterhelfen konnte. Kurz geĂ€rgert, frisch hingesetzt, dann gingÂŽs auch schon los:

AnthraxANTHRAX betreten die BĂŒhne und legen sofort los. Leider mĂŒssen sie sich mit einem eher mittelmĂ€ĂŸigem Sound rumschlagen, der lediglich von der Stimme Joey Belladonnas vorangepeitscht wird. Das Fehlen von Ian Scott ist zwar bedauerlich, ist hier jedoch leider nicht der Hauptknackpunkt, da leider in erster Linie der Sound die Stimmung nicht aufkommen lĂ€sst. Somit sind ANTHRAX lediglich eine bescheidene Vorband, obwohl sie allerdings nichts dafĂŒr konnten, weil sie auf der BĂŒhne alles gegeben hatten. Die Tontechniker gehörten fĂŒr dieses Debakel jedenfalls ordentlich ausgepeitscht.

Einige Minuten und die erste EnttĂ€uschung spĂ€ter gingÂŽs zum Bierholen und einen Klogang hinlegen. Nach einer Ewigkeit anstehen fĂŒr das Klo und weiteren Minuten vor dem Bierstand erfuhr ich, dass man in der gesamten Arena nur mit einer Arena Karte bezahlen konnte, vor der sich eine Schlange staute, die bis zur EingangstĂŒr und darĂŒber hinaus ging. Das galt ĂŒbrigens sowohl fĂŒrs Essen und fĂŒrs Trinken. Nochmal geĂ€rgert, keine Zeit mehr gehabt, also wieder rein.

megadeth20101MEGADETH hatten etwas mehr GlĂŒck mit dem Sound als ANTHRAX, und legten mit einer emotionalen Show los. Die Gitarren krachten durch das Stadion, das Schlagzeug jagte die Songs voran, allerdings ging dieses Mal die Stimme von Dave Mustaine flöten. Man konnte mehr erahnen als erkennen, so dass es schwer war Granaten wie „Symphony of Destruction“ ĂŒberhaupt zu erkennen. Mr. Mustaine schien ebenfalls recht sauer ĂŒber die Situation zu sein, weshalb er sich auch erst nach dem vierten Song zu einer BegrĂŒĂŸung hinreißen ließ. Somit plĂ€tscherte der Auftritt vor sich hin und außer beeindruckenden Gitarren blieb leider nichts legendĂ€res von dem 40 MinĂŒtigen Auftritt ĂŒbrig.

EnttÀuscht brauchte ich mittlerweile etwas zu Essen und so zog ich los, um von meiner Arena Karte was zu besorgen. Eine halbfertig frittierte Pommes und langes Anstehen beim Bierstand spÀter erreichte ich dann endlich meinen Platz, wobei ich den Anfang der nÀchsten Band leider verpasst habe.

594ba289969f4c4SLAYER war es offenbar scheißegal, wie ihr Sound war, sie bretterten sich ordentlich durch ein Set, dass jedem die FreudentrĂ€nen in die Augen trieb. Tightes Zusammenspiel, textsicheres Publikum und Aggression vor dem Herrn ließen das Stadion ordentlich kochen. Zu schade, dass wir mitten im Auftritt mit anderen Fans zusammengerieten die ebenfalls Platzkarten hatten und sich rausstellte, dass wir falsch saßen. Einige Songs und ÜberredungskĂŒnste spĂ€ter hatten wir unseren richtigen Sitzplatz gefunden und konnten noch „Dead Skin Mask“, „South Of Heaven“ und „Angel Of Death“ mitnehmen. Ein abgrundtief geiler Auftritt, der endlich das GefĂŒhl gegeben hat, beim richtigen Konzert zu sein.

Diese Mal war ich schlauer und blieb auf meinem frisch ergatterten Platz, damit ich auch jede Minute der 40 Minuten Umbaupause mitbekomme. War auch nicht schlimm, weil meine Begleitung diese Zeit fast komplett benötigte, um sich auf die mittlerweile ĂŒberquillenden Klos zu vergnĂŒgen. Ein Versuch 2 Arena Karten zusammenrechnen zu lassen, damit wir noch GetrĂ€nke bekommen ging schief und nach einem etwas hitzigerem StreitgesprĂ€ch mit der KartenverkĂ€uferin bekamen wir den Preis, der auf der Karte noch abgespeichert war, zurĂŒck. Es war genau dieser Moment an dem wir wĂ€hrend einer Bierdusche, die uns in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden von den oberen TribĂŒnen auf die Köpfe regneten, wo wir das Konzert abbrechen wollten. Aber Geduld, vielleicht haben METALLICA mit dem Sound ja mehr GlĂŒck…

Und sie hatten GlĂŒck. Nach einem kurzen Intro, sprangen METALLICA auf die BĂŒhne und eröffneten mit „Hit The Lights“ einen legendĂ€ren Auftritt! Sie hatten sichtlich Spaß getankt und das ĂŒbertrug sich in wenigen Sekunden auf das, bis dahin noch frustrierte, Publikum. Ohne BegrĂŒĂŸung oder Vorwarnung pfefferten sie „Master Of Puppets“ ins Stadion und hatten ab dem Zeitpunkt die Katze im Sack. Eine kurze BegrĂŒĂŸung und weiter gingÂŽs mit Klassikern aus den ersten fĂŒnf Alben, die einen Magic Moment nach dem anderen bescherten: „The Shortest Straw“, „Blackened“, „Seek and Destroy“, um nur einige zu nennen. Dabei wurde auch gut auf Abwechslung geachtet, so dass sich schnellere Nummern mit Göttersongs wie „One“, „Fade To Black“ und „Welcome Home (Sanitarium)“ abwechselten. Begleitet wurde das Set von grandiosen Pyroeffekten, die sich sehen lassen konnten. Die Hard Fans wurden mit dem instrumentalem StĂŒck „Call Of Ktulu“ restlos glĂŒcklich gemacht und auch die kommerziellen Nummern wie „Enter Sandman“ und „Wherever I may Roam“ waren GĂ€nsehautfabriken vor dem Herrn! Mein persönliches Highlight und eine wahre Offenbarung in Sachen Live Erfahrungen!

20090115-Metallica-450Nach 1,5 Stunden Spielzeit sollten alle 4 Bands noch mal auf die BĂŒhne stĂŒrmen, um das Finale zu feiern und gleichzeitig den 30 jĂ€hrigen Geburtstag von METALLICA zu feiern. So legte man los, doch die zunehmenden Bierduschen und das GedrĂ€nge auf den SitzplĂ€tzen veranlasste uns dazu, den Heimweg anzutreten. „Creeping Death“ konnten wir noch mitnehmen, bevor der Horror weiterging: leider war der Parkplatz unzureichend ausgeschildert, so dass wir insgesamt 45 Minuten umherirren mussten, bis wir unser Auto gefunden hatten. Zum GlĂŒck noch rechtzeitig, damit wir in den RĂŒckstau der Besucher kamen, wobei fast 3 Besucher ihr Leben gelassen hĂ€tten, die mit besoffen auf einer Schnellstraße entgegen gelaufen sind.

Fazit: METALLICA und SLAYER haben GlĂŒck gehabt und konnten die AnsprĂŒche voll ausnutzen. ANTHRAX und MEGADETH waren leider nicht mehr, als akzeptable Vorbands, die dem Soundmischer zum Opfer gefallen sind.

Zur Organisation: die Erwartungen an so ein legendĂ€res Konzert sind durch den Veranstalter brachial zerstört worden. Endlose Warteschlangen vor ĂŒberfordertem Personal, ein perverses Abrechnungssystem ĂŒber Arena Karten, zu wenig Klos fĂŒr 57.000 Fans (wie kommen die sonst mit der Organisation eines Fußballspiels klar?), seltsame Ideen (wer stellt bitte in den Innenraum 5 Dixi Klos auf?) und zum Teil gefĂ€hrliche Szenen im Innenraum, da die Absperrungen wĂ€hrend des Konzerts nach hinten verlegt wurden. Auf keinem Konzert/ Festival habe ich so etwas erlebt und die Konsequenz ist einfach:

Nie wieder ein Besuch auf einem Konzert in der Gelsenkirchener Arena auf Schalke!

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