INFESTING SWARM INTERVIEW

Posted by admin On Juni - 20 - 2011

Interview INFESTING SWARM Nach einigen Live AktivitĂ€ten (inklusive Krönung als einer der Besten Newcomer auf dem Legacy Metalfest 2011) und der ersten Demo, schrauben INFESTING SWARM an ihrem DebĂŒt Album. Mit ihrem charismatischem Sound und dem eher ungewöhnlichem Songwriting machte die Dortmunder Combo auf sich aufmerksam. Grund genug fĂŒr ein kleines SchwĂ€tzchen mit Schreihals/Gitarrist Dante, der uns ĂŒber die Geschichte, ZukunftsplĂ€ne und Leidenschaft zur Musik erzĂ€hlt.

Die Geburtsstunde

Mit eurer Demo habt ihr ja fĂŒr die eine oder andere offene Kinnlade gesorgt. Wie kam es zur Entstehung von INFESTING SWARM und warst du bereits vorher musikalisch aktiv?

UrsprĂŒnglich habe ich in einer Black Metal Band gesungen; im Laufe der Zeit habe ich mich jedoch immer mehr der Gitarre gewidmet, weil ich dadurch mehr Möglichkeiten habe mich auszudrĂŒcken. Reaper und ich haben bereits zusammen Musik gemacht du wir haben uns auch außerhalb der Band mit unserem damaligen Lead Gitarristen Carcass getroffen, um ein wenig zu Jammen. WĂ€hrend den Proben kamen die ersten Songs raus und wir beschlossen es als Nebenprojekt laufen zu lassen, um ein wenig mit neuem Sound zu experimentieren. Demothi, ein langjĂ€hriger Bekannte von uns stieß bald hinzu und ĂŒbernahm den Bass. Also haben wir uns einen Proberaum gesucht und begannen regelmĂ€ĂŸig zu Proben. Ironischerweise war der Proberaum gleichzeitig eine alte Schlachterei, die ziemlich gut zu unserem Musikstil passt (lacht).

Irgendwann kamen wir mit unseren Hauptbands an ein kreatives Ende an und so wurde INFESTING SWARM unser Hauptprojekt. Die ersten Schritte begannen wir 2006 und das komplette Line Up steht seit Ende 2007. Wir haben noch Kontakt zu den Mitgliedern unserer alten Bands und verstehen uns gut. Auch wenn man nicht mehr zusammen spielt ist jedes Wiedersehen trotzdem sehr familiÀr.

Von Prinzipien & Songwriting

Was wollt ihr mit INFESTING SWARM erreichen?

Es geht uns in erster Linie darum das Innerste nach außen zu kehren. Wir legen uns nicht im Vorfeld auf einen Stil fest. Es geht in erster Linie um die AtmosphĂ€re; wie viele Bands kennst du, die technisch was drauf haben, dann aber atmosphĂ€risch zu steril klingen? Ich denke dass technisches Spielen und SpontanitĂ€t zusammengehören, damit man eine packende AtmosphĂ€re schafft.

Wann schreibst du Songs und wie lÀuft das Songwriting innerhalb der Band ab?

Manchmal kommen mir Songelemente spontan beim Jammen oder beim Üben in den Sinn, aber es gibt auch Tage, an denen ich das Verlangen habe mich auszudrĂŒcken und einfach die GefĂŒhle in Songs zu transportieren. In erster Linie nehme ich zuhause die Gitarrenideen auf und programmiere dann das Schlagzeug dazu, damit das GrundgerĂŒst steht. Danach maile ich die Ideen an B.C. (Leadgitarrist) und dann spĂ€ter an Reaper, der die Grundidee des Schlagzeugs dann ausarbeitet und konkret eintrĂŒmmert. Ich studiere in Paderborn und der Rest der Meute ist im Ruhrgebiet; wir treffen uns alle zwei Wochen zum Proben und bleiben sonst ĂŒber das Internet im stĂ€ndigen Kontakt (E-Mail, Bandforum usw.), um an den aktuellen Ideen zu arbeiten.

Welche EinflĂŒsse spielen in eurer Musik mit?

Ich studiere zur Zeit Musikwissenschaft und bin daher der Klassik nicht ganz fern und Reaper hat eine auch eher klassische Schlagzeugerausbildung. Sein Schlagzeugstil beschrĂ€nkt sich nicht nur auf Metal, sondern hat auch einige Jazz und Progressive Elemente dabei. Dadurch können wir unterschiedliche EinflĂŒsse mischen und einen eigenen Stil erschaffen. Ich höre zudem viele unterschiedliche Bands und Musikstile. Ich denke das fliesst alles mit ein. Der Grundgedanke ist jedoch dĂŒstere brachiale Musik mit viel AtmosphĂ€re zu schaffen.

Wie ist das Demo entstanden ?

Wir hatten ursprĂŒnglich 7 Songs fertig, in denen wir unseren eigenen Stil gesucht haben. Nach reichlicher Überlegung haben wir alle in die Tonne gekloppt und mit dem Einstieg von B.C als neuem Lead-Gitarristen noch mal komplett neu angefangen, allerdings hatten wir nun bereits erste Erfahrungen im Songwriting. Als erstes schrieb ich „Relay“; in diesem Song spiegeln sich die Kraft und Abwechslung wieder, was unser Markenzeichen geworden ist. Uns ist wichtig, dass die Songs dem Hörer AtmosphĂ€re vermitteln. Seit 2008 arbeiten wir an den Songs und die Produktion und das Endergebnis ist Juni 2011 ĂŒber die BĂŒhne gegangen.

Man könnte bei eurem Schlagzeugstil meinen weit entfernt (und mit viel Phantasie) EinflĂŒsse von MORBID ANGEL rauszuhören. War die Band ein Einfluss fĂŒr euch?

Ehrlich gesagt bin ich nicht der typische Death-Metaller, der die ganzen alten Bands kennt. Ich kenne die Band vom Namen her, könnte dir aber keine genauen Songs nennen. Trotzdem danke fĂŒr das Kompliment (lacht). Gerade das Schlagzeug ist sehr aufwendig, weil es einen eigenen Stil und einen recht untypischen Sound hat. Das Schlagzeug nimmt auch die meiste Zeit in Anspruch.

Musikszene VS Leidenschaft.

Welche Reaktionen gab es bereits zu eurer Demo und was denkst du ĂŒber die Musikszene ?

Ehrlich gesagt ist in erster Linie der Sound einer Band sehr wichtig. Man hört einigen Bands einfach an, dass sie ehrliche Musik machen und der Sound ist das Markenzeichen. Man kann noch so gut produzieren und technisch noch so versiert sein, das alles hilft nicht wirklich, wenn die Musik nicht direkt aus einem selbst heraus kommt. Die Szene an sich beeinflusst uns nicht beim Songwriting, weil wir an keine Erwartungen gebunden sind, außer an die eigenen uns selbst gegenĂŒber. Wir ziehen unser Ding durch und als Ergebnis ist uns die Reaktion der Hörer wichtig. Dabei kommt es uns nicht auf BestĂ€tigung durch positives Feedback an, sondern gerade die kritischen Reaktionen zeigen uns, wo wir etwas optimieren können, um unsere Musik zugĂ€nglicher zu machen, ohne uns jedoch von unseren eigenen Erwartungen zu sehr zu entfernen. Bis jetzt haben wir die meisten Reaktionen aus unserem engeren Bekanntenkreis und aus 2 Reviews (eins davon bei http://www.metal-impressions.de/?p=14046.

Welche Live Erfahrungen habt ihr bisher gemacht?

Ehrlich gesagt war das Metalfest grad mal unser dritter Auftritt. Ich bekomme von der Organisation wenig mit, weil sich B.C. in erster Linie darum kĂŒmmert. Er organisiert Auftritte fĂŒr uns, spricht mit dem Veranstalter und regelt auch sonst alles in der Richtung. Das schönste an der Erfahrung auf dem Metalfest war die Tatsache, dass wir eine unbekannte Band sind, die viel positive Resonanz bekommen hat. Die Resonanz kam nicht durch Werbung, sondern durch die Musik, die unser Publikum ĂŒberzeugt hat. Es ist ein unbeschreibliches GefĂŒhl die Songs live zu prĂ€sentieren und die Menschen damit in seine Welt zu entfĂŒhren, die beim Songwriting entstanden ist. Dabei spielt das Image keine Rolle, sondern es geht um die Energie, die man rĂŒberbringen möchte und um den Spaß, den wir mit den Zuhörern haben. Schließlich wollen die Leute auch etwas fĂŒr das Geld sehen bzw. Hören und ich stelle mir immer vor, was ich als Zuschauer erwarten wĂŒrde und setze dies dann auch auf der BĂŒhne um.

Der Blick in die Zukunft

Was liegt bei euch in der Zukunft an? Wird man euch bald live treffen können?

Zur Zeit sind keine live AktivitĂ€ten geplant. Im Augenblick suchen wir nach einem Label, das uns hilft, unser DebĂŒt Album finanziell und PromotionmĂ€ĂŸig zu stemmen. Wir arbeiten bereits auf Hochtouren an unserem DebĂŒt und wollen es im FrĂŒhjahr 2012 auf die Menschheit loslassen, egal ob mit oder ohne Label. Die Demo ist quasi ein Appetizer, um auf den Geschmack zu kommen. Allerdings werden die Songs der Demo auch auf dem Album noch mal zu hören sein, dann allerdings in einem wuchtigeren Sound.

ErzÀhl mal, was war euer schrÀgstes Banderlebnis?

Das war wĂ€hrend unseres ersten Auftritts; wir hatten keinen gescheiten Soundcheck und der Tontechniker war nicht gerade von der fleißigsten Sorte. WĂ€hrend des ersten Songs ist die Monitorbox am Drumkit ausgefallen und unser Drummer konnte außer sich selbst nichts und niemanden hören. Somit musste ich ihm immer auf der BĂŒhne die Riffs zurufen, damit er nicht die Orientierung verliert. (lacht). Zum GlĂŒck habe ich den Tontechniker nach dem Auftritt nicht mehr getroffen, sonst hĂ€tte ich seinen Kopf wahrscheinlich ins Klo gesteckt.

Was kann man von eurem Album erwarten?

Uns ist wichtig, dass es eine gesunde Mischung der Songs mit viel Abwechslung fĂŒr den Hörer gibt. Ein Album, das stĂ€ndig auf 260 BPM auf der Schlagzeugspur hĂ€mmert wird auf Dauer eintönig und die Songs werden austauschbar. Jeder Song hat seinen eigenen Platz und wird unterschiedliche EinflĂŒsse haben, nicht nur Black und Death Metal. Wir suchen in verschiedenen Genren und die Songs werden unseren eigene Stempel tragen, wo am besten jedes Riff geil ist und das erfĂŒllt, was wir als Zuhörer auch selbst gerne hören wĂŒrden.

Welche EinflĂŒsse hast du neben der Musik?

Ich bin geistlich ein Kind der 80er, obwohl ich erst spĂ€t geboren wurde. Ich stehe total auf die Horrorfilme dieser Zeit. Auch musikalisch gibt es bei mir einen bunten Cocktail von Glam Rock ĂŒber Stoner/Psychedelic bis hin zu Heavy und Death/Black Metal.

Wie wĂŒrdest du jemandem INFESTING SWARM beschreiben, der euch noch nie gehört hat?

Das ist ja mal eine Scheißfrage (lacht). Also, ich wĂŒrde es ihm ungefĂ€hr als ziemlich dĂŒstere, geile Scheiße empfehlen.

Vielen Dank fĂŒr deine Zeit und alles Gute noch mit INFESTING SWARM! Die letzten Worte an unsere Leser gehören dir.

Danke fĂŒr die Gelegenheit uns nĂ€her kennen zu lernen. Checkt unsere Musik an und wenn sie euch gefĂ€llt, hört sie euch an oder ladet sie euch runter, ist eh umsonst. Danke fĂŒr eure UnterstĂŒtzung!

Add your comment

You must be logged in to post a comment.