WAY OF DARKNESS 2010 REVIEW

Posted by admin On Oktober - 7 - 2010

„Way of Darkness“ – der Festivaltitel passte in diesem Jahr nicht nur zur Auswahl der Bands, sondern auch zum Wetter. Erst am Sonntag, als alle wieder abreisten, zeigte sich die Sonne. Davor war es von Anfang an dĂŒster, kalt und nass.
Nichtsdestotrotz konnten die Veranstalter mal wieder ein super Festival auf die Beine stellen, bei dem mehr als nur ein paar echte Leckerbissen an Land gezogen werden konnten. Beispielsweise POSSESSED, die ihre einzige Europa-Show in diesem Jahr auf dem W.O.D. spielten.

Der Beginn des Festivals jedoch, Freitagmittag um 11.35 Uhr, war denkbar ungĂŒnstig gewĂ€hlt. Da die meisten Festivalbesucher gewöhnlich entweder zur Schule oder zur Arbeit gehen, war das FestivalgelĂ€nde demnach zu Beginn noch gĂ€hnend leer.
Nicht mal ich als faule Studentin konnte pĂŒnktlich kommen und so war ich auch erst um 14.30 Uhr auf dem GelĂ€nde – gerade rechtzeitig, um noch die letzten Minuten des Auftrittes der Comedy-Grinder von ULTRAWURSCHT zu sehen. Der Sound – oh Wunder! – war um Welten besser als im Jahr zuvor. Das Outfit des SĂ€ngers „Dr. Mett Wurscht“ – es sah nach einem schicken Schiesser-Feinripp-Herren-Unterhöschen aus – hĂ€tte hingegen doch eher nicht sein mĂŒssen

Rawside kleinDanach kam mit RAWSIDE ein kleiner Stilbruch des sonst eher im Death-/Grindcore-Bereich angesiedelten Festivals. Die Hardcorepunk-Legende hatte ihr neues Album „Widerstand“ im GepĂ€ck und konnte dieses sehr gut prĂ€sentieren. Einzig die Sache mit dem Sound muss ich an dieser Stelle wieder zurĂŒcknehmen – der war hier nĂ€mlich eher blechern
 Highlight des halbstĂŒndigen Auftritts war der „Gastauftritt“ des Sohnes von SĂ€nger Henne, der zwar kaum hinter dem Drumset hervorschauen konnte, aber trommelte wie ein Großer!
POPPY SEED GRINDER verpasste ich leider. Man trifft einfach immer zu viele Leute auf Festivals – gerade, wenn sie in der Heimat stattfinden

Fans kleinZu MILKING THE GOATMACHINE wollte ich jedoch wieder vor der BĂŒhne stehen. Machte ich auch und zwar ziemlich lange! Als nach einer halben Stunde Wartezeit, in der rein gar nichts auf der BĂŒhne passierte, schließlich mal einer von uns Fotografen nachfragte, wurde uns gesagt, dass die Band noch im Stau stĂŒnde und nicht spielen könne. Nun ja, das hĂ€tte man vielleicht auch mal eher sagen können! Vor allem, weil sich deren Fans alle richtig ins Zeug gelegt hatten

Final Breath kleinDoch das Warten lohnte sich dennoch, denn als NĂ€chstes standen FINAL BREATH auf der BĂŒhne und konnten mich vollends fĂŒr sich gewinnen. Nicht nur musikalisch war die Band absolut mein Fall, auch SĂ€nger JĂŒrgen „Eumel“ Aumann begeisterte mich durch seine natĂŒrliche und charismatische Art. Erst seit einem knappen Jahr sind FINAL BREATH nach einer zweijĂ€hrigen Pause wieder gemeinsam unterwegs und das merkt man ihnen an – und zwar im positiven Sinn! Jedes Bandmitglied sprĂŒhte nur so vor Energie. Da hatte sich zwei Jahre lang etwas aufgestaut, was jetzt raus musste und auch raus kam. Mein persönliches Festival-Highlight!
Sadistic Intent kleinNach einer – diesmal zum GlĂŒck kurzen – Umbaupause waren SADISTIC INTENT aus den Staaten an der Reihe. Die Band beeindruckte mich persönlich zwar eher durch ihre leder- und nietenĂŒberladenen Outfits als durch ihre Musik, aber das ging wohl nur mir so, denn die Band kam beim Publikum mit ihrem Black/Death Metal durchaus gut an.
Die nĂ€chsten drei Bands AT WAR, DESASTER und EVILDEAD musste ich aufgrund eines privaten Termins leider sausen lassen und konnte deshalb erst wieder zu PESTILENCE da sein. Und das lohnte sich! Die Band wurde schon Mitte der 80er in Holland gegrĂŒndet, doch nach dem fĂŒnften Album „Mind Reflections“ war es 15 Jahre still um sie – bis sie 2009 mit „Ressurection Macabre“ ganz nach dem Albumtitel auferstanden. Dass man hier erfahrene Musiker vor sich hat, hört und sieht man sofort. Die ausgewogene Mischung aus einem soliden GrundgerĂŒst der Songs und technischen Spielereien ĂŒberzeugte nicht nur mich, sondern auch den Rest des Publikums. Ein verdienter Co-Headliner!
Kataklysm kleinKurz vor eins durften schließlich KATAKLYSM auf die BĂŒhne. Knapp eineinhalb Stunden spielten sie ihre Klassiker und Songs ihres neuen Albums „Heaven‘s Venom“, das von sĂ€mtlichen Magazinen bereits in den Himmel gelobt wurde (unser Review findet ihr hier). Aus ebenjenem Review klaue ich mir auch gleich mal ein Zitat – sorry, Dirk! –, welches lautet: „Die in so gut wie jedem Song eingestreuten Nackenbrecher-Passagen werden live unter Garantie ein Knaller“. Und dieses Zitat kann ich mit einem ganz klaren „Ja!“ bestĂ€tigen! Wer die Chance hat, sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, eines der nĂ€chsten Konzerte von KATAKLYSM zu besuchen. Es lohnt sich richtig!!!
Nach diesem wunderbaren Abschluss war dann auch schon der erste Festivaltag zu Ende – zumindest fĂŒr die anderen Besucher. FĂŒr mich war das W.O.D. leider schon komplett vorbei, da das „tolle“ Wetter mir eine richtig fiese ErkĂ€ltung bescherte – na super! Deshalb kann ich nur fĂŒr alle anderen hoffen, dass der zweite Tag nochmal so gut war, und mich darĂŒber Ă€rgern, dass ich UNLEASHED, POSSESSED und viele andere geile Bands diesmal leider verpasst habe.

Anna

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