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LIVE REVIEW:MOONSPELL

Posted by Radu On April - 11 - 2015

LIVE REVIEW: MOONSPELL

Mit seinem Mix aus Kneipe und Konzertkeller hat der Bastard Club in Osnabrück seinen eigenen Charme. Im oberen Geschoss gemütlich trinken und das Konzert auf Leinwand verfolgen, oder im Kellergewölbe live mitmischen, hier ist für jeden was dabei. An diesem Abend machten MOONSPELL hier Station, um das letzte Deutschlandkonzert ihrer Tour zu spielen. Als Support gaben sich NACHTBLUT die Ehre.

nachtblut-5915NACHTBLUT spalten die Gemüter; von gesellschaftskritischem Stinkefinger, bis zu Kindertexten mit geklauten Riffs klafft die Meinungsschere über die Band auseinander. Live muss man ihnen jedoch eine Präsenz zugestehen, ob man will, oder nicht. Prügelt man sich zu Beginn sehr Black Metal lastig warm, so gewinnen die Jungs schnell die Aufmerksamkeit des Publikums. Der Sänger hat ein recht umfangreiches Aggressionsvolumen, das er überwiegend in den Höhen wie Dani Filth einsetzt. Während die Truppe ihre Songs runterrotzt, bietet der Sänger Entertainment pur, wobei er sich in die Meute schmeißt, Blut trinkt und auch mal ein Herz anknabbert und in Richtung Bar wirft. Obwohl sich die Jungs redliche Mühe geben, so geht den Anwesenden im letzten Viertel die Luft aus und man sieht einige ungeduldige und genervte Gesichter. Fazit: NACHTBLUT haben einen eigenständigen Unterhaltungsfaktor, im Guten wie im schlechten.

Moonspell BandMOONSPELL haben nichts von ihrem Charisma auf der Bühne verloren, obwohl sie bereits 20 Jahre die Bühnen dieser Welt in Dunkelheit tauchen. Ein riesiger Widderschädel, sowie eine verdrehte Orgeldeko finden auf der (extrem kleinen) Bühne ihren Platz und kündigen Großes an. Nach dem Intro erscheint Fernando auf der Bühne und fordert von der ersten bis zu letzten Sekunde alles vom Publikum. Der Opener von „Extinct“ eröffnet das Set und sorgt bereits für erste wehende Mähnen und Gesänge. Ohne langes Vorgeplänkel legt man mit `Opium` direkt die Karten auf den Tisch und was einige vielleicht schon ahnten wird an diesem Abend Wirklichkeit; das Set ist, gerade für Fans der ersten Stunden, ein wahrer Traum, denn „Wolfheart“ und „Irreligious“ werden ebenso wie das aktuelle Album zelebriert, während die restlichen Alben heute Pause haben.

In unserem Interview erklärte Fernando bereits, dass der das 20 jährige Jubiläum von „Wolfheart“ nicht gesondert, sondern mit der Setlist feiern möchte, was sehr gut funktioniert. `Herr Spiegelmann` wird von den Fans teilweise im Alleingang getragen, `Mephisto` lässt die Anwesenden gepflegt ausrasten und `Vampiria`erzählt von dem goldenen Zeitalter der Gothic Szene, deren Vertreter heute Abend ebenfalls anwesend sind. Auch wenn man den Jungs ansieht, dass sie sichtlich gealtert sind, so ziehen MOONSPELL ihre Show mit einer coolen Mischung aus Leidenschaft und Lässigkeit durch, dass es eine wahre Pracht ist. Das Publikum will mehr, Fernando besticht mit seinem authentischen Charisma und seine Truppe freut sich. Party mit `Midnight Ride`, aber auch die live Darbietung von `Medusalem` und `The Last Of Us` beschwören Gänsehaut und den typischen MOONSPELL Charme herauf, der konstant vorherrscht. Das (eigentlich als Bonustrack auf dem „Wolfheart“ Digipack vorhandene) `Ataegina` kann mit seiner Kindermelodie und den Fanchören packen, ehe man die Moshgranate `Alma Mater` erbarmungslos in die Meute feuert. Auch die schönste Setlist neigt sich jedoch dem Ende zu und unter lauten „Zugabe“ Rufen werden wir abschließend mit `Fullmoon Madness` nach hause geschickt, um uns einige Jahre an die Erinnerung dieses Live Erlebnisses zu erfreuen.

1 Response so far
  1. » Blog Archive » INTERVIEW: MOONSPELL Said,

    [...] [Anmerkung der Redaktion: mit welchen Ăśberraschungen der ersten beiden Alben MOONSPELL live gerockt haben, erfahrt ihr in unserem live Bericht] [...]

    Posted on April 11th, 2015 at 18:02

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