KROMLEK “FINIS TERRARE”

Posted by admin On Mai - 19 - 2011

KromleK-Promo-PictureKROMLEK – FINIS TERRAE Lange ist es her, seit die jungen Aufsteiger von KROMLEK einen Longplayer veröffentlicht haben. Um genau zu sein, sind seit dem ersten Album ‘Stange Rumors… Distant Tremors’ 4 Jahre vergangen. Ob der Begriff„Aufsteiger“ aufgrund der eher spärlichen Veröffentlichungspolitik ĂĽberhaupt angebracht ist? Mit diesem neuen Album definitiv! Den geneigten Hörer erwartet hier wirklich etwas groĂźes. Zwar wird man bei einem Umfang von 67 Minuten und dem sehr frischen Sound einige Zeit brauchen, um sich richtig zurechtzufinden, aber diese Zeit dĂĽrfte mit dem vorliegenden Material wie im Flug vergehen.

Zunächst fällt insgesamt die bessere Produktion ins Auge. Alles klingt ein bisschen voller und man hat sich diesmal dazu entschieden, das Schlagzeug komplett im Studio aufzunehmen, statt einzelne Parts zu programmieren. Bei einigen Hörern wird sich vielleicht ein Verdacht einschleichen, wer da seine Finger im Spiel hatte. Und tatsächlich handelt es sich um René von EQUILIBRIUM, der hier für die Produktion mitverantwortlich war. Meiner Ansicht nach eine gute Wahl.

Auch der Gesang von Mr. Alphavarg hat sich nochmal ein Stück verbessert, was das Gesamtbild weiter abrundet. Von tiefen Growls bis zu fiesen Black Metal Screams verfügt der Frontmann über ein stattliches Repertoire. Und wo wir gerade beim Gesang sind: Auch dieses Mal haben natürlich ein oder zwei Sprachen für die Texte nicht ausgereicht, weshalb man sich neben Deutsch und Englisch auch wieder des Schwedischen, Lateinischen und weiterer, nicht nur europäischer Sprachen bedient hat. Textlich wird wie immer auf Qualität gesetzt, mit minderwertigem Material wird hier keinesfalls gearbeitet.

Die auffälligste Neuerung dürfte allerdings das Keyboard darstellen. Die Bandbreite an verschiedenen Sounds ist diesmal gigantisch und geht weit über das hinaus, was man vom Genre gewohnt ist. Überhaupt entfernt sich die Musik stellenweise durch ungewöhnliche Klänge ein bisschen vom Pagan Metal, wie man ihn kennt, was jedoch keinesfalls negativ zu bewerten ist. Gerade in einer Szene, in der mittlerweile vieles zu einer Massenproduktion verkommen ist, dürfte ein frischer Wind durchaus willkommen sein. Neben filigranen Melodien fügen sich auch Flächensounds atmosphärisch ins Ganze ein, übertreiben aber in der Regel nicht mit zu viel Bombast.

Technische Fortschritte machen sich auch bei der Gitarrenfraktion in Form von eingängigen Hooklines, kleineren Soli und sonstigen Spielereien bemerkbar. Besonders interessant dĂĽrften die leicht arabisch angehauchten Parts bei ‘Nekropolis’ Fall’ sein. Es fällt schwer, einzelne Songs exemplarisch zu behandeln, da jedes StĂĽck seinen eigenen Charakter besitzt aber trotz der Vielfalt immer nach KROMLEK klingt. Von brachialen Blast Passagen (’Angrlióð’) bis zum hymnischen Epos (’Moritvrvs Immortalis’ oder ‘Ad Rvbiconem’) dĂĽrfte hier fĂĽr jeden Geschmack etwas dabei sein.

Erwähnenswert sind auĂźerdem noch 2 Gastauftritte am Mikro, von denen im bereits veröffentlichten Interview die Rede war: RenĂ© von EQUILIBRIUM trägt einen kleinen Gesangspart zu ‘Metropolitan Roots’ bei und Mark & Joris von HEIDEVOLK sind auf ‘Moritvrvs Immortalis’ zum ersten mal auf Deutsch zu hören!

Fazit: Mit dem zweiten vollwertigen Studioalbum liefern KROMLEK ein umfang- und facettenreiches Werk ab, was zwar etwas Eingewöhnungszeit benötigt und sich dem Hörer auch erst über längere Zeit gänzlich erschließt, dem man die investierte Mühe und Liebe zum Detail aber anhört. Somit hat sich das Warten auf ein Stück ehrliche und hoffentlich langlebige Musik durchaus gelohnt.

Anspieltipps: ‘Nekropolis’ Fall’, Bastion, ‘The Cocoon’, ‘Ad Rvbiconem’

5,5/6

Christian

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