Das war das 21. Headbangers Open Air 2018

Posted by Peter Marquardt On August - 10 - 2018

HOA33 (1 von 1)aaaEin Blick auf die Wetter-APP: 35 Grad und sonnig, also passte!! Los ging es am 26.07.2018 in Richtung Norden zum 21. HEADBANGERS OPEN AIR in Brande-Hörnerkirchen (Schleswig-Holstein). Ich war sehr gespannt, da ich zum ersten Male die größte Metal-Garten-Party erleben sollte. Was wird mich erwarten beim norddeutschen Pendant zum KIT? Die Anreise und auch der Einlass verliefen reibungslos und so  stand ich gegen 15:30 Uhr auf dem Festivalgelände. Erster Eindruck: Schönes Gelände mit zahlreichen Fress- und Bierständen, genug schattigen Plätzen und einem separaten Infield mit Bühnenbereich und Merch-Stand. Dann mal in die Vollen. Den Anfang, pünktlich um 16.00 Uhr, machten SHADOWBANE aus Hamburg. Intro läuft, Nebelmaschine an, zwei bemitleidenswerte Fahnenschwenker (also bei der Hitze) mit Gasmaske auf die Bühne und los ging es. Als Opener kam der Power-Speedmetal genau richtig. Souveräner Auftritt, weiter zu SPEED QUEEN aus Belgien. Das diese auch sehr gut beim Publikum ankamen, sah man am Ansturm auf das Merch der Band. Mit rotzigem Metal und den richtigen Coverversionen machte die Band live echt viel Spass. SEAX, die nächste Band aus den USA, könnten rein musikalisch auch aus Deutschland kommen. Ich sag mal so weit weg von IRON ANGEL, WARRANT und Co. sind sie nicht. Danach ging es weiter mit RAVAGE, ebenfalls aus den USA. Kombinierter Mix aus Speed-Metal und klassischem Metal; wobei hier der sehr gute Sänger den Unterschied machte zu eben anderen Bands. Nun wurde es Zeit, dass auch die Pirates-Sparte des Metals bedient wurde. Und genau diese Fangemeinde kam bei BLAZON STONE aus Schweden voll auf ihre Kosten. Um 21:30 Uhr folgte dann ein besonderes Schmankerl. MANILLA ROAD aus Kansas erreichten nunmehr die Bühne. Eine Band, die den Epic Metal Ende der 70er Jahre ins Rollen brachte und vielen nachfolgenden Bands den Weg ebnete. Ein absolutes Highlight somit in Metal-Insider-Kreisen. Ihr Auftritt glich einem Siegeszug und demonstierte eindeutig, dass sie noch auf die Bühnen gehören. Gerade auch die Genialität des Gitarrenspiels von Mark „The Shark“ Shelton brachte die Sehnsucht der 70er und 80er Jahre zurück. Dass dieser Gig nun aber der letzte Gig des Meisters Shelton gewesen sein sollte, war den Besuchern des Headbangers Open Airs und auch den Fans von MANILLA ROAD bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Er wurde noch in der Nacht aufgrund eines Herzinfarktes in das nahegelegene Krankenhaus gebracht. Doch er verstarb um 6:00 Uhr in der Frühe. Rest in Peace, Mark Shelton. Danke, dass wir deinen letzten Gig noch mit dir und MANILLA ROAD teilen durften. Big honor!

Vergessen dürfen wir natürlich an dieser Stelle nicht den Headlinger des ersten Festivaltages. MORGANA LEFAY. Ich war gespannt, ob sie den Headlinerstatus zu recht erhalten hatten. Der rund eineinhalbstündige Auftritt hatte auf jeden Fall für alle etwas zu bieten. Einige Fans meinten zwar, dass die geilen Melodien weggedroschen wurden und dass die Songs live zu schnell gespielt wurden. Das zu beurteilen, überlasse ich einmal den „Die Hard Fans“. Mir persönlich gefiel ihr Auftritt und so ging mein erster Tag zu Ende. Fazit: Das Niveau der Bands am ersten Tag – ausgenommen natürlich MANILLA ROAD und MORGANA LEFAY – waren durchschnittlich, aber dennoch unterhaltsam. Und es war einfach nur extrem heiß. Aber egal, Tag 2 konnte kommen.

Die Geschehnisse um den Tod Mark Sheltons waren am zweiten Tag natürlich vielen noch nicht bekannt. So überbrachte Festival-Betreiber Thomas Tegelhütter mittags die traurige Botschaft. Dies warf natürlich einen seichten Schatten über das Festival, aber dennoch war man sich einig, es sollte und musste weitergehen.  Man richtete noch eine Spendenaktion zugunsten von Mark Shelton auf die Schnelle ein, um die Rückführung Sheltons in die USA zu ermöglichen.

IMG_7507Mit PSYCHOPRISM aus den USA stand nun die neue Speerspitze des Progressive Metal auf der BĂĽhne. Wer auf QUEENSRYCHE, FATES WARNING, MYSTIK FORCE usw steht, kommt derzeit an dieser Combo nicht vorbei. Selten habe ich einen Sänger erlebt, der in allen Stimmlagen Herr der Lage ist und mit einer Leichtigkeit die schwierigsten Passagen meistert. Mich wĂĽrde es nicht wundern, wenn wir von dieser Band in Zukunft noch einiges hören werden. Kleines Manko war vielleicht, dass der Gitarrist der Band es mit dem “shreddern” zu gut meinte. Auch die fĂĽrchterlich verhunzte Priest-Coverversion gibt einen dicken Abzugspunkt. Nach diesem Gig folgten nun die Texaner von SYRUS. Der Bassist  pumpte ordentlich, die Gitarristen feuerten zweistimmig die geilsten Melodien in die Menge und „on top“ der neue Sänger Rick X. Ich frage mich echt, wo die immer diese geilen Sänger finden. Ein Interview mit SYRUS (auch hier die Frage zum neuen Sänger, dem Bandcamp etc.) folgt in KĂĽrze als Extra auf unserer Seite www.metal-impressions.de.

Nun denn, da aber auch ich einmal etwas essen und trinken musste, wanderte ich erst einmal auf das Food-Gelände und verpasste somit den ersten Europa-Auftritt von ANCIENT EMPIRE. Das, was ich aber vom benachbarten Gelände wahrnehmen konnte, klang gut. Powermetal, ein wenig vergleichbar vielleicht mit ICED EARTH.

Nach dem Soundcheck der Band TRANCE wurde es erst einmal still im „Metal Garten“. Gerald Warnecke, besser bekannt als der “Preacher”, ehem. RUNNING WILD, betrat die Bühne. Als Pastor wählte er die richtigen Worte zum Tode von Mark Shelton und es folgte eine kurze Schweigeminute. Nebenbei angemerkt: Dass TRANCE nun überhaupt auf der Bühne standen und man den Moment der Schweigeminute vor ihrem Auftritt wählte, ist vielleicht auch so zu erklären, da der MANILLA ROAD Drummer “Neudi” ebenfalls in dieser Band spielt. Dass dieser natürlich nach dem Tod seines Freundes und Bandkumpels nicht spielen würde, war allen klar. Großen Respekt daher an Ersatzdrummer Jürgen Baum, der das Set schnell inne hatte. Trotz dieser Umstände ein sehr gelungener Auftritt mit “Shock Power” als Highlight. Die Nächsten, also DESTINY aus Schweden konnten mich nicht wirklich überzeugen, währenddessen die sorcerer (1 von 1) (1)Schweden von SORCERER, welche für die Amerikaner von TYRANT ins Billing kurz zuvor rutschten, alles richtig machten. Doom vs. Metal – und das absolut sauber gespielt und oben drauf noch die Hammer-Stimme von Anders Engberg. Man darf in Zukunft hoffen, mehr von den Stockholmern auf Deutschlands Bühnen zu sehen.

TKO7a (1 von 1) (1)aaaUm 19:30 Uhr war es für mich und meine nun auch hinzugekommene Kollegin Stefanie vom Metal Impressions Magazine soweit. Eine der Bands, auf die wir uns am meisten freuten, stand nun auf der Bühne. T.K.O. !!! Brad Sinsel hatte bekannte Gesichter mitgebracht. Kendel Bechtel „on guitar“ (FIFTH ANGEL), Even Sheeley am Bass (Q5) und Drummer Jeffrey Mc Cormack (Q5) Was sollte da denn noch schiefgehen? Nichts! Brad Sinsel und Band legten mit `Give into the Night´ fulminant los. Es folgten Granaten, wie `I wanna Fight´, `End of the Line´ und die Mega-Ballade `I can do without you´. Natürlich beinhaltete die Setlist noch Songs vom Debut Album “Let it Roll” und vom letzten Studiowerk “Below the Belt” aber der Fokus lag auf dem Hammeralbum “In your Face”.

TANKARD1 (1 von 1) (1)bbbbIm Anschluss an T.K.O. wurde es wild und feucht. Gerre stürmte die Bühne, das heisst, TANKARD waren da. Die Thrasher aus Frankfurt sind stets willkommen und hauen einen Bandklassiker nach dem anderen ins trinkfreudige Publikum. Ja, was soll ich zu “Freibier für alle” noch viel schreiben!!! Man kennt sie, man liebt sie und ein Gig mit TANKARD geht immer auf und der Bierpegel stieg. Prost!

LOUDNESS2 (1 von 1)cccUmbaupause für den Headliner LOUDNESS. Hoffe hier hatte nun jeder auch sein Japanisch aufgefrischt, denn die ersten Songs kamen teilweise in Muttersprache. Gespielt wurde einiges von den Alben “The Law of Devils Land” und “Disillusion”. Akira spielte gross auf und die Band genoss die geile Stimmung vor der Bühne. Als dann im zweiten Teil auch noch die Klassiker wie `Crazy Nights´,`Like Hell´ uvm. gespielt wurden, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Leider packten LOUDNESS direkt danach wieder neuere Songs aus und ich für meinen Teil machte mich dann erst einmal zurück auf den Weg ins Hotel.

Fazit Tag 2: Richtig geile und gut ausgewählte Bands auf einen sehr gutem Niveau, die Hitze war immer noch allgegenwärtig und jede Band für sich zog doch viele begeisterungsfähige Fans vor die Bühne.

Am nächsten Morgen kam er endlich, der Wetterbericht der alle HOA Besucher an frühere Zeiten erinnern sollte. Starkregen und schweres Gewitter im Anmarsch. Dann mal los und hoffen, dass es nicht allzu schlimm wird.

EXISTANCE aus Frankreich eröffneten Tag 3 mehr als ordentlich. 80er Jahre Metal, sehr energiegeladen vorgetragen. Zwischenstop für mich schnell auf eine Wurst und ein schönes kühles Bier. Herrlich ! Durch meine Pause verpasste ich leider MILLENIUM und den Anfang von HITTEN. Aber das, was ich von den Spaniern von HITTEN noch erhaschen konnte, gefiel sehr gut. „Junge Wilde“, die totalen Spass an Oldschool-Metal gefunden haben und diesen auch richtig schön mit allen Klischees live zur Schau brachten. Daumen hoch! WITCHFYNDE war und ist so gar nicht meine Baustelle und daher trat ich den Gang zum Parkplatz an, um Freunde zu treffen oder mit anderen Bands auf dem Gelände zu quatschen. Allerdings immer mit dem Ziel, rechtzeitig zum Gig von DARKNESS in der ersten Reihe zu stehen. Passenderweise wurde es mit einem Mal so richtig dunkel am norddeutschen Himmel. Alle Zeltbesitzer suchten panisch ihre Zelte auf und versuchten diese irgendwie sicher zu machen. Und dann ging es plötzlich los. Ab ins sichere Auto und warten bis es sich wieder beruhigt hatte. Das Unwetter war zwar nur sehr kurz, aber dafür echt heftig. Diverse Zelte und Gegenstände flogen an uns vorbei und eine Frau wurde von einem umherfliegenden Schild getroffen und musste ins Krankenhaus. Und was passierte natürlich dadurch: Ich verpasste  DARKNESS. Diese wiederum hatten damit zu kämpfen, dass ihr Bassist sich kurz vor dem Gig ins Krankenhaus einliefern ließ und sie den Gig erst einmal zu Viert durchziehen mussten. Laut Aussagen der Fans jedoch kein Problem für die Ruhrpottler.

Wenn Sänger El Rojo von METAL INQUISITOR auf der BĂĽhne steht, geht einem einfach nur das Herz auf. Dieser sympatische Bursche zog alle in seinen Bann, ob einem jetzt die Musik gefällt oder auch nicht, allein die Ansagen und Gestik reichten aus, um sich wohl zu fĂĽhlen. Rein musikalisch war mir das ein wenig zu unspektalulär, aber egal, ich hatte SpaĂź. GIRLSCHOOL, ganz ehrlich – nicht mein Ding und ANVIL hatte ich einfach schon zu oft gesehen. Von daher lieĂź ich auch diese beiden Acts aus. Also ging es fĂĽr mich dann direkt zu RIOT und ihrer 30 Jahre “Thundersteel”-Show. Die Band, die es ja nun schon seit 1975 gibt, hat ja das Besetzungskarusell in Dauerbetrieb. Fakt ist aber, dass es die Mannen um Sänger Todd Michael Hall richtig gut machten. Es wurden alle Epochen bedient und die Klassiker, nach denen die Fans schrien, leidenschaftlich gespielt. “Thundersteel” geht immer und so endete das Headbangers Open Air 2018 mit einem wĂĽrdigen Headliner.

Fazit: Auch Tag 3 war mit Ausnahme des kurzen Unwetters und der Tatsache, dass ich DARKNESS nicht sehen konnte, ein voller Erfolg. Ein groĂźes Lob an alle,  die bei diesem Festival mitgewirkt haben und dafĂĽr gesorgt haben, dass man sich von Anfang an so richtig wohl fĂĽhlte. Gut organisiert und fĂĽr jeden Metal-Liebhaber des Oldschool-Metals, der 70er und 80er Jahre, ein Muss. Zwar steht das Motto „Let this garden burn“ im Vordergrund dieser größten Metal-Garten-Party, aber zum GlĂĽck brannte dieser – auch wenn es wirklich trocken und heiss war – nicht. Ein Lob auch hier an die Metalheads, die mit Feuer und Kippen sorgsam umgingen.

Aber nun zum Schluß kommen und genug der netten Worte, sonst kommen nur noch mehr Metalheads in das kleine im Grünen gelegene Brande-Hörnerkirchen in Schleswig-Holstein. Es würde dann einfach mit viel mehr Besuchern nicht mehr das sein, was ich vorfand. Wir vom Metal Impressions Magazine danken dem Headbangers Open Air, dass wir mit vor Ort sein durften und wünschen Euch noch viele geile Parties im wohl schönsten Metal Garten überhaupt.

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