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REVIEW:MR BIG

Posted by Petra On August - 5 - 2017

DEFYING GRAVITY

MR BIGSeit 1991 liebe ich diese Band und war natürlich entsprechend gespannt auf die neue Scheibe. Muss aber zugeben, dass ich das neue Album doch zwei oder drei Mal durchhören musste. Das neue und somit 9. Mr.Big Album, hat mich doch ein bisschen überrascht.

“Defying Gravity” wurde in nur 6 Tagen aufgenommen. Dabei klingt das Album so komplex, dass man es kaum glauben mag. Andererseits sind alle diese Musiker so virtuos an ihren Instrumenten, das es schlußendlich dann doch normal erscheint.
Warum sollte es auch länger dauern, man trifft sich im Studio und spielt mal eben so in einer Woche ein Album ein. Wo ist das Problem? Die Band weiß genau was sie will und auch wenn jeder Nebenprojekte hat, und dabei längere Pausen entstehen, in denen man sich nicht sieht, so ist der enge Zusammenhalt und das perfekt Zusammenspiel doch immer wieder erstaunlich. Erwähnenswert ist sicher auch die Tatsache, dass Kevin Elson bei der neuen Scheibe wieder als Produzent fungiert hat. Er hat schon die ersten vier Mr.Big Alben abgemischt und vielleicht erklärt das, warum ich mich beim kompletten Album irgendwie an ein frischeres “Lean Into It” (2. Mr. Big Album, 1991) erinnert fühle.

Zu den Songs in Einzelnen:
`Open Your Eyes` ist ein typischer Mr.Big Opener, ebenso wie das Titelstück des Albums, sehr catchy, mit groovigem Bass und Gitarre, genau das was man von der Band erwartet. Bei `Everybody Needs A Little Trouble` ertappe ich mich sofort beim Mitwippen. Das Stück macht sofort gute Laune. `Damn I’m In Love Again` ist ein sehr charmanter Song, der mich an in gewisser Weise an Mr.Big’s Nr 1 Hit `To Be With You` erinnert. Sicher wegen der lockeren Akustikgitarre. Der Song hat viel Leichtigkeit und ebenfalls Gute Laune Potential. Sicher nix für Metaller, aber ein eingängiges solides Stück. Weiter geht es mit `Mean To Me`, für mich einer der besten Songs des Albums. Hier zeigen Gilbert und Sheehan mal eben ganz locker aus dem Handgelenk, was sie so drauf haben. Das Stück strotzt vor Power und ich kann es regelrecht vor mir sehen, wie da live auf der Bühne die Post abgeht, beim “Duell” zwischen Bass und Gitarre. Das Ganze getragen von Eric Martins fantastischen Gesang. Zugegeben, Martin könnte das Telefonbuch von San Francisco rauf und runter singen und ich würde auch diese CD kaufen und lieben. Für mich ist er einer der besten Sänger überhaupt, auch wenn er gar nicht so eine klassische Rockstimme hat, sondern eher im R’n’B Bereich einzuordnen ist. Aber damit würde ich ihn in eine Schublade stecken, die für ihn zu klein ist.

`Nothing Bad` holt einen dann wieder ein bisschen aus dem Saitenhimmel zurück. Ein solides Stück über glücklich und verliebt sein. `Forever and Back` und `She’s All coming back To Me Now`. Zwei Midtempo Stücke mit Gitarrensolos, genauso wie sie sein müssen, und so wie man Mr.Big kennt und gewohnt ist. `1992` war der Track auf den ich am meisten gespannt war, denn gerade an 1992 war für mich Zusammenhang mit Mr.Big ein ganz besonderes Jahr. In dem Stück kommt der typische Mr. Big Humor zum Tragen. Eine Rückschau auf 1992, eins der erfolgreichsten Jahre der Band. Ihr müsst unbedingt auf den Text achten.”Record company said to us ‘thank you man’, then they threw us right into the garbage can”. Aus dem Nichts starten, in den Charts auf Nummer eins schießen, auseinander brechen und jetzt wieder am Ball sein wegen der Fan-Unterstützung. Aber das Alles heute ohne Bitterkeit und eher mit einem Augenzwinkern.`Nothing At All` und `Be Kind` runden ein abwechslungsreiches Album hervorragend ab.Wobei `Be Kind` ein altmodischer bluesiger Heartwarmer ist, die den Zuhörer mit einem Lächeln loslässt. Allerdings nur bis zum letzten Viertel des Stücks und nachdem man denkt, der Song sei zu Ende und nachdem Eric Martin ein “is that too much to ask” in die Runde wirft, geht’s noch mal Gitarren und Basstechnisch richtig zur Sache. Ein absolut würdiger Abschluss eines hervorragenden Rockalbums.

6 von 6 Punkten

Petra

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