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REVIEW: QNTAL

Posted by Radu On Februar - 8 - 2018

„VIII Nachtblume“

Metal ist, wenn man es trotzdem hört!

QNTALDa flattert mir von Drakkar einfach mal so die neue QNTAL auf den Tisch zum rezensieren. Passt sowas eigentlich in unser Metalmagazin? Ein kurzer Exkurs zur Band: Anno 1992 lieferte die Truppe einen Mix aus Mittelalter, Elektro, Pop und gaaanz leichten Metalanleihen ab. Wer zu jener Zeit im Soundgarden (Dortmund) oder im Old Daddy (Haltern) war, kam an dem „Palästinalied“ schlichtweg nicht vorbei. Allerdings beschränkte sich die Band nicht auf einen Hit, sondern lieferte im Verlauf der kommenden Jahre vielschichtige Alben ab, die man in keine Schublade einsortieren kann. Also, Scheuklappen runter und Vorhang auf für das aktuelle Album.

Ohne großes Vorgeplänkel wird der Titeltrack an den Anfang gepackt und betört durch ruhige, sphärische Klänge. Die große Stärke der Band ist der weibliche Gesang und der wird sofort in den Mittelpunkt gerückt, ehe sich die elektronischen Töne einschleichen und die mentale Tanzfläche längst vergangener Gothic Tage eröffnen. Nie ins Klischee abrutschen, immer neue Nuancen einbauen und die Atmosphäre möglichst packend gestalten sind die Primärziele, die hier professionell durchgezogen werden und Lust auf mehr machen, obwohl die weitere musikalische Richtung unklar ist. `Die Finstere Nacht` könnte ebenfalls eine typische Darkwave/EBM Nummer sein, denn der männliche Gesang bedient sämtliche Sparten der Szene. Allerdings umschmeicheln die Synthesizer charismatisch das Ohr, so daß der Hörer weiterhin gefesselt bleibt. `Music On The Waters` könnte als erhabene Elektroballade durchgehen, ehe `Monteclair` durch seine lässige Gangart meiner REPEAT Taste gleich mehrfach zum Opfer fällt. Unfassbar, mit welchem Fingerspitzengefühl man einen Song schreiben kann, der durch seine simple Art im Langzeitgedächtnis bleibt. Besonders angetan hat es mir auch `Echo` bei dem sich QNTAL als begnadete Geschichtenerzähler offenbaren; ein Wanderer gerät in die Fänge eines Fluches, den er sich selbst erschaffen hat. `Parliamant Of Fowles` hat nichts mit Skyclad (Parliamant Of Fools) zu tun, erschafft durch seine Drum´n Bass, Flöten und elektronischen Elemente jene Atmosphäre, die unterschiedliche Geschmäcker vereinen. OK, bei `Chint` bin ich draussen, denn meine Gitarrenverwöhnten Ohren kommen mit dem bassgeschwängerten Sound einfach nicht klar. Leider gilt das auch für drei weitere Stücke des Albums, ehe sich mir mit `O Fortuna` mein persönliches Lieblingsstück eröffnet. Ein elektronisches Rülpsen, ehe sich mit schwerfälligen Schritten eine wahre Bestie aus den Boxen wälzt, unter deren Schritten Elektrosamples aufsteigen. Geführt vom charismatischen Gesang und umgarnt von kleinen Nuancen bietet der Song genau das, was ich an QNTAL mag. Das `Minnelied` macht den Spagat zwischen Mittelalter und EBM und auch hier grenze ich an meinen persönlichen Geschmack.

Was ich dieser Band definitiv zugute halte ist die Tatsache, daß sie sich keinen Trend beugen, sondern seit ihrer ersten Scheibe ihr Ding konsequent durchziehen. Einige Bands ihrer Zunft haben sich mittlerweile dem Massenmarkt verschrieben und sind lediglich eine kastrierte Version ihres früheren Selbst. Wenn man dann noch eine massig gehypte Partyband als „Gastsänger“ reinholt, vergrault man sein alten Fans für immer. All dies kann QANTAL nicht passieren, denn sie bleiben authentisch, uncut und einzigartig. Ist es nicht genau das, was auch einige Metalbands groß gemacht hat? Wenn ich als Metalfan die Scheibe mag, müsste sie in der Mittelalterszene eigentlich derbe abgefeiert werden. Auch wenn mich der Eingang der Scheibe auf meinen Tisch überrascht hat, hat sie mich mindestens genauso erfreut. Daumen hoch!

5/6 Punkten

Radu

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