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REVIEW: ARKUUM

Posted by Radu On August - 18 - 2016

“Trostlos”

Arkuum Trostlos„Die Erde ist schlecht. Wir brauchen nicht um sie zu trauern. Niemand wird sie vermissen.“

Eine musikalische Anklage an den Menschen, der als Übel auf dieser Welt wandelt. Hass, Elend und Gier liegen in seiner Natur und auch wenn uns diese Tatsache bewusst ist, so tun wir doch zu wenig, um dies zu ändern. Dieser kleiner Einblick in die Welt von ARKUUM spiegelt thematisch und musikalisch die klare Marschrichtung von „Trostlos“ wieder. Die Emotionen werden hier auf Augenhöhe mit dem Hörer geteilt, denn die Textzeile „Du bist genau wie ich, ein Fehler der Natur“ stammen von einem Gleichgesinnten, der sich auf eine introvertiert aggressive Weise offenbart.

Bereits der `Prolog` greift beherzt in die Gefühlswelt des Hörers ein und liefert emotional das ab, was Naglfar Mitte der 90er bereits mit „Vittra“ zelebriert hat: die Gitarren lassen den Geist in andere Sphären gleiten, während das Schlagzeug den nötigen Auftrieb dazu gibt. Mit `Trübsinn` wird die klare Botschaft unterstrichen, eingepfercht in aggressiven und doch klar verständlichen Vocals. Unterbrochen wird das Stück von einer Sprachsequenz, die das mentale Kopfkino weiter anheizt, ehe der (mit klarer Stimme vorgetragene) Doppelgesang eine Gänsehaut aus den Boxen transportiert. Vielleicht liegt es daran, dass man sich an den Sound gewöhnt hat, aber `Ferne Welten` lässt mich kurze Zeit aus dem depressiven Abgrund entgleiten. Die eingestreuten Pianopasssagen geben mit aber schnell ein Easy Listening Gefühl, so dass ich über die Vielschichtigkeit des Albums staune. Das Instrumentalstück `Interludum` kommt verträumt und sehr introvertiert rüber, so dass es problemlos eine deutsche Antwort auf Alcest sein könnte. Aus dem traum geht es zurück in den `Abgrund der Einsamkeit` , wo die Black Metal und Ambient Elemente erneut zu einer Symbiose verschmelzen, die das Gefühl des Verlustes nur all zu klar rüber bringen. `Morgengrau` rollt anfangs recht kompromisslos über den Hörer hinein, wird aber durch progressive Elemente aufgelockert, ehe der `Epilog` den Hörer aus dem Album entlässt.

Insgesamt ein interessanter und vor allem emotionaler Trip eines vielschichtigen Albums. Es gibt einige Momente, in denen ich kurzfristig aus dem Hörfluss rausfalle, aber irgendwie erscheint mir das nicht so schlimm. Emotional packt mich die Scheibe sehr und versprüht einen Charme, der noch tagelang nachhallt. Besonders der `Prolog` ist mittlerweile Stammgast in meinen Autoboxen und für 6 € ist das Teil ein echter Schnapper.

Fazit: Antanzen, anhören, miterleben. Schönes Cover, packende Songs und tonnenweise Emotionen. Wer introvertierten Black Metal außerhalb jeder Schublade hören möchte, sollte sofort die Homepage von ARKUUM anchecken. Man wird mit vielen schönen Stunden und einer intensiven Scheibe belohnt. Weitere Details im Interview. Daumen hoch!

4,5 Punkte
Radu

1 Response so far
  1. » Blog Archive » Interview: ARKUUM Said,

    [...] Hier geht’s zur Rezi von „Trostlos“ [...]

    Posted on August 18th, 2016 at 10:14

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