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INTERVIEW: ANNISOKAY

Posted by Samir On MĂ€rz - 17 - 2015

Annisokay_-_Enigmatic_Smile

ANNISOKAY zĂ€hlen derzeit zum hoffnungsvollen Nachwuchs der deutschen Modern Metal Szene. Mit ihrem am 20.3. erscheinenden Album “Enigmatic Smile” (Review hier) wollen die Jungs den nĂ€chsten Schritt gehen und stellten die neuen Songs bereits auf der vergangenen Tour mit CALLEJON vor. Bei ihrem Konzert in NĂŒrnberg (Konzertbericht hier) hatten wir die Möglichkeit Norbert (Bass), Dave (Shouts) und Christoph(Gitarre, cleaner Gesang) ein paar Fragen zum Album und der Tour zu stellen.

MI: ZunĂ€chst mal GlĂŒckwunsch zu eurem neuen Album “Enigmatic Smile”, das ich schon rezensieren durfte. Habt ihr schon Feedback bekommen? Auch zum Video zu “Carry Me Away”?

Norbert: Wir haben schon zwei Reviews zum Album bekommen, die auch sehr positiv waren. Und zum Video gabs natĂŒrlich viel Feedback im Internet. Wir sind auch eine Band, die sich das auch wirklich durchlesen was die Leute schreiben. Im Großen und Ganzen ist es wirklich toll und wir sind glĂŒcklich mit der Resonanz.

Christoph: Es könnte eigentlich nicht besser laufen.

MI: Das Album erscheint ja am 20.3. Wann gilt es fĂŒr euch als Erfolg?

Norbert: Ach, fĂŒr uns persönlich ist es auf jeden Fall ein Erfolg. An Zahlen messen wir das nicht, in der Liga spielen wir nicht, dass das so eine große Rolle spielt. Erstmal sind wir glĂŒcklich wie es geworden ist, wir sind voll zufrieden und wir messen das dann an den Konzerten die kommen und wie die Leute reagieren. Wir sind ja auch meistens nach den Shows dann am Merch und reden mit den Leuten wie sie das Album finden. Das ist dann der Erfolg.

MI: Könntet Ihr das Konzept des Albums erklĂ€ren? Wie hĂ€ngt es mit dem Bandnamen zusammen, der ja auch außergewöhnlich ist?

Norbert: Es hat im Gegensatz zum VorgĂ€nger (”Lucid Dreamer”, Anm.d.V.) kein wirkliches Konzept, also kein thematisches. Es sind ziemlich persönliche Songs geworden. Elf Tracks ohne Interludes und Intro. Das Album ist dabei ziemlich zweigeteilt und mehr ein selftitled Album. Im Grunde ist es unser wirkliches DebĂŒt. Das letzte Album war ein Re-Release und mit dem Album sagen wir jetzt Hallo!

Dave: Hallo!

Norbert: Hinter dem Albumtitel “Enigmatic Smile” steckt eine Geschichte, die auch wieder mit unserem Bandnamen zusammensteckt. Deswegen war auch am Anfang die Idee dieses Album wirklich als selftitled Album rauszubringen. Dann sind wir aber auf diese lustige Geschichte gekommen. Unser Name ist ja eine Hommage an den Song ‘Smooth Criminal’ von Michael Jackson und wir hatten durch Zufall die 25 Jahre Doku zu “Bad” von Spike Lee gesehen. Darin wurde gelĂŒftet was denn die Inspiration zu Anni war. Das ist ne sehr spannende Geschichte ĂŒber eine Frau, die im neunzehnten Jahrhundert tot in der Seine gefunden wurde. Sie konnte bis heute nicht identifiziert werden und war sehr schön, was ja Wasserleichen jetzt nicht unbedingt sind. Sie hatte so ein rĂ€tselhaftes LĂ€cheln, das eben auch jetzt der Titel unseres Albums ist und faszinierte die Leute, die mit ihr zu tun hatten wie zum Beispiel den Pathologen. Von ihr wurde dann eine Maske gemacht und die ist das Vorbild der “Rescue Annie”, also die Pupe an der Leute in Erste Hilfe Kursen die Wiederbelebung lernen. Das war eben auch die Inspiration von Michael Jackson diese Annie im Song zu verwenden. Das ist die Geschichte dahinter. Der Titel vom rĂ€tselhaften LĂ€cheln hat dann bei uns auch sehr gut gepasst und zufĂ€lligerweise auch zu unserer ersten Single ‘Carry Me Away’ gepasst, was aber Zufall war.

MI: Warum habt ihr euch William Putney als Produzenten ausgesucht?

Norbert: William Putney ist zur Zeit einer der Produzenten von Bands, die wir auch persönlich gerne hören und haben da einfach angefragt. Das Motto war dann wenn nicht bei Sturges (Joey, Produzent von u.a. ASKING ALEXANDRIA, Anm.d.V.) , dann bei Putney. Er hatte uns zunÀchst sogar abgesagt und dann hat Christoph ihm Rohaufnahmen geschickt und dann meinte er komm das machen wir.

MI: Aber warum habt ihr das dann bewusst aus der Hand gegeben? Ihr hÀttet ja auch selbst Möglichkeiten zum Produzieren.

Norbert: Einige Sachen sind ja auch noch selbst produziert, Christoph hat ja zum Beispiel auch den finalen Mix gemacht. Um das nochmal von Anfang an zu erzĂ€hlen, wir sind ja Anfang 2014 nach Amerika geflogen, um mit Joey Sturges dort eine EP aufzunehmen, also fĂŒnf Tracks. Das war großartig und die erste Erfahrung mal in einem anderen Studio aufzunehmen als unserem heimischen von Christoph. Das war eine tolle Erfahrung und eigentlich wollten wir auch die zweite HĂ€lfte wieder mit Sturges aufnehmen. Aber das hat dann terminlich nicht geklappt, weil er ja auch ein vielbeschĂ€ftigter Mann ist. Wir wollten aber wieder diesen Input von einem Produzenten haben, weil das auch die Songs unglaublich voran gebracht hat. Es war auch wichtig fĂŒr uns zu sehen wie solche bekannten Produzenten arbeiten und was sie denn von unseren Songs halten. Das sollte uns auch aufs nĂ€chste Level bringen.

Christoph: Man fĂŒhlt sich auch wenn man zu lange an den eigenen Songs sitzt etwas wie in einem Goldfischglas. Man verliert ein bisschen den Bezug und die ObjektivitĂ€t, deswegen wollten wir eben auch diese Meinung von außen. Und da wollten wir eben nicht irgendjemanden, sondern eine Person zu der man auch aufschaut.

Dave: Was sich halt cool finde ist, dass wir so eine Art Novum auf dem Album haben, weil zwei der angesehensten Produzenten auf dem Album vertreten sind. Das gibts ja normalerweise nicht so.

MI: Was habt ihr seit “Lucid Dreamer” im Sound verĂ€ndert?

Dave: Einen Entwicklungsprozess gibt es ja immer. Ich finde der Sound ist jetzt etwas erwachsener und erdiger, also natĂŒrlicher und weniger auf Elektronikgefrickel gesetzt. Der Fokus liegt mehr auf den normalen Instrumenten. NatĂŒrlich spielt Elektronik noch eine Rolle, aber das lĂ€uft mehr mit.

Christoph: Wir haben jetzt auch weniger so Szenesachen wie Dubstep. Wir haben uns halt mehr auf die AtmosphĂ€re konzentriert und auch auf die GesĂ€nge. Die Hooks waren uns zum Beispiel sehr wichtig und trotzdem wollten wir diesen Wechsel von harten und melodiösen Parts beibehalten und sogar vertiefen. So wollten wir eben unseren eigenen Sound finden. Das klingt immer so doof wenn man meint das klingt erwachsener, aber es ist eben wirklich so. Man findet den Sound erst ĂŒber die Jahre und weiß eben dann auch was man selbst will.

MI: Thema Tour. Wie lÀuft die Tour mit Callejon bisher?

Dave: Die Tour lief bisher super. Super Team, super Publikum.

Norbert: Auch Callejon sind wirklich super Leute und haben uns gut aufgenommen. Bei ein paar Konzerten wurde auch Zugabe geschriehen, was uns wirklich freut. Ist einfach eine mega professionelle Tour in tollen Clubs.

MI: Habt ihr schonmal in NĂŒrnberg gespielt? Was erwartet ihr?

Dave: Wir haben sogar schon ein paar Mal hier gespielt, sogar schon hier im Hirsch.

Norbert: In der Luise (Cultfactory, Anm.d.V.) war so in den AnfĂ€ngen. NĂŒrnberg war immer ziemlich gut zu uns. Heute soll es nahezu ausverkauft sein und wir erwarten eine sehr heiße und sehr coole Show. Es wird etwas eng auf der BĂŒhne, aber das ist manchmal ja besser, als wenn man sich auf riesen BĂŒhnen verloren vorkommt.

Dave: Ich brauch Platz! Aber ich freu mich auch richtig!

MI: Was sind die nÀchsten PlÀne?  Ich habe etwas von einer Tour mit Emil Bulls und UK Tour gelesen?

Dave: Bis Mitte Mai sind wir gut unterwegs. Erst haben wir drei Releaseshows in Köln, Leipzig und Weinheim, dann geht es zweieinhalb Wochen mit den EMIL BULLS auf Tour und dann sind wir in England mit den FEARLESS VAMPIRE KILLERS.

Norbert: Worauf wir uns auch wirklich freuen ist die Tour mit EMIL BULLS. Die haben wir alle schon vor ĂŒber zehn Jahren gehört als wir angefangen haben Musik zu machen und das ist jetzt wirklich so ein kleiner Traum. Es ist bisschen unwirklich und ja auch die erste Nightliner Tour fĂŒr uns. Das wird eine tolle neue Erfahrung. Wir durften die Leute ja auch schon kennenlernen als wir im Dezember auf dem X-Mas Bash gespielt haben und das war wirklich klasse. Wir haben richtig Bock!

Dave: Aber wir haben immer Bock!

Norbert: England wird natĂŒrlich auch nochmal was vollkommen anderes. Wir haben schon einzelne Shows im Ausland gespielt, aber dann so eine Tour zu spielen ist natĂŒrlich großartig. Die Shows sollen auch fĂŒr englische VerhĂ€ltnisse nicht so klein sein, da die FEARLESS VAMPIRE KILLERS zur Zeit auch sehr angesagt sind.

MI: Lebt ihr von der Musik oder wie könnt ihr die ganzen Touren vereinbaren?

Norbert: Ne wir leben natĂŒrlich nicht davon. Wir nehmen uns alle grad Zeit dafĂŒr, weil man ja auch nicht weiß wann die Möglichkeiten mal wieder kommen.

Christoph: Es ist ja auch das worauf man als Band so viele Jahre hinarbeitet. Wir hatten von Anfang das Ziel auf Tour zu sein und jetzt können wir das eben auch mal. Klar muss man da jetzt Abstriche machen, aber das macht man ja dann auch gerne.

Norbert: Es ist wirklich pure Leidenschaft. Mit Geld haben wir jetzt nichts zu tun. (Alle lachen). Jeder opfert da wirklich viel. Wir haben SelbststĂ€ndige in der Band, die mĂŒssen AuftrĂ€ge absagen. Wir haben Angestellte, die mĂŒssen Urlaub nehmen. Studenten, die verschieben Klausuren und gehen nicht zu Vorlesungen.

Christoph: Sie leben also ganz normal weiter.

MI: Was wollt ihr noch mit der Band erreichen?

Dave: Wir wĂŒrden natĂŒrlich solche Clubs auch mal gern als Headliner bespielen und die großen LĂ€nder wie Amerika, Australien und Russland sehen. Es geht ja nicht mal ums Geld, aber einfach mit seinen besten Freunden zu reisen und Shows zu spielen.

Norbert: Unser nĂ€chstes großes Ziel ist jetzt, dass wir im Herbst eine eigene Headliner Tour spielen und da wĂ€re es natĂŒrlich großartig wenn wir die ein oder andere Show ausverkaufen können. Mein persönliches Ziel ist es ein Mal die Warp Tour zu spielen. Wir haben mal gesagt, dass wir nicht aufhören bevor wir diese Tour gespielt haben.

MI: Letzte Frage: Wie kommt man darauf ‘Wrecking Ball’ zu covern?

Norbert: Es war Zufall. Wir wollten zu der Zeit einfach ein Cover machen, weil das eigentlich immer spannend ist einen Popsong neu zu interpretieren. Es sollte natĂŒrlich auch ein populĂ€rer Song sein und ‘Wrecking Ball’ von Miley Cyrus kam da grade frisch raus. Es ist auch einfach ein gut gemachter Song, aber es hĂ€tte auch ein anderer Song sein können. Wir konnten ja nicht wissen wie sie sich entwickelt, sonst hĂ€tten wir das natĂŒrlich nicht gemacht. Die Frau Cyrus soll sich mal benehmen! Wir spielen ihn nicht mehr live, aber es hat wirklich Spaß gemacht den damals zu spielen. Ein positiver Aspekt war auch, dass die Leute die uns nicht kannten den Song wenigstens kannten und mitgesungen haben. Im Endeffekt wollen wir aber mit den eigenen Songs ĂŒberzeugen.

MI: Vielen Dank fĂŒr das Interview, viel Erfolg mit dem Album!

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