BLOODSPOT INTERVIEW

Posted by Samir On Januar - 9 - 2014

Bloodspot_-_By_The_HornsHeute gibt es im Metal Impressions Interview erneut eine junge aufstrebende Band, BLOODSPOT. Mit ihrem Album “By The Horns” (Review hier) konnte man bereits ĂĽberzeugen und nun stehen die Jungs Rede und Antwort.

Danke, dass ihr euch fĂĽr ein Interview zur VerfĂĽgung stellt!

Was wollt ihr mit eurer Musik aussagen bzw. welche Message rĂĽber bringen?

Wir wollen natürlich hauptsächlich Spaß an unserer Musik haben und das mit anderen teilen. Es geht besonders darum, dass es sich innerhalb der Band gut anfühlt. Ich stelle immer wieder fest, dass alle bei BLOODSPOT sehr emotional an die Sache rangehen und ich spüre zu jedem Zeitpunkt, wie wichtig jedem von uns die Musik ist, wenn wir zusammen spielen. Ich hab auch das Gefühl, dass unsere Fans und Metalheads, die unsere Konzerte sehen, das auch spüren. Wir möchten so viel wie möglich dieser Energie an Andere weitergeben. Ich sehe oft viele lachende Gesichter im Publikum, sofern ich davon ausgehen darf, dass die uns nicht auslachen, ist das einfach genau das worum es geht!

Seit wann gibt es euch?

Wir sind momentan in ganz frischer Besetzung, unser neuer Bassist Jaro ist erst vor 2 Monaten zu uns gestoßen, aber er hat sich sehr gut eingelebt und ist richtig enthusiastisch, was unsere Zukunft betrifft. Er ist schon lange ein guter Freund der Band und in meinen Augen genau der richtige Mann, er bringt uns exakt den richtigen Groove und knüpft da an, wo unser Kuno seinen von uns so geschätzten Platz für ihn frei gemacht hat.

Alles in allem gibt es uns seit 2006, als Gründungsmitglied sind unser Schlagzeuger Björn und unser Gitarrist Howdie mittlerweile die letzten Überbleibsel.

Wie ist diese Richtung entstanden?

Unser Sound ist wohl hauptsächlich durch unseren Gitarristen Howdie geprägt, ich denke seine größten Vorbilder sind auch nicht zu überhören. Er bringt die meisten Ideen an und ist für einen Großteil des Songwritings verantwortlich. Für mich persönlich ist es ganz eindeutig das Zusammenspiel der Instrumente, das mir einen sehr organischen Groove vermittelt, das macht es mir als Sänger sehr einfach, in die gleiche Kerbe zu schlagen. Ich bin kein großer Techniker und singe sehr viel aus dem Bauch heraus.

Wie habt ihr euch gefunden ?

Die anderen Jungs sind alle aus Limburg und kennen sich schon seit vielen Jahren. Wir proben in einem stillgelegten Kalkwerk, dort haben ca. 30-40 Bands ihre Proberäume. Zudem ist das “Kalkwerk” immer schon ein Treffpunkt fĂĽr die Jugend gewesen. So kommt eins zum Anderen

Ich selbst komme ursprĂĽnglich vom HunsrĂĽck, eine EXTREM ländliche Gegend und die Musikszene ist dort eben sehr klein. Ich hatte irgendwann das BedĂĽrfnis mal was anderes zu sehen und hab mich “Bleed´em” angeschlossen, wo ich unseren Gitarristen Marius und Bassisten Jaro kennenlernte. Ich hab dann nach einem knappen Jahr aus privaten GrĂĽnden die Band schon wieder verlassen. Gute 2 Jahre später klingelte dann mein Handy und Marius sagte, Bloodspot bräuchten schnell ne Aushilfe am Gesang. Ich bin recht spontan mit den Jungs in die TĂĽrkei geflogen, um 2 Gigs zu spielen und dort hats dann irgendwie gefunkt.

Der Name … gibt’s dazu eine Geschichte?

Ist nicht sonderlich spektakulär. Es hat ewigst gedauert bis die Jungs sich in den Anfangstagen auf einen Bandnamen einigen konnten. Sie sind listenweise Vorschläge durchgegangen und haben nach dem Auschlussprinzip sämtliche Namen über Bord geschmissen. Bloodspot war der Name auf den sie sich letztendlich einigen konnten. Aus heutiger Sicht passt Bloodspot auch ziemlich gut zu uns, da der Name unmissverständlich klar macht, dass es gleich ohne großen Firlefanz eins auf die Fresse gibt!

Gibt´s Vorbilder?

Wir sind alle sehr vielseitig, was unser CD-Regal betrifft. Ich glaube wirklich, dass es kein Genre gibt, dass in unserer Band nicht gehört wird. Wenigstens einem von uns wird’s gefallen. Was Metal betrifft, muss ich persönlich ganz klar Hatesphere nennen. Unser Gitarrist Howdie vergöttert “Pepe” und ich bin mir ziemlich sicher, dass man diesen Einfluss auch deutlich raushört. Als ich anfing meinen heutigen Gesangsstil auszuprägen, war es auch Jacob Bredahl  zu “the sickness within”- Zeiten, der mein größtes Vorbild war. Wieviel davon heute noch ĂĽbrig ist, kann ich selbst kaum noch abschätzen. Ich bin momentan sehr beeinflusst von eher dĂĽsteren Bands, wie “Neurosis”, “Horn of the Rhino” oder “Amenra”, hier ĂĽberzeugt mich vor allem die Energie, die Live vermittelt wird. Marius und Björn dagegen hören sehr viel Thrashmetal mit Helden wie Testament, Sacred Reich und Overkill, haben aber auch beide Platten von “Fanta4″ oder “Moby” zu Hause. Jaro steht ziemlich auf Death Metal ala Suffocation oder Dying Fetus,  hat bevor er zu uns gestoĂźen ist aber auch noch in einer Indiepop-Kombo gespielt, es ist also von allem was dabei.

Wie entstehen die Ideen zu den Songs?

Meistens ist es so, dass unsere Gitarristen mit einzelnen oder mehreren Riffs, teilweise aber auch fertigen Songs ankommen und wir jammen dann gemeinsam anhand dieser Ideen. So kommt dann mit der Zeit ein Gefühl für die Struktur, was kommen könnte, oder wie Schlagzeug, Bass und Gitarren zusammenspielen könnten.

Wie viel Zeit investiert ihr durchschnittlich pro Woche in die Band z.B. fĂĽr Proben etc.?

Im Kollektiv schaffen wir es meistens nur einmal pro Woche für 2-3 Stunden zu proben. Da ich in Köln wohne ist das immer etwas schwierig. Alle Instrumente proben meistens 2mal in der Woche. Aber wir versuchen so gut es geht auch zu Hause zu üben, neue Riffs und Texte zu schreiben.

Ansonsten organisiert Howdie eine ganze Menge, was das ganze drumherum betrifft, er investiert die meiste Zeit in die Band. Fast alles was Unsere öffentliche Präsenz betrifft stammt aus seiner Feder.

Wie würdet ihr bis jetzt euren Erfolgsweg einschätzen? Auf was seid ihr ganz besonders stolz?

Ich weiĂź, dass die Jungs schon vor mir eine Menge Steine aus dem Weg geräumt haben und wirklich fleiĂźig waren, da gibt es sicher sehr vieles, auf das man stolz sein kann. Bloodspot haben schon ohne mich nahezu 100 Shows gespielt, was fĂĽr eine Band dieser Größenordnung echt ordentlich ist. Zudem kamen sowohl die EP “the Demon ep”, als auch das Album “embrace the end” super bei den Kritikern und den Fans an. Da war eine gewisse Wärme im Nest schon zu spĂĽren.

Ich bin jetzt seit einem Jahr dabei und wir haben in dieser Zeit ebenfalls sehr viel bewegt und viele Hürden mit Bravur genommen. Dazu gehört natürlich auch der Sängerwechsel, den die Jungs einfach super über die Bühne gebracht haben. Sie haben mich vom ersten Tag an, wie ein vollwertiges Mitglied behandelt, was die Zusammenarbeit extrem erleichtert hat. Ich wurde selten gebremst oder belehrt, wie ich was zu singen habe und das hat mir einfach eine enorme Spannweite an Sicherheit gegeben, weil ich mich einfach frei entfalten konnte. Mit unserem Bassisten Jaro haben wirs genauso gehandhabt und es hat ebenso gut funktioniert. Ich denke, ein so gut funtkionierendes Bandklima ist schon was, auf das man stolz sein kann.

Zudem sage ich gerne, dass ich wirklich stolz bin, dass wir in so recht kurzer Zeit ein so gutes Album aufnehmen konnten. Die Zeit war knapp und die Umstände waren holprig. Wir haben alle während des Entstehungsprozesses Zeiten groĂźer UmschwĂĽnge durchgemacht, was uns auch definitiv stark beeinflusst hat. Wir sind dadurch auch noch näher zusammengewachsen, als wir es ohnehin schon waren. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir eben genau das, so gut es ging in dieses Album eingehämmert haben. FĂĽr mich ist “BY THE HORNS” ein verfluchter Batzen Wut und pure Emotion, der ganz dringend aus uns raus musste!!!  Jetzt haben wir ne ganze Menge Luft zum Atmen!

Wie sind die Reaktionen des Publikums auf eure Songs(Album) und eure Show?

Unsere Platte ist ja noch nicht offiziell veröffentlicht, die ersten Reviews fallen gemischt aus. Wir hatten bis jetzt schon alles von “Oberknaller” bis “durch und durch langweilig”. Aber da verlassen wir uns einfach darauf, die Infos herauszuziehen, die wir fĂĽr wichtig halten um den nächsten Entwicklungsschritt so gestalten zu können, wie wir es fĂĽr richtig halten.

Ich sagte ja bereits im Laufe des Interviews, dass ich sehr oft lachende Gesichter sehe. Ich glaube, die Menschen, die uns sehen, haben einfach Spaß. Und so nehmen wir es auch wahr. Wir wollen kein Image oder irgendeine Attitüde rüberbringen, wir genießen es einfach unsere Musik zu spielen. Wir geben damit jedem Zuschauer, die Möglichkeit mit dem zu reagieren, was er/sie in uns sieht und für richtig hält uns entgegenzubringen.

Verbringt ihr in der Freizeit viel Zeit miteinander oder geht ihr eher getrennte Wege?

Ich muss sagen, mir fällt es schwer das zu trennen. Ich bin schon lange davon abgekommen, Konstellationen, die man Arbeit, Beziehung, Band oder Freundeskreis nennt, als eine Art geschlossenes System zu sehen. Weil es das nicht mehr fĂĽr mich ist. Ich verbringe Zeit mit Freunden, die mit mir in einer Band spielen, das ist Freizeit. BerĂĽhrungspunkte, die ich mit “Bandkollegen” habe, die absolut nichts mit dem Bandgeschehen zu tun haben, haben fĂĽr mich keinen anderen Wert, als die, innerhalb der Band.

Lebt ihr von der Musik? (Wenn nein, womit verdient ihr euren Lebensunterhalt?)

Dafür reicht es nicht… Björn arbeitet in einem Logistikunternehmen, Marius und Howdie sind beide im sozialen Bereich tätig, Unser Küken Jaro studiert noch und ich bin Fotograf.

Aktuelle Projekte?

Marius und Jaro spielen noch in einer anderen Band, die noch ganz am Anfang steht und noch keinen Namen hat. Sie entstand aus den ĂĽbrig gebliebenen Mitgliedern von “Publex”, einem Kalkwerk-Urgestein. Wird wohl eine sehr thrashlastige Geschichte. Ansonsten sind wir mit Bloodspot eigentlich alle ganz gut eingespannt. Wir haben viel vor, wir touren sowohl Ende des Jahres, als auch ĂĽber Ostern 2014, weitere Pläne sind im Gange, aber darĂĽber möchte ich noch nicht konkreter sprechen. Unser Booker Julian von JLF-Promotion macht seinen Job ganz gut und hält uns ordentlich auf Trab. Er hat nen guten Riecher fĂĽr coole Bands. Er hat z.B. ne Tour mit “Inner Sanctum” organisiert, eine sehr sehr fähige Thrashmetalband aus Indien. Wir hoffen stark darauf, dass er uns im Laufe des nächsten Jahres dort hinschickt.

Welche Musik hört ihr privat?

Wie gesagt, unsere Einflüsse sind weitreichend, aber ich werfe mal zusammen, welche Bandnamen artverwandter Genres immer wieder auftauchen… hatesphere, the haunted, lamb of god, entombed, overkill, sacred reich, queen, robocop O.S.T. ;) , red fang, cult of luna, dying fetus, misery index, mastodon, iron maiden,

Wie sehen eure Familien „Bloodspot“?

Zum einen ist Björns Mutter sehr nahe an unserer Band dran, sie hilft und unterstützt uns so gut es geht, wenn es was zum anpacken gibt, kann man auf sie zählen. Auch zur Zeit, als wir im Studio waren, hat sie uns immer wieder besucht um zu schauen, was wir so treiben.

Ich bin wirklich froh darĂĽber, wie offen meine eigene Familie auf meine Musik zugeht. Mein Bruder und meine Mutter kommen auf jedes Konzert, das sie irgendwie einrichten können. Auch wenn sie mit der Musik wenig am Hut haben, können sie mit Sicherheit voll und ganz nachvollziehen, was es fĂĽr mich bedeutet und das wiederum bedeutet mir auch sehr viel! Auch Opa und Oma haben schon Konzerte von mir besucht. Meine Oma, die zu diesem Zeitpunkt 74 gewesen sein mĂĽsste, sagte nach dem Konzert “also… das war mal ganz was anderes.”

Wen würdet Ihr gerne persönlich treffen wollen?

Alle Menschen, die mich interessieren spreche ich an! Ich muss gestehen, ich fand Personenkult schon immer rätselhaft. Es gibt mit Sicherheit Menschen, die mich beeinflussen, durch bloĂźe kreative Ă„uĂźerungen, aber ich sehe nicht so richtig den Bezug dazu den Menschen dahinter unbedingt kennenlernen zu wollen. Vom Aspekt eines Gesamtkunstwerks her gesehen reizen mich Gestalten wie Marylin Manson, Klaus Kinsky oder auch Helge Schneider, weil man nie richtig abschätzen kann, bis zu welchem Grad die Figur “privat” ist und wieviel inszeniert ist. Allerdings muss ich sagen, dass ich da größeres Interesse am Entstehungsprozess der Ideen habe, als an der Persönlichkeit des Menschen dahinter. Ich interessiere mich sehr fĂĽr Menschen und was sie zu sagen haben, aber sowas entsteht fĂĽr mich aus einer Situation heraus, in der ich eine Rolle spiele.

Was ist so für die nächste Zeit geplant?

Spielen, spielen, spielen!!! Wenn wir zwischendurch Zeit finden, werden wir versuchen neues Material auszuarbeiten. Aber in erster Linie geht es darum Live zu spielen.

Wo finden eure nächsten Auftritte statt?

Wie gesagt, wir haben ne Menge vor, neben den Shows in Deutschland, planen wir nächstes Jahr ein paar Gigs im Ausland klar zu machen, aber davon ist noch wenig spruchreif. Wir versuchen nach Großbritannien, Österreich, Niederlande und nochmals in die Türkei zu kommen, ansonsten wärs für uns das Größte mal nach Asien zu fliegen um ein paar Shows zu spielen, wir arbeiten dran…

Wie religiös seid ihr? Was haltet ihr von Religionen?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass von uns keiner gläubig ist in einem christlichen Sinne. Das ist natĂĽrlich ein sehr heiĂźes Thema um es mit ein paar Worten zu umreiĂźen. ich bin mir sicher, dass Religion eine sinnvolle und hilfreiche Sache sein kann. Allerdings wird sie leider viel zu oft missverstanden. Die GrĂĽnde dafĂĽr erscheinen aus “normalem Menschenverstand” meistens schleierhaft. Hier zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, das man jedem die Chance geben sollte, sich ein eigenes realistisches Bild der Menschheit, deren geistiger Wahrnehmung, Kultur und Individualität machen zu können.

Habt ihr noch ein abschlieĂźendes Statement abzugeben?

Unser Statement ist der Titel des Albums! Irgendwas gibt es immer bei den Hörnern zu packen. Was auch immer es für ein Kampf sein mag, in dem du dich gerade befindest. Wir haben viel Kraft aus dem Entstehungsprozess zu diesem Album gewonnen. Hör unsere Musik und sieh nach, ob was auf dich überspringt!!!

BY THE HORNS!!!

Add your comment

You must be logged in to post a comment.