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Sep-14-2011
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NOVA ROCK 2011 3. TAG

Posted by admin On Juni - 30 - 2011

tag 3 geländeNova Rock 2011 Tag 3 , Pannonia Fields II, Nickelsdorf, AUT Nach den gelungenen ersten zwei Festivaltagen, weckte mich Montag früh die gute Laune unserer Zeltnachbarn bzw. ein lautes, mehrstimmiges „Prooost!!!“, gefolgt von dem Klirren zusammenstoßender Bierflaschen. „Wie kann man nur so früh schon…“ dachte ich mir und fühlte das alt bekannte Pochen im Kopf. Da es noch vor 7 Uhr morgens war beschloss ich mich auf „Erkundungsreise“ zu begeben. Ich flanierte über das Campinggelände, welches bereits einen etwas mitgenommenen, dreckigen Eindruck (gleich wie die noch immer bzw. schon wieder erwachten Besucher) machte. Vorbei am Duschzelt, wo bereits die ersten „Badegäste“ um die Pole-Position in der Warteschlange rangen, um mich darüber zu wundern, welch großen Anklang der Red Bull Stand fand. Egal zu welcher Tageszeit und welche Band gerade live spielte, mindestens fünf tanzende bzw. torkelnde Personen ließen sich immer von der „Nachtschicht Mucke“ beschallen.

Plötzlich fand ich mich in einem Gespräch mit einem – der rund 120 – Sanis wieder und lieĂź mich bereitwillig mit Zahlen fĂĽttern: so erfuhr ich, dass an diesem Pfingstwochenende acht Notärzte den Ăśberblick bei ca. 2000 Patienten nicht verlieren durften und man ca. 70 mal ins naheliegende Krankenhaus (Kittsee) fahren musste. Eine gefĂĽhlte Stunde und einen Erste Hilfe Kurs später begab ich mich wieder auf dem Heimweg. „Seltsam, dass schon einige Besucher ihre Zelte abbauen“, dachte ich mir als ich dann doch noch einen (preislich) halbwegs humanen FrĂĽhstĂĽcksstand fand. Mittlerweile hatte auch die Warteschlange vor dem Duschzelt ihre durchschnittliche Länge erreicht und deshalb hielt ich mich an das Motto: „Warum duschen, in zehn Minuten bin ich sowieso wieder schmutzig“. Wenig später wurde meine Meinung von den ersten sandigen Windböen bestätigt. Da das ganze Wochenende die Sonne schien, machte das Gelände einen etwas ausgetrockneten Eindruck. Der sandige Boden wurde immer wieder zu groĂźen Staubwolken aufgewirbelt, dass man kaum Luft bekam. That`s Heavy Metal…

tag 3 in flamesDer finale dritte Festivaltag begann mit schwenkenden Mittelfingern seitens Publikums in Richtung Bühnentechniker. Kein Wunder, begann der Auftritt von IN FLAMES doch mit einem totalen Tonausfall während der ersten zwei Nummern. Anscheinend dürfte lediglich der Monitorsound auf der Blue Stage funktioniert haben, da „Göteborg`s Finest“ sich anfangs die Seele aus dem Leib sangen bzw. spielten, ehe sie etwas von den Problemen mitbekamen. Dafür ließ Anders Fridén seinen Unmut nach dem zweiten Song freien Lauf und schnauzte den zuständigen Tontechniker übers Mikro ordentlich an. Das dürfte Wirkung gehabt haben, da bei Titel Nummer drei („Alias“) auch die Leute vor der Bühne wieder etwas hörten. Die Melodic Death Metal Pioniere hinterließen trotz Tonausfall einen sympathischen Eindruck und konnten vor allem mit älteren Songs (wie z.B.: „Pinball Map“, „Only For The Weak“ ) überzeugen. Die Setlist lässt aber keine Blicke in, die für alle Metaller interessante, Schaffensphase der Band. Mit Songs anno 2000 ist man gut bedient, denn ansonsten liegt der Fokus (mit „The Mirror`s Truth“, „My Sweet Shadow“ oder „Take This Life“) auf den letzten drei Alben. „Where The Dead`s Ships Dwell“ wird, repräsentativ für das brandaktuelle Album „Songs From A Playground Fading“, auch live vorgestellt. Das Stageacting der Schweden war wirklich mehr als zufriedenstellend, was nicht immer der Fall war. Ich erinnere mich an eine Zeit, in der die Bühnenpräsenz von IN FLAMES nahezu beängstigende Ausmaße nahm und auch der Einsatz der Herren zu wünschen übrig ließ. Doch diese Zeiten gehören der Vergangenheit und so verabschiedeten sich schließlich IN FLAMES mit „My Sweet Shadow“ vom Nova Rock 2011, um einer lebenden Legende Platz zu machen: nämlich niemand geringeren als Lemmy Kilmister & MOTÖRHEAD!

In der Umbaupause erschien plötzlich am (nahezu) wolkenfreien Himmel ein Hubschrauber, der mit Loopings (!!) und anderen Kunststücken zu unterhalten wusste. Eine gute (Werbe-) Idee, die „Flying Bulls“ den Menschenmassen vorzustellen und gleichzeitig für offene Münder im Publikum zu sorgen.

tag 3 motörheadDann war es endlich so weit und mit „Iron Fist“ begannen MOTÖRHEAD ihre Show. Der erste Teil des Auftritts stand, aufgrund der Andeutungen im Bühnenbild und der Songauswahl (u.a. „Get Back In Line“ oder „I Know How To Die“), ganz im Zeichen des aktuellen 21. Longplayers „The Wörld Is Yours“. In der Zwischenzeit war man zwar auf Seiten der Ton- und Videotechniker sehr bemüht, konnte aber die anhaltenden Probleme mit der Videowall und dem Mikrofon nicht gänzlich in den Griff bekommen. So kam es dazu, dass vor allem Lemmies Ansagen zwischen den Songs von einem lauten Krachen im Mikrofon begleitet wurden. Doch selbst wenn sich die „lebende Warze“ auf der Bühne lediglich mit einer Flasche Whiskey in ein Sofa setzen würde, könnte man ihn mit offenem Mund bewundern…DAS nennt man wohl Ausstrahlung! Doch wieder zurück zum eigentlichen Auftritt: MOTÖRHEAD hielten die ganz großen Klassiker bis zum Ende des Gigs zurück und riefen somit zu einem grandiosen Finale auf: angefangen mit „Killed By Death“, gefolgt von den einzigartigen „Ace Of Spades“, bis hin zum „Overkill“ bekam das Rock `n Roll Herz alles geboten. Einzig die statische Stimmung unter den Zusehern ließ zu wünschen übrig. Wobei die Engländer nicht dafür verantwortlich gemacht werden konnten, da MOTÖRHEAD ihr Set äußerst routiniert, aber zu keiner Zeit herzlos, herunter zockten. Daher wurde das Trio mit großem Applaus von den Brettern, die die Welt bedeuten, verabschiedet.

tag 3 bruce dickinsonNach einer etwas längeren Verschnaufs- bzw. Umbaupause leitete UFOs „Doctor Doctor“ den Beginn der gut 90 minütigen IRON MAIDEN Show ein. Mit „Satellite 15…The Final Frontier“ fiel der Startschuss für ein Konzert, dass noch sehr lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Noch nie habe ich so ein geniales, farbenfrohes und zugleich unterhaltsames Bühnenbild gesehen. Passend zu den Titeln, wurde der Hintergrund der Bühne in den jeweiligen Vorhang (welcher das dazugehörige Plattencover zeigte) gehüllt. Das Ganze Spektakel wurde auch noch durch eine perfekt abgestimmte Lightshow unterstrichen und Bruce Dickinson zog sich bei der einen oder anderen Nummer die passende Uniform zu Titel und Bühnenbild an – ein Augenschmaus! Das der Auftritt nicht nur visuell sondern auch audiovisuell seinesgleichen sucht, liegt einmal mehr an der Qualität bzw. Genialität der Urväter des NWOBHM. Direkt nach „El Dorado“ folgte an dritter Stelle mit „Two Minutes To Midnight“ der erste MAIDEN Klassiker, der nun endgültig unter den Zuschauern alle Dämme brechen ließ.

tag 3 maidenEs wurde gemosht, gebangt und lauthals mitgesungen, als gäbe es kein Morgen (den es ja – zumindest aufs Festival bezogen – tatsächlich nicht gab)! Trotzdem beinhaltete der erste Teil der Setlist (mit u.a. „The Talisman“, „Coming Home“) mehr neuere Stücke und wusste somit vor allem bei den jüngeren Fans zu punkten. Als Dave Murray und Janeck Gerz mit „Dance Of Death“ ihre Fähigkeiten an den sechs Saiten zur Schau stellten, bog man mit „The Trooper“, „The Wicker Man“ und dem schönen „Blood Brothers“ in die Zielgerade ein, um zum finalen Rundumschlag aus zu holen. Davor überraschte Bruce Dickinson mit einer zehn minütigen Ansprache zur prekären politischen Situation im Nahen Osten, den Erdbeben in Neuseeland und gewann noch ordentlich Sympathiepunkte, indem er den Zusammenhalt innerhalb seiner „Maiden Family“ lobte. Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, wie Mr. Dickinson seine Brötchen verdient, würden IRON MAIDEN nicht mehr existieren. Zurück zum Konzert: natürlich durften die ganz großen Hits wie „Fear Of The Dark“ (Gänsehautstimmung pur!), die Bandhymne „Iron Maiden“, sowie „Number Of The Beast“ (inkl. Bandmaskottchen „Eddie“ live on stage), „Hallowed Be Thy Name“ und das finale „Running Free“ nicht fehlen. „Always look on the bright side of life..“ tönte kurz darauf aus den Boxen und traf den Nagel auf den Kopf. Denn es blieb nicht viel Zeit um pünktlich zur Red Stage zu gelangen…

Erschwerend kam hinzu, dass ca. 90 % der MAIDEN Fans das gleiche Ziel hatten und deshalb glich das Bild fast dem, einer Volkswanderung. Da blieb sogar kaum Zeit, sich das schöne Abschieds Feuerwerk anzusehen, welches in der Zwischenzeit den Nachthimmel erhellte und für Aufsehen sorgte. Irgendwie schaffte ich es trotzdem pünktlich zum heiß ersehnten und lang erwarteten Höhepunkt des diesjährigen Nova Rock Festivals.

tag 3 s.o.a.dSYSTEM OF A DOWN hüllten die Bühne in einen weißen Vorhang, auf dem in großen schwarzen Lettern der Bandname zu lesen war. Das Gelände platzte aus allen Nähten und deshalb mussten die Verantwortlichen den Zuschauerplatz kurzerhand um einen angrenzenden Acker erweitern. Fast hätten sich die Veranstalter mit ihrem Mega Billing selbst übertroffen – aber eben nur fast. So fiel der Vorhang wie geplant und Serj Tankian & Co starteten mit dem „Prison Song“ einen einzigartigen Triumphzug. Vom ersten Takt an moshten und tanzten sich ausnahmslos alle Reihen im Publikum durch die makellose Setlist – von „B.Y.O.B.“ & „Psycho“ über die ganz großen Hits wie „Chop Sue“ & „Lonely Day“ und Klassikern wie „Hypnotize“, „Question!“ oder dem wilden „Bounce“. Positiv fiel dabei das Zusammenspiel zwischen Bandkopf Serj Tankian und dem „Hirn der Band“, Daron Malakian, auf. Die Beiden ergänzten sich gegenseitig wie Tag & Nacht. Bei der Konversation zwischen Band und Publikum hielt man sich genauso betucht, wie bei allen Interviewanfragen: keine Interviews mit niemanden!

Viel Gerede war sowieso nicht von Nöten, sprach die Musik doch ohnehin mehr als Bände. Das Konzert glich samt der guten Lichtshow mehr einer Inszenierung, SYSTEM OF A DOWN unterstrichen an diesem Abend ihren absoluten Kult Status, ließen aber Fragen bezüglich der Zukunft der Band unbeantwortet und offen im Raum stehen. Da kann man nur noch hoffen, dass diese einzigartige Combo uns noch den einen oder anderen Tonträger beschert und wir noch lange zu deren Klängen feiern können. SYSTEM OF A DOWN waren das Highlight, der rund 80 Bands am Nova Rock 2011! Wer noch immer nicht genug gefeiert hatte, konnte sich den ultimativen Adrenalinkick im Vergnügungspark oder beim Bungee Jumping holen. Ich ließ den Abend ruhig ausklingen und feierte im kleinen Kreis am Campingplatz mein bis dato schönstes Pfingstwochenende.

Abschließend möchte ich mich bei Gerold Haubner recht herzlich für die Gastfreundschaftlichkeit bedanken, ihm und sein Team für ein gelungenes Nova Rock 2011 gratulieren und alles Gute für 2012 wünschen!

Gunther

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