LINKIN PARK CD-REVIEW

Posted by admin On September - 28 - 2010

So, da ist es nun, das neue LINKIN PARK Album mit dem bedeutungsschwangeren Titel „A THOUSAND SUNS“. FĂĽr mich stellte dieses Album den entscheidenden nächsten Schritt fĂĽr die Zukunft dar. WĂĽrde die Band den Weg zurĂĽck zu härteren Sounds nehmen oder dem mit “Minutes To Midnight” eingeschlagenen Weg treu bleiben? Die Antwort auf diese Frage ist recht simpel. Nein und nein. Was einem LINKIN PARK hier bieten, hat wirklich nicht mehr viel mit Alben wie „Hybrid Theorie“ oder „Meteora“ zu tun, und auch MTM schimmert nur ganz wage an einigen Stellen durch. Ich nehme nicht zu viel vorweg, wenn ich sage, dass „A THOUSAND SUNS“ das ruhigste und elektronischste Album der Amerikaner geworden ist, was definitiv seine Vor- und Nachteile hat.

Los geht´s mit `Requiem`, welches mit Klavier und einem von weiblicher Stimme vorgetragenen Auszug aus dem noch folgenden `The Catalyst` den Einstieg in ein Konzeptalbum gibt, welches sich, zumindest nach Ansicht der Band, wirklich nur bei komplettem Hören der CD entfaltet. Ich werde daher nicht zu sehr auf Texte eingehen, da sich jeder Hörer dieses „Erlebnis“ auf seine Art entdecken sollte.

Einen flieĂźenden Ăśbergang in `The Radiance`, welches nur aus Soundkollagen und einem gesprochenen Sample besteht, leitet dann den ersten “richtigen” Song ein. ´Burning In The Skies` stellt direkt mein persönliches Highlight der Platte dar. Sehr schöne Melodielinien, Klavier und auch eine angezerrte Gitarre, sowie natĂĽrlich Mike und Chesters Stimmen machen den Song zu einem, mit dem wohl die meisten Fans der älteren Scheiben etwas anfangen können. Sehr ruhig, aber dĂĽster und faszinierend. Nun folgt mit `Empty Spaces` wieder ein songverbindendes Instrumental, bevor es mit `When The Come For Me` die ersten Rap-Einlagen von Mike Shinoda auf die Ohren gibt. Sehr experimenteller Hip Hop-lastiger Song mit interessantem Mitgröhl Refrain.

`Robot Boy` bleibt dem ruhigen klaviergetragenen Stil treu und bietet sanfte Kost und ein gutes Harmonieren von Chesters und Mikes cleanen Vocals. Das nächste Instrumental folgt. Das relativ unspektakuläre `Jornada Del Muerto` leitet dann die zweite Single-Veröffentlichung `Waiting For The End` ein. Mit seinen fröhlich klingenden Vocals eröffnet sich mir der Song nicht so recht. Klingt einfach nach Standart-Mainstream-Kost mit LINKIN PARK-Touch.

Mit `Blackout` wird es nun für alle diejenigen interessant, die schon sehnsüchtig darauf warten, dass Chester seine Schrei-Stimme auspackt. In bester Hybrid Theorie Manier schreit er sich hier sie Seele aus dem Leib. Dies tröstet jedoch nicht darüber hinweg, dass der Song an sich leider ziemlich schwach und viel zu sehr mit elektronischen Spielereien vollgestopft ist.

Durch ein Radio oder TV Sample eingeleitet, entpuppt sich `Wretches And Kings` als einer der härtesten Songs des Albums. Gute Rap-Parts, böse klingende Gitarren und ein nach vorne preschender Beat, machen den Song zu einem guten “Mitnicker”. Das nun folgende Instrumental `Wisdom, Justice And Love` regt durch das Sprachsample und die getragenen Klänge zum Nachdenken an, bevor der Hörer dann mit `Iridescent` die wohl beste Ballade von „A THOUNSAND SUNS“ serviert bekommt. Auch Rapper Mike Shinoda, welcher sich fĂĽr viele Kompositionen verantwortlich zeigt, gibt hier wieder seine Harmonie-Stimme zum Besten. Nach einem weiteren Interlude folgt nun `The Catalyst`. Der Song, welcher schon vorab als Single zu hören war und die Marschrichtung des Albums ankĂĽndigte, zeigt sich im nach hinein als eines der Albumhighlights. Thematisch geht es hier wohl um das Ende der Welt. Der treibende Beat und das interessante Reimschema, sowie die Melodielinien machen es fast unmöglich,dass sich der Song nicht im Kopf des Hörers festsetzt.

Der letzte Song `The Messanger` ist wieder sehr ruhig gehalten, zeigt aber wieder deutlich wie gut Chester inzwischen singt, ist aber ansonsten eher unspektakulär.

Somit geht ein recht düsteres und nachdenkliches Album zu Ende, welches die Zukunft der Band weiterhin offen lässt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass LINKIN PARK gute 10 Jahre nach Veröffentlichung ihres ersten Albums einfach gewachsen sind und sich musikalisch weiterentwickelt haben. Ob diese Entwicklung nun positiv anzusehen ist , sollte jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist jedoch, dass es die Band versteht, gute, durchdachte und emotional ergreifende Songs zu schreiben. Ein Reinhören in das Album ist auf jeden Fall nicht verkehrt, nur sollte man eben kein „Hybrid Theorie 2“ erwarten.

4/6 Tobias

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