REVIEW: HELRUNAR

Posted by Samir On März - 1 - 2015

WOLF_057_-_Helrunar_-_NiederkunfftNiederkunfft

Spätestens mit ihrem Doppelalbum “SĂ“L” aus dem Jahre 2011 konnten sich HELRUNAR einen Platz in den Herzen anspruchsvoller Black Metal Fans sichern, strotzte das Werk doch regelrecht vor Eigenständigkeit und Ideenreichtum. Mit “Niederkunfft” wird diese Entwicklung tatsächlich noch einen Schritt weiter gefĂĽhrt. Doch ist es deswegen auch gleichzeitig eine musikalische Steigerung?

Längst haben sich die MĂĽnsteraner von “stumpfen” Geholze verabschiedet und sich StĂĽck fĂĽr StĂĽck schweren Riffs zugewandt. Dadurch entsteht eine gekonnte Mischung aus Schwarzmetall und Doom, gepaart mit altem Schweden Death Metal. Dadurch wirkt das Songwriting stimmiger und die einzelnen Songs klarer und differenzierter. Auch der Einsatz verschiedener Gesangsarten trägt zur dieser Stimmung bei. Hierbei reicht die Bandbreite von tiefen Growls (’Devils, Devils Everywhere!’) bis hin zu dĂĽster gesprochenen Passagen (’Totentanz’) und einzelne Elemente wirken zu keiner Zeit fehl am Platz.

Ihre Wurzeln lassen HELRUNAR dennoch gelegentlich aufblitzen und entfesseln mit ‘Magdeburg brennt!’ einen furiosen Hassbrocken, der fĂĽr Fans frĂĽherer Alben das Highlight der Platte darstellen wird. Bei anderen Songs (beispielsweise ‘Der Endkrist’) werden zwar einzelne Elemente dieser Gangart eingestreut, doch wird das Tempo hier nicht mehr so hoch gehalten sondern erneut schwerer Riffs verwendet.

Neben der hochwertigen musikalischen Umsetzung ist auch eine Betrachtung der Texte zu empfehlen. Thematisch wird der Übergang zwischen Mittelalter und Neuzeit betrachtet und hierbei von der Reformation bis hin zum Dreißigjährigen Krieg viele düstere Facetten dieser Zeit beleuchtet. Durch den Einsatz von Gedichtzitaten und der intensiven Quellenrecherche sind realitätsnahe Texte entstanden, die den Schrecken der Geschehnisse wiederspiegeln und von der intensiven Musik getragen werden. Abgerundet wird das Konzept von einem stimmigen Artwork.

“Niederkunfft” ist der nächste Schritt in der Entwicklung einer auĂźergewöhnlichen Band. HELRUNAR beweisen erneut, dass sie auĂźerhalb jedes Schubladendenkens agieren und thematisch wie musikalisch ihren eigenen Weg gehen. Hieran können sich sehr viele heutige Bands ein Beispiel nehmen!

5,5/6 Punkten

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