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REVIEW: Party San 2014

Posted by Samir On September - 4 - 2014

party sanZum mittlerweile 19ten mal öffneten sich die Pforten der Hölle, besser bekannt als ThĂŒringen und versammelt Extreme Metal Fans aus aller Welt zum Party San Open Air. Was 1996 vor 170 Zuschauern begann, hat sich lĂ€ngst als eines der beliebtesten Festivals der Republik etabliert. Und dies auch, wie sich 2014 zeigt, vollkommen zurecht!


Der Umzug nach Schlotheim 2011 hat dem Festival sicherlich nicht geschadet: Logistik und Organisation waren mal wieder auf höchstem Niveau. Der Besucher hat die Auswahl zwischen verschiedensten kulinarischen Angeboten(Afghanisch, chinesisch, uvm.), kann bei allerlei VerkaufsstÀnden die Wirtschaft ankurbeln, oder auch einfach nur auf dem Rasen entspannen. Auch die Wege zum Zeltplatz sind durch die Aufteilung des Flugplatzes angenehm und nicht zu lang. Dieses Jahr spielte sogar noch das Wetter mit, was die Stimmung der Zuschauer noch weiter anheizte!

Donnerstag

Wie immer gibt es bei der Anfahrt keine Probleme und man kann nach kurzer Zeit bereits das Zelt aufbauen und das FestivalgelÀnde entern.
Als erste Band gönne ich mir SKELETONWITCH. Die US-Amerikaner verstehen es gekonnt ihren Thrash Metal unters Volk zu ballern und ziehen trotz der frĂŒhen Spielzeit einige Besucher auf ihre Seite. NatĂŒrlich dĂŒrfen auch Klassiker der Marke “Beyond The Permafrost” nicht fehlen so, dass hier nicht viel Platz fĂŒr Kritik geboten wird.

Ganz anders sieht es da bei ATLANTEAN KODEX aus. Mit ihrem melodischen Power Metal bilden die Bayern die stilistischen Außenseiter dieses Festivals und haben zugegebenermaßen von Anfang an einen schweren Stand. Zu Beginn geben dennoch viele Fans den Teutonen eine Chance, jedoch leert sich das Feld im Laufe des Auftritts auch recht stark wieder. Auf einem anderen Festival wĂ€ren die Jungs wohl besser angekommen, da man ihnen handwerklich kaum etwas vorwerfen kann.

Mit GRAVE geht es zurĂŒck zur Festival Zielgruppe. Die Schweden sollten jedem einzelnen Besucher ein Begriff sein und sind auch immer fĂŒr einige Livegranaten gut. Besonders “Into The Grave” lĂ€sst das Party San erbeben und keine WĂŒnsche offen. Trotz des bescheidenen Sounds reißen die Altmeister den Großteil der Anwesenden mit und können in dieser Form gerne wiederkommen.

ENTOMBED A.D.? Wer ist denn das? Was genauso gut eine Coverband der Skandinavier sein könnte, sind in Wirklichkeit LG Petrov mit neuer Mannschaft. Nach verlorenem Rechtsstreit musste die Band ihren Namen erweitern und tourt nun mit Original ENTOMBED Songs durch die Lande. Mit unsterblichen Klassikern wie “Left Hand Path” im GepĂ€ck kann man nicht viel falsch machen, doch mag der Funke auch nicht komplett ĂŒberspringen. Insgesamt bleibt so ein guter Auftritt zu verzeichnen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die anschließende Kombination aus Headliner und Co- Headliner sind schon fast die Kosten fĂŒr das Festivalticket wert. Den Anfang machen SOLSTAFIR, die vom Großteil der Festivalbesucher sehnlichst erwartet werden. Kein Wunder, haben sich die IslĂ€nder in den letzten Jahren doch einen bemerkenswerten Ruf erspielt und auch auf Platte durchgehend ĂŒberzeugt. So kommt es, dass der Auftritt ein bunter Querschnitt ihres Schaffens darstellt und auch Songs des demnĂ€chst erscheinenden Albums “Otta” prĂ€sentiert werden. Selten habe ich bei einem Auftritt eine solch intensive AtmosphĂ€re erlebt und so geht es auch den restlichen Besuchern. Einziger Wehrmutstropfen stellt die begrenzte Spielzeit dar, denn in dieser Form könnte man Jungs vom Polarkreis stundenlang zuhören! Absolutes Highlight!

An diese Form kann der Headliner in Form von WATAIN leider nicht heranreichen. Einige Metalheads verlassen bereits direkt nach SOLSTAFIR das GelĂ€nde und auch die ĂŒberlange Umbaupause verdirbt so manchen die Lust. NatĂŒrlich fahren die Schweden eine beeindruckende Kulisse auf, dennoch hĂ€tte man die Zeit zwischen den beiden Bands kĂŒrzer halten sollen! Nach ca. 45 Minuten ist es dann endlich soweit und WATAIN entern mit ihrer okkulten Show die BĂŒhne. Dabei wird eine sehenswerte Feuershow sowie Interludes geboten, die die gesamte Show zu einer langen schwarzen Messe machen. Musikalisch legt man den Fokus auf das letztjĂ€hrige Erfolgsalbum “The Wild Hunt” und prĂ€sentiert Hits wie “Outlaw” und “Holocaust Dawn”. In dieser Hinsicht kann man den Schwarzmetallern keinen Vorwurf machen. Leider kommen die Skandinavier mittlerweile nicht mehr so gut an wie noch vor ein paar Jahren und so könnte die Stimmung um einiges besser sein. Vielleicht wĂŒrde hier eine etwas geringere Live PrĂ€senz in Zukunft Gold wert! Dennoch ein gelungener Abschluss des Tages!

Freitag

Der nĂ€chste Tag beginnt frĂŒh und, Überraschung, sonnig. Zur Mittagszeit und bei bestem Wetter stĂŒrmen die Tschechen von JIG-AI nach anfĂ€nglichen technischen Schwierigkeiten und mit zehn Minuten VerspĂ€tung die BĂŒhne. Gore Grind mag nicht jedermanns Sache sein, aber live macht die Truppe definitiv Spaß und es gibt neben Circle Pits auch Konfetti und jede Menge guter Laune!

Nach einer kurzen StĂ€rkung steht Nautik Doom auf dem Plan. AHAB prĂ€sentieren ihre langsamen und drĂŒckenden Riffs und können eine beachtliche Fanschar vor der BĂŒhne versammeln. Durch mehrere Interludes und rein instrumentelle Passagen wird eine beachtliche AtmosphĂ€re erzeugt, die nicht einmal durch die pralle Sonne getrĂŒbt wird. Diese souverĂ€ne Leistung kommt auch beim Publikum gut an und wird frenetisch gefeiert.

Wer behauptet, dass eine richtige Band nicht aus zwei Personen bestehen kann, hat INQUISITION noch nie live erleben dĂŒrfen. Das Duo kredenzt Black Metal der alten Spielart und erinnert zeitweise an die Anfangszeit von Immortal. SĂ€nger Dagon wechselt zwischen den zwei Mikrofonen auf der BĂŒhne hin und her und verzichtet bis zum letzten Song vollstĂ€ndig auf alle Ansagen. Stattdessen werden sowohl alte als auch neue Werke prĂ€sentiert und wie auch schon auf der Behemoth Tour Anfang des Jahres vollkommen ĂŒberzeugt.

Was kann man noch zu ABORTED sagen? Die meisten Fans des extremen Metals werden die belgische Truppe mindestens einmal gesehen haben und somit in den Genuss der gesanglichen Leistung von Chefturner Sven gekommen sein. Dieser prÀsentiert sich auch heute wieder bestens aufgelegt und erntet sÀmtliche Sympathien. Klasse Show, an der man sich einfach nicht satt sehen kann.

PĂŒnktlich zu BENEDICTION wird es voll vor der BĂŒhne. Die Deather prĂ€sentieren einen Querschnitt aus ihrem bisherigen Schaffen und sorgen fĂŒr jede Menge gute Laune bei den Anwesenden. Trotz der recht eintönigen Songauswahl zeigen die Jungs eine prima Show und werden auch in Schlotheim einige neue Fans gewonnen haben.

Das Zelt fĂŒllt sich und das kann nur eines bedeuten: die Lokalhelden von ROGASH beehren das Party San und prĂ€sentieren ihre Todesmetallkeule “Supremacy Undone”. Schon vor dem Auftritt sind Rufe nach dem allseits bekannten Frontmann Eric zu vernehmen, die auch wĂ€hrend des Gigs immer wieder ertönen. Dieser liefert, wie auch der Rest der Jenaer Truppe, ein weiteres Mal einen erstklassigen Auftritt ab und sorgt fĂŒr breite Grinser bei den Fans extremen Liedguts. In dieser Form wird man die Kapelle wohl noch bei so manchem grĂ¶ĂŸeren Festival sehen!

MISERY INDEX haben in diesem Jahr bereits mit ihrem aktuellen Album “The Killing Gods” einen Sturm der Begeisterung ausgelöst und setzen dies auch live fort. Jason Netherton ist einer der besten Extreme Metal SĂ€nger unserer Zeit und ĂŒberzeugt auch durch ein charismatisches Auftreten. Was will man also mehr?

Nach einer abendlichen Erholungspause gibt es den Co-Headliner des heutigen Tages auf die Ohren. MARDUK gelten als absolute Institution und können auf einen riesigen Backkatalog zurĂŒckgreifen. SĂ€nger Mortus kreischt wie der Berserker und seine Hintermannschaft holzt sich gekonnt durch das Set, welches zum Großteil aus Klassikern besteht. Ich persönlich habe die Schweden noch nie in einer solch guten Form gesehen und bin ĂŒberrascht von der enormen Spielfreude. Klasse Show, die Lust auf den Headliner macht.

Diesen stellt heute SATYRICON dar, die ein Best-Of Set prĂ€sentieren. Somit werden neben “The Pentagram Burns” auch Evergreens der Marke “Mother North” auf die Bretter gebracht. Leider ist Frontexzentriker Satyr viel zu sehr mit sich selbst beschĂ€ftigt so, dass ein Großteil der Stimmung auf der Strecke bleibt und die Songs nicht ihre Wirkung entfalten können. Leider kein wĂŒrdiger Headliner!

Samstag

IMPERIUM DEKADENZ eröffnen meinen letzten Festivaltag und prĂŒgeln die MĂŒdigkeit aus den Knochen der Anwesenden. Die Songs sind schwarzmetallisch abwechslungsreich und dennoch eingĂ€ngig und kommen live gut an. Das souverĂ€ne Auftreten von Frontmann Horaz erledigt den Rest und hinterlĂ€sst eine begeisterte Menge.

Da ich KAMPFAR bereits einige Male erleben durfte, stellen MALEVOLENT CREATION die nĂ€chste Band auf meiner Liste dar, die, entgegen ihrem etwas verwahrlosten Auftreten, frisch und heftig die BĂŒhne entern und fĂŒr Moshpits und kreisende Matten sorgen. Kein Wunder, sind die Songs der Schweden doch prĂ€destiniert, um sich zu bewegen und smit auch Garant fĂŒr eine starke Show.

Neben ROGASH stellen auch ARROGANZ aus Cottbus eine der Hoffnungen des Death Metal Sektors dar. Mit beeindruckender PrĂ€senz, einer eindrucksvollen Kulisse und absolut hörenswertem Liedgut holzt sich das Quartett durch ihr Set und machen gekonnt Werbung fĂŒr ihr Album “Tod & Teufel”, welches Ende des Jahres erscheinen wird. Von dieser Band werden wir noch sehr viel hören!

Musikalisch sind GRAND MAGUS bestimmt nicht die typische Party San Band, locken jedoch trotzdem zahlreiche Fans vor die BĂŒhne. Der klassische Heavy Metal mit teutonischen Texten kommt auch hier gut an und sorgt fĂŒr zahlreiche Mitsingmomente und Oldschool Feeling, welches auch die Fans extremerer Musik zum Mitwippen zwingt. Klasse Show!

NAPALM DEATH sind einfach ein Garant fĂŒr eine explosive Show. Die schlechten Shows der Briten kann man wahrscheinlich an einer Hand abzĂ€hlen und so werden die Fans auch heute nicht enttĂ€uscht. Neben Klassikern wird der Fokus auch auf neuere Veröffentlichungen wie “Utilitarian” gelegt und die Fans kategorisch zum Ausrasten gebracht. Wie immer gibt es zu fast jedem Song eine ErklĂ€rung von Marathonmann Barney, wĂ€hrend das Publikum Circle Pits und Crowdsurfing par excellence veranstaltet. Diese Band enttĂ€uscht einfach nie!

Den Abschluss des Festivals ĂŒbernehmen KREATOR, die zunĂ€chst eine halbe Stunde auf sich warten lassen. Als das Urgestein seine Show beginnt, weiß man auch warum es zu dieser Verzögerung gekommen ist. Eine beachtliche Kulisse wird aufgefahren, die von furioser Lichttechnik und einer wahnsinnigen Feuershow in Szene gesetzt wird. Hinzu kommen RauchfontĂ€nen und Glitterbomben, die das Gesamtpaket ergĂ€nzen und die Fans begeistert zurĂŒcklassen. Das Liedgut der Essener ist eh eine eigene Liga so, dass keine WĂŒnsche offen bleiben und das Festival mehr als wĂŒrdig beendet wird!

Fazit

Das Party San ist einfach eines der besten Festivals, die die Republik zu bieten hat. Eine familiĂ€re AtmosphĂ€re, gepaart mit fairen Preisen und exzellenten Bands lĂ€sst kein WĂŒnsche offen und begeistert jeden Extreme Metal Fan.
Dieses Jahr gab es nahezu keine AusfĂ€lle bei den Performances, doch konnten speziell ROGASH, ARROGANZ, NAPALM DEATH und SOLSTAFIR vollkommen ĂŒberzeugen.
Mit ASPHYX und BEHEMOTH sind auch schon zwei HochkarĂ€ter fĂŒr 2015 bekannt gegeben worden, die die Fans sicherlich erneut begeistern werden.
Metal Impressions wird auf jeden Fall 2015 erneut in Schlotheim anzutreffen sein!

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