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Review: Atrocity

Posted by Radu On April - 3 - 2013

ATROCITY – „Okkult“

ATROCITY_OKKULT_CoverUngewöhnliche Alben erfordern ungewöhnliche Mittel. Die Urgesteine um Mastermind Alex Krull lassen im April den Start einer Trilogie von der Kette, den es so noch nie gab. Den Beginn macht das aktuelle Album „Okkult“, wobei der Name auch Programm ist. Bereits im Vorfeld trieb der Opener `Pandaemonium` old school Fans die Freudentränen in die Augen; eine weitergeführte Version von Atlantis sollte es werden. Mit dem Bombast des Lingua Mortis Orchesters im Rücken fegt der Song alles im Umkreis hinweg, während die Todesmaschine auf Hochtouren läuft. Aggressivität und Tiefgründigkeit sind hier Dreh- und Angelpunkt des Albums. `Death By Metal` ballert alles in Grund und Boden und sind ATROCITY´s Tribut an ihre Anfangstage, als der Death Metal sich aus der Ursuppe erhob. Schnell, aggressiv und einprägsam wie Sau. Episch brutal marschieren alte Rassen, die bereits seit Äonen unerkannt unter uns weilen, zu `March Of The Undying`. Fix gespielt und doch episch, während der Refrain alles im Hörer dazu antreibt, den Titel aus voller Kehle mit zu schreien. `Haunted By Demons` lässt Elemente aus der „Blut“ Ära durchblitzen und fräst sich aggressiv und eingängig zugleich durch die Gehörgänge. `Murder, Blood, Assassination` zeigt ATROCITY von seiner progressiven Seite; hier wird auf klar nachvollziehbare Songstrukturen gesetzt, die gelegentlich in einem Vulkanausbruch enden.

Der Hexe Erictho (der das Cover des Albums gewidmet ist) wird mit `Necromancy Divine` ein eigenes Kapitel zuteil. Dabei wird in voller Fahrt etwas Bombast eingestreut, während Alex hasserfüllt ins Mikro bellt. Tanzbares Ohrwurmmaterial inklusive reibende Gitarrenarbeit treiben `Satans Braut` voran, der besonders aufgrund der deutschen Lyrics sein eigenes Flair hat. Soundtracktechnisch geht´s mit ´Todesstimmen` weiter (feat. Katie Halliday, die für die Soundeffekte bei SAW verantwortlich war), ehe mit `Masaya` die Pforten der Hölle geöffnet werden: ein peitschender Bass leitet ein urtümliches Todesgewitter ein, das bequem auf der „Todessehnsucht“ seine Daseinsberechtigung gefunden hätte. Ganze Welten versinken prophetisch in Schutt und Asche (´When Empires Fall To Dust`), während aus den Boxen griffige Gitarrenlinien sich um dezente Bobastparts schlängeln. Allen voran thront Alex Stimme, bei der ein müheloser Spagat zwischen Eingängigkeit und Brutalität durchgezogen wird. Bei der Hitdichte ist es schwer, einen Track hervorzuheben. Sollte man aber dazu gezwungen werden, ist es ganz sicherlich `Beyond Perpetual Ice`, bei der ATROCITY alle Stärken in einen Song verpackt haben: Gänsehautriffs verschmelzen mit erdigem Rhythmus, der sich in Sachen Eingängigkeit steil nach oben schraubt, ehe er im Refrain explodiert und an Doublebasswänden spektakulär zerschellt. Stakkatogewitter per excellence! Mit ´La Voisine` wird das Album auf dunkle und gleichzeitig morbide Weise abgeschlossen, ehe der Finger auf die Repeat Taste schnellt.

Fazit: authentisch frisch, brutal ehrlich und zu 100% ATROCITY! Hier bleibt kein Stein mehr auf den anderen und der Tiefgang kommt ebenfalls voll auf seine Kosten. Das Cover, die fette Produktion und die Liebe zum Detail ergeben einen voll umfänglichen Ohrgasmus, der auch richtig scharf gewürzt ist. Sämtliche Daumen hoch, wir haben einen Meilenstein im Player!

6/6 Punkten
Radu

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