IRON MASK “Black As Death”

Posted by Thomas On Dezember - 12 - 2011

ironmask_blackasdeathSchon seit 2002 eifert der belgische Ausnahmegitarrist Dushan Petrossi (MAGIC KINGDOM) mit seiner zweiten Band IRON MASK ungezwungen seinem großen Idol YNGWIE MALMSTEEN hinterher. Was kann einem dabei Besseres passieren als die Verpflichtung des ehemaligen MALMSTEEN – Sängers Mark Boals?! Nicht viel, dachte sich offensichtlich auch Petrossi und zaubert gleich mal die mit Abstand stärkste Platte des bisherigen Schaffens aus dem Ärmel. Diese hört auf den Namen „Black As Death“ und ist wahrlich nicht von schlechten Eltern.

Nach einem kurzen Intro kommt der Titeltrack erstaunlich wuchtig aus dem Quark. Der Song geht straight nach vorne und gipfelt in einen bombastischen Refrain. Mit überraschendem Härtegrad zeigt man eindrucksvoll, dass auch klassik – affine Melodic Metaller mächtig viel Dampf auf dem Kessel haben können. Stark!

Direkt im Anschluss schickt man mit dem eingängigen Rocker ‚Broken Hero’ bereits den Höhepunkt der Scheibe ins Rennen. GefĂĽhlvolle Vocals und ein mitreiĂźender Chorus, einfache Zutaten liefern maximalen Ertrag. „Black As Death“ verfĂĽgt aber noch ĂĽber zwei weitere TrĂĽmpfe. ‚Genghis Khan’ ist ein Lied wie ein Leinwand-Epos. Es beginnt mit atmosphärischer Weltmusik, steigert sich dann in ein langsames Bombastmonster, um wieder auf dem Eingangsthema zu enden. ‚God Punishes, I Kill’ hingegen ist mit seinen treibenden Grooves und MAIDEN – artiger Melodik ein gefälliger Midtempo – Banger vor dem Herrn. Bei allem Vorgenannten kommt berechtigterweise echte Begeisterung auf.

Leider wird diese aber durch einige schwächere, weil (zumindest mir) zu kitschige, Momente des Albums wieder ein ganzes Stück weit getrübt. ‚Feel The Fire’ dürfte zwar ein Fest für jeden STRATOVARIUS und/oder MALMSTEEN – Jünger darstellen, für mich enthält es aber irgendwie zu viel Pathos. Das Gleiche gilt umso mehr für das pubertäre ‚Rebel Kid’. Kindermelodie trifft Draufgänger – Lyrics. Danke, bei so was bin ich raus!

Fairerweise erschöpfen sich darin aber alle Boshaftigkeiten, die man „Black As Death“ entgegenhalten kann. An den technischen Fähigkeiten der beteiligten Musiker, sowie an einer sauberen Produktion mangelt es (selbstredend) zu keiner Sekunde. Zudem eine positive Randnotiz: Endlich mal haben sich IRON MASK für ein stilvolles Artwork entschieden. Die Cover der früheren Alben waren eher zum Fürchten.

Unterm Strich legen die Belgier ihr bis dato reifstes und bestes Werk vor. Wer auf klassisch angehauchten Melodic Metal mit reichlich Gitarren – Keyboard – Duellen steht und einen erhöhten Kitschfaktor nervlich aushält, der kann bei „Black As Death“ blind zugreifen. Alle anderen hören lieber erst mal rein.

VĂ–: 16.12.2011 (AFM Records)

4,5/6 Punkten

Thomas

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