Review: WITHERSCAPE
REVIEW: THE SANTUARY
Man sollte meinen, dass man sein persönliches Schaffen irgendwann nicht mehr steigern kann. Dan Swanö und Ragnar Widerberg belehren uns hier eines besseren und vermischen mit dem aktuellen WITHERSCAPE Album sowohl 70er, Prog Rock und sogar AOR Elemente und tüten diese in ein atmosphärisches Death Metal Gewand ein.
Der Opener `Wake Of Infinity` zeigt zwar anfangs seine Zähne, mündet jedoch in eine introvertierte Rocknummer, ehe wieder Aggressionsalarm herrscht. Abwechslung und das Element der Überraschung wird hier professionell eingesetzt. `In the Eyes Of Idols` ist eine griffige Nummer in Black Tears Tradition, während die Griffbretter mit `Rapture Ballet` drastisch bearbeitet werden und Progressivität und Atmosphäre vereinen. Eine „Ballade“ der besonderen Art kredenzt `The Examiner` auf der Dan Swanös Stimme in Begleitung mit Piano und Akustikgitarre bedächtig Melancholie herbeibeschwören.
Erstaunlich, wie selbstverständlich der Song sich aufbaut, wächst und schließlich die Fangarme noch so vielen Stilen ausstreckt und in einer Gänsehaut vereint. Nicht minder geht es bei `Marionette` zu, wo der Kontrast zwischen Ruhe und Aggression mittels balladesken Tönen und Stimmwechsel (klar und geröchelt) eindeutig gelebt wird. `Divinity` ist ein Augenzwinkern in Richtung Nightingale, unterscheidet sich jedoch klar durch seine Wutausbrüche, während `God Of Ruin` schon etwas rituelles an sich an. Der Titeltrack ist Dan Swanös Reaktion auf einen Kommentar im Netz, bei dem man ihn angestiftet hat, nicht immer auf Sicherheit zu spielen. Als Ergebnis wurden alle Elemente in die Waagschale geworfen und ein 14 minütiges Monster erschaffen, das problemlos als Erbe der Crimson Alben durchgehen kann.
Dan Swanö Röchelt und singt in Topform und schafft es trotz starkem Wiedererkennungswert eine klare Grenze zu aktuellen Nightingale und alten Edge of Sanity zu ziehen. Auch wenn der Rausschmeißer `Vila I Fried` nicht gerade lang ist, so hat das Instrumentalstück einen Charme, der den Hörer in nachdenklicher Ruhe zurück lässt. Storymäßig wird an dem Debüt angeknüpft, wobei Paul Kuhr (Novembers Doom) unterstützt hat; der Mann in Weiß hat das Horrorhaus neu hergerichtet und vermietet es an einige Gäste. Ungünstig nur, dass es auf den Ruinen eines Höllentores erbaut wurde, und so wird der Protagonist besessen und öffnet das Tor zu einer anderen Dimension. Die Thematik wurde beim Cover perfekt umgesetzt, wobei Swanö und Widerberg perfekte Geschichtenerzähler sind.
Fazit: neben der gewohnt hohen Qualität, gibt es einige neue Elemente und Gänsehautmomente, die man längst nicht gewohnt ist. WITHERSCAPE erklimmen das nächste Level und perfektionieren nicht nur, sondern bereiten neue Wege. Auch für Swanö Verhältnisse ein herausragendes Album und absoluter Pflichtkauf!
5 Punkte
Radu




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