REVIEW:MEGADETH

Posted by Hendrik On Januar - 31 - 2016

Megadeth-DYSTOPIAMEGADETH? Sind das nicht diese alten Männer?! Zum Glück, nur alte Männer können so ein geiles Brett rausbringen!!!“ O-Ton eines guten Musikfreundes nach dem ersten Hören des Openers ´The threat is real´.

In der Tat liefern die Urgesteine des Thrash hier ein sehr reifes Werk ab, woran sich die nächsten Veröffentlichungen in diesem Genre messen lassen müssen. Nach einem kurzen atmosphärischen Intro startet der druckvolle erste Song ohne Handbremse durch. Das übliche Megadeth-Rezept aus messerscharfen Riffs und Soli sowie komplexen Songstrukturen und Rhythmuswechseln zieht sich fast durch alle 11 Songs.

Es geht direkt weiter mit dem straighten Midtempo-Titelsong, der mit technisch brillanten Gitarrensoli von Neuzugang Kiko Loureiro bestückt ist. Auch hier erinnert vom anspruchsvollen Aufbau und dem anziehenden Tempo zum Schluss einiges wieder an die Songs von ´Rust in Peace´, ohne billig kopiert zu sein.

Im dritten Song darf Wiederzugang David Ellefson am Bass zeigen, was er kann. Treibend und wütend peitschen Mustaines Vocals die Instrumentalisten vor sich her. Keine Berührungsangste mit gefälligen Klaviermelodien beweist die Gruppe auch im eher getragenen ´Poisonous Shadows´, die gekonnten Rhythmuswechsel in ´Bullet to the brain´ verhindern jeden Anflug von Langeweile.

Auch danach fällt die Scheibe qualitativ kaum ab und es gibt keinen wirklichen Schwachpunkt, selbst nach dem fünften Repeat zieht die Scheibe immer noch die Hörmuscheln nach vorne. Alles ist durchdacht und straight komponiert, ohne ein Riff irgendwie totzureiten. Loureiro legt durchweg eine ähnliche Spielfreude wie damals Marty Friedman an den Tag.

Produktionstechnisch gibt  sich der Longplayer im typischen Megadeth-Soundgewand, alles drängt gleichberechtigt aus den Boxen, vom trockenen Klang der Schlagzeugfelle bis hin zu den glasklaren Gitarren und natürlich Mustaines typischen Vocals. Er lässt textlich mal wieder kein gutes Haar an den Politikern, skizziert seine Zweifel an einer positiven Entwicklung der Gesellschaft und vielleicht ist es ja Absicht, dass im Booklet der Text des letzten Stückes ´Foreign Policy´ nicht abgedruckt ist!

Mit diesem dunklen dystopischen Opus hat Mustaine es geschafft, eine Combo um sich zu scharen, die das kommende Musikjahr mit sehr hoher Qualität einläutet und die selbstgesetzte Bestmarke ´Rust in Peace´ zumindest (fast) erreicht!

5,5/6

Hendrik

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