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MANTRIC “THE DESCENT”

Posted by admin On April - 29 - 2010

THE DESCENTMANTRIC haben sich aus den Überresten von EXTOL gegrĂŒndet und sind somit im Musikzirkus keine Neulinge. Untergekommen ist man nun bei Prosthetic Records, welche den Stil der Band als eine Mischung aus Metal, Punk und Alternative mit Hang zum Progressive Metal bezeichnen. Die Band selbst sieht sich genrelos und will sich nicht kreativ limitieren.
Ich möchte mein Fazit gleich vorwegnehmen: MANTRIC hinterlassen bei mir einen sehr zwiespÀltigen Eindruck. Der Grund: Das Album ist nicht wirklich schlecht, aber unausgewogen und bisweilen sogar nervig. Und das sage ich nicht, weil meine Vorlieben im Death- und Black- Metal liegen.
Doch von Anfang an: Das Album kommt im Digipack und entspricht in seiner Aufmachung den Standards. Die Produktion wurde durch Tue Madsen (DARK TRANQUILLITY / THE HAUNTED) in Mix und Mastering veredelt und entsprechend klar und definiert ist der Sound. Das schon mal auf die Haben-Seite.
Musikalisch versuchen sich MANTRIC an der eierlegenden Wollmilchsau und kombinieren Bands wie GOJIRA (Melodien) und MESHUGGAH (Drums) mit College-Punkrock und HIM. Und auf den ersten drei Tracks gelingt den Jungs aus Norwegen das auch ganz passabel.
Das Intro erinnert an TIAMAT, ist ruhig und atmosphĂ€risch und schafft einen Spannungsbogen, der neugierig auf mehr macht. Nahtlos geht das Ganze in das volle Brett auf Track Zwei ĂŒber, welcher mit MESHUGGAH-Riffs und Drums beginnt, um im Refrain clean und poppig daherzukommen. Dazu der Gesang von Ole Sveen, ergĂ€nzt durch Mit-Gitarristen Tor Glidje, welche stimmlich zwischen MORGOTH / DISBELIEF (genial) und Cleangesang (solide, aber gĂ€hn) liegen. Auch Track Drei weiß mich noch zu ĂŒberzeugen, was vor allem an der Gesangsleistung liegt. Und auch sonst lĂ€sst hier MORGOTH`S `Odium` grĂŒssen. Auch das geht auf die Haben-Seite.
Doch meine anfĂ€ngliche Begeisterung wird ab Track Vier auf fast Null gebremst. Nicht nur, das ab hier die harten Zeiten vorbei sind, der SĂ€nger „erweitert“ sein stimmliches Spektrum um einen nöligen PHILLIP BOA Verschnitt und als Krönung versucht man sich auch als kleiner Ville Valo…
Zudem unternehmen Mantric ab jetzt auch musikalisch AusflĂŒge in alle Richtungen: Mal gibt man sich rockig, ein bißchen Ballade darf es auch sein, dann wieder chaotisch, auch mal sphĂ€risch-ruhig und immer wieder stellenweise eingĂ€ngig, poppig und straight. Fast scheint es so, als wollten sie es allen Recht machen, wĂ€ren da nicht die fast permanenten Breakbeat-Drums, die nur selten Raum fĂŒr den Rest der Instrumente lassen. Jungs, das nervt auf die Dauer und ist kein QualitĂ€tsmerkmal fĂŒr Progressive! So hetzt man sich mit nur wenigen kurzen Verschnaufpausen durch weitere sieben StĂŒcke, die bestenfalls gehobener Durchschnitt sind und aufgrund des Stils der Band nur wenig Wiedererkennungswert haben. Das können besagte GOJIRA und MESHUGGAH besser. Das auf der Soll-Seite.
Einzig das letzte StĂŒck vermag mich wieder etwas versöhnlich zu stimmen, ist es doch ein ruhiges, reduziertes InstrumentalstĂŒck, welches leicht dissonant die AtmosphĂ€re des Intros wieder einfĂ€ngt und so einen runden Abschluss bildet.
Das wir uns hier nicht falsch verstehen: Handwerklich sind MANTRIC wirklich gut. Auch merkt man, das sich kompositorisch einige Gedanken gemacht wurden.
Aber hĂ€tte sich die Band auf eine konsequente Linie geeinigt und ihre StĂ€rken, welche eindeutig in der HĂ€rte liegen, weiter ausgebaut, es hĂ€tte ein Klopper-DebĂŒt werden können. Zu viel Konjunktiv, zu wenig auf der Haben-Seite.
Schade…

Dirk

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