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REVIEW:BLACKROUT

Posted by Radu On April - 12 - 2015

blackrout___orwellian_frontcoverOrwellian

Die ältere Garde unter uns dürfte sich noch an die Zeiten erinnern, als man erstmals im Kinderzimmer vor den Lautsprechern saß und Geräuschkulissen von den ersten SEPULTURA lauschte. So ähnlich geht es mir beim ersten Durchlauf von „Orwellian“, der mit einem derben Tritt in die Fresse startet.

Es ist weder ein melodischer Earcatcher, noch ein packendes Gitarrenriff, sondern die immense Aggressionswand, die mich zu Beginn erdrückt. Es entlädt sich ein lang angestauter Hassbratzen, dessen Songstrukturen sich erst nach mehreren Durchläufen offenbart. Nur stumpf aufs Gaspedal ist nicht, denn es wird auch mal die Handbremse angezogen und in den Groove Modus gewechselt. Alte Obituary Scheiben dürften ebenso in den CD Regalen der Musiker stehen, wie die eine oder andere Death Platte. Während der Songs passiert viel, allerdings nicht zu viel, als dass es in kaum nachvollziehbare Griffbrettorgien ausufert. Die innovative Songstruktur, aber auch abwechslungsreiche Details wie cleane Gitarren oder Pianointro bieten einiges an Abwechslung und heben das Album von typischem Knüppeleinheitsbrei ab. Dennoch bleibt der Aggressionsfaktor konstant im Rahmen der Kernschmelze, ohne an Fahrt zu verlieren. Der Albumtitel „Orwellian“ basiert auf dem Autor des Romans „Farm der Tiere“ und „1984“, in denen die Gesellschaftsstruktur im Bezug auf die menschliche Moral kritisch hinterfragt wird. In seinem letzten Interview prognostiziert er „If you want a vision of the future, imagine a boot stamping on a human face- forever.“ Der Tritt in die Fresse ist sehr gelungen und hat im Vergleich zu seinen Anfangstagen mehr an Groove zugelegt. Die Truppe bezeichnet ihren Stil als Groove Death Prog Thrash, was perfekt zutrifft.

Fazit: BLACKROUT liefern einen explosiven Cocktail mit der Garantie für Nackenschmerzen und Moshflatrate ab. Ein modernes Album, das jedoch gleichzeitig die Ursprünge der Urväter in sich trägt und konsequent fortführt. Mit viel Herzblut eingespielt, verleitet es schnell dazu, seine Umwelt in eine Moshpit zu verwandeln, denn wo andere sich in verschachtelten Songstrukturen verlieren, ist man gefühlsmäßig bei der Basis des Extrem- Metal: Aggression. Für ein Debütalbum definitiv mehr als „nur“ erstaunlich.

4,5/6 Punkten

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