INTERVIEW ARJEN LUCASSEN

Posted by admin On November - 28 - 2010

Danke Arjen, dass du dir fĂŒr unser Magazin die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten!

Arjen: Das mache ich doch gern!

Als allererstes einmal meine GlĂŒckwĂŒnsche zu deinem neuen STAR ONE Album „Victims Of The Modern Age“, welches fĂŒr mich eines deiner Besten ist, die du je gemacht hast.

Arjen: Danke, das tut gut zu hören!!

Warum ist „Victims Of The Modern Age“ dunkler und weitaus heavier und gitarrenlastiger ausgefallen als die frĂŒhen Werke von STAR ONE und AYREON?

Arjen: Nach dem relativ atmosphÀrischen GUILT MACHINE Album habe ich mich mehr dem Gitarrenspiel gewidmet und habe sehr viel LÀrm gemacht. Denn ich war mit dem Gitarrensound des ersten STAR ONE Albums nie zufrieden gewesen und habe nun den bösen Gitarrensound eingesetzt!

Das Thema des neuen Albums ist Sciencefiction orientiert, aber die Songs spielen thematisch auf der Erde. Wie kam es zu dieser Idee und zum Konzept dieses Albums?

Arjen: Ich habe mich entschieden, die Musik extrem dĂŒsterer ausfallen zu lassen und bin quasi auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Die Thematik der Songs sind eher an Schreckensvisionen, Post-Apokalyptische Filme wie Matrix und Blade Runner angelehnt.

Wenn du die einzelnen Lieder zu STAR ONE komponierst, hast du da schon die SĂ€nger und SĂ€ngerinnen im Kopf, die die einzelnen Lieder performen werden, sei es Floor, Russel, Damian oder Dan?

Arjen: Eigentlich nicht wirklich! Aber es ist gut zu wissen, vier Geheimwaffen zu haben, die die Songs antreiben. Dieses Mal wollte ich aber, dass alle SÀnger in jedem Lied zu hören sind.
Erst wenn die Songs fertig komponiert waren, habe ich dazu die Texte geschrieben.

Wie hast du eigentlich die Gesangsparts den einzelnen Vocalisten gesendet?

Arjen: Ich habe erst selber die Parts eingesungen und habe sie dann als Mp3-Files ĂŒber meinen TFP-Server als Download zur VerfĂŒgung gestellt.

Ist das nicht ein große logistische Herausforderung und wie kann man das Ganze managen?

Arjen: Nein, nicht wirklich! Denn mit dem Internet heutzutage ist alles wesentlich einfacher geworden, wĂ€hrend ich frĂŒher noch alles per CD gesendet habe, reicht heutzutage einfach nur eine Email!

Und wo singen all deine SĂ€nger die Songs ein!?

Arjen: Ich lassen sie alle einfliegen und dann kommen alle zusammen in mein Studio, denn es ist sehr wichtig fĂŒr mich, mit ihnen zusammen zu arbeiten, mit ihnen in einem Raum zu sein und ihre Ideen zu hören.

Wie lange hast du fĂŒr die Produktion gebraucht?

Arjen: Meistens benötige ich ein Jahr, bei den AREYON-Projekten dauert es etwas lÀnger.

Du hast so unzÀhlig viel komplexe Songs geschrieben. Wie gehst du an das Komponieren heran!?

Arjen: Ich denke Tag und Nacht. Es beginnt immer meist mit einer kleinen Idee auf der Gitarre und der Song nimmt langsam Gestalt an den ich dann bis zum letzten Moment perfektioniere.

Was machst du eigentlich, wenn all die Arbeiten abgeschlossen sind und das Album im Kasten ist, als privater Mensch, nicht als Musiker?

Arjen: Ich widme mich eigentlich sofort dem nÀchsten Projekt, falls mich irgendetwas inspiriert. Mache ich es nicht, falle ich in ein schreckliches schwarzes Loch. Ich denke, dass ist das Schicksal eines jeden Musikers.

Was kommt nach „Victims Of The Modern Age?“? Eine neue Story?

Arjen: Ja, definitiv! Ich möchte letztendlich gern das Soloalbum aufnehmen, das ich mir selbst in den letzten 10 Jahren versprochen habe.

ErklÀr mir bitte den Unterschied zwischen AYREON, STAR ONE, GUILT MACHINE und STREAM OF PASSION?

Arjen: Also! AYREON ist mein Mutterschiff, es kombiniert viele verschiedene Musikrichtungen. Meine Nebenprojekte basieren auf diesen Musikstilen. STAR ONE ist die heavy Variante von AYREON, GUILT MACHINE, der atmosphÀrische Teil, wÀhrend STREAM OF PASSION den Gothic-Teil von AYRON ausmacht.

Lass uns etwas ĂŒber GUILT MACHINE (Ich liebe diese CD!) plaudern. GUILT MACHINE basiert auf menschlichen und dunklen Elementen. Warum hast du deine Texte dort geĂ€ndert?

Arjen: Ok! Das war eigentlich die Reaktion auf das vorherige Album, AYREONÂŽS 01011001.01.
Auf diesem Doppelalbum waren verschiedene Gastmusiker und siebzehn! SĂ€nger vertreten, das alles wurde mit einer große Sci-Fi Story verpackt, also da musste das Album zwangsweise etwas kleiner und intimer ausfallen. Hier habe ich nur mit drei Gastmusikern und einem SĂ€nger zusammen gearbeitet und die Texte hatten mehr persönlichen Tiefgang. Lori und ich haben eine schwierige Periode durchlebt und haben dadurch die DĂ€monen mit diesem Album vertrieben!

A propo Lori! Warum hat deine Freundin eigentlich sÀmtliche Gitarrenparts auf dem Album eingespielt? Nebenbei! Sie spielt phantastisch!

Arjen: Danke, da bin ich ganz deiner Meinung! Nein, sie ist wirklich die Beste! Und jetzt weißt du auch den Grund, warum sie auf „GUILT MACHINE“ alle Parts eingespielt hat!

Das habe ich mir fast gedacht! So, kommen wir nun zur technischen Seite. Ich denke, viele Musiker, die dieses Interview lesen, wĂŒrden ganz gerne wissen, welches Equipment du benutzt!

Arjen: Also, ich habe neulich meinen Gitarrensound verĂ€ndert. Ich habe bis jetzt immer ĂŒber den Line 6 POD gespielt, auch live. Aber momentan benutze ich echte VerstĂ€rker (Sansamp, Bogner, Marshall) mit Celestion G12H Lautsprechern und Mikrofone (Sure SM57, Beyer und Peluso Ribbon). Dazu spiele ich exklusiv meine 7 String Ibanez-Gitarren der RG-Serie.

A propo live. Ich weiß, du hast dich in vielen Interviews dazu geĂ€ußert, nicht mehr live zu spielen! Da ist doch bestimmt etwas dran!?

Arjen: In erster Linie bin ich Komponist und Produzent und nicht ein aktiver Musiker auf der BĂŒhne. Ich bevorzuge es eher, kreativ zu sein. Ich mag es nicht, jeden Abend die gleichen Songs zu spielen, außerdem bin ich nicht allzu gern unter Menschen, ich bin eher ein Eremit.

Ich kann es mir auch sehr schwer vorstellen, alle Musiker untern einen Hut zu bekommen.

Arjen: Das hast du Recht! Es wĂ€re sehr schwierig, zeitaufwendig und sehr kostenaufwendig diese zehn Musiker aus aller Welt, die auch alle ihre eigenen Bands und Projekte haben, fĂŒr Proben und eine Tour zusammen zu bekommen.

Was hörst du eigentlich privat fĂŒr Musik?

Arjen: Meist höre ich Musik aus den 70ern, aber ich höre mir auch neue Musik an. Ich mag es auf dem Laufenden zu sein, so höre ich jeden Tag unterschiedliche Musik. Im Grunde kannst du all die verschiedenen Arten von Musik in den Werken von AYREON hören.

Abschließend! Arjen! Was kannst du den angehenden Musikern raten, die eine so komplexe Musik machen wollen, wie sie auf deinen Werken zu finden ist?

Arjen:Tu es, wenn du es machen willst! Mach es, weil es die Musik ist, die du machen willst, die du kreieren willst. Tu es nicht fĂŒr Ruhm und Geld. Der allerletzte Grund es zu tun, sind natĂŒrlich die Girls! (lacht)

Ich danke dir fĂŒr dieses Interview!

Arjen: Ich danke dir!

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