Zwischen Horror-Theater und Rockklassikern zeigt die Schockrock-Legende in Gelsenkirchen, warum sie auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Über 5000 Fans pilgerten am Donnerstag ins Amphitheater Gelsenkirchen, um die Rocklegende ALICE COOPER live zu erleben. Mit seiner „Alice’s Attic“-Tour machte der Schockrocker Halt im Ruhrgebiet und präsentierte eine unterhaltsame Mischung aus großen Hits und bewährter Bühnenshow.

Von Beginn an herrschte beste Stimmung. Das Publikum feierte jeden Song, sang lautstark mit und ließ sich bereitwillig in die bizarre Welt des Schockrockers entführen. Mit Klassikern wie „I’m Eighteen“, „No More Mr. Nice Guy“, „Poison“ und dem unvermeidlichen „School’s Out“ zum Ende des Konzertes hatte ALICE COOPER die Fans schnell auf seiner Seite.

Besonders überzeugend war der Sound. Druckvoll, klar und ausgewogen kamen die Songs über die Lautsprecher. Dazu gesellten sich die typischen Showelemente, für die ALICE COOPER seit Jahrzehnten bekannt ist: düstere Kulissen, schwarzer Humor und natürlich die legendäre Guillotine. Erstaunlich bleibt dabei, mit welcher Präsenz sich der mittlerweile 78-Jährige auf der Bühne bewegt. Alterserscheinungen waren nicht zu erkennen. ALICE COOPER zeigte eindrucksvoll, weshalb er bis heute zu den größten Namen des Rockgeschäfts zählt

Einen großen Anteil am Gelingen des Abends hatte auch die hervorragend eingespielte Band. Ryan Roxie und Tommy Henriksen harmonierten bestens miteinander und setzten immer wieder Akzente. Am Bass sorgte Chuck Garric für das nötige Fundament, während Glen Sobel die Songs präzise und druckvoll vorantrieb. Mit Anna Cara stand zudem die Ersatzfrau für die derzeit pausierende Nita Strauss auf der Bühne. Die Britin machte ihre Sache sehr gut und fügte sich nahtlos in die Band ein, erreichte aber nicht ganz das Charisma und die Bühnenpräsenz ihrer Vorgängerin.

Nach rund 90 Minuten endete ein Konzertabend, der die Erwartungen der Fans voll erfüllte. Wer ALICE COOPER sehen wollte, bekam alles, was einen gelungenen Konzertabend ausmacht – und verließ das Amphitheater mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Text/Fotos: Uli Bechstein

